The Good Old Days

Ich bin ja gerade in England und habe fünf volle Tage schönsten Wanderns in den Cotswolds hinter mir. Zuerst wollte ich regelmäßig davon bloggen, aber das machte Frau Rau viel besser als ich; und ich hatte mehr Vergnügen daran, abends dazusitzen, aus den Fenstern zu schauen, zu lesen – keinesfalls erschöpft, aber ein bisschen überwältigt. Einen bebilderten Blogeintrag dazu hole ich nach, wenn ich wieder in Deutschland bin. (Danach beginnt gleich die Kolloquiumswoche; einen Großteil der Abiturkorrekturen habe ich mit ziemlichem Aufwand vorher korrigieren können, aber ein bisschen was steht noch aus.) Beim abendlichen Fernsehen hier entdeckte ich eine Sendung, […]

Tag 1

Wunderbares Wanderwetter. Wichtig sind dennoch die regelmäßigen Pausen: Mit dem anvisierten Pub auf dem Weg weniger Glück gehabt. Real Ale und traditionell und so, aber dann war überraschend geschlossen, weil alle im Fußballstadion waren. Dann lieber ein gesichtsloser Kettenpub, der den müden Wanderer wenigstens tränkt und nährt. Am Spätnachmittag in Middleyard angekommen, Füße ausgestreckt, in die Ferne gesehen.

Day Zero

Informatiker fangen ja immer bei 0 zu zählen an, außerdem ist morgen Tag 1 der Wanderung.  Abendessen in Painswick, sehr schmucke kleine Gemeinde in den Cotswolds. Unerwartet melodisches Kirchengeläute. Hergekommen via Flugzeug, Zug, Zug, Zug, Taxi. Alles pünktlich.

Mir ist egal, was der Autor meinte

Übrigens habe ich da noch ein Bild für die Deutsch-#Lehrer*innen in meiner TL. PS: Mein Tweet hat keine Metaebene. pic.twitter.com/jUkzxO4fK1 — Dejan Mihajlović (@DejanFreiburg) 9. Mai 2016 (Bild: Was der Autor meinte vs. Was dein Deutschlehrer denkt, was der Autor meinte.) War sicher lustig gemeint, und sollte vielleicht einfach die Deutschlehrer auf die Palme bringen. Aber viele Leute scheinen echt zu glauben, das dass an diesen Gedanken etwas dran ist. Und das liegt an einem Missverstehen. Also: Mir als Lehrer und Leser ist egal, was der Autor meinte. Und hoffentlich – zugegeben, hoffentlich – ist das bei allen anderen Lehrern […]

Kunst-Abitur Material

Weitere Abiturbeobachtungen: Kunst

Vor drei Jahren hatte ich meine erste Aufsicht im Fach Musik, letzte Woche war ich zum ersten Mal bei Kunst dabei. Das war sogar noch spannender. Im Kunst-Abitur können die Schülerinnen und Schüler zwischen drei Themen wählen, die alle einen praktischen und einen theoretischen Teil haben, jeweils unterschiedlich gewichtet. Für den praktischen Teil bringen die Schüler selber mit: Bleistifte Bunt- und Filzstifte Fineliner Tusche und Federn Deckfarben und Pinsel Schere, Cutter verschiedene Klebemittel (Flüssigkleber, Klebestift, Tesafilm) Lineal Die Liste des Materials, das von der Schule bereitzuhalten ist, ist deutlich länger. Für dieses Jahr zum Beispiel: schnitzfähige Seife eine Tube Zahnpasta […]

Gedanken bei der Aufsicht zum Deutsch-Abitur Bayern 2016

Heute begann das Deutsch-Abitur in Bayern, ich weiß nicht mein wievieltes. Bei den ersten war ich noch nervös, aber seit etlichen Jahren ist das Routine geworden. Unterricht, der ist immer noch aufregend, und eigene Klausuren auch ein bisschen, aber das Abitur sieht mich äußerst gelassen – auch weil ich weiß, dass die Schülerinnen und Schülern gut vorbereitet sein müssten. Die Prüfung ist jetzt nicht mehr meine Aufgabe. Klar korrigiere ich noch und mache vor allem Aufsicht. Abituraufsicht: Das habe ich heute zwei Stunden lang im Klassenzimmer gemacht, ganz ohne Fremdbeschäftigung. Im Eck hing ein Poster mit den zwölf olympischen Göttern. […]

In Wien gewesen

Die letzten drei Tage war ich in Wien auf einer Hochzeit, die sehr schön war. Wunderbarer Sonnenschein die ganze Zeit über. Das Paar sah sehr glücklich aus und trug schöne Anzüge; das Standesamt war sehr kurz und die Feier am nächsten Tag sehr lang. Bis halb eins war ich jedenfalls dabei, und für mich – Schlafenszeit zehn Uhr sonst – ist das äußerst lang. Am frühen Abend konnte ich mit der bezaubernden Frau Rau ein paar Runden tanzen, etwas, das ich sehr gerne mache, und zwar gerade auf Hochzeiten. Danach gab es traditionellere Hochzeitsmusik, also Prince, Michael Jackson, Soft Cell. […]

Zeitung in der Schule lesen

Zum Halbjahr habe ich eine 8. Klasse etwas unvermittelt übernommen; gestern haben wir Zeitung gelesen. Das habe ich ja schon ewig nicht mehr gemacht mit Schülern. So einfach, wie man sich das vorstellt („bringt doch alle mal eine Zeitung mit“) ist das gar nicht: Nicht alle Haushalte haben eine Zeitung, früher schon nicht, heute noch weniger. Und man darf auch nicht voraussetzen, dass die Schülerinnen einfach so die Zeitung mitnehmen dürfen, also: eher die vom Vortag sich geben lassen. Nicht alle Schüler wissen, was eine Zeitung ist. Was zusammengeheftet ist, ist eine Zeitschrift. Keine Zeitung: Anzeigen- und Wochenblätter, auch wenn […]

Schreibanlass für die Schule: Der Osterhase hat ein Fahrrad gebracht

Dieser schöne Text ging bei Twitter herum: Der Osterhase hat ein Fahrrad gebracht. Ein sehr schöner Text, den ich gerne mal als Schreibanlass in der Schule nutzen werde. Es geht darum um Geschenke für Kinder in unserer Gesellschaft und wie man Kindern erklärt, warum man ihnen nicht jeden Wunsch erfüllen will, auch wenn man könnte. Oder soll man doch? Schön an dem Blogeintrag ist, dass die Fragen, die dort gestellt sind, ehrliche Fragen sind, auf die die Autorin keine unmittelbare Antwort hat. Da ist doch ein Essay, Kommentar, oder zur Not eine Erörterung drin.

„Die erschreckenden Bildungsdefizite junger Deutscher“

So titelte die Welt am Wochenende einen lesenswerten Beitrag. Darin geht es um eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung, laut der – vereinfacht gesagt – der Studienabbrecher-Anteil stetig steigt. Der Wirtschaft, heißt es, fehlen qualifizierte Absolventen und die Universitäten klagen über Studierende, die kein Interesse an Wissenschaft mitbrächten und denen Grundferwtigkeiten und Grundwissen fehle. Schuld sei einerseits das Durchwinken durch die Schule: Über 50% eines Jahrgangs erreichen die Hochschulreife, immer mehr gehen aufs Gymnasium, wo das Nivevau gesunken sei. Schuld sei andererseits der kompetenzorientierte Unterricht, die Abkehr von fachlicher Bildung. Hmja. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen und Vorurteilen. Was fehlt, ist […]