Gedanken bei der Aufsicht zum Deutsch-Abitur Bayern 2016

Heute begann das Deutsch-Abitur in Bayern, ich weiß nicht mein wievieltes. Bei den ersten war ich noch nervös, aber seit etlichen Jahren ist das Routine geworden. Unterricht, der ist immer noch aufregend, und eigene Klausuren auch ein bisschen, aber das Abitur sieht mich äußerst gelassen – auch weil ich weiß, dass die Schülerinnen und Schülern gut vorbereitet sein müssten. Die Prüfung ist jetzt nicht mehr meine Aufgabe. Klar korrigiere ich noch und mache vor allem Aufsicht. Abituraufsicht: Das habe ich heute zwei Stunden lang im Klassenzimmer gemacht, ganz ohne Fremdbeschäftigung. Im Eck hing ein Poster mit den zwölf olympischen Göttern. […]

In Wien gewesen

Die letzten drei Tage war ich in Wien auf einer Hochzeit, die sehr schön war. Wunderbarer Sonnenschein die ganze Zeit über. Das Paar sah sehr glücklich aus und trug schöne Anzüge; das Standesamt war sehr kurz und die Feier am nächsten Tag sehr lang. Bis halb eins war ich jedenfalls dabei, und für mich – Schlafenszeit zehn Uhr sonst – ist das äußerst lang. Am frühen Abend konnte ich mit der bezaubernden Frau Rau ein paar Runden tanzen, etwas, das ich sehr gerne mache, und zwar gerade auf Hochzeiten. Danach gab es traditionellere Hochzeitsmusik, also Prince, Michael Jackson, Soft Cell. […]

Zeitung in der Schule lesen

Zum Halbjahr habe ich eine 8. Klasse etwas unvermittelt übernommen; gestern haben wir Zeitung gelesen. Das habe ich ja schon ewig nicht mehr gemacht mit Schülern. So einfach, wie man sich das vorstellt („bringt doch alle mal eine Zeitung mit“) ist das gar nicht: Nicht alle Haushalte haben eine Zeitung, früher schon nicht, heute noch weniger. Und man darf auch nicht voraussetzen, dass die Schülerinnen einfach so die Zeitung mitnehmen dürfen, also: eher die vom Vortag sich geben lassen. Nicht alle Schüler wissen, was eine Zeitung ist. Was zusammengeheftet ist, ist eine Zeitschrift. Keine Zeitung: Anzeigen- und Wochenblätter, auch wenn […]

Schreibanlass für die Schule: Der Osterhase hat ein Fahrrad gebracht

Dieser schöne Text ging bei Twitter herum: Der Osterhase hat ein Fahrrad gebracht. Ein sehr schöner Text, den ich gerne mal als Schreibanlass in der Schule nutzen werde. Es geht darum um Geschenke für Kinder in unserer Gesellschaft und wie man Kindern erklärt, warum man ihnen nicht jeden Wunsch erfüllen will, auch wenn man könnte. Oder soll man doch? Schön an dem Blogeintrag ist, dass die Fragen, die dort gestellt sind, ehrliche Fragen sind, auf die die Autorin keine unmittelbare Antwort hat. Da ist doch ein Essay, Kommentar, oder zur Not eine Erörterung drin.

„Die erschreckenden Bildungsdefizite junger Deutscher“

So titelte die Welt am Wochenende einen lesenswerten Beitrag. Darin geht es um eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung, laut der – vereinfacht gesagt – der Studienabbrecher-Anteil stetig steigt. Der Wirtschaft, heißt es, fehlen qualifizierte Absolventen und die Universitäten klagen über Studierende, die kein Interesse an Wissenschaft mitbrächten und denen Grundferwtigkeiten und Grundwissen fehle. Schuld sei einerseits das Durchwinken durch die Schule: Über 50% eines Jahrgangs erreichen die Hochschulreife, immer mehr gehen aufs Gymnasium, wo das Nivevau gesunken sei. Schuld sei andererseits der kompetenzorientierte Unterricht, die Abkehr von fachlicher Bildung. Hmja. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen und Vorurteilen. Was fehlt, ist […]

Datenschutz auf Schulhomepages, kurze Anmerkung

In einem Lehrerforen ging es neulich darum, wie und ob Lehrernamen – etwa im Zusammenhang mit Sprechstunden oder E-Mail-Listen – auf einer Schulhomepage erscheinen dürfen. Da geht es anscheinend drunter und drüber in den verschiedenen Bundesländern. Also: In Bayern müssen es nur die Lehrkräfte mit irgendeiner Außenfunktion hinnehmen, dass ihre Namen auf der Schulhomepage erscheinen. Das sind sicher Schulleitung und Stellvertreter und Beratungslehrer; wer sonst dazu gehört, ist Ansichtssache. Sprechstundenlisten dürfen allenfalls dann veröffentlicht werden, wenn sie passwortgeschützt sind, das Passwort bestimmten Mindestkriterien genügt, und das ganze über eine sichere TLS-Verbindung (https) läuft. Ob man sich selbst dann als Lehrkraft […]

Wochenrückblick, gemischt

Der Zeitung entnommen, dass im kommenden Schuljahr an der Nachbarschule, einer FOS/BOS (Fachoberschule, Berufsoberschule; bietet in Jahrgängen 11-12 oder 11-13 die Möglichkeit, Fachhochschulreife oder Hochschulreife, eventuell fachgebunden, zu erreichen) Flüchtlingsklassen eingerichtet werden. Die Klassen selber werden laut Zeitung in unserem Gebäudeteil sein, weil die FOS/BOS seit Jahren ohnehin wächst und Räume bei uns auslagert. Ansonsten kriegen wir am Gymnasium wenig mit von Flüchtlingen: Es gibt wohl ein einziges Gymnasium im Münchner Umfeld, das Übergangsklassen anbietet, aber selbst da ist kaum Bedarf. Ansonsten würden wir uns hoffentlich gerne anbieten. Abiturvorbereitungen laufen an. Ich habe ja einen Deutschkurs und einen Informatikkurs, und […]

Ukulele im Ensemble, und Panamapapiere, ein bisschen

Letzte Woche war einer ein Treffen des Münchner Ukulele-Meetups. Wir sind ein paar Ukulelespieler von unterschiedlicher Erfahrung und treffen uns einmal im Monat im Nebenzimmer der einen oder anderen Gaststätte und spielen mit unseren Ukulelen. Der eine oder andere spielt etwas vor, man zeigt den anderen vielleicht ein paar Kniffe, und spielt vor allem gemeinsam. Noch sind wir sehr in der Phase, in der wir erst einmal ein gemeinsames Repertoire erstellen – also Lieder finden, die wir alle sowohl können als auch ertragen. Zur Abwechslung habe ich auch eine kleine Nummer für das Ensemblespiel mitgebracht; das macht mir gerade mehr […]

probestudium2016

Probestudium Informatik, 2016

Vor die Osterferien hat der Herrgott das Probestudium gesetzt. Jedenfalls für mich, einige Kollegen, und einen Haufen Schüler. Zum sechsten Mal inzwischen, und zum letzten Mal mit mir, können Schülerinnen und Schüler in ein Studium der Informatik an der LMU hineinschnuppern. Es gibt drei Vorlesungen und jeweils einen mehrtägigen Workshop, insgesamt dauert das vier Tage. Vorlesungen gibt’s zu Bioinformatik, Mustererkennung im Genom: Warum ein einfacher Baum manchmal nicht ausreicht, sondern immer ausgefeiltere Datenstrukturen her müssen, um Information so zu repräsentieren, dass sie schnell bearbeitet werden kann. Anders als in der theroetischen Informatik geht es meist um lineare, manchmal quadratische Laufzeit, […]