Der Vorteil von einsprachigen Wörterbüchern

Dienstag, 14. Juni 2005

Wenn ich ein englisches Wort nicht kenne und wissen möchte, was es bedeutet, schaue ich im einsprachigen Wörterbuch nach. Da ist die Erklärung zwar auf Englisch, aber dafür ist es dann auch erklärt.
Wenn ich ein Wort eigentlich kenne, und mir nur nicht einfällt, wie es heißt, dann schaue ich auch im zweisprachigen Wörterbuch nach.

Über das zweisprachige Wörterbuch eines Schülers bin ich darauf gestoßen, und tatsächlich, mein PONS Globalwörterbuch, immerhin zweibändig, bringt es auch, und zwar als einzige Bedeutung:

fudge (Cook) Fondant

Erstens weiß ohnehin kein Schüler, was Fondant ist. Zweitens ist die Hauptbedeutung von “fudge” immer noch Buttertoffee (grob gesagt). Und drittens: Heißt Fondant überhaupt “fudge”?

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12 Reaktionen auf “Der Vorteil von einsprachigen Wörterbüchern”

  1. Frau Rau sagt:

    Es gibt in England einen “Fondant Icing Sugar (for a glossy finish)”, woraus ich schließe, dass das deutsche “Fondant” auf Englisch “fondant” heißt.

  2. erpel sagt:

    >Erstens weiß ohnehin kein Schüler, was Fondant ist.
    Stimmt genau. Darum frag ich jetzt mal stellvertretend:
    Was ist Fondant?

  3. Herr Rau sagt:

    Sicher weiß auch nicht jeder Lehrer, was Fondant ist, anders als das im englischen wohlbekannte Fudge.
    Zu Ostern gibt es gerne diese Zuckereier: Unten schokoladeüberzogen, oben spiegeleifarben. Oder krachgelbe Zuckerhühnchen. Die sind aus Fondant, ebenso wie Pralinenfüllungen oder die Decke von petit fours.
    Fondant entsteht aus Zucker und Wasser (aber nicht nur einfaches Mischen) und wird in der Zuckerbäckerei und Pralinenherstellung verwendet. Er ist so etwas wie knet- und formbarer Zucker. Man kann ihn gut aromatisieren und färben. Ich mag ihn nicht besonders, aber er ist leckerer, als man denkt.

  4. teacher sagt:

    In Öterreich haben wir das zusätzliche Problem, dass Worte wie Fondant völlig ungebräuchlich sind, d.h. absolut unverständlich bleiben – wir arbeiten aber auch mit PONS und LANGENSCHEIDT (die für uns dann sehr germanisch klingen)

  5. Nini B. sagt:

    Na dieses Problem habt ihr nicht nur in Österreich, in Franken findet man bestimmt auch nicht viele Menschen, die dieses Wort je gehört hätten, geschweige denn wüßten was es bedeutet.
    In Amiland nennt man das übrigens “icing” und nicht “fudge”.

  6. Herr Rau sagt:

    Der Punkt ist ja, dass man das auch in England nicht “fudge” nennt, sondern fondant (oder icing, was nicht wirklich das gleiche ist) – und das Wörterbuch das einfach *falsch* übersetzt. — Das Wort “Fondant” kennen auch in Deutschland sicher nur Zuckerbäckerenthusiasten.

  7. KG sagt:

    Wozu dicke Bücher wälzen, die Lösung findet sich online: Im LEO Wörterbuch (http://dict.leo.org/) kann man nachlesen, dass fudge auch “schummeln” oder “der Schummel” bedeuten kann (synonym zu “cheat”). In der Encyclopædia Britannica (http://www.britannica.com/) findet sich auch ein Eintrag zum Fondant als Zuckergebäck. “Fondant” kann also im Englischen auch für diese Süßigkeit benutzt werden. Da ich Fondant kannte, muss ich wohl auch ein Zuckerbäckerenthusiast sein …

  8. Herr Rau sagt:

    Wenn wir so weiter machen, kriegen wir Zuckerbäckerenthusiast und die Zuckerbäckerenthusiasten doch noch nach Google (zur Zeit 0 Treffer).

  9. Sara Schimsky sagt:

    Fondant ist sicher nicht die korrekte Übersetzung für ‘fudge’. Diese beiden Substanzen sind sich, soweit ich weiß, noch nicht einmal wirklich ähnlich (Fondant enthält ja überhaupt keine Milch bzw. Butter, oder?). Aber auch Karamel, Toffee und Fudge sind nicht gleichzusetzen. Alle interessierten Zuckerbäckerenthusiasten möchte ich in der Frage z.B. auf die Website http://www.baking911.com/candy/fudge.htm verweisen oder auf entsprechende Wikipedia-Seiten verweisen.
    Bei solcherlei definitorischen Fragen sind Wörterbücher ganz offensichtlich nicht immer besonders verlässliche Quellen.

  10. GK sagt:

    Belustigend, was Wörterbücher so alles hergeben beziehungsweise auch verschweigen. Ich empfehle hier dringend den Webster’s, der sehr ausführliche Informationen liefert. Fudge ist übrigens kein Fondant, sondern etwas dem Buttertoffee ähnliches – wenn man den beim Süßkram bleiben will. Es kann aber auch die letzte Neuigkeit (redaktionell) sein … insgesamt gibt es wohl neun Bedeutungen (keine Gewähr).
    Vielleicht liest ja jemand diesen Nachtrag und hat seine Freude dran…..

  11. becks sagt:

    Hey!
    Da bin ich doch endlich mal bei meinem Songtext-Enträtseln bei Hot Fudge auf einen grünen Zweig gekommen! Ich wusste nämlich nicht, warum der werte Herr Robbie Williams ein Lied über “eine weiche pastöse Zuckermasse, die zur Herstellung verschiedener Süßwaren verwendet wird,” [wiki -> Fondant] singen sollte. So wird der Songtext schon verständlicher…

  12. rip sagt:

    Ergänzend zu Herrn Raus Hinweis auf österliche Zuckerware möchte ich auf die Fondant-Ringe aufmerksam machen, die es in der Vorweihnachtszeit (also ab September) als Baumbehang zu kaufen gibt. Da ich den Ausdruck ebenfalls kannte, melde ich mich hiermit als weiterer Zuckerbäckerenthusiast. ;-)

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