Zur Folter-Diskussion

What if you knew for sure that the cute little baby burbling and smiling at you from his stroller in the park was going to grow up to be another Hitler, responsible for a global cataclysm and millions of deaths? Would you be justified in picking up a rock and bashing his adorable head in? Wouldn’t you be morally depraved if you didn’t? – Or what if a mad scientist developed a poison so strong that two drops in the water supply would kill everyone in Chicago? And you could destroy the poison, but only by killing the scientist and 10 innocent family members? Should you do it? – Or what if an international terrorist planted a nuclear bomb somewhere in Manhattan, set to go off in an hour and kill a million people. You’ve got him in custody, but he won’t say where the bomb is. Is it moral to torture him until he gives up the information? – Questions like these have been pondered and disputed since the invention of the college dorm, but rarely, until the past couple of weeks, unstoned.

Gefunden und in längerer Form bei MatthiasHeil.de. (Original bei Slate.com.)

9 Gedanken zu “Zur Folter-Diskussion

  1. Pingback: Nehmen wir an… | philosophus weblog

  2. von stefanreisinger.at.tf
    Arnold Schwarzenegger hat ja bekanntlich ein Gnadengesuch eines Todeskandidaten abgelehnt und dieser wurde darauf hingerichtet. Doch ich kann nicht verstehen, wie österreichische (steirische) Politiker jetzt fordern können, dass das Arnold-Schwarzenegger-Stadion umbenannt werden soll sowie dass man ihm die Staatsbürgerschaft aberkennen sollte. Ich meine, Todesstrafe ist natürlich nicht gut – doch so ist nun mal das Gesetz in Kalifornien. Und er ist schließlich der Chef von Kalifornien – also entscheidet er was geschieht – ob dies nun gut war oder nicht werden ihm die Wähler bei der nächsten Wahl mitteilen.

  3. von stefanreisinger.at.tf
    Wie soeben bekannt wurde, hat Arnold Schwarzenegger der Stadt Graz untersagt, seinen Namen weiterhin für Werbezwecke zu verwenden und fordert selbst, dass der Schriftzug mit seinem Namen, der das Arnold-Schwarzenegger-Stadion in Graz Liebenau ziert, bis zum Jahresende 2005 entfernt wird. Auch den Ehrenring der Stadt Graz schickt er per Post zurück, denn er sei für ihn mittlerweile wertlos.
    Gut so, denn wie schon früher geschrieben ist es einfach eine Frechheit, wie Grazer Politiker ihre abfallende Meinung gegenüber Schwarzenegger öffentlich kundtun. Wenn Politiker fordern, ihm den Ehrenring abzuerkennen dann ist wohl die einzige richtige Entscheidung ihn selbst zurückzugeben.
    Bravo Arni!

  4. Wir hatten in Schweizer Blogs auch sehr viele Debatten darüber, die selten halbwegs in den Bahnen blieben. Leider konnten wir uns kaum darüber einigen, ob die USA ein Rechtsstaat sind und wie will man dann über Folter und Todesstrafe debattieren? “Bravo Arnie” mag für die Konsequenz stimmen. Aber es wäre mir von Anfang an lieber gewesen, er hätte sich die Abschaffung der Todesstrafe auf die Fahne geschrieben.

    Der Beitrag zur Folterdebatte ist wirklich lesenswert und eine gute Art, die Sache aufzurollen, danke für den Hinweis. Es ist so wichtig, immer wieder zu betonen, dass Folter im Vergleich zu anderen Verhörmethoden nicht effektiv ist. Wenn ich den Büchern glauben darf, so ist das seit dem zweiten Weltkrieg belegt und wurde im Vietnamkrieg sogar von den Amerikanern selber kommuniziert. Aber US- innenpolitisch läuft ja jetzt viel.

  5. Capillarubra on 19.12.2005 at 23:56 sagte:

    Ich möchte darauf hinweisen, dass solche Gedankenspiele keine Argumente für Folter sind. Denn solche Situationen treten nie kontextlos auf. Wie schon gesagt, ist Folter keine effektive Verhörmethode, sondern verhilft nur zu den Antworten, die der Folterer hören möchte. Noch wichtiger ist außerdem das Nachspiel: Ist Folter erst einmal aufgetreten, wird sie auch in anderen Fällen angewendet und sorgt dafür, dass sich niemand mehr als sicher in einem Rechtsstaat fühlen kann.
    Das fällt mir in der Kürze der Zeit ein, noch mehr müsste sich in der folgenden Broschüre finden: http://www.amnesty.de/download/Broschuere_ES_low.pdf
    Leider stürzt mein Browser beim Laden immer ab, weshalb ich das nicht selbst nachprüfen kann.

  6. Ich glaube, bei der Bewertung dieser Gedankenexperimente und der Folter sehe ich das genauso wie ihr. Das erinnert mich an die Fragen in den Kriegsdiensterverweigerungs-Komissionen vor zwanzig Jahren: “Aber wenn jemand Ihre Schwester vergewaltigen will, und Sie hätten eine Waffe, würden Sie sich dann nicht auch zur Wehr setzen?”
    Den Vorwurf, die USA seien kein Rechtsstaat (mehr), habe ich auch schon gelegentlich gelesen; das halte ich für falsch und wenig hilfreich.
    Dass Arnie gleich so deutlich geantwortet hat, finde ich zwar ein bisschen übertrieben; andererseits halte ich die Grazer Debatte für überflüssig, wenn ich auch wenig über sie weiß. Was er als Gouverneur von Kalifornien macht, geht die Grazer nicht mehr an als andere.

    Eine US-Perspektive aus Deutschland gibt es übrigens regelmäßig bei German Joys, auch zum Thema Todesstrafe. Der Autor ist zwar in den verschiedenen Beiträgen nicht ganz so objektiv, wie er denkt, aber sehr informativ.

  7. siehe Tagesschau.de:
    sogar deutsche Medien berichten über Schwarzeneggers “Bruch mit Graz”…
    Das “Bravo Arni” vorhin war natürlich nicht auf seine Entscheidung zur Begnadigung, sondern auf die Konsequenzen bezogen. (stefanreisinger.at.tf)

  8. Ja, Capillarubra, du hast Recht. Vielleicht wäre die einzige Reaktion auf alles sowieso das, was Demokratie und Alltag schreibt. Keine “Debatte”. Aber dann würde ich sagen auch keine Polemik und kein Thema in der Schule. Denn genau in der Schule ist es schwierig. Während ausser Politiker niemand gewohnt ist, zu mehr als 5 Nasen zu sprechen, haben wir in der Schule das Vierfache an Menschen und Meinungen und leider vielen Falschinformationen vis-à-vis. Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

    - Seine eigene Meinung sagen, selber viel zu viel reden
    - Die Klasse herausfinden zu lassen, was ihre Meinung ist, alle einbeziehen

    Ob das nun um Terrorismus, um den Holocaust oder um Todesstrafe oder Folter geht – es ist einfach schwierig. Gerade der Einstieg, deshalb bin ich eigentlich froh um “Aufhänger”, was in diesem Zusammenhang natürlich besonders respektlos klingt.

    Aber über diese Sorgen gibt es ja schon einige Blogbeiträge in Lehrerblogs. Ich bin froh, dass ich erst in gut zwei Wochen wieder vor einer Klasse stehen werde.

  9. Ich habe es geschafft, den falschen (aber nicht minder lesenswerten Beitrag), zu linken. Hier der Gemeinte.

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