Wieviel verdienen Lehrer eigentlich?

By | 1.11.2006

Unterschiedlich. Über private Schulen kann ich nichts sagen; an staatlichen Schulen werden nicht beamtete Lehrer nach BAT (Bundes-Angestelltentarifvertrag) bezahlt, beamtete nach Bundesbesoldungsordnung. Für die letzteren gibt es Besoldungsgruppen: Am Gymnasium fängt man als Studienrat an, das ist A13. Die meisten werden nach zehn oder fünfzehn Jahren zum Oberstudienrat befördert (A14), heißt es. Einige wenige werden Studiendirektor (A15), wenn sie einen Jobs kriegen, die man braucht, um nach A15 zu kommen. Nur der Schulleiter ist OStD (A16).

Vor zwanzig Jahren ist man sehr, sagen wir mal: zügig zum OStR und StD befördert worden. In Zukunft, so wird immer wieder gemunkelt, wird man vielleicht gar nicht mehr befördert werden. An Realschulen Grund- und Hauptschulen sind auch alle Lehrer A12 ohne Aussicht auf Beförderung, soweit ich weiß. Heftige politische Sache; das Gymnasium verteidigt viele seiner Merkmale auch, um die Berechtigungen für A13 und darüber hinaus zu erhalten.

Tatsächlich fängt man übrigens je nach Möglichkeit des Kultus- und Finanzministeriums auch erst mal als Angestellter an, um dann ein oder zwei Jahre später verbeamtet zu werden.

Das Gehalt errechnet sich aus dem Grundgehalt laut Besoldungstabelle. Dabei spielt das Dienstalter eine Rolle: Alle 4 oder 3 oder 2 Jahre (je älter, desto weniger häufig) kriegt man etwa 90 Euro mehr pro Monat, brutto. Angefangen habe ich nach dem Referendariat mit Dienstaltersstufe 5.
Zum Grundgehalt kommt noch eine „Allg. Stellenzul. Lehrer“ von 70 Euro und eventuell noch ein Familienzuschlag und das war’s. Davon zahlt man dann je nach Steuerklasse 25% Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag, vom Rest zahlt man noch die notgedrungen private Krankenversicherung (ab 150 Euro).

Zahlen inzwischen veraltet; Link zu neuen unterhalb der Tabelle.
lehrer_gehalt1.png
Quelle: Besoldungstabellen West beim Innenministerium Neue Tabelle Stand 1.9.2009.

Über Anwärterbezüge (für Referendare) habe ich nichts geschrieben, das sind brutto zur Zeit 1020,63 Euro (November 2006).

Manchmal gibt es auch ein bisschen mehr Geld. Früher, ein paar Jahre lang, gab es Leistungszulagen und Leistungsstufen. Wenn man den Leistungstufen-Bonus erhielt, wurde man quasi schon vorzeitig in die nächste Gehaltsstufe gehoben (statt 4, 3 oder 2 Jahre zu warten), und das hielt so lange an, bis man die Gehaltsstufe auf natürlichem Weg ereicht hatte.

Das gibt es nicht mehr, sondern nur noch die Leistungszulage. Etwa 6 Lehrer pro Schuljahr, abhängig von der Größe der Schule, kriegen dabei einmaligen Bonus von einigen hundert Euro. Die Schulleitung kann das unter Umständen auch noch splitten, also zwei oder mehr Lehrkräften gemeinsam ein Stück Zulage geben.
Wer die Zulage ist, bleibt geheim. Man darf’s natürlich weitersagen, aber zumindest bei uns im Kollegium wird das nicht allgemein bekannt gegeben. Der Personalrat macht Vorschläge und wird informiert und ist zur Verschwiegenheit verpflichtet; die Schulleitung trifft die Entscheidung.

Mehr ist nicht drin, egal, wieviel Verantwortung man übernimmt oder welche Leistung man bringt. Es gibt noch die kleinen Währungen Anrechnungsstunde, Wahlunterricht und verminderte Pausenaufsicht, aber was das Kultusministerium betrifft, gibt es keine Überraschungen.

136 thoughts on “Wieviel verdienen Lehrer eigentlich?

  1. Lina

    Ist das auch bei sonderschullehrern so? Also das ist ja noch ein bisschen was anderes als normale lehrer.

  2. Beelzebub Bruck

    Das Besondere bei der Beamtenbesoldung ist, dass es sich um „Bezüge“ handelt, d.h. unter anderem, dass man
    – im Voraus bezahlt wird;
    – der Staat damit seine Fürsorge zum Ausdruck bringt, nicht etwa eine Gegenleistung für erledigte Arbeit erbringt;
    – die Bezüge nur in extremen Sonderfällen gekürzt werden können, etwa bei klaren Verstößen gegen die Lehrerdienstordnung;
    – unabhängig von seiner Arbeitsbelastung bezahlt wird.

    Das bedeutet auch, dass jemand mit der „Korrekturbelastungshöchststrafe“ (Deutsch- und Englischlehrer wie der Herr Rau) bei gleicher Stundenzahl genau so viel verdient, wie ein Erdkunde-Wirtschaftslehrer, der bei entsprechender Kurswahl alle zwei oder drei Jahre einen Grund- oder Leistungskurs unterrichtet. Bei Kunst, Musik und Sport gelten Sonderregelungen. Hier wird ein Teil des Unterrichts als „nicht wissenschaftlich“ qualifiziert und ist daher nur mit einer höheren Stundenzahl auszugleichen.
    Aus Gründen der Politikfähigkeit (Lehrerverbände) und der Finanzen (Regierung) konnte man sich bisher nicht dazu durchringen, die tatsächliche Belastung bzw. Leistung der Lehrer nach Fächern zu untersuchen und dementsprechend zu gewichten bzw. auch zu „besolden“. Zu Beginn der Lehrerlaufbahn freut man sich, weil es ja doch meistens das erste feste Einkommen gibt. Ist man dann einmal in eine der höheren Dienstaltersstufen gerutscht, wird der Blick auf die Bezügemitteilung (vulgo: Lohnzettel) zunehmend skeptisch. Daran können auch gelegentliche Bonbons (Leistungszulage) nichts ändern, bei denen man sich vor allem darüber freut, dass Schulleitung und Personalrat wahrgenommen haben, dass man mehr als das Notwendige getan hat. Das allerdings ist in einem mittleren Zeithorizont gedacht vielleicht sogar viel wichtiger als eine Sonderzahlung….

  3. Herr Rau Post author

    @Lina: Nein, vermutlich ganz anders.

    Noch mehr zum Thema steht beim Lehrerfreund: http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/wieviel-verdienen-lehrer/
    Dort wird auch auf die unterschiedliche Bezahlung bei Beamten und Angestellten hingewiesen. (Denn ja, es gibt auch angestellte Lehrer, die die gleichen hoheitsrechtlichen Aufgaben wahrnehmen wie die beamteten. Ein Argument mehr den Bach hinunter…)

    @Beelzebub: Danke für die Ergänzungen. Ja, Deutsch macht mehr Arbeit als die anderen Fächer. Keine Frage. Zumindest in der Oberstufe erfordert Informatik zwar auch viel Vorbereitung, das Material ist aber leichter wiederzuverwenden. Nimmt man die Korrekturen dazu, ist man mit Deutschstunden ganz klar mehr belastet. Keine Frage. Das schlägt sich leider tatsächlich nirgendwo nieder. Aber schon bei uns im Kollegium wird man da keine Einigkeit finden.
    Ich denke auch, dass bei der Leistungszulage die Wahrnehmung wichtiger ist als das Geld. Leider haben wir zu wenig Lob-Währungen (neben den oben angegebenen). Vielleicht wäre ein Mitarbeit des Monats doch gut? Oder Medaillen. Anstecker. Fleißbildchen?

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  5. Tanja

    Das ist sehr interessant. Wie sind keine Beamten mehr, bei uns ist der Beamtenstatus aufgehoben. Mit einem neuen Gesetz ist auch die „automatische“ Erfahrungszulage aufgehoben.

    Was mich sehr interessieren würde: Nach welchen Kriterien schlägt der Personalrat (wer ist das überhaupt genau – eher die Lehrergewerkschaft oder eher die Human-Rsources-Abteilung?) Lehrer für die Leistungszulage vor? Werden die Vorschläge i.d.R. von der Schulleitung 1:1 umgesetzt?

    Wir haben zwar Pflichtenhefte und Qualifikationsgespräche eingeführt, aber ausser ein nettes Lob keine Möglichkeit, die zu belohnen, die ihre Ziele immer erreichen oder gar übertreffen. Dies nicht zuletzt, weil viele und vor allem die Lehrergewerkschaft der Meinung ist, Lehrerleistung sei nicht messbar.

  6. Herr Rau Post author

    Der Personalrat wird vom Lehrerkollegium der Schule für zwei Jahre gewählt. An unserer Schule (1000+ Schüler) sind das fünf Leute, vier Vertreter/innen der Beamten und ein Vertreter der Angestellten. An den meisten Schulen gibt es dabei übrigens kaum mehr Kandidaten als zu wählende Personen. Ich bin seit diesem Schuljahr einer dieser Personalräte.
    Die Kriterien des Personalrats sind nirgendwo festgehalten, aber dazu gehören sicher: Hat die Lehrkraft schon mal in letzter Zeit so eine Zulage erhalten? Hat der Lehrer etwas Besonderes geleistet im letzten/aktuellen Schuljahr, etwas organisiert, sich eingesetzt? Wird der Einsatz bereits anderweitig belohnt? Hat eine Lehrkraft schon länger einen unspektakulären Job, bei dem es immer wieder ein wenig zu tun gibt, das aber noch nie belohnt worden ist? Die Personalräte einigen sich auf ein paar Vorschläge, die sich zum Teil sicher immer mit denen der Schulleitung decken werden. Wieviele Personen es dann letztlich sind und wie das Geld auf sie verteilt wird, liegt bei der Schulleitung. Details kann ich leider keine sagen.

  7. apfelhexe

    Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass es in der Sekundarstufe I an Grund-, Haupt- und Gesamtschulen zumindest auch noch Menschen gibt, die als „VolksschullehrerInnen“ bezahlt werden, also unter A12.
    Und schon zielich lange ist es so, dass für unseren Beruf zwar viel geworben wird, sobald sich aber genug Menschen dafür entschieden haben, erst einmal die Einstellungschancen zurückgeschraubt werden und die Bezüge gleich mit. Das man Unterrichtsmaterial sehr häufig selbst kauft, Klassenfahrten selbst bezahlt, lernt man häufig auch schon in der LehrerInnenausbildung. Siehe dazu auch:
    http://www.gew-nrw.de/binarydata/download/Seminfo_2006-10-27.pdf
    und
    http://www.gew-nrw.de/binarydata/download/MID1.pdf
    und auch
    http://www.gew-koeln.de/02/aktuell/themen/laa/index.shtml

  8. apfelhexe

    Hab mich oben vertippt: Es heißt natürlich: „ziemlich“ und „Dass“. Meine Tastatur muss gereinigt werden.

  9. Tanja

    Danke vielmal. Das ist sehr nett, dass du schon so viel gesagt hast. Ich fürchte, bei uns (2’200 Lernende plus 150 Lehrpersonen) würde das nicht so einfach funktionieren, weil das Budget relativ eng ist und es manchmal Jahre gibt, in der wirklich viele Ausserordentliches leisten.

    Ich mache mir aber Hoffnungen, dass auf Grund der sich einspielenden Qualifikationsgespräche (geführt duch die Abteilungsleitungen / Fachschaftsleitungen) „Belohnungen“ möglich werden, weil dereinst alle mit diesem Massstab einverstanden sein werden. Inshallah.

  10. Estara

    Okay, nun bin ich eine Gymnasiallehrerin in Antstellung als Realschullehrerin im Kirchendienst – in any case: auf meinem Lohnzettel steht A13.
    Allerdings gibt es die Lohnerhöhung nach Alter auch bei uns nicht mehr und es gibt keine Funktionsämter also gehe ich davon aus, dass ich mein jetziges Gehalt (bar Änderung in Inflation oder TVÖD, oder was auch immer) bis zu meiner Pensionierung erhalten werde.

    Anerkennung von Mehrarbeit erfolgt im begrenzten Maße mit Anrechnungsstunden. Dafür werden bei uns grundsätzlich alle Ausfallstunden vertreten (am Vormittag), als besonderer Service im Auftrag unseres Schulwerks (selbst wenn die Kids fünf Stunden Vertretung haben, was durchaus schon vorgekomen ist).

  11. FloAB

    OK, dann verstehe ich auch, das unsere Lehrer nicht viel taugen. Da wird man lieber Handwerker, die bekommen auch nicht viel Geld, brauchen aber kein Abitur und kein Studium, bekommen in der Lehre schon Geld und mit gehobenem Alter das gleiche Geld, besonders wenn sie sich weitergebildet haben, also den gleichen Aufwand getrieben haben wie Lehrer.
    Bei sowenig Geld wundert sich niemand mehr, das Lehrer frustriert sind, ihre schlechte Laune an den Schülern auslassen und diese dann dumm und frustriert heimgehen.
    Und natürlich, das die PISA-Studie das auch wiederspiegelt. Wir sind kein Billiglohnland, wir sind eine Nation, die High-Tech-Produkte herstellt und für die kein qualifizierter Nachwuchs bereit steht.
    Deutschland verrecke…

  12. Herr Rau Post author

    „an den Schülern auslassen und diese dann dumm und frustriert heimgehen“

    Wie man sieht.

  13. Wurzelbube

    In den Beiträgen wird nicht einmal erwähnt, dass auch (und vor allen Dingen) Lehrer für die naturwissenschaftlichen Fächer einen enormen Zeitaufwand aufbringen müssen, um die Experimente (vor allem Schüler-Experimente) vorzubereiten (Geräte zusammenstellen, Materialien in der Sammlung suchen etc.) und alles wieder in den „Grundzustand“ zurückzuversetzen.
    Abgesehen davon ist es inzwischen schon so weit gekommen, dass ich als Lehrer immer häufiger Material auf eigene Rechnung kaufen muss, da die Gelder schon lange nicht mehr ausreichen!

  14. Herr Rau Post author

    Das ist richtig, aber das hebe ich mir für ein anderes Mal auf.

    Es wird allerdings ebenfalls nicht erwähnt, dass auch (und vor allen Dingen) Lehrer für Sprachen enormen Zeitaufwand hohe Kosten etc.
    Ich stehe ja nun den Naturwissenschaften gedanklich sehr nahe, aber wenn ich mich doch mal aufraffe, einen Beitrag zu schreiben, in dem ich Deutsch und die anderen Fächer vergleiche, sowohl was Kosten als auch vor allem was den Zeitaufwand betrifft, dann wird das für die anderen Fächer gar nicht gut aussehen.

  15. apfelhexe

    BITTE nicht schon wieder diese Fächerdiskussion… „Teile und herrsche!“ hieß es mal. LehrerInnen machen das offenbar schon ganz selbstständig… Ganz ohne dienstliche Anweisung. Toll, ganz toll. ;o)

  16. Geral

    Hallo!!
    Ich bin Lehramtsstudentin im 3. Semester für Grund-und Hauptschule!!
    Ich habe in der letzten Zeit sehr viel über Beamten- und Angestelltenstatus gehört!
    Wie ist das eigentlich jetzt in Zukunft?
    Werden Lehrer noch beamtet? Denn ansonsten ist das Gehalt ja wohl voll beschissen für die Arbeit, die man leistet und den ganzen Streß mit dem Studium usw.!
    Kann mir da jemand weiterhelfen?

  17. Stefan

    Hallo *,

    also da es hier ja scheinbar nur Lehrer gibt die sich zu Wort melden. Sie duerfen gern in die Forschung abwandern: am Anfang bekommt man das Recht (wenn man glueck hat) den ganzen tag fuer eine halbe Stelle zu arbeiten ( das ganze geht auch nach BAT, wenn man am anfang „nur“ dipl irgendwas ist dann IIa) Das heisst auch Kurse vorbereiten und auf dem Stand der Forschung halten. In der restlichen zeit schreibt man dann seinen Doc – das macht man dann ja fuer sich. (Die Veroeffentlichungen sind ja immer total losgeloest von der uni und haben keinen Zusammenhang mit Forschungsprojekten, klar das man das in seiner Freizeit macht)

    So! Das is was man da hoeren kann, wenn man dem akademischen Mittelbau mal zuhoert – ich zaehl mich nicht dazu (zumindest nicht in Deutschland siehe Mailadresse). Ich koennte da jetzt auch jammern wenn ich wollte – tu ich nicht – und bitte zeigen sie mir mal den der nicht fest davon ueberzeugt ist unterbezahlt zu sein.

    nichts fuer ungut
    Stefan

  18. Herr Rau Post author

    Ich weiß nicht, in meinem Beitrag und auch in den meisten Kommentaren wird eigentlich nicht sehr gejammert, finde ich – und wenn, dann nicht über die Höhe der Bezüge. Die ist nämlich tatsächlich in Ordnung; unterbezahlt fühle ich mich nicht, und ich denke, das geht vielen Lehrern so. Das ist nicht das Problem.

    Vielen Dank für das Angebot, in die Forschung abzuwandern ;-) Aber das ist meine Sache nicht, und seien die Arbeitsbedingungen noch so schlecht. (Und das sind sie tatsächlich, keine Frage, universitärer Mittelbau ist Glücksspiel.) Ich bin gerne Lehrer von Heranwachsenden.

    @Geral: Über künftige Schulpolitik traue ich mir keine Voraussagen zu. Zu: „Denn ansonsten ist das Gehalt ja wohl voll beschissen für die Arbeit, die man leistet und den ganzen Streß mit dem Studium usw.!“ Probier’s doch erst mal aus, welche Arbeit man tatsächlich leistet. Zugegeben, bei der Arbeitgebersituation und der vielleicht einseitig ausgerichteten Ausbildung ist das etwas schwierig mit dem Ausprobieren und eventuellen Wechseln. Aber der Beamtenstatus hat mit all dem am wenigsten zu tun, und eine Rechtfertigung dafür gibt es eh keine glaubwürdige.

  19. Beelzebub Bruck

    BAT IIa entspricht dem Einstiegsgehalt eines Studienrats, der jedoch als Beamter keine Renten- und Arbeitslosigkeitsversicherung zahlt. Darin besteht der wesentliche Netto-Unterschied zwischen angestelltem akademischem Mittelbau und einem verbeamteten Lehrer. Es gibt auch verbeamtete Hochschullehrer (akademische Räte und dergl.), die ebenfalls zum Mittelbau zählen, sie werden genau wie Lehrer bezahlt. Ein Doktorand steht an der Schwelle zum Mittelbau, weil er meist befristet angestellt ist. Seine Doktorarbeit ist tatsächlich sein Privatvergnügen. Mir finanziert auch niemand die Promotion, selbst wenn sie sich mit Schule oder Ähnlichem befasst.
    Was gut bezahlt ist? Als Student war ich gut bezahlt, ohne Verpflichtungen für eine Familie, günstige Krankenkasse, keine Steuerabzüge. Gut bezahlt fühlte ich mich als Studienrat in Niederbayern, wo die Grundstücke und Mieten günstig sind. Pech nur, dass meine Familie aus Oberbayern stammt und nicht aus dem Bayerischen Wald und ich nicht dem Verdrängungswettbewerb der Münchener Bestverdiener nachgeben wollte. Bei weniger gut verdienenden Beamten (Gehobener und Mittlerer Dienst) gilt eine Erstanstellung in München als Horrorszenario.
    Was gut bezahlt ist, wird sich noch herausstellen, nämlich im Lauf einer Lebensarbeitszeit. Sicher ist nur, dass es obszön hoch bezahlte Jobs gibt, die positiv wie negativ in den Medien herumgereicht werden. Über Managergehälter darf sich jeder aufregen über den Verdienst eines Rennautofahrers oder Balltreters regt sich niemand auf. Scheint ein Wahrnehmungsproblem zu sein.

  20. Stefan

    Hallo Beelzebub,

    also wenn eine Diss Privatvergnuegen ist, dann frag ich mich, warum die Ergebnise von den Unis verkauft werden. Ernstzunehmende Forschungsinstitute finanzieren sich zum groessten Teil durch Drittmittel, um die zu bekommen muss man gewisse Ergebnisse liefern, die meist bei irgend jemanden dann zu einer Dis fuehren, die einer in seiner Freizeit geschrieben hat – da liegt was schief – das ist ueblich aber nicht notwendig, denn ich kenne einige Institute die das nicht tun und die zahlen zu den Erfolgreichsten auf ihren Gebiet – das hat sicher auch damit zutun das die wirklich guten Leute nicht fuer nix arbeiten.

    Was die verdienste der sogenannten Stars betrifft – es steht jeden frei sich diesen Zirkus nicht anzuschauen – je geringer die Einschaltquote je weniger Geld … (ja mir ist durchaus bewust das meine Einzelentscheidung da keinen Einfluss drauf hat ;-) aber der Neid hat auch keinen

  21. Kollege D.

    >BAT IIa entspricht dem Einstiegsgehalt eines Studienrats, der jedoch als Beamter keine Renten- und >Arbeitslosigkeitsversicherung zahlt. Darin besteht der wesentliche Netto-Unterschied zwischen >angestelltem akademischem Mittelbau und einem verbeamteten Lehrer.

    Das stimmt so nicht. Das Bruttogehalt eines BAT 2a Angestellten ist höher als das eines A13ers. Da beide die selben Stellen besetzen können, wurde das früher mal so festgelegt, dass die Nicht-Sozialversicherunsgpflicht der Beamten durch das höhere Brutto der Angestellten ausgeglichen wurde. (BTW: der Staat spart so in der Gegenwart durch die Verbeamtung Geld, das er in der Zukunft bei Fälligwerden der Pensionen zahlen muss).
    Früher. Seither haben sich bei beiden die Gehälter erhöht. Da nun aber der Steuersatz mit dem Einkommen steigt und das Bruttoeinkommen versteuert wird, bleibt netto den Angestellten weniger übrig als den Beamten. Aber diese „Nettolücke“ macht nicht die gesamte Sozialversicherungspflicht aus, das wäre nämlich ziemlich viel…

  22. Beelzebub Bruck

    @Stefan
    In der Argumentation wird übersehen, dass es ein Riesenheer an Menschen gibt, die eine Dissertation an Instituten schreiben, die überhaupt keine oder kaum Drittmittel einwerben können, weil ihre Forschung als Grundlagenforschung oder gar Paradiesvogelforschung oder dergleichen gilt und höchstens über Stipendien für Schöngeistigkeit gefördert wird. Ich vermute, das ist die Mehrheit der Doktoranden. Zumindest aber die Mehrheit der Lehramtsstudenten.

  23. Stefan

    Hallo Beelzebub,

    das mag in den schoengeistigen Wissenschaften zutreffen, aber sogar in der Physik oder Mathematik und je mehr in richtung Anwendung um so staerker tragen sich die Institute mit drittmitteln – es mag sein das ich das einseitig sehe aber ich geh mal ganz frech von meinem Umfeld aus, das sind Mathematiker, Phsiker, eTechnicker und Informatiker so wie ich.

    Stefan

  24. Beelzebub Bruck

    So ähnlich habe ich das schon auch gemeint, Kollege D. Der Blick auf den Lohnzettel eines BAT IIa Angestellten, verheiratet, ein Kind, gleiche Steuerklasse, weist, wenn ich mich nicht irre, gegenüber einem Beamten A13 eine Nettolücke um 200 Euro aus, wenn man von den Beamtenbezügen die Krankenversicherung abzieht. 200 Euro sind nicht nichts, aber auch nicht die Welt. Dafür bezahlt der Beamte mit recht beschränkten Perspektiven. Zugleich beschneidet der staatliche Arbeitgeber fortwährend die Leistungen, in die er eintreten müsste, weil er den Beamten ja ein niedrigeres Bruttogehalt zahlt. Leider sinkt damit aber nicht auch der Beitrag zur Krankenversicherung. Es steigt immer nur der Anteil an Leistungen, die man dann doch selber zahlen muss. There goes the Nettolücke!

  25. Aurelie Teney

    Ich bin Lehrerin in Belgien. Ich unterrichte Deutsch, Englisch u. Niederländisch u. bin Französich-sprachige. Ich verdiene 1200 euro pro Monat. Ich arbeite in 2 schulen. Ich brauche 30 Minuten um jede Schule zu erreichen. Das System in Belgien um in einer Schule zu arbeiten (und zu bleiben!) ist überhaupt nicht einfach. Ich versuche mal in Deutschland einen Job als Lehrerin zu finden. Ist es leichter in Deutschland? Verdient man mehr? Danke für ihre Antwort!

  26. Aurelie Teney

    Falsche E-mail Adresse!

  27. Stefan

    Hallo Teney,

    ich hab keine Ahnung, was du tun must um als Lehrer in Deutschland arbeiten zu duerfen – dank deutscher Kleinstaaterei gibts da sicher auch keinen bundeseinheitlichen Weg, mehr verdienen duerftest du aber (wenn auch sicher nicht uebermaessig viel) – was du, wenn du nach Deutschland willst, ins Auge fassen solltest, waeren sicher aber private Sprachschulen fuer Erwachsne und universitaere Sprachinstitute, gerade fuer letzteres ist deine Sprachenkombination bestens: Englisch braucht man immer, franzoesisch ist ueberausbeliebt und niederlaendisch ist irgendwie exotisch.

    Maar nu terug naar de Nederlandsboeken. Stefan uit Leuven die de tekst boven alleen schreef om niet Nederlands moeten te studeren ;-)

  28. Herr Rau Post author

    Aurelie,

    das ist sicher und leider von Bundesland zu Bundesland verschieden. Dazu kommt, dass es Lehrer an staatlichen Schulen gibt (Arbeitgeber: Kultusministerium), an städtischen Schulen (verhältnismäßig wenige) und an privaten Schulen.

    Für Bayern und staatliche Schulen hilft vielleicht diese Seite beim Kultusministerium weiter: http://www.km.bayern.de/km/stellen/index.shtml. Da steht auch was über Quereinstieg.

    Private Schulen sind flexibler als städtische; ich kenne aber keine Möglichkeit, sich zu Stellen zu informieren. So etwas wie das Times Educational Supplement gibt es bei uns leider nicht, soweit ich weiß.

    Im Moment werden händeringend Lehrer an Schulen in Bayern gesucht; wie sehr das Kultusministerium dabei von vornherein auf befristete Verträge setzt, weiß ich nicht. Wie gesagt, vielleicht hilft der Link oben.

  29. Valentin

    Hallo Herr Rau und hallo an alle Lehrer und an die die es einmal werden wollen.
    Ich habe mir jetzt alle Kommentare durchgelesen und zwar weil ich auf der Suche bin nach einer Antwort. Eine Idee die mir sagt was ich werden will. Aber eins ist mir jetzt gewiss um Lehrer zu werden muss es einem Spaß machen mit Kindern und jungen Erwachsenen umzugehen. Ähnlich wie bei Kindergärtnerinnen macht man den Beruf wegen der Hingabe und nicht des Geldes wegen. Ich bin enttäuscht über den geringen Lohn den man nach 7 Jahren lernens bekommt. Das ist ein Hungerslohn im Vergleich zu der Arbeit die man sich gemacht hat. Es gibt eigentlich, also für mich, nur zwei Vorteile: zum einen die 13 Wochen Ferien also 75 Tage Urlaub und zum anderen geregelte Arbeitszeiten wie zum Beispiel von 7:45 bis 14 Uhr. Das Argument der Halbtagsarbeit kann mann eigentlich nicht anführen, wenn man davon ausgeht das sich jeder richtig vorbereitet. Aber 75 Arbeitstage Urlaub ist schon ein bischen. Ein weiter Punkt der mich stört ist der, dass man als Lehrer keinen besonderen Ruf hat und das man sein Leben lang auf dem selben Level bleibt und nie eine Möglichkeit bekommen wird ein ganz großer zu werden.

    Danke, Valentin

  30. Herr Rau Post author

    Spass mit Kindern und jungen Erwachsenen: Auf jeden Fall. Allerdings halte ich die Liebe zum Fach fuer ebenfalls sehr wichtig.
    Hingabe ja, aber Geld ist tatsaechlich nicht unwichtig. Wenn ich nicht fuer Geld als Lehrer arbeiten muesste, ich wuerde wohl nicht im staatlichen Schulsystem arbeiten. (Aber auf irgendeine Weise unterrichten, das wohl schon.)
    Hungerslohn: Wenn man keine Familie ernaehren muss, kann man gut leben. Da kann ich nicht klagen. Allerdings weiss ich nicht, wie das mit Familie aussieht.
    Geregelte Arbeitszeit: Leider mitnichten. Die Arbeitszeit ist frei einteilbar, das ist ein grosser Vorteil. Und in den Sommerferien (seltener den anderen Ferien) hat man tatsaechlich Ruhe und Frieden. Aber geregelt sind die Arbeitszeiten nicht: Es ist mal viel und mal sehr viel und einmal im Jahr gar nichts.
    Der schlechte Ruf: Das Hauptproblem, glaube ich. Damit gepaart die fehlende Unterstuetzung fuer Schule und Bildung durch die Oeffentlichkeit und Politik.
    Karrierechancen: Gibt es tatsaechlich kaum. Man kann leider nicht so einfach fuer ein paar Jahre etwas anderes machen und dann wieder zurueckkommen.

    Bitteschoen, Thomas (aus dem Ausland, daher keine Umlaute)

  31. Angela

    Hallo an alle Fragenden und Antwortenden,

    nachdem ich mich durch alle Kommentare gelesen habe, kann ich nur sagen: Donnerwetter!
    Also für alle Neueinsteiger: Der Beruf macht Spaß, großen sogar, wenn man das machen kann, was man müsste- nämlich lehren ohne Bürokratie. Jeden Tag geht man auf Arbeit und weiß nicht, was einem der Tag bringt. Fazit: Langweilig wird es nie.

    Aber leider ist dieses Idealbild nicht haltbar. Seit Beginn meiner Tätigkeit bin ich der Hauptverdiener meiner Familie und man kann davon leben, aber nicht als Alleinverdiener. Kinder, die unser Brot sind, lassen sich auch groß ziehen, aber sie müssen schon „hart im Nehmen“ sein, denn Lehrerkinder haben es schwer.

    Dazu kommt die ungerechte Bezahlung. Wenn ich es richtig gelesen habe, sind die Kommentare meist von den „Alt-Bundesländern“. Kann mir mal jemand sagen, warum ich in Deutschland für die gleiche Arbeit immer noch gut 15 – 20 % Prozent weniger Gehalt bekomme? Welchen Grund soll es haben, dass Angestellte und Beamte nicht den gleichen Gegenwert erhalten?

    Als Exot werde ich schon angesehen, dass mir meine Arbeit noch Spaß macht und zwar mit unterpriviligierten Kindern, in einer kaum tragbaren Schulsituation vom Material her. Natürlich muss ich Materialien kaufen, aber warum muss ich von meinem Geld noch Reservematerial für Schüler bereitstellen, die es sich nicht leisten können oder wollen(Für Zigaretten reicht es ja auch!)?

    Trotzdem: Bezahlung hin oder her, Lehrer sollte nur der werden, der es nicht als Gelderwerb sieht, sondern als Berufung und mit Spaß an der Freude.

    Kopf hoch im Endspurt, Angela

  32. Beelzebub Bruck

    Warum muss ich als Lehrer im Großraum München bei im Vergleich zu Angela 100% Bezügen für meine Arbeit Lebenshaltungskosten tragen, die mindestens 20% über dem Bundesdurchschnitt liegen, ganz zu schweigen von Mieten oder Grundstückspreisen, die mit einer beliebigen Lage in Deutschland zu vergleichen ans Absurde grenzt? Ein Blick in den Immobilienteil der SZ verrät mir nur immer wieder, dass München im Vergleich zu London spottbillig ist…
    Mein Pech, dass ich hier in der Gegend geboren bin? Die Lösung wäre vermutlich hier zu arbeiten und dafür in Angelas Nachbarschaft zu wohnen. es gibt da Lehrer bei uns, die machen das so: sie wohnen in der Nähe von Augsburg, weil es billiger ist.
    Und nochmal: Angestellte und Beamte erhalten doch nahezu den gleichen Gegenwert. Unser Problem – und das hängt auch mit dem gesellschaftlichen Ansehen zusammen – ist dass wir keinen glaubwürdigen Berufsverband und zu wenig Druckmittel haben, um unsere Interessen durchzusetzen.

  33. lore

    nun ja, beelzebub – ich denke, da hilft nur eins: es genauso machen, wie die meisten aus den neuen ländern, neoliberal: flexibel und mobil sein. nur weil man in eisenhüttenstadt, äh münchen geboren wurde, bedeutet das noch lange nicht, dort verbeamtet und begraben zu werden.

    etwas echauffiert, lore

    und zu angela sage ich: material für schüler bereitstellen, die es nicht wollen? du kannst niemand zum glücklich sein oder zur bildung zwingen. Vielleicht doch – mit massiver Gewalt?! (nicht unbedingt physischer…)

  34. Herr Rau Post author

    „Kann mir mal jemand sagen, warum ich in Deutschland für die gleiche Arbeit immer noch gut 15 – 20 % Prozent weniger Gehalt bekomme?“

    EIne Theorie ist wohl die, dass Geld nicht dafür gezahlt wird, wieviel jemand arbeitet, sondern wieviel jemand erwirtschaftet. Und mit gleichem Arbeitseinsatz wird im Osten weniger erwirtschaftet als im Westen. Wie sinnvoll das ist oder nicht, ist eine andere Frage.

    „Welchen Grund soll es haben, dass Angestellte und Beamte nicht den gleichen Gegenwert erhalten?“

    Dafür gibt es theoretische Gründe, aber der tatsächliche ist: Weil sie damit durchkommen. Die Trennung in Beamte und Angestellte im Lehrberuf ist logisch nicht haltbar.

  35. Beelzebub Bruck

    @ lore: aber das sagte ich doch schon, man muss ja nicht in Eisenhüttenstadt Lehrer sein, man kann ja immer umziehen und flexibel sein, mit einem bayerischen Staatsexamen wird man überall genommen, mit einem anderen aber nicht in Bayern… Vielleicht liegt ja da die Ungerechtigkeit.
    Abgesehen davon: ich war auch ein paar Jahre Lehrer in Bayrisch-Sibirien, da lag mein verfügbares Einkommen um fast 500 € im Monat höher, nur da wollte ich trotz der wirklich großartigen Niederbayern nicht bleiben, weil ich hier zu Hause bin.
    Für unsere Region ist ein Bevölkerungswachstum von 17 – 22 % prognostiziert worden, was entsprechenden Druck auf dem Wohnungsmarkt erzeugt. Liebe Leute aus Eisenhüttenstadt, bleibt wo ihr seid, hier bekommt ihr 20% mehr Gehalt, zahlt aber vielleicht 300% mehr Miete.

    Und außerdem kann ich mir nicht helfen: Als die Beamten, die heute „nur 80%“ bekommen, das erste Mal Steuern dafür bezahlt haben, wovon sie heute profitieren, war ich das erste Mal müde.

  36. cindie

    „weil ich hier zu Hause bin.“

    Lieber herr wieauchimmer bruck-da ist sie wieder die gnade der richtigen geburt, während man aus eihü nicht wegziehen soll, auch wenn es da weder arbeit noch menschen unter 60 gibt, darf der herr bayer natürlich in der heimat bleiben, die er im schweiße seines eigenen ansichtes so schön hat erstrahlen lassen, dass er sich folgendes Zitat erlaubt:

    „Und außerdem kann ich mir nicht helfen: Als die Beamten, die heute “nur 80%” bekommen, das erste Mal Steuern dafür bezahlt haben, wovon sie heute profitieren, war ich das erste Mal müde.“

    Ich habe keine lust auf so einen ossi/wessi mist, aber da kommt mir echt die galle hoch, das ist einfach eingebildet, überheblich und spottet jeder beschreibung.
    Ich hatte eigentlich gedacht, dass lehrer in deutschland ein bild vermitteln, dass sich jenseits von stammtischparolen befindet, aber warum sollten lehrer denn weitblickender sein als der rest?
    Herr Bruck, bleiben Sie doch einfach zu Hause, das ist echt oldschool.

  37. Beelzebub Bruck

    Anmerkungen zu Cinderwieauchimmerellas Weltschmerz
    1. Mit dem 80%-Gejammere hab nicht ich angefangen, sondern jemand anderes.
    2. Bin ich der Meinung, dass Lehrer insgesamt, leider entsprechend ihrem Status und nicht mit Blick auf ihre geleistete Arbeit unterbezahlt sind.
    3. Ich bin nur zufällig in Bayern geboren und andere nicht, das ist mir wohl bewusst. Nur wollte ich auf den Umstand hinweisen, dass ein höherer Verdienst in München keineswegs zu mehr Kaufkraft führt, weil man 20% mehr verdient. Ich wollte auf den Umstand hinweisen, dass diese Entwicklung sich verstärken wird, weil es starke Zuwanderung in bestimmte Regionen in Bayern gibt. Daraus kann jeder stolze Besitzer der Mittleren Reife doch die Überlegung ableiten, dass das Leben mit 80% in Eisenhüttenstadt ertragreicher sein könnte als mit 100% in Bayern. Das wiederum kann ich mit der Erfahrung eines Umzugs zwischen Niederbayern und Oberbayern belegen, und stelle mir vor, dass der wirtschaftliche Unterschied zwischen Eisenhüttenstadt und München ähnliche Erfahrungen bietet.
    4. Ich kann nix dafür, dass andere nicht in Bayern geboren sind.
    5. Es ist in Bayern und anderswo eine altbekannte Erfahrung, dass diejenigen, die ständig darauf bestehen, dass ja alle gleich sind, z.B. „wir sind ja alle Deutsche, alle haben die gleichen Rechte auf Verwirklichung ihrer Ansprüche“, meistens von einem etwas haben wollen.
    6. Ich habe es gründlich satt, mir von irgend jemand eine politische Wiedervereinigungskorrektheit, à la „Pflicht zum Mitleid“, vorschreiben zu lassen, mir waren manche Franzosen und Südtiroler nämlich immer schon näher als z.B. Hamburger.
    7. Ich arbeite seit etwa 20 Jahren ehrenamtlich mit Menschen zusammen, die unter erbärmlichen Bedingungen existieren müssen, von denen kaum ein Leser-Mitautor auf dieser Seite eine Vorstellung hat. Und damit sind keine hochsubventionierten Gebiete in Deutschland gemeint. Über das materielle (!) Elend in Deutschland kann man da nur noch grinsen.
    8. Ich bleibe natürlich zu Hause, schließlich gibt’s aus Gründen des (neoliberalen) Kahlschlags nix, was mich nach Eisenhüttenstadt ziehen könnte.
    9. „Old School“ ist ein Kompliment, weil das, was in Bayern unter New School läuft, so aussieht, als sei wieder mal jemand im Alleinbesitz der Wahrheit, der Rest der Beschimpfung geht eher ins Leere.
    10. Ich glaub‘ ich hab‘ manchmal immer noch diese Schafsgeduld…

  38. cindie

    Ach, der Herr Bruck…

    Jetzt haben Sie es mir und allen anderen wieder einmal gzeigt und dabei gar nicht den üblichen Fremdwortquotienten benutzt (das ist ein freundlich gemeinter scherz, wirklich :))

    zu 1. stimmt

    zu 2. bin ich nicht, ich finde einige Kollegen verdienen zu viel für das was sie tun, leistungsgerecht oder besser formuliert :aufwandsgecht würde ich besser finden, doch wer soll das einschätzen…

    zu 3. ist auch logisch, danke für die Spitze mit der Mittleren Reife, ich habe verstanden…

    zu 4. stimmt auch

    zu 5. naja, ich habe m.M. nach zwar nirgends geschrieben, dass alle gleich sind-aber aus dem Agrarland Bayern ist ja wohl auch nicht ohne Unterstützung ein Paradies geworden… Und irgendwie scheint es mir doch noch so, dass wir in einem föderalen Land leben, dessen Hauptstadt nicht das von mir durchaus sehr geschätzte und häufiger besuchte München ist…

    zu 6. hab ich gar nicht gefordert, Nord-Süd ist doch verständlich und in Ordnung, warum regen Sie sich denn da so auf? Ich glaube kaum, dass der Osten, wenn es ihn denn wirklich so als komplexes Gebildes gibt, ihr Mitleid braucht, geschweige denn will…

    zu 7. löblich und vorbildlich, da können Sie bestimmt auch gut über sich selbst lachen…oder?

    zu 8. naja, auch verständlich, auch wenn es aus städtebaulicher Sicht durchaus interessant sein könnte

    zu 9. war zwar nicht ganz so gemeint, wenn es Sie aber erfreut, dann bitte…

    zu 10. ja, sieht so aus…

    Sehr geehrter Herr Bruck,
    ich bin eine gut erzogene Person und mitnichten darauf aus, einen Mitmenschen, auch wenn dieser Positionen weit von mir entfernt vertritt zu beleidigen. Was ich aber auch von Ihnen erwarte. In Unkenntnis meiner Person bitte ich Abstand zu nehmen von der Unterstellung „Weltschmerz“. Ich bin eine fröhliche und freundliche Person, die weder politisch korrekt noch melancolisch ist. Punkt.

  39. Herr Rau Post author

    Ich muss gestehen, ich habe diesen Beelzebub-Satz nicht verstanden: „Als die Beamten, die heute ’nur 80%‘ bekommen, das erste Mal Steuern dafür bezahlt haben, wovon sie heute profitieren, war ich das erste Mal müde.“ Ich will ihn auch gar nicht erklärt bekommen, nicht hier! Tatsächlich gibt es Gründe, warum die Gehälter immer noch nicht gleich sind. Aber das München-Argument zählt nicht: Es gibt keinen Ortszuschlag oder -abzug bei uns. Den haben weder Cindie noch Angela gefordert, sondern nur die gleichen Bezüge. Dagegen kann man nicht mit Ortszuschlag als Argument kommen – außer, das gilt dann überall und man gibt den Schulen unterschiedliche Etats und Wettbewerb.
    Politische Korrektheit hat auch niemand von Beelzebub gefordert, sondern nur eine gewisse Höflichkeit. Und wenn man seine Gegenüber überzeugen will, bräuchte es dazu noch ein geschickteres Vorgehen.
    Schöne Antworten, Cindie. Das mit der fremdwortsparsamen Sprache müssen wir fördern.

    Ich schlage immer vor, wenigstens eine Nacht zu schalfen nachdem man den Drang verspürt, zu kommentieren. Danach ist einem das vielleicht gar nicht mehr wichtig. Ich bin allerdings der letzte, der Leuten vorschreiben möchte, mit welchen wichtigen oder unwichtigen Dingen sie ihre Zeit verbringen sollen – ich bitt‘ euch, ich sammle Bilderheftchen.

  40. Tobias

    Kleine Korrektur zu:

    „An Realschulen sind auch alle Lehrer A12 ohne Aussicht auf Beförderung, soweit ich weiß.“

    Das ist falsch. An der Realschule in Bayern fangen Lehrkräfte mit Planstelle genauso mit A13 an wie diejenigen fürs Gymnasium. Beförderungsmöglichkeiten gibt es aber tatsächlich nur über Seminarbetreuung, Schulleitung, etc., eine reguläre Laufbahn ist nicht vorgesehen.

    HS und GS fangen mit A12 an und bleiben da auch. Das ist die eigentliche Sauerei.

  41. konrad

    „eventuell noch ein Familienzuschlag“: ich als BATler kann mit 4 Kindern habe da leider gelitten, mein beamteter Kollege bekommt rd 750 Eur / Monat mehr. Ist das fair? – bestimmt nicht

  42. Gerd Paulus

    Also ich finde, dass es sinnvoll wäre, ein finanzielles Motivationssystem für Lehrer einzuführen. Klar das führt zu Spannungen – vor allem bei denen, die aufgrund mangelnden Einsatzes nichts davon abbekommen.

    Nicht dass ich falsch verstanden werde. Ich rede jetzt nicht von einer finanziellen Aufstockung für „Fleißige“ – wer will das auch richtig beurteilen?! Nein ich meine, wenn Schulen sich intensiv um Kontakte zur Wirtschaft bemühen, vielleicht eine bessere Ausstattung für interessante Proekte , den Chmieraum usw. einwerben, dann haben auch Lehrer, die sich engagieren und eigene Ideen einbringen, wieder mehr Spaß an der Sache, weil sie die Früchte ihrer Arbeit sehen. Ob Sponsoring oder auch Fundraising da ein „Allheilmittel“ sind, weiß ich nicht. Hat da einer schon mehr Erfahrung als wir hier an der Grundschule gemacht?

  43. Franz

    An Herrn Bruck und alle anderen Beamte bzw. verbeamtete Lehrer, die meinen sie wären unterbezahlt.

    Beispiel: Alleinstehend, Kinderlos, 29 Jahre.

    Ein Beamter (Steuerklasse 1) mit A13 (z.B. Gymnasiallehrer) verdient laut Tarifrechner (paul.schubbi.org) (Stufe 5) 3235 Euro brutto, was netto 2538 Euro entspricht.
    Ein vergleichbarer Angestellter im öffentlichen Dienst bekommt nach BATIIa brutto 3203 Euro (bzw. im TVöD noch weniger). Dies bedeutet netto (Krankenkasse 14,0% angenommen) 1758 Euro, also 780 Euro WENIGER, bei gleicher Arbeit!
    (Alle Zahlen von paul.schubbi.org, wobei ich mit der Seite nix zu tun habe.)

    Ich weiß nicht, in wie weit die Beamtennettorechnung stimmt, jedenfalls sind solche Behauptungen wie „Das Bruttogehalt eines BAT 2a Angestellten ist höher als das eines A13ers“ bzw. „Angestellte und Beamte erhalten doch nahezu den gleichen Gegenwert“ aus meiner Sicht als Angestellter absolut nicht haltbar!

    Und von wegen „Dafür bezahlt der Beamte mit recht beschränkten Perspektiven (Herr Bruck 5.3.07)“: Als Angestellter kommt man über BATIIa so gut wie gar nicht raus. Perspektiven kann man da keine erkennen.

    Bleibt die Frage: Sind die Angestellten unterbezahlt oder die Beamten überbezahlt?

    Dazu folgendes: Um ein Nettogehalt von 2538 Euro als Nichtbeamter zu erhalten, ist ein Bruttogehalt von ca. 5000 Euro nötig. Dies bedeutet ein Jahresgehalt von 60 000 Euro.
    So viel bekommt man in der Wirtschaft vielleicht gerade mal als promovierter Informatiker – aber OHNE lange Ferien, OHNE Arbeitsplatzgarantie und unter ganz anderen Stressbedingungen!
    Andere Akademiker, die ebenfalls hart arbeiten müssen, können von so einem Gehalt nur träumen.
    Ich will hier keinen angreifen, da ja auch nicht alle jammern. Aber ich finde alle Beamte (egal ob Lehrer oder nicht) sollten sich mal überlegen, wie gut es ihnen eigentlich geht – zumindest im Vergleich zu Angestellten.

    Und nebenbei: Wer in München wohnt und entsprechend hohe Lebenskosten zahlt – der bekommt ja auch was dafür: München (Kultur, die Lage, die Infrastruktur, Lebensqualität)! München ist ja nicht umsonst so teuer.
    Und zu sagen: Da bin ich nunmal geboren.
    Hey, wer kann es sich heute schon leisten nur dort zu arbeiten, wo man in der Gegend geboren ist?
    Wo lebt ihr eigentlich? Manche Beamte sind offensichtlich wirklich verwöhnt.

  44. Heinrich

    Die Zahlen liegen ja nun reichlich vor. Wie man sie bewerten kann, ist auch zur Genüge vorgeführt worden: Aspekte wie die Arbeitsplatz-Sicherheit, die Perspektiven, auch die nach Schulart und Fächern unterschiedliche Belastung, die umfangreichen Ferien etc.

    Das alles mag jeder für sich individuell bewerten. Aber ein allgemeiner und sehr folgenreicher Punkt insbesondere für die Berufswahl wird immer augenfälliger: Je schlechter die Bedingungen des Lehrerberufs werden, desto weniger junge Leute wollen selbst Lehrer werden. Zumindest gehen diejenigen, die man sich als Lehrer wünschen würde, häufiger in andere Bereiche. Wenn man wie ich in der Lehrer-Ausbildung tätig ist, kann man an einigen Kandidaten aus dem Nachwuchs schier verzweifeln. Ich höre häufig von ältere Kollegen, dass die „Problemfälle“ deutlich zugenommen haben.

    Natürlich bekommt man als Lehrer häufig vorgehalten, wie zweifelhaft der Beamtenstatus sei, wie gut wir verdienen im europäischen Vergleich, das wir einen Halbtagsjob ausübten usw. Aber auf meinen Einwand, dass sich das alles zu Ungunsten der Lehrer ändern ließe, der / die Betreffende dann aber auch sehen soll, wer demnächst seine / ihre Kinder und Enkelkinder unterrichtet, hab ich noch nie etwas Erhellendes gehört.

  45. sven

    Mein Bruder ist nicht wie ich Polizist, sondern Lehrer geworden und unterrichtet z.Zt. an einer Berufsschule. Er ist A 14, ich nach gut 15 Jahren Dienst (mit diversen innerdienstlich erworbenen Qualifikationen) A 9 und das ging im Verhältnis schon sher schnell.
    Von einer weiteren Beförderung darf ich die nächsten Jahre nur träumen und seit meiner Entlassung aus der Polizeischule versehe ich Wechseldienst und immer wieder Hunderschaftseinsätze, dabei habe ich zwischenzeitlich 600 Überstunden erwirtschaftet, die ich nach Jahren und nur wegen eines Dienststellenwechsels und der Auszahlung von Stunden (damals ca. 10 DM brutto die Stunde) auf 90 drücken konnte. Den Rest hat die 41 Stunden-Woche geschafft;-).
    Im Rahmen meiner Ausbildung und auch heute noch, ist Fort- und Weiterbildung im Bereich des Fachwissens (insbesondere Polizeirecht, Straf- und Strafprozessrecht, Verkehrsrecht etc.) unabdingbar.
    Vor diesem Hintergrund, aber mit der Meinung, dass motivierte und gut ausgebildete Lehrer von höchster Wichtigkeit sind, meine ich aber doch, dass sich vielleicht der/die eine oder andere hier über sein/ihre Einkommen und die aus individueller Sicht ach so schweren Arbeitsbedingungen nicht beschweren sollten!!! Ein Blick über den Tellerrand erscheint mir da angebracht und führt zur Mäßigung.
    In diesem Sinne, viele Grüße vom Tellerrand

  46. Kurti

    Es wäre vielleicht mal interessant wenn jeder zu seinem Kommentar seinen Beruf angeben würde um zu sehen wer denn wo und wie benachteiligt wird.
    Zu den Gehältern möchte ich nur eins sagen, wenn man die Stunden die alleine in der Schule unseres Sohnes durch Krankheit, PillePalle Veranstaltungen (wärend der eigentlichen Unterrichtszeit) und weiterbildenden Maßnahmen addiert, mit der Ferienzeit komplettiert, dann meine Damen und Herren Lehrer verdienen Sie mehr als genug.
    Als Selbstständiger kann man sich Krankheit überhaupt nicht leisten und 6-10 Wochen Urlaub. schön wär es.
    Sparen Sie sich den Einwand, das Sie sich in der Ferienzeit auf den kommenden Unterricht vorbereiten müssen. Bei zwei praktizierenden Pädagogen in der Familie, kann mir den Bären keiner mehr aufbinden.

    es gibt auch Selbständige die einen Stundenlohn von unter 5 € haben!

    Es gibt auch Bäcker/Konditoren zu z.B. zu folgenden Bedingungen (lt. Stellenangebot) arbeiten:

    6 Tage Woche á 8 Stunden, Lohn nach Vereinbarung (!?)
    > Wobei es sich bei der „Vereinbarung“ eher um eine Einseitige „Vereinbarung“ handelt!<
    Anmerkung zu der Arbeitszeit von 8 Stunden: Wer aus der Branche ist, weiss das dies nicht immer einzuhalten ist!

    Sofern der Arbeitgeber nicht Tarifgebunden ist und der Mitarbeiter keiner Gewerkschaft angehört, lässt das Arbeitzeitgesetz diese Konstellation zu. Bei Tariflicher Bindung beider Parteien gilt der Tarifvertrag.

    1. Ich habe eine Bäckerei kennengelernt, in der die Bäcker (auch die Bäckermeister) ihren tariflichen Lohn bekommen haben und dafür an bis zu 6 Tagen in der Woche mind. 10 Stunden gearbeitet zu haben. OHNE einen Ausgleich der Überstunden!
    2. Verständlicherweise war der AG nicht der „Chef“, sondern der „Feind“ (O-Ton der Mitarbeiter).
    3. Es gibt auch andere Betriebe die es ähnlich handhaben. Sie nutzen die „Gunst der Stunde“, sprich: Sie nutzen die gegenwärtige Arbeitsmarktsituation (auch wenn die Arbeitslosenzahlen gegenwärtig zurück gehen).
    4. Es mag ja Regionen in Deutschland (Süddeutschland) geben in denen die Welt noch in Ordnung ist. Wenn es sich aber um eine Region wie dem Ruhrgebiet handelt, in dem über 130.000 Arbeitslose (logischerweise nicht alle Bäcker) es gibt und dem gegenüber es nur knapp 4000 offene gemeldete Stellen gibt, dann verleitet es so manchen AG mit Angst und Druck auf „seine“ Mitarbeiter zu agieren. Ganz nach dem Motto: „Wer nicht spurt wird schon sehen was er davon hat!“.
    5. Merkwürdigerweise beklagen sich die gleichen AG wie schlecht doch die Leistung der Mitarbeiter ist und das es schwer ist gutes Personal zu finden.
    6. Und dann gibt es noch die „schöne“ Kombination „Überstunden ohne Ausgleich“ in Verbindung mit gestrichenem Urlaubs- und Weihnachtsgeld, ganz zu schweigen, dass der reguläre Lohn öfter mal zu spät auf dem Konto der Mitarbeiter eintrifft!

    So liebe Lehrer jetzt überdenkt Euren Status noch mal.

    Im nächsten Leben werde ich…….

  47. Herr Rau Post author

    Ich gebe zu, und meine das völlig ernst, dass viele Lehrer wenig Ahnung davon haben, wie es in anderen Berufen zugeht.
    Es stimmt allerdings auch, dass viele Angehörige anderer Berufe keine Ahnung davon haben, wie es im Lehrerberuf zugeht. Da überzeugen auch zwei praktizierende Pädagogen in der Familie nicht.
    (Ich habe auch zwei, ja sogar mehr als zwei, praktizierende Angehörige anderer Berufe in der Familie, ohne dass ich von den auf die ganze Branche schließen möchte. Oder darf ich das?)

    Wenn ich angesprochen werde mit „Sparen Sie sich den Einwand, dass…“, dann spüre ich irgendwie, dass kein echter Wunsch nach Information besteht. Das ist schade.

  48. sven

    Die „Problematik“ bei Lehrern besteht nun mal darin, dass sie i.d.R. außer Schulen nicht mehr im (Berufs-)Leben kennengelernt haben, das mag den einen mehr, den anderen weniger betreffen und ist ja systembedingt.
    Wie ich aber schon erwähnte, es geht hier um die Einkommenssituation und die ist (im Verhältnis) deutlich besser, als die anderer (auch anderer Beamter).
    Es wird hier schon auf sehr hohem Niveau „gejammert“. Der Beruf des Lehrers ist oder sollte, wie der des Polizisten (kann ich nur von reden, weil ich den selbst ausübe), von einem idealistischen Leibild geprägt sein. Eine ausreichende Alimentierung gehört natürlich auch dazu, die ist aber durchaus vorhanden! Ich glaube Kurti ließ sich von gerade dem hier gezeigten Einstellungen zu seinem Schluss hinreißen.Mein Bruder beschwert sich übrigens nicht über zu wenig Einkommen…womit bewiesen ist, dass es auch anders geht;-). Es gibt auch in meinem Berufsstand einige die auf hohem Niveau jammern, das halte ich m.E. zum Teil auch für unerträglich. Ich halte meine Alimentation z.Zt. nicht mehr für ausreichend, das liegt aber an den erheblichen Kürzungen und Mehrbelastungen im Bereich der Polizei.

  49. Wojwode

    Nach einigem Nachdenken über andere Berufsstände bleiben für mich zwei Fragen im Raum stehen:
    Warum gibt es eigentlich einen Lehrermangel?
    Und noch viel interessanter:
    Was würde passieren, wenn man den Beamtenstatus aufhebt und Lehrer (provokant gesagt) nach ihrer Leistung bezahlt (positiv wie negativ)?

    Und auch ich habe als Lehrer die Möglichkeit über den Tellerrand zu schauen: Denn in meiner Familie gibt es sowohl jemanden, der für 5 € Stundenlohn arbeitet (ohne dabei selbstständig sein zu können; und die Anmerkung sei erlaubt: Es gibt Regionen in Deutschland, da steht das Ruhrgebiet im Vergleich gar nicht so schlecht da), und auch den in der Wirtschaft Tätigen, der im Vergleich zu meinem Salär auf verdammt hohem Niveau jammert.
    Nicht ohne Grund verrät wohl kaum einer, der in der freien Wirtschaft tätig ist, gerne sein wahres Einkommen.
    Und noch eine zynische Bemerkung zum Schluss: Müssten Schüler so oft und so lange auf Unterricht warten, wie ich auf so manchen Handwerker, dann käme wohl kaum ein Schüler über Grundschulniveau hinaus.

  50. sven

    @ wojwode

    Ob es tatsächlich einen Lehrermangel gibt kann ich so nicht sagen und würde ich erstmal als Behauptung so stehen lassen. Möglich ist zum einen die Entwicklung weg vom Lehrerberuf, da aufgrund mieser Kultur- und Bildungspolitik trotz vieler vorhandener Lehrer keine eingestellt wurden…zumindest in NW…zum anderen sich das „Problem“ des fehlenden Idealismus. Will sagen viel Kohle für wenig arbeiten. Damit wird vielleicht eines deutlich, ich bin sehr wohl der Meinung, das ein engagierter Lehrer, der die Schulferien so wie vorgesehen tatsächlich für Weiterbildung und Unterrichtsvorbereitung nutzt und sich auch sonst als Pädagoge reinhängt, eine ordentliche Entlohnung verdient hat. eine Bezahlung nach Leistung hört sich zunächst interessant an, es stellt sich dabei aber das gleiche Problem wie bei den Polizisten, wie will ich die Leistung messen? Findet es Berücksichtigung an welcher Schule unterrichtet wird?
    Was das warten auf den Handwerker angeht, das ist auch nicht immer so und es gibt (aber auch das ist keine alllgemein verbindliche Aussage) auch Schulen, an denen so viel Unterricht ausfällt, dass es zeitlich schwierig wird den Schülern den Unterrichtsstoff beizubringen. Die Folgen des Unterrichtsausfalles erscheinen mir nur deutlich schwerwiegender als, ein paar Tage Zeitverzug beim Warten auf einen Handwerker.

  51. Beelzebub Bruck

    Es gibt in Bayern einen Lehrermangel, sowohl was einzelne Fächer anbelangt (seit längerem z.B. Mathematik oder Latein) als auch was die Lehrer insgesamt angeht (Gymnasium, Realschule usw.) Natürlich taugen monokausale Erklärungsmuster da nicht so recht, aber ein paar Gründe fallen einem doch spontan ein.
    – die Umstrukturierung an den Realschulen zur sechsstufigen Schule;
    – das veränderte Wahlverhalten am achtjährigen Gymnasium (deutlich mehr Latein als Französisch als zweite Fremdsprache);
    – steigende Pensionslasten des Freistaats und nachlassende Bereitschaft bei ebenfalls steigenden Schülerzahlen schwerpunktmäßig viel mehr neue Lehrer einzustellen;
    – abnehmendes Interesse der Abiturienten sich für den Lehrberuf zu entscheiden (bei den Berufswünschen der gymnasialen Schulabgänger lag „Lehrer“ jahrzehntelang an der Spitze der Studienziele, natürlich oft nur deshalb, weil die Schüler glaubten diesen Beruf besonders gut zu kennen
    – in den Naturwissenschaften: Bedarf der Industrie
    – das auch in diesem Blog immer wieder sehr deutlich dokumentierte arrogante Geschwätz all derer, die glauben sie kennten diesen Beruf, weil sie ja mal selber Schüler gewesen sind oder ihre Kinder gerade mit den Unzulänglichkeiten des Bildungssystems zu kämpfen haben.

  52. Herr Rau Post author

    Eigentlich hatte ich Feierabend… ich wollte nur Sven explizit vom vielleicht so verstandenen Vorwurf des arroganten Geschwätzes freisprechen, falls das nötig sein sollte.

    Mehr vielleicht morgen.

  53. sven

    @Herr Rau, habe mich, was das „arrogante Geschwätz“ angeht, eh nicht angesprochen gefühlt, aber trotzdem danke für den „Freispruch“;-).
    Ich sehe es als Beamter so, dass wir alle in einem Boot sitzen und unter Kürzungen in unseren Ressorts zu leiden haben. Die besten Lehrer und Polizisten sind meiner Anischt nach auch immer Idealisten und was unsere beiderlei Einkommen angeht, sind die im Verhältnis schon ganz ordentlich (gewesen), es gibt Dinge in unseren Berufen, die kann man mit Geld halt nicht bezahlen.

  54. Herr Rau Post author

    @sohalt: Ja, ich glaube, das kann man tatsächlich als Geschwätz bezeichnen.

    @Sven: Vor Polizisten habe ich übrigens großen Respekt. Und in vielen Berufen (Pflegepersonal) verdient man zu wenig. Vor diesem Hintergrund ist das Jammern der Lehrer oft unverständlich. Selber jammere ich ja nie übers Geld (inzwischen bin ich übrigens A14, macht netto 150 Euro mehr) und habe auch keinen Grund dazu. Ich jammere über andere Dinge, und das mit gutem Grund — nur zu oft wird darauf reagiert mit einem „Ihr verdient eh zuviel, deswegen dürft ihr euch nicht beklagen“.

    Anders als bei Polizisten ist das Beamtentum für Lehrer nicht wirklich gerechtfertigt. Es kommt den Staat halt nur billiger. Was würde passieren, wenn man den Beamtenstatus abschaffte? Und am besten noch nicht nur den einen Monopolarbeitgeber hätte?

    Ich denke, die Gehälter würden raufgehen. (Zur Zeit ist das Angebot kleiner als die Nachfrage.) Und weil sie das nicht können, weil kein Geld da ist, würde man weniger Qualifikationen erwarten. Kürzeres Studium, oder gar keines. Irgendein Studium statt Fachstudium. Dafür dann mit weniger Gehalt.

    Wenn alles andere gleich bleiben würde, würde das zu schlechteren Schulen führen, denke ich. Das könnte vielleicht ausgegelichen werden durch einen anderen Stellenwert von Lehrern und Schule in der Gesellschaft. Wenn Lehrer weniger Geld verdienen würden, würde dann paradoxerweise ihr Ansehen steigen?

  55. marco

    Wieso gehen Gehälter rauf wenn es wenig freie Stellen gibt, aber viele Bewerber? Normalerweise ist es doch immer genau anders herum… Wenn vielen offenen Stellen wenig gute Bewerber entgegenstehen, steigt doch der Wert jedes einzelnen Bewerbers.

    Ich denke es geht in erster Linie nicht um Ansehen oder Bezahlung als Lehrer. Das Modell nach dem sich die Bezahlung richtet ist schlichtweg falsch. Leistungsgerechte Bezahlung schafft Anreize fuer den Arbeitnehmer selbst und wenn auch seine Umgebung weiss dass er sich sein Geld „verdient“ hat (zb im Vergleich zu anderen) steigt auch automatisch sein Ansehen.

    Deswegen bin auch ich der Meinung das Beamtentum bei Lehrern absolut ungerechtfertigt ist. Kann mir bitte jemand erklären warum Beamte fuer den Staat billiger sind? Falls ja, wieso sind dann nicht alle Staatsangestellten Beamte?

    just my 2 cents,
    marco

  56. Herr Rau Post author

    „Wieso gehen Gehälter rauf wenn es wenig freie Stellen gibt, aber viele Bewerber?“

    Es ist eben anders herum: Es gibt zur Zeit viel freie Stellen und wenig Bewerber. Die Gehälter gehen deshalb nicht herauf, weil sie eben nicht über einen Markt geregelt werden, sondern vom Staat festgelegt werden.

    Deshalb kommen verbeamtete Lehrer auch billiger. Das G8 hätte ohne verbeamtete Lehrer nicht auf diese Weise eingeführt werden können. Oder weshalb sonst gibt es überhaupt verbeamtete Lehrer?
    Man kann zwar einige Argumente anführen, aber sie überzeugen zumindest mich nicht: Hoheitliche Entscheidungen, nämlich über Zulassung zum Studium; man kann so dafür sorgen, dass auch ungeliebte Orte in Bayern ausreichend mit Lehrern bestückt sind, weil man die einfach dorthin schicken kann.

  57. Hokey

    Zumal die Fächer dabei eine nicht unwesentliche Rolle spielen: Chemielehrer dürften glatt das Gehalt einer Kanzlerin verlangen, sol selten sind die hier in NRW…

  58. Kurti

    Lieber Herr Rau,

    nun mal zu Ihrer Feststellung, das man mit zwei Lehrern im familiären Umkreis nicht auf das gesamte Verhalten der Lehrerschaft schließen kann und Ihrer Schlussfolgerung, das ich an weiteren Informationen nicht interessiert wäre.
    Ihre Seite fand ich erst, als ich nach Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrer suchte. Der Tenor aller und wirklich aller Anbieter dieser Bildungseinrichtungen: „wir haben die Fortbildungsseminare für Lehrer, von der Ferienzeit in die Unterrichtszeit verlegt, weil wir vor leeren Seminarräumen standen und diese Tatsache ist Länderübergreifend zu beobachten“.
    An meiner Pinwand im Büro hängen von einer Lehrerin unseres Sohnes 7 Zettel vom laufenden Jahr 2007 (und das ist noch nicht zu ende) in dem man uns mitteilt das der Unterricht wegen ihrer Weiterbildung ausfällt.
    Was glauben Sie eigentlich warum so viele Seminare in der freien Wirtschaft an Wochenenden veranstaltet werden?
    Als Lehrer macht man so etwas selbstverständlich während der Arbeitszeit (und wenn sie noch so kurz ist)
    Dienstags hat unser Sohn um 9 Uhr 30 und Donnerstag um 11 Uhr 15 Schulende !!! weil dann seine Lehrerin auf Sportfortbildung ist, wobei wir uns schon lange fragen, was für eine Vorbildfunktion sollte eigentlich ein Sportlehrerin haben, 1 Meter 67 groß ? und ca. 80 kg schwer ?
    Da braucht es einen auch nicht verwundern wenn Lehrer um 10 Uhr beim Friseur sitzen, weil ihr Arbeitstag schon gelaufen ist. (alles bestimmt nur Ausnahmen!!!)
    Wenn Schulleiter darauf hinweisen, das es zu Engpässen in der Schüleraufsicht kommen könnte, weil sich mal gleich 5 oder 6 Lehrer (insgesamt hat diese Schule 32 Lehrer) krank gemeldet haben, dann kann man von mir kein Verständnis mehr verlangen, da ich bei allen Influenzaß oder sonstigen Unpässlichkeiten in den letzten 10 Jahren keine drei Tage in meinem Geschäft gefehlt habe.
    Wenn es diese unsägliche Schulpflicht nicht geben würde, würden wir gerne unser Kind selber unterrichten, oder finden Sie es vielleicht angebracht, das ein Junge in der vierten Klasse stricken und häkeln lernt?
    armes Deutschland, wenn dann noch eine Lehrerin aus Unwissenheit die Frankfurter Schule für ein tolles Internat hält, (hätte sie auch schon von gehört) sagt das alles und zeigt zu deutlich auf, wer und was von den jeweiligen Kultusministerien auf unsere Kinder losgelassen wird.
    Warmgespülte, Reingewaschene, selbstmitleidige Weicheier die nicht auf die Idee kommen, das sie selber maßgeblich an diesem Erscheinungsbild mitgestrickt haben und statt dessen im altbekannten Beißreflex nach allem schnappen was ihnen und ihrem Aufopferungsmythos auf die Füße steigt.
    Die Faulheit (bestimmt gibt es einige Ausnahmen) bzw. Bequemlichkeit dieses Klientel ist nur noch von den freigestellten „Volksvertreten“ der Lehrerkaste zu toppen.

    Haben Sie sich noch nie gefragt, warum die beiden, früher angesehensten Persönlichkeiten einer Gemeinde (der Pfarrer und der Lehrer) so eklatant an Ansehen verloren haben?

    Selten sucht man die Fehler bei sich selber aber Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung.

    der Kurti

  59. Beelzebub Bruck

    Man reiche mir den Kotzkübel … Danke! Dann reiß‘ ma halt noch ein Riesenpackerl Verständnis auf und reden uns wieder ein, dass der Kurti auch nur eine Ausnahme ist.

    Der Beamtenstatus für Lehrer schützt den Staat und die Steuerzahler vor bedeutenden Unannehmlichkeiten. Gesetzlich schreibt er auch Kurtis Kindern vor, dass sie die Schulpflicht erfüllen müssen. Was geschähe aber, wenn die angestellten (und nicht mehr beamteten) Lehrer streiken würden? Dann müsste der Staat dennoch seine gesetzliche Verpflichtung erfüllen und Kurtis Kinder angemessen beschulen. Er könnte zum Beispiel Lokführer aus Österreich oder der Schweiz einstellen oder ganz viele Kurtis, die den Grundschülern dann erklären, was es mit der Frankfurter Schule auf sich hat. Das wäre nicht so schlecht, dann könnten die Eltern von ihren Kindern lernen, warum repressive Toleranz in Erziehungsfragen schlecht für’s Lernen ist. Ob alle Eltern aber mit den ansteckenden Kurtilehrern, die sich krank in die Schule schleppen, einverstanden sind? (Weiß Kurti eigentlich, dass die meisten Lehrer ihre Krankheiten in den Ferien nehmen, vorzugsweise in den Herbstferien, wenn das Immunsystem aufgrund der hundertfältigen Klassenzimmerattacke erstmalig im Schuljahr kollabiert?)

    Der Beamtenstatus schützt den Staat und die Steuerzahler vor bedeutenden Ausgaben (Sozialversicherung, Rentenversicherung). Wären die Beamten keine mehr, müssten der Staat und die Kurtis ja einen hälftigen Anteil davon bezahlen. Keiner würde mehr Lehrer werden wollen, wenn die derzeit mickrigen Bezüge auch noch um die andere Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge gekürzt werden.

    Der Beamtenstatus und die entsprechende Besoldung schützt zumindest im Großen und Ganzen Kurtis Kinder vor Benachteiligung. Es gibt sicher auch bestechliche Lehrer (Richter, Verwaltungsbeamte), das lässt sich bei dieser Vielzahl von Lehrern einfach nicht ausschließen. Bei einer guten Bezahlung lässt sich aber das Risiko abmindern. Keiner diskutiert bei uns über den Beamtenstatus der Richter, die ebenfalls hohe Arbeitslasten vor sich herschieben, auch nicht seltener krank sind als alle anderen und ähnlich qualifiziert sind wie Lehrer. (Zugegeben Sie müssen im Unterschied zu Lehrern noch ein drittes Staatsexamen absolvieren.) Lehrer üben bisher ähnliche Funktionen aus. Ihre Entscheidungen berechtigen in Bayern etwa zum Zugang zum Gymnasium, bisher bestimmen ihren Entscheidungen wesentlich über den Zugang zu (staatlichen) Hochschulen. Das unterscheidet uns schon vom Briefträger. Ich habe auch schon Eltern an einer anderen Schule erlebt, die versucht haben einen Kollegen zu einer gütlichen Regelung der Schulprobleme ihres Sohne zu bewegen. (Ein Lehrer wäre schön dumm, wenn er Beruf und Altersversorgung riskiert. In anderen Ländern ohne die Sicherheit für Lehrer, zum Beispiel in Afrika, wären diese schön dumm, wenn sie auf die Gehaltszahlungen warteten…).

  60. Kurti

    Geben Sie sich nicht der Illusion hin, das der Kurti eine Ausnahme ist… netter Versuch!

    jaja die Lehrer haben ja ein schier unerschöffliches Reservoir an Verständnis… so nun mal tacheles Herr Rau, genau dieses angebliche Verständnis ist es, was den Rest der Beteiligten nämlich die Eltern und Kinder immer wieder von Lehrern aufs Butterbrot geschmiert bekommen. Wir reden nicht von Verständnis sondern von verstehen….. verstehen Sie Herr Rau! dieses „ich hab doch für alles Verständnis“ aber ich geh überhaupt nicht auf die mir vorgehaltnen Argumente ein, (vielleicht hilfts ja wenn ich es wiederhole: „Weiterbildungsseminare werden in den Ferien von Lehrern Bundesweit NICHT genutzt / massenweise Unterrichtsstunden fallen wegen Fortbildung aus, Lehrer sind ein faules Pack… Ausnahmen bestätigen die Regel, das Lehrerhasserbuch ect. ect. ect.)
    Sie sind das Paradebeispiel dafür, das sich bei Ihrer Berufs-Kaste seit 30 Jahren nichts, aber auch garnichts geändert hat.
    Aber Verständnis haben Sie! wenn Sie auch nix verstehen wollen, wie unsere Politiker.
    Wenn Sie als Lehrer (was ich nun mal annehme, das Sie sind) nicht mal in der Lage sind klar umrissene Vorhaltungen auch nur ansatzweise zu entkräften, sondern solche Argumente einfach ignorieren, bzw. sie mit nicht die Sache betreffenden Antworten zu erklären versuchen, dann sind Sie besser im Bundestag, denn in einer Schule aufgehoben. Die interessierten Kinder von heute, brauchen keine Frontalunterrichter wie Sie es anscheinend immer noch sind.
    Vielleicht sollten Sie anstatt hier Ihre Internetseite täglich zu pflegen, selber mal ein paar fortbildende Seminare belegen.
    Ihre Antwort erinnert mich sehr an meine eigene Schulzeit, da bekam man auch sehr oft auf eine Frage (ohne das nach einem Zusammenhang gefragt wurde) die Antwort: „das hat nichts mit dem Unterricht zu tun, setzen, der nächste“
    Ach ja, beinahe hätte ich es doch vergessen, wir haben in unserem Geschäft einen sehr regen Geschäftsverkehr, somit ist Ihr Argument der 100fachen Ansteckungsgefahr auch keine Erklärung warum wir nicht „Krank feiern“
    Wissen Sie was eine Friseurmeisterin als Tariflohn ausbezahlt bekommt!, anscheinend nicht, sonst würden Sie hier ganz bestimmt keine Lehrergehälter diskutieren.

    vielleicht ist das was für Sie!

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,473918,00.html

    die Reaktion der Lehrer selbstredend.

    der Kurti

  61. Cindie

    Lieber herr rau, ich hoffe, dass du keine mühe mehr darauf verwendest mister neunmalschlau und selbstunterrichter weiter zu kommentieren. Ich glaube, er ist von der versteckten Kamera…

    @kurti: Bitte Antworten gründlich lesen, mal kurz verschnaufen, dann durchatmen und dann schreiben. Ist auch besser fürs Gemüt. Ich finde übrigens, dass ihr Sohn es gut hat, wenn er sticken und stricken lernt! Ist doch sinnvoll.
    Nicht gut finde ich, dass Sie Ihrem Sohn vermitteln, wie eine Sportlehrerin auszusehen hat, ganz schön oberflächlich, der Herr…

    Warum ist für Sie denn eine private Bildungseinrichtung keine Alternative? Da gibt es doch keine Beamten?

  62. Hokey

    Lieber Kurti, Sie würfeln hier ganz schön durcheinander. Vom Friseurtermin zum Friseurtarif, hinüber zum Frontalunterricht, nebenbei ein paar wohlverpackte Beleidigungen.

    Thema „Friseurtermin“
    Ich habe Kollegen an der Schule, die in Teilzeit arbeiten und deswegen einen Tag in der Woche frei bekommen. Andere haben zwei Freistunden am Stück. Wieso sollten diese Kollegen ihre Zeit nicht nutzen, um zum Friseur zu gehen? Oder sollten Lehrer wider mein Wissen einem gesetzlich vorgeschriebenen vormittäglichen „Schularrest“ unterliegen?

    Thema „Frontalunterrichter“
    Ich kann Ihnen jetzt nicht vorwerfen, dass Sie von der aktuellen Diskussion um den Frontalunterricht nicht den blassesten Hauch einer Ahnung haben – sie sind ja Laie. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass mittlerweile auch einige eingefleischte Anhänger des Offenen Unterrichts die Qualitäten des (unvermeidlichen) Frontalunterrichts wiederentdeckt haben. Und dass sie versuchen, jemanden als „Frontalunterrichter“ zu diffamieren, den sie weder als Person noch als Lehrer kennen, dient nicht gerade der Stärkung ihrer Argumente.

    Thema „Krankheit“: So etwas überlesen wir geflissentlich, gell. Aber immer feste druff, is‘ ja Lehrer, trifft also immer den Richtigen! Zum Thema „Krankheit“ schauen Sie doch einfach mal in dieses Interview in der ZEIT.

    Thema „Friseurmeisterin“: Wenn Sie mir jetzt den kausalen Zusammenhang zwischen Lehrergehältern und denen von Friseurmeisterinnen erläutern, folge ich Ihnen gerne. Würden Sie nun deren Gehälter gerne anheben (dann bitte bei ver.di weiterstänkern) oder Lehrergehälter dahin absenken. Dann empfehle ich wiederum das Interview in der ZEIT, von wegen Arbeitsbelastung, Arbeitszeit und so weiter…

    Zum Thema „Spickmich.de“ (Spon-Link): Es gibt weitaus(!) ausgereiftere Methoden der Lehrerbewertung, die ohne lächerliche Kategorien wie „Sexy“ auskommen. Spickmich.de ist Pillepalle, ein nettes Honigtöpfchen für ein paar Werbebanner. Zeigt aber, dass Sie die Diskussion nicht wirklich interessiert, wenn Sie wahllos irrelevante Links zusammenfischen. Auch das: Selbstredend.

  63. Kurti

    Für Hokey & Cindy: wer fühlt sich denn hier beleidigt? oder wen habe ich beleidigt?

    wenn ich gewusst hätte welche Sensibelchen sich hier angesprochen fühlen, hätte ich die von mir verwendeten Zitate, besser gleich mit dem jeweiligen Link versehen.

    Die waren alle samt nicht von mir!

    Und den Kommentar „Lehrer sind ein faules Pack“ habe ich dann noch mit meiner Meinung der „Ausnahme“ komplettiert.

    Zu dem Link „Spickmich.de“ den habe ich mit Absicht gewählt, da es bei diesem eigentlichen Schwachsinn, mit der Gelassenheit der Lehrerschaft (zumindest bei Teilen von ihnen) gleich vorbei ist und völlig lächerlich sogar die Justiz bemüht wird, anstatt es als das zu sehen was es ist.
    ————————————————–
    Danken möchte ich der netten Cindy noch für Ihren Beitrag. Wenn es dann nicht so passt dann versucht man es ins Lächerliche zu ziehen, nicht wahr.

    Wenn Sie es toll finden, das Jungs stricken lernen, dann zeigt das einmal mehr, das es Sie anscheinend überhaupt nicht interessiert, was Schüler oder Eltern wünschen, typisch.

    Ja wir machen ja nur, was uns das Kultusministerium vorgibt…

    Wenn Sie es als neunmalschlau und oberflächlich ansehen, das ich eine korpulente Sportlehrerin im Sportunterricht für fehl am Platze halte, so hat es damit zu tun, das auf ihr Kommando man solle die Seile emporklettern, sie aufgefordert wurde dies doch bitte mal vor zu machen.

    Mit dem Ergebnis das die Dame streikte.

    Aber dafür kann sie wesentlich besser stricken.

    Die Lehrer müssen sich wirklich nicht wundern, wenn sie in der Gesellschaft keinen Status mehr haben.

    Selbst schuld.

    Und da dieses Forum anscheinend nur dafür da ist das sich Lehrer gegenseitig bemittleiden können, wie schlecht alle Menschen zu den lieben netten Lehrern sind, lassen wir es besser.

    Es hat sich nichts geändert, konstruktive Kritik konnten Lehrer noch nie ab, weil sie dann von ihrem Ross absteigen müßten auf dem sie schon seit anbeginn hocken.

    Abschließend einen Kommentar noch: Sie sollten sich mal Gedanken darüber machen, warum viele Schüler ihre Lehrer als Feinde sehen…. so wie ich Euch kenne werdet Ihr den Fehler bestimmt bei den Kindern finden

    ………… ach neeeeeeee die sehen uns doch gar nicht als Feinde

    …. so geht`s auch

    lasst es gut sein.

    Kurti

  64. Beelzebub Bruck

    Achtung, eine Durchsage: Der kleine Kurti möchte von seinen Eltern in der Pathologie abgeholt werden.

  65. Wojwode

    Lieber Kurti,

    dann sind also alle Beleidigungen nur Zitate, die aus Zeitmangel (einer muss ja was fürs Bruttosozialprodukt tun) nicht verlinkt wurden? Das wäre schon schade, wenn es offensichtlich zu eigener Meinung nicht gereicht hat. Stattdessen werden Versatzstücke und Klischees aus der Klamottenkiste verwendet.

    Warum gehen Sie nicht einfach mal in die Schule und zeigen uns im Rahmen eines Praktikums, wie man es besser macht? Die einzig mögliche Antwort ist hier „ja“, denn alles andere ist dann wohl Feigheit vor dem Feind. Konstruktive Kritik ist höflich, nützlich und sachlich. Und sie setzt voraus, dass man bereit ist bei der Verbesserung mitzuhelfen. Ansonsten gibt es die Kategorie ‚flamen‘, da findet sich genug im Internet, wo man sich austoben kann.

    Na, bereit mal was zu tun??

  66. Kurti

    Danke für Ihren Kommentar Beelzebub Bruck,
    und für die Bestätigung der typischen Lehrerreaktion.

    Das bei manchen Lehrern die Herabwürdigungen und Beleidigungen unmittelbar der Argumentationlosigkeit folgen, kennen wir schon.

    …und sowas unterichtet möglicherweise unsere Kinder, armes Deutschland!

    aber aufheulen wenn nur einer das Wort Pisa-Studie in den Mund nimmt.

    was mich wundert, das noch keiner hier seinen Grammatiklehrer raus gekehrt hat. weil das Meistens folgt das nämlich bei Lehrern, wenn die Argumente ausgegangen und Sprüche wie: „aus dir wird nie was“ schon abgelassen wurden.

    Schon aufgefallen, das sich hier nur sehr wenige nicht Lehrer melden!
    Klar, was will man einem Lehrer noch erklären.

    Kurti

  67. heinz

    Kurti, ich kann dir nur 100% zustimmen und bin voll auf deiner Seite!

  68. Kurti

    Heinz ich DANKE Dir,

    weil diese im Selbstmitleid zerfließende Hydra hier, kann einen schon fast verzweifeln lassen.

    Noch was meine Damen und Herren Lehrer,

    unser letztes Seminar 29. und 30. September (Sa+So) kostete 600 Euro pro Person ohne Kost und Logie.

    Müssen Sie Ihre Seminare eigentlich selber zahlen? oder werden Sie da vom Vater Staat alimentiert, dann würde ich ja verstehen, warum Sie Ihre so kurz bemessenen Freizeit nicht mit Fortbildung verschwenden wollen.

    und noch was für unsere Cindy, ich bin nicht von Vorsicht Kamera, eher wohl von

    „WIE BITTE“

    Kurti

  69. sven

    Oha…jetzt gings hier aber ordentlich ab. Also @ Kurti, ich sehe sicher einge Prpblem die Sie hier angesprochen durchaus auch. Sprich Ferienzeit halt nicht zur Fortbildung zu nutzen, teilweise hoher Unterrichtsausfall durch fehlende Lehrkräfte, weil hohe Krankenstand oder eben Fortbildung.
    Was ich allerdings nicht so ganz toll finde, ist die Art und Weise, wie Sie das hier formulieren und das ist durchaus beleidigend. Auch wenn ich die Wut im Bauch nachvollziehen kann, es scheint Ihnen ja um die richtige schulische Erziehung ihres Sohnes zu gehen, so ist dieser Rundumschlag gegen alle Lehrer aber trotzdem nicht angebracht, es gibt nämlich durchaus sehr engagierte Lehrer, die tatsächlich die Ferienzeit für Fortbildung und Unterrichstvorbereitung nutzen und die sich auch in ihrem Unterricht und dessen Gestaltung recht kreativ zeigen.

    Das Problem ist das Gleiche wie in meinem Berufsstand, einige schwarze Schafe versauen den Ruf des gesamten Berufsstandes. Von inkompetenten, arroganten und wirklich drecksfaulen Kollegen kann ich ein langes Lied singen. Sie können sich vielleicht vorstellen wie toll es dann ist mit pauschalen Diffamierungen überzogen zu werden, wenn man seinen Job selbst gut macht, wenn das dann noch gepaart ist ist mit naturgemäßer fachlichem Unwissen (weil die Kritik i.d.R. von Laien kommt), dann macht einen das schon sauer.
    Vielleicht überdenken Sie das mal, wenn sie hier so draufhacken, bringt im Übrigen auch keinen weiter.

    Jetzt mal zu den einzelnen Punkten:

    Fortbildung in den Ferien, nach meinem Kenntnisstand ist es sehr wohl so, das die Ferien nicht nur der Erholung dienen sollen (Urlaub), sondern, da es sich um deutlich mehr Urlaubstage handelt wie üblich (ich hab 29), für Unterrichtsvorbereitung und Fortbildung genutzt werden sollen. Das geschieht aber nicht (die leeren Seminarräume gibt es nämlich zu Hauf) und das liebe verbeamtete Kollegen ist schlichtweg ein Verstoß gegen die aufgebürdeten Dienstpflichten. Auch vom menschlichen Faktor her, ist schon klar das es verlockend ist z.Bsp. die 6 Wochen Sommeferien auch zum relaxen zu nutzen, aber wenn man sich mit dem Rest der arbeitenden Bevölkerung (auch mit den Beamten) vergleicht, sollte einen doch das eigenen berufliche Interesse, sowie ein anstädniges Pflichtgefühl zum Besuch solecher Veranstaltungen bringen.
    Mal Hand auf Herz, da mangelt es doch wirklich. Ich werde verpflichtend zu solchen Veranstaltunge abgeordent, nat. in meiner Dienstzeit (hab halt keine Ferien) und oft mehrtägig und weit ab von zu Haus. Körperliche Fitness wird in meinem Beruf vorrausgesetzt und ist tatsächlich für die eigenen Sicherheit unabdingbar, der Dienstherr gesteht mit 2 Studen pro Woche als Dienstsport zu, das die nicht reichen und ich das oft nicht im Dienst schaffe ist klar. Training ist für mich z.Bsp. auch Vorbereitung für den Dienst, aus meiner Sicht eine angenehem Pflicht,. aber sie kostet meine (Frei-)Zeit.

    Krankenstand, der ist in meiner Sparte, nach meiner Ansicht u.a. auch bedingt durch den Status als Beamter, nicht unerheblich hoch. Ich bin kein Freund davon mit ner ordentlichen Erkältung (z.Bsp.) zum dienst zu gehen, da steckt man nur andere an (bei Lehrern noch schlimmer, da sie mit Kindenr zu tun haben) und ist nicht leistungsfähig, da gehört man ins Bett und nach Genesung kanns weiter gehen. Ich muss aber auch nicht für jeden Schnupfen oder andere kleine Wehwechen zu Haus bleiben und ganz ehrlich, geschieht bei uns leider auch, es nutzen so einige ihre unkündbaren Status leidlich aus. Das geht nicht nur zu Lastend es Bildungsauftrages, sondern auch zu Lasten der Kollegen. So ganz aus der Luft gegriffen ist das Argument von „Kurti“ da nicht.

    Lehrinhalte, sidn leider vom Kultusministerium vorgegeben und da ist der Spielraum für den Lehrer nicht so groß denke ich, so dass man ihm/ihr da nich so viel vorwerfen kann. Wie ich das zu lernende vermittle allerdings schon und aus eigener Schulerfahrung muss ich sagen, da liegen oft Welten zwischen Realität und Anspruch. Ich fands immer schlimm wie viele Lehrer es gab, die seit Jahren das immer gleiche Programm abgespult haben ,die keine Inovation oder Dialog mit dem Schüler zugelassen haben. So schlimm, dass einem der Spaß am Lernen vergehen konnte und man sich fragte ob diese Lehrer ihr Pädagogisches Studium geschwänzt hatten…schlimm…auf der anderen Seite habe ich zum glück auch andere erlebt, die durch ihre Art (die sehr engagiert war) maßgeblich an meiner Entwicklung beteiligt waren und mich sozial weit nach vorne gebracht haben. Ehrlich gesagt waren die aber in der Minderheit….soweit meine Erfahrung. Auch damit muss sich dieser Berufsstand kritisch auseinandersetzten. Es ist in unseren Berufsfeldern oftmals nicht so leicht, sein/ein idealistisches Leitbild aufrecht zu erhalten, aber man hat mit einem Beruf wie dem des Lehrers, eine hohe soziale und persönliche Verantwortung übernommen, das sollten sich jeder immer wieder ins Gedächtnis rufen (das mache ich auch…)

    „Die krpulente Sportlehrerin“, in diesem Fall muss ich „Kurti“ unumwunden Recht geben, das geht garnicht!!!! Ebenso wie ich völlig unsportliche Polizeibeamte ablehene (der typische Bulle mit Bierbauch) gehört es doch wohl zur Glaubwürdigkeit eines Lehrenden, das er/sie das an Übungen ode rLeistungen selbst vormachen kann, was man dem Schüler abverlangt.
    Da ist Sportlichkeit doch wohl, schon aus Gründen der Glaubwürdigkeit, unumgänglich! Wenn man sich dann deraert präsentiert ist das eine Frechheit.

    Lehrer/Politiker, eine gewisse Ähnlichkeit stösst einem vielleicht deshalb auf, weil viele Akademiker und Lehrer halt auch Politiker sind….ob das immer gut ist, muss jeder selbst entscheiden. Das sie es werden, hat nicht selten vielleicht auch damit zu tun, das der/die Lehrer die nötige Zeit haben sich politisch zu engagieren, aber sicher oftmals auch politisch informierter und idealisierter als andere sind. Ich würde auch gern politischen Engagement zeigen, aber ganz ehrlich, ich wüsste nicht wann ich das bei meinen Diensten machen soll, ohne mein ohnehin schon „zerüttetes“ soziales Leben gänzlich zum Kollaps zu bringen.

    Um es mal zum Abschluss zu bringen, „Kurtis“ Art sich hier auszulassen geht so nicht. Rundumschläge und Beleidigungen bringen keinen weiter. Wenn ich Veränderung will, brauche ich Dialog und der sollte fair ablaufen. Die Lehrerschaft hat leider einige sehr schwarze Schafe in ihren Reihen (und das sind oftmals die, die am lautesten meckern wenns um das liebe Geld geht, das ist in meinem Berufsstand oftmals nicht anders), mit diesen Problematiken muss sich unbedingt auch innerhalb der Lehrerschaft sehr kritisch auseinandergesetzt werden. Und jeder, auch einige die hier gepostet haben, sollten ihren eigenen Anspruch und ihre eigene Leistungsbereitschaft in ihrem Beruf (ein Job ist es sicher nicht) überprüfen und sich fragen ob sie selsbt einem idealistischen Leitbild eines Lehrers entsprechen. Ich spreche das aus Erfahrung (wenn auch anderer Beruf..), das kann man schonmal aus den Augen verlieren.

    In diesem Sinne, vertragt euch Leute!!!

    P.S.: Ich hoffe es fühlt sich keiner beleidigt und mir werden meine Rechtschreibfehler nachgesehen;-)

  70. Kurti

    Respekt, Respekt
    ein Polizist gibt mir die Antworten auf Fragen, die ich eigentlich an die Lehrerschaft gestellt habe.

    Sven, haben Sie Kinder? wenn ja dann schicken Sie Ihre Frau in die Arbeit und erziehen Ihren Nachwuchs selber, dann werden Sie wahrscheinlich ganz schnell verstehen, warum ich zu solchen Rundumschlägen, wie Sie es nennen aushole.

    Hier zwei Beispiele, ich versuche es so original wie möglich zu zitieren:

    Bei der Einschulung meines Sohnes erklärte ich seiner Lehrerin, Sie möge bei meinen Sohn die nötige Vorsicht walten lassen, da dieser zum größten Teil seines bisherigen Erdendarseins vom Vater erzogen worden ist, ansonsten würde er Ihr nach kurzer Zeit den Kasperl machen.

    Nach dem ersten richtigen Schultag, holte ich meinen Sohn völlig desillusioniert von der Schule ab.

    was war passiert:

    Die Lehrerin eröffnete den Schulbegin mit einer Kasperlefigur auf der Hand und der fragte dann die Kinder, was sie denn an dem Wochenende so gemacht hätten“
    O-Ton meines Sohnes: „wenn das nun die Schule ist, dann hätte ich auch im Kindergarten bleiben können“.

    Keine zwei Wochen später bringt mir mein Sohn eine Mitteilung, das seine Lehrerin mich zu sehen wünsche.

    Daraufhin habe ich sie angerufen, was Sie mit dem „kotz“ (Entschuldigung) typischen Scheiß Lehrerspruch (den haben anscheinend auch die Frischlinge von der Uni schon drauf)

    “ ja wenn sie nicht einmal Zeit haben hier persönlich vorbei zu kommen, dann scheint ihnen ja nicht viel an der schulichen Entwicklung ihres Sohnes gelegen“

    Nachdem ich der Dame demenstrechend meine Ansicht mitgeteilt hatte, erklärte sie mir, das der Grund warum ich mich melden wollte, der wäre: „Ihr Sohn macht bei mir im Unterricht den Kasperl“

    Ein pädagogischer Volltreffer!

    das kommt wohl davon, wenn man anderen nicht zu hört!

    Das war der Schulanfang meines Sohnes und inzwischen könnte ich ein Buch darüber schreiben und eins könnte ich garantieren, das Lehrerhasserbuch wäre im Gegensatz dazu ein Empfehlungsschreiben.

    oder vielleicht noch ein anderes Beispiel:

    wir haben zwei Lehrlinge 19 und 20 Jahre alt. In deren Berufsschule hatte mal wieder einer der Lehrer keinen Bock auf Schule und wollte einen Berufsschultag für einen Zoo Besuch ausfallen lassen.
    Da diese beiden Jungs aber auf Kinder Pille Palle auch keinen Bock hatten, fragten sie uns, ob sie anstatt in den Zoo, auch in die Arbeit kommen können. (fand ich persönlich von den Jungs, hammermäßig gut!)

    Daraufhin teilte ich dem Berufsschuldirektor schriftlich mit, das unsere Lehrlinge an der Kindergartenveranstaltung nicht teilnehmen werden.

    Was dieser unter Hinweis der Schulpflicht, mit Androhung von Ordnungsgeld zu verhindern gedachte.

    Was passierte!

    Die Jungs kamen in die Arbeit und wenig später das angedrohte Bußgeld. Daraufhin mußte ich ins Landratsamt, wo man nach Schilderung des tatsächlichen Sachverhaltes (der nette Berufsschulleiter hatte es anscheinend ein wenig anderst geschildert) die Ordnungsgelder mit dem Kommentar: „den Rektor kennen wir schon“ verwarf.

    Glaubt irgendein Lehrer wirklich, das Jugendliche auch nur noch einen Funken Respekt gegenüber solchen (wieder Entschuldigung) Arschlöchern haben.

    Tatsache ist, das ich in meinem Leben bisher erst einen Lehrer kennen gelernt habe (dafür bin ich auch unendlich dankbar, wenn man sieht was sich heute alles so Lehrer nennt, mal wieder der Hinweis >Ausnahmen bestätigen die Regel<), für den sein Beruf Passion und Pflichterfüllung war, nämlich mein Klassenlehrer.

    Bei diesem Lehrer kam es nicht nur einmal vor, das ein großer Teil der Schüler nach eigentlichem Schulschluss sitzen blieb, um ein Thema abschließend zu diskutieren.

    Ein Lehrer-Dinosaurier……… ausgestorben, oder zumindest kenne ich keine mehr!

    nur der dem der Schuh passt und der, der ihn anzieht kann sich angesprochen und beleidigt fühlen.

    der Kurti

  71. Beelzebub Bruck

    Cindie, vergib mir die Fremdwörter, aber hier handelt es sich doch ziemlich sicher um eine analfixierte Persönlichkeitsstörung, mit einer schön ausgeprägten invertierten Autoritätshörigkeit. Der in der Adoleszenz eingetretene Verlust des Klassenlehrers führte offensichtlich zu einem unbewältigten Trennungstrauma. Dazu passt auch die idealisierte Vorstellung von Grundschullehrerinnen, die in der Realität leider weder als Mutterersatz noch als Libido-Objekt taugen. Verbunden sind diese Zwangsvorstellungen auch mit komplementären Wahrnehmungs-, Empathie- und Imaginationsdefiziten. Aus der damit zwangsläufig erfolgenden Zurückweisung ergibt sich eine nette kleine narzisstische Störung, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit zur Selbstverstärkung neigt.

    Weil diese Struktur beileibe kein Einzelfall ist, darf man mittlerweile von einem Typ oder Muster sprechen, dessen Umrisse auch hier sehr schön sichtbar werden.
    1. Ausgangspunkt ist fast immer ein aus der Erinnerung nahezu sakrosankt dargestellter Lehrer (interessanterweise eigentlich nie eine Lehrerin!).
    2. Diesem werden aktuelle Erfahrungen mit Lehrern gegenübergestellt, ohne dass eine gesellschaftliche oder soziale Veränderung und ein eigentlich zwingend zu beleuchtender Kontext oder Hintergrund zugeordnet werden.
    3. Aus der Differenz von 1. und 2. ergeben sich dann die „Glaubenssätze“
    a) heutige Lehrer taugen nichts
    b) heutige Schulen taugen nichts
    c) für heutige Schulen und Lehrer wird demnach zuviel Geld ausgegeben
    4. Widerspruch seitens der unfreiwilligen Projektionsobjekte (Lehrer) bestätigt immer nur a- c, weil Widerspruch nicht zu 1. passt.
    Voilá, da haben wir einen netten kleinen Komplex.

    Pragmatische Lösungsansätze
    1. Jemand, der um Autorität bettelt, sollte sie auch bekommen. Vielleicht sollte man den Patienten nach seinen Zeugnisnoten fragen, seinen Enttäuschungen im beruflichen Werdegang?
    2. Einfach gar nicht ignorieren. Das löst zwar das Problem nicht, spart aber Zeit.
    3. Therapeutische Bearbeitung des Ausgangsproblems: Was war das für ein Lehrer? Was wurde aus ihm? Würde man diesen Lehrer heute noch unterrichten lassen, wenn seine Schüler derartige Störungen entwickeln?

    Nie käme ich auf die Idee jemand mit ernsthafter Schulkritik niederzupsychologisieren. Ein Problem der Lehrer aber ist, dass sie heute – und da treffe ich mich vielleicht sogar mit dem Patienten – jeden Krampf nahezu unwidersprochen hinnehmen. Und da konnte ich diesmal nicht widerstehen.

  72. Cindie

    Hallo herr kurti, das ist ja mal eine langwierige sache hier, im übrigen bin ich weder ihre noch eure noch irgendeine zu vereinnahmende cindie …

    Also herr kurti, wenn Sie sowieso nicht zuhören, nicht lesen, was hier bereits besprochen und beredet wurde, dann bleiben Sie doch in ihrem netten kleinen familienunternehmen und trösten die Lehrlinge…Tut mir leid, ich halte Sie einfach für einen poser, der hier auf dicke hose macht…

    Ehrlich, ich verstehe nicht, dass sie keine zuhörer draußen finden, die ihnen zustimmen, sondern hier in einem friedlichen und zivilisierten blog (nicht wahr, herr bruck:))nicht nachvollziehbare dinge schreiben, denen heinzi beipflichten muss. Bildet doch eine tandemgruppe, tauscht euch aus und verschont die welt mit euren komplexen!

    An alle ernsthafteren teilnehmer: Ist es denn wirklich notwendig, dass ein Lehrer alles kann, was er von den Schülern verlangt oder ist lehren nicht doch noch mehr?

  73. Beelzebub Bruck

    Heute nachmittag, an einem Feiertag, treffe ich mich mit Schülerinnen zum Bogenschießen, weil die das besser können als ich. Auf unserer Homepage (www.graf-rasso-gymnasium.de) wird in wenigen Minuten ein Hinweis auf eine Radiosendung (Sa, 6.10. 2007, 16.00 Bayern 2) zum Thema „Vorbild“ mit unseren Schülern erscheinen. Auch die Lehrer werden in dieser Sendung Thema sein. Sicher haben diese Schüler (5. 9. und 11. Jahrgangsstufe) etwas Vernünftiges dazu zu sagen. Und weil diese Schüler und Schülerinnen lernen mit einer unübersichtlichen Gegenwart zu leben, werden sie ihrer Altersgruppe entsprechend zu differenzieren wissen. Ich muss ihnen das nicht vormachen (können)
    Morgen nachmittag findet eine Sitzung des Schulvereinbarungsausschuss unserer Schule statt, in dem Eltern, Lehrer und Schüler über das Selbstverständnis unseres Gymnasiums verhandeln. Auch da wird sich wieder einmal zeigen, dass die Lehrer nicht alles können (müssen).
    Morgen abend ist dann der Elternabend der 5. Jahrgangsstufe, bei dem dann die Fachlehrer zum „meet and greet“ antreten werden. Zum Thema Deutsch werde ich mal wieder sagen, dass es darauf ankommt, dass Eltern ihren Kindern regelmäßig vorlesen, dass die Väter auch ein Buch in die Hand nehmen müssen, wenn die Jungen Lesen mit 13 nicht als „Weiberkram“ abtun sollen, dass die Eltern den Schüler-Quatsch von wegen „für Deutsch kann man nichts lernen“ nicht auch noch bestätigen und weiterverbreiten, dass jeder exzessive Bildschirmkonsum zur Verblödung führen kann usw. Eltern wissen das eigentlich schon alles, sie handeln aber nicht danach und die Lehrer können ihnen das nicht abnehmen.
    Die Vorstellung, dass Lehrer alles können müssen, was sie Schülern abverlangen (müssen) entspricht einem völlig überholten Bild von Pädagogik, einer Pädagogik, die den Lernenden zum reinen Objekt macht, statt zum Handelnden, der an seiner Bildung arbeitet. Damit kann man vielleicht Lehrlinge auf Betriebsziele hindressieren, aber keine selbstständig denkenden jungen Erwachsenen zu kreativen oder innovativen Leistungen befähigen. Umgekehrt heißt das nicht, dass ein gutes Beispiel nicht auch seine Wirkung tut, wer aber nur darauf setzt muss permanent mit Enttäuschungen rechnen.

  74. Kurti

    Beelzebub Bruck,

    Anscheinend sind Sie hier ja schon einschlägig aufgefallen mit Ihren analerotischen „geistreichen Ergüssen“ sonst würden Sie sich nicht schon am Anfang Ihres Elaborates dafür entschuldigen.

    Sie können sich weitere Kommentare sparen, weil ich sie nicht lesen werde!

    Selbst disqualifiziert! Note 6! Setzen!

    Na da hatte ich aber auf dieser Seite was anderes erwartet, als diesen verkappten Siegmund Freud.

    der Kurti

  75. Kurti

    Cindy !?

    Sie vereinnahmen……. Nein bitte wirklich nicht, nein Danke!

    dicke Hose? ich trage Größe 36/34

    Komplexe? ich komme das Seil hinauf, Sie vielleicht nicht? und ich nenn mich nicht Sportlehrer.

    Wenn Ihnen nicht passt das sich in diesem Forum auch nicht Pädagogen zu Wort melden, das veranlassen Sie doch den Herrn Rau die Seite umzubenennen in „Lehrer Flenner Ecke“ Zutritt für andere Berufe, Eltern, Schülern und denunzierenden Kollegen unerwünscht.

    Oder noch besser machen Sie selber ein Forum auf, wo Sie ganz alleine entscheiden können wer sich dort melden darf und wer nicht.

    der Kurti

  76. heinz

    Kurti, ich bin begeistert! Sie haben es geschafft das sich ihre beiden Nachredner vollkommen lächerlich (besonders Bruck) gemacht haben. Respekt!

  77. Cindie

    ach heinzi…ach kurti…
    Ich habe ja hier noch nicht lauthals verkündet, dass ich mich nicht mehr melde…aber Sie beide schon…

    Könnten wir es nicht dabei belassen, dass Sie beide ein Problem mit der Instiution Schule und den darin arbeitenden Kollegen haben, das hier niemand lösen wird?
    Was erwarten Sie denn von Ihren Wortmeldungen? Dass sich alle mit Ihnen solidarisieren? Oder einen konstruktiven Meinungs- und Erfahrungsaustausch?
    Oder ist es Ihnen beiden nur darum gegangen, endlich einmal vielen Lehrern die Meinung zu sagen? Naja, haben Sie ja jetzt gemacht.

    Und ich bin die letzte, die Herr Rau etwas zu seinem blog zu sagen hat oder vorschreiben möchte, nett von ihm, dass er so außerordentlich geduldig mit allen besuchern umgeht, ich denke, weil es ihm wirklich um etwas geht.

    @Herr kurti, es sollte doch die Höflichkeit so weit gehen: Cindie-mit ie!!!

  78. Herr Rau Post author

    0. Ich hatte gehofft, alle würden den Kurti so gut ignorieren wie ich. Ich seh aber ein, dass das vielleicht nicht geht.
    1. Wer ab jetzt unter falscher E-Mail-Adresse postet, wird gelöscht.
    2. Wer grob unhöflich und langweilig ist, wird gelöscht
    3. Beelzebuck, danke für deine vernünftige Darlegung der Gründe für den Beamtenstatus. (Auch wenn ich die Meinung nicht in allem teile.)
    4. Hokey, danke für den sinnvollen Beitrag, auf den leider nicht mehr eingegangen wurde.
    5. Cindie, danke für die Vernunft.
    6. Sven, danke vor allem dür deinen letzten, sehr ausgewogenen Beitrag.
    6. Kurti, das ist kein Forum, das ist ein Blog. „Lassen wir es“ hast du oft genug gesagt. Der Satz „nur der dem der Schuh passt und der, der ihn anzieht kann sich angesprochen und beleidigt fühlen“ ist eine Ausrede, die sich jeder Rüpel zu eigen machen kann.

    Inhaltliches:

    — Nein, Lehrer müssen nicht alles können, was sie anderen zu lernen helfen.
    — Ja, Sportlichkeit von Sportlehrern ist wünschenswert. Das heißt nicht, dass Sportlehrer springen müssen, wenn ihnen irgendwer anschafft, aufs Seil zu klettern. Gibt es an Grundschulen überhaupt ausgewiesene Sportlehrer?
    — Dick zu sein heißt nicht automatisch, unsportlich zu sein.
    — Es gibt Vorgaben, wieviel Fortbildung Lehrer machen müssen; diese werden von den Lehrern an unserer Schule erfüllt.
    — Laien können nicht immer beurteilen, wie sinnvoll welcher Unterricht ist oder nicht.

    Ansonsten sprechen die Kommentare auf dieser Seite für sich. Die dümmsten davon werde ich vielleicht mal Schülern zum Analysieren vorsetzen. Damit sind sicher alle Parteien einverstanden, denn die dümmsten Kommentare können ja jeweils nur von den anderen Kommentarschreibern stammen.

  79. Hokey

    Herr Rau, man kann ja bekanntlich nicht nicht kommunizieren. Das gilt auch für ignorierte Blogkommentare. ;-)

  80. Herr Rau Post author

    Aber in Lernpsychologie haben sie mir beibegracht, dass Löschung (die vom instrumentellen Lernen, nicht von Blogeinträgen) effektiver ist als Bestrafung…

  81. Hokey

    Deshalb bin ich ja für die positive Verstärkung drei Beiträge weiter oben auch sehr dankbar.

  82. Kurti

    Lieber Herr Rau,

    In dem Fall hier, bin ich gerne der Rüpel.

    1. Wer ab jetzt unter falscher E-Mail-Adresse postet, wird gelöscht.

    da haben Sie ja wohl nicht mich mit gemeint, oder?

    2. Wer grob unhöflich und langweilig ist, wird gelöscht

    beim lesen der Beiträge, bitte die rosa Kollegenbrille abnehmen!

    – Laien können nicht immer beurteilen, wie sinnvoll welcher Unterricht ist oder nicht.

    solch eine Einstellung ist wahrscheinlich der Grund allen Übels, da mit solch einer Einstellung jede konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kommentar: „ich erfülle nur meinen Lehrauftrag“ abgewürgt wird.

    Vielleicht sollte man einmal mehr auf die Personen eingehen, die sich jeden Tag mit den PISA mäßigen Unterrichtsfolgen rumschlagen dürfen.

    Meine eigenen Eltern haben mir zwischenzeitlich bestätigt, das sie keinen Vermerk in meinen Hausaufgabenheft vorgefunden haben, in dem sie aufgefordert wurden, mit mir zu Hause intensiv zu üben, da sie maßgeblich an meinem schulischen voran kommen beteiligt wären.

    und solche schriftlichen Kommentare unter den Hausaufgaben, sind dann pädagogisches Fachwissen? wohl eher eine Bankrott Erklärung.

    Und nun noch was abschließendes. ich kann mich nicht erinnern mit irgend jemanden hier zusammen im Sandkasten gespielt zu haben, das ich Ihm das „Du“ angeboten hätte.

    Aber Lehrer dürfen das ja, auf Grund Ihres akademischen Standes!

    Ach ja, noch was. Den heute vom Rektor der Schule unseres Sohnes geplanten totalen Unterrichtsaufall, habe ich mit einem kleinen Telefonat vereitelt.
    Die zuständige Schulrätin wollte es bei unserem Telefonat fast nicht glauben, O-Ton: „das kann nicht sein, können Sie mir den Zettel faxen den ihr Sohn bekommen hat“

    Und dann wird hier über zu wenig Lohn diskutiert.

    man kann nur hoffen, das irgendwann dieser unsägliche Zustand des Beamtenstatus bei Lehrern abgeschafft wird und man sich in unseren verstaubten Kultusministerien an Nachbarstaaten ein Beispiel nimmt.

    der Kurti

  83. Herr Rau Post author

    1. Nein, Kurti, das war der Heinz.

    2. Höflichkeit hat nichts mit Kollegenbrillen zu tun. Gib deine Zeilen mal einem höflichen Menschen zu lesen und frage ihn, was er davon hält. Sven hat das weiter oben auch gesagt, und der ist kein Lehrer.

    3. Kurti, ich traue dir ehrlich gesagt nicht zu, zu entscheiden, was eine „pillepalle“-Veranstaltung (allein dieses Wort) ist und was nicht. Was für die Bildung eines jungen Menschen wichtig ist und was nicht. Schon mal die Bildungsziele in der jeweiligen Schulordnung gelesen? Sicher nicht in der für mich gültigen. Und im Lehrplan auch nicht, siehe den Kommentar im Greendale-Beitrag. Ganz ehrlich, Kurti: Du machst nicht den Eindruck, als wärst du an der von dir zitierten konstruktiven Zusammenarbeit interessiert, gehst nie auf einen Einwand hier ein, willst nur Dampf ablassen.

    4. Das mit deinen Eltern habe ich nicht begriffen. So oder so scheint es sich um sehr persönliche Erfahrungen zu halten, die nicht immer die beste Basis für ein Pauschalurteil sind.

    5. In Blogs wird häufig gedutzt, das hat nichts mit Lehrern zu tun. Also lass bitte diese Anfeindungen, das grenzt ans Unhöfliche, will heißen zu löschende. (Und bitteschön: Man kann es verstehen, wenn man jemanden duzt, der sich „der Kurti“ nennt.)

    6. Kurti, der Beamtenstatus scheint ein Steckenpferd von dir zu sein. Das wissen wir alle. Ich selber bin auch gegen ihn. Das weiß auch jeder, der lesen kann. Mit Pisa oder Kommentaren im Hausaufgabenheft oder Pillepalleveranstaltungen hat das aber gar nichts zu tun. Das wäre bei unseren nicht-verbeamteten Lehrern das gleiche. Du wechselst deinen Angriff, je nachdem welchem Argument du gerade ausweichst – mal verdienen wir dir zu viel, mal sind wir einfach nur schlecht.

    7. Jetzt habe ich das mit dem Hausaufgabenheft vielleicht kapiert. Ja, das ist ein grundsätzliches Problem. Wie sehr kann man von Eltern erwarten, bei der Schulbildung ihrer Kinder zu helfen? Manche Privatschulen verlangen viel Zusammenarbeit. Andere erfordern praktischerweise gar keine. Bei staatlichen Schulen ist das ein Zwiespalt: Ich bin dafür, wenig von den Eltern zu verlangen – eben weil Eltern das oft nicht leisten können oder auch nicht wollen. Das geht dann aber nur mit einer Ganztagesschule – und zwar einer, bei der die Eltern nicht viel mitreden dürfen. (Gerne auch mit verschiedenen Schularten: Der Halbtagsschule für aktiv teilnehmende Eltern, von denen man Mitarbeit verlangen darf, und der Ganztagsschule für die anderen, die deswegen keinesfalls schelchetre Eltern sein müssen.)

    Ich mache den Thread hier zu. Wer was Neues zu schreiben hat, schickt mir eine höfliche Mail, ich baue dann das Neue darin hier ein. Wer das nicht will, dem helfe ich gerne, ein eigenes Blog aufzumachen.

  84. Kurti

    Lieber Herr Rau,

    geben Sie die Zeilen Ihrer Kollegen gleich mit und dann wäre auch ich an dem Urteil interessiert.

    Ich nenne es Erziehung, wenn ich meinen Gegenüber nicht duze und das habe ich auch meinem Sohn beigebracht, was man aber in seiner Schule ganz schnell torpedierte, in dem man den Kinderchen erzählt, ich bin eure Lehrerin Frau Surbier und ihr dürft du zu mir sagen.

    Um dann nicht viel später die Respektlosigkeit der selbigen Kinder anzuprangern.

    wenn man mir vorwirft, ich würde das alles pauschalisieren und ich könnte nicht beurteilen wie zweckmäßig der Unterricht ist, dann sollte man sich die Resultate der Schulausbildung der letzten Jahre mal zu Gemüte führen, oder mein schulisches Erlebnis heute, dazu später.

    Unsere Standartfrage bei Ausbildungseinstellung: wie viel sind 10% von Hundert….
    Ich will hier keine Antworten zitieren, aber genau diese spiegeln doch den Bildungsstand unserer Jugend wieder. Und natürlich sind das die Jugendlichen selber schuld, wenn sie so blöd sind.

    Alles was ich hier vorbringe sind Erlebnisse die ich in den letzten 10 Jahren mit 2 Hauptschulen meines Sohnes und den daraus entlassenen Jugendlichen machen durfte und so Leid es mir tut Herr Rau, das Resultat ist einfach absolut katastrophal.

    So lange Lehrer nicht über den Schatten des Kultusministeriums springen wollen, so lange wird sich auch nichts an der schulischen Ausbildung ändern und sie Kids werden in 20 Jahren noch häkeln und stricken lernen…. (wie pädagogisch innovativ und wertvoll, stand schon vor mehr als 45 Jahren auch auf meinem Lehrplan….. kotz)

    Wenn Lehrer nicht bereit sind sich mit dem knöchernen System des Kultusministeriums konsequent auseinander zu setzen und auch mal mit Eltern gegen Lehrvorgaben agieren, so lange sind unsere Haupt-Schulen bessere Verwahrstellen.

    Als Beispiel kam mein Sohn heute nach Hause und hatte minus und plus rechnen. Da ich schon vorher mitbekommen hatte das eine neue Rechenmethode in der Schule gelehrt wird, (selbstverständlich vom Kultusministerium vorgegeben) habe ich mich zurückgehalten, bis heute.
    Nachdem wir zusammen die Hausaufgaben gemacht haben und ich meinem Sohn gezeigt hatte wie ich rechne, fragte er mich O-Ton: „warum müssen wir das in der Schule denn so umständlich rechnen, wenn es doch so einfach geht“

    Das ich Morgen in dieser Schule bin, darauf können Sie einen lassen und langsam bekomme ich das Gefühl das durch all zu systemkonforme Lehrerbeamte unsere Kinder mit Absicht verblödet werden sollen.

    Danke Ihr lieben Lehrer, das Ihr diese Scheiße auch noch als kultusmininsterischen High End Lehrplan an unsere Kinder vermittelt und Euch bei jeder Anfrage warum, weshalb, weswegen mit dem Kommentar: „das schreibt das Kultusministerium so vor“ raus redet.

    Wenn die nächste Privatschule nicht so weit weg wäre, dann wäre mein Sohn schon lange nicht mehr auf dieser Schule.

    Und eine Ganztagsschule bei der Eltern nicht viel mitreden dürfen, (sehr demokratisch)genau das ist es was wir in diesem System noch brauchen, warum macht Ihr Euch die Kinder nicht gleich selber.

    Und um noch etwas klar zu stellen, meiner Meinung nach, verdienen Lehrer für das Resultat ihrer Arbeit viel zu viel.

    der Kurti

  85. Herr Rau Post author

    Lieber Kurti,

    diesmal ist der Ton fast einem öffentlichen Auftreten angemessen, wie das hier ja einer ist. Sie werden allerdings bemerken, dass ich hier weniger oft „Scheiße“ schreibe als Sie (das nur als Beispiel, die echten unsachlichen Beleidungen sind im anderen Thread). Wenn Sie bei mir zu Hause so reden würden wie hier, würden Sie sich nicht wundern, wenn ich Sie hinausschmisse – online bin ich ein wenig toleranter.

    Trotzdem gehört der Kommentar zu den Irrläufern, denn mit der Lehrerbezahlung hat das gar nichts zu tun. Sie wollen sich verschiedenen Kummer von der Seele reden oder vielleicht andere Leute überzeugen, ich stelle Ihnen hier großzügig Platz zur Verfügung. Ich muss das nicht tun. Aber bitte, gene geschehen, keine Ursache.

    Zum Siezen: Anderswo sind die Regeln nun mal anders. Sie sind jetzt anderswo. Ich sieze Sie also gerne, aber Sie dürfen das hier weder von mir noch von jemand anderem voraussetzen. Es gibt hier kein Recht auf Siezen. Pauschal zu sagen, dass man sein Gegenüber nicht duzt, ist nicht Erziehung – das Wahren der jeweils korrekten Form ist es, die manchernorts ein Du, anderswo ein Sie verlangt. Eine gewisse Höflichkeit – gerade als Gast – gehört allerdings fast immer zur guten Erziehung.

    Sie dürfen gerne bitten, dass ich Ihre Zeilen meinen Kollegen mitgebe, aber das lapidar von mir verlangen können Sie nicht statthaft. Ein Problem ist auch, dass ich nicht weiß, welche Kollegen das betreffen sollte. Wir haben viele Bundesländer und viele Schularten. Ich kann weder für alle sprechen noch zu allen.

    Ich duze weder meine Schüler noch sie mich; gelegentlich rutschen die Fünftklässler noch ins Du, das stört mich überhaupt nicht. Das legt sich mit der Zeit. Außerdem sind das dann nie die Schüler, bei denen man später über Respektlosigkeit klagen könnte. (Was ich noch nie getan habe. Sie reden zum falschen, und ich bin weder in der Lage noch willens, Ihre Botschaft herumzutragen.)

    Ich unterrichte an einem bayerischen Gymnasium, Sie scheinen vor allem Hauptschulen zu kennen, in welchem Bundesland auch immer. Ich will mich wirklich nicht hinter dem Föderalismus verstecken – aber wieso sagen Sie all das mir? Bin ich Ihr Bote? Wenn es um Lehrer am Gymnasium in Bayern geht, helfe ich gerne mit Rat und Erklärung aus und höre mir auch Vorwürfe an. (Wenn ich einen dann entkräfte – siehe Greendale – höre ich dazu dann aber nichts weiter mehr von Ihnen.) Ich weiß wirklich, wirklich wenig über Hauptschulen in anderen Bundesländern. (Aus bayerischen Hauptschulen kenne ich wenigstens Kollegen.)

    Dass sich Lehrer zu wenig gegen das Kultusministerium auflehnen, ist richtig. Ich gebe Ihnen da recht. Zum Teil ist das durch die besonderen Dienstpflichten des Beamten bedingt. Diensteid und so. Der Gehorsam wird eben erkauft. Das ist einer der Gründe, warum ich gegen das Beamtentum bin. Aber ich kann’s mir nicht aussuchen.
    Daneben steht natürlich Trägheit

    Dass an Grundschulen jetzt anders addiert und/oder subtrahiert wird, habe ich von meinen Mathematikkollegen auch gehört. Die müssen sich auch umstellen und sind nicht froh darüber. Ein echtes Problem stellt es für sie allerdings nicht dar.
    Ich bin selber ein Kind der Mengenlehre – eine Revolution aus den USA, dann ging ihr Stern dort etwas unter, aber nicht, bevor sie in den 70ern in Deutschland Einzug in die Grundschulen hielt. Mir hat’s viel gebracht (ich zehre heute noch von einem grundlegenden Verständnis für die Mengenlehre, die in prakisch allen Bereichen der Mathematik anwendbar ist), aber meine Eltern haben mich das auch machen lassen.

    Wie sinnvoll die neue Rechenmethode ist, weiß ich nicht. Ich kenne sie nur vom Hörensagen. Ich finde das legitim. Möglichweise ist die Methode umständlicher und die Nachteile werden von den Vorteilen nicht ausgeglichen.
    Aber dass es verschiedene Methoden des Rechnens gibt und schon immer gegeben hat, ist ja wohl unbestritten. Wenn die neue Methode vom Ministerium vorgegeben ist, muss sich der Lehrer daran halten – das ist seine Pflicht. Allerdings spricht es nicht für die gute fachliche Basis der Lehrkraft, wenn sie die Anweisung nicht auch inhaltlich verteidigen kann

    Vielleicht ist die Rechenweise tatsächlich blöd. Dass Ihr Sohn beim Duzen, beim Häkeln, beim Rechnen, beim ersten Schultag jeweils Ihre Meinung teilt, sehe ich allerdings nicht als Beweis für die Richtigkeit Ihrer Meinung. (Sie haben diese Beispiele jeweils genannt.) Kinder übernehmen nun mal gerne die Meinung der Eltern. Aber ich kenne Ihr Kind nicht, vielleicht ist sein Urteil tatsächlich völlig selbstständig.

    „Und um noch etwas klar zu stellen, meiner Meinung nach, verdienen Lehrer für das Resultat ihrer Arbeit viel zu viel.“

    Sie erwähnten es bereits.

  86. Kurti

    Sehr geehrter Herr Rau,

    Da kam bei Ihnen mal wieder voll der Lehrer raus, nicht war Herr Rau, man kann es einfach nicht lassen.

    Dolles Demokratieverständnis, erst ausgrenzen, dann kalt stellen, dann abservieren.

    Oh entschuldigen Sie bitte, wenn ich mich nicht klar ausgedrückt habe, Sie wollten doch meine Rüpeleien Ihren Schülern zeigen, vergessen Sie die Zeilen des Anal-Erotiker-Kollegen nicht, so war es gemeint.

    Ich habe es meinen Lehrlingen gezeigt, bzw. den Link Ihres Blocks, deren Kommentar werde ich hier nicht wiedergeben, da Sie das Wort S……. ja so anrüchig finden.

    Nur so nebenbei, mein Sohn geht an eine Hauptschule in Bayern.
    Und seine Meinung über die Mathe-Lehrmethoden, ist zufälligerweise seine eigene, auch wenn das Lehrer im allgemeinen, den Grundschulklässlern in der Regel nicht zutrauen.

    Und da Sie ja anscheinend so völlig überfordert sind, mit Fragen zu den Unzulänglichkeiten der Lehrer umzugehen und sich lieber über Ihre Unterbezahlung auslassen möchten, beenden wir das hier, damit Sie mir nichts rum oder hinterhertragen oder für mich puplizieren müssen.

    Zum Abschluß noch eine kleine Anekdote zu Lehrern: Meine Frau (Meisterin ihres Berufes) wurde von der ortsansässigen Berufsschule als Lehrkraft für praxisorientierte Ausbildung angeworben.
    An Ihrem ersten Tag in dieser Schule traf sie im Treppenhaus einen alten Lehrer aus ihrer Schulzeit, der ihr damals persönlich attestiert hatte „aus dir wird nie was“
    Auf die Frage: „Na was machst den „DU“ denn hier“ kam die passende Antwort: „na sehen sie Herr Kollege, wie sie schon gesagt haben aus mir wird nie was, deswegen bin ich heute Lehrer an dieser Schule“

    Wenn das Foto in Ihrem Block das Ihre ist, so muß ich sagen,“ Respekt, Ihrem Alter nach zu urteilen, und der damit einhergehenden Lebenserfahrung, stehen Sie an arroganter Überheblichkeit einem sogenannten ausgebrannten Mitfünfziger Haupt/Real/Gym/Beruf- sonst was Lehrer wirklich in nichts nach.

    Ich wünsche Ihnen für Ihr weiteres Leben alles erdenklich Gute, und noch mehr Einsicht und Weisheit.

    ein wunderschönes Götz zum Gruße

    der Kurti

    „Oh Herr, bitte lass es Hirn regnen, denn selbst bei einer zweiten PISA Studie, werden sie es in ihrer Arroganz nicht begreifen können (wollen)“

  87. C.P.

    Sekt! Champagner! …falls das nun endlich der letzte Beitrag von Kurti war. Und Respekt, lieber Thomas, für deine Geduld bei den Antworten auf diese Kommentare.

  88. anke

    Lieber Herr Kurti, liebe KollegInnen,
    neulich hat in meinem Philosophieunterricht an einer Hauptschule in NRW einE SchülerIn die Bernstein-Hypothese formuliert. Zum Glück (?) habe ich es trotz unhöflicher Formulierung gemerkt. Ich habe mich über so viel Intelligenz gefreut. Tun Sie es bitte auch. Denn es ist die Zukunft von Kindern und Jugendlichen, um die es Eltern und LeherInnen gehen sollte. Liebe SchülerInnen,
    sehen Sie sich genau die Planungen Ihrer jeweiligen Landesregierungen, nicht nur zu Inhalten und Formen der LehrerInnenausbildung und Bezahlung, sondern auch zu Lehrinhalten und Verwaltungsstrukturen an und benutzen sie bitte Sonnencreme.

  89. anke

    Ich bin immer noch nicht dazu gekommen, meine Tastatur zu reinigen. Es heißt natürlich LehrerInnen.

  90. Beelzebub Bruck

    Weil das auch nicht direkt zur Sache gehört: Es heißt auch die „InhaltInnen“ und deR „Sonnencrem“, soviel Ordnung muss schon sein. (:-)

  91. anke

    Nö, aber „Sie“ hätte ich vielleicht schon schreiben sollen Herr Beelzebub. Öder hätten Sie lieber BeelzebubIn?

  92. Beelzebub Bruck

    Beelzebub Bruck ist ein Neutrum, zumindest definiert es sich selbst so. Aber nachdem die Bezeichnung ja aus einem Umfeld stammt, das dem Mann „die Männin“ zuordnet, ist Beelzebubin vollkommen in Ordnung. Das Problem stellt sich erst bei Verwendung von Kapitalien, die einen ideologischen Mehrwert transportieren sollen. Das aber gehört nicht hierher, wir riskieren wegen Irrelevanz hinsichtlich des Kontexts „Wieviel verdienen Lehrer eigentlich?“ gelöscht zu werden …

  93. Herr Rau Post author

    Ja, werdet ihr, zumindest verschoben. Ich komme nur gerade nicht dazu.

  94. Samantha

    Hallo zusammen,

    ich bin angehende Referendarin für berufliche Schulen für kaufmännische Fächer und Deutsch. Aber das ist ja nicht so wichtig. Ich wollte mal was zum Beamtenstatus und dem angeblich so guten Verdienst sagen. Ich hatte Schwerpunkt Logistik studiert und könnte wie viele andere Wirtschaftspädagogen auch jederzeit in der freien Wirtschaft arbeiten. Da bräuchte ich übrigens auch kein Referendariat mehr. Also keine zwei Jahre nochmal zusätzlich in denen man am Hungertod nagt. Aber bitte kein Mitleid, ich habe mich bewusst dazu entschieden, Jugendliche zu unterrichten. Wenn man allerdings in die Wirtschaft gehen würde, bräuchte man kein Referendariat mehr, keine Schulpraktikas und nur 12 Wochen Betriebspraktikum anstatt 48 Wochen wie ich (1 Jahr!). Das ist allerdings wichtig, schließlich sollte man Praxiserfahrung haben und wissen, was die Azubis in den Betrieben tun. Ich möchte nur mal die Vorleistungen eines angehenden Lehrers nennen. Zu den kostenpflichtigen Seminaren in der freien Wirtschaft, die Kurti bezahlen muss, kann ich nur sagen 10.000 Euro Bafoeg und in meinem Fall nochmal 1.000 Euro Studiengebühren. Ich denke, das ist Investition genug (finanziell gesehen). Der Beamtenstatus verspricht den Lehrern Sicherheit und das ist ein großer Vorteil. Natürlich! Würde es diesen nicht geben, würde keiner mehr in das Lehramt wechseln. Zumindest keiner, der Wirtschaft studiert hat wie ich, denn dann wäre der Verdienst zu gering!! Ich habe mehr Praxiserfahrung wie die meisten BWLer und war auch Werkstudentin in einem großen Konzern, in dem ich jederzeit arbeiten könnte. Aber ich will Jugendliche in ihrem Leben begleiten und fördern. Das ist eine bewusste Entscheidung. Es gibt wirklich auch Studenten/Referendare/Lehrer, die ihre Arbeit gerne und ach engagiert machen. Ich bin bei allen Schülern bis jetzt immer sehr beliebt gewesen bei zahlreichen Unterrichtsversuchen (Übrigens auch vielen freiwilligen Unterrichtsprojekten) und habe mir größte Mühe gegeben, dass die Schüler den Unterrichtsstoff auch verstehen und Freude am Lernen haben. Ich weiss, dass Kurti nicht alle Lehrer über einen Kamm scheren wollte, aber seine Ausdrucksweise finde ich sehr unangebracht.
    Übrigens in meinen zahlreichen Ferienjobs und in meiner Werkstudententätigkeit (zur Studienfinanzierung!) habe ich einige Arbeiter in der freien Wirtschaft getroffen, die auch an keinen Fortbildungen teilnehmenun und schon gar nicht an freiwilligen außerhalb der Arbeitszeit!! Ich denke, dass ist kein Beamtenproblem!!

    Also nochmal,
    ich möchte kein Mitleid für die Vorleistungen, denn die muss ja jeder Lehrer erbringen!!! Aber ich möchte nicht, dass hier alle Lehrer als faul und motivationslos dargestellt werden.

  95. Johannes B.

    Ihre Einstellung zum Beruf Leher ist sehr vorbildlich, Samantha.
    Sicherlich ist in der freien Wirtschaft wesentlich mehr geld zu verdienen, allerdings sthenen einem erheblich weniger Urlaubstage zur Verfügung. In meinen Augen ist auch der Leistungsdruck ebenfalls höher als in Lehrberufen. Sicherlich sind auch viele Lehrer im totalen Stress, was aber eher mit der falschen Berufswahl zu begründen ist. Manche sind gebohrene Lehrer andere wollen unterrichten und können es nicht.

    Die meisten Lehrer sind sicherlich keine Faullenzer, im Gegenteil. Dennoch ist der Druck ein völlig anderer als in der Wirtschaft….

  96. Sandy

    kann mir jemand helfen? ich muss einen bericht über mein praktikum schreiben und habe keine ahnung, wieviel man in einer ausbildung als lehrer verdient… ich war nämlich in einer grundschule und im internet steht nichts darüber wieviel geld man in der ausbildung verdient… kann mir das jemand sagen?? ist ganz wichtig. danke

  97. Stefan

    Meiner Meinung nach wird es Zeit, unsere Lehrerschaft endlich vernünftig zu entlohnen. Wir brauchen keine BEAMTEN als Lehrer, ein unbefristeter Vertrag genügt. Aber ich wäre froh, wenn Lehrer zu sein nicht nur eine idealistische Leidenschaft ist, sondern auch bei eienm Angestelltenverhältnis Junglehrern eine vernünftige Zukunfts- und Entwicklungsperspektive auch in finanzieller Hinsicht bietet.
    Ich wäre wohl Lehrer für Matematik und Physik an Realschulen geworden, wenn mir nicht 2004 vom Staatsministerium nur befristete Angestelltenverträge (auf Grund eines Unfalles mit Folgeschäden = medizinische Gründe) in Aussicht gestellt worden wären. (Heute – 2008 – wäre die Situation wieder anders!)
    So habe ich mich Richtung Wirtschaft orientiert und auch noch für meinen Traumjob (2. Wahl nach Lehrer) mein Staatsexamen abgebrochen. Es hat alles gepasst und ich habe diesen Schritt nie bereut. Allerdings war ich Lehramtskandidat aus Überzeugung, so dass mir dieser Schritt nicht leicht gefallen ist… Nur: Man muss auch von irgend etwas Leben und seine Zukunft länger als 9 Monate im Voraus planen!
    Ist es denn so schwierig, Lehrer tatsächlich – wie in der Wirtschaft üblich – leistungsgerecht zu entlohnen? Ich meine: nein! Allein es fehlt der Wille, da dies möglicherweise mit Kosten, vor allem aber mit Konflikten einher gehen würde…

  98. Christopher

    Hallo,

    ich habe so die ersten 6 Beiträge von Kurti und die Reaktionen darauf gelesen.
    Dabei ist mir besonders eins ins Auge gefallen:

    Zitat

    Die Lehrerin eröffnete den Schulbegin mit einer Kasperlefigur auf der Hand und der fragte dann die Kinder, was sie denn an dem Wochenende so gemacht hätten”
    O-Ton meines Sohnes: “wenn das nun die Schule ist, dann hätte ich auch im Kindergarten bleiben können”.

    Keine zwei Wochen später bringt mir mein Sohn eine Mitteilung, das seine Lehrerin mich zu sehen wünsche.

    Daraufhin habe ich sie angerufen, was Sie mit dem “kotz” (Entschuldigung) typischen Scheiß Lehrerspruch (den haben anscheinend auch die Frischlinge von der Uni schon drauf)

    ” ja wenn sie nicht einmal Zeit haben hier persönlich vorbei zu kommen, dann scheint ihnen ja nicht viel an der schulichen Entwicklung ihres Sohnes gelegen”

    Nachdem ich der Dame demenstrechend meine Ansicht mitgeteilt hatte, erklärte sie mir, das der Grund warum ich mich melden wollte, der wäre: “Ihr Sohn macht bei mir im Unterricht den Kasperl”

    Ende

    Auch wenn ich mit meinen 14 Jahren vllt. nicht gerade der Profi bin, aber ich möchte mal einen Verdacht äußern: Kurtis Sohn ist hochbegabt. Hochbegabte werden in Kindergarten und Grundschule häufig zum Kasper, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Aussage davor mit dem Kindergarten bestätigt den Verstand ihres Sohnes nur.

    Auch etwas weiteres ist mir ins Auge gefallen:

    Das war der Schulanfang meines Sohnes und inzwischen könnte ich ein Buch darüber schreiben und eins könnte ich garantieren, das Lehrerhasserbuch wäre im Gegensatz dazu ein Empfehlungsschreiben.

    Nunja, ich habe eine inzwischen 8-jährige Schwester. Sie wurde frühzeitig eingeschult, ist hochbegabt und hat ADS (-> Medikation mit Medikinet, im Grunde das gleiche wie Ritalin). Sie hat jetzt auch schon 2 mal die Grundschule gewechselt. Dabei will ich jetzt mal die Kompetenz der Lehrer der ersten beiden Grundschulen und die der Pädagogen im Kindergarten in Frage stellen.
    Im Grunde fing es nämlich schon damit an, dass ich nach der Einschulung ein Jahr vorgesetzt wurde und die Kindergärtnerin eigentlich sogar empfohlen hatte, noch ein Jahr mit der Einschulung zu warten (damit wäre ich jetzt in der 8. statt in der 10. Klasse). Anscheinend hat sie das verärgert, sodass ein anderes Kind im Kindergarten folgendes mitbekam: „Der vorname-meiner-schwester nachname soll nicht geholfen werden“. Von Pädagogin zu Pädagogin.
    Die Grundschule in unserem Dorf war auch nicht besser: Eine Lehrerin, die sich nicht durchsetzen konnte (ADSler/Hochbegabte brauchen eine ruhige Klasse und sollten einen _festen_ Sitzplatz haben, ohne ständiges umsetzen! Das verunsichert die Kinder nur.) und nach dem ersten Jahr Grundschule konnten die Kinder nichtmal das gesamte Alphabet.
    Folge war ein Schulwechsel ins Nachbardorf – bis auf eine Lehrerin achteten die LehrerInnen nicht auf Hinweise meiner Mutter, dass meine Schwester einen festen Platz ohne ständiges Wechseln haben sollte. Im Übrigen wurden Noten laut in der Klasse ohne zu fragen vorgelesen – eigentlich sogar gesetzeswidrig (NRW) – meine Schwester konnte zu der Zeit ja nichtmal das Alphabet gut, sie hatte eine 5. Sie kam heulend nach Hause. Danach ging es dann wieder bergab mit der guten Laune…
    Nachdem sie dann ein halbes Jahr später wegen eines Ereignisses (wir wissen es bis heute nicht – nur hat sie sich danach vollkommen gewehrt zur Schule zu gehen und hatte Angst) von der Schule befreit wurde (Psychologischer Befund diente als Entschuldigung…), gab es noch verdammt viele Komplikationen, jedoch haben wir nun die richtige Schule – mit einer kompetenten Lehrerin. Fast alle Kinder schreiben in Mathe eine 1 – Ende letzten Jahres hatte meine Schwester mit einer 2- die schlechteste Note.

    By the way, letztens war ein Artikel in der SZ, keine Ahnung obs auch für NRW gilt, aber der Inhalt des Artikels war sinngemäß „Lehrer, deren Klassen zu gut sind, sollte es nicht geben – alles soll dem Durchschnitt entsprechen“… es ging u.a. um eine Lehrerin, die schon bei Vorgesetzten vorgeladen wurde und befragt wurde, warum die Klasse so gut ist.

  99. Sandy

    das mit dem fragen geht nicht, denn es sind sommerferien und am 1. tag nach den ferien muss ich den bericht abgeben… aber die seite war echt hilfreich… DANKE ;)

  100. Flips

    Hallo erstmal ;)
    Nachdem ich mir jetzt erstmal den kompletten Blog durchgelesen habe möchte ich es mir nicht nehmen lassen zu manchen Dingen noch einen kurzen Kommentar zu geben.

    @der Kurti: Dein, pardon, Ihr Verhalten finde ich weder diesem Blog noch den hier Schreibenden Personen angemessen. Niemand hat etwas gegen !konstruktive! Kritik, sie hingegen machen es sich doch ziemlich leicht indem sie gängige Vorurteile (schon mal Bild gelesen? :) ) auf doch recht abstrakte Weise für ihre Argummentation hernehmen. Der so häufig gefallene Seitenhieb in Richtung PISA offenbart doch nur ein mangelndes Fachwissen… wie gesagt nichts gegen konstruktive Kritik, aber man muss auch Einwände hinnehmen (was Sie dann leider nicht tun, schade).

    @Beelzebub Bruck: Sehr auffälig in ihren Beiträgen waren die haufigen Provokationen und Seitenhiebe, die Sie, wie ich find, nicht nötig hätten. Von Ihnen wäre es ebenfalls hilfreich die Dinge auf konstruktive und fachliche Art aufzugreifen, anstatt immer auf eine persönliche Ebene zu verfallen.

    Und zum Thema Lehrer: Ich bin nicht der Meinung dass es unbedingt notwändig wäre den Beamtenstatus aufzuheben, vielmehr fände ich (!!) es für von Nöten eine kontrollierende Instanz einzuschalten die wirkliche Nahe am Geschehen und vor allem auch Handlungsfähig ist. Dadurch könnte auch kontrolliert werden inwiefern sich der Arbeitsaufwand von Lehrer zu Lehrer unterscheidet und es wäre auch für Schüler endlich möglich dem/der unantastbarem/n Herr/Frau LehrerIn mal ein bisschen contra zu geben (Bei Benachteiligung ect.)
    Der Beamtenstatus hingegen hat ebensoviel Gutes wie auch Schlechtes, und der letztendliche Anstoß zu seiner Abschaffung fehlt irgendwie noch.

    Liebe Grüße (Und in der Hoffnung niemandem auf den Schlips getreten zu sein) Flips

  101. Herr Rau Post author

    Wow, Flips, den ganzen Eintrag durchgelesen? Mich schaudert… ansonsten: Sehe ich auch alles so. Sehr ruhige, nachvollziehbare Sichtweise. Das war übrigens der 100. Kommentar zu dem Eintrag, Flips.

  102. Benni

    Hallo!
    Erst einmal vielen Dank für diesen unterhaltsamen Blog; habe viel gelacht!
    Ich wollte mich eigentlich nur über Lehrergehälter informieren und bin dann hängen geblieben.
    Spontan möchte ich folgendes sagen: egal wie höflich oder unhöflich einige Beiträge beider Seiten (Lehrer, Nicht- Lehrer) sind, es ist überall ein Fünkchen Wahrheit drin. Wenn Kurti das wirklich so erfahren hat, hat er allen Grund sich aufzuregen, wenn auch möglichst bitte nicht auf persönlicher Ebene (gleiches gilt für die Lehrer!) Ich als angehender Lehrer habe zeitweise den Drang verspürt, euch mitten in die Beiträge „lass das jetzt, Mensch!“ oder „das hast du nicht wirklich geschrieben!“ reinzuschreiben. Aber wie gesagt: überall ist was dran.

    Zu der Berufsschulsache von Kurti: ich habe vor meinem Studium eine Ausbildung zum Hotelfachmann absolviert, obwohl ich schon länger wusste, dass ich Lehrer werden möchte. Ich wollte aber vorher etwas anderes lernen und nach dem Abi erst einmal arbeiten, was von der Wirtschaft sehen, bevor ich an die Uni gehe (denn dort gehts wirklich ganz anders zu!).
    Wie auch immer, meine Berufsschule war eine erschreckende Erfahrung. Ich kann Kurti in der Ausflugssache nur zustimmen, war bei uns nicht anders. Völlige Sinnfreiheit wird in der Berufsschule oft groß geschrieben, der schlechte Unterricht ist nicht zu entschuldigen mit der Behauptung, der Unterricht müsse auf die Schüler aller Abschlussformen abgestimmt sein. Das geht besser!
    Diese Erfahrung hat mich im Wunsch, Lehrer zu werden aber bestärkt: ich will es besser machen als viele von denen, die mich unterrichtet haben. Inkompetente, schwarze Schaafe gibt es eben überall, auch oder gerade bei den Lehrern; aber die, die gut sind, hinterlassen- siehe auch Kurtis Klassenlehrer- lebenslang Eindruck bei den Schülern. Und das kriegt man selten in der Wirtschaft: Nachhaltigkeit.

    Dass gerade auch Lehrer mit zunehmender Bürokratie und im speziellen Fall mit schlechten Lehrplänen arbeiten/kämpfen müssen(!) ist ein anderes Thema, zu dem ich jetzt noch was sagen muss:
    Ihr schreibt auch teilweise über die Motivation, diesen Beruf zu ergreifen; ich als Student (2. Semester) im neugeschaffenen Bacherlor-/ Master- Studiengang bin jetzt schon oft genervt von der Unentschlossenheit der universitären Ausbildung.

    1. Dieses System wurde auch aufgrund der Vergleichbarkeit des Abschlusses eingeführt: in RLP mache ich aber einen anderen BA/MA- Abschluss als bspw. in Hessen, mit anderen Inhalten, anderem Namen,… Vergleichbarkeit nicht gegeben.

    2. Weiterer Einführungsgrund: Verkürzung der Studienzeit, Langzeit- („Gammel“-) Studenten sollte ein Riegel vorgeschoben werden: Blödsinn. Studienzeit Staatsexamen (RLP): 9 Sem., danach 2 Jahre Referendariat. Jetzt: 10 Semester, mit neuer Bewerbung nach dem BA (6 Sem.), mit welchem allein ich garnicht unterrichten darf; der Master wiederum hat ebenfalls einen NC (so ist es zumindest geplant, den gibts ja eigentlich noch gar nicht), soll pro Semester 500 Euro kosten. Danach 1 1/2 Jahre Refendariat, d.h. effektiv die gleiche Ausbildungszeit, längere Zeit an der Uni und die Zeit, in der du wirklich die Praxis lernst, wird verkürzt; das 2. Examen aber hat den gleichen Umfang (und weniger Zeit zum lernen). Richtig toll geplant vom Ministerium!

    3. Vorgabe des Unterrichtsplans (für jedes Semester!) und Verbot des Besuches anderer Veranstaltungen, die zwar nicht direkt zur Ausbildung nötig sind, die aber interessant sind und einem den Blick über den Tellerrand ermöglichen (man bekommt Minuspunkte für sein Studienkonto wenn der Besuch der VA offiziell wird!!) Meine Meinung: das Studium bereitet mich nicht nur auf den Beruf vor, sondern gibt mir auch die Möglichkeit, mich als Mensch weiterzuentwickeln. Je mehr ich weiß, desto mehr Erfahrungen kann ich im Unterricht wiedergeben. Außerdem arbeite ich an 2 Tagen die Woche, um mir mein Studium trotz Bafög UND Studienkredit überhaupt leisten zu können. Dies wird durch die Vorgabe des Plans immer schwerer; ich empfinde das als Einschnitt in mein Leben, die nicht sein sollte. Ich denke, wir brauchen gut ausgebildete, junge, motivierte Leute in Deutschland, oder? Gerade Lehrer sollten diese Funktion erfüllen. Ich muss mich aber mit unsinnigen Vorgaben abfinden. Schöne Worte vom Staat gibt es ja genügend, aber es kommt nicht von allein. (ich BIN dankbar für unser Sozialsystem und die staatl. Förderung, aber damit ist es nicht getan; das Ausbildungssystem selbst muss komplett umstrukturiert werden: diese Möglichkeit wurde verpasst, weil zum Großteil die Lehrpläne selbst auch nicht verändert wurden).
    …..
    ich könnte noch ewig so weitermachen, das wird aber zuviel und mein Beitrag ist jetzt schon zu lang.
    Nur noch soviel: die Art und Weise der Ausbildung ist trotz- oder wegen- der kürzlichen Reform schon überholt und nicht durchdacht. Es zählt nicht immer nur der Inhalt, sondern auch die Rahmenbedingungen. Daran muss definitiv gearbeitet werden.

    Trotzdem ist der Lehrerberuf für mich der Beste; mein anfänglicher Besuchsgrund, das Gehalt, ist meiner Ansicht nach das mindeste was man erwarten kann. Es ist angemessen, mehr eben nicht. Lehrer werden nicht reich und wer sich allein aufgrund der staatlichen Absicherung, der Ferien und des Geldes für diesen Beruf entscheidet, wie einige meiner Mitstudenten, der hat sie nicht alle und wird dafür sorgen, dass sich nie etwas ändert, auch nicht am schlechten Lehrerimage (durchaus berechtigt). Diese Faktoren sind aber nach wie vor ein zusätzlicher Anreiz für die, die den Beruf selbst lieben und sollten auf jeden Fall erhalten bleiben. Allein, einen Entscheidungsgrund sollten sie nicht darstellen.

    der Benni

  103. Hans

    Hallo alle zusammen,
    ich wollte hier auch noch mal meinen Senf aus der Perspektive eines in der Industrie angestellten Berufsanfängers dazugeben.
    Eigentlich war Lehrer immer mein Traumberuf, weil ich mich da mit Inhalten beschäftigen koennte die mich persönlich sehr interessieren, sozusagen das Hobby zum Beruf machen (in meinem Fall Geschichte/Politik). Ich dachte aber dass man als Lehrer auf lange Sicht nicht so besonders toll verdient und habe mich für ein Studium mit geistes/politikwissenschaftlichen Inhalten sowohl als auch Wirtschaft entschieden und habe nach dem Abschluss eine Anstellung in der Industrie bekommen. Dort arbeite ich seit knapp fünf Jahren für 1,900 netto Anfangsgehalt, mittlerweile immerhin 2,300. Dafuer ist es zugegebenermassen nicht besonders viel Stress, obwohl es 40 Stunden Woche ist.
    Wie schon in einem anderen Beitrag angedeutet braucht man als Nichtverheirateter und Nichtverbeamtetet fuer ein Nettogehalt von 2,300, was laut Tabelle das absolute Minimum-Netto Einstiegsgehalt in der A13 ist, schon über 50,000 Euro brutto. Das ist also das wahre Lehrer(Einstiegs-) Gehalt in der Sek II. Laut Tabelle ist man wenn man früh anfängt als 32 jaehriger schnell bei 3000 Netto in Sek II wenn man verheiratet ist. Wenn ich der Tabelle glaube kann man später auch auf bis zu 80,000 Eur vergleichbares Nichtbeamtengehalt und mehr kommen. Für sowas muss man sich in der Wirtschaft ganz schön anstrengen. Bei normaler 40 Stunden Woche geht das nicht und man hat auch bestimmt keine 8 Wochen Netto-Urlaub pro Jahr.
    Ich kann also nur allen jungen Leuten die vor der Studien/Berufswahl stehen raten, wenn ihr Spass an der Arbeit mit Jugendlichen/Kindern habt, der Lehrerberuf ist gut bezahlt und die monetären Aussichten sollten Euch auf keinen Fall von Eurer Berufswahl abschrecken, eher im Gegenteil.

  104. Lehreropa

    @Hans,
    ich kann dem zustimmen, dass der Lehrerberuf (gerade, wenn man Beamter ist) wahrlich nicht unterbezahlt ist. Auch ich war vorher in der freien Wirtschaft tätig und bin erst als Enddreißiger in meinen eigentlich erlernten Beruf eingestiegen. Ich muss zugeben, dass ich vorher zwar weniger verdient, aber auch wesentlich nervenschonender und stressfreier mein Geld erarbeitet habe. Wer nicht ein paar Monate in den Schuhen eines Lehrers gegangen ist, kann sich die Strapaze eines Schultages eher gar nicht vorstellen (soll jetzt keine Klage sein). So gesehen muss man sich überlegen, was man will, und so mancher Quereinsteiger ist nach kurzer Zeit wieder in seinen alten Job geflohen.
    Um die Frage nach dem Verdienst einmal konkret zu beantworten: 49 Jahre, verheiratet mit zwei Kindern (Frau selber krankenversichert, Kinder privat durch mich) komme ich nach Abzug der Krankenversicherung auf ca. 3000 € netto. Um auf 80000 € „Nichtbeamtengehalt“ zu kommen, hätte man als Beamter ein Nettogehalt von ca. 4600 € (Weihnachtsgeld gibt es in meinem Bundesland Niedersachsen nicht mehr). Da muss man schon einige Schritte auf der Karriereleiter gemacht haben …..
    Wer mit Menschen klarkommt und nicht unterbelichtet ist, wird seine Freude haben an dem Beruf. Er/Sie muss sich allerdings auch darüber im Klaren sein, dass man zunehmend mit Absurditäten, Anmaßungen, Anfeindungen und Frechheiten von allen Seiten (Schulbehörde, Schüler, Eltern) konfrontiert ist. Da braucht man ein gutes Nervenkostüm, ein solidarisches Kollegium und eine Schulleitung, die einem den Rücken freihält. Wenn eines fehlt, kann es echt an die Substanz gehen ….

  105. Dennis

    hallo zusammen..
    meine frage ist..
    ich bin auf einer wirtschaftsschule.. (mittlere reife)
    ich hab mein sportlehrer gefragt ob ich als sportlehrer studieren muss..
    er meinte nein.. ich kann nach meiner mittleren reife gleich sport studieren..

    meine fragen sind:

    stimmt dies?
    und wieviel würde man verdienen wenn man „nur“ sport unterrichtet?

  106. Hokey

    @Dennis
    Ich bin mir nicht sicher, aber alleine mit Sport bekommt man meiner Erfahrung nach nur eine Angestellten-Stelle. Dann kommt es noch auf die Anzahl der Stunden an, die man unterrichtet. Was Lehrer (angestellt oder verbeamtet) verdienen, kann man hier erfahren: http://oeffentlicher-dienst.info/

  107. Friedrich

    Ich hab mal eine Frage zur Unterrichttspflichtzeit an Gymnasien:
    Hab hier(http://www.km.bayern.de/imperia/md/content/pdf/lehrerrundbrief_2007/unterrichtspflichtzeit_sept2007.pdf) eine Tabelle gefunden, die hierzu zwar Auskunft gibt, aber ganz verstanden hab ich das nicht. Bis 50j 24, mit 50-60j 23,5, ab 60j 23 Stunden. Drunter steht aber noch was von Ermäßigung ab 58/60/62 (1/2/3) Stunden.
    Heißt das jetzt, dass man mit 50-57j 23,5, mit 58-59j 22,5, mit 60-61j 21, ab 62j 20 Stunden hat? (alles für Kernfächer, also kein Kunst, Musik, Sport).
    Und wie ist das jetzt mit diesen Arbeitszeitkonten? Müssen jetzt nicht Lehrer 1 Stunde mehr unterrichten, die sie dann zurückbekommen? Ist das in der Tabelle schon berücksichtigt? Wo gibt es da nähere Informationen?

  108. Herr Rau Post author

    Ich wünschte mir bei diesen und vielen ähnlichen Fragen auch, auf der Seite des Kultusministeriums eine Antwort zu finden. Ich habe es gerade eben mal wieder ein paar Minuten erfolglos versucht.

    Meine Unterlagen sind in einem Ordner in der Schule, aber das dürfte so ähnlich laufen, wie Sie vermuten. Danke für den Link, das ist eine halbwegs übersichtliche Darstellung. Also:

    Für Lehrer unter 50 ist die Unterrichtspflichtzeit UPZ 24 Stunden. In den letzten Unterrichtsjahren (ab 58 Lbj.) kriegt man 1-3 Stunden Unterrichtsermäßigung. (Das mit den 23 1/2 bzw. 23 Stunden ist mir aber nicht ganz klar. Ich werde mal nachfragen.)

    Sicher ist: Das Arbeitszeitkonto AZK ist in der Tabelle noch nicht enthalten. Für mich gilt: ich spare noch bis einschließlich nächstes Schuljahr 2010/11 an (Doppeljahrgang Abitur), arbeite also 5 Jahre lang 1 Stunde mehr als meine UPZ, dann 1 Jahr Pause, dann 5 Jahre langsame Rückzahlung. (Andere Schularten: anderes Vorgehen.) Ältere Lehrer haben schon ein Jahr früher mit Ansparen begonnen, setzen bereits nächstes Jahr aus und kriegen ab 2011/2012 bereits die Rückzahlung.
    Jüngere Lehrer haben eine kürzere Anspar- und Rückzahlphase, statt 5 Jahren wie bei mir dann entsprechend weniger. Wer 2011/12 neu einsteigt, kriegt gar nichts mehr mit davon.

    Nähere Informationen habe ich hier gefunden.

    Wie gesagt, so reime ich mir das zusammen.

  109. simon

    Wie ist das eigentlich in der neuern/alten Oberstufe mit den Seminaren oder Leistungskursen?
    Zählt das eigentlich wirklich nur als 2 bzw. 5 Wochenstunden? Oder wird da einem noch etwas angerechnet, da man ja einen hohen Arbeitsaufwand hat (z. B. Korrektur Seminar-/Facharbeiten)?

  110. Herr Rau Post author

    Nein, da wird nichts angerechnet. Das heißt, die Schule hat einen Pool von Stunden, mit denen sie hantieren kann; es ist schon möglich, daraus eine Stunde zu nehmen, um es etwa Lehrern, die zum ersten mal so eine schwerere Arbeit übernehmen, etwas leichter zu machen. Das dürfte aber in der Praxis kaum mehr vorkommen. (Früher gab’s das gelegentlich, aber da waren die Stundenpools anders aufgeteilt, wenn ich mich richtig erinnere.)

  111. ati

    Ich habe eine Frage zu der Bezahlung an Nachmittags AG’s an Gesamtschulen. Ich bin kein Lehrer, sondern Dipl. Designerin und habe ein Angebot für 1 Nachmittag mit 2 Schulstunden.
    Kann mir jemand eine Quelle nennen, wo ich mich informieren kann oder weiß jemand etwas über die Bezahlung?

  112. Herr Rau Post author

    Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden und vielleicht nicht mal innerhalb eines davon einheitlich. Vielleicht mal in lehrerforen.de fragen.

  113. Physiker

    Hallo allerseits,

    das Gehalt, selbst eines verbeamten Lehrers, empfinde ich als Hohn und Spott für jemanden, der die Entbehrungen und finanziellen Engpässe, oft sogar die Verschuldung, eines Studiums auf sich genommen hat UND sich dann in seinen Lehrerjob reinhängt.
    Vom angestellten Lehrern fang ich besser gar nicht an.
    Auf manchen Internetseiten wird dann sogar noch, und das ist der absolute Hohn, gesagt, so schlecht würde man gar nicht verdienen….. verglichen mit einem KfZ-Mechaniker! Warum nicht gleich mit einer Friseuse oder einem Fußpfleger vergleichen? Hätte ich mir die Quantenphysik sparen könne und eher was mit Füssen machen sollen.

    Man muss aus der Gehaltsmisere Konsequenzen ziehen:
    Ich bin prom. Physiker und habe in der Wirtschaft mit einer anstrengenden 50 Stunden Woche locker das doppelte Nettogehalt verglichen mit der Tätigkeit as Studienrat nach Hause gebracht. Warum bin ich jetzt trotzdem als Quereinsteiger Lehrer für Physik und Chemie am Gymnasium geworden?

    Ganz einfach, ich habe eines für mein Leben erkannt, nämlich, dass alles Geld der Welt nichts bringt, wenn man keine Zeit hat es auszugeben und zu genießen. Das wertvollste ist Zeit zu haben, für Hobbies, Freunde und Familie.
    Und da wars für mich klar, nach der einfachen Milchmädchenrechnung doppeltes Lehrergehalt bei 50 Stunden Arbeit in der Wirtschaft, ergab sich eine angepeilte 25 Stundenwoche (bei 100% Deputat versteht sich) mit A13 als Studienrat für mich. Das war mein neues Ziel!

    Als Physiklehrer wurde ich sofort genommen, es herrschte Mangel und ich durfte Chemie als zweites Fach unterrichten, weil es mein Nebenfach im Studium war. Mit der Kombi wurde ich dann spontan verbeamtet, keine Probleme.

    Um allerdings auf effektive 25 Stunden in der Woche zu kommen bedarf es selbstverständlich einiger massiver Einschränkungen im Engagement, denn die meiste Zeit dieser 25 wird schon von der vor- und teilweise nachmittäglichen Unterrichtstätigkeit eingenommen!

    So bleibt sehr wenig in meinem Zeitbudget, was zur Folge hat, dass ich mich so gut wie gar nicht weiterbilde, meinen Unterricht kaum vorbereite (nur wenn ich mal Lust habe etwas anders zu machen) und alle Arbeitsblätter usw. recycle sowie in der Straßenbahn auf dem Rückweg korrigiere um Zeit zu sparen.
    Auch in Konferenzen wird korrigiert, ist nicht gern gesehen von MANCHEN Kollegen, aber der Schulleiter hat den Beschwerdeführern diesbezüglich klar gemacht, dass sie sich gerne um einen anderen Physik / Chemie Lehrer bemühen können, falls ich die Schule wechseln sollte.

    Das Korrigieren geht in Physik und Chemie erstaunlich gut. Molekül falsch gezeichnet, erfasst man mit einem Blick, Punkte abziehen.
    In Physik ist es sogar noch einfacher.
    Über mangelde Fairness der Korrekturen hat sich nur 1x ein Schüler beklagt, da hatte er auch recht, ich hatte ausversehen ein falsches Thema vorher angekündigt vor der Klausur. Ansonsten klappt es gut.

    Würde ich mich als Lehrer allerdings voll reinhängen, den Unterricht nicht einfach improvisieren, dann käme ich auch mindestens auf eine 40 Stundenwoche. Aber für das bisschen Gehalt wäre ich schön dumm soviel zu arbeiten, das kann auch kein normal denkender Mensch von mir verlangen.
    40 Stunden kann ich nämlich auch bei Bosch arbeiten, ohne nervende Eltern, für mehr Ansehen und viel mehr Geld und ich habe sogar Leute unter mir, denen ich Arbeit delegieren kann.
    Deshalb an alle Leute die wegen der PISA Studie mit dem Finger auf Lehrer zeigen:
    Verlangt keine 40 Stunden Woche von Lehrern, oder macht das, aber zahlt ihnen ein angemessenes Gehalt.
    Hochgebildet, faul und wenig Geld, oder hochgebildet, fleissig und viel Geld.

    Übrigens ist mein Unterricht als gut (für sehr gut fehlten wohl die „pädagogischen Spielchen und Gruppenarbeit“) befunden worden und die Schüler schätzen meine lockere Art. Ich mag gerne Stunden halten, ich genieße es eben zu improvisieren, stelle mich gerne ein wenig selbst dar und denke, dass ich es irgendwie auch hinbekomme, komplizierte Sachverhalte anschaulich darzustellen.
    So kann man in Mechanik einfach mal die Deformation eines Autos beim Unfall berechnen lassen, und berechnen, welche Kräfte ein Mensch darinnen wohl so überlebt. Das ist zumindst etwas, was schonmal die Jungs meist sehr reizt und große Augen und offene Münder produziert.
    Physik kann so spannend sein, vor allem wenn man den Jungs und Mädels mal (etwas abseits des Lehrplans) stark vereinfacht die wirklich interessanten, fast schon philosophischen Phänomene unseres Universums nahebringt. Auf einmal wissen die, warum sie sich mit einfacher Optik und Mechanik quälen müssen und siehe da, es ist mehr Bemühen da.

    Der Schulleiter hat sogar gelobt, dass mittlerweile verstärkt Physik LKs gewählt würden, was meine „Lieblingskollegin“ (Deutsch, Englisch) zum Ausrasten brachte, da ich angeblich ein fauler Sack sei und damit in ihrem Weltbild nur schlechter Unterricht möglich sei.
    Aber man nimmt sowas ja mit stoischer Ruhe.

    Natürlich ist auch nicht alles toll bei mir, gab auch schon ein ums andere mal Beschwerden.
    Zum Beispiel, dass ich zu unstrukturiert sei. Bestimmt war das auch berechtigt. Gut, hab ich dann bisschen was umgestellt, bisschen mehr Material vorbereitet einmal in den Ferien.
    Mit jedem Jahr das ich unterrichte wirds „flüssiger“. Das kommt mit der Zeit. Ist ja immer immer wieder dieselbe Physik und CHemie, da ändert sich ja nichts. Einmal, als ich einen tollen Kurs hatte und Engagement zeigte, und dann im LK Chemie Molekülorbitale berechnen lies… hagelte es gleich, ich sei nicht am Lehrplan.

    Warum ich dies hier überhaupt poste? Weil ich allen angehenden Physik, Mathe und Chemie-Lehrern Mut machen möchte, dass man arbeitsökonomisch sein kann, dabei trotzdem guten Unterricht machen kann und bei den Schülern beliebt sein kann. Es ist nicht gesagt, dass wenig Zeiteinsatz dazu führt, dass Unterricht:

    a) einem selbst keinen Spaß macht
    b) den Schülern keinen Spaß macht
    c) inhaltlich schlecht ist
    d) den Schülern kein Wissen und Schlüsselkompetenzen vermitteln

    Werden Lehrer für Mathe, Chemie oder Physik!
    Der Gehaltsverlust wird durch Vorteile in Urlaubszeit und Wochenarbeitszeit ausgeglichen. Wenn man sich nur nicht von allen Leuten Druck machen lässt, dann macht es wirklich Spaß. Die Schüler sind zumeist toll, die Eltern muss man halt beruhigen, dass man „den Sohnemann einfach ein bisschen besser fördern wird in Zukunft“ und dann passts.
    Das einzige was ihr als Lehrer mitbringen müsst ist:

    a) Spaß am freien Reden vor der Klasse
    b) Spaß und Kompetenz an und in Eurem Fach
    c) Nicht beeinflussen lassen von Leuten die meinen ihr dürftet nicht Nachmittags um 15.00 Uhr eine Runde Tennis spielen
    d) stoische Ruhe, damit aller Druck von Euch abprallt.
    Ihr seid Beamte, wenn ihr nicht ausrastet oder sonstwas macht, kann Euch niemand was. Lasst sie doch alle reden. Keinen Druck machen lassen, es kontrolliert Euch nach dem Ref keiner mehr!
    Steht dazu, dass ihr wenig verdient, obwohl ihr studiert habt und in der Wirtschaft mehr verdienen würdet.
    Steht dazu, dass ihr dafür eben auch weniger macht und nachmittags im Freibad rumliegt. Immerhin habt ihr eine harte Naturwissenschaft studiert und bringt diese den Kiddies morgens bei. In der Physik, Chemie und Mathematik liegt die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands! Ihr seid superwichtige Multiplikatoren, nutzt die Stellung aus, wenn nicht monetär, dann eben anders!
    Aber das wichtigste, es macht Spaß den Kids beizubringen, wie man die Wunder der Natur in einfache, elegante Formeln bringt und mit diesem Wissen dann tolle Dinge, wie beispielsweise einen Fernseher erfinden, anstellen kann.

    Bei Sprachen (Deutsch/EnglischI usw. mag dieser ganze Ansatz schwieriger sein, das gebe ich zu. Die Kollegen müssen (sagen es zumindest) meist wirklich 40 Stunden arbeiten.
    Habe aber auch einen Mathe / Bio Kollegen der sich abrackert… ist sein Unterricht dafür toll? Nein, er will einfach zu viel, ist zu verkrampft. Kommt sein Engagement besser bei den Schülern an? Nein, weil er oft gereizt ist, weil überarbeitet ist und burn-out geschädigt, und dann schnauzt er die Schüler an.
    Der überengagierte Lehrer schadet mehr, als dass er nutzt. Lieber einen fachlich kompetenten, gut gelaunten, aber sehr arbeitsökonomischen Lehrer.

    Übrigens hat ein Germanist oder Altphiloge (Latein / Griechisch ?) auch nicht den Marktwert eines doppelten Lehrergehalts, wie ein Physiker, Mathematiker oder Chemiker und somit keine Alternative und damit auch kein Druckmittel.
    Ich fürchte als prom. Germanist verdient man sogar oft weniger, als als Studienrat. Dementsprechend tauscht man eine 40 Stundenwoche + Selbstverwirklung als prom. Germanist gegen eine 40 Stundenwoche, etwas mehr Geld und Sicherheit als Studienrat.

  114. Herr Rau Post author

    Hm. Das ist keine Analyse, die mir gefällt. Aber vielleicht ist was dran. Ich bin sehr für ökonomisches Arbeiten und finde, dass man manche Arbeiten effektiver verrichten kann, als das jetzt geschieht. Als Deutschlehrer sind 25 Stunden tatsächlich nicht machbar. Ich halte das mit den 25 Stunden, aber das schreibst du ja selber, für eine Milchmädchenrechnung. Dieses vielbeschworene „in der Wirtschaft verdient man doppelt so viel“ lässt sich schlecht nachprüfen; ich halte das nicht bei allen meinen Kollegen für gleich wahrscheinlich.

    Letztlich geht es darum, ob man seine Arbeit hinkriegt oder nicht. Die Arbeit: das sind gelegentlich ein Protokoll und ein Wandertag, immer häufiger Formulare und Sitzungen, aber trotzdem hauptsächlich immer noch die Lehre. Wenn man die tatsächlich in 25 Stunden hinkriegt: gratuliere. Ich kann’s mir nicht vorstellen, aber Ergebnisse zählen. (Beliebtheit ist dabei kein Ergebnis, aber natürlich auch wichtig.)

    Dem Arbeitgeber Staat reicht es allerdings nicht, Lehrer zu haben, die sehr gut mit ihren Klassen klarkommen. Er möchte außerdem Kollegen, die mit anderen zusammenarbeiten. Warum? Weil das insgesamt zu besseren Schulen führt, so die Theorie.

  115. Gerold Huber

    Eine Anmerkung zu Lehrergehältern: Nächste Woche wird der Bayerische Landtag ein Gesetz beschließen, das die Eingangsgehälter ALLER Berufsanfänger (Beamte) an ALLEN Schularten auf A12 absenkt!!!!
    Das ist eine Gehaltskürzung von ca. 300,- € netto für die jungen Kollegen. Und dann diese Sonntagsreden, Bildung sei unser höchstes Gut, der Lehrerberuf müsse attraktiv für junge Leute gestaltet werden, die „Besten“ müssten für den Lehrerberuf gewonnen werden. Die „Besten“ lachen sich doch einen Ast ab über die Höhe eines Lehrergehalts!!

  116. Niccola

    Lieber Physiker,

    so interessant Ihre Ausführungen auch sind, ich glaube Ihnen die Einleitung nicht ganz. Als verheirateter kinderloser Studienrat Mitte/Ende 30 in Baden-Württemberg bekommt man ca. 3.200 Euro netto (wenn man die Krankenkasse mit 300 Euro veranschlagt, sinds 2.900). Das entspricht einem regulären sozialpflichtigen Gehalt von ca. 5.500 Euro brutto.

    Um „locker das doppelte“ zu verdienen, muss man von einem Bruttogehalt von 11.000 Euro ausgehen, oder 132.000 Euro im Jahr. Selbst für promovierte Naturwissenschaftler sind das Bereiche, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Realistisch sind mit Mitte/Ende 30 in der freien Wirtschaft eher 60.000 bis 90.000 Euro brutto/Jahr (was Ihren 2.900 Euro netto/Monat ganz gut entspricht).

    Wenn ich Ihnen kurz kursorisch auflisten darf, was die Gehälter meines Abschlussjahrgangs waren… (in Klammern: Einstiegsgehalt netto beim 1. festen Job/5 Jahre später, dahinter Wochenstunden, VA=“Vertrauensarbeitszeit“ TA=Tarif OV=ohne Vertrag)

    prom. Chemikerin (Industrie) (1900(35h)/2600(45-50hVA))
    Mechatronikerin FH (Industrie) (1700(35hTA)/2200(35hTA))
    Wirtschaftsingenieurin FH (Industrie) (1900/2000(35hTA))
    Architekt (angest. in kl. Büro)(1250/1450(40hOV-VA))
    Architekt (angest. in gr. Büro)(1450/1700(50-60hOV-VA))
    prom. Biologe (Uni-Forschung) (2000/2250(39hTA))
    Bauingenieur (Straßenbau) (1900/2400(45-50hVA))
    Germanistin(Redakteurin) (1500/1500(45hVA))
    Stadtplaner (ÖD) (1600/1850(39hTA))
    Stadtplaner (fr.Büro/ÖD) (1250(40OV)/2250(39TA))
    Wirtschaftsmathematiker (int. Konzern)(2000(40hVA)/2500(45-50hVA))
    Betriebswirtschaft FH (Industrie) (2000(35TA)/2600(50VA))
    Physiker (Mittelst. Solar) (2000(35hTA)/2500(45hVA))
    Verwaltungswirtin FH (Beratung) (1400/1600(40hVA))

    Mein Fazit: auch wenn die Gehälter sich irgendwann in die Richtung entwickeln, alle haben deutlich unter A13 BW (2.877 Euro abzgl. PKV) gestartet und kamen auch im Verlauf nicht mehr ran. Boni und dergleichen stecken in den Gehaltsangaben schon mit drin. Es ist abzusehen, dass sie bei der Familiengründung stagnieren werden (Karriereknick). Für die, die keine Kinder wollen, oder wo Partner/Familie im Rücken sind, ist die Skala theoretisch natürlich nach oben offen. Aber in die dünne Luft wollen auch die wenigsten…

    Mein Eindruck ist, dass die hohe Arbeitsbelastung bei Lehrern durch die freie Zeiteinteilung, die Familienfreundlichkeit, den fehlenden Konkurrenzdruck und die hohe Jobsicherheit größtenteils kompensiert wird, so dass unterm Strich für Gymnasiallehrer zumindest ein deutliches Plus beim Gehalt bleibt.

    Zum Hintergrund: Standort ist Baden-Württemberg, nicht die ländlichste Gegend (aber auch nicht Ballungsraum Stuttgart), und alle meine Bekannten sind nicht die Dümmsten, aber auch nicht die Allerehrgeizigsten. Das ist alles natürlich nicht repräsentativ, aber die Gehälter werden von den Betreffenden als branchenüblich bezeichnet.

    Der Beitrag ist vielleicht ein wenig off-topic, aber für mich war es erstaunlich, wie gut insbesondere Gymnasiallehrer verdienen im Vergleich zur vielzitierten „freien Wirtschaft“. Ich selbst habe lange überlegt, Lehrer zu werden, aber ich konnte mir nicht vorstellen, mein ganzes Leben in der Schule zu verbringen. Lust zu unterrichten hätte ich inzwischen schon, aber aus meinem Bereich wäre ein Quereinstieg allenfalls in eine private Schule mit einem ausgefallenen Curriculum möglich. Oder Hochschullehrer, aber das ist eine ganz andere Geschichte…

    Niccola

  117. Sven

    Hallo an alle,

    Ich bin jetzt 17 Jahre alt habe grade meine Realschule hinter mir und befinde mich grade für einen Schüleraustausch in den USA, dazu habe ich noch eine Urkunde zum engagiertesten Schüler 2011 bekommen ich bin (dadurch bin ich auf diesen Blog gekommen) interessiert daran Lehrer zu werden. Ich habe mir alle Kommentare durchgelesen was mich fast 2 Stunde gekostet hat und musste mich bei manchen mehr oder weniger niveaulosen Kommentaren fragen wo ich hier gelandet bin. Zu dem Thema das Lehrer zu viel / zu wenig Geld verdienen würde ich gerne dich Sicht als Schüler mal darlegen. Ich denke das sie nicht gerecht entlohnt werden da sie schon viel Stress ausgesetzt sind wenn ich an manche Situationen aus meiner Schule denke was Lehrer sich von Schülern bieten lassen müssen kommt mir das gruseln vor dem Job dazu kommt dann noch das was sie sich von Eltern sagen lassen müssen und zu hören kriegen. Dazu kommt noch das sehr viele Lehrer Geld in die Materialien stecken müssen weil vom lieben Vater Staat kein Geld mehr kommt und sie den Schülern trotzdem guten Unterricht bieten wollen. Ich war ein Jahr lang Schulsprecher und habe glaub ich ein bisschen mehr als andere Schüler mitbekommen. Ich meine ich bin ein 17 jähriger Jugendlicher und kann sagen das jeder in meinem alter ein besonderes Auge aufs Geld legt und ich kaum einen kenne der sagt er möchte Lehrer werden weil es sein Traumberuf ist wenn wir Jugendlichen sehen was es für ein Aufwand ist um Lehrer zu werden und was im Klassenzimmer so „abgeht“ von Beleidigungen zu körperlichen Angriffes und dann trotzdem nicht wirklich viel verdienen ist doch klar das niemand mehr Lehrer werden will ich meine man kann in den meisten Jobs mehr Geld verdienen mit dem Selben Aufwand und hat nicht diese Risiken die ein Lehrer hat. Nun ja jetzt mal zum Thema
    Ich habe gehört das die neuen Lehrer „nur“ noch Verträge von Ferien zu Ferien bekommen also die Ferien nicht bezahlt bekommen (Ich rede von NRW) wenn das noch dazu kommt kann ich verstehen warum wir Lehrermangel habe außerdem wäre es echt nett wenn mir ein Lehrer noch seine Erfahrungen des Lehrerdaseins schildern könnte wie der Physiker das gemacht hat.

    Sven

    (ich entschuldige mich falls viele Rechtschreib und Grammatik Fehler drin sind)

  118. Herr Rau Post author

    @Niccola: Ja, so toll verdient man anderswo auch nicht. Hängt aber vom Typ ab. Ich kenne durchaus Altersgenossen mit ähnlicher Geschichte, die mehr verdienen als ich (wenn auch sicher nicht locker das doppelte), habe aber nie auch nur annähernd repräsentativ herumgefragt.

    @Sven: Ja, das mit dem Niveau der Kommentare hat was mit dem Web zu tun. An dem Thema entzünden sich wohl die unterschiedlichen Ansichten, es ist sicher nur eine Stellvertreterdiskussion.

    Diese komischen Verträge kenne ich auch vom Hörensagen. Es gibt die fertigen Lehrer, die fest im Beruf sitzen und gleich viel Geld kriegen, egal wie gut sie sind; es gibt die jungen Lehrer, die sich hart tun, eine feste Stelle zu kriegen, und die tatsächlich teilweise mit hanebüchenen Verträgen bedacht werden. Einen Lehrermangel haben wir aber vor allem deshalb, weil kein Geld für mehr Lehrer da ist.

  119. Sven

    Hmm okay also wie ich ja geschrieben habe hab ich nicht einmal mein Abi in der Tasche was würden sie mir denn Empfehlen für fächer zu nehmen womit größerer chancen habe verbeamtet zu werde oder eher gesagt einen festen Job zu kriegen ohne diese ausbeuterischen Verträge von Ferien zu Ferien.

  120. Okri

    Hallo Sven!

    Nun muss ich mich mal einschalten… Bei dieser Frage werde ich immer hellhörig: Man kann nicht in einem Fach wirklich erfolgreich und gut sein, wenn man es nicht aus Leidenschaft und Hingabe betreibt.

    Sehr gute Chancen hat man mit Mathematik und Physik. Allerdings hauptsächlich, weil es wenige durchziehen. Einerseits wegen des schon wirklich hohen Anspruchs, andererseits aber, weil die Wirtschaft diese Anstrengungen z.T. deutlich besser entlohnt.

    Bist Du mit all Deinem Herzblut an ner Sache dran, dann bist Du auch gut genug für ne Verbeamtung. Und wenn das nichts wird, dann kann man mit dieser Leidenschaft bei jedem Bewerbungsgespräch überzeugen.

    Ich hab M/Ph studiert, aber auf Grund eines Unfalls hatte ich dann keine Chance mehr auf ne Verbeamtung. Also hab ich mich in der Wirtschaft orientiert und arbeite nun als Business Analyst… Auch davon kann man leben. Und nebenbei bin ich immer wieder an Scdhulen befreundeter Studienkollegen für Seminare zu Marketing, zu Datenschutz, zu Kundenservice,… Mich hat das Lehre nicht wirklich losgelassen… Nur ist es nun eine willkommene Ergänzung zum „täglichen Doing“…

    Mein Tipp: Folge Deiner Leidenschaft!

    VG

    Okri

  121. Sven

    Vielen dank für deine Antwort Okri habe mir schon gedacht das so eine Antwort kommt. Ich habe gefragt da ich eigentlich in sehr vielen Sachen interessiert bin in Mathe sowohl auch in Englisch (ertst seitdem ich im Ausland bin denn eigentlich sind sprachen nicht so mein ding Legasthenie) und den Spaß am leren habe ich jetzt schon daran wird es ganz bestimmt nicht liegen.

    Vielen dank für diese Seite Herr Rau. Wie ist das denn mit 2 Nebenfächern wie Philosophie und Biologie oder zählt Philosophie garnicht als richtiges Fach? Denn ich habe mir sagen lassen Mathe ist nicht grade das leichteste Studienfach :D

  122. Herr Rau Post author

    Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In dem Forum schulthemen.de kriegst du vermutlich vielfältigere Hilfe als hier, frag da doch mal. (In Bayern gibt es Philosophie nicht, anderswo schon.)

  123. DerHans

    Ich habe den gesamten Blog komplett gelesen!(Wirklich)Und muß, sicher zum Entsetzen von Bruck und Rau und einigen anderen, sagen, Kurti hat, mit allem, was es schrieb, VOLLKOMMEN Recht!
    Und ich weiß in allen angesprochenen Bereichen, wovon ich spreche: Ich habe LA GymSek2 Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Anglistik studiert.
    Ich habe eine Berufsausbildung Industrie-Mechaniker und Kfz-Schlosser gemacht.
    Ich bin von der Berufsschule „gebeten“ worden, dort nicht mehr zu erscheinen, da ich als Abiturient und „Studierter“ mehr wußte als die „Lehrer“.
    Ich habe von eben diesen Lehrern gesagt bekommen, daß ich niemals die Gesellenprüfung schaffe, wenn ich nicht auf eine Berufsschule gehe.
    Ich habe die Prüfung mit 1,6 absolviert.
    Ich habe einen Sohn, der doch sehr ähnliche Erfahrungen wie Kurtis Sohn mit Lehrern und Schulen macht.
    Und ich mußte feststellen, daß ich von noch niemand so belogen wurde, wie von Lehrern.
    Ebenso wird gegenüber Schulleitung und Schulrat gelogen.
    Beweisbar durch Videos, die die Kinder im Unterricht von den Lehrern drehen und in denen die Beschimpfungen der Kinder und der Eltern durch die Lehrer zu sehen und zu hören sind.
    Aber das ist ja verboten und strafbar! Recht aufs eigene Wort. Lügen der Beamten ist aber nicht verboten?
    Es gibt sie, die guten Lehrer! Und ich schätze, es sind ca. 25% aller Lehrer! Der Rest ist … siehe bei Kurti.
    Ja, Kurtis Ausdrucksweise ist unangenehm!
    Und Sie Herr Rau, machen es sich sehr einfach, Kurtis Sicht der Dinge so abzuschmettern.
    Verständlich aus Ihrer Position, aber faktisch falsch.
    Da Sie durch das Phänomen „Betriebsblindheit“ daran gehindert sind, über den „Tellerrand“ zu schauen, ist von Ihnen gar keine andere Reaktion möglich.
    Man muß schon in der Selbsterkenntnis sehr weit fortgeschritten sein, um diese Falle vermeiden zu können. Große Firmen beschäftigen dazu externe Berater für teures Geld.
    Außerdem sind Sie ja Ihrem Beruf verpflichtet und keine „Kameradensau“ und kein „Nestbeschmutzer“.
    Leider wird sich, auch durch den Beamtenstatus!, in den nächsten 100 Jahren nicht viel ändern.
    Lehrer können auch nicht behaupten, wenig oder gar zu wenig zu verdienen, denn die Qualität (das was hinten rauskommt) ist miserabel.Von mir aus können sie 100 Stunden die Woche arbeiten und über Unterbezahlung klagen. Niemand außer Lehrer bringt diese saudäm….. Argumentation, woanders zählt nur die Leistung und nicht die aufgewendete Zeit. Bei Beamten ist das ja anders, gelle.
    In Kanada und Finnland schaffen 80% einen akademischen Abschluss. In Deutschland 20%.
    Und dort sind nicht schlauere Schüler oder mehr Drill oder geringere Anforderungen.
    Der Hauptunterschied: Bessere Lehrer! Viel bessere Lehrer.!!!!
    Unterhalten Sie sich mal mit Matti Meri.
    Der sagt Ihnen ganz klar, dass Deutschland das Problem der unfähigen Lehrer hat, die gehätschelt werden, weil unkündbar und als Beamte von der Fürsorgepflicht des Schulleiters und der Schulämter und des Ministeriums umsorgt.
    Er drückt es nur nicht so leicht verständlich aus, wie Kurti.
    Weil, das wäre ja nicht politisch korrekt.
    Na denn, leben Sie weiter in Ihrer Traumwelt! Sie können gar nicht anders, sonst müssten Sie Ihre Existenz in Frage stellen.
    Und da gibt es psychologische Hindernisse. Jean Piaget hat sich intensiv damit beschäftigt.
    Leben Sie weiterhin wohl.

  124. Herr Rau Post author

    „Leben Sie weiterhin wohl.“

    Ich betrachte das und den Ton des Kommentars allgemein als Wunsch, nicht in eine Diskussion einzusteigen, einen Wunsch, den wir erfüllen sollten.

  125. Niccola

    Wenn es um die reinen Zahlen geht, müssen höhere Beamte den Vergleich mit der freien Wirtschaft sicher nicht scheuen:

    35-j. Studienrat BW A13(7) verh. 2 Kinder LStKl IV (3.200/m abz. KK) (2.900 netto/m) entspricht etwa 65.000 brutto/a

    38-j. Oberstudienrat BW A14(8) verh. 2 Kinder LStKl IV (3.550/m abz. KK)(3.250 netto/m) entspricht etwa 72.000 brutto/a

    45-j. Studiendirektor BW A15 (10) verh. 2 Kinder LStKl IV (4.000/m abz. KK)(3.700 netto/m) entspricht etwa 84.000 brutto/a

    zum Vergleich: Ein Ingenieur in der freien Wirtschaft bekommt laut der unten angegebenen Studie zwischen 55.700 (Median) und 59.130 (Durchschnitt) Euro brutto pro Jahr (unterstellt man einschließlich Prämien und Urlaubsgeld etc. 13,5 Monatsgehälter)

    http://www.lohnspiegel.de/dateien/wsimit_2011_01_LohnSpiegel_Ingenieure.pdf

    Dieser Artikel der FAZ bestätigt diese Tendenz in etwa (siehe Tabellen):

    http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/recht-und-gehalt/gehaelter-der-ingenieure-chemie-zahlt-am-besten-1635371.html

    Im tariflichen Bereich des ÖD sieht es etwas anders aus. Dort entspricht ein E13-TVL-Gehalt auf die Zeit als Erwerbstätiger gerechnet etwa den Bezügen eines unverheirateten kinderlosen A10-Beamten (Sachbearbeiter im gehobenen Dienst). Man beginnt mit einem Jahresbrutto von ca. 40.000 Euro und erreicht nach 10 Jahren Tätigkeit ca. 57.500 Euro.

    Dies nur als Hintergrund, um die Höhe von Lehrergehältern des höheren Dienstes in einen Bezug zum übrigen Arbeitsmarkt zu setzen.

    Nicht aus den Augen verlieren sollte man schwer monetarisierbare Faktoren wie überdurchschnittliche Arbeitsplatzsicherheit, höhere Pensionsbezüge der Beamten und ein (unterstellt) familienfreundlicheres Arbeitsumfeld im öffentlichen Dienst.

    Wie hoch der individuelle Aufwand ist, den man für ein entsprechendes Gehalt betreiben muss, kann man diskutieren und hängt sicher von vielen Faktoren wie Fächerwahl, Betriebszugehörigkeit, persönlicher Leistungsfähigkeit oder Arbeits(um)feld ab. In den obigen Kommentaren sind ja verschiedene Sichtweisen und Erfahrungen dargestellt worden.

    Niccola

    P.S.: Vor diesem Hintergrund finde ich schon, dass A13+ ein tolles Verdienst ist, Herr Rau (vgl. Kommentar vom 05.12.2011). Aber, da haben Sie recht, es gibt immer einen, der mehr bekommt.

  126. heureka

    zum Thema Lehrergehalt:

    vorneweg. in der erweiterten Verwandtschaft und Freundeskreis sind 4 Pädagogen in Berufschulen und Gymnasien.

    Allesamt OStR oder StudDir.

    Sicher hat auch der Lehrerberuf seine Schattenseiten (freche unverschämte, zur Gewalt neigende Jugendliche, besserwisserische Eltern). Und man wird sich auch bezüglich o. g. Faktoren ein dickeres Fell zulegen (müssen).
    Wenn man vergleicht, dass ein StudDir. mit A15 nach Hause geht ist dies ein sehr gutes Gehalt.
    Zum Vergleich ein Finanzamtsvorsteher wird gleich entlohnt. Dieser hat je nach Größe 100-200 Angestellte und Beamte unter sich und hat ein ganz anderes Verantwortungsniveau. Von den fachlichen Ansprüchen ganz zu schweigen….
    Im Schuldienst wird alljährlich mit Routine der Lehrplan abgespult. Und fachlich ändert sich nicht allzu viel. mal ein paar andere Inhalte, das wars. Geistig anspruchsvoll ist die Arbeit keineswegs. Sicher sollte man pädagigisches Geschick haben, dass es vielen daran mangelt weiß ich aus eigener Erfahrung und denen der Kids.
    Die wöchentliche Arbeitszeit liegt massiv unter der eines normal Berufstätigen. 23 oder 24 Wochenstunden zu 45 min. ist doch kein Pensum für einen leistungsfähigen gesunden Menschen.
    Ja, jetzt kommt: die Klassenarbeiten und die Vorbereitung! Ersteres wird überweigend während der Klassenarbeiten anderer KLassen erledigt oder man gibt den Schülern ne längere Aufgabe und korrigiert solange die der anderen Klasse – das ist gängige Praxis. Und Vorbereitung? hält sich doch sehr in Grenzen. Was ändert sich an Mathe, Englisch, Latein, Deutsch? im Grunde nichts, bis auf ein paar Umstellungen im Lehrplan. Der Satz: Lehrer ist der bestbezahlte Halbtagsjob stimmt zwar nicht zu 100% aber zu 80 %. Wie gesagt alles lebende Beispiele uas Family und Freundeskreis…
    Dann der Urlaub. 14 Wochen sind für alle anderen Berufstätigen völlig unerreichbar.
    Die hier genannten Gehaltsvergleiche hinken doch alle gewaltig. Ein Vergleich der Netto-Gehälter greift da viel zu kurz. Es gibt ein Sachbuch mit dem Titel „Faktor 2“. Absolut lesenswert übrigens. Hier wird dargelegt, dass ein Beamtengehalt umgerechnet das 2-fache des auf der Lohnsteuerkarte ausgewiesenen Gehalts ausmacht (gilt so natürlich nicht nur für Lehrer). Das ist zum einen die üppige Alters- und Hinterbleibenenversorgung, Beihilefansprüche für die ganze Familie, umfassenden Berufsunfähigkeitsschutz, absolut sicherer, unkündbarer Arbeitsplatz, Arbeitsplatzgarantie sehr bedeutend für Eltern nach der Babypause.
    Wenn man exemplarisch nur die Altersversorgung näher betrachtet. Eine derart gute Versorgung kann ein Angestellter so gut wie nie erreichen, da kann noch so viel riestern und rüruppen, was er sich vom Netto runtersparen muss.
    In der WiWo wurde berechnet, dass bei dem aktuellen Zinsniveau ein Versorgungskapital von etwa 900.000 € erforderlich ist, um eine Beamtenpension der höheren Dienstes auszufinanzieren!!!!
    d.h. um entsprechendes zu erhalten müsste ein Selbstständiger einen Kapitalstock von fast 1 Mio € zu Beginn seiner Rentenphase angespart haben. Ein Ding der Unmöglichkeit. Weiter kosten den Beamten BU-Schutz, Beihilfe zu Krankenversicherung keinen Cent. der Normalbürger muss dies überweigend vom versteuerten Einkommen bezahlen, während der Beamte dafür nicht einmal einen „geldwerten Vorteil“ versteuern muss!!!
    Neuerdings muss ja sogar für Dienstfahrräder eine Eigennutzung pauschjal mit 1% der Listenpreises versteuert werden! An die vielen goodies der Beamten will keiner ran.
    Fazit: von der Privilegierten sind die Lehrer die Könige!!!!

  127. Herr Rau Post author

    Sie haben jetzt ihrem Herzen Luft gemacht, heureka. Darf ich Sie so interpretieren: Lehrer sollten weniger verdienen, oder worauf wollen Sie sonst hinaus? Oder sollen sie nur keine Beamten mehr sein? Bei letzterem gebe ich Ihnen recht. Ich kann es eigentlich kaum erwarten, bis Lehrer streiken dürfen. Eine echte Legitimation für Beamtentum bei Lehrern sehe ich nicht („hoheitliche Aufgaben“), nur eine pragmatische: Es kommt den Staat billiger, weil er dann Leute hat, mit denen er disponieren kann, wie er will. So oder so sind die Ansprechpartner für das Beamtentum nicht die Lehrer, sondern ihr Landesparlament. Schreiben Sie denen.

    Wenn Sie gute Lehrer wollen, müssen Sie ihnen etwas bieten: Gute Arbeitsbedingungen oder anständiges Gehalt. Die Arbeitsbedingungen sind nicht gut. Wenn Sie weniger zahlen, müssen Sie die Arbeitsbedingungen verbessern. Können Sie auch machen. Wenn Sie beides herunterfahren, kriegen Sie Leute wie mich in Zukunft nicht mehr. Es kann aber auch sein, dass weniger qualifizierte Lehrer tatsächlich ausreichen.

    Was angemessene Bezahlung ist, darüber kann man wirklich streiten. Aber nicht über die Inhalte des Lehrerberufs, da ist so ziemlich alles, was sie schreiben, falsch.

  128. embee

    Wow, was für ein Monster wurde denn hier wiederbelebt? Also gut, wenn es schon mal wach ist, kann ich ja auch noch ein Körperteil bzw. eine Perspektive beisteuern:

    Nahezu alle Lehrer, die ich kenne, haben nach dem Referendariat nur mit 80-Prozent-Stellen begonnen – und zwar bewusst. Daraus kann man nun verschiedene Dinge schlussfolgern, je nach sowieso schon gefasster Meinung. Z.B. könnte man ableiten, dass Lehrer so gut verdienen, dass 80 Prozent des normalen Gehalts schon mehr als genug sind. Man könnte auch folgern, dass diese jungen Leute offensichtlich schon von Anfang an die faulen Säcke sind, für die viele sie halten.

    Man könnte natürlich auch nachfragen, warum jemand freiwillig auf ein Fünftel des möglichen Gehalts verzichtet, und als Antwort bekommen, dass es vielen jungen Lehrern einfach nicht vorstellbar erscheint, mehr als 20 Stunden in der Woche zu unterrichten, weil jede einzelne dieser Stunden mit einem Vielfachen an Vorbereitung verbunden ist. Ich bin als ordentlich bezahlter Informatiker aus Idealismus ins Lehramt umgestiegen und kann nur sagen, die Arbeitsbelastung ist enorm. Ich verbringe jetzt im Referendariat 20-25 Stunden an der Schule (nein, nicht nur Unterricht, auch Besprechungen, Pausenaufsicht, Schülergespräche, Materialien vorbereiten, mal einen Kaffee trinken, so wie in jedem anderen Job auch). Dann ist aber noch keine einzige Stunde vorbereitet. Dafür muss ich mindestens nochmal die selbe Zeit ansetzen. Ich habe also schon mit einem Deputat von nur 11 Wochenstunden eine 40-50h-Woche. Kein Wunder, dass ich mir, wie viele andere, im Augenblick noch nicht vorstellen kann, dieses Pensum in Zukunft einfach mal zu verdoppeln. Ich sitze jetzt schon oft genug bis nach Mitternacht am Schreibtisch. Ja, ich hoffe und glaube, dass mit Erfahrung und Routine manches leichter und weniger zeitintensiv wird. Ich sehe aber auch, dass die Kollegen, die schon länger dabei sind, zum „Ausgleich“ alle irgendwelche Zusatzaufgaben bekommen haben und nicht weniger zu tun haben als ich. Oberstudienräte sind sie deshalb übrigens noch lange nicht.

    Also: Verdienen Lehrer gut? Ich denke schon; kaum einer bestreitet das. Hätte ich als Informatiker in der Industrie mehr verdienen können? Ja. Ist die Bezahlung angemessen? Ich kann dazu nur sagen: In meinem alten Job habe ich genau so gut verdient, bei spürbar geringerer Arbeitsbelastung und nur punktuellem, nicht täglichem Stress (nach dem Unterricht ist immer vor dem Unterricht). Lehrer zu sein ist ein schöner Beruf für Idealisten – niemandem würde ich den Job wegen des Geldes empfehlen! Er hat große Vorteile, insb. was die Vereinbarung von Beruf und Familie angeht – aber das Geld? Sollte nie der Grund für diese Berufswahl sein und ist es meiner Erfahrung nach auch nie.

    Zum Schluss noch einmal die Frage: Wo gibt’s das, dass Leute freiwillig auf Gehalt verzichten, weil eine „volle Stelle“ erstmal einfach nicht machbar erscheint?

  129. Pingback: Zur Bezahlung von Lehrern und falsche Lehrer in Kollegien | Kreide fressen

  130. Jenny

    Hallo,

    ein sehr interessanter Thread, der doch zum Mitdiskutieren anregt.
    Meinen Überlegungen vorausschicken möchte ich, dass die Motivation fürs Lehrerwerden nicht die Verbeamtung, Jobsicherheit, u.ä. sein sollte.
    @heureka
    Du kennst seltene Exemplare von Lehrern. Ich fahre morgens um sieben zur Arbeit und bin um halb vier wieder zurück, bei 26km Anfahrt. Meine 25 Stunden sind so mit Freistunden gedehnt, dass ich jederzeit flexibel für Unterricht eingesetzt werden kann, gerne auch 90 Minuten in unbekannten Klassen. Innerhalb eines Jahres habe ich 55 Vertretungsstunden angesammelt. Eingeplante Korrekturzeit geht da oft flöten. Um halb vier beginne ich dann zu korrigieren und vorzubereiten. Mein Tag endet dann oft nach Mitternacht, wenn mein Mann schon lange schläft. Schnelle Vorbereitungen und Korrekturen sind vielleicht bei Kreuzchentests und exaktem Befolgen der Vorbereitungen von vor 30 Jahren möglich, entsprechen aber nicht mehr heutigen Ansprüchen und werden auch in meinem Kollegium von niemandem vertreten. Gerade die End-50er sind die engagiertesten Kollegen, die vielseitig unterrichten und geistig flexibel geblieben sind. Sie betreiben einen hohen Aufwand, um auf dem neuesten Stand zu sein, obwohl sie nicht einmal verbeamtet sind und sind hoch professionell.
    Zum Arbeitsaufwand kommen Abiturkorrekturen. In der 1.Korrektur liegt der Aufwand pro Klausur (Englisch) bei ca. 2 Stunden, in der 2. Korrektur bei 1 Stunde. Die Stunden, die dafür in der 12 ausfallen werden meist voll für Vertretungen verwendet, anstatt als Korreturzeit gegeben zu werden. Die 2. Korrektur bekommt keine Anrechnungsstunden.
    Dabei ist noch keine Klassenlehrerorganisation erfolgt, keine Bücherabrechnung, Klassenfahrtsplanung, Wettbewerbsausrichtung, Konferenz, Elternabend, Elterneinladungen zu diversen Konferenzen, Klassenkonferenz vorbereitet, Dienstberatung, Fachkonferenz, Elterngesprechtag, etc. Es ist noch kein Schüler besonders gefördert oder im Einzelgespräch gepflegt worden, hat noch kein Schüler einen Test nachgeschrieben oder vergessene Hausaufgaben nachgearbeitet.
    Ich kann nur für meine Fächerkombination Eng/Eth sprechen und kann nicht sagen, dass ich unterfordert bin. Das Ferienargument zieht natürlich immer, aber ohne die Ferien wüsste ich gar nicht, wann ich meine Klassenarbeiten, Abiturklausuren und Tests korrigieren soll, eine neue Unterrichtseinheit richtig edel und ansprechend vorbereiten soll oder Beurteilungen schreiben soll. Wirklich toll sind die 6 Wochen Sommerferien, die einzige wirklich schulfreie Zeit.
    Jeder Ehepartner von Lehrern wird bestätigen, dass der Job zeitintensiv ist und Disziplin fordert. Nicht umsonst ist Burn-Out und Alkoholismus ein Thema. Wir haben noch gar nicht über Lärmbelastung im Schulalltag (hier besonders die Sportlehrer betroffen) und Verantwortung gesprochen. Sicher hat man keine 100 Angestellten unter sich (ob die Verantwortung für 100 fest verbeamtete Personen, die als Vergleich zum Schulleiter angeführt wurde, so belastend ist, sei mal dahin gestellt), man entscheidet aber mit über die Zukunft von 1000 von Heranwachsenden, gibt ihnen Feedback, vielleicht den entscheidenden Stupser zur Berufswahl, motiviert sie, macht sie optimistisch und mutig. Man entscheidet über ihre schulische Laufbahn, ihr Prüfungsbestehen, über die Inhalte, die sie lernen. Oder man erreicht das Gegenteil. Wenn das keine Verantwortung ist, zu der man vor dem Staat, dem Kind und den Eltern auch stehen muss, dann weiß ich auch nicht. Aber solange es nicht um Geld oder Wirtschaftsgüter geht, gilt das wohl nichts.
    Ein wenig mehr Wertschätzung und Anstand anstatt ein Augenverdrehen und ein „ach du wolltest also einen entspannten Job, Lehrer ist doch ein Lottogewinn“ wäre schön. Natürlich sollte die Lehrerschaft kritisch betrachtet und in ihrer Arbeit überprüft werden. Dennoch gehört, wie bei jeder anderen Berufsgruppe auch, ein gewisser Respekt vor dem Können, der Leistung und dem Engagement von Lehrkräften dazu.

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