“Bayern geht entschieden gegen Unterrichtsausfall an Schulen vor”

Mittwoch, 18. April 2007 | Herr Rau

Bayern geht entschieden gegen Unterrichtsausfall an Schulen vor
(Pressemitteilung aus der bayerischen Staatskanzlei vom 17. April)

Diese Überschrift klingt so, als wäre irgend jemand anderes verantwortlich für diesen Unterrichtsausfall als die Bayerische Staatskanzlei selber.

Kategorien: Schule (Alltag)

8 Reaktionen auf ““Bayern geht entschieden gegen Unterrichtsausfall an Schulen vor””

  1. Violine sagt:

    Machen wir ‘ne Serie draus: “Schule für Anfänger”!

  2. Beelzebub Bruck sagt:

    Das offenkundige Problem ist, dass es immer genügend Leute zu geben scheint, die diesen Krampf glauben.

  3. Schaumburg sagt:

    Tja, das Schöne an der Formulierung ist ja, dass die Lösung offen ist. Die Landesregierung kann ja Schuld an der Misere sein, aber die Lösung bei anderen verorten.
    Die Lehrenden könnten ja einfach “entschieden aufgefordert werden”, mehr zu arbeiten. Ausfallstunden ließen sich so weiter verringern; auch ohne zusätzliche Kosten :)

    Ich denke, dass der Unterrichtsausfall nicht das eigentliche Problem der Schule ist. Es lässt sich nur gut in politischen Diskussionen verwenden und mit Zahlen und Statistiken untermauern. Egal wie. Hauptsache die Landesregierung tut was.

    Wir brauchen mehr Lehrende (15:1 Verhältnis wäre wünschenswert). Wir brauchen mehr Muße… Aber ob das auch im Sinne “des Kapitals” ist?

    Gruß aus dem “hohen Norden” (NRW) :)

    F.

  4. Hokey sagt:

    Vielleicht sind ja diesmal terroristische Islamisten schuld?

  5. Hokey sagt:

    Oder islamistische Terroristen – wie man es eben nimmt…

  6. Herr Rau sagt:

    Vom Kollegen heute auf Nachricht und Kommentar in der SZ hingewiesen worden: “Ein-Euro-Jobber am Lehrerpult”. An einem Gymnasium ganz in der Nähe machen Ein-Euro-Jobber auch Aufsicht und Vertretung. Unabhängig davon, dass es ein Unding ist, für dringend benötigte Hilfs- und Verwaltungskräfte an einer Schule kein Geld zu Verfügung zu stellen, sondern auf diese Art und Weise Arbeitslose auszunutzen: So soll Unterricht gesichert werden?
    Natürlich sind auf die Schnelle (siehe zukünftigen Eintrag: Personalpolitik des Kultusministeriums) nur schwer qualifizierte Lehrkräfte aufzutreiben. Aber wenn man Lehrer durch Verwaltungs- und andere Kräfte unterstützen würde, könnten die Lehrer auch besser unterrichten. Fürs Aufsichtführen und die Computerwartung und das alphabetische Sortieren von Schulaufgaben muss man nämlioh kein Lehrer sein. Zusätzliche Angestellte an einer Schule sind prinzipiell eine gute Idee. Aber als Ergänzung, nicht als Ersatz, und nicht für einen Euro.

  7. Beelzebub Bruck sagt:

    Hinkende Analogie I
    Im Zeitalter des Absolutismus (und auch später noch) konnten sich reiche Bürgersöhne von der Quälerei des Wachestehens oder gar des Wehrdienstes befreien, indem sie irgendeinen armen Bauernsohn dafür bezahlten sich an ihrer Stelle knechten oder gar totschießen zu lassen.
    Hurra, jedem Lehrer seinen Woyzeck!

    Hinkende Analogie II
    Woher stammt eigentlich der bairische Ausdruck: “dem depp sein breznsalzer”?

  8. Irene sagt:

    Dass die Bildungspolitik bei uns die Bildung in den Schulen bisher nicht nachhaltig verbessert, ja zumeist nicht einmal sichert, weiß jeder, der eine zeitlang mit Schule zu tun hatte. Dass das aber auch ganz anders aussehen kann, erfährt jeder, der einmal über den Tellerrand von Deutschland hinweg schaut. Aber die deutschen Steuerzahler bezahlen den Bildungspolitikern zwar die Reisen nach Finnland, Schweden, vielleicht auch Japan, Änderungen in der Bildungspolitik ergeben sich daraus aber nicht.
    Nur schade? Oder doch eher ärgerlich?
    Warum nehmen eigentlich Lehrer, Eltern, Schulleiter, Schulaufsichtsbeamte alles so hin?

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