Was tun: Schüler beleidigen Schüler online

By | 14.4.2008

Vor kurzem waren Eltern beim Schulleiter und mir, die Ausdrucke („Beweisstücke“) mitgebracht haben, wie sehr Ihr Kind im SchülerVZ von Klassenkameraden verbal angegriffen wird. Natürlich ist das Ausdruck von Prozessen, die auch am Vormittag passieren und die auch besprochen werden mit den Betroffenen. Aber ich habe mich geweigert, die Aktionen im SchülerVZ als Grundlage für eine Schulstrafe o.ä. zu nehmen. Also, ich meine das ist Privatsache der Schüler, das müssen die auch privat regeln.

Ich hatte das Problem in dieser Form noch nicht, also dass Eltern auf mich zugekommen sind – aber ich kenne natürlich nicht nur mündliche Beleidigungen in der Pause, Zettelchen mit groben Beschimpfungen und auch Beleidigungen online. Wie umgehen mit zur Kenntnis gebrachten Online-Beleidigungen?

(Gefunden in der Sprechstunde, mein Kommentar dazu siehe dort.)

6 thoughts on “Was tun: Schüler beleidigen Schüler online

  1. Patrick

    Zunächst mal im SchülerVZ anzeigen und ggf. den Account des Beleidigers sperren lassen, dann Gespräche mit Opfer und „Täter“ führen, der Einwand, das sei Privatsache geht mir ein wenig zu kurz. Schließlich ist die Schule das gemeinsame Forum, in dem sich Beleidigender und Beleidigter kennen gelernt und Kontakt und in dem auch das zwischenmenschliche Mißverhältnis entstanden ist. Zwar sollte Schule nicht ersatzweise erziehen müssen, aber, je nach Schärfe der Beleidigung, könnte sie zumindest ihren Einfluss geltend machen. Und wenn alle Stricke reißen: Warum erstatten die Eltern nicht Strafanzeige?

  2. Melanie

    Dieses Mobbing via Internet ist schon eine Krux. Den Eltern würde ich auch empfehlen sich mit den Verantwortlichen von SchülerVz auseinanderzusetzen und eben dafür zu sorgen, dass der Account von dem mobbenden Schüler gesperrt wird. Allerdings denke ich, dass dies nicht wirklich eine Lösung ist.
    Ich schließe mich da der Meinung von Patrick an. Es müssen mit den Betroffenen bzw. allen Beteiligten Gespräche geführt werden. Denn nur so kann man die Ursachen für die Antipathien heruasfinden und eine adäquate Lösung anbieten. Da die Beleidigungen anscheinend nicht nur virtuell stattfinden, sondern auch in der Schule, bin ich der meinung, dass sich die Schule da nicht herausnehmen kann. Sicher kann die Schule bezüglich des Onlineportals keine Sanktionen verhängen, aber sicher doch für die Situation, die im Schulhaus bzw. Schulalltag passiert. Zusätzlich sollten auch Gespräche mit den jeweiligen Eltern getätigt werden. Schließlich sehen diese ihre Kinder täglich und können auch Einfluss auf den Internetzugang nehmen.
    Tja, und wenn das alles nichts hilft, dann würde ich auch eine Anzeige empfehlen bzw. die Schule wechseln.

  3. Robert Nitsch

    Meine Meinung:
    Ganz einfach bei SchülerVZ melden und die Unruhe-Stifter werden aus dem SchülerVZ ausgeschlossen (gesperrt oder gelöscht).

    Ob Privatsache oder nicht … ich finde das beste ist, wenn man die Unruhestifter als Lehrer einfach besonders im Auge behält und schaut, ob sie sich in der Schule auch so kindisch und asozial aufführen. Ggf. dann eingreifen…

    MfG, Robert Nitsch

  4. Lisa Rosa

    Ich schließe mich Robert Nitsch an. Aber zusätzlich: Kommunikationsverhalten im Netz, Mobbing im Internet, „Happy slapping“ usw. – das sind doch auch brandwichtige Themen zur Behandlung im Unterricht. Ich würde einen solchen Vorfall nicht bloß als individuelle Angelegenheit pädagogisch bearbeiten, sondern Unterricht draus machen. Die Schule ist doch nicht bloß Lebensberatung und „Polizei“, sondern in erster Linie Lernort. Und an diesem Vorfall können bestimmt alle Schulmitglieder eine Menge lernen.

  5. croco

    Vor einem jahr hatten wir in einer Woche zwei solcher Fälle.
    Die Eltern der gemobbten Kinder gingen sofort zur Schulleitung.
    Das Ganze wurde über Tadel usw.geregelt.
    Gut war, dass wir den anderen Schülern so zeigen konnten, dass nichts geheim bleibt oder privat ist, was im Netz steht.

  6. joachim

    Ich halte die Auseinandersetzung mit Cybermobbing und anderern Phänomenen des WEB 2.0 in der Schule für dringend notwendig. Elternhäuser und Schulen haben einen gemeinsamen Erziehungsauftrag in Sachen Medienpädagogik, hier Medienethik.

    Auf den Webseite von Klicksafe gibt es ganz neues Unterrichtsmaterial, um Cybermobbing im Unterricht zu behandeln.

    Viele weite Weblinks zur Medienpädagogik auf http://www.joachim-krus.de/links.htm

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