Unterrichtsverteilung im neuen Schuljahr
Montag, 1. September 2008Welcher Lehrer welche Fächer in welchen Klassen übernimmt, das erfahren die Lehrer an meiner Schule aus organisatorischen Gründen erst am Ende der Ferien. Nur die Grund- und Leistungskurse sind vorher bekannt, auch manche Sondernfälle. Im Juli haben die Lehrer Zettel abgegeben mit ihren Wünschen, damit die Schulleitung etwas mehr Informationen hat, anhand derer sie agieren kann.
Die kleineren Fachschaften können sich vorher gut absprechen, wer was nimmt. Bei Fachschaften wie Deutsch geht das schwerer, da da zu viele Leute mit zu vielen anderen Fächern drin sind, die mal hier und mal dort eingesetzt werden können oder müssen.
Die Stundenplaner kriegen die Unterrichtsverteilung spätestens eine Woche vor Ferienbeginn, wenn sie mit ihrer Arbeit beginnen. Auch der Personalrat schaut noch einmal drüber. Das haben wir vor ein paar Tagen gemacht, so dass wir danach unsere Anmerkungen mit der Schulleitung besprechen können.
Man achtet darauf, dass es nicht zu viele Deutschklassen oder andere Korrekturfächer für jeden Lehrer gibt, dass die Lehrer die Klassen kriegen, die sie sich gewünscht haben, dass nicht nur unerfahrene Lehrer in einer Klasse unterrichten, dass Lehrer nicht zu viele Jahre hintereinander dieselben Schüler unterrichten – und auf verschiedene andere Sachen. Die Zufriedenheit ist am Schluss doch wieder gemischt, wofür es verschiedene Gründe kriegt. Und ja, wir haben zu wenig Informatiklehrer.
Ich weiß dadurch auch schon, was für Klassen ich voraussichtlich kriege. Hm. Hm. Sososo. Schau mer mal.
Wer lange nicht mehr an der Schule war: So sieht der Neubau inzwischen aus, wenn man mit der S-Bahn daran vorbeifährt. (Ist von heute.) Schon schmuck, und sieht schon sehr aufgeräumt aus für eine Baustelle.
(Na ja, so viel erkennt man nicht mehr, nachdem youtube das Ding verarbeitet hat.)


Also, das sieht nach einem schicken Campus aus – ganz was anderes als meine Innenstadtschule derzeit.
Aber wieso wird darauf geachtet, “dass Lehrer nicht zu viele Jahre hintereinander dieselben Schüler unterrichten”. Ich habe Praktika an schulen gemacht, die genau dieses Konzept verfolgen – also möglichst viel Konstanz in den Lehrer-Schüler-Beziehungen. Ich fand dies sehr harmonisch. man konnte sich aufeinander einstellen. Vor Beziehungsproblemen wegzulaufen ist ja schließlich auch keine Lösung. Und wenn man weiß, dass man noch ein paar Jahre zusammenarbeiten wird, steckt man von beiden Seiten wohl auch mehr Energie in diese Bindungen, als wenn man weiß, dass man in einem Jahr eh wieder auseinander geht.
Ich kenne natürlich einige Argumente, die die Lehrertausch-Verfechter ins Feld führen, bin aber skeptisch, ob sich so Sozialverhalten dauerhaft lernen lässt.
Ich weiß, dieses Thema führt oft zu heißen Diskussion und bin gespannt, wie andere Leser dies sehen ;-).
Guten Start ins Schuljahr wünscht…
René
Wieviel bewusste Entscheidung an unserer Schule dahinter steckt, dass Lehrer nicht zu lange hintereinander unterrichten sollen, weiß ich nicht – vielleicht war es einfach nur immer schon so. Aber mir gefällt die Idee, die gleichen Lehrer in der Klasse zu lassen, auch gut. Ich kenne auch die Argumente für beide Seite.
So oder so ist dieser einzelne Punkt weitgehend akademisch. Wir kriegen zur Zeit jedes Jahr so viel neue Lehrer und schlagen uns mit Jahresverträgen durch, dass Kontinuität viel schwerer aufrechtzuerhalten ist. In jeder Hinsicht.
Das wichtigste bei der Stundenverteilung habe ich ohnehin vergessen, das spielt dabei auch mit hinein: Dass jeder Lehrer genau so viel Stunden unterrichtet wie vorgesehen. Das sind 25 Stunden bei den meisten Vollzeitlehrern (von denen wir sehr viel weniger haben, als man erwarten könnte), bis zu 28 Stunden bei nicht-wissenschaftlichen Fächern. Diese Zahl muss aufgehen – alles andere, ob persönliche Wünsche der Schüler oder Lehrer, ob pädagogische oder schulpolitische oder strategische Fragen, das kommt erst danach.
Vielleicht stehe ich gerade einfach zu sehr auf dem Schlauch, aber was versteht man unter “nicht-wissenschaftlichen” Fächern?
Zugegeben, Flint, sehr selbst erklärend ist das nicht. Denn nämlich: In Bayern (zumindest am Gymnasium) gibt es nicht wissenschaftliche Fächer, als da wären Sport, Musik und Kunst, glaube ich.
Lehrer dieser Fächer müssen mehr Stunden pro Woche unterrichten, wenn sie (auch) in diesen Fächern eingesetzt sind. Das geht hinauf bis 28 Stunden, glaube ich, wenn man nur nicht wissenschaftlichen Unterricht gibt.
Als wissenschaftlicher Unterricht zählen aber auch diese Fächer, wenn sie in der Oberstufe unterrichtet werden – im G9 ab der 11. Klasse, wo die 10. Klasse im G8 hingehört, konnte man mir noch nicht sagen.
Es gibt Tabellen, wo man nachschauen kann, wieviel Stunden man unterrichten muss in Abhängigkeit von der Anzahl wissenschaftlicher/nicht wissenschaftlicher Wochenstunden. Rechnerisch interessant ist das auch wegen des Arbeitszeitkontos: Bei Teilzeitlehrern lässt sich am Gehaltszettel ablesen, ob die AZK-Stunde eine wissenschaftliche war oder nicht. (Wenn sie 17 Stunden unterrichten, gibt es unterschiedlich viel Geld, je nachdem, wieviel wissenschaftlicher Unterricht dabei ist. Das ist erst mal nicht offensichtlich, aber logisch.) Zurückgegeben werden die AZK-Stunden möglicherweise nur als nicht wissenschaftliche Stunden.
“Und ja, wir haben zu wenig Informatiklehrer.”
War Informatik in Bayern nicht Pflichtfach? Wie wird das denn dann gelöst? Wenn das so bleibt, kann ich mir ja wirklich in 6 Jahren nach Studium und Referendariat die Schule aussuchen. Bei uns in Hessen sind es zumindest recht wenige die sich Lehramt in Informatik zutrauen: letztes WS in Frankfurt immerhin 25, hier in Darmstadt waren wir ganze 3(drei!) und für das WS09 haben sich auch gerade mal 5 Leute dafür entschieden. Dem gegenüber stehen dann 34 in Philosophie…
Okay, auf Sport als “nicht-wissenschaftliches” Fach hätte ich noch kommen können. Ich seh mich schon im Referendariat in einem Wust aus neuen Verordnungen ertrinken…
Schöne Schule übrigens. Bin schon auf die ersten Erfahrungsberichte gespannt.
@arit: Ja, Informatik ist am Gymnasium Pflichtfach – in 6 und 7 ein bisschen und für alle, in 9 und 10 etwas mehr, aber nur für diejenigen, die den naturiwssenschaftlichen Zweig gewählt haben, was die meisten Schüler sind.
(Der Lehrermangel heißt leider nicht, dass mehr Lehrer eingestellt werden – man behilft sich mit Arbeitszeitkonto und Aushilfsverträgen.)
Lehramt Informatik ist auch an bayerischen Unis kein sehr beliebtes Studienfach. Zahlen habe ich nicht da, aber es werden immer weniger, die das studieren; die Unis suchen sehr den Kontakt zu Schulen, um das Image der Informatik zu verbessern.
Das wird so gelöst: Wir hatten schon verschiedene Nicht-Lehrämtler, die unterrichtet haben, Informatikstudenten in verschiedenen Ausbildungsstadien, Teilabordnungen von anderen Schulen. Und mein Informatikkollege an der Schule (wir sind zu zweit) gibt im kommenden Schuljahr nur Informatik und keines seiner beiden anderen Fächer. Hätte ich auch gern gemacht, aber Deutschlehrer müssen immer Deutsch unterrichten. Selbst in Englisch habe ich wohl nur Intensivierungsstunden nächstes Jahr.
Mal eine Frage zu den Intensivierungsstunden: Ich dachte, die seien immer mit dem Fachlehrer gekoppelt, wie kann es dann sein, dass Sie nächstes Jahr nur Intensivierungsstunden in Englisch unterrichten?
Und ich dachte immer Lehrer unterrichten das, was Sie gelernt haben! Bzw. was sie am besten lehren können… Aber das ist ja subjektiv… Wenn ich jetzt an meine Grundschulzeit denke und soweit ich mich an meine Deutschlehrer erinnern kann, war das damals wohl nicht anders?!
Fächerbingo oder Lehrerlotterie!
@claudi: Ich halte es auch für sehr sinnvoll, wenn der Fachlehrer und der Intensivierungsslehrer dieselbe Person sind. Das wird an unserer Schule auch meist durchgehalten – aber leider nicht immer. Aus verschiedenen Gründen.
Die zwei Stunden, die es meist pro Lehrer sind sind (manchmal auch nur eine, wenn sich vier Lehrer zwei Schülerstunden teilen, aber decken wir den Mantel des Schweigens über derlei kühne Rechenkonstruktionen, die ich schon erleben durfte), die zwei Stunden sind verführerisches Schiebematerial, wenn einem Lehrer noch 2 Stunden bis zu seinem Deputat fehlen. Gerade bei Lehrern mit wenig Stunden hat man da auch wenig Spielraum, und wenn man dann noch. Ich nehme mal an, das war bei mir so.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass das in der ersten Fremdsprache in den 7. Klassen in einer Hand bleibt – das it das Fach, dem bei gleichem Lehrplan (was nicht anders machbar ist) eine Stunde gekürzt wurde, die durch eine Intensivierungsstunde ersetzt werden muss.
Außerdem gibt es seit diesem Schuljahr auch noch diese freifliegenden, nicht unbedingt klassengebunden Intensivierungsstunden, die quasi-freiwillig für Schüler sind. Die werden uns allen noch viel Freude bereiten.
@Basti: Klar unterrichten Lehrer das, was sie gelernt haben. Hm. Sozusagen. Für fast alle Fächer gibt es eine Lehrbefähigung, die Fakultas. Die kriegt man mit dem Examen. Man kann auch fachfremd eingesetzt werden. Früher musste ich mir öfter die Anekdoten erfahrener Kollegen anhören, die damals fünf Klassen Deutsch gleichzeitig, mit 40 Schülern drin, und fachfremd Geschichte und Erdkunde dazu… und so weiter.
Ich habe die Fakultas für Deutsch, Englisch und Informatik, ein Kollege zum Beispiel für Mathe, Physik, Informatik. Der unterrichtet viel Informatik, weil die Mathe/Sport-Lehrer die Mathematik übernehmen können, weil für Sport am leichtesten jemand Externes zu kriegen ist… Dafür kann ich dann zwei Deutschklassen übernehmen. So verschiebt sich das alles.
Und Traditionen gibt es natürlich auch noch.
Hallo Herr Rau,
auch wenn es eine andere Schulart betrifft:
Wie sind Ihrer Meinung nach die Einstellungsvoraussetzungen – auch hinsichtlich einer Verbeamtung – in den Fächern Informatik und Mathematik im Lehramt Realschule zu bewerten?
Einerseits hört man oft von der Suche nach Lehrern mit naturwissenschaftlichen/technischen Fächern oder sogar Lehrermangel in diesem Bereich, andererseits deutet Manches darauf hin,
dass im Zuge sinkender Schülerzahlen und derzeitige “Maßnahmen” zukünftig wenig Lehrer gebraucht werden.
Da ich vorhabe, ein Studium in der o.g. Fächerverbindung aufzunehmen, verunsichert mich diese Ambivalenz ziemlich.
Danke für die Antwort,
Christian
> Lehramt Informatik ist auch an bayerischen Unis kein sehr beliebtes Studienfach. Zahlen habe
> ich nicht da, aber es werden immer weniger, die das studieren; die Unis suchen sehr den
> Kontakt zu Schulen, um das Image der Informatik zu verbessern.
Genaue Zahlen habe ich auch nicht, aber an der LMU Muenchen gibt es geschaetzterweise eine Handvoll Studenten, die im Moment das Informatik-Staatsexamen ablegen. (Ich bin eine davon.)
An der TU sind es auch nicht viel mehr.
Und dabei ist das Studium gar nicht mal so schwer, wenn man es mit Mathematik vergleicht :-)
@Christian: Da habe ich gar keine Ahnung, tut mir leid. Nicht mal am Gymnasium, eben aus den genannten Gründen. Lehrermangel heißt nicht, dass man deswegen ausreichend neue Stellen schafft. Es macht ja auch Sinn, voraussehend einzustellen (zumindest solange Lehrer de facto ein Lebenszeitberuf bei einem Monopolarbeitgeber ist). Diese Voraussicht traue ich allerdings dem Finanzministerium nicht immer zu.
Spannend zu lesen, wie’s anderswo ist, gemacht wird!
An meiner Berufsschule hier in der Schweiz wissen wir im Normalfall 1- 2 Wochen vor den Sommerferien, wen und was wir im neuen Schuljahr unterrichten. Und sind manchmal sehr unzufrieden, weil so spät … ;-) Dennoch gibt’s noch kurzfristige Änderungen kurz vor Schulbeginn, weil manche Lehrmeister die Verträge so spät abschliessen. Kurzfristig können da auch einmal weitere Lehrpersonen eingestellt werden. Wir sind keine Beamte, diesen Status gibt’s in der Schweiz nicht mehr. Es herrscht also freie Marktwirtschaft. So ist die Schulleitung diesbezüglich ziemlich frei. So frei auch, dass die meisten ihre Lehrer in der letzten von 5 Sommerferienwochen für 2 – 5 Tage zur Arbeit aufbieten. Da gibt’s dann Konferenzen, Weiterbildung, Schränke ausmisten ;-), aber auch Zeit für individuelle Arbeit vor Ort. Obwohl dies eine Beschneidung meiner persönlichen Freiheit ist und wir alle eine Umgewöhnungszeit gebraucht haben, als dies vor einigen Jahren erstmals so gehandhabt wurde, befürworte ich dies heute. Für die Qualität des Unterrichts ist es sicher positiv. So manche Absprache, die sonst zwischen Tür und Angel stattgefunden hat, kann in Ruhe getroffen werden. Die Zahl der bei Schulstart völlig unvorbereiteten Lehrerkollegen hat sich wohl drastisch verringert, da der Rückflug vom Urlaub nicht mehr für Sonntag vor Schulstartmontag gebucht werden kann. ;-) Und nicht zuletzt verteilen sich die Kopierzeiten auf mehrere Stunden pro Tag. Oder kennt ihr ihn etwa nicht, den Stau v o r dem Kopierer?
Bei uns in Österreich wird die Planung für das nächste Schuljahr bereits kurz nach den Semesterferien des laufenden Schuljahres gemacht wird. Schülerinnen und Schüler melden sich dann zu den verschiedenen Unverbindlichen Übungen und Freifächern an und dananch erfolgt die Lehrfächerverteilung. Im Wesentlichen weiß also jeder Lehrer – zumindest an den Gymnasium – welche Fächer er in welcher Klasse unterrichtet schon während des vorhergehenden Schuljahres. Einzelne Klasse können sich zwar noch ändern, aber im Großen und Ganzen ist es klar.
Bei uns ist es so, dass es den Beamtenstatus schon noch gibt, aber seit 5 Jahren wird nicht mehr verbeamtet (bei uns heisst das “pragmatisiert”) und über die endgültige Abschaffung wird intensiv nachgedacht.
Da haben die Österreicher und Schweizer uns offenbar wieder ein wenig voraus.
Manchmal ist es schon wirklich erstaunlich, wie sich dann stundenplanerisch doch alles auflöst, was noch am letzten Ferientag als komplettes Chaos aussah.
Aber ein wenig mehr Weitblick scheint – wenn ich die Erfahrungen oben richtig interpretiere – durchaus zum positiven Arbeitsklima beitragen zu können.
Ich kenne auch Schulen in Deutschland, in denen die Unterrichtsverteilung sehr früh bekannt ist. Das hängt ab von der Größe der Schule ab und von der Fluktuation unter den Lehrern (die derzeit sehr hoch ist).
Der Beamtenstatus wird bei uns wohl noch lange bleiben. Er mag in manchen Punkten praktisch sein, legitimiert (“hoheitliche Aufgaben”) ist er nicht.
Was Iris oben schreibt, gefällt mir eigentlich gut. Sinnvoll. Und populär wäre das hier unter den Nichtlehrern, das kann ich gar nicht sagen, wie gut das ankäme. Aber wie das mit liebgewonnenen Dingen so ist: Ich hätte gerne eine Gegenleistung für diese fehlenden Ferientage. Ein Arbeitszimmer, Respekt, mehr Fürsorge durch den Arbeitgeber, irgend so etwas.
Aber liebe kolleginnen und kollegen im süden deutschlands, da müsst gar nicht über große grenzen schauen… in den neuen bundesländern, zumindest in bb und sa ist eine sogenannnte vorbereitungswoche von mindestens 3 (gern auch 4oder 5) tagen völig üblich und normal-und auch nicht schlimm. Richtig schön wird es sogar, wenn man mit den kollegen ins hotel zur fortbildung fährt (2-3 Tage)-das ist jetzt kein scherz, das kann ganz nett sein!
Und in Sachsen habe ich auch schon einmal eine ganze ferienwoche lang von 8-12 uhr telefondienst halten dürfen-bekanntgabe erfolgt kurz vor Ferienanfang.
Aber so eine Vorbereitungszeit kurz vorschuljahresbeginn erleichtert die zusammenarbeit und entzerrt den Anfang.
Herzliche grüße ausm Norden
auch realität. grosse berufsschule in heilbronn. fast 3000 schüler. weit über 100 lehrer: die deputatsverteilung sowie die individuellen stundenpläne waren schon zwei wochen vor den großen ferien fertig! nach den ferien gab es nur wenig änderungen. tja, man muss nur die richtigen (= geeigneten, professionellen) leute machen lassen. aufgrund meiner erfahrung stellt dies aber die absolute ausnahme dar. im allgemeinen findet man nur völlig (!!) inkompetentes führungs- und/oder organisationspersonal: vom abteilungsleiter bis in höchste ebenen. wer hat bloss diese ganzen luschen ausgewählt?
Der Eintrag ist zwar schon älter, aber mich würde mal interessieren, inwieweit sich die Lehrer ihre Jahrgangsstufen heraussuchen dürfen. Ich kannte da nämlich einen Lehrer, der nur in der Oberstufe unterrichten wollte, und die hat er auch bekommen (nur manchmal noch eine 10. Klasse, da hat er schon gestöhnt). Gibt es so etwas Ähnliches auch an Ihrer Schule? Meinetwegen auch umgekehrt, also vorzugsweise Unterstufe?
Noch kurz eine weitere Frage:
Kann man sich auch wünschen, 2 Klassen einer Jahrgangsstufen im selben Fach zu bekommen? Das wäre für mich als werdender Lehrer interessant, da dadurch die Arbeitsbelastung durch Unterrichtsvorbereitung (und ich habe bisher eben nur sehr wenig in der Schublade) sinkt.
Die zweite Frage ist leicht: Ja, das kann man sich wünschen, der Wunsch ist auch verständlich. Mir geht es allerdings so, dass ich mich wohler fühle, wenn ich möglichst bald mal alle Jahrgangsstufen gemacht habe. Diese Erfahrung hat viele Vorteile.
Die erste Frage: “Heraussuchen” ist ein zu starkes Wort. Zuerst steht mal, dass der Pflichtunterricht irgendwie erteilt werden muss, und das hinzukriegen fällt allen Schulleitern zur Zeit nicht immer leicht. Aber natürlich haben verschiedene Kollegen verschiedene Wünsche, und die werden in jeder Schule nach einem komplexen, streng geheim gehaltenen System (so wie beim Rezept für Coca Cola) berücksichtigt – abhängig von guten und schlechten Erfahrungen in den Vorjahren, der Verfügbarkeit, dem Verhandlungsgeschick, der Lautstärke des Klagen, Jammerns oder Flehens, den Fachkollegen, der Stundenzahl, der Seniorität und Belastbarkeit und anderen Faktoren. Oft werden sich die Wünsche der Lehrer mit den Vorstellungen der Schulleitung auch decken.
Wie das an meiner Schule läuft: Das sollte schulintern bleiben. Vermutlich läuft es so wie anderswo auch, denke ich.