Archive nach Jahr: 2009

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Wichteln 2009

Die letzten Schultage waren ein bisschen anstrenged. Manche Klassen waren teilweise weg, Theaterbesuch, was an sich löblich ist, andererseits den Eindruck verstärkt, dass an den letzten Tagen ohnehin kein Unterricht mehr stattfindet. So hatten meine Schüler mehr als sonst keine Unterlagen dabei. Exen schreibe ich keine, Noten mache ich keine in dieser Zeit – aber planmäßigem Unterricht hätte ich schon gerne.

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Für eine Öffentlichkeit schreiben: Geniale Idee

Selber darauf gekommen bin ich nicht, aber wenigstens erkenne ich eine gute Idee, wenn ich sie sehe: Kollege Z. im Treppenhaus der Schule, er geht nach oben, ich nach unten, um uns herum wuselnde Schüler, Zeit nur für einen kurzen Zuruf: “Was hältst du davon: Ich lasse jetzt die Schüler in mein Poesiealbum schreiben.”

Und in diesem Moment war alles klar. “Genial”, habe ich noch gerufen, dann war ich schon weiter. Kollege Z. hat jetzt also ein Poesiealbum, ich habe ein Poesiealbum und Kollegin N. auch. Und wir wetteifern, wer am meisten Einträge hat.

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“Mehr Bildung in Blogs”

Literatenmelu hat eine Umfrage angeregt unter diesem Namen, und zu gewinnen gibt es auch etwas, und weil mich die Fragen interessieren, mache ich mit. Ob es wirklich mehr Bildung in den Blogs braucht, da bin ich mir nicht sicher. Oder ja: mehr Bildung ist immer gut, aber Diskussion darüber gibt es mir genug.

Also:

  1. Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?
    An sehr vieles. Die Klassenzimmer, die Lehrer. Es war eine schöne Zeit, ich habe sehr viel gelernt und gute Noten bekommen. Und das alles ohne viel Anstrengung – ich war fast immer da, passte auf, machte meine Hausaufgaben, schaute mir vor jeder Stunde das Heft an. Das hat gereicht. Deswegen habe ich es auch nicht ganz so mit den neuen Lehrmethoden: Für Schüler wie mich war die alte Schule gut, und Schüler wie mich gibt es heute immer noch. Noten spielten sicher eine große Rolle, aber sie wurden nie hinterfragt, sondern akzeptiert. Lieblingsklasse: die elfte. Schön das Zusammenraufen der einen Vierergruppe mit mir drin (alles Science-Fiction-Leser oder gar Rollenspieler) und der anderen (Rockmusik, Haarschnitte, Zigaretten).
  2. Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?
    VHS-Videokassetten, Kassettenrekorder. Stift und Papier.
    Gelegentlich auch ein Religions- oder Englischlehrer mit Gitarre. Das zählt als Medium, finde ich: Lieder sind ein Mittel, um Geschichten und Inhalte zu transportieren.
    Overhead-Projektor: vermutlich, auch wenn ich mich an keine einzige Folie erinnern kann.16-mm-Filme: ja, auch, zumindest einer über Neuronen ist mir noch im Gedächtnis geblieben. Kopien und natürlich Umdrucke (für die Jüngeren: gelbliches Papier, riechen nach Alkohol).
    Am Computer gearbeitet, der Tandy. Mehr Erfahrung hatte ich zu Hause mit dem Commodore 64 und davor dem CBM 8032 oder gar PET.
    Selber genutzt habe ich Kopiergeräte und Kopien, auch Matrizen für den Umdruck, beides aber privat. Und natürlich Bücher, denen ich in der Schule aber wenig begegnet bin – in der Bibliothek war ich nur ein einziges Mal, glaube ich. Für die Facharbeit musste ich dort nicht groß recherchieren, meine Privatbibliothek enthielt bereits genug Sekundärliteratur zu Lovecraft.
    Nachtrag: oh ja, und einmal war ich im Sprachlabor!
  3. Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?
    Hm. Die Ausbildung scheint mir nicht das größte Problem zu sein. Am wichtigsten ist es, den Beruf flexibler zu gestalten, so dass man als ausgebildeteter Lehrer auch mal ein paar Jahre anderes machen kann. Das heißt wohl, den Beamtenstatus abzuschaffen. Und die zentralistische Einstellungspraxis ändern.
    Außerdem ist die Lehrerausbildung in den Bundesländern so verschieden wie der Rest des Bildungswesens; ich glaube auch, dass die Ausbildung je nach Schulart unterschiedlich ist. Schnödes Faktenwissen kann man jedenfalls nie genug haben.
  4. Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?
    Viel. Sonnenklar. Kann man natürlich auch gut oder schlecht machen, aber Möglichkeiten gibt es viele schöne.
  5. Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?
    Sie können, denke ich. Sowohl als Selbstlernkurs wie auch als Tutorium mit einem menschlichen Partner. Profitieren würden allerdings am meisten die Schüler davon, die sich selbst motivieren können. Die profitieren aber auch am meisten vom herkömmlichen Unterricht.
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Mittelalter-Weihnachtsmarkt

Glühwein getrunken, Leuten mit Fellen um die Schulter zugeschaut, Mittelalter-Band mit Schlagzeug und Schalmei zugehört. Sehr kalt, aber warm angezogen, leichtes Schneetreiben. Jetzt wieder im Warmen.

Das deutsche Äquivalent zum “Ye olde worlde shoppe” ist wohl das End-Ypsilon, etwa in “Wildbraterey” und dergleichen. Ich kann gut damit leben, auch mit den ganzen Mittelalterfesten, unhistorisch wie sind. In den USA heißen die Mittelalterfeste übrigens “Ren Faire”, kurz für “Renaissance Faire”. Wunderschön beschrieben in Sandman 73 – der inzwischen mehrere hundert Jahre alte Hob Gadling besucht einen solchen, ist zuerst griesgrämig, dann aber doch versöhnt.

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Filme schauen im LK

Gestern und heute im Deutsch-Leistungskurs Moderne Zeiten angeschaut (Charlie Chaplin 1933-1936). Ich hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen und vergessen, wie gut er doch ist. Nämlich sehr gut. Die ersten Sequenzen in der Fabrik erinnern noch an den Expressionismus; die Videoüberwachung am Arbeitsplatz ist sehr vorausschauend; die Kritik des Films an der Entmenschlichung und Entfremdung durch die Arbeit, am Zwang der Effektivität ist damals wie heute zeitgemäß.

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Spaß mit dem Beamer

Weil Weihnachten ist, gibt es jetzt in manchen Pausen in der Aula Besinnliches per Beamer an die Wand. Und weil ich gerne herumspiele, habe ich mal ausprobiert, ob ich meinen kleinen Laptop mit der eingebauten Webcam auch anschließen kann. Es geht:

Kamera auf Pausenhalle, Bild per Beamer an die Wand. Das nächste Mal probiere ich Rückkopplungseffekte aus – wenn ich die Kamera auf die Leinwand richte, auf die projiziert wird, sollte das tolle Effekte geben.
Was ich damit machen will, weiß ich noch nicht. Für Theateraufführungen, so dass sich das Publikum im Hintergrund selber sehen kann? Sicher nicht zur bloßen Unterhaltung der Schüler oder gar zu irgendeiner Form von Überwachung.

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Vorlesewettbewerb 2009 (des Börsenvereins des deutschen Buchhandels)

Traditionell nehmen unsere 6. Klassen jedes Jahr am Vorlesewettbewerb teil. Diesmal war es an mir, für die Organisation und Durchführung zu sorgen. Das Geheimwissen darum, wie man dabei vorgeht, wird ebenso traditionell von Druidenmund zu Druidenohr weitergegeben; ich habe in diesem Jahr aber meine Erfahrungen in Form einer Checkliste zusammengestellt, damit sich der Kollege im nächsten Jahr daran orientieren kann. Vielleicht hilft es ja.

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