Yearly Archives: 2009

Wichteln 2009

By | 24.12.2009

Die letzten Schultage waren ein bisschen anstrenged. Manche Klassen waren teilweise weg, Theaterbesuch, was an sich löblich ist, andererseits den Eindruck verstärkt, dass an den letzten Tagen ohnehin kein Unterricht mehr stattfindet. So hatten meine Schüler mehr als sonst keine Unterlagen dabei. Exen schreibe ich keine, Noten mache ich keine in dieser Zeit – aber planmäßigem Unterricht hätte ich schon gerne.

Die Ferien haben wir trotzdem alle verdient.

Am letzten Tag war nur Gottesdienst, gefolgt von zwei Stunden Klassleiterunterricht – das ist mir eigentlich auch zuviel; eine Stunde reicht. Echte Klassleitergeschäfte kann man an diesem Tag ohnehin nicht machen. Meine 6. Klasse hat gewichtelt, ich war auch dabei. Das Geschenk durfte höchstens 2 Euro kosten und musste für Mädchen und Jungen gleichermaßen geeignet sein. (Dieser Wunsch kam von den Schülern, anscheinend gab’s da mal Probleme.)* Nach dem Austeilen wurde trotzdem rege getauscht. Hier alle Päckchen auf einem Stapel:

So wurde verteilt: Eine Schülerin wählte ein Päckchen aus, eine andere zog einen Namen aus dem Hut.

*Vorschlag von Kollege Z.: Das Geschenk darf gar nichts kosten.

Für eine Öffentlichkeit schreiben: Geniale Idee

By | 20.12.2009

Selber darauf gekommen bin ich nicht, aber wenigstens erkenne ich eine gute Idee, wenn ich sie sehe: Kollege Z. im Treppenhaus der Schule, er geht nach oben, ich nach unten, um uns herum wuselnde Schüler, Zeit nur für einen kurzen Zuruf: „Was hältst du davon: Ich lasse jetzt die Schüler in mein Poesiealbum schreiben.“

Und in diesem Moment war alles klar. „Genial“, habe ich noch gerufen, dann war ich schon weiter. Kollege Z. hat jetzt also ein Poesiealbum, ich habe ein Poesiealbum und Kollegin N. auch. Und wir wetteifern, wer am meisten Einträge hat.

Das da oben ist nicht mein Album, sondern das der Kollegin. Meines ist nämlich unterwegs bei Schülern. Das von Kollege Z. auch, aber er ist mir mindestens zwei Schüler voraus. Wenn man auf der anderen Seite des Albums sitzt, dann merkt man erst, wie sehr man darauf wartet, dass die Schreiber ihren Eintrag endlich hinter sich bringen und das Buch wieder abgeben.

Mögliche Spielregeln, alle vom Kollegen: Je nach Jahrgangsstufe und Geschlecht gibt es Punkte für jeden Eintrag, am meisten zählen männliche Mittelstufenschüler. Oder: wenn man von jeder Klasse, die man in einem Jahr unterrichtet, einen Schüler oder eine Schülerin im Album hat, dann darf man das Buch Lehrern zum Eintragen geben. (Auch hier wieder: Physiklehrer zählen doppelt.)

Wir werben gerade noch mehr Lehrer und Lehrerinnen an unserer Schule an. Warum ich die Idee so toll finde: Meine Schüler und Kollegen müssen für eine kleine Öffentlichkeit schreiben und sich präsentieren. Ich habe ein Erinnerungsstück, ich lerne Schüler kennen. Für Schüler ist das eine andere, indirektere Möglichkeit der Rückmeldung. Und es ist insgesamt herrlich und herzlich wenig digital.

„Mehr Bildung in Blogs“

By | 19.12.2009

Literatenmelu hat eine Umfrage angeregt unter diesem Namen, und zu gewinnen gibt es auch etwas, und weil mich die Fragen interessieren, mache ich mit. Ob es wirklich mehr Bildung in den Blogs braucht, da bin ich mir nicht sicher. Oder ja: mehr Bildung ist immer gut, aber Diskussion darüber gibt es mir genug.

Also:

  1. Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?
    An sehr vieles. Die Klassenzimmer, die Lehrer. Es war eine schöne Zeit, ich habe sehr viel gelernt und gute Noten bekommen. Und das alles ohne viel Anstrengung – ich war fast immer da, passte auf, machte meine Hausaufgaben, schaute mir vor jeder Stunde das Heft an. Das hat gereicht. Deswegen habe ich es auch nicht ganz so mit den neuen Lehrmethoden: Für Schüler wie mich war die alte Schule gut, und Schüler wie mich gibt es heute immer noch. Noten spielten sicher eine große Rolle, aber sie wurden nie hinterfragt, sondern akzeptiert. Lieblingsklasse: die elfte. Schön das Zusammenraufen der einen Vierergruppe mit mir drin (alles Science-Fiction-Leser oder gar Rollenspieler) und der anderen (Rockmusik, Haarschnitte, Zigaretten).
  2. Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?
    VHS-Videokassetten, Kassettenrekorder. Stift und Papier.
    Gelegentlich auch ein Religions- oder Englischlehrer mit Gitarre. Das zählt als Medium, finde ich: Lieder sind ein Mittel, um Geschichten und Inhalte zu transportieren.
    Overhead-Projektor: vermutlich, auch wenn ich mich an keine einzige Folie erinnern kann.16-mm-Filme: ja, auch, zumindest einer über Neuronen ist mir noch im Gedächtnis geblieben. Kopien und natürlich Umdrucke (für die Jüngeren: gelbliches Papier, riechen nach Alkohol).
    Am Computer gearbeitet, der Tandy. Mehr Erfahrung hatte ich zu Hause mit dem Commodore 64 und davor dem CBM 8032 oder gar PET.
    Selber genutzt habe ich Kopiergeräte und Kopien, auch Matrizen für den Umdruck, beides aber privat. Und natürlich Bücher, denen ich in der Schule aber wenig begegnet bin – in der Bibliothek war ich nur ein einziges Mal, glaube ich. Für die Facharbeit musste ich dort nicht groß recherchieren, meine Privatbibliothek enthielt bereits genug Sekundärliteratur zu Lovecraft.
    Nachtrag: oh ja, und einmal war ich im Sprachlabor!
  3. Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?
    Hm. Die Ausbildung scheint mir nicht das größte Problem zu sein. Am wichtigsten ist es, den Beruf flexibler zu gestalten, so dass man als ausgebildeteter Lehrer auch mal ein paar Jahre anderes machen kann. Das heißt wohl, den Beamtenstatus abzuschaffen. Und die zentralistische Einstellungspraxis ändern.
    Außerdem ist die Lehrerausbildung in den Bundesländern so verschieden wie der Rest des Bildungswesens; ich glaube auch, dass die Ausbildung je nach Schulart unterschiedlich ist. Schnödes Faktenwissen kann man jedenfalls nie genug haben.
  4. Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?
    Viel. Sonnenklar. Kann man natürlich auch gut oder schlecht machen, aber Möglichkeiten gibt es viele schöne.
  5. Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?
    Sie können, denke ich. Sowohl als Selbstlernkurs wie auch als Tutorium mit einem menschlichen Partner. Profitieren würden allerdings am meisten die Schüler davon, die sich selbst motivieren können. Die profitieren aber auch am meisten vom herkömmlichen Unterricht.

Mittelalter-Weihnachtsmarkt

By | 19.12.2009

Glühwein getrunken, Leuten mit Fellen um die Schulter zugeschaut, Mittelalter-Band mit Schlagzeug und Schalmei zugehört. Sehr kalt, aber warm angezogen, leichtes Schneetreiben. Jetzt wieder im Warmen.

Das deutsche Äquivalent zum „Ye olde worlde shoppe“ ist wohl das End-Ypsilon, etwa in „Wildbraterey“ und dergleichen. Ich kann gut damit leben, auch mit den ganzen Mittelalterfesten, unhistorisch wie sind. In den USA heißen die Mittelalterfeste übrigens „Ren Faire“, kurz für „Renaissance Faire“. Wunderschön beschrieben in Sandman 73 – der inzwischen mehrere hundert Jahre alte Hob Gadling besucht einen solchen, ist zuerst griesgrämig, dann aber doch versöhnt.

Verloren gegangen ist übrigens (aber schon seit Jahrzehnten) das Geheime Wissen der Alten, was den Buchstaben s in der Frakturschrift betrifft. Da gibt es ein langes s (das dem Buchstaben f ähnelt) und ein normales, und die sind nach festen Regeln verteilt. Die genauen Regeln stehen ausführlich vorne im Duden; für die meisten Fälle genügt es zu wissen: das normale s steht nur am Schluss eines Wortes oder Morphems, im Innern eines Wortes oder Wortteils steht ebenso wie am Anfang das lange s. (Oder natürlich ein Großbuchstabe.) Daher auch die Regel: „Trenne nie s-t“, denn dadurch wäre am Schluss einer Zeile das s zu stehen gekommen, das eben nicht für den Schluss eines Wortes oder Morphems gedacht ist.

Filme schauen im LK

By | 17.12.2009

Gestern und heute im Deutsch-Leistungskurs Moderne Zeiten angeschaut (Charlie Chaplin 1933-1936). Ich hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen und vergessen, wie gut er doch ist. Nämlich sehr gut. Die ersten Sequenzen in der Fabrik erinnern noch an den Expressionismus; die Videoüberwachung am Arbeitsplatz ist sehr vorausschauend; die Kritik des Films an der Entmenschlichung und Entfremdung durch die Arbeit, am Zwang der Effektivität ist damals wie heute zeitgemäß.

Dazu die Depressionszeit, kommunistische Demonstrationen, in die Chaplin versehentlich gerät (ähnlich wie Forrest Gump später unfreiwillig zum Helden wird); eine lustige Szene um den Gefängnisinsassen Chaplin, der sein Essen mit Kokain statt mit Salz würzt; sehr viel akrobatische Einlagen. Chaplin auf Rollschuhen, Chaplin beim Moonwalk, bevor er das Nonsens-Lied singt.

Den Schüler hat der Film auch gefallen. Hat sich gut gehalten.

— Davor gab’s mal das Cabinet des Dr. Caligari als Beispiel für expressionistischen Film. Schlechte Bildqualität, das nächste Mal lieber wieder Metropolis oder Nosferatu.

Und weil der Rechner gerade an war und wir uns als Nächstes an die Dreigroschenoper machen, haben wir bei Youtube den Anfang der Veriflmung von 1931 angeschaut. Mit chinesischen Untertiteln, auf der rechten Bildseite, in senkrechten Zeilen.

Ich freue mich schon darauf, den Schülern die schöne Musik von Kurt Weill zu zeigen. „Songs“ heißen die Lieder von Brecht/Weill, das ist wohl das, was vor dreißig und vierzig Jahren „Chanson“ hieß. Irgendwie was Besseres als ein einfaches Lied. Aber schon 1931 wurde das bereits parodiert in diesem „Song von den brennenden Zeitfragen“.

(Und ein Weihnachtsgeschenk habe ich heute auch gekriegt von den Schülern. Schön und unerwartet.)

Spaß mit dem Beamer

By | 14.12.2009

Weil Weihnachten ist, gibt es jetzt in manchen Pausen in der Aula Besinnliches per Beamer an die Wand. Und weil ich gerne herumspiele, habe ich mal ausprobiert, ob ich meinen kleinen Laptop mit der eingebauten Webcam auch anschließen kann. Es geht:

Kamera auf Pausenhalle, Bild per Beamer an die Wand. Das nächste Mal probiere ich Rückkopplungseffekte aus – wenn ich die Kamera auf die Leinwand richte, auf die projiziert wird, sollte das tolle Effekte geben.
Was ich damit machen will, weiß ich noch nicht. Für Theateraufführungen, so dass sich das Publikum im Hintergrund selber sehen kann? Sicher nicht zur bloßen Unterhaltung der Schüler oder gar zu irgendeiner Form von Überwachung.

(Einziges Problem: Das Verlängerungskabel für den Beamer ist ein VGA-Kabel, ich kann also nur einen Rechner anschließen und nicht unmittelbar eine Videokamera, da die alle einen Cinch-oder S-Video-Ausgang haben dürften. Ich muss mal schauen, wo das Verlängerungskabel hinläuft.)

Vorlesewettbewerb 2009 (des Börsenvereins des deutschen Buchhandels)

By | 9.12.2009

Traditionell nehmen unsere 6. Klassen jedes Jahr am Vorlesewettbewerb teil. Diesmal war es an mir, für die Organisation und Durchführung zu sorgen. Das Geheimwissen darum, wie man dabei vorgeht, wird ebenso traditionell von Druidenmund zu Druidenohr weitergegeben; ich habe in diesem Jahr aber meine Erfahrungen in Form einer Checkliste zusammengestellt, damit sich der Kollege im nächsten Jahr daran orientieren kann. Vielleicht hilft es ja.

Checkliste Vorlesewettbewerb:

  1. Bei www.vorlesewettbewerb.de die Informationsbroschüre und die Urkundenvorlagen herunterladen. Das Datum für die Meldung des Schulsiegers notieren (um die Mitte Dezember).
  2. Deutschlehrer der 6. Klassen darauf vorbereiten, dass sie in den nächsten Wochen einen Klassensieger ermitteln müssen.
  3. Einen Termin festlegen für die Schul-Endausscheidung, etwa in der ersten/zweiten Dezemberwoche. Am besten in der 5. und 6. Stunde zu einem Termin, an dem möglichst viele 6. Klassen Deutsch haben oder möglichst viele Deutschlehrer der 6. Klassen Zeit haben.
  4. Den Termin bei Schulleitung (Herr S.) buchen. In der Aula, Bestuhlung für 200 Schüler, Vorhänge unten, Mikrofon, Tische und Stühle für je 1 Schüler pro Klasse.
  5. Dem Stundenplanteam (Frau O.) den Termin mitteilen. Welche Lehrer sollen trotz entgegenstehendem Unterricht teilnehmen?
  6. Die Deutschlehrer der 6. Klassen vom Termin informieren: bis dahin muss jeder Lehrer einen Klassensieger ermittelt haben. Vorschläge für Kriterien gibt es in der Broschüre.
  7. Die Schulleitung (Frau H.) über den Termin informieren (Jurymitglied).
  8. Zwei Wochen vor dem Termin: Alle Lehrer der 5./6. Stunde an diesem Termin darauf hinweisen (am besten schriftlich), dass ihr Unterricht ausfallen wird und dass sie als Aufsicht gebraucht werden: Kein Essen, kein Trinken; Taschen und Jacken im Klassenzimmer lassen, wenn Stundenplan nicht dagegen spricht. (Briefvorlage ist vorhanden.)
  9. Die Jury bestimmen und ansprechen: Schulleitung, Deutschlehrer der 6. Klassen (soweit zeitlich möglich), Vorjahresgewinner.
  10. Buchpreise einkaufen: ein gebundenes Buch für den Gewinner, Taschenbücher für die anderen.
  11. Urkunden ausdrucken und ausfüllen.
  12. Bewertungsbogen für die Juroren (aus der Broschüre) mit den Namen der Klassensieger versehen und Kopien für Jurymitglieder anlegen.
  13. Aufsicht führende Lehrer daran erinnern, was sie alles beachten sollten.
  14. Ein Buch auswählen als unvorbereitete Lektüre zur Ergänzung der selbstgewählten Textstelle: jeweils fortlaufend Abschnitte markieren, 1-2 Seiten, für jeden teilnehmenden Schüler einen Abschnitt.
  15. Stehpult aus Klassenzimmer ausleihen und auf die Bühne stellen.
  16. Jemanden dazu bringen, ein paar Fotos zu knipsen,
  17. Durchführung: Schüler lesen der Reihe nach vor; dann kurze Pause; dann Lesen des unvorbereiteten Texts; während der Beratung der Jury liest ein anwesender Deutschlehrer weiter aus dem Text vor.
  18. Melden des Gewinners bei www.vorlesewettbewerb.de bis zum angegebenen Termin.

Weitere Möglichkeiten, noch nicht in Liste aufgenommen: Dekorieren der Bühne. Schreiben eines Beitrags für Homepage und Jahresbericht.

So, jetzt habe ich diese Checkliste. Schön wäre es, wenn es für andere Vorgänge an unserer Schule (keinesfalls nur aus dem Fach Deutsch) ähnliche Anleitungen gäbe, am besten regelmäßig aktualisiert. Allerdings braucht es dann auch das Wissen darum, dass und wo solche Beschreibungen von Prozessen abgelegt sind. Wenn das wieder nur von Druidenmund zu Druidenohr geht, ist nur wenig gewonnen.

Rudyard Kipling & Wardrobe Worlds

By | 6.12.2009

Bei Lewis Carroll kommt Alice entweder durch ein Kaninchenloch oder durch einen Spiegel ins Wunderland. Die Kinder in C.S. Lewis‘ Der König von Narnia gelangen durch einen Wandschrank nach Narnia, und einen Wandschrank benutzt auch Erich Kästner in Der 35. Mai.

Es geht um magische Reiche und wie man dorthin gelangt.

Bei den unvergleichlichen TV Tropes, wo ich mich schon wieder für Stunden festgelesen habe, gibt es eine ausführliche, aber keineswegs vollständige Liste solcher magischer Länder.
Auch zu Toren, die in diese Reiche führen gibt es dort eine Liste.

Offhand fallen mir folgende Beispiele ein:

  • Lewis Caroll, Die beiden Alice-Bücher (Methode: Kaninchenloch und Spiegel)
  • C.S. Lewis, Die Narnia-Romane (Methode: Wandschränke und Ringe)
  • Salman Rushdie, Haroun and the Sea of Stories (Methode: Ein magischer Wiedehopf erscheint und nimmt einen mit)
  • Michael Ende, Die unendliche Geschichte (Methode: Magisches Buch)
  • Michael Chabon, Summerland (Methode: habe ich vergessen. Es geht jedenfalls um Baseball.)
  • Norton Juster, The Phantom Tollbooth (Methode: Einmal durchfahren.)
  • Lev Grossman, The Magicians (Methode: Knöpfe)
  • Raymond Chandler, „The Bronze Door“ (um mal einen Außenseiter zu nennen)
  • Andre Norton, die Hexenwelt-Romane – stellvertretend für Abraham Merritt und viele andere klassische Fantasy-Autoren. Als Zitat verfremdet bei Harlan Ellison, „The Place With No Name“. (Methode: Magische Steine, magische Reisebüros, magische Schiffsmodelle, magische Fluchthelfer.)
  • Old Time Radio series The Cinnamon Bear
  • Jonathan Carroll, Bones of the Moon, und andere
  • Neil Gaiman, A Game of You (Sandman Heft 32-37)
  • E.T.A. Hoffmann, „Nussknacker und Mausekönig“: Marie und der Nussknacker gehen durch einen Kleiderschrank ins Puppenreich.
  • Überhaupt, der Großvater aller Wege ins Traumreich: das Märchen. Bei Frau Holle fällt ein Ball in den Brunnen, und wer dem Ball nachklettert, kommt in das Reich von Frau Holle. Jack klettert die Bohnenranke nach oben ins Wolkenreich. Ein Unterschied ist vielleicht der, dass im Märchen das andere Reich als relativ normale Fortsetzung unserer Welt angesehen wird (müsste man diskutieren), ein anderer der, dass dort das Tor außerhalb des Hauses ist – eine Höhle, eine Pflanze, ein Brunnen. Türen und Fenster sind moderner und innerhalb der eigenen vier Wände zu finden, und vielleicht deshalb um so fantastischer.

Und dann gibt es die Sonderform der Traumwelten – Welten, die explizit nur in Träumen existieren und in die man fast nur schlafend und träumend kommt. Für mich war der Urvater immer:

  • Lord Dunsany mit seinen Geschichten „Idle Days on the Yann“, „A Shop in Go-By Street“ und andere Tales of Three Hemispheres.
  • H.P. Lovecraft schrieb einige Geschichten, die sehr an Dunsany erinnern und die in den Dreamlands spielen. Und Lovecrafts Geschichten waren wieder Ausgangspunkt für viele andere Autoren. Darf ich in diesem Zusammenhang auf den H.P. Lovecraft Literary Podcast hinweisen? Die zwei Autoren nehmen sich in chronologischer Folge jede Woche eine Geschichte von Lovecraft vor und plaudern darüber. Jetzt sind sie gerade bei den interessanten Geschichten angekommen, „The Outsider“ etwa, aber die klassischen Lovecraft-Geschichten kommen alle erst noch.
    Zu den Dreamlands gehören die Steps of Deeper Slumber, die Hafenstadt Dylath-Leen, Ulthar, die Ruinen von Sarnath, Celephaïs, das Unbekannte Kadath im Norden, und viele weitere Orte.

Ich erwähne das deshalb so ausführlich, weil ich eine solche Traumwelt auch von Rudyard Kipling entdeckt habe, und zwar in:

  • Rudyard Kipling, „The Brushwood Boy“ (1899, glaube ich).

Wie es sich für exotische Länder gehört, gibt es auch eine Karte dazu:

Die Geschichte selber ist gar nicht so spannend; es passiert nicht viel. Ein kleiner Junge träumt regelmäßig von einem fantastischen Land. Er träumt so detailliert, dass er eine Karte dieses Landes zeichnen kann; jedenfalls von den Bereichen, die er kennt. Er trifft dort auch gelegentlich auf ein Mädchen („Annieanlouise“), mit dem er sich gut versteht und kleine Abenteuer erlebt.
Als Erwachsener wird er Offizier, ist erfolgreich und beliebt. Gelegentlich kommen seine Träume wieder. Eines Tages trifft er im realen Leben auf eine junge Frau, die dieselbe Traumwelt kennt wie er; sie ist schließlich das kleine Mädchen von damals. Hochzeit und Happyend.

Orte in dieser gemeinsamen Traumwelt sind die Lilienschleuse, jenseits von Hong-Kong und Java (beides steinerne Lilien im Traumozean); ein großes Haus, in dem Es stirbt; es gibt Policeman Day und die Stadt des Schlafes; ein magisches Pony und den Dreißig-Meilen-Ritt – genauso fantastisch wie in späteren Traumwelten.

Rudyard Kipling

By | 6.12.2009

Rudyard Kipling ist aber auch so was von außer Mode. Da hilft der Literaturnobelpreis von 1906 auch nur wenig. Unterhaltungsliteratur, Imperialismus, Verherrlicher eines britischen Weltreichs, blablabla. Schon im vorletzten Jahrhundert träumte J. K. Stephen von einer Zeit, in der die Menschheit erlöst sein würde von billigen Abenteuergeschichten in Magazinen, von einer Zeit,

When there stands a muzzled stripling,
Mute, beside a muzzled bore:
When the Rudyards cease from kipling
And the Haggards Ride no more.1

Der Langweiler mit Maulkorb, das ist H. Rider Haggard: Autor von King Solomon’s Mines, dem berühmten She, und meinem Favoriten Ayesha/The Return of She (weil’s im Himalaya spielt und nicht in Afrika). Das waren alles mal berühmte Sachen, heute kennen viele Allan Quatermain nur aus Moores League of Extraordinary Gentlemen.

Und der kippelnde jüngere Dichter, dem Stephen einen Maulkorb verpassen möchte, das ist natürlich Rudyard Kipling.2 Dabei war der natürlich alles andere als langweilig, sondern vielseitig, spannend, witzig. Ein Freund und Verteidiger des britischen Empire, und deshalb auch dessen Kritiker. Er gab vor allem der Unterschicht eine Stimme. Berühmt war er für seine Armeegeschichten und -balladen, aus denen Brecht auch für die Dreigroschenoper plagiiert hat (Kanonensong und andere); diese Texte sind zum Teil für mich heute unlesbar, weil Kipling meinte, den Dialekt der Sprecher auch in der geschriebenen Sprache zum Ausdruck bringen zu müssen.

Ich lese Kipling sehr gerne. Ob er über Indien schreibt oder über public schools, über Alltag in England, über das Meer – er schafft es immer wieder und in wenigen Zeilen, eine eigene Welt aufzubauen. (Anders als sein Zeitgenosse H.G. Wells, dessen Kurzgeschichten bis auf wenige Ausnahmen viel lebloser auf mich wirken.)

Was kennt man denn von Kipling?

If

Wird immer mal wieder in die Liste der beliebtesten britischen Gedichte gewählt, wenn nicht gar auf Platz 1. Etwas bombastisch, aber das kann man ja auch mögen. Die zweite Strophe:

If you can dream – and not make dreams your master;
If you can think – and not make thoughts your aim;
If you can meet with Triumph and Disaster
And treat those two impostors just the same;
If you can bear to hear the truth you’ve spoken
Twisted by knaves to make a trap for fools,
Or watch the things you gave your life to, broken,
And stoop and build ‚em up with worn-out tools:

(Das ganze Gedicht bei Wikipedia.)

A Matter of Fact

Keine besonders bekannte oder außergewöhnliche Geschichte. Ich erwähne sie nur, weil Neil Gaiman sie in einem Heft der Sandman-Reihe verwendet hat. Zwei Journalisten werden bei einer Ozeanüberquerung Zeuge, wie ein Seeungeheuer auftaucht; wieder an Land, erzählen sie die Sensation nicht weiter, weil ihnen doch keiner glauben würde. — Neil Gaiman scheint auch sonst Kipling zu mögen, es gibt mindestens ein Vorwort zu einer Kipling-Ausgabe von ihm.

My Sunday at Home

Eine bizarre kleine Geschichte. Der Erzähler verbringt ein paar Tage in England, lebt anscheinend sonst im Ausland. Und er betrachtet das kleine Geschehen, von dem er berichtet, sehr distanziert: Der Schaffner im Zug teilt den Reisenden mit, dass jemand versehentlich eine Flasche Gift (mit)genommen habe. Ein amerikanischer (lies: busybody) Arzt hört das, missversteht es, hält einen betrunkenen Streckenarbeiter für das Opfer und flößt ihm ein Brechmittel ein.
Der betrunkene Arbeiter lässt den Arzt jetzt aber nicht mehr weg, die Sache kommt ihm nämlich merkwürdig vor. Und es geht ihm jetzt auch gar nicht mehr so gut. Der Zug fährt ohne sie weiter; der Erzähler bleibt ebenfalls da und schaut sich, auch räumlich distanziert auf der Brücke stehend, an, wie der Arzt versucht, dem Klammergriff seines unfreiwilligen Patienten zu entkommen.
Das Absurde an der Geschichte ist die Erzählweise, das freundlich-interessierte, distanzierte Verhalten des Erzählers.

Den meisten Kritikern gefiel die Geschichte nicht. Einige Reaktionen sind hier gesammelt, darunter aber auch diese meiner ähnelnde von Angus Wilson (in: The Strange Ride of Rudyard Kipling):

Here in the humorous story, „My Sunday at Home“, ostensibly a leg-pull of an over-solemn American doctor travelling in England, he wrote the first of those superb impressionistic Constable-like accounts of the English countryside caught in a particular moment of English weather.

Ich glaube, die friedliche Ruhe an diesem sonnigen Sonntagnachmittag ist es, die mir so gefällt.

The White Man’s Burden

Das dürfte – neben George Orwells Essay „Shooting an Elephant“ – jedem Englischlehrer mal begegnet sein. Imperialistisch bis ins Mark, aber vielleicht auch ironisch gemeint. Die Geisteshaltung darin lässt sich heute nicht mehr so einfach nachvollziehen.

Take up the White Man’s burden—
Send forth the best ye breed—
Go bind your sons to exile
To serve your captives‘ need;
To wait in heavy harness,
On fluttered folk and wild—
Your new-caught, sullen peoples,
Half-devil and half-child.

(Das ganze Gedicht und viel Kommentar bei Wikipedia.)

The Janeites

In Rückblenden erzählt. Ein paar Offiziere einer Einheit im ersten Weltkrieg scheinen einer Art Geheimbund anzugehören, den Janeites. Sie benutzen ständig Codewörter und beziehen sich auf Personen, die sonst keiner kennt. Ein einfacherer Dienstgrad will Mitglied werden und wird mehr scherzhaft in den Club eingeführt, und muss dazu so komische Bücher lesen. Aber er findet dann doch auch Gefallen an diesen Büchern und liest sie regelmäßig. Die meisten Mitglieder der kleinen Gemeinschaft überleben den Ersten Weltkrieg nicht, aber die Jane-Austen-Lektüre hilft ihnen doch.

The Ship that Found Herself

Schiffe gibt es oft bei Kipling. Hier wird eines sehr lyrisch geschildert:

If you lay your ear to the side of the cabin the next time you are in a steamer, you will hear hundreds of little voices in every direction, thrilling and buzzing, and whispering and popping, and gurgling and sobbing and squeaking exactly like a telephone in a thunder-storm. Wooden ships shriek and growl and grunt, but iron vessels throb and quiver through all their hundreds of ribs and thousands of rivets. The Dimbula was very strongly built, and every piece of her had a letter or number, or both, to describe it; and every piece had been hammered, or forged, or rolled, or punched by man, and had lived in the roar and rattle of the ship-yard for months. Therefore every piece had its own separate voice in exact proportion of the amount of trouble spent upon it. Cast-iron, as a rule, says very little; but mild steel plates and wrought-iron, and ribs and beams that have been much bent and welded and riveted, talk continuously. Their conversation, of course, is not half as wise as our human talk, because they are all, though they do not know it, bound down one to the other in a black darkness, where they cannot tell what is happening near them, nor what will overtake them next.

Der Bordingenieur auf diesen Schiffen ist übrigens fast immer ein Schotte. (Schottland hat mindestens seit dem späten 18. Jahrhundert einen guten Ruf im Ingenieurswesen. Viel mehr weiß ich nicht.) Und da kommt natürlich auch unser Scotty von der Enterprise her. „You canna take herr any fasterr, captain!“ Der Kessel droht ständig zu explodieren, wenn der Ingenieur ihm nicht gut zuredet.


1 Das vollständige Gedicht von J.K. Stephen:

To R. K.

As long I dwell on some stupendous
And tremendous (Heaven defend us!)
Monstr‘-inform‘-ingens-horrendous
Demoniaco-seraphic
Penman’s latest piece of graphic.
                               BROWNING.

Will there never come a season
Which shall rid us from the curse
Of a prose which knows no reason
And an unmelodious verse:
When the world shall cease to wonder
At the genius of an Ass,
And a boy’s eccentric blunder
Shall not bring success to pass:

When mankind shall be delivered
From the clash of magazines,
And the inkstand shall be shivered
Into countless smithereens:
When there stands a muzzled stripling,
Mute, beside a muzzled bore:
When the Rudyards cease from kipling
And the Haggards Ride no more.

James Kenneth Stephen (1859-1892)


2 Der Kalauer „Do you like Kipling?“ „I don’t know, I’ve never kippled“ wurde mal in einer Ausgabe von MAD Magazine verbraten. Die deutsche Übersetzung war ein wenig holprig, aber immerhinque: „Mögen Sie Ibsen?“ (Was man sich so alles merkt.)

Vom Weben (Poverty Knock und anderes)

By | 5.12.2009

Das Lied habe ich anno 1997 oder 1998 als Referendar in Straubing im Englischunterricht eingesetzt. (Green Line 5, Ausgabe Bayern, 9. Klasse, Unit 2: ein schönes Kapitel mit gutem Material. Zum Einstieg etwas Landschaftsmaleri, ein ländlicher Constable und eine „British Steel Mill at night“ eines unbekannten Künstlers, ein Essay „Down the Mine“ von George Orwell und ein Ausschnitt aus Hard Times von Charles Dickens. Und „Dirty Old Town“ zum Anhören.)

Aus den Charts kannten die Schüler damals Chumbawamba mit „Tubthumping“ („I get knocked down/But I get up again“); ich hatte selber ihre Platte mit English Rebel Songs 1381-1914. Alle Lieder darauf sind a cappella gesungene Arbeiter- und Revolutionslieder der letzten Jahrhunderte. Darunter das hier:

Poverty, poverty knock, my loom is a-saying all day,
Poverty, poverty knock, gaffer’s to skinny to pay
Poverty, poverty knock, keeping one eye on the clock,
I know I can guttle when I hear my shuttle go poverty, poverty knock

Up every morning at five, I wonder that we keep alive
Tired and yawning in the cold morning it’s back to the dreary old drive

(Meine CD-Version unterscheidet sich textlich etwas von der Aufnahme bei Youtube.)

Ein echter Ohrwurm. Das muss natürlich auch sein, der Rhythmus ist schließlich der monotonen Arbeit in einer Weberei nachempfunden. Dazu gab’s ein Arbeitsblatt mit dem mühsam herausgehörten Text; heute gibt’s das ja alles im Web. Kann man tolle Sachen mit machen, mit dem Lied. (Mit dem Web natürlich auch.)

Süß finde ich die Kommentare auf der Youtube-Seite, anscheined wird dieses Lied weiträumig auch von anderen Englischlehrern im Gymnasium eingesetzt.

Hier eine Version einer traditionelleren Musikgruppe, den Houghton Weavers aus Lancashire:

Die Chumbawamba-Platte ist eine lohnenswerte Anschaffung, ich habe auch schon „General Ludd’s Triumph“ im Unterricht gemacht und einige der Texte aus den liner notes verwendet. Gelegentlich ertappe ich mich auch dabei, wie ich „Hanging on the old barbed wire“ (1914) vor mich hin singe. („If you want to find the general, I know where he is, I know where he is, I know where he is.“)

Zum Vergleich bieten sich natürlich „Die schlesischen Weber“ von Heinrich Heine an. Vorindustriell, weniger kritisch und verklärt wird noch in Des Knaben Wunderhorn in der deutschen Romantik gewoben:

Das Weberlied

Frühmorgens, wenn der Tag bricht an,
Hört man uns schon mit Freuden
Ein schönes Liedlein stimmen an,
Und wacker drauf arbeiten.
Die Spule die ist unser Pflug,
Das Schifflein ist das Pferde,
Und damit machen wir gar klug
Das schönste Werk auf Erden.

Gar manche Jungfrau freundlich spricht:
Macht mir gut Tuch zu Betten,
Das Garn ist auch schon zugericht,
Zu Tischtuch und Servietten.
Webt mir die schönsten Bilder drein,
Macht mir darin kein Neste,
Das Trinkgeld sollt ihr haben fein,
Webt mirs aufs allerbeste.

Und wenn ein Kriegsheld zieht ins Feld
Mit seinen Wehr und Waffen,
So schlägt er auf ein Leinwandzelt,
Darunter thut er schlafen.
Die schönste Arbeit weben wir
Von Seiden, Flachs und Wolle,
Dem Fähndrich weben wir’s Panier,
Daß ers erhalten solle.

Und ist die Leinwand nichts mehr werth,
Und ist die Fahn verloren,
So kömmt sie erst in rechten Werth,
Papier rauscht vor den Ohren,
Man druckt darauf das Gotteswort,
Und schreibt darauf mit Dinten,
Des Webers Werk währt immer fort,
Kein Mensch kann es ergründen.

Schon kritischer, aber immer noch vorindustriell, sieht das bei Thomas Hood aus (1843):

The Song of the Shirt

With fingers weary and worn,
With eyelids heavy and red,
A woman sat, in unwomanly rags,
Plying her needle and thread–
Stitch! stitch! stitch!
In poverty, hunger, and dirt,
And still with a voice of dolorous pitch
She sang the „Song of the Shirt.“

„Work! work! work!
While the cock is crowing aloof!
And work–work–work,
Till the stars shine through the roof!
It’s Oh! to be a slave
Along with the barbarous Turk,
Where woman has never a soul to save,
If this is Christian work!

„Work–work–work
Till the brain begins to swim;
Work–work–work
Till the eyes are heavy and dim!
Seam, and gusset, and band,
Band, and gusset, and seam,
Till over the buttons I fall asleep,
And sew them on in a dream!

„Oh, Men, with Sisters dear!
Oh, men, with Mothers and Wives!
It is not linen you’re wearing out,
But human creatures‘ lives!
Stitch–stitch–stitch,
In poverty, hunger and dirt,
Sewing at once, with a double thread,
A Shroud as well as a Shirt.

„But why do I talk of Death?
That Phantom of grisly bone,
I hardly fear its terrible shape,
It seems so like my own–
It seems so like my own,
Because of the fasts I keep;
Oh, God! that bread should be so dear,
And flesh and blood so cheap!

„Work–work–work!
My labour never flags;
And what are its wages? A bed of straw,
A crust of bread–and rags.
That shatter’d roof–and this naked floor–
A table–a broken chair–
And a wall so blank, my shadow I thank
For sometimes falling there!

„Work–work–work!
From weary chime to chime,
Work–work–work–
As prisoners work for crime!
Band, and gusset, and seam,
Seam, and gusset, and band,
Till the heart is sick, and the brain benumb’d.
As well as the weary hand.

„Work–work–work,
In the dull December light,
And work–work–work,
When the weather is warm and bright–
While underneath the eaves
The brooding swallows cling
As if to show me their sunny backs
And twit me with the spring.

„Oh! but to breathe the breath
Of the cowslip and primrose sweet–
With the sky above my head,
And the grass beneath my feet,
For only one short hour
To feel as I used to feel,
Before I knew the woes of want
And the walk that costs a meal!

„Oh! but for one short hour!
A respite however brief!
No blessed leisure for Love or Hope,
But only time for Grief!
A little weeping would ease my heart,
But in their briny bed
My tears must stop, for every drop
Hinders needle and thread!“

With fingers weary and worn,
With eyelids heavy and red,
A woman sat in unwomanly rags,
Plying her needle and thread–

Stitch! stitch! stitch!
In poverty, hunger, and dirt,
And still with a voice of dolorous pitch,–
Would that its tone could reach the Rich!–
She sang this „Song of the Shirt!“

Nachtrag: Im aktuellen Green Line 5 (9. Klasse, G8, Bayern) ist Poverty Knock tatsächlich auch drin, auch als Audiospur, allerdings nicht in der Chumbawumba-Version.