Filme schauen im LK

Donnerstag, 17. Dezember 2009 | Herr Rau

Gestern und heute im Deutsch-Leistungskurs Moderne Zeiten angeschaut (Charlie Chaplin 1933-1936). Ich hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen und vergessen, wie gut er doch ist. Nämlich sehr gut. Die ersten Sequenzen in der Fabrik erinnern noch an den Expressionismus; die Videoüberwachung am Arbeitsplatz ist sehr vorausschauend; die Kritik des Films an der Entmenschlichung und Entfremdung durch die Arbeit, am Zwang der Effektivität ist damals wie heute zeitgemäß.

Dazu die Depressionszeit, kommunistische Demonstrationen, in die Chaplin versehentlich gerät (ähnlich wie Forrest Gump später unfreiwillig zum Helden wird); eine lustige Szene um den Gefängnisinsassen Chaplin, der sein Essen mit Kokain statt mit Salz würzt; sehr viel akrobatische Einlagen. Chaplin auf Rollschuhen, Chaplin beim Moonwalk, bevor er das Nonsens-Lied singt.

Den Schüler hat der Film auch gefallen. Hat sich gut gehalten.

– Davor gab’s mal das Cabinet des Dr. Caligari als Beispiel für expressionistischen Film. Schlechte Bildqualität, das nächste Mal lieber wieder Metropolis oder Nosferatu.

Und weil der Rechner gerade an war und wir uns als Nächstes an die Dreigroschenoper machen, haben wir bei Youtube den Anfang der Veriflmung von 1931 angeschaut. Mit chinesischen Untertiteln, auf der rechten Bildseite, in senkrechten Zeilen.

Ich freue mich schon darauf, den Schülern die schöne Musik von Kurt Weill zu zeigen. “Songs” heißen die Lieder von Brecht/Weill, das ist wohl das, was vor dreißig und vierzig Jahren “Chanson” hieß. Irgendwie was Besseres als ein einfaches Lied. Aber schon 1931 wurde das bereits parodiert in diesem “Song von den brennenden Zeitfragen”.

(Und ein Weihnachtsgeschenk habe ich heute auch gekriegt von den Schülern. Schön und unerwartet.)

Kategorien: Deutsch

Eine Reaktion auf “Filme schauen im LK”

  1. croco sagt:

    Im Biounterricht zeige ich immer den Ausschnitt als Charly am Fließband sitzt und schrauben soll. Dabei kommt er nicht mit und muss nacharbeiten. Er gerät so in das Räderwerk.
    Das zur Verarbeitungsgeschwindigkeit von Enzymen. Die kann nämlich auch nicht erhöht werden, indem man mehr Material anbietet.

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