Fundsachen

By | 20.5.2010

1. Lothar Bodingbauer verlinkt auf eine englische Seite, bei der man auf einem Stadtplan die Schulen der Nachbarschaft abklappern kann und gleich angezeigt kriegt, wie gut oder schlecht diese Schulen laut offiziellen Erhebungen sind – Lehrerqualität, Schülerzufriedenheit, Schülerleistungen in verschiedenen Fachgebieten, grobe Einschätzung des Einkommens der Eltern:

  • Science results here are better than the local average.
  • OFSTED says teaching standards here are lower than average.
  • Fewer pupils get 5 GCSEs between A* and C than the local average.
  • Official OFSTED grades for care & guidance here are lower than average.
  • The kids here need more experience of life outside school.
  • The school isn’t showing many signs of improving.

2. Die interessantesten Analysen zum Lehrersein finde ich immer wieder bei Maik Riecken. Lesenswert: seine Gedanken zu Macht und Schule:

Die ideelle Macht: Es gibt immer wieder Menschen, die sich durch besondere Fähigkeiten an einer Schule hervortun. Das kann besonderes soziales Engagement, eine besondere pädagogische Fähigkeit, gewissenhafte Pflichterfüllung die Übernahme einer unangenehmen, aber notwendigen Aufgabe u.v.m. sein. Das System “Schule” wäre ohne solche Menschen um ein ganzes Stück weniger bunt, attraktiv und nicht zuletzt ärmer an Menschlichkeit.

Fortgeführt in Warum Schule sich kaum verändert:

Inhaber ideeller Macht erlebe ich an vielen Schulen oft als Motoren, als Vorreiter des pädagogischen Fortschritts – somit sind sie Schmuckstücke der Außendarstellung einer Schule. Da aber viele von ihnen ihr Engagement auf freiwillige Basis stellen, kann ihnen dieses Engagement nicht “abverlangt” werden. Man versucht dem zu begegnen, indem man Stellen schafft, die derartige Projekte in ihrer Beschreibung enthalten. Die ideellen Machtinhaber lehnen nach meiner Erfahrung diese Art der Dekoration oft genug ab, um sich die Option offenzuhalten, ebendieses Engagement auch wieder beliebig einstellen zu können, wenn der Rahmen nicht mehr passt.

Dieses Verhalten kenne ich.

Und dann gibt es die schöne Reihe Widerstand ist zwecklos Teil 1 und Teil 2. Im ersten Teil wird gezeigt, dass die innere Kündigung eine Reaktion darauf sein kann, dass der andere Vertragspartner – der Arbeitgeber, also bei mir das Kultusministerium – seine erwarteten Aufgaben nicht mehr wahrnimmt. Eine andere Möglichkeit des Widerstands gegen diese Arbeitsbedingungen besteht darin, dennoch zum munteren innovativ Engagierten zu werden, auf Vorgesetzte und Vorschriften zu pfeifen, und den Freiraum, den einem die Führungslosigkeit bietet, auf Arten zu nutzen, die man selber für sinnvoll hält.

Maik hält es aber auch nicht für ideal, wenn sich jeder so auf seine eigene Art durchschlägt, und fordert stattdessen Zusammenarbeit und Solidarität unter den Lehrern einer Schule – nicht im Netz, sondern vor allem vor Ort.

One thought on “Fundsachen

  1. Sabine

    Mmmm, danke für den Link zu Maik Rieken. Was er schreibt, ist nachdenklich und erhellend und trifft das, was mich beschäftigt, gut.

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