Empirische Schulpädagogik gefordert

Mittwoch, 23. Juni 2010 | Herr Rau

Bei rpi.virtuell gelesen: ein Interview von Julia Born mit Dr. Martin Wellenreuther, der eine pädagogische Wende fordert. So weit ich das verstanden habe, geht es vor allem auch darum, schulpädagogische Forderungen, Theorien, Verbesserungsvorschläge wissenschaftlich zu überprüfen, bevor man sie durch die Lehrpläne treibt. Also experimentell.

Wie realisierbar das ist, weiß ich nicht. Aber ich habe mir das auch schon länger gedacht. Ich höre viel von bildungstheoretischen Ansätzen, die alle irgendwie einleuchtend und nachvollziehbar klingen. Aber einleuchtend und nachvollziehbar reicht nun mal nicht. In den exakteren Wissenschaften sind viele Erklärungen einleuchtend und nachvollziehbar und trotzdem falsch.

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Kategorien: Fundstücke

2 Reaktionen auf “Empirische Schulpädagogik gefordert”

  1. Markus Menster sagt:

    Aber dazu müsste dann ja jemand die neuen Ansätze in seinen Unterricht einbauen … und evaluieren … und veröffentlichen – skandalös!
    Die Umsetzung der bildungstheoretischen Ansätze ist m.E. ohnehin äußerst fragwürdig. Von Referendaren wird erwartet dass sie diese – mit wenig Erfahrung und ohne sie vorher Erprobt zu haben – umsetzen und anwenden, und am besten auch noch in Lehrproben und Unterrichtsbesuchen vorführen. Von den “alten Hasen” die einen prüfen erntet man dann dafür oft ein anerkennendes Nicken in Kombination mit “Ach das ist ja toll, das hab ich so noch nie gesehen. (Haben sie das Material vielleicht als Kopie für mich?)”
    Die Kollegen die schon länger im Dienst sind werden dann zu einigen Fortbildungen geschickt (Stichwort “Kompetenzorientierter Unterricht” – gerade in B-W), aber die Umsetzung der Konzepte – oder deren Wirksamkeit und Andwendbarkeit im Alltag werden nicht überprüft.

  2. Herr Rau sagt:

    “Aber dazu müsste dann ja jemand die neuen Ansätze in seinen Unterricht einbauen” – jemand macht das ja ohnehin sicher. Aber bevor man das flächendeckend fordert, sollte der Erfolg eben bestätigt sein. Soweit das halt geht.
    Nach dieser Bestätigung muss dann sicher mehr an der Umsetzung (sinnvolle Schulung und Fortbildung) gearbeitet werden als bisher, das stimmt schon.

    Die Welle der Kompetenzorientierung hat Bayern jetzt auch schon erreicht und wird wohl nächstes Jahr überschwappen. Bis man dann feststellt, dass das auch nicht automatisch zu Nachhaltigkeit führt.

    Hier geht’s zu einer Kritik der Kompetenzorientierung: “Bildungsstandards auf dem Prüfstand – Der Bluff der Kompetenzorientierung”.

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