Wolfgang Herrndorf, Tschick

By | 3.2.2011

herrndorf

Nachdem ich das Buch im Dezember kurz erwähnt hatte, habe ich inzwischen mit meiner 9. Klasse verhandelt, so dass es jetzt unsere Klassenlektüre ist. Dagegen spricht der Preis, das Buch gibt es bisher nur gebunden. Aber ich halte es für eine sehr geeignete Lektüre. Zuerst einmal deshalb, weil das Lesen Spaß macht. In der 8. Klasse lesen Schüler häufig das „Fräulein von Scuderi“, das ich selber sehr mäßig interessant finde. In der 9. Klasse liest man einen dünnen Dürrenmatt-Roman oder eine Novelle von Gottfried Keller, „Kleider machen Leute“ etwa. Keller finde ich heute sehr lustig, als Schüler hat er mich gelangweilt, und wenn ich auch glaube, dass eine Keller-Lektüre sinnvoll sein kann – ein richtiges Lesevergnügen bietet sie kaum einem Schüler.

Anders Tschick, der macht wenigstens manchen Spaß. Aber Spaß reicht ja nicht, das Buch soll auch noch gut sein. „Geschmacksbildung“ gehört zu unserem Bildungsauftrag. Und drittens muss man Etwas Machen mit der Schullektüre. Das muss nicht das gefürchtete Zu-Tode-Analysieren sein, aber irgendetwas schon. Und damit habe ich häufig Probleme, weil mir zu wenig einfällt. Aufbau einer Novelle, tektonisches Drama, das geht noch. Am leichtesten fallen mir Vergleiche mit anderen Werken, aber genau das geht in der Schule nicht ohne Weiteres, da die Schüler keine solchen anderen Werke kennen.

Bei Tschick hatte ich das Glück, das Anfang dieser Woche ein Interview von Kathrin Passig mit Wolfgang Herrndorf bei FAZ Online erschienen ist, das mir viel Arbeit abgenommen hat.

Erst mal habe ich etwas zu Kathrin Passig erzählt und dabei gleich das Lexikon des Unwissens an einen Schüler ausgeliehen. Dann ging es um die Wörter im Interview, die die Schüler nicht oder nicht alle kennen: Rezensent, Rezension, Päderast (komplett mit Exkurs in die griechische Antike), Protagonist, Genre.

Herrndorf/Passig erwähnen Motive aus Huckleberry Finn, Der Fänger im Roggen und Herr der Fliegen – was Neuntklässlern noch wenig sagt. Also spricht man auch kurz darüber, und – Unterrichtsidee 1 – erfreulicherweise haben sich für die ersten drei Romane Freiwillige gefunden, die sie lesen werden und in einer Art literarischem Quartett vorstellen werden. (Jeweils vier Leute und ein Buch, Gesprächsrunde vor der Klasse.)

Was ist noch alles drin im Interview? Die Beobachtung, dass die Jugendsprache im Roman kaum durch Vokabular, sondern durch Satzbau dargestellt wird. Meine Schüler meldeten gleich Zweifel an dieser Aussage an. Es stimmt jedenfalls, dass sich Tschick bei hipper Jugendsprache zurückhält – schon mal, weil die so schnell veraltet. Jedenfalls wunderbar, Jugendsprache macht man eh in der 9. Klasse, haben wir gleich etwas, das wir uns anschauen können. Unterrichtsidee 2. Und sei es nur, folgende alphabetische Liste von Wörtern in die chronologisch richtige Reihenfolge zu bringen:

abgefahren, dufte, irre, klasse, prima, Spitze, toll, Wahnsinn

Die Wörter stammen aus den Präambeln zu den Kapiteln in Thommie Bayer, Das Herz ist eine miese Gegend. Zu ergänzen noch: super, knorke und geil.

Sehr nett ist auch die folgende Interviewfrage: „Versetzen wir uns ins Jahr 2030. Ihr Buch ist seit zehn Jahren Schullektüre. Neuntklässler stöhnen, wenn sie den Namen Wolfgang Herrndorf hören. Welche Fragen zum Buch müssen in Aufsätzen beantwortet werden?“ (Sehr nett deshalb, weil Passig uns natürlich mit der 9. Klasse genau trifft. Aber den Schülern fiel gleich auf, dass da doch eigentlich 2020 stehen müsste. Ich habe ihnen erklärt, dass es wohl noch zehn Jahre dauert, bis sich das Buch als Lektüre durchsetzt, schon mal, weil man noch auf die Taschenbuchausgabe wartet.) Die Antwort übrigens: „Ich fürchte, man wird sich im Deutschunterricht am Symbolträchtigen aufhängen, an der Schlussszene…“ Da hat man gleich Unterrichtsidee 3.

Was ist noch alles drin? Kommentare zum Literaturbetrieb, dazu, wie Erfolgsromane entstehen. Interessiert die Schüler auch. Aber als Unterrichtsidee 4 macht man natürlich die Heldenreise. Und das kommt so:

Herrndorf beantwortet eine Frage Passigs nach einem Element des Romans damit, dass das so schön zum Konzept der Heldenreise passte. Das Konzept hat der Mythenforscher Joseph Campbell (The Hero with a Thousand Faces) erfunden oder popularisiert, weiß nicht genau was. Strukturalismus, für Mythen und Sagenkreise ein bisschen das, was Vladimir Propp für die Morphologie des Märchens gemacht hat. Tut mir leid, das name-dropping muss sein, weil der Kollege S. meinen Campbell heute mit binären Oppositionen bei Lévi-Strauss übertrumpft hat. Solche Kollegen haben wir. Habe ihn gleich zu einem W-Seminar aufgefordert.
Ähem. Zurück zur Heldenreise.

Nach Campbell und Wikipedia laufen Geschichten um mythische (Kultur-)Helden nach folgendem Muster ab:

  1. Ruf: Erfahrung eines Mangels oder plötzliches Erscheinen einer Aufgabe.
  2. Weigerung: Der Held zögert, dem Ruf zu folgen, beispielsweise, weil es gilt, Sicherheiten aufzugeben.
  3. Aufbruch: Er überwindet sein Zögern und macht sich auf die Reise.
  4. Auftreten von Problemen, die als Prüfungen interpretiert werden können.
  5. Übernatürliche Hilfe: Der Held trifft unerwartet auf einen oder mehrere Mentoren.
  6. Die erste Schwelle: Schwere Prüfungen, Kampf mit dem Drachen etc., der sich als Kampf gegen die eigenen inneren Widerstände und Illusionen erweisen kann.
  7. Fortschreitende Probleme und Prüfungen, übernatürliche Hilfe.
  8. Initiation und Transformation des Helden: Empfang oder Raub eines Elixiers oder Schatzes, der die Welt des Alltags, aus der der Held aufgebrochen ist, retten könnte. Dieser Schatz kann in einer inneren Erfahrung bestehen, die durch einen äußerlichen Gegenstand symbolisiert wird.
  9. Verweigerung der Rückkehr: Der Held zögert in die Welt des Alltags zurückzukehren.
  10. Verlassen der Unterwelt: Der Held wird durch innere Beweggründe oder äußeren Zwang zur Rückkehr bewegt, die sich in einem magischen Flug oder durch Flucht vor negativen Kräften vollzieht.
  11. Rückkehr: Der Held überschreitet die Schwelle zur Alltagswelt, aus der er ursprünglich aufgebrochen war. Er trifft auf Unglauben oder Unverständnis, und muss das auf der Heldenreise Gefundene oder Errungene in das Alltagsleben integrieren. (Im Märchen: Das Gold, das plötzlich zur Asche wird.)
  12. Herr der zwei Welten: Der Heros vereint Alltagsleben mit seinem neugefundenen Wissen, und lässt somit die Gesellschaft an seiner Entdeckung teilhaben.

Die zwei Helden, die ich am besten kenne, sind Gilgamesch und Odysseus, und ja, da kann man schon Parallelen finden. Aber bei Tschick? Ist eine schöne Aufgabe für Schüler, auch schon in der 9. Klasse, denke ich. Wer’s lieber eine Nummer kleiner hat, kann sich ja auf das Genre des Road Movie beschränken.

Interessant ist auch, und das wusste ich nicht, dass es eine Fassung der Heldenreise-Stationen gibt, die Drehbuchautoren als Vorlage dienen soll. (Auch Wikipedia.) Einige Schüler untersuchen gerade, ob sie dafür Beispiele finden. Star Wars wird in Wikipedia selber genannt.

Mal sehen, was die Tschick-Lektüre noch alles bringt.

86 thoughts on “Wolfgang Herrndorf, Tschick

  1. Db

    Danke für’s Teilen der Ideen! Das Buch mag ich sehr und überlege, ob meine 13er „Tschick“ nicht nach dem schriftlichen Abitur lesen (wenn alle, alle Deutsch-Klausuren geschrieben sind ist wirklich die Stunde für Interessantes – und nachdem es auf der Spiegel-Bestsellerliste steht, hoffe ich, dass bis April die Taschenbuchausgabe kommt :) )
    Nach-Reisen – siehe Interview, Rolle von Google Earth. Buchvergleiche – Der ‚Heldenreise‘-Gedanke klingt plausibel als roter Faden. In einer Rezension wurde noch Eichendorffs „Taugenichts“ angesprochen. Meiner Ansicht nach passt auch „Luke und Jon“, ebenfalls zwei junge Außenseitertypen. Drehbuchschreiben – Lt. Blog werden gerade die Filmrechte verhandelt. Überhaupt das Blog. Kann man das Schülern zumuten? Immer wieder interessante Einblicke konkret zu „Tschick“, aber auch Berührendes, Erschreckendes.
    Bin gespannt auf Ihre weiteren Berichte!

  2. Herr Rau Post author

    @Violine: Weiß schon. Leider.

    Ich habe nicht vor, das mit den Schülern zu thematisieren. Aber ich weiß nicht, was sich ergibt. An sich möchte ich der automatischen Neigung nicht Vorschub leisten, ein Buch sehr mit seinem Autor zu verknüpfen beziehungsweise mit der Vorstellung, die man sich von ihm gemacht hat.

  3. Martin Hofmann

    Habe auch das Buch und Blog gelesen, wollte mehr drueber erfahren und bin auf Ihre Seite gestossen, aber wir kannten uns ja schon, so ein Zufall. Wie auch immer, gefaellt mir sehr, wie Sie das im Unterricht verarbeiten und bin gespannt auf die Ergebnisse. Viel Erfolg!

  4. Herr Rau Post author

    Danke sehr, ich freue mich auch selber schon auf den Unterricht. Und ja, ein schöner Zufall. Muss ich gleich Frau Rau erzählen. (Die hat mir auch schon früh von Herrndorf erzählt.)

  5. Violine

    Kann ich verstehen. Ich vermeide das immer sehr bei Musikern. Da trenne ich strikt das Werk vom Leben des Musikers. Sonst bekommt alles reichlich Schräglage.

  6. Tanja

    Was für ein schönes Buch und was für ein schöner Aufhänger mit dem Interview! Und ebenso schön, dass du die Klasse überzeugen konntest, obwohl der Preis offenbar dagegen sprach. (Begreife ich wohl im Leben nie, dass 17 Euro gegen etwas sprechen, was erdacht, geschrieben, lektoriert, gesetzt etc. etc. werden musste und immer noch einen Bruchteil der in China gefertigten Schuhe kostet, die ein durchschnittlicher Gymnasiast für eine – oder eine halbe? – Saison trägt.)

  7. Herr Rau Post author

    Sehr viel Überzeugung brauchte es gar nicht, aber nachdem ich schon mal einen Brief wegen zu teurer Lektüre hatte, versuche ich immer durch Aufklärung, mir und den Eltern unnötiges Ärgern zu ersparen.

    Für den durchschnittlichen Gymnasiasten (und in den meisten Klassen für alle Schüler darin), sind die 17 Euro kein Problem. Aber es gibt sicher auch immer wieder mal Eltern, für die das tatsächlich viel Geld ist, und die man dann dazu bringen muss, zu sparen oder Zuschüsse zu beantragen.

    Aber das Klagen über teure Lektüren (das gar nicht so sehr verbreitet ist, wie es hier klingt) ist meist eher ein Reflex und hat andere Gründe. Geld ist ja, sobald man genug davon hat, nicht nur Geld, sondern Symbol. Ich werde nie vergessen, wie ich anderen Englischlehrern in England im Pub eine Runde Bier geholt habe und dann das jeweilige Geld abgezählt in die Hand gedrückt bekommen habe. Und manchen Kollegen kann man 20 € statt 19,90 geben und das ist beiderseits kein Thema, andere legen einem danach einen Briefumschlag mit 10 Cent ins Fach. Alles nicht aus Geiz, sondern weil Geld häufig symbolische Währung ist für: übervorteilt werden, in einer Schuld stehen, ausgenutzt werden.

  8. Tanja

    Das mit der Symbolik habe ich so noch nicht überlegt, aber es stimmt natürlich (und verursacht hier auch oft Missverständnisse zwischen Schweizern und Deutschen).

    An unserer Schule ist die Abteilung Buchhandel bei den Deutschlehrern unter anderem so beliebt, weil sie so gern irgendwo unterrichten, wo die Schüler nicht bei jeder Lektüre die Rappen und die Seiten zählen. Leider brauchen wir gar nicht so viele Deutschlehrer, was wiederum damit zu tun hat, dass wir nur ein kleiner Beruf sind und ein entspechend kleiner Teil der Berufsfachschule. Dies auch, weil wenige Lehrer gern und/oder viel Geld für Bücher ausgeben und viele keine Lust haben, ihre Schüler davon zu überzeugen, ein gebundenes Buch zu kaufen oder gar den Gang in die Buchhandlung vorzumachen. Lehrer, die sich über Zusammenhänge von Urheberrecht bis Lektürequalität Gedanken machen wie du, gibt es bei uns auch. Aber sie sind die Ausnahme. Darum haben wir vor einiger Zeit einen Literaturclub gegründet, in dem Deutschlehrer gemeinsam neue Bücher lesen und auf ihre Eignung für den Unterricht prüfen. Das zählt seit Kurzem zur Pflicht-Weiterbildung und hilft ja vielleicht.

  9. Maya

    Ich habe gerade Buch und Blog gelesen und bin auf der Suche nach noch mehr Informationen auf Ihre Seite gestoßen.

    Lieber Herr Rau, ich gratuliere Ihren Schülerinnen und Schülern zu ihrem Deutschlehrer. Solch einen hatte ich auch. Es hat mir viel genützt in meinem Leben und ich korrespondiere noch immer mit ihm.

    Schade dass nicht alle Teenager so viel Glück haben mit ihren Lektürezusammenstellern (und Unterrichtspersonen allgemein).

    Viel Erfolg bei Ihren Vorhaben. Danke dass Sie uns Anteil nehmen lassen an Ihrer Arbeit. Noch ist die deutsche Schule nicht verloren.

  10. Herr Rau

    Danke für das Lob, aber zu ernst sollten Sie mich hier nicht nehmen. Es gibt genug Schüler, die gar nichts mit mir anfangen können, und nicht nur schlechte. Aber zugegeben, das Buch war eine gute Idee.

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  13. Sylvia Dürr

    Nach einer Rezension im SPIEGEL Tschick gekauft und nach Ballermannhausen- Mallorca an Ostern mitgeschleppt. Passagen meinem Sohn, 13, vorgelesen. Er hat zwar,- wegen meines Gelächters,- kaum was verstanden, aber doch soviel, dass er es mir entführt und heimlich nachts gelesen hat.
    Sowas gibts auch noch in der PC-Potatoe-Generation..
    Gruß aus Innsbruck
    Sylvia Dürr, Mutti

  14. Db

    Schullektüre/Taschenbuch: Die Datenbank meiner Buchhändlerin verzeichnet Februar 2012 als voraussichtlichen Erscheinungstermin für die Taschenbuchausgabe zu 8,99€ (soo lange noch… nach Pfingsten hätte ich es gern mit 12ern gelesen). Am 4.2.2010 hat eine Theaterfassung in der Karlsruher „Insel“ Premiere, in Dresden soll es im Herbst schon auf die Bühne kommen. Und was mich besonders freut: Das Blog des Autors wird weiterhin befüllt.

  15. Atalante

    Hallo Herr Rau,

    bei Ihrer Lektüre-Stunde wird es den Schülern vielleicht nicht so langweilig, bei so vielen unorthodoxen Ideen. Auch scheint es mir für eine 9. Klasse geeignet oder sogar für Jüngere.

    Wie ich Ihren Beitrag gefunden habe? Eine Kurzrezension zu Tschick auf meinen Blog hat in letzter Zeit ungewöhnlich viele Aufrufe. Mein Verdacht, daß es zur Schullektüre avanciert sei, hat sich ja nun bestätigt.

    Ich habe diesen Trend übrigens auch schon gefördert und es einer Deutschlehrerin geschenkt.

  16. Herr Rau Post author

    Herrndorf schreibt in seinem Blog ja auch schon von Schulklassen, die dazu verpflichtet werden, Dem Autor Einen Brief Zu Schreiben. Man fühlt sich schon manchmal ertappt als Deutschlehrer… obwohl ich das mit dem Brief nie gemacht hätte.

  17. Elanur

    ICH MUSSTE DAS BUCH AUCH LESEN WEIL WIR EINE DEUTSCHPRÜFUNG DARÜBER SCHREIBEN…

    GANZ ERLICH ICH WAR GANZ FROH ALS ICH DAS BUCH ZUENDE GELESEN HATTE UND ICH WOLLTE ES AUCH SCHNELL HINTER MIR HABEN, ICH ÜBERSPRANG AUCH PAAR SÄTZE, WEIL ICH DAS BUCH SCHEISSE FINDE, ER ERZÄHLT SO EIN SCHEISS, ES REICHT DOCH WENN ER NUR SCHREIBT WAS SACHE IST, WAS ER DENKT DAS INTRESSIERT MICH DOCH GARNICHT!!

  18. Herr Rau Post author

    Und deswegen mit Google suchen, wo man einen Kommentar zum Buch loswerden kann? Von mir aus. Muss nicht jedem gefallen, das Buch. Vorschlag: such jetzt mit der gleichen Methode nach einem Ort, wo du einen Kommentar zu einem Buch loswerden kannst, das dir gefallen hat. Gerne auch wieder in Großbuchstaben. Dann ist das Gleichgewicht im Universum wiederhergestellt.

  19. elanur

    ICH HABE DEN BUCH NICHT VERSTANDEN, WEIL MICH DAS GANZE GAR NICHT INTERESSIERT!! ICH SCHREIBE EINE PRÜFUNG ÜBER DEN BUCH,ICH SUCHE KOMMENTARE, WO DAS GANZE VIELLEICHT KURZ AUFGEFASST GESCHRIEBEN IST, DA WIR IN DER KLASSE VOR DER PRÜFUNG DARÜBER DISKUTIEREN WERDEN UND ICH MICH AUCH BETEILIGEN WILL VERSUCHE ICH INFORMATIONEN ZUSAMMELN DIE MIR VIELLEICHT WEITER HELFEN KÖNNTEN!

    ACH ÜBRIGENS ETWAS STIMMT IM BUCH… DAS LEHRER ARSCHLÖCHER SIND!!
    DIE LEHRER KÖNNEN MAL WISSEN WAS SCHÜLER VON DENEN DENKEN…

    DAS IST DAS POSITIVE DRAN

    ICH BIN GERADE SOZIAL ASSISTENTIN UND WILL ERZIEHERIN WERDEN, ABER ICH WEISS NICHT WARUM WIR SO EIN SCHEISS LESEN MÜSSEN, VIELES IN DER SCHULE BRAUCHT MAN ECHT NICHT! DAS IST ALLES NUR QUÄLEREI!!

    MEINE ZWEI WOCHEN FERIEN KANN ICH MIR WEGEN SO EIN BUCH NICHT GENIESSEN, WENN ICH DAS BUCH SEHE WILL ICH ES EINFACH AUS DEM FENSTER SCHMEISSEN UND ICH BIN NICHT DIE EINZIGE DIE SO DENKT. ICH TRAUE MICH ZU ÄUSSERN, DAS ZU SAGEN WAS ICH DENKE UND ZU DISKUTIEREN, WAS SICH VIELE IN UNSERER KLASSE NICHT TRAUEN :o)

  20. Frau Weh

    „ICH BIN GERADE SOZIAL ASSISTENTIN UND WILL ERZIEHERIN WERDEN“

    Als Mutter und auch als Lehrerin gruselt es mich gerade gewaltig.

  21. murmel

    Leider kein Einzelfall – auch bei uns in der Erzieherausbildung :-(

  22. Wolfgang Herrndorf

    Liebe Elanur! Ich habe es immer gehaßt, in der Schule über Bücher reden oder schreiben zu müssen, die mir nicht gefielen. Und noch mehr, wenn sie mir gefielen.

    Kraft meines Amtes befreie ich Dich hiermit von Deiner Prüfungsaufgabe.

    Herzliche Grüße,
    Wolfgang Herrndorf

  23. Elanur

    Herr Herrndorf ich freue mich das mich einer verstehen kann..
    Ich bin eigentlich eine ganz Liebe, aber wenn mir etwas nicht gefällt , dann kann ich ein Biest werden. Ich finde es einfach gemein das in meiner Schule eine Prüfung über ein Buch geschrieben wird und ich mag nur Bücher die etwas mit klein Kinder zu tun hat (Kindergartenkinder), schließlich bin ich in der Richtung (BFS Sozialpädagogik). Ich will Bücher lesen die mir später in meinem Berufsleben helfen. Ich finde das Buch Tschick ist gut geschrieben, man könnte es einfach mal im Unterricht lesen oder nebenbei zuhause.

  24. egf-cfc8

    liebe elanur, meine kinder darfst du gern betreuen, auch in Großbuchstaben und tschick-scheisse-findend..
    und bücher die kleinkinder betreffen -ich bin ja eher für die kleinschreibung- rate zu remo largo, eigentlich alles..
    ich weiss, dass ist eine seite über ‚tschick‘ und ich bin eh bio/chemie lehrerin, von daher…
    aber, herr rau, wie finden sie das neue? sand.. taz heute ganz euphorisch..
    und herr herrndorf, das buchcover von sand: warum? erinnert so an himmel über der wüste oder (schlimmer) der englische patient..
    gewollt?

  25. Herr Rau Post author

    Die taz-Besprechung habe ich gerade nachgeholt, klingt gut. Ich werde das Buch bestimmt lesen – Tschick hat mir ja gut gefallen; In Plüschgewittern war okay, aber weniger meine Sache. Ich hoffe, Sand ist mir nicht zu grauslich. Ich mag Komik; Tragikomik – das Wort fällt – gefällt mir auch sehr gut, tut aber mehr weh.

    (Das Buchcover: Sagt mir jedenfalls nichts. Ob es zum Buch passt, kann ich noch nicht sagen. Es hat etwas von das Buch zum Film, stimmt.)

  26. egf-cfc8

    ps im buchladen, also im orginal, sieht das cover von sand dann doch nicht so aus wie auf den abbildungen des buches im internet. Im orginal sind die farben nicht so grell. und dann siehts doch ganz gut aus. Ich fand halt das cover von ‚tschick‘ ..ja.. „10 von 10“, besser gehts nicht. Fast hätt ichs nach dem erscheinen allein deswegen gekauft. Hab ich dann ja auch auf die empfehlung einer freundin, später..

  27. rost

    Zur Ergänzung der Unterrichtsidee: Haben uns mit HIlfe des Höflichkeitskonzepts nach Heinz-Helmut Lüger (positives, negatives Gesicht) die Spitznamen Maiks angeschaut (Kapitel 5 und 6).
    Der Einstieg in den Unterricht erfolgte über eigene Spitznamen und die Top-Ten-Liste aus dem Netz… sehr,sehr lustig. Darüber sind wir ins Gespräch gekommen, welche Funktionen Spitznamen haben. Mit Hilfe von Lüger konnte die Ambivalenz zwischen der Verwendung von Kosenamen bei gleichzeitiger Einschränkung des Handlungsspielraums durch Verniedlichungen aufgezeigt werden (vgl. kranker Hase = ist liebevoll und tröstend gemeint, zugleich wird Maik allerdings als mgl. Beziehungspartner ausgebremst..).
    Wir haben eine Facebookseite für Maik erstellt, uns Vorstellungen von seinem Äußeren gemacht und uns so an das Thema der Charakterisierung herangetraut. Besonders schön (in der Vorweihnachtszeit): Stühle und Tische aus dem Raum, Schlafsack mitbringen, es sich gemütlich machen und dann einfach nur LESEN.

  28. Herr Rau Post author

    Das mit dem Höflichkeitskonzept sagt mir nichts, klingt aber interessant.
    Eine Lesenacht hatten wir schon länger nicht mehr. Was wir außerdem bräuchten, wären Einfachnurlesen-Stunden in der Schulbibliothek. Gezielt im Deutschunterricht oder in Vertretungsstunden, auch wenn die netto nur 35 Minuten lang sind. Natürlich muss die Bibliothek dazu gemütlich sein.

  29. Lola

    Hallöchen!
    Ich lese das Buch auch gerade, weil unser Lehrer uns das Buch aufgegeben hat, ich finde es besser als alle anderen bücher, die wir je hatten. Die Aufgabe unseres Lehrers hieß, dass wir die heldenreise im Buch wiederlegen sollen. Ich sehe da zwar schon ein paar parallelen aber ich inde es ziemlich schwer in der 8. Klasse diese Aufgeben zu bekommen, die klassen bei ihnen waren alle höher.
    Lg, Lola

  30. Herr Rau

    Die Heldenreise widerlegen? Kann man sicher machen, ist aber für die 8. Klasse schon schwer. Aber ich habe mal mit einer 7. ein Buch gelesen, das sonst in erst drei Jahre später gelesen wird, das kann alles funktionieren.

  31. Pupsi

    Ich hätte gerne die Lösungen, ob Tschick nach oben genannten punkten ein Helden roman ist oder nicht

  32. Studi

    Na Herr Rau, was los?
    Also ich musste das Buch im Rahmen der Uni (Lehramt Deutsch) lesen und …. es ist das ERSTE „Uni-Buch“, dass ich gut fand…nein sogar richtig gut! Was habe ich gelacht!

    Nun werde ich aber von der Uni gezwungen, den schönen Eindruck kaputt zu machen, aber dafür kann ich ja nichts.

    Wieviele Stunden haben Sie denn eigentlich für das Buch im Unterricht aufgewendet?

  33. Studi

    PS:
    Und ja auch mich hat der Preis abgeschreckt bzw. habe ich das Buch mit einem Zähneknirschen erwerben MÜSSEN – ich bin daher froh, dass sich die 17€ wirklich gelohnt haben. Ich bin nämlich Studi aus nicht reichem Hause und muss sehen, wie ich haushalte. Bald erscheint ja Gottseidank! das Taschenbuch, so dass man mit nur 8€ die Preishürde nicht mehr hat.

  34. Herr Rau Post author

    Was los ist… na ja, der Bär, und der Löwe. Oder tanzt der Bär nur? Ich kenne mich mit so etwas nicht mehr aus. Aber schön, wenn Ihnen das Buch gefallen hat.

    Im Unterricht dafür aufgewendet: weiß nicht, vielleicht drei Wochen? Höchstens. Einschließlich Anlegen eines Textdokument-Dossiers im Computerraum mit den Ergebnissen.

    Tja, hätten Sie mal Lehramt Englisch studiert. Da gibt’s im Studium mehr lesenswerte Bücher.

  35. Herr Rau Post author

    Ach ja: und ich finde es interessant, dass Tschick es schon an die Unis geschafft hat. Was macht man denn da damit?

  36. Studi

    Na Herr Rau, ich will anonym bleiben, aber mit Englisch liegen Sie da nicht so falsch. Aber interessanter wurde es auch da nicht.

    Was man an der Uni damit macht? Überlegen, wie man das Buch am besten im Unterricht einsetzt. Handlungsorientierung und so. Ganz viele lustige Methoden.

  37. Herr Rau Post author

    Aberaberaber… fast das ganze 18. und 19. Jahrhundert ist doch äußerst lesbar und vergnüglich! Samuel Richardson, na ja, aber selbst der hat ein bisschen Spaß gemacht.

  38. billabong

    Hallo zusammen. Ich wurde gerade von einer geliebten Person auf dieses Forum und die Diskusion aufmerksam gemacht. Es ist für mich deswegen interessant, da ich mich zur Zeit selbst in der Ausbildung zum Erzieher befinde. Leider habe ich in meiner Klasse einige Mitstudierende, die zwar sehr lieb sind, aber mit Bildung eher auf Kriegsfuss stehen. Ich bin sicher, dass sie sich alle (jedenfalls fast) sehr liebevoll um unsere Kinder kümmern werden. Allerdings sehe ich den Bereich der Förderung – und ich rede jetzt nicht von diesem Tigermutter nonsens, sondern von sinnvoller kindlicher Frühförderung – eher als (weiterhin) vernachlässigt. In diesem Punkt würde, aus meiner Sicht, vieles dafür sprechen, nicht nur das Ausbildungsniveau, sondern auch die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zur ErzieherIn anzuheben; sprich einen Studiengang daraus zu machen. Schließlich handelt es sich um Pädagogen. Nebenbei gefällt mir „tschick“ recht gut. Ich hoffe ich konnte auch deutlich machen, dass Erzieher nicht zwingend ein Desintersse am Lesen und Bildung im Allgemeinen haben. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Geduld mit Ihren Schülern, so gute Ideen und hin und wieder einen Lichtblick.

  39. Herr Rau Post author

    Danke für die guten Wünsche. Lichtblicke gibt es immer wieder mal. An den Schülern habe ich eh weniger auszusetzen als an, uh, dem System und, uh, seinen Repräsentanten, wie sie mir in meiner Praxis begegnen.

  40. Sylvia.Duerr

    Tschick gibts ab sofort als Taschenbuch! Das Buch gefällt sogar einem (anschließend schmunzelndem)Opa.
    Bestsellerliste auf Platz 4! (Obwohl man bei den besten sellern immer skeptisch sein sollte, gibts endlich mal nen Lichttschickblick..)

  41. Captain Cook

    Ach, Herr Rau, einerseits finde ich Ihe Webseite wunderbar, andrerseits habe ich jetzt zuviel darin gelesen und zu wenig getan für 6 Stunden morgen…. deshalb kurz meine Frage(n): Wieso schreibt Herrndorf alle indirekten Reden im Konjunktiv zwei? Gehört das auch zur Jugendsprache?? Oder fällt nur mir das auf, weil ich gerade mal wieder indirekte Rede gemacht habe?

  42. Herr Rau Post author

    Für die 6 Stunden am folgenden Tag ist ja auch wichtig, dass man sich am Abend davor gut entspannt.

    Der Konjunktiv zwei ist mir nicht aufgefallen, kann aber gut sein. In der Realität dürfte KII auch häufiger bei der indirekten Rede sein als KI, also „er sagte, er hätte“ statt „er habe“, wie es Schulbücher und Grammatiken möchten. (Nicht dass die sich sonst immer einig wären.)

  43. ginka

    tschick gibt es inzwischen auch als taschenbuch und scheint wirklich ein geheimtipp als lektüre zu sein…fehlt nur noch das material für den unterricht:-)

  44. Herr Rau Post author

    Geheimtipp würde ich gar nicht mal sagen – gewinnt Preise, wird bebloggt, gibt Hörspiel dazu, die Jugendbuchforschung interessiert sich dafür, wird an meiner Schule wieder gelesen. Was es auch alles verdient hat. Ich freue mich aber über jeden Lehrer, der Material für den Unterricht selbst erstellt oder sich vom Web anregen lässt. Klar geht es ganz ohne Material nicht, aber manchmal werden mir zu viele fertige Arbeitsblätter verwendet. Dabei braucht es das ja gar nicht.

  45. Kuchael

    Hallöchen,

    so, Tschick und seine Freunde halten morgen Einzug in die Höhere Handelsschule. Ein Schwerpunkt: Sprache, Grammatik (integriert). Erschließung: handlungs- und produktionsorientiert (yeah!). Meine Hoffnung: Die Schüler finden den Roman mindestens halb so toll wie ich und lesen ihn begeistert über Ostern …
    Jetzt gilt es, die „anregende Lernumgebung“ zu gestalten. Alter Finne …

  46. Sylvia.Duerr

    Morgen gehen 3 TSCHICKS mit auf die Reise via Kreta zu lieben Freunden, damit die dort auch was zum Lachen haben..

  47. shaha

    Herr Rau, koennen Sie bitte ein Interpretation ueber Tschick machen?? Ich hab 3 Mal Tschick gelesen.aber ich kann nicht verstehen.

  48. Herr Rau Post author

    Interpretation heißt eigentlich nur: interessante Sachen über etwas schreiben. Das kann man auf ganz verschiedene Arten machen, weil es über interessante Bücher hoffentlich viel Interessantes zu schreiben gibt. Was genau in der Schule verlangt wird, hängt aber vom Lehrer ab. Und viel mehr als das, was oben steht, habe ich auch nicht anzubieten – es macht mir nämlich Mühe, meine undeutlichen Gedanken zu sammeln udn zu sortieren, und ich bin faul.

  49. Pingback: “Tschick” von Wolfgang Herrndorf | Sven Heubleins Blog

  50. Jones

    Die Neue Bühne Bruck zeigt ab kommenden Freitag den 28.09.2012 Tschick als Theaterstück mit einigen Schüler des Graf-Rasso-Gymnasium in den Hauptrollen.
    Nur mal als kleiner Schleichwerbung am Rande!

    Mehr dazu hier:
    http://www.buehne-bruck.de/index.php?page=1132

  51. Mounty

    Hallo zusammen,
    nachdem ich gerade schmunzelnd vor den Diskussionsbeiträgen sitze und überlege, ob ich das Buch in den kommenden Wochen ebenfalls mit meiner 9. Klasse lesen soll, kommt mir die zweite Überlegung in den Sinn: Kann ich wohl auch die Beiträge des Bloggers und die Antworten darauf in den Unterricht einbauen (zum Thema „Umgang mit den neuen Medien“)? In anonymisierter Form versteht sich…
    Zweite Frage: Wie ist es bei euch allen im Endeffekt gelaufen? Wieder machen oder bloß nicht?
    Vielen Dank auf jeden Fall für die zahlreichen Anregungen!!

    Grüße aus dem Allgäu
    Mounty

  52. Herr Rau Post author

    Schleichwerbung im Blog ist okay; das mit Tschick in der Neuen Bühne hatte ich natürlich schon mitgekriegt. An anderen Orten (Lehrerzimmer) wurde mir etwas zu viel dafür geworben, das war eher kontraproduktiv.

    Ich weiß von mindestens zwei anderen Klassen, die Tschick an meiner Schule lasen, weiß aber nicht, wie das da angekommen ist. Bei mir lief das gut. Eine Schülerin beschwerte sich, für so viel Geld ein Buch, das man so rasch liest, das sei doch verschwendet; sie hätte lieber irgendeine fiese Deutschlektüre gehabt. Kommentarkultur einbauen…. Schüler einen Kommentar abgeben lassen vielleicht?

  53. Wolf von Augsburg

    Lieber Herr Rau,

    habe heute „Tschick“ ausgelesen und ein bisschen herumgesurft. Vielen Dank für Ihren vergnüglichen und anregenden Blog.

    Gruß aus Südbayern

    von Wolf

  54. Herr Rau Post author

    Freut mich, und gern geschehen.
    Grüße aus München
    Thomas Rau

  55. Martina Ueh

    Lieber Herr Rau,

    für welche Klassenstufen ist denn Tschick Ihrer Meinung nach geeignet?
    Ich würde gern in einer Berufskolleg-Klasse (Schüler ca. 18 Jahre) eine Lektüre machen, die den Schülern mehr zuspricht als das Fräulein Scuderi oder dergleichen!
    Viele Grüße!

  56. Herr Rau Post author

    Kommt auf die Klasse an, denke ich. In 9. Klassen dürfte das meistens passen. Bei älteren Schülern kommt es darauf an, wie sehr es ihnen etwas ausmacht, dass die Hauptpersonen jünger sind als sie selber. Das ist das einzige Problem, das ich bei der Lektüre sehe.

    (Scuderi liest man bei uns gerne in der 8., weil das im Schulbuch breit als Beispiel steht. Grauslich. Musste ich als Schüler auch lesen. Grauslich. Als erwachsener Deutschlehrer geht’s dann wieder.)

  57. anonym

    Hallo,
    wir haben tschick die letzten paar Wochen in der Schule gelesen, bei einer leider nicht sonderlich fähigen Lehrerin, die teilweise keine Ahnung hatte bzw hat von was sie spricht. Morgen schreiben wir eine Klassenarbeit darüber, entweder eine Charakterisierung oder eine Analyse der Erzählperspektive bzw des Erzählers. Eigentlich hatte ich mich darüber gefreut, dass wir nach ‚Der Richter und sein Henker‘ im letzten Halbjahr mal wieder was lesenswerteres lesen. Aber siehe da, der Unterricht war nicht spannender als vorher… Ich hätte gerne eine Deutschlehrerin, die sich Gedanken darüber macht, wie sie den Unterricht zu einem Buch gestaltet und nicht einfach Arbeitsblätter benutzt, die sie noch nicht einmal versteht…

  58. Herr Rau Post author

    Na, hoffentlich war wenigstens das Buch gut. Schlechte oder langweilige Lehrer gibt es tatsächlich, davon bin ich überzeugt. Aber erst gestern habe ich von einem Aufsatz gelesen – http://www.psychologytoday.com/blog/everybody-is-stupid-except-you/201305/do-the-best-professors-get-the-worst-ratings – der andeutet, dass Lernende bei souverän auftretenden, flüssig redenden Lehrern mehr zu lernen glauben als bei anderen, weniger überzeugenderen. Der tatsächliche Lernfortschritt ist aber auch nicht anders, man glaubt nur mehr gelernt zu haben. (Ich frage mich ja auch manchmal, ob die Schüler bei mir auch etwas lernen, oder ob wir uns nur gegenseitig mehr oder weniger gut unterhalten.)

  59. Jochri

    Lieber Herr Herrndorf,
    Können Sie uns bitte die Lösungen für das Arbeitsblatt mit der Gliederung der Geschichte geben. Das Blatt mit der Heldenreisengeschichte und es die Parallelen dazu. Und von unserer Prüfung erlösen.

    Danke vielmals! Wir sind ein grosser Fan von Ihnen!

  60. Herr Rau Post author

    Ich fürchte, Herr Herrndorf liest hier gar nicht mit; diese Seite stammt auch nicht von ihm, sondern von mir, einem Deutschlehrer, der das Buch auch gut findet. Das Arbeitsblatt mit der Heldenreisengeschichte kennt er vermutlich gar nicht; ich auch nicht.

  61. Jochri

    Lieber Herr Rau,
    Sie haben Recht. Das Blatt kennt Herr Herrndorf ganz sicher nicht, dasselbe gillt für die Prüfung. Ich hoffe wir haben Ihre Zeit nicht allzu fest in Anspruch genommen.

    Einen schönen Abend noch wünschen wir Ihnen aus der Schweiz.

    Mit freundlichen Grüssen
    Jochri unc Co.

  62. Herr Rau Post author

    Oh, meine Zeit dürfen Sie hier in Anspruch nehmen, wie Sie wollen, oder ich mir die Zeit nehmen, die ich will. Im Dienst muss ich vieles machen, hier ist alles freiwillig, und dafür immer gerne.
    Auch einen schönen Abend
    Thomas Rau

  63. LoL :)

    Guten Sonntagnachmittag Herr Rau,

    Ich hab da ne kleine Frage wir haben eine Prüfung über dieses Buch in der Schule und auch ein Arbeitsblatt das wir ausfüllen müssen könnten sie mir vielleicht bei 2 Fragen behilflich sein?
    Die erste Frage die ich nicht ganz gefunden habe war welche 2 Wörter Maik immer wieder sagt?
    Die zweite Frage die ich nicht ganz ausfüllen kann lautet: Beschreibe die wichtigsten Personen des Buches?
    Dankee vielmals schon im voraus ich hoffe ich nerfe sie nicht all zu sehr damit
    Liebe Grüsse aus der Schweiz :)

  64. Herr Rau Post author

    >Die erste Frage
    >Die zweite Frage

    Bei der ersten Frage müsste ich auch nachschauen und arbeiten, bei der zweiten weniger – aber da will ich nicht helfen, das sollt ihr selber machen. Ist langfristig auch sinnvoller.

  65. Sylvia Dürr, Innsbruck

    Tschick wird sogar in der 9. Schulstufe im benachbarten Thomas- Bernhard-Ernst-Jandl- Land gelesen! GRIEBIG!

  66. Sylvia Dürr, Innsbruck

    Wolfgang Herrndorf ist tot. Welche Tragik. Welch ein Verlust. Aber seine Werke bleiben.

  67. Herr Rau

    Ja, ich hab’s mitgekriegt. Selbst in der Tagesschau. Sand geht mir oft im Kopf herum. Und dann sein Blog.

  68. Matah

    Hallo Herr Rau – ich weiß, dass die Diskussion schon etwas veraltet ist, aber ich habe mich so über selbige gefreut, dass ich mich bedanken wollte. Ich fand ‚Sand‘ wirklich brillant – solche Bücher gehören für gewöhnlich nicht zu meiner Lektüre – ebenso wenig wie ‚Tschick‘ übrigens. So richtig habe ich Herrndorf erst verstanden, als ich mir seine Lesung angeschaut habe – ich weiß nicht warum, aber bis dahin habe ich die Bücher falsch gelesen … Anschließend habe ich dafür umso mehr gelacht :) Na ja – viel Lärm um nichts – ich fand Ihren Blog zu diesem Thema jedenfalls interessant und war nur ein bisschen traurig, dass Herrndorf scheinbar die harsche und ziemlich unversöhnliche Kritik in Großbuchstaben gelesen hat – das hatte er nicht verdient.

  69. Herr Rau Post author

    Freut mich, gern geschehen. Ich werde in ein paar Wochen wieder Tschick in der Schule lesen, hat bei der Abstimmung ganz knapp gegen Dracula gewonnen. (Beides Schülervorschläge. Dracula hätte mir auch Spaß gemacht.) – Ich habe mich schon gefreut, dass Herrndorf hier überhaupt etwas geschrieben hat.

    Und Sand, Sand ist brillant, ja.

  70. Johan

    Hallo,

    ich habe das Buch gelesen und finde es ganz toll und interessant.
    Ich schreibe den kommenden Donnerstag eine Klausur über das Thema Textanalyse, wo ich ein Kapitel analysieren soll.
    Können Sie mir vlt verraten welches der Kapitel vorkommen könnte oder welche wahrscheinlicher sind .

  71. Herr Rau Post author

    Selbst wenn ich könnte, ich würde nicht, aus allerlei Gründen.

  72. Pingback: Wolfgang Herrndorf: Tschick | Christa Hartwig's Blog

  73. Tobias

    Hallo Herr Rau, Sie scheinen ja ein großer Tschick Experte zu sein (und sind dabei noch so geduldig mit den ganzen Kommentaren hier :))
    Was meinen Sie, aus Ihrer Erfahrung, würde sich das Ganze auch für eine achte Klasse Gymnasium eignen oder ist es bei Schülern dieses Alters eher „verschenkt“? Es wurden ja schon viele tolle Bücher zu früh gelesen, was dazu geführt hat, dass die Kleinen den Gehalt des jew. Werkes nicht verstanden haben und deshalb keinen Spaß hatten (was im Tschick Fall sehr schade wäre)
    BITTE ANTWORTEN SIE!! :D
    Herzliche Grüße
    T.H.

  74. Herr Rau Post author

    ICH ANTWORTE, ICH ANTWORTE!!

    (Tatsächlich war der Kommentar erst im Spamfilter hängen geblieben. Ob da am Ende ein Großbuchstaben-Detektor im Erkennungsalgorithmus mitspielt?)

    Achte Klasse: kein Problem, habe ich selber schon gemacht und andere auch, passt gut und ist keinesfalls verschenkt.

  75. Kaerreleiner

    Lieber Herr Rau,
    ich hätte gern Ihre Meinung zu der Idee, das Buch in einer 9./10. Klasse der Realschule zu behandeln. Bisher habe ich nur gelesen, dass dieses am Gymnasium einbezogen wird.

    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, auch wenn schon länger nichts mehr kommentiert wurde.

  76. Herr Rau Post author

    Das kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mri Erfahrung an der Realschule, aber ich vermute, dass das gut gehen wird. Kubiwahn ist ein geschätzer Realschulkollege und hat mal da und dort etwas dazu geschrieben, und das Buch vielleicht in einer 9. Klasse gelesen. 9 passt eher als 10, denke ich – Schüler mögen es eher nicht, wenn die Helden einer Geschichte jünger sind als sie selber.

  77. Kaerreleiner

    Vielen Dank für ihre rasche Antwort und die Hinweise :)

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