Archive nach Jahr: 2012

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Datenschutz

(Für den Fall, dass irgendwer mal wieder fragt, warum Schulen wenig mit IT machen.)

Wenn ich im neuen Jahr wieder die Tanzkurse für die 8. Klassen organisiere, wäre es schön, wenn sich die Schüler selber online eintragen könnten. Es gibt 6 Klassen und 2 mögliche Termine, und manche Schüler wollen auch gar nicht mitmachen. Es erfordert viele Gänge in die Klassenzimmer, bis ich die Angaben auf Papier habe. Da wäre es doch schön, wenn sich die Schüler selber eintragen könnten. Das könnte man ganz einfach über Google Drive (früher: Google Docs) machen – da lassen sich ganz einfach Umfragen erstellen, die man dann ohne jegliche Anmeldung ausfüllen kann, wenn man den Link kennt.

Aber das geht natürlich nicht mehr, weil Bayern den Datenschutz entdeckt hat und dabei ja Schülerdaten auf fremden Servern gespeichert werden.

Aber man könnte doch solche Umfragesoftware auf dem eigenen Server installieren, etwa in Form eines Plugins bei der Schulhomepage! Ja, schon. Wenn man das hier beachtet:

datenschutz

Wir beginnen mit der Verfahrensverantwortlichen Person für die Fachaufgabe. Das wäre ich. Weitere Mitspieler sind die Verfahrensverantwortliche Person für IT, die Verantwortliche Person für den Betrieb der IT, der Behördliche Beauftragte für Datenschutz und der Beauftragte für Datenschutz auf Ressortebene (der hoffentlich nicht die Zuschaltung des Landesbeauftragten für Datenschutz verlangt). Auf dem Weg entstehen eine Projektskizze, ein Datenschutzkonzept, eine Verfahrensbeschreibung und die Aufnahme in das Verfahrensverzeichnis.

Oder ich lasse es einfach mal sein.

Quelle:
http://www.datenschutz-bayern.de/verwaltung/20081009_freigabe-musterablaufplan.pdf

Tanja und Johnny Haeusler, Netzgemüse

Wer noch schnell ein gutes Weihnachtsgeschenk braucht, dem kann ich das hier empfehlen:

netzgemuese

Das Buch ist ein Ratgeber für Eltern, die Rat suchen bei der Frage, wie sie es mit ihren Kindern und dem Internet halten sollen. Lesenswert ist es aber auch für Lehrer. Ach, eigentlich möchte ich, dass das jeder liest, der sich Sorgen um die jungen Leute von heute macht.

(Man findet das Buch nicht in der Ratgeberabteilung der Buchhandlung. Da wollen Sie auch gar nicht hin. Auch nicht in der Sachbuchabteilung – was da alles Sachbuch heißt, bringt meinen Kopf zum Schütteln. In der Computerabteilung steht es, neben erschreckend vielen anderen Büchern zum Thema “Mein Kind und Facebook”, die alle ganz, ganz gruslig ausschauen.)

Das Buch ermuntert die Leser, die junge Generation dafür zu loben, was sie mit dem Internet alles anstellen, sich von ihnen beeindrucken zu lassen, statt sich nur zu sorgen. Dazu stellt es erst einmal vor, was es im Internet gibt, und was junge Leute daran interessiert. Wie einfach es ist, auch schon als Zehn- oder Zwölfjähriger, ein Erklärvideo aufzunehmen und bei Youtube einzustellen – und wie befriedigend zugleich. Wenn das Kind daran oder an Facebook kein Interesse hat: wunderbar! Wenn doch: dann sollten Eltern nicht erschrecken.

Was so oder so sein muss: viel mit dem Kind reden. Sich von ihm Sachen zeigen lassen. Gefahren kennen, aber nicht überschätzen. Und viel mit dem Kind reden. Ich kann mir inzwischen gut vorstellen, wie man als Familie gemeinsam Youtube schaut statt Fernsehen. Von Clip zu Clip springt, Geschichten dazu erzählt. Alter Nachrichten, Erklärvideos, Ausschnitte aus der Muppetshow. Und Y-Titty. (Einfach mal einen Teenager danach fragen.)

Die Überlegungen im e-Pilog des Buchs, welche Rolle das Internet in der Schule einnehmen könnte, sind nicht das eigentliche Thema des Buchs. Da habe ich zwar grundsätzlich die gleichen Vorstellungen, aber ein paar Einwände. Sei’s drum.

Es gibt etliche Kollegen, denen ich das Buch gerne schenken würde, einfach um Verständnis für das Internet zu wecken, die Angst davor zu nehmen und Neugier darauf zu machen.

Frontalunterricht kein Schimpfwort mehr?

Die FAZ titelt etwas plakativer Frontalunterricht macht klug. Ganz so vereinfacht würde ich das nicht darstellen: Eine Studie zeigt (wenn auch nur an naturwissenschaftlichen Fächern), was andere Studien auch schon gezeigt haben, was Hilbert Meyer, der “Papst der Lehrerausbildung” (FAZ) inzwischen auch sagt – Frontalunterricht funktioniert und die meisten Schüler lernen bei den meisten Lehrern besser damit als mit offeneren Unterrichtsformen. Praktiker sind davon nicht überrascht.

Das ist deshalb erwähnenswert, weil in vielen Kreisen Frontalunterricht zum Schimpfwort geworden ist. (“Deine Mutter macht Frontalunterricht!”) Siehe Er hat Frontalunterricht gehalten… von Hokey anno 2009, oder meinen Blogeintrag neulich. Einfach mal nach “Frontalunterricht” googeln und schauen, was herauskommt.

Wenn man nachbohrt, stellt sich allerdings manchmal heraus, dass es gar nicht um Frontalunterricht geht. Klar, jeder vernünftige Lehrer ist für Methodenmix, jeder braucht ein Methodenrepertoire, aus dem er auswählen kann – und dann eben auch Frontalunterricht. (Bezeichnet wird damit ohnehin lehrerzentrierter Unterricht; Frontalunterricht im Sinne einer Vorlesung gibt es seit vor meiner Schulzeit nicht mehr.) Wenn der Begriff als Kritik gemeint ist, steht er oft stellvertretend für “alles, was mir an Schule nicht passt”. Daran störe ich mich dann, weil ich das halt doch wörtlich nehme.

Ich habe oben die Studie zusammengefasst mit: “die meisten Schüler lernen bei den meisten Lehrern besser” mit Frontalunterricht. Dieser Satz ermöglicht es, doch wieder gegen Frontalunterricht zu argumentieren. Wenn wir Frontalunterricht abschaffen wollen und dabei doch effektiven Unterricht machen wollen, brauchen wir (Möglichkeit 1) einfach andere Schüler! Das geht, indem man eine neue Schülergeneration postuliert, die mit dem Internet aufwächst und deshalb ganz anders ist. Da bin ich skeptisch. Oder wir brauchen (Möglichkeit 2) andere Lehrer, die dann – so die allerdings völlig unbewiesene Vermutung – mit anderen Methoden noch effektiver lehren. Das kann man argumentieren, falls sich jemand dazu berufen fühlt. Man könnte also fragen, welche Methode die beste ist und wie wir genug Lehrer kriegen, die diese Methode können? Ich halte das für den falschen Weg. (“Wie kriegen wir die besten Lehrer?” ist allerdings eine Frage, die man bei Gelegenheit mal beantworten sollte.)


Andere Studien sagen, und da sehe ich keinen Widerspruch: Es kommt auf den Lehrer an. Klassengröße, Unterrichtsmethode, Medien, alles nicht so wichtig: was den Ausschlag gibt, ist die Lehrerpersönlichkeit. Und da gibt es die einen, die mehr Frontalunterricht machen, mit oder ohne Geschichtenerzählen, und die, die mehr Gruppenarbeit machen.

Das heißt nicht, dass alles gut läuft an unseren Schulen. Überhaupt nicht. Aber um Methoden brauchen wir uns vorerst nicht zu streiten. Wenn wir jetzt bitte noch aus den anderen Schlagworten und Kampfbegriffen die Luft etwas herauslassen könnten?

Modus F, oder die mittlere Führungsebene und die eigenverantwortliche Schule

An einem Gymnasium mit 100 Lehrern gibt es nur einen Vorgesetzten: den Schulleiter. Unterstützt wird der durch, sagen wir mal, drei Mitarbeiter in der Schulleitung. Aber nur der Schulleiter beurteilt die Leistungen der Lehrer, repräsentiert die Schule nach außen, ist verantwortlich und trifft Entscheidungen – und kann mir etwas anschaffen. Dafür ist der Schulleiter in der Gehaltsstufe A16, die anderen Lehrern – und da geht es uns gut, ich weiß – sind am Anfang A13, später A14, und wer eine der begehrten Funktionsstellen erhält, wird früher oder später meist auch A15.

Nun gibt es etwa doppelt so viele Funktionsstellen wie Geld dafür da ist. Deswegen das mit dem “früher oder später”: sobald genügend A15-Stellen freigeworden sind, werden die nächsten Anwärter befördert, und das dauert halt.

Meanwhile, at the farm… hat sich das Kultusministerium beziehungsweise die Regierung etwas überlegt, nämlich die mittlere Führungsebene/erweiterte Schulleitung. Heißt auch Modus F, weil das in den letzten Jahren unter diesem Namen erprobt wurde. Es soll eine Ebene der Zwischenvorgesetzten an Schulen geben. Den meisten Lehrern gefällt diese Idee gar nicht. Denn, so vermuten sie, es geht vor allem darum, die Zahl an beförderungsrelevanten Funktionsstellen zu reduzieren. Außerdem befürchten sie, dass eine Hierarchisierung der Schule dem Schulklima abträglich ist. Ersteres nennt man einen no-brainer, so selbstverständlich ist das, bei zweitem bin ich mir nicht sicher. Es kommt darauf, wer diese mittlere Ebene nach welchen Kriterien auswählt und was das für die anderen Kollegen bedeutet. Ich bin skeptisch, was die Durchführung betrifft, sehe allerdings ein, dass ein Vorgesetzter für einen Haufen von 100 Leuten nicht genug ist. Will ich mehr oder weniger pädagogische Führung? Oder geht es nur um mehr oder weniger Verwaltung?

Im letzten Jahr war ich anwesenden bei zwei verschiedenen Treffen mit zwei verschiedenen Mitgliedern des Hauptpersonalrats. Die wurden jeweils – weil das das Kollegium interessiert – danach gefragt, ob und wann und wie denn diese mittlere Führungsebene kommen würde. Beide Male hieß es sinngemäß, dass sei gerade überhaupt kein Thema. Werde nicht diskutiert. Man werde sich rechtzeitig darum kümmern, aber das sei alles nicht spruchreif und übertrieben dargestellt. Kein Grund zur Diskussion. Es klang beide Male danach, als sollten wir Lehrer unsere hübschen blonden Köpfchen nicht mit solchen Dingen belasten.

Derzeit ist ein Gesetzesentwurf zur eigenverantwortlichen Schule in der Ressortanhörung. Damit sollen die rechtlichen Grundlagen für die mittlere Führungsebene geschaffen werden. Mitdenkende Lehrer sind besorgt deswegen. Im Gesetzesentwurf geht es wohl noch gar nicht groß um die Umsetzung der eigenverantwortlichen Schule. Die wird dann später auf Verwaltungsebene vom Kultusministerium diktiert. “Eigenverantwortliche Schule” klingt dabei erst einmal gut. Wenn ich mir ansehe, mit wie viel Mikromanagement das Kultusministerium seit Jahren arbeitet (siehe den letzten Beitrag bei JochenEnglish), dann kann ich mir nicht vorstellen, dass tatsächlich sinnvoll Verantwortung an Schulen abgegeben wird. Andererseits: wer soll sie denn dann tragen, die Verantwortung – die Schulleitung? Sind Schulleitungen darauf vorbereitet? Bequem ist das mit der Verantwortung allerdings dann, wenn man sich etwa ein Flexibilisierungsjahr ausdenkt und die Schulen das eigenverantwortlich in der Realität umsetzen lässt.

Vom Hauptpersonalrat habe ich nichts zu diesem Gesetzesentwurf gehört. Was die Kollegen an anderen Schulen darüber denken… ist nicht leicht herauszufinden. Es gibt keine Möglichkeit für die örtlichen Personalräte an verschiedenen Schulen, sich untereinander auszutauschen. Wie gerne würde ich wissen, wie die ÖPR an anderen Schulen Dinge handhaben. Wie Dinge an deren Schulen geregelt sind. Welche Kultusministerielle Schreiben bis zu wem durchgedrungen sind. Aber da gibt es keine Kanäle. Es gibt den HPR, an den man sich wenden kann, aber der hatte dezidiert kein Interesse an einer Mailingliste für Personalräte. Der Gedanke, die könnten direkt miteinander kommunizieren statt über den HPR, schien nicht gerade willkommen zu sein. Bedenken wurden geäußert. (“Wer garantiert denn, dass die Adressen dann aktuell oder echt sind” und so weiter. Könnte man alles lösen.) Gehört sich das für die Personalräte verschiedener Behörden, sich zu vernetzen?

Siehe auch kommentierte Pressemitteilung von Anfang Februar 2013

Grenzen der Kompetenzorientierung

Ich lese regelmäßig, dass alles Wissen, das man in Schulen beibringt, ja eh schon im Internet steht. Selbst wenn das vielleicht noch nicht ganz stimmt, dann stimmt es vermutlich bald. Nahegelegt wird mit diesem Satz, dass Schulen nur oder vor allem Wissen beibringen. Das ist sicher nicht so, obwohl man über das Verhältnis Wissen-Kompetenzen streiten kann. Nahegelegt wird außerdem, dass man Wissen nicht braucht, wenn man es eh leicht nachschlagen kann. Das stimmt so sicher auch nicht.

Die Webseite cracked.com lädt regelmäßig Leser dazu ein, zu bestimmten Themen witzige Fotomontagen einzuschicken. Hier ist zum Beispiel eine Reihe zu “13 emails that shed new light on famous scandals.”

http://www.cracked.com/photoplasty_487_13-emails-that-shed-new-light-famous-scandals/

Zugegeben, manche Einträge sind nur mäßig witzig. Gar nicht witzig sind sie, wenn man nicht weiß, worauf sie sich beziehen. Wenn ich zu wenig Ahnung von Daten der Zeitgeschichte und Geschichte habe, kapiere ich die Witze nicht. Ich kapiere auch tatsächlich nicht alle. Da hilft es mir gar nicht, dass diese Informationen online zu finden sind.

Mit jemandem, der nicht über ähnliches Wissen verfügt wie ich, kann ich keine Witze austauschen. Oder Geschichten. Obwohl: das stimmt so nicht ganz; der andere hat ja vielleicht einen ganz anderen Hintergrund und kann mir aus diesem heraus ganz andere Geschichten erzählen. Aber dazu muss er einmal welche kennen.

– Tatsächlich ist meine Schulart, so wie ich sie erlebe, noch zu sehr wissens- und zu wenig kompetenzorientiert. So will es der Lehrplan. Wir bringen den Schülern in der Oberstufe literarische Epochen bei, eine nach der anderen, aber wir bringen ihnen nicht bei, wie sie selber Antworten finden können auf Fragen wie: Wie finde ich die charakteristischen Merkmale einer literarischen Epoche heraus? Wie kann ich sie von anderen Epochen unterscheiden, wie hängt sie mit den Nachbarepochen zusammen? Wie hilft mir das Wissen, ein Werk dieser Epoche verstehen und für mich erschließen zu können? Das kostet Zeit.

Der Informatik-Biber

Die Mathematiklehrer haben – in der 6. Jahrgangsstufe – den Känguru-Test, die Informatiklehrer den Biber. (Kichern von Frau Rau.) Biber, sage ich! Ernst bleiben! Also, das ist ein bundesweiter Informatik-Wettbewerb für alle Jahrgangsstufen. In diesem Jahr nahmen 185.055 Jugendliche teil, aus insgesamt 1.097 Schulen. Eine dieser Schulen, und das zum ersten Mal, war meine.

Man kann sich als Lehrer einfach unter http://informatik-biber.de/ auf den Newsletter setzen lassen, dann wird man über alles informiert. Spätestens im September sollte man sich dann als Lehrer dort registrieren, dann kann man Schüler seiner Schule anmelden. (Einfach: eine CSV-Datei hochladen mit den Schülernamen, Benutzernamen und Passwörtern. Und, mit Verlaub, auf den Datenschutz pfeifen.)

Dann kommt die Phase des Schnupperbibers. (Wieder Kichern von Frau Rau. Ich weiß gar nicht, was die hat.) Beim Schnupperbiber können die Schüer schon mal einige Aufgaben ausprobieren. Sowohl Schnupperbiber (Frau Rau!) als auch der eigentliche Wettbewerb und dessen Auswertung finden online statt. Wenn man möchte, kann man im Computerraum also eine Stunde zum Schnuppern, eine für den Wettbewerb und noch eine – nach der Auswertung – für die Überarbeitung der Schülerantworten verbringen.

Man nimmt je nach Jahrgangsstufe Teil in der Kategorie 5/6, 7/8, 9/10 oder 11/12/13. Je nach Kategorie sind die Aufgaben unterschiedlich gewichtet beziehungsweise es kommen schwerere Aufgaben dazu. Die Aufgaben für 11-13 habe ich noch nicht gründlich angeschaut, aber zumindest für 5-19 ist keine informatische Vorbildung nötig. Und doch haben die Aufgaben alle sehr viel mit Informatik zu tun! (Nur eben nicht mit Programmierung.) Sie ähneln normalen Denksport- und Logikaufgaben, aber im Lösungsheft, das jeweils nach dem Wettbewerb als pdf und auf Papier erscheint, wird der informatische Zusammenhang klargemacht.

Man merkt bei den Aufgaben, jedenfalls ab der zehnten Klasse, wie viel Programmieren und wie wenig andere Informatik dann halt doch im Schulalltag steckt. Im Video werden solche Aufgaben vorgestellt:

Ich habe zum ersten Mal und erst mal nur mit einer Klasse mitgemacht. An anderen Schulen ist der Wettbewerb etablierter: Das Leibniz Gymnasium in Baden-Württemberg hat dieses Jahr mit 1223 Schülern teilgenommen (76,4%), andere, kleinere Schulen, haben dafür mit bis zu 100% aller Schüler mitgemacht (so die Rhönschule in Hessen mit 550 Schülern). Insgesamt haben 1097 Schulen teilgenommen.

Wer alle Fragen richtig beantwortet hat (und nur der), kriegt einen 1. Preis. Das ist vor allem eine Urkunde, es gibt aber wohl auch ein Geschenk. Insgesamt kriegten diesmal die besten 2,5 % einen 1. oder 2. Preis (auch mit Geschenk), die nächsten 25% einen 3. Rang und dann noch gut 30% einen Ehrenplatz. Die restlichen 40% kriegen eine Teilnehmerurkunde.

Nächstes Jahr will ich ordentlich Werbung machen und nicht nur mit meiner Klasse teilnehmen.

Hauptschulbesuch, Elternsprechabend, Social-Media-Leitfaden für Schule

Am Mittwoch war ich in einer Hauptschule zu Besuch; der Schulleiter war so nett, mich ein bisschen herumzuführen. Eine Lehrerin dort lässt mich beim nächsten Mal zuschauen, dann darf ich vielleicht sogar selber mal eine Stunde halten. Und sie besucht dann mich einmal.

Warum? Weil mir der Stundenplan Zeit dafür lässt und weil ich noch nie an einer Hauptschule war. (Gelegentlich höre ich Erzählungen einer Schwägerin von mir, die Hauptschullehrerin ist.) Wenn ich für ein mehrgliedriges Schulsystem bin, dann sollte ich wenigstens mal eine Hauptschule von innen gesehen haben. Ich werde hoffentlich später mal mehr berichten, jetzt nur ganz kurz: Die Atmosphäre dort war anders als in meiner Schule. Mehr Platz, mehr Einzeltische; die Gänge sauber, alles ruhig; die Schüler waren durchweg offen und freundlich und schienen selbstständig zu arbeiten. Vor der Tür fingen Fünftklässler ein Gespräch mit mir an.

Am Gymnasium kann man es sich vielleicht leichter machen: Alle in ein enges Klassenzimmer stecken, von Stunde zu Stunde hetzen und Aufmerksamkeiten unter auch noch so ungünstigen Bedingungen einfordern.

Fußnote: Was wird eigentlich aus den Schülern, die meine Schule vor dem Abitur verlassen? Sollte man da nicht von der Schulleitung her jeweils ein halbes Jahr danach hinterhertelefonieren um zu fragen, ob die Entscheidung im Rückblick die richtige war?

– Danach hatte ich Nachmittagsunterricht, und danach wiederum war Elternsprechabend, mit anschließendem Beisammensein auf Einladung des Elternbeirats. Das ist Tradition an meiner Schule. Wie jedes Mal war nicht viel los, aber es waren doch einige Eltern da; und gelernt habe ich auch etwas.

Via einem Tweet von ixsi bin ich auf folgenden Leitfaden für Niedersachsener Behörden gestoßen: “Umgang mit webbasierten sozialen Medien (Social Media).” Der gilt demnach auch für Niedersachsener Schulen. Wenn man als Bediensteter einer Behörde (also nicht: privat) so einen Social-Media-Dienst nutzt, gilt:

  • Datenschutz beachten
  • Empfehlung: unter Pseudonym anmelden
  • Wenn ich’s richtig verstanden habe: die Teilnahme an einem Fachforum sollte von der Organisationsleitung der Behörde freigegeben werden
  • “Bedienstete dürfen im privaten Bereich mit ihrem Namen und ihrem Bild an Social-Media-Angeboten teilnehmen, sollten aber berücksichtigen, dass dies ihre beruflichen Verwendungsmöglichkeiten im Landesdienst einschränken kann” (Beispiel Sicherheitsbehörden)

Dienstrechtlich muss man sich halten an die Verschwiegenheitspflicht; die Pflicht zu achtungs- und vertrauenswürdigem Verhalten, und an Mäßigung bei politischer Tätigkeit. Wenn die Behörde selbst an Social-Media-Aktivitäten teilnimmt, sind von ihr auch viele Dinge zu beachten, AGBs und Social-Media-Netiquette etwa:

Allgemeinverständliche, kurze Texte verwenden!
Auf dienstlichen Charakter hinweisen!
Sachlich und korrekt, nicht verletzend formulieren!
Formulierungen adressatengerecht, aber in amtlicher deutscher Rechtschreibung!
Nicht abgestimmte Auffassungen als solche kennzeichnen!
Quellen, Urheber angeben!

Nach dem ersten Schrecken: Wie, wa will irgendwer irgendwem etwas vorschreiben? klingt der Text dann doch einigermaßen vernünftig.