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	<title>Lehrerzimmer &#187; Deutsch</title>
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	<description>Herr Rau erzählt von sich und der Schule. Ein Lehrerblog.</description>
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		<title>Das Blog ist tot</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 06:20:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Heiko hält ein Plädoyer für das Blog (als Reaktion auf Herrn Larbig). Meine Meinung: private Blogs sind ein Nischenprodukt und bleiben das. Den Tod des Blogs aus einer anderen Sicht verkündet das Sprachlog: Duden, Facebook-Umfrage, Korpusanalyse belegen, dass das Neutrum das Blog weiterhin auf dem Rückzug ist und das Maskulinum der Blog dominiert. Das gelte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heiko <a href="http://www.kreidefressen.de/2011/08/03/ein-pladoyer-fur-das-blog/">hält ein Plädoyer für das Blog</a> (als <a href="http://herrlarbig.de/2011/08/03/perspektiven-fur-blog-debatten-aktuelle-entwicklungen-im-netz/">Reaktion auf Herrn Larbig</a>). Meine Meinung: private Blogs sind ein Nischenprodukt und bleiben das.</p>
<p>Den Tod des Blogs aus einer anderen Sicht verkündet <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachgebrauch/2011-08-25/das-blog-ist-tot-es-lebe-der-blog">das Sprachlog</a>: Duden, Facebook-Umfrage, Korpusanalyse belegen, dass das Neutrum <strong><em>das Blog</em></strong> weiterhin auf dem Rückzug ist und das Maskulinum <strong><em>der Blog</em></strong> dominiert. Das gelte tendenziell auch für Fachkreise, so dass das Maskulinum seufzend und klagend auch vom Sprachlog als die zukünftig geltende Form akzeptiert wird.</p>
<blockquote><p>Der Kampf ist vorbei. [...] Sprachgefühl hin oder her, man muss wissen, wann es Zeit ist, aufzugeben.</p></blockquote>
<p>Nö, muss man nicht. Zugegeben, kämpfen um Wörter muss man ohnehin selten. Kann mich noch an Wolf Schneider erinnern, wie er seinen Widerstand gegen <em>rasant</em> aufgab, das <strike>eigentlich</strike> ursprünglich &#8220;knapp, streifend&#8221; hieß und vom Rasieren kam, und von der rasant genommenen Kurve kam dann die Geschwindigkeit (mit etwas Interferenz vom Rasen). Widerstand ist zwecklos, aber natürlich darf man trotzdem sprechen, wie man will, und die Sprachmitverwender sind kein Grund, auf gesuchte Konjunktive oder idosynkratische Genera zu verzichten. In der Sprache muss es auch konservative Kräfte geben, und ich bin gerne eine davon.</p>
<p>Also sage ich weiter <em>das Blog</em>. Ich sage <em>der Radio</em> und <em>der Pub</em> und nicht <em>das</em>, <em>der Con</em> und nicht <em>die</em>. </p>
<p>Woher kommt eigentlich das Genus bei einer Entlehnung aus einer Fremdsprache? (Siehe dazu auch das Sprachlog oben.) Man nimmt entweder das Genus der <strong>deutschen Entsprechung</strong> dazu. Aus dem Maskulinum <em>le bar/el bar</em> wird das Femininum <em>die Bar</em>, weil, weil&#8230; die Kneipe, die Gaststätte, die Wirtschaft? (Siehe eventuell auch unten wegen <em>die Barriere</em>.)<br />
Dass <em>counter</em> auf deutsch <em>der Counter</em> heißt, liegt am Suffix <em>-er</em>, der <strong>beiden Sprachen gemein</strong> ist. Kommt vom lateinischen <em>-arius</em> und ist Maskulinum.<br />
Oder man nimmt das Genus eines deutschen Wortes, das <strong>so ähnlich klingt</strong>. So wird <em>der Blog</em> von &#8220;der Block&#8221; beeinflusst.<br />
Viele der Wörter sind außerdem Clippings oder andere <strong>Kurzformen</strong>, und da wird das Genus von dem verloren gegangenen Teil bestimmt: <em>der Radio</em> kommt von <em>der Radioapparat/-empfänger</em> und <em>das Radio</em> von <em>das Radiogerät</em>. Manche Leute wissen vielleicht, dass <em>pub</em> von <em>public house</em> kommt, und da muss es natürlich <em>das pub</em> heißen. Warum sage ich dann <em>der pub</em>? Sicher ist, dass ich die Kurzform vor der Langform kennengelernt habe und deswegen nicht mit <em>Haus</em> in Verbindung gebracht habe. Wieso aber Maskulinum? Mir fallen weder ein ähnliches noch ein entsprechendes deutsches Maskulinum ein. Ist das Maskulinum einfach mein/der deutschen Sprecher Standardgenus für Entlehnungen? (Ich habe aus Unizeiten im Kopf, dass das eher das Neutrum ist, aber alle meine Beispiele sprechen dagegen. Also doch Maskulinum?)<br />
Zu den Kurzformen gehört auch <em>der Con</em>. Was das ist, muss ich mal in einem Beitrag beschreiben, wenn mein Fotoalbum wieder hier ist. Die Kurzfassung: mehrtägiges Treffen einer nicht zu kleinen Zahl von Scence-Ficon-, Film-, Comic- und anderen Fans. Und das englische &#8220;con&#8221; ist natürlich die Kurzform von &#8220;convention&#8221;. Und doch: in meinen Jugendjahren war es <em>der</em> Con. Erst nach und nach wurde <em>die</em> Con daraus, und wenn das in meinen Augen auch richtiger erscheint, so klingt das in Ohr und Herz falsch.<br />
Hier übrigens mein <a href="http://new.trewacon.de/index.php/history/50-1-star-wars-con">Bericht über meinen ersten Con 1982</a>, da war ich gerade 15 geworden. Dort steht allerdings das Femininum für Con, obwohl ich das so kaum geschrieben habe. Müsste mal mein Original herausziehen, ob das schon damals der Redakteur war oder erst beim Web-Abdruck geändert wurde.</p>
<p>Fazit: bei Pub und Con war ich zu spät dran mit dem Einsteigen und habe das Standardmaskulinum, bei Blog war ich früh genug dabei, das Logbuch zu erkennen, und bleibe beim Neutrum. </p>
<p>(Das ist alles noch nichts im Vergleich zu <em>der, die</em> oder <em>das Dschungel</em>.)</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/das-blog-ist-tot.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/das-blog-ist-tot.htm#comments">15 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Laienhafte Notizen zu germanischer Dichtung (mit Weltende)</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/laienhafte-notizen-zu-germanischer-dichtung-mit-weltende.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/laienhafte-notizen-zu-germanischer-dichtung-mit-weltende.htm#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Aug 2011 13:55:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Lieblings-Blogeinträge]]></category>
		<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, die Germanen. Eine völkerwandernde Gruppe von Sprechern verwandter indoeuropäischer Dialekte. Grob kann man die Dialektgruppen Nordgermanisch (die Nachfolger davon in Skandinavien und Island), Ostgermanisch (Gotisch gehört dazu, Nachfolger gibt es keine mehr) und Westgermanisch (Althochdeutsch, Altenglisch, Altniederdeutsch/Altsächsisch) unterscheiden; es gibt natürlich noch weitere Klassifizierungen. Die Germanen auf dem Großteil des Kontinents, also die Sprecher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, die Germanen. Eine völkerwandernde Gruppe von Sprechern verwandter indoeuropäischer Dialekte. Grob kann man die Dialektgruppen Nordgermanisch (die Nachfolger davon in Skandinavien und Island), Ostgermanisch (Gotisch gehört dazu, Nachfolger gibt es keine mehr) und Westgermanisch (Althochdeutsch, Altenglisch, Altniederdeutsch/Altsächsisch) unterscheiden; es gibt natürlich noch weitere Klassifizierungen.</p>
<p>Die <strong>Germanen</strong> auf dem Großteil des Kontinents, also die Sprecher westgermanische Dialekte, hinterließen nicht viele schriftliche Zeugnisse. Ein paar Namen sind noch da: Donar, der Donnergott, nach dem der Donnerstag benannt ist; Wodan/Wotan, auf den Wednesday zurückgeht. (Auch die meisten anderen Wochentagsbezeichnungen gehen auf germanische Götter zurück &#8211; die Germanen übernahmen die 7-Tage-Woche von den Römern und ersetzten die römischen Götter durch entsprechende eigene. So wurde aus dem Tag des Jupiter &#8211; dies iovis, jeudi, jueves &#8211; der Tag des Donar; beides sind Donnergötter. Und aus dem Tag des Merkur &#8211; dies mercurii, mercredi, miércoles &#8211; wurde eben der Tag des Wodan; beide kann man als Trickster-Götter sehen.)<br />
Was man über die germanische Götterwelt weiß, weiß man hauptsächlich aus nordgermanischen Quellen, und in diesen Dialekten heißen die beiden genannten Götter Thor und Odin, und bei diesen Formen der Namen bleibe ich jetzt auch.</p>
<p>Kennengelernt habe ich Thor natürlich hier:</p>
<p><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/thor.htm"><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/marvel_thor-194x300.jpg"/></a></p>
<p>Lief ja auch neulich im Kino. Und deshalb habe ich schon als Kind die germanischen Sagen gelesen. Die Göttersagen jedenfalls, die Heldendichtung weniger. Überliefert sind viele Sagen vor allem in zwei Werken, die dummerweise beide <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Edda">Edda</a> heißen. Das eine Buch beginnt tatsächlich mit den Worten &#8220;Dieses Buch heißt Edda&#8221;, es heißt auch Prosa-Edda, weil viel davon in Prosa geschrieben ist, oder <strong>Snorra-Edda</strong>, nach dem Autor, Snorri Sturluson. Das andere, bekanntere, wird in Anlehnung an das erste Buch <strong>Lieder-Edda</strong> genannt, oder auch Ältere Edda, weil man früher davon ausging, dass es vor dem ersten Buch entstanden ist &#8211; was aber wohl nicht stimmt.<br />
Die Lieder-Edda ist eine Sammlung vollständiger, aber unverbundener Götter- und Heldensagen. Geschrieben ist sie in <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2009/02/warum-ich-waehrend-der-lehrerkonferenz.htm">stabgereimten germanischen Langzeilen</a>, vier davon je Strophe.</p>
<p>Hier eine Strophe aus der <strong>&#8220;Heimholung des Hammers&#8221;</strong>. Der Riese Thrym hat Thors Hammer gestohlen und will ihn nur herausgeben, wenn er Freyja zur Frau erhält. Loki und Thor machen sich auf, den Hammer zurückzuholen &#8211; Thor verkleidet als Freyja, Loki als Zofe. Eine Idee Lokis, natürlich. Die vermeintliche Freyja fällt erst einmal durch recht männlichen Hunger und Durst auf. Schließlich fordert Thrym einen Kuss und hebt den Schleier der vermeintlichen Braut:</p>
<blockquote><p>Kusslüstern lüftete   das Linnen der Riese;<br />
Doch weit wie der Saal   schreckt&#8217; er zurück:<br />
&#8220;Wie furchtbar flammen   der Freyja die Augen!<br />
Mich dünkt es brenne   ihr Blick wie Glut.&#8221;<br />
<em>(Übersetzung: Karl Simrock)</em></p></blockquote>
<p>Und dann beginnt auch schon die Prügelei.</p>
<p>&#8211; Weniger bekannt, aber auch sehr reizvoll ist die <strong>Snorra-Edda</strong>, und in der habe ich neulich etwas herumgelesen. Sie stammt aus derselben Zeit wie die anonyme Lieder-Edda, dem 13. Jahrhundert, hat aber einen ausgemachten Autor: Snorri Sturluson. Sturluson war ein isländischer mittelalterlicher Gelehrter, Christ natürlich. Island war spät christianisiert worden, aber zu Sturlusons Zeit schon durch und durch christlich. Allerdings wurden, anders als auf dem Kontinent, die Reste des germanischen Glaubens nicht groß bekämpft; sie hielten sich ohnehin nur als Sagenstoff. Im Gegenteil, die alten Sagen und Stoffe wurden geachtet, drohten aber in Vergessenheit zu geraten: Ihr Auftritt, Snorri Sturluson!<br />
Der schrieb mit seiner Edda nämlich ein <strong>Lehrbuch für Dichter</strong>. Die altnordische Dichtung gilt &#8211; wir wissen das seit John Irvings <em>The Water-Method Man</em> &#8211; als sehr komplex, da zu ihrem Verständnis nicht nur formale Zusammenhänge beitragen (Metrik, Reim), sondern auch ein bestimmtes Vokabular (dazu später mehr) und ein großes Wissen um mythologische Zusammenhänge. All dieses Wissen wollte Sturluson bewahren und weitergeben, deswegen schrieb er sein Lehrbuch.</p>
<p>Die Sturluson-Edda besteht aus einem kurzen Vorwort, in dem Sturluson (wenn das Vorwort denn tatsächlich von ihm ist) den Sagenstoff in das aktuelle <strong>christliche Weltbild</strong> einordnet: Die germanischen Götter waren gar keine Götter, sondern menschliche Helden, die erst im Nachhinein zu Göttern verklärt wurden. Und zwar waren sie die Kämpfer um Troja, die danach auswanderten nach Europa &#8211; aus Asien nämlich, und deshalb wurden sie Asen genannt.<br />
Darauf folgt ein etwas ausführlicherer Prosateil, in dem in einer <strong>Rahmenhandlung Göttersagen</strong> nacherzählt werden. (Das muss aber nicht heißen, dass diese Fassung tatsächlicher germanischer Religion entspricht. Zu dieser Zeit war das nur noch Folklore, und der Redakteur oder Autor Snorri ein Christ mit eigenen Schwerpunkten.)<br />
Daran schließen sich zwei umfangreiche praktische Teile an, in denen anhand zitierter altnordischer Dichtung (von benannten und anonymen Dichtern, darunter auch Strophen, die sich fast gleichlautend in der Lieder-Edda finden) <strong>poetische Prinzipien der altnordischen Dichtung</strong> vorgeführt und erklärt werden. Die mythologische Abhandlung zuvor bildet quasi die Grundlage dafür.</p>
<p>So, das war der allgemeine Teil fast schon. Hier noch ein Ausschnitt aus der Snorra-Edda. <strong>Ragnarök</strong>: Das Schicksal der Götter ist gekommen, die meisten von ihnen werden zugrunde gehen. Die riesige Midgardschlange, auch Jörmungandr genannt, erhebt sich, der Geister-Kapitän Hrym sticht mit seinem Schiff Naglfar in See. (Das Schiff Naglfar: wird nach und nach aus den Fingernägeln Verstorbener gebaut. Zum Ende der Welt wird es gerade fertig geworden sein, deshalb ist es wichtig, den Toten die Nägel sauber zu schneiden.) Der Feuerdämon Surtur greift an; die Herrin der Unterwelt, Hel, empfängt viele Tote. In der Übersetzung von Karl Simrock:</p>
<blockquote><p>Hrym fährt von Osten,   es hebt sich die Flut;<br />
Jörmungandr wälzt sich   im Jötunmuthe.<br />
Der Wurm schlägt die Brandung,   aufschreit der Adler,<br />
Leichen zerreißt er;   Naglfar wird los.</p>
<p>Surtur fährt von Süden mit flammendem Schwert,<br />
Von seiner Klinge scheint die Sonne der Götter.<br />
Steinberge stürzen, Riesinnen straucheln,<br />
Zu Hel fahren Helden, der Himmel klafft.</p></blockquote>
<p>Bin nur ich das, oder erinnert das wirklich sehr an Jakob van Hoddis&#8217; berühmtes <strong>&#8220;Weltende&#8221;</strong>:</p>
<blockquote><p>Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,<br />
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.<br />
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei<br />
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.</p>
<p>Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen<br />
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.<br />
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.<br />
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.</p></blockquote>
<p>Parodiert der Hoddis am Ende tatsächlich die Ragnarök-Dichtung? Oder ist Katastrophendichtung eh immer gleich?</p>
<hr style="width:50%"/>
<h4>Bonusteil 1: Tolkien</h4>
<p>Nur ganz kurz: der war ja Professor für Altenglisch/Angelsächsisch und las in einer Runde Gleichinteressierter isländische Sagas im Orginal. Vor zwei Jahren erschien ja seine <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/The_Legend_of_Sigurd_and_Gudr%C3%BAn">Legende von Sigurd und Gúdrun</a>, in stabgereimten Langversstrophen, in der er Lücken im Mythenkanon durch Neudichtung spielerisch schließt. Der <em>Herr der Ringe</em> knüpft stärker an germanische Dichtung an, als man meint (<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2009/02/entfesselt-mein-innerer-dichter.htm">Fußnoten dazu in altem Blogeintrag</a>). Hier nur kurz eine Auswahl an Namen von Zwergen, die an einer Stelle der Snorra-Edda aufgezählt werden: Dwalinn, Bifurr, Bafurr, Bömbur, Nori, Ori, Oinn, Thorinn, Fili, Kili, Gloinn. (Und Gandalf.) Nur Balin(n) muss aus einer anderen Quelle kommen.</p>
<h4>Bonusteil 2: Kenningar</h4>
<p>So beginnt Snorri den Abschnitt über die Dichtkunst:</p>
<blockquote><p>Nun sollt ihr hören, wie die Skalden die Dichtkunst mit diesen Ausdrücken umschreiben [...]: zum Beispiel nennen sie sie Kwasirs Blut und Schiff der Zwerge, Zwergenmet, Asenmet, Auslöse des Riesenvaters, die Flüssigkeit von Odrödir und Bodn und Son [...], Flüssigkeit Hnitbörgs, Kampfesbeute Odins und Geschenk Odins.</p></blockquote>
<p>Puh. Heute ist man von der Muse geküsst, aber das war es schon. Dass Zwergenschiff für Dichtkunst steht, kann man nur verstehen, wenn man den Mythos von der Entstehung der Dichtkunst kennt, und eben den hat Snorri deshalb zuvor erzählt. Diese Art der Umschreibung ist typisch für altnordische Dichtung und heißt Kenning. (<a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Kenning">Wikipedia deutsch</a>, sehr viel ausführlicher <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Kenning">Wikipedia englisch</a>). </p>
<p>Die Kurzfassung: Kenningar bestehen immer aus zwei Begriffen, einem Grundwort und einem Bestimmungswort. Bei &#8220;Lindwurmlager&#8221; ist &#8220;Lager&#8221; das Grundwort, bestimmt wird es näher durch &#8220;Lindwurm&#8221;. Das Bestimmungswort kann auch im Genitiv stehen, vor- oder nachgestellt. Gemeint ist aber weder das eine noch das andere, sondern etwas anderes: in diesem Fall &#8220;Gold&#8221;. (Ist das verwandt mit dem, was im Germanistikstudium &#8220;Bahuvrihi&#8221; hieß?)</p>
<p>Beispiele für Kenningar:</p>
<blockquote><p>Lindwurmlager, für: Gold<br />
das Verderben der Zweige, für: Feuer<br />
Bienenwolf (Beowulf), für: Bär<br />
Zahnröter des Wolfes, für: Mann (<em>get it?</em>)<br />
Wundbiene, für: Pfeil
</p></blockquote>
<p>Ich mag diese Kenningar, und irgendwann will ich mal Schüler darauf ansetzen. Eine Liste von Kenningar aus dem Schulalltag? Zuerst kämen wohl Allerwelts-<strike>Bahuvrihi</strike>Komposita wie &#8220;Schaumschläger&#8221; und &#8220;Dünnbrettbohrer&#8221; heraus, amn müsste also Neuschöpfungen verlangen. Ein Lehrer&#8230; Freudevernichter? Kreidezerstörer? Etwas episch-heldisch sollte es schon klingen.</p>
<p>Entschlüsseln kann man eine Kenning relativ leicht, wenn sie offensichtlich metaphorisch oder metonymisch ist, wie in den Beispielen oben. Wenn sie allerdings mythologischen Hintergrund hat, und das ist oft der Fall, dann braucht man dieses Hintergrundwissen:</p>
<blockquote><p>Swafnirs Saalschindeln, für: Schilde (Swafnir=Odin, sein Saal=Valhalla, und deren Dach ist mit Schilden gedeckt)<br />
Ymirs Schädel, für: Himmel (aus dem Schädel des Frostriesen wurde der Himmel erschaffen)<br />
Zwergenschiff, für: Dichtung (zu lange Geschichte für hier)
</p></blockquote>
<p>Snorri Sturluson zählt in seiner Edda mehr oder weniger systematisch und anhand von Beispielstrophen wichtige Kenningar für Dichtkunst, Thor, Balder, Njörd, Freyr, Heimdall und andere Götter auf und erklärt sie. Leider habe ich online keine deutsche Übersetzung der poetologischen Teile der Prosa-Edda gefunden (Simrock hat nur die Mythen), hier gibt es immerhin <a href="http://www.cybersamurai.net/Mythology/nordic_gods/LegendsSagas/Edda/ProseEdda/ContentsEnglish.htm#skaldse">den ersten poetologischen Teil auf Englisch</a>.</p>
<p>Eine Auswahl von Kenningar und Heiti (siehe weiter unten) gibt es <a href="http://www.heimdallsborg.de/html/kenningar.html">hier</a> auf Deutsch, eine Datenbank altnordischer Kenningar mit englischen Übersetzungen <a href="http://skaldic.arts.usyd.edu.au/db.php?table=kenning">gibt es hier</a> und, <a href="http://notendur.hi.is/eybjorn/ugm/kennings/kennings.html">semantisch klassifiziert, hier</a>.</p>
<p>Und jetzt für Fortgeschrittene: In einer Kenning kann das Bestimmungswort (manchmal auch das Grundwort) selbst durch eine Kenning umschrieben werden. &#8220;Fütterer der Kriegs-Möwen&#8221; bedeutet dann &#8220;Fütterer der Raben&#8221;, bedeutet dann: &#8220;Krieger&#8221;. Und &#8220;Zerstörer des Hungers des Adlers&#8221; bedeutet dann &#8220;Fütterer des Adlers&#8221;, bedeutet dann: &#8220;Krieger&#8221;.  Und, man ahnt es schon, auch diese nunmehr dreiteilige Kenning kann erweitert werden, indem man wieder einen Begriff durch eine Kenning ersetzt. Und so weiter:</p>
<blockquote><p>Fjordknochen: Steine<br />
Männer der Fjordknochen: Felsriesen<br />
Brandung der Hefe der Männer der Fjordknochen: Bier der Riesen (=Dichtkunst) bzw. ihr Vortrag<br />
(aus der <a href="http://www.amazon.de/Die-Edda-Snorri-Sturluson-G%C3%B6ttererz%C3%A4hlungen/dp/3150007828/">Übersetzung von Arnulf Krause</a>)</p></blockquote>
<p>Das hat schon was von <em>cryptic crossword puzzle</em>. Snorri empfiehlt als Grenze für verständliche Kenningar maximal fünf Teile, die längste überlieferte Kenning besteht aus neun:</p>
<blockquote><p><em>nausta blakks hlé-mána gífrs drífu gim-slöngvir</em> oder <em>nausta blakks hlémána gífrs drífu gimsløngvir</em><br />
&#8220;Feuerschwinger des Schneegestöbers des Trolls des Schutzmonds des Rosses des Bootshauses&#8221;<br />
Ross des Bootshauses: Boot<br />
Schutzmond des Boots: Schild<br />
Troll (=Feind) des Schilds: Axt<br />
Schneegestöber der Axt: Kampf<br />
Feuerschwinger des Kampfes: Krieger<br />
<em>(meine Übersetzung aus dem Englischen, daher vielleicht falsch)</em>
</p></blockquote>
<p>Es zeichnet sich ein Muster ab: wenn man nicht weiß, was eine Kenning bedeutet, liegt man mit &#8220;Krieger&#8221; oft nicht falsch. Der zweite Tipp ist dann wohl &#8220;Odin&#8221;.</p>
<h4>Bonusteil 3: Heiti (und grammatische Traktate)</h4>
<p>Eine weitere Zutat altnordischer Dichtung sind Heiti (<a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Heiti">Wikipedia englisch</a>). Auch das sind (in der heute verbreiteten Bedeutung) synonyme Umschreibungen, anders als die Kenningar bestehen sie aber nur aus einem einzigen Begriff. Sie sind kulturell festgelegt, man muss halt wissen, dass &#8220;Eber&#8221; für &#8220;Fürst&#8221; steht, &#8220;der Gierige&#8221; für &#8220;Feuer&#8221;, &#8220;Baum&#8221; für &#8220;Mann&#8221; und &#8220;Salz&#8221; für &#8220;Meer&#8221;.<br />
Über Heiti habe ich im Web nicht viel gefunden. Eine Liste von Heiti soll im <em>Dritten grammatischen Traktat</em> stehen. Also: Es gibt einen <a href="http://medievalsourcesbibliography.org/sources/-930250274">Codex Wormianus</a>. Der enthält unter anderem die einzelnen Abschnitte der Snorra-Edda und vier grammatische Traktate. Der dritte Traktat stammt von, Moment, Óláfr Þórðarson, einem Neffen von Snorri. Am meisten dazu habe ich noch <a href="http://www.dur.ac.uk/medieval.www/sagaconf/wills.htm">hier</a> gefunden.<br />
<a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Erster_Grammatischer_Traktat">Der erste grammatische Traktat</a> (anonym, um 1150) sieht aber auch interessant aus. Darin werden Vorschläge zu einer systematischen Schreibung des Altisländischen gemacht. Das Lautsystem wird anhand von Minimalpaaren untersucht, neue Vokalgrapheme werden vorgeschlagen und die Markierung von Langvokalen und Nasalen durch diakritische Zeichen. Da wirkt das Mittelalter gleich etwas weniger finster.</p>
<p>Weiterführende Lektüre, neben den verlinkten Quellen:</p>
<ul>
<li>Anfangen mit einer Nacherzählung germanischer Sagen und Mythen, etwa: <em>Germanische Götter- und Heldensagen</em>, nach den Quellen neu erzählt von Reiner Tetzner.Stuttgart: Reclam 1997. Sehr vollständig.</li>
<li>Erst dann die <em>Edda</em> des Snorri Sturluson. Ich fand verständlich die Fassung von Arnulf Krause (Reclam 1997), der die Verse wörtlich übersetzt und dabei die Metrik nicht berücksichtigt. Leider fehlt der letzte poetologische Teil von Sturluson. Bei Wikipedia gibt es die alte metrische <a href="https://secure.wikimedia.org/wikisource/de/wiki/Die_Edda_%28Simrock_1876%29">Simrock-Übersetzung</a> beider Eddas, da fehlen aber noch größere Teile der Snorra-Edda.</li>
</ul>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/laienhafte-notizen-zu-germanischer-dichtung-mit-weltende.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/laienhafte-notizen-zu-germanischer-dichtung-mit-weltende.htm#comments">2 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Krimis schreiben, Fabel und Diskurs</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jul 2011 10:51:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und noch ein Rest von der Fortbildung in der letzten Woche: Für ein Projekt musste schnell eine einfache Krimi-Handlung her. Der Ausgangspunkt: Jemand wacht im Hotel neben einer Leiche auf, blutige Hände und so weiter, ein Messer neben sich &#8211; wie geht es weiter? Was ist passiert? Da hätte ich mir meine Schüler aus der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und noch ein Rest von der Fortbildung in der letzten Woche: Für ein Projekt musste schnell eine einfache Krimi-Handlung her. Der Ausgangspunkt: Jemand wacht im Hotel neben einer Leiche auf, blutige Hände und so weiter, ein Messer neben sich &#8211; wie geht es weiter? Was ist passiert?</p>
<p>Da hätte ich mir meine Schüler aus der 7. Klasse gewünscht. Mit denen <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/07/heute-fortbildung-und-krimi-lektuere-und-schullektuere-und-ueberhaupt-kam-dann-noch-alles-moegliche-dazu.htm">habe ich ja Krimis gelesen</a>. Zum Abschluss und nach dem Erarbeiten eines Kriterienkatalogs stellten die Schüler einen Edgar-Wallace-Thriller beziehungsweise einen Jugendkrimi vor, der gut in die Reihe <a href="http://www.arena-thriller.de/">Arena Thriller</a> gepasst hätte. Zu den Kriterien gehört bei letzten zum Beispiel das Personal (Heldin weiblich, 15-17 Jahr) oder der Titel (zusammengesetztes Substantiv mit jeweils einem positiven und einem negativen Bestandteil). Das haben die Schüler sehr gut gemacht. Hier eine leider nur stichpunktartige Zusammenfassung, die ich mir nach der Präsentation schicken ließ. </p>
<blockquote><p>Titel: <strong>Veilchenblut</strong></p>
<p>Vorgeschichte:</p>
<ul>
<li>17-jähriges Mädchen namens Monica</li>
<li>als 4-jährige entführt</li>
<li>konnte im Gegensatz zu anderen, umgebrachten Kindern entfliehen</li>
<li>jedem Kind wurde vor dem Mord ein Veilchen auf das Handgelenk tätowiert</li>
<li>die  Mörderin wurde beinahe gefasst, doch als sie davon erfuhr, brachte sie sich um</li>
</ul>
<p>Grund wieso [die verrückte Entführerin] jedem Kind ein Veilchen auf die Hand tätowiert hat:</p>
<ul>
<li>ihre damals 4-jährige Tochter an Krebs gestorben</li>
<li>sie fand es ungerecht, wieso &#8220;alle&#8221; Kinder leben dürfen außer ihres</li>
<li>[das] hat sie verrückt gemacht</li>
</ul>
<p>Inhalt:</p>
<ul>
<li>Freund von Monica fehlt in der Schule</li>
<li>wird tot am Ufer eines Flusses aufgefunden</li>
<li>mit einer Tätowierung, die neu ist, am Handgelenk: ein Veilchen</li>
<li>das gleiche hat Monica auch</li>
<li>Schwester wird entführt, nicht gefunden</li>
<li>Zusammenhang, aber die Mörderin ist tot &#8211; Mittäter?</li>
<li>Monica ermittelt</li>
</ul>
<p>Auflösung:</p>
<ul>
<li>Monica findet Fotos von ihrem Vater und Mörderin &#8211; küssend!</li>
<li>Vater ist Liebhaber von Mörderin + Vater von an Krebs gestorbenen 4-jährigen Kind</li>
<li>er hat nie Mutter von Monica geliebt</li>
<li>Mutter hat Vater nicht gehen lassen</li>
<li>sie hat gedroht alles zu sagen</li>
<li>sie weiß, dass er der Mittäter ist</li>
<li>die Wut auf die Mutter hat er an den Kindern ausgelassen</li>
<li>er rächt sich für die Mörderin</li>
<li>deshalb Freund und eine Tochter entführt</li>
<li>Monica ist als Kind nicht entkommen, Vater konnte damals sein Kind nicht umbringen</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Hm, ausformuliert wäre dem vielleicht noch leichter zu folgen. Beim nächsten Mal. Wenn ich noch weitere Plots zur Veröffentlichung kriege, hänge ich die unten an.</p>
<p>&#8211; Jedenfalls konnte ich mich bei der Fortbildung plötzlich in die Situation eines Film- oder eher Fernsehproduzenten versetzen, der mal eben rasch einen groben Plot braucht und bereit ist, für diese Leistung zu zahlen. Ohne Schülerhilfe musste ich mich selber daran machen, eine Geschichte zu entwerfen.</p>
<h4>Der Krimi und die Inhaltsangabe</h4>
<p>Angefangen habe ich so:</p>
<ul>
<li>Held wacht neben Leiche auf	</li>
<li>durchsucht Leiche</li>
<li>findet Zimmerschlüssel und einen Schließfachschlüssel</li>
<li>geht in das Zimmer des Toten</li>
<li>findet dort&#8230;</li>
</ul>
<p>Schon bald war ich aber verwirrt und musste in meiner Skizze Sachen ergänzen, durchstreichen, umschreiben. Es wurde unübersichtlich. Deshalb entschied ich mich für eine zweite Fassung, die nicht mit dem Beginn des Krimis ansetzt, sondern eher sogar damit aufhört: </p>
<blockquote><p>Der Schlagerstar B. ist heimlich verheiratet und hat drei Kinder, will aber nicht, dass das öffentlich wird. Der Gangster M. lässt sich vom Gangster W. eine Kopie der Heiratsurkunde schicken, um B. zu erpressen. M. verspricht W. dafür einen Teil des Geldes. M. versteckt die Urkunde in einer mit einem Geheimcode gesicherten Kassette in einem Schließfach im Hotel. Den Code hat er auf einen Zettel notiert. Dann geht M. zu B&#8230;</p></blockquote>
<p>Die erste Fassung gibt die Reihenfolge wieder, in der der Leser oder Spieler das geschehen erfährt. Die zweite Fassung gibt die chronologische Reihenfolge des Geschehens wieder (und stellt auch kausale Zusammenhänge her). Leider ist die Termionologie für diesen sehr wichtigen Unterschied nicht einheitlich, die frühe Unterscheidung in <em>story</em> und <em>plot</em> (durch E.M. Forster) reicht da nicht. Die Strukturalisten unterscheiden <em><strong>story</strong></em> und <em><strong>discourse</strong></em>, dabei ist <em>story</em> die chronologische Zusammenfassung und <em>discourse</em> bezieht sich auf die Art und Weise, wie die Geschichte präsentiert wird &#8211; also in welcher zeitlichen Folge, aber auch in welcher Erzählweise und mit welchen weiteren Formen der Leserlenkung.</p>
<p>Auf Deutsch heißt das &#8220;Handlung&#8221; oder &#8220;Fabel&#8221;, aber die Trennung zwischen diesen und einem <em>Diskurs</em> ist mir in meinem lange zurückliegenden Germanistikstudium nicht begegnet. Jedenfalls vermisse ich einen geeigneten Ausdruck, der für die Textsorte Inhaltsangabe am Gymnasium hilfreich wäre. Ich will bei der Inhaltsangabe definitiv nicht, dass diese sich an der Erzählreihenfolge orientiert. Aber immer wieder zu sagen: &#8220;Fasse chronologisch zusammen statt in der Erzählreihenfolge&#8221; ist umständlich, hier hätte ich gerne einen Fachausdruck.</p>
<p>Warum möchte ich keine Zusammenfassung in Erzählreihenfolge? Erstens, weil dadurch Nacherzählungen herauskommen. Zweitens, weil das zu leicht ist und keine Reorganisation des Textes erfordert. Drittens, weil das eine nützliche Fähigkeit ist, etwa wenn man einen Krimi erklären will. Wenn man da die Handlung in der Erzählreihenfolge wiedergeben will, verheddert man sich in &#8220;stellt sich heraus, dass das doch gar nicht so&#8221; und &#8220;hat zuvor heimlich&#8221; und &#8220;Moment, ich habe vergessen, er hat dabei auch noch vorher&#8221;.</p>
<p>Deswegen sollte man ab der 8. Klasse den Schülern Texte vorlegen, in denen eben nicht chronologisch eine Handlung wiedergegeben wird. Bei pointierten Geschichten stellt sich oft am Schluss etwas heraus, dass chronologisch an den Anfang gehört; bei Krimis ist dieser analytische Aufbau sogar ganz typisch fürs Genre.</p>
<p>(Natürlich braucht man auch andere Arten der Inhaltszusammenfassung, für Buchvorstellungen und Rezensionen und Klappentexte und so weiter. Da soll man den Schluss ruhig weglassen.)</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/07/krimis-schreiben-fabel-und-diskurs.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/07/krimis-schreiben-fabel-und-diskurs.htm#comments">Kein Kommentar</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Macbeth in den Kammerspielen</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/06/macbeth-in-den-kammerspielen.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/06/macbeth-in-den-kammerspielen.htm#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 07:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[William Shakespeare]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich gehe nicht gerne ins Theater. Das ist immer abends, und da bin ich müde. Außerdem sind komische Leute um mich herum. Aber das Hauptproblem ist, dass ich mich da oft langweile, selbst bei Stücken, die ich zum Lesen gut finde. Ich wünsche mir beim Theater eine hohe Informationsdichte, so wie ich mir bei Fernsehserien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehe nicht gerne ins Theater. Das ist immer abends, und da bin ich müde. Außerdem sind komische Leute um mich herum. Aber das Hauptproblem ist, dass ich mich da oft langweile, selbst bei Stücken, die ich zum Lesen gut finde. Ich wünsche mir beim Theater eine hohe Informationsdichte, so wie ich mir bei Fernsehserien grundsätzlich Split-Screen wünsche (also mehrere Fenster mit unterschiedlichen Szenen, gerne mit Bezug zueinander). Und wenn ich dort am Anfang der letzten Folge eines Vierteilers ein schnell geschnittenes &#8220;Was bisher geschah&#8221; sehe, wünsche ich mir einen ganzen Film, der so dicht erzählt ist wie dieser Rückblick.<br />
Und was kriege ich meist im Theater? Eine Gruppe von Menschen, die in sicher ganz wichtigen Konstellationen auf der Bühne stehen und bedeutungsvoll schweigen. Jedes Wort im Satz betonen, und dann wieder bedeutungsvoll gucken. Und schweigen, bedeutungsvoll. Das Haupt schütteln, schweigend. &#8212; Mein liebstes Theater nehme ich bitte gleich als Hörspiel, mit viel Text, wenig Pausen dazwischen, und schneller, dichter Vortragsweise. Wo die Leute stehen und wie sie gucken, ist mir dabei egal.</p>
<p>Gestern abend war ich in den <a href="http://www.muenchner-kammerspiele.de/programm/macbeth/">Kammerspielen bei Macbeth</a>. Die Kurzfassung: es hat mir vom ersten Moment an ausgezeichnet gefallen. Und ich glaube, das liegt an der Informationsdichte der Inszenierung, obwohl es natürlich auch geholfen hat, dass die fünf Schauspieler sehr gut waren. Diese Informationsdichte wurde nicht durch Handlung und Dialog erreicht, sondern eher durch lyrische Effekte, so wie Lyrik ja auch sehr informationsdicht ist. </p>
<p>Es dauerte eine ganze Weile, bis die erste Worte fielen, die doch sonst das sind, was mich interessiert. Aber meine Aufmerksamkeit hatte auch so genug zu tun. Am Anfang die drei Hexen, als bunte Fairy Godmothers gekleidet, die das Publikum wortlos neckten. Allein da schon Assoziationen zu englischer Pantomime. Die drei mit deutlich unterschiedlichen Charakteren, darunter eine etwas mufflige, von einem Mann gespielt. Da hatte ich sofort Terry Pratchetts Hexen im Kopf. Dann kamen Macbeth und Banquo auf dem Schlachtfeld, von den Hexen live mit Blut getränkt, Schattenspiel im Hintergrund mit der Königskrone. (Überhaupt passierte gerne etwas auf zwei Ebenen, vorne und im Haus hinten. Ein Haus, dessen Inneres so plötzlich in Erscheinung tritt wie das Sterbezimmer von Charles Foster Kane in der Anfangssequenz von <em>Citizen Kane</em>.) Macbeth und Banquo als zwei Schuljungen, mit freundschaftlichem, nicht ganz konkurrenzfreien Abhängigkeitsverhältnis, die ihre innige Verbundenheit, oder zumindest den Wunsch danach, mit einem Lied aus der West Side Story ausdrücken. Dann die Botenrede vom Krieg als Live-Kriegs- und Sport-Berichterstattung mit Mikrofon. Überhaupt wurde das große Mikrofon und sein langes Kabel viel als dramaturgisches Mittel verwendet (und keinesfalls derm Lautstärke wegen): zum Singen, zum Kenntlichmachen der Öffentlichkeit der Rede, für akustische Verfremdungseffekte. Oder es wurde dem Malcolm, König Duncans Sohn, in die Hand gedrückt, damit der etwas sagt &#8211; und der kein Wort herausbrachte wie Colin Firth in <em>The King&#8217;s Speech</em>.</p>
<p>Und wir sind immer noch erst ganz am Anfang des Stücks. So dicht ging es weiter. Nicht die ganze Zeit, und der 4. Akt hatte Längen, aber das muss so sein. Vierte Akte sind immer langweilig (ist mir bei <em>Cyrano</em> und <em>Twelfth Night</em> zum ersten Mal aufgefallen). Die haben sogar ein eigenes Wort dafür in der Dramentheorie: retardierendes Moment. Das kann also kein Versehen sein, das mit den langweiligen vierten Akten, sondern Absicht. Warum, weiß ich auch nicht. Als Ausnahmen fallen mir spontan ein: <em>A Midsummer Night&#8217;s Dream</em> &#8211; eigentlich nur vier Akte mit einem angehängten Spiel im Spiel &#8211; und <em>The Merchant of Venice</em> &#8211; vier Akte mit einer angehängten Gerichtsverhandlung.</p>
<p>Der Text des Stücks (Übersetzung von Thomas Brasch, bearbeitet von der Regisseurin Karin Henkel und Jeroen Versteele) wurde gekürzt. Das ist völlig in Ordnung. Immer wieder wurden Passagen dabei chorartig wiederholt, teilweise auf Deutsch und Englisch, nacheinander oder nebeneinander. Sprache war dabei ein lyrisches Stilmittel (und Shakespeare ist immer für schöne Bilder gut) neben anderen, visuellen Stilmitteln.<br />
Ein Problem habe ich nur mit dem Verwenden eines Soundtracks. Gesang und live gespielte Instrumente (das gab es auch) finde ich legitime dramaturgische Mittel. Text- und Bildeinblendungen ebenso, auch wenn es die in diesem Stück nicht gab. Aber Filmmusik, sozusagen, da fühle ich mich nicht wohl dabei. Es ist ein effektives dramaturgisches Mittel, keine Frage. Aber zu effektiv für mich, glaube ich. Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass man einen selbst gedrehten Videofilm, gut oder schlecht, durch nichts so aufpeppen kann wie durch eine schöne Filmmusik im Hintergrund. Da ist sofort Spannung da, die Wertigkeit des Film steigt enorm. Text- und Bildeinblendungen haben diesen Effekt nicht. Jedenfalls mag ich Musikeinblendungen in Theateraufführungen nicht, die habe ich lieber unplugged, sozusagen,.</p>
<p>Wie sehen andere Theatergänger diese Inszenierung? Werden die bedeutungsschwangeren Pausen vermisst? Vielleicht wird die Inszenierung als bloße Unterhaltung gesehen. Das Stück wurde verhältnismäßig unkonventionell, aber vor allem unterhaltend inszeniert. Ich habe nicht das geringste Bedürfnis, nach einer darüber hinaus gehenden Interpretation dieser speziellen Inszenierung, ist das in Ordnung?</p>
<p>Ein Wort noch zu den Clowns: In Shakespeare selber ist nur der Türsteher eine komische Figur, wenn ich mich richtig erinnere. Hier waren es auch die zwei bis drei gedungenen Mörder, die Banquo und seinen Sohn Fleance töten sollen. Toll, wie die Schauspieler aus den Rollen zuvor plötzlich in diese komische Einlage wechselten. Fans der englischen Radioserie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/I%27m_Sorry,_I%27ll_Read_That_Again">&#8220;I&#8217;m Sorry I&#8217;ll Read That Again&#8221;</a> (ISIRTA, etwa 1964-1975) kennen etwas Ähnliches aus der Macbeth-Episode, die man etwa <a href="http://www.myoldradio.com/old-radio-episodes/i-m-sorry-ill-read-that-again-macbeth/3">hier anhören</a> und <a href="http://www.sadena.com/BBC-Radio/ISIRTA%20I%27m%20Sorry%20I%27ll%20Read%20That%20Again/">da</a> herunterladen kann. (Der Macbeth-Sketch beginnt 15:15 die Mörder-Szene kommt ab 25:30.)</p>
<p>Mit Schülern habe ich Macbeth nie gelesen, war aber mal mit ihnen in einer Inszenierung und habe das Stück dazu kurz vorbereitet. Dazu habe ich die ISIRTA-Nummer vorgespielt, die tatsächlich einen guten Überblick über die Handlung gibt. Die Wortspiele und Anspielungen habe ich dazu herausgeschrieben, also setze ich die keinesfalls vollständige Liste mal hierher:</p>
<ul>
<li>Titus Andronicus: tight (=dicht, betrunken) as Andronicus</li>
<li>Scene 1: (I&#8217;ve) seen one</li>
<li>blasted heath (karge Heide): blasted Heath (verdammter Heath, Prime Minister)</li>
<li>infernal Wilson (Prime Minister vor und nach Heath)</li>
<li>a foul night: fowl (Geflügel)</li>
<li>to lash (peitschen)</li>
<li>a terrible night to be abroad (unterwegs): &#8230;a broad (eine Frau)</li>
<li>I noticed a hollow (cave/hole in ground): &#8230;hullo (=hello)</li>
<li>double, double, toil and bubble (witches&#8217; song): melody of &#8220;twinkle, twinkle, little star&#8221;</li>
<li>hail, hail, hail (=Heil): hail (=Hagel)</li>
<li>Thane (Scottish title)</li>
<li>issue (=Nachkommenschaft) : Ring a Ring o&#8217; Roses: Kinderspiel/-lied, mit dreimal Niesen (hatch-u, hatch-u, hatch-u), gefolgt von der Zeile &#8220;all fall down&#8221; (ein Relikt aus der Pestzeit)</li>
<li>throne (Thron): throne (Kloschüssel)</li>
<li>is this a dagger which I see before me (famous line)</li>
<li>the porter told (zählen/läuten – altertümlich) the bell: to tell (erzählen)</li>
<li>Lady Macbeth began wailing (weinen, klagen): &#8230;whaling (Walfangen)</li>
<li>Thar (=there) she blows: traditioneller Ruf bei Sichtung eines Wals</li>
<li>They brought in the corpse: &#8230;brought in the cops</li>
<li>traditioneller Polizistensatz: &#8220;Hello, hello, what&#8217;s all this here then?&#8221;</li>
<li>to crown (krönen): to crown (eins auf den Kopf geben)</li>
<li>he tore his hair&#8230; and stamped on his rabbit: &#8230;his hare (Hase)</li>
<li>to wash one&#8217;s hands: euphemism for going to the toilet</li>
<li>spot, damned spot (famous line)</li>
<li>you shall be king till Burnam wood shall come to Dunsinane (famous line)</li>
<li>stronghold (Festung): stronghold (Ringergriff)</li>
<li>bulwarks (&#8220;Bollwerk&#8221; &#8211; Zinnen oder so etwas&#8230;): bollocks (Hoden &#8211; aber anderes Register)</li>
</ul>
<p>Und natürlich ist keine Macbeth-Behandlung vollständig ohne James Thurbers geniales &#8220;<a href="http://www.google.de/search?q="The+Macbeth+Murder+Mystery"">The Macbeth Murder Mystery&#8221;</a>.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/06/macbeth-in-den-kammerspielen.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/06/macbeth-in-den-kammerspielen.htm#comments">1 Kommentar</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Max Frisch, Homo faber: Referate &#8211; und die Links dazu</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/06/max-frisch-homo-faber-referate-und-die-links-dazu.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/06/max-frisch-homo-faber-referate-und-die-links-dazu.htm#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 Jun 2011 08:06:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Schullektüren]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.herr-rau.de/wordpress/?p=3274</guid>
		<description><![CDATA[Im letzten Semester der Q12 lasen alle Deutschkurse an meiner Schule Homo faber von Max Frisch. Die Lehrer aller Oberstufen-Deutschkurse haben auch sonst viel zusammengearbeitet, aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal. 1. Die Referate Homo faber ist keines meiner Lieblingsbücher, aber die Schüler mochten es immer einigermaßen. Und selbst ich freundete mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im letzten Semester der Q12 lasen alle Deutschkurse an meiner Schule <em>Homo faber</em> von Max Frisch. Die Lehrer aller Oberstufen-Deutschkurse haben auch sonst viel zusammengearbeitet, aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal.</p>
<h4>1. Die Referate</h4>
<p><em>Homo faber</em> ist keines meiner Lieblingsbücher, aber die Schüler mochten es immer einigermaßen. Und selbst ich freundete mich wieder damit an. Diesmal gingen wir so vor, dass wir &#8211; eine Anregung des Kollegen Z. &#8211; uns darauf beschränkten, die Beziehungen zur griechischen Mythologie in dem Roman herausarbeiten zu lassen. Davon gibt es nämlich überraschend viele, und da wir auch viele mündliche Noten brauchten, hielt jeder Schüler ein Referat. Die Themen waren unter anderem folgende:</p>
<ul>
<li>Daidalos</li>
<li>Prometheus </li>
<li>Hermes</li>
<li>Ikaros</li>
<li>Moiren</li>
<li>(Geburt der) Venus</li>
<li>Erinnyen</li>
<li>Orpheus</li>
<li>Hades, Charon und Styx</li>
<li>Agammemnon, Klytämnestra und Aigisthos</li>
<li>Sirenen/Kirke</li>
<li>Nekyia (Fahrt in die Unterwelt) </li>
<li>Ödipus</li>
</ul>
<p>Dabei sollten die Referate alle so aufgebaut sein:</p>
<ol>
<li>Beschreibung des antiken Mythos. (Dazu: Deutung des Mythos.)</li>
<li>Elemente des Mythos in <em>Homo faber</em>.</li>
<li>Andere Ausformungen des Mythos in der bildenden Kunst, Literatur oder Musik.</li>
</ol>
<p>Je nach Thema variiert dabei das Gewicht, das man auf die einzelne Punkten legen kann, aber Stoff gibt es bei allen reichlich. Es ist erstaunlich, wie viel in <em>Homo faber</em> steckt, wie viel man über Mythen sagen kann. Das bringt auch den Schülern etwas.</p>
<p>Im Prinzip liefen die Referate gut. Die meisten Schüler haben sich Mühe gegeben, einige sogar viel &#8211; kein Wunder, viel Zeit für mündliche Noten ist im letzten Semester nicht, und bei einer 1:1-Gewichtung spielt sie auch eine große Rolle. Nur bei zweien von meinen zwanzig Schülern hatte ich den Eindruck, dass sie weniger Energie darauf verwendet hatten, als ihnen eigentlich möglich war. Nur einmal wurde erkennbar die Stark-Sekundärliteratur zu <em>Homo faber</em> plagiiert &#8211; also kommentarlos in etlichen Formulierungen übernommen.</p>
<h4>2. Die Links unter den Referaten</h4>
<p>Auf einen Punkt muss ich aber beim nächsten Mal noch mehr achten: die verwendeten Quellen. Ja, ich habe den Schülern in der Bibliothek zwei Standardwerke zur griechischen Mythologie gezeigt. Verwendet wurden sie kaum. Stattdessen standen unter den meisten Referaten als Bibliographie drei, vier Weblinks. Eine kleine Auswahl:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.maerchen.net/antik/gr-daidalos_ika.htm">http://www.maerchen.net/antik/gr-daidalos_ika.htm</a><br />
Das ist eine x-beliebige Webseite mit einer Version der Sage, die es in dieser Fassung auf vielen anderen Seiten auch gibt, und die alle wohl auf die <a href="http://gutenberg.spiegel.de/buch/61/20">Projekt-Gutenberg-Seite mit dem Text</a> zurückgehen. Die unvollständigen bibliographischen Angaben dort lassen als Quelle vermuten: <em>Märchen und Sagen. Eine Reader&#8217;s Digest Sammlung</em>, 2 Bände, Stuttgart, Zürich, Wien: Das Beste 1969. Zitierenswert ist die Quelle ohnehin nicht. Wie schlimm ist es, dass irgendwelche beliebigen Fassungen aus dritter, vierter, fünfter Hand herangezogen werden? Einerseits gehört zu einem Mythos, dass es verschiedene Fassungen gibt. Andererseits zeigt diese Auswahl, dass man nicht den mindesten Gedanken darauf verwendet hat, sich eine gute Quelle zu besorgen.</li>
<li><a href="http://www.schwarzaufweiss.de/kreta/mythen.htm">http://www.schwarzaufweiss.de/kreta/mythen.htm</a><br />
<em>Schwarzaufweiss. Das Reisemagazin. Das Portal deutschsprachiger Reisejournalisten.</em></li>
<li><a href="http://www.gardnerian.de/mythologie/hermes.htm">http://www.gardnerian.de/mythologie/hermes.htm</a><br />
Ob der Schüler gemerkt hat, dass das eine Wicca-Seite ist? Kaum. Er hat jedenfalls mit keiner Silbe auf diese moderne Rolle des Mythos hingewiesen, wäre interessant gewesen.</li>
<li><a href="http://mitglied.multimania.de/votha/rom_gott/hermes.htm">http://mitglied.multimania.de/votha/rom_gott/hermes.htm</a><br />
Wenn schon oben drüber steht: &#8220;Das Meiste [sic] ist eine kurze Zusammenfassung der Internetseiten des Mythenlexikons (vgl. Linkliste) bzw. der Encarta-Enzyklopädie&#8221;, dann sollte der Schüler merken, dass es bessere Quellen gibt.</li>
<li><a href="http://www.denurio.de/meisterinfos/prometheus.txt">http://www.denurio.de/meisterinfos/prometheus.txt</a><br />
Tatsächlich ein gut geeigneter Text. Die Original-Quellenangabe steht auch ganz oben: &#8220;plus online &#8211; Die Zeitschrift der Universität Salzburg&#8221;, Nr. 4 &#8211; Juni 2000 &#8211; http://www.sbg.ac.at/plus/plus_4_98/gw/prometheus.html.&#8221; In so einem Fall zitiert man dann bitte die Originalquelle, die den Lehrer auch mehr beeindrucken dürfte als der tatsächliche Fundort. Ich meine, nichts gegen <em>Das Schwarze Auge</em> als Rollenspiel, aber als Quelle für ein Referat über griechische Mythen?</li>
<li><a href="http://www.fantasy-und-rollenspiel.de/helden/orpheus.html">http://www.fantasy-und-rollenspiel.de/helden/orpheus.html</a><br />
Ne, bitte nicht. Ich meine, ich bin ja ein alter Rollenspieler. Aber der Text dort ist außerdem direkt von Wikipedia abgeschrieben, wenn auch ohne Quellenangabe.</li>
<li><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike">http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike</a><br />
Ein Blogartikel, mit eigenem Text und eigenen Gedanken und Quellenangaben: das ist okay.</li>
<li><a href="http://www.vollmer-mythologie.de/agamemnon/">http://www.vollmer-mythologie.de/agamemnon/</a><br />
Im Prinzip okay, aber richtiger wäre gewesen, auch hier die Quelle zu nennen: <em>Vollmer&#8217;s Mythologie aller Völker</em>, Stuttgart 1874. Hat der Schüler überhaupt kapiert, woher dieser Text stammt?</li>
<li><a href="http://www.grin.com/de/e-book/105426/frisch-max-homo-faber-inwiefern-unterscheidet-sich-faber-am-schluss">http://www.grin.com/de/e-book/105426/frisch-max-homo-faber-inwiefern-unterscheidet-sich-faber-am-schluss</a><br />
Eine Schul-Facharbeit, was immer das außerhalb Bayerns heißt. Einer der beiden Kommentare darunter lautet: &#8220;OK. Sehr unübersichtlich geschrieben! Viele Punkte fehlen. Lass es lieber das nächste mal.&#8221;</li>
<li><a href="http://members.multimania.nl/puschelpfote/homo_faber/blindheit_erinnye.htm">http://members.multimania.nl/puschelpfote/homo_faber/blindheit_erinnye.htm</a><br />
&#8220;Puschelpfote&#8221;, ernsthaft?</li>
</ul>
<h4>3. Schlussfolgerungen</h4>
<p>Meine Interpretation dieser Quellen: die Schüler arbeiten zu Hause und nicht in der Bibliothek, sie leihen sich keine Bücher aus und kopieren sich keine Aufsätze. Das verstehe ich erst mal. Gute Aufsätze sind rar, vor allem in unserer spärlichen Bibliothek. Also bleibt das Web als Quelle. Aber bei der Bewertung dieser Quellen unterlaufen noch Fehler.<br />
<strong>Erstens </strong>enthalten viele Quellen nur den den Wikipedia-Text, manchmal ohne dass das dort steht, manchmal mit korrekter Angabe. Dann soll man gefälligst Wikipedia selbst als Quelle nennen &#8211; entweder die Schüler erkennen den Originalort nicht, oder sie haben verinnerlicht, dass Deutschlehrer keine Wikipedia-Links mögen. <strong>Zweitens</strong>: manche Links sind gar nicht nötig, etwa ein Link zu einem x-beliebigen Fundort von Heines &#8220;Loreley&#8221;. Ich nehme an, das liegt daran, dass die Schüler wissen, dass irgendwelche Links von ihnen erwartet werden, dass diese aber eine bestimmte Qualität haben sollen, ist nicht klar. Soviel zum W-Seminar. <strong>Drittens </strong>fehlt die kritische Würdigung der Seiten: manche sind einfach zu trivial. Das gilt auch für Bücher. <em>Tessloffs Enzyklopädie Mythologie</em>? Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10-12 Jahre.</p>
<p>Was für Konsequenzen soll ich aus diesen Links ziehen? Zum einen vielleicht gar keine. Meine eigenen Referatsquellen waren im Gymnasium nicht besser. Und ein gelegentlich eingeschmuggelter alberner Eintrag in der Bibliographie ist Tradition. Aber wann lernen die Schüler einen anderen Umgang mit Quellen &#8211; doch erst an der Uni? Ich hatte nicht mal Zeit, das mit den Links groß zu thematisieren.  </p>
<ul>
<li>In Zukunft bei jedem Link den Namen eines Autors verlangen. Kein Name, keine Verlinkung. Vielleicht achten die Schüler dann mehr darauf, von wem der Text stammt.</li>
<li>Recherchieren üben. Aber das kostet Zeit.</li>
<li>Hat das W-Seminar versagt, in dem die Schüler doch wissenschaftspropädeutisch betreut werden sollten? Nicht direkt: W-Seminar ist W-Seminar und Deutschreferat ist Deutschreferat, und die beiden haben nichts miteinander zu tun. Ob das jetzt Wissen oder Kompetenz ist, das im Seminar erworben wurde: es bleibt fürs Seminar reserviert und wird nicht auf andere Fächer übertragen.</li>
<li>Ein Versuch fürs nächste Jahr, etwa in der 10. Klasse: ein Referat zu Nathan vergeben, etwa &#8220;Nathan als Kaufmann/Geld in <em>Nathan</em>&#8220;, und zwar an zwei Schüler. Der eine darf als Material nur einen Aufsatz zum Thema nehmen, den ich dem Schüler gebe. Der andere darf das gesamte Internet als Materialquelle verwenden. Wo kommt das interessantere Referat heraus?</li>
</ul>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/06/max-frisch-homo-faber-referate-und-die-links-dazu.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/06/max-frisch-homo-faber-referate-und-die-links-dazu.htm#comments">8 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Phantasiererörterung</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/phantasiereroerterung.htm</link>
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		<pubDate>Fri, 13 May 2011 14:38:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>

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		<description><![CDATA[Neben der Phantasiererzählung gibt es natürlich auch die Aufgabensorte der Phantasieerörterung. In der 7. Klasse so: Ein unbekannter Gönner hat der Schule 20.000 Euro geschenkt unter der Bedingung, dass die Schüler darüber entscheiden, was mit dem Geld geschehen soll. Schlage eine Sache vor, für die das Geld ausgegeben werden soll, und begründe deinen Vorschlag. Bin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neben der Phantasiererzählung gibt es natürlich auch die Aufgabensorte der <em>Phantasieerörterung</em>. In der 7. Klasse so:</p>
<blockquote><p>Ein unbekannter Gönner hat der Schule 20.000 Euro geschenkt unter der Bedingung, dass die Schüler darüber entscheiden, was mit dem Geld geschehen soll. Schlage eine Sache vor, für die das Geld ausgegeben werden soll, und begründe deinen Vorschlag.</p></blockquote>
<p>Bin schon mal gespannt, was alles herauskommt. Nach Rücksprache konnte die Summe auf 40.000 Euro aufgestockt werden, falls die Idee gut, aber teuer war. Überhaupt muss man vorher klären, wofür 20.000 Euro überhaupt reichen. Hm, schönes Recherchethema für die Schülerzeitung, fällt mir gerade ein: wieviel was am Schulunterhalt so kostet.</p>
<p>(Dass man mit Geld nicht alle Probleme lösen kann, kommt dann in den nächsten Jahren.)</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/phantasiereroerterung.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/phantasiereroerterung.htm#comments">3 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schiedsrichterhandzeichen</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/schiedsrichterhandzeichen.htm</link>
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		<pubDate>Mon, 02 May 2011 18:55:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>
		<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei Marginal Revolution gefunden (also, nicht wirklich selber gefunden, lange Geschichte): Das käme dann auch als Poster in meine Schulbibliothek. Beim Debattieren, Argumentieren, Philosophieren gibt es ebenso Spielfehler wie etwa beim Basketball, und wie schön wäre es, wenn Schüler und Lehrer diese Zeichen verstehen würden. Aber leider sind ja nicht mal die Spielfehler besonders bekannt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei <a href="http://marginalrevolution.com/marginalrevolution/2011/04/philosophy-referee-signals.html">Marginal Revolution</a> gefunden (also, nicht wirklich selber gefunden, lange Geschichte):</p>
<p><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/debating_signals2.jpg"><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/debating_signals2-536x1024.jpg" alt="" title="debating_signals2" width="536" height="1024" class="aligncenter size-large wp-image-3226" /></a></p>
<p>Das käme dann auch als Poster in meine Schulbibliothek. Beim Debattieren, Argumentieren, Philosophieren gibt es ebenso Spielfehler wie etwa beim Basketball, und wie schön wäre es, wenn Schüler und Lehrer diese Zeichen verstehen würden.</p>
<p>Aber leider sind ja nicht mal die Spielfehler besonders bekannt. In den Kommentaren zu englischen Blogs stoße ich ständig auf Begriffe wie <em>slippery slope</em>, <em>straw man</em>, <em>non sequitur</em>, <em>false analogy</em>. Ich gehe mal davon aus, dass diese Begriffe in der Schule gelernt werden, weil sie so verbreitet sind. Deutsche Kommentare lese ich weniger, zugegeben, aber da stoße ich nie auf solche Begriffe. Einmal im Jahr irgendwo ein <em>ad hominem</em>, aber das war es dann schon. Wie kommt das eigentlich? Kommentieren in den USA nur Schüler, die im Debattierclub waren?<br />
Früher habe ich ab und zu mal Auszüge aus: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eristische_Dialektik">Eristische Dialektik, oder die Kunst Recht zu behalten</a> von Schopenhauer im Unterricht behandelt. Könnte ich mal wieder herauskramen und unserem Kanon zu lesender Texte hinzufügen.</p>
<p>In vielen Situationen sind Schiedsrichter tatsächlich sinnvoll. Wie sagte mir einst ein Sportlehrer, oder war es eine Sportlehrerin: &#8220;Begehen Jungen Spielfehler, warten sie, bis der Schiedsrichter pfeift und eine Entscheidung fällt. Mädchen geben einen Fehler zu, ohne sich zu vergewissern, dass der Schiedsrichter den Fehler erkannt hat.&#8221; Manchmal ist das auch so in der Zusammenarbeit mit den Kollegen, angefangen beim Breitmachen auf den Tischen im Lehrerzimmer: die einen holen heraus, was nur geht &#8211; solange kein Schiedsrichter pfeift, gibt es kein Foul. Weitere Beispiele gehören nicht hierher.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/schiedsrichterhandzeichen.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/schiedsrichterhandzeichen.htm#comments">6 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Abiturrede</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/abiturrede.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/abiturrede.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 May 2011 06:40:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Abitur]]></category>
		<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil gerade wieder Abitur war, hier eine der Abireden, die ich aufgehoben habe, Jahrgang 2000. Ich benutze sie gelegentlich im Unterricht, wenn es um Aufbau einer Rede, Situationsbezogenheit und Stilmittel geht &#8211; manchmal auch im Kontrast zu anderen Abiturreden, die deutlich weniger gelungen sind. Guten Abend &#8211; wir haben Abitur. Dazu haben wir 13 Jahre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil gerade wieder Abitur war, hier eine der Abireden, die ich aufgehoben habe, Jahrgang 2000. Ich benutze sie gelegentlich im Unterricht, wenn es um Aufbau einer Rede, Situationsbezogenheit und Stilmittel geht &#8211; manchmal auch im Kontrast zu anderen Abiturreden, die deutlich weniger gelungen sind. </p>
<blockquote><p>Guten Abend &#8211; wir haben Abitur.</p>
<p>Dazu haben wir 13 Jahre unseres Lebens gebraucht. 13 Jahre, in denen wir mehr oder weniger fleißig, intensiv, motiviert und interessiert meistens (fast immer!!!) unsere gesamten geistigen Kräfte für unser schulisches Weiterkommen verwendet haben. 13 Jahre, in denen das XYZ-Gymnasium zu unserem zweiten Zuhause wurde, 13 Jahre, in denen sich die Anzahl unserer Mitstreiter kontinuierlich dezimierte. 13 Jahre, in denen sich die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern mal zum Schlechten mal zum Rechten entwickelte.<br />
Doch was soll&#8217;s?<br />
Der Lohn dafür ist der Schlüssel zu den Toren der Welt, das Visum für unsere glorreiche Zukunft, unsere akademische Green Card.<br />
Heute Abend erhalten wir die Mappe aus Pappe, die die Welt bedeutet.<br />
Doch was bedeutet sie wirklich?</p>
<p>Sind wir tatsächlich auf unsere Zukunft vorbereitet?<br />
Wir können lateinische Gedichte skandieren, wissen mit komplexen Zahlen umzugehen, hermetische Gedichte zu entschlüsseln, haben den eindimensionalen Potentialtopf kennengelernt, beherrschen das gesamte Regelwerk von mindestens vier Sportarten und sind in der Lage, die Strukturformeln jedes am Calvin-Zyklus beteiligten Stoffes zu zeichnen.<br />
Sie sehen, wir sind im Allgemeinen gebildet, aber haben wir auch Allgemeinbildung?<br />
Für uns bedeutet dieser Begriff mehr als das im Gymnasium Erlernte.<br />
Er umfasst zum Beispiel selbständiges Denken, eigene Ideen zu entwickeln, zu individuellen Ergebnissen zu kommen und diese zielstrebig umzusetzen. Auch Flexibilität wird im Berufsleben immer wichtiger. Von uns wird erwartet, Konfliktsituationen zu bewältigen und Teamfähigkeit zu zeigen.<br />
In der Schulzeit lernt man früh, das eigene Wohl in den Vordergrund zu stellen. Jeder ist sich selbst der Nächste. Beim Streben nach guten Zensuren bleibt die Solidarität schnell auf der Strecke. Das Ziel ist der Weg, und der Weg ist man selbst.<br />
Zu oft werden Ungerechtigkeiten von den Schülern zwar bemerkt aber dennoch übergangen. Der Grund dafür ist häufig die Angst des Einzelnen, in der Gunst des Lehrers zu sinken oder auch nur die pure Ignoranz und Faulheit. Dies gilt ebenso für das Verhältnis der Schüler untereinander, welches oft alles andere als kollegial ist. Individualität wird nicht gern gesehen und kann nur mit einem großen Maß an Selbstbewusstsein ausgelebt werden.</p>
<p>Unserer Meinung nach könnte der Egoismus durch schulisch geförderte Gruppenarbeit und gemeinsame Projekte gemindert werden. Dass dafür die Schüler ebenso Bereitschaft zeigen müssen, steht außer Frage. Auch wird im Unterricht zu wenig diskutiert. Die Streitfähigkeit als notwendiges Mittel im sozialen Umgang wird durch den Frontalunterricht leider zu wenig berücksichtigt. Dabei ist gerade diese Eigenschaft im Berufsleben elementar.<br />
Ebenso wichtig ist praktische Erfahrung, welche gerade am Gymnasium vernachlässigt wird. Die Ausübung eines mehrtägigen Praktikums beruht allzu oft auf Eigeninitiative und wird von der Schule zu wenig unterstützt. Statt dessen wird dies Schülern mit einem Hinweis auf den ohnehin überfüllten Lehrplan nur unter Vorbehalt genehmigt bzw. ganz verweigert.<br />
Auch der Umgang mit neuen Medien kommt zu kurz. In der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ist der Computer zu einem ständigen Begleiter geworden, mit dem auch wir in unserer Schulzeit stolze zwei Stunden konfrontiert wurden.<br />
Glücklicherweise wurde dieses Problem bereits erkannt mit der Konsequenz, Informatik in absehbarer Zeit mehr in den Lehrplan zu integrieren. (Dieser Ansatz sollte auch auf die übrigen neuen Medien ausgeweitet werden.) Doch für jede Veränderung reicht die alleinige Initiative des Kultusministeriums nicht aus; um eine Reform effektiv zu realisieren, muss ebenso viel von Seiten der Lehrer und Schüler beigetragen werden.</p>
<p>Zu all den eben genannten Kritikpunkten noch ein paar Worte in eigener Sache: Wir, die 13. Klasse des XYZ-Gymnasiums sind immer mit vorbildlichem Beispiel vorangegangen. Tagtäglich zeigten wir mit jeder Faser unseres Körpers vollen Einsatz, haben die Lehrer stets zu innovativen Projekten angehalten, waren für alle Neuerungen offen und haben auch außerhalb des Unterrichts unser schulisches Engagement nie aufgegeben. Die Lehrer konnten sich vor intellektuellen Schülerbeiträgen kaum retten, wurden mit interessierten Fragen bombardiert und unser enthusiastischer Wissensdrang konnte selbst durch den Schulgong nicht eingedämmt werden. Irgendwelche Zweifel??? Die haben wir auch.<br />
Wir sind uns bei aller Kritik am Schulsystem durchaus darüber im Klaren, dass die Motivation und das Engagement der Schüler zu wünschen übrig lassen. Die Schule wurde von uns zu oft nur als Belastung empfunden und nicht beispielsweise als Möglichkeit zur Interessensfindung gesehen.</p>
<p>Doch das haben wir alles hinter uns.<br />
Blicken wir in die Zukunft.<br />
Arbeitslosigkeit und Aufstiegschancen sind Schlagworte, mit denen wir fast täglich konfrontiert  werden. Man hört regelmäßig von der Unsicherheit des Arbeitsplatzes, höheren Anforderungen im Bereich Flexibilität und Belastbarkeit, von Globalisierung und Rationalisierung.<br />
Doch was sollen diese Begriffe für uns bedeuten? Wir haben unsere Schulzeit gerade beendet und stehen nun vor der schwierigen Entscheidung, welchen Weg wir einschlagen sollen. Die Tatsache, dass uns so gut wie alle Türen offenstehen, bedeutet gleichzeitig auch die Qual der Wahl. Es stellt sich die Frage, welche Faktoren für unsere Berufsfindung wirklich wichtig sind: Soll der Arbeitsmarkt über unsere Zukunft entscheiden, oder doch lieber unsere individuellen Interessen? Inwieweit sind Arbeitsmarkt und Interesse überhaupt miteinander vereinbar? Bedeutet beispielsweise Talent und Begeisterung für das Schulfach Deutsch auch Freude am Beruf des Germanisten?</p>
<p>Trotzdem lassen wir uns davon nicht beeindrucken. Wir nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand, wir werden unseren Weg gehen.<br />
Wir kriegen das hin.<br />
Schließlich sind wir ja der Abi-Jahrgang 2000!!!!</p>
<p>(Birgit F., Florian F.)</p></blockquote>
<p><small>Ohne explizite Erlaubnis ins Blog gestellt, ich habe damals nur die Erlaubnis für die Schulhomepage eingeholt. Deshalb auch (c) Birgit F., Florian F., keine CC-Lizenz. Ich habe leider keinen Kontakt zu diesen Schülern, so dass ich nicht fragen kann. Bei Einwänden bitte melden.</small></p>
<p>Verschiedene Links zum Thema, die ersten drei innerhalb meines Blogs, damit ich hier mal alles versammelt habe und auch einen Ort für zukünftige Links habe:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/08/reden-zum-schuljahresende.htm">Schülerreden zum Schuljahresende</a> (Beispiel aus dem Blog hier)</li>
<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2005/06/abiturreden-kurz.htm">Sammlungen von Abiturreden (als Buch)</a> (Blogeintrag)</li>
<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/10/reden-und-interviews.htm">Schülerrede im Unterricht</a> (Beispiel aus dem Blog hier)</li>
<li><a href="http://jensscholz.com/index.php/2010/06/28/abirede-1989">Abiturrede von 1989</a> (Jens Scholz)</li>
</ul>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/abiturrede.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/abiturrede.htm#comments">16 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mein liebstes Schulbuch</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/04/mein-liebstes-schulbuch.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/04/mein-liebstes-schulbuch.htm#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 14:17:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Halbtagsblog macht sich Jan-Martin Gedanken um alte und neue Schulbücher, vor allem bei Mathematik. In Gleich 8 bei Herrn Schwarzmüller gibt es eine Diskussion um digitale Schulbücher &#8211; am besten von Lehrern unter CC-Lizenz geschrieben. Unbedingt! Wenn es da das richtige Format gibt, mache ich gerne mit. Ich suche ja selber noch nach einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://halbtagsblog.wordpress.com/2011/04/22/bunte-schulbcher/">Im <em>Halbtagsblog</em></a> macht sich Jan-Martin Gedanken um alte und neue Schulbücher, vor allem bei Mathematik. </p>
<p><a href="http://www.gleich8.de/2011/04/18/das-digitale-schulbuch-unter-creative-commons-lizenz-open-source-fuer-die-schule/">In <em>Gleich 8</em></a> bei Herrn Schwarzmüller gibt es eine Diskussion um digitale Schulbücher &#8211; am besten von Lehrern unter CC-Lizenz geschrieben. Unbedingt! Wenn es da das richtige Format gibt, mache ich gerne mit. Ich suche ja selber noch nach einem Format, um meine Ideen zu sammeln.</p>
<p>Vorerst allerdings mein liebstes Schulbuch:</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/klett_a11_1.jpg" alt="" title="klett_a11_1" width="550" height="366" /><br />
<img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/klett_a11_2.jpg" alt="" title="klett_a11_2" width="550" height="366"  /></p>
<p><strong><em>Lesebuch A (Gymnasium) Oberstufe. Lyrik</em>. Ernst Klett Verlag 1969.</strong></p>
<p>Das hatte ich in der 11. Klasse. Es ist ein Lesebuch und enthält Gedichte. Es gibt nur ganz wenig Zusatzmaterial: eine Seite Vorwort (die ich nie gelesen habe), Inhaltsverzeichnis, Quellenangaben, Hölderlin-Handschriften auf dem Vorsatzblatt und textkritische Anmerkungen dazu, und zwei Seiten mit einem Index von a) motivgleichen Gedichten; b) Strophen- und Gedichtformen (Sonette, Terzinen, Distichen) sowie c) Gedichtarten (Lied, Elegie, Ode, Hymne, Ballade).</p>
<p>Die Gedichte sind zusammengefasst in einen kürzeren paradigmatischen Teil (nach Form/Haltung, Bildersprache), den umfangreichsten, chronologischen Teil und einen dritten Teil, in dem Gedichte und deren verschiedene Übersetzungen gegenübergestellt sind.</p>
<p>Die Gedichte reichen von den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Merseburger_Zauberspr%C3%BCche">zwei Merseburger Zaubersprüchen</a>, dem Minnesang (acht Dichtern aus der Blütezeit, und einigen späteren) bis zu viel Trakl, Benn, Brecht; Celan, Bachmann, Enzensberger; Günter Kunert, Peter Rühmkorf, Wolf Biermann, Günter Grass. Dazu Übersetzungen aus dem Lateinischen (Hrabanus Maurus), Französischen (Baudelaire), Englischen (Shakespeare, E.E. Cummings, William Carlos Williams), und Übersetzungen ins Englische (Hölderlin, Brecht). Für 1969 ist das gar nicht schlecht.</p>
<p>Es gibt keine einzige Illustration und keinen einzigen Arbeitsauftrag. Kein bisschen Farbe ist darin. Ich glaube auch nicht, dass es ein Lehrerbegleitbuch dazu gibt.</p>
<p>Ich habe als Schüler enorm aus diesem Buch gelernt, indem ich die Texte gelesen habe. Als Lehrer würde ich weniger kopieren müssen, wenn Schüler so ein Lesebuch hätten. Deutschlehrer sind berüchtigt dafür, dass sie wenig mit den angeschafften Büchern arbeiten. Das liegt zum Teil auch an den Büchern. Mich interessieren Texte, die klugen Fragen dazu fallen mir oder den Schülern selber ein. Lehrerbegleitbände zu Lehrwerken interessieren mich nicht besonders.</p>
<p>Und, will jemand mit einem anderen Lieblingsbuch dagegen halten?</p>
<p><em>Nachtrag: Es gibt also doch ein Lehrerheft dazu und ich habe es mir besorgt. 130 Seiten, pro Gedicht 6-20 engbedruckte Zeilen. Sehr knappe Hinweise: &#8220;Die Sprache diesr Gedichte als gestaltgewordene Heiterkeit und Gelöstheit&#8221; oder: &#8220;Von besonderer Bedeutung (vgl. Trakl, Heym, Lasker-Schüler): die Bildlichkeit.&#8221; Nu.</em></p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/04/mein-liebstes-schulbuch.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/04/mein-liebstes-schulbuch.htm#comments">10 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Achim von Arnim, Isabella von Ägypten, Kaiser Karl des Fünften erste Jugendliebe</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/04/achim-von-arnim-isabella-von-aegypten-kaiser-karl-des-fuenften-erste-jugendliebe.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/04/achim-von-arnim-isabella-von-aegypten-kaiser-karl-des-fuenften-erste-jugendliebe.htm#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 19:08:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Wagen stand vor der Türe, alle saßen darin [...]; und die sonderbare Gesellschaft, eine alte Hexe, ein Toter, der sich lebendig stellen musste, eine Schöne aus Tonerde und ein junger Mann, aus einer Wurzel geschnitten, saßen in feierlicher Eintracht, hegten große Gedanken vom Glück des Lebens, das sie eben zu begründen fuhren, von Schätzen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Der Wagen stand vor der Türe, alle saßen darin [...]; und die sonderbare Gesellschaft, eine alte Hexe, ein Toter, der sich lebendig stellen musste, eine Schöne aus Tonerde und ein junger Mann, aus einer Wurzel geschnitten, saßen in feierlicher Eintracht, hegten große Gedanken vom Glück des Lebens, das sie eben zu begründen fuhren, von Schätzen, Heldentaten und Biergeldern, auf die der Bärnhäuter bei dieser Festlichkeit ungemein rechnete. </p></blockquote>
<p>&#8220;Die romantische Schule&#8221; von Heine hat mich darauf gebracht: Achim von Arnim, &#8220;Isabella von Ägypten, Kaiser Karl des Fünften erste Jugendliebe.&#8221; Es macht Spaß, mal abseits der üblichen Unterrichtsnovellen zu lesen.</p>
<p>Die Geschichte ist aber auch wirklich zu abstrus. Die Zigeunerprinzessin Isabella besetzt ein Haus, indem sie sich als Geist ausgibt und den späteren Karl V (Karl I von Spanien) vertreibt, sich aber in ihn verliebt. Daraus wird aber erst mal nichts, also gräbt sie sich eine Alraunwurzel aus (unter ihrem toten Vater am Galgen), zieht ihn wie ihr Kind groß, was raschend schnell geht, worauf sich der Alraun in sie verliebt. Ein echtes schatzsuchendes Gespenst wird in Dienst genommen und kriegt einen neuen Leib. Dann kommt es doch noch zu einer Liebesnacht mit Karl, von Bella wird ein Golem-Doppelgänger erzeugt, und es kommt zu einigem Hin und Her zwischen Bella, dem Golem, Karl und dem Alraunmännlein (namens Cornelius Nepos, er möchte gern Feldmarschall werden). Die letzten zwanzig, dreißig Seiten ziehen sich dann aber. Insgesamt: recht märchenhaft grotesk, die Geschichte, mit einigen Schwank-Elementen.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/04/achim-von-arnim-isabella-von-aegypten-kaiser-karl-des-fuenften-erste-jugendliebe.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/04/achim-von-arnim-isabella-von-aegypten-kaiser-karl-des-fuenften-erste-jugendliebe.htm#comments">2 Kommentare</a>
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</small></p>]]></content:encoded>
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