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	<title>Lehrerzimmer &#187; Filme</title>
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	<description>Herr Rau erzählt von sich und der Schule. Ein Lehrerblog.</description>
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		<title>Percy Jackson &#8211; Diebe im Olymp</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 11:30:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Freitag war ich mit der 6. Klasse im Kino. Den Schülern hat der Film gefallen, das ist das wichtigste. Ich selber fand ihn routiniert, aber profillos. Schön war es allerdings, die griechischen Götter mal wieder zu sehen. Ich bin auch schon auf die Neuverfilmung von &#8220;Kampf der Titanen&#8221; dieses Jahr gespannt. Einige neue Gedanken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag war ich mit der 6. Klasse im Kino. Den Schülern hat der Film gefallen, das ist das wichtigste. Ich selber fand ihn routiniert, aber profillos. Schön war es allerdings, die griechischen Götter mal wieder zu sehen. Ich bin auch schon auf die Neuverfilmung von &#8220;Kampf der Titanen&#8221; dieses Jahr gespannt.</p>
<p>Einige neue Gedanken hat der Film (oder die Buchvorlage) der Mythologie dann doch abgewonnen. Gefallen hat mir &#8220;Auntie Em&#8217;s Garden Emporium&#8221;, ein Laden für Gartenzubehör, also vor allem diese Statuen, die man gerne in großen Gärten aufstellt. Große, weiße, lebensechte Statuen. Da ahnt man schon, wer &#8220;Auntie Em&#8221; ist.<br />
Auch das Lotusesser-Casino in Las Vegas war eine schöne Umsetzung: man bleibt dort, genießt die tatsächlichen oder eingebildeten Freuden des Lebens und merkt nicht, wie einem die Zeit gestohlen wird. Zuschauer und Helden glauben, dass die Handlung dort wenige Stunden spielt; tatsächlich vergehen einige Tage, bevor die Helden entkommen. Verwundert hat mich nur: Percy entdeckt das Geheimnis der Lotusesser unter anderem dadurch, dass er einen jungen Mann beim Flipperspielen sieht, und zwar einen French-Connection-Flipper. <em>French Connection</em> ist ein Filmklassiker von 1971, und mindestens seit dieser Zeit ist der Mann im Casino und glaubt immer noch, es sei das Jahr 1971. Schock! Aber wer im Publikum kennt denn bitteschön <em>French Connection</em>? Percy will den Film vielleicht mal auf DVD gesehen haben, aber selbst das würde mich wundern. Hätte man da nicht einen Film nehmen können, den das Publikum auch tatsächlich als alt identifizieren kann? Aber vielleicht liegt das Problem ja wirklich darin, dass es für ein, sagen wir, vierzehnjähriges Publikum keinen solchen Film geben kann. Da ist <em>Der weiße Hai</em> genau so alt (und genau so unbekannt?) wie <em>E.T.</em>, <em>Terminator</em> oder <em>Matrix</em>?</p>
<p>Immer wieder schön: griechische Götter in New York. Ich muss endlich mal &#8220;Das Nachtleben der Götter&#8221; von Thorne Smith lesen, da treiben sich die Götter eben auch in New York herum. Das Buch habe ich vor zwanzig Jahren im Regal gesehen, in der schönen Ausgabe der <em>Bibliothek der phantastischen Abenteuer</em> von Fischer, habe es durchgeblättert und <em>nicht</em> mitgenommen. Das reut mich die letzten Jahre immer wieder. Smith kennt man &#8211; wenn überhaupt &#8211; durch die Topper-Romane beziehungsweise deren Verfilmungen. Auch das &#8220;Nachtleben der Götter&#8221; ist verfilmt, aber fast unbekannt, eine <a href="http://www.imdb.com/title/tt0026776/">Kritik bei der Internet Movie Database</a> klingt äußerst interessant, auch wenn sie dem Film nur begrenzt Lob zollt.</p>
<p>Halbwegs originell: Percy Jackson hat Legasthenie, ihm verschwimmen die Buchstaben immer vor dem Augen. Die Erklärung: er ist in Folge seiner göttlichen Abstammung nun einmal auf griechische Schrift ausgelegt. Außerdem ist bei ihm ADHS diagnostiziert, und daran finde ich am bemerkenswertesten, dass diese Abkürzung dem Publikum nicht erklärt wird. Kann man davon ausgehen, dass das jedem Zwölfjährigen schon ein Begriff ist?</p>
<p>Am wenigsten gefallen hat mir bei <em>Percy Jackson</em> die Darstellung des Hades und seines Reiches. Die Unterwelt ist kaum von der populären Vorstellung von der christlichen Hölle zu unterscheiden: verdammte Seelen und Feuer überall. Hades erscheint als Feuerdämon, der in die Unterwelt verbannt wurde und deswegen beleidigt ist. Keine Asphodeloswiese, keine Elysischen Felder, kein Lethe. Dabei ist die mythologische Unterwelt doch viel interessanter als dieser Ausschnitt. Und ja, auch bei den Griechen ist <em>einer</em> der Unterweltflüsse ein Fluss aus Feuer, und Hades keiner der geselligsten oder freundlichsten Götter. Aber er ist eben so viel mehr als das. &#8211; Möglicherweise ist die Buchvorlage da differenzierter, zumindest lässt <a href="http://www.bluetrident.org/images/underworldmapold.PNG">diese Karte</a> zur Unterwelt von einer <a href="http://www.bluetrident.org">Percy-Jackson-Fanseite</a> das vermuten.</p>
<p>(Am Anfang hat mich auch noch gestört, dass die Film-Persephone sich exakt so verhält, als sei sie aus <em>Desperate Housewives</em> entsprungen. Aber inzwischen gefällt mir das vielleicht sogar.)</p>
<p>Uninteressant fand ich außerdem die Handlung. Zum einen war von Anfang an klar, wer der Schurke ist. Zum anderen ist der Film voller fadenscheiniger <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MacGuffin">MacGuffins</a>. Ein MacGuffin kann ein schönes Symbol sein oder eine plattes Mittel, um die Handlung voranzutreiben. Der große MacGuffin im Film ist der gestohlene Blitz Zeus&#8217;, der nur dazu da ist, dass man etwas hat, dem man hinterherjagen kann. Es hätten auch die silbernen Rührlöffel Hestias sein können. Dann gibt es noch drei kleine MacGuffins in Form von blauen Kugeln, weil dem Buch oder Drehbuch sonst kein Grund eingefallen ist, die Helden an drei verschiedene Wir-erleben-ein-Abenteuer-Stationen zu schicken. (Sie brauchen die Kugeln, um aus der Unterwelt herauszukommen.)</p>
<p>Und zum Schluss will ich noch wissen, welche griechische Göttin das gewesen sein soll, die am Schluss im Rat der zwölf Götter so platt gesagt hat: &#8220;Krieg kann nicht die Antwort sein.&#8221; Die hat dann aber in der <em>Ilias</em> nicht mitgespielt.</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Was ist eigentlich mit Chris Columbus passiert? Seine erste Regiearbeit, <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/08/adventures-in-babysitting.htm">Adventures in Babysitting</a>,  war hervorragend. &#8220;Home Alone&#8221; war solide, aber alles nach und eingeschlossen &#8220;Mrs Doubtfire&#8221; war vielleicht erfolgreich, aber nicht interessant, die Harry-Potter-Filme eingeschlossen. &#8211; Vielleicht lege ich auch die falschen Kriterien an. Ich mag Kinder- und Jugendbücher und -filme. Bei denen ist aber vor allemn wichtig, dass sie Kindern gefallen. Gibt es überhaupt Kinder-/Jugendfilme, die Erwachsenen <em>und</em> Kindern gefallen? Mir fällt da gleich &#8220;Die 5000 Finger des Dr. T&#8221; ein, ein vergessenes Schmuckstück* von Kinderfilm, das Kindern kaum gefallen dürfte. Wenn ich es recht überlege, kommt der Film aber auch bei Erwachsenen nicht an&#8230; die guten Videos bei Youtube sind leider in Deutschland nicht zu sehen, aber hier ist ein Ausschnitt:</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/NtdFVRwqf8Y&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/NtdFVRwqf8Y&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
<p><small>*Erwähnt wird der Film allerdings in <em>Die Rose von Alexandria</em> von Manuel Vázquez Montalbán, auch wenn eine Zuschauerin ihn &#8220;langatmig&#8221; findet. Wie dieser Film in diesen Krimi gekommen ist, das frage ich mich noch heute.</small></p>

	Tags: <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/kategorie/gesehene-filme" title="Filme" rel="tag nofollow">Filme</a>, <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/tag/filme" title="Filme" rel="tag nofollow">Filme</a><br />

	<h4>Siehe auch:</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/06/william-powell-und-myrna-loy.htm" title="William Powell und Myrna Loy"">William Powell und Myrna Loy</a>  (24.6.2006) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/08/the-whistler.htm" title="The Whistler"">The Whistler</a>  (19.8.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/09/the-jazz-singer-ii.htm" title="The Jazz Singer II"">The Jazz Singer II</a>  (2.9.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/09/the-jazz-singer-i.htm" title="The Jazz Singer I (Hintergrund)"">The Jazz Singer I (Hintergrund)</a>  (1.9.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/05/spider-man-3.htm" title="Spider-Man 3"">Spider-Man 3</a>  (3.5.2007) </li>
</ul>

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		<title>Holmesiana</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 06:49:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sherlock Holmes]]></category>

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		<description><![CDATA[War im Kino, Sherlock Holmes gucken. Hat mir gut gefallen. Als Film gut &#8211; wenn es auch mehrere überflüssige Szenen darin gibt, die weder die Handlung voranbringen noch etwas zur Charakterisierung der Personen beitragen noch Atmosphäre erzeugen. Schön: die Boxkampszene, überflüssig: das Spektakel in der Werft. Immer wieder enttäuschend: Showdown hoch oben auf einem historischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>War im Kino, <em>Sherlock Holmes</em> gucken. Hat mir gut gefallen. Als Film gut &#8211; wenn es auch mehrere überflüssige Szenen darin gibt, die weder die Handlung voranbringen noch etwas zur Charakterisierung der Personen beitragen noch Atmosphäre erzeugen. Schön: die Boxkampszene, überflüssig: das Spektakel in der Werft. Immer wieder enttäuschend: Showdown hoch oben auf einem historischen Wahrzeichen. Das mochte ich bei <em>X-Men</em> schon nicht, und bei <em>Holmes</em> wird das für jeden, der sich minimal in London auskennt, lächerlich &#8211; aus den Katakomben des Parlaments spaziert man quasi direkt auf die Spitze der Tower Bridge. Aber trotzdem ganz okay. Robert Downey Jr. als Holmes, Jude Law als Watson und Kelly Reilly als Mary Morstan waren sehr gut, wenig überzeugend fand ich nur Hans Matheson als Lord Coward.</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Als Sherlock-Holmes-Interpretation war der Film noch besser. Wieder wurden der Figur neue Seiten abgewonnen oder die alten Seiten für eine neue Zeit dargestellt. Hier die stichpunktartige Beschreibung von Holmes, die Watson erstellt hat, kurz nachdem sie zusammen in die Baker Street zogen (<em>A Study in Scarlet</em>):</p>
<blockquote><ol>
<li>Knowledge of Literature.—Nil.</li>
<li>Philosophy.—Nil.</li>
<li>Astronomy.—Nil.</li>
<li>Politics.—Feeble.</li>
<li>Botany.—Variable.  Well up in belladonna, opium, and poisons generally. Knows nothing of practical gardening.</li>
<li>Geology.—Practical, but limited. Tells at a glance different soils from each other.  After walks has shown me splashes upon his trousers, and told me by their colour and consistence in what part of London he had received them.</li>
<li>Chemistry.—Profound.</li>
<li>Anatomy.—Accurate, but unsystematic.</li>
<li>Sensational Literature.—Immense.  He appears to know every detail of every horror perpetrated in the century.</li>
<li>Plays the violin well.</li>
<li>Is an expert singlestick player, boxer, and swordsman.</li>
<li>Has a good practical knowledge of British law.</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Zu ernst darf man diese Liste nicht nehmen; wenige Zeilen zuvor hat Holmes Watson versichert, dass er keine Ahnung davon hat, ob sich die Erde um die Sonne dreht oder umgekehrt, und dass es ihn auch nicht interessiert. Die Forschung geht davon aus, dass Holmes hier seinem zu neugierigen Mitbewohner einen Bären aufbindet, zumal Holmes an anderer Stelle durchaus astronomische Kenntnisse beweist.<br />
Aber ein guter Faustkämpfer ist Holmes, und das zeigt er in der Verfilmung auch. Der Kampfstil hätte für meine Verhältnisse noch etwas viktorianischer sein können (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bare-knuckle_boxing">fisticuffs</a>), aber wenigstens gab es auch kein Hong-Kong-Gehoppse. Beim Faustkampf zeigt Holmes zweimal seine analytischen Fähigkeiten, indem er quasi in die Zukunft schaut (so würde man das in einem Superheldenfilm nennen). Schön gemacht, aber noch schöner wäre es, wenn er diese Fähigkeiten auch in einem Zusammenhang hätte zeigen dürfen, der für den Plot und nicht nur für die Charakterisierung wichtig gewesen wäre. Das geschieht nur einmal ansatzweise, als man im Nachhinein erfährt, dass Holmes bereits vorausgesagt hat, aus welchem Fenster er nach einer gewissen Zeit stürzen würde. </p>
<p>Sehr schön ist auch die Szene, in der Holmes Watson erklärt, was er bei und nach ihrem ersten Besuch von Irene Adler herausgefunden hat; der Zuschauer ist hier ähnlich überrascht wie es sonst nur pflichtgemäß Watson ist. Aber auch dieses erzählerische Mittel wird nur bei der Exposition eingesetzt und nicht mehr später im Film. Klar darf man es nicht überstrapazieren, aber einmal vielleicht noch an zentralerer Stelle?</p>
<p>Auf jeden Fall neu interpretiert, aber naheliegend: der eifersüchtige Holmes, der Watson gram ist, weil der wegen seiner Verlobten die gemeinsame Bude aufgibt. Manchmal wirken Holmes und Watson aber etwas zu sehr wie ein stereotypes schwules Paar beim Streiten. </p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Ich mag Holmes, habe den ganzen Kanon in jüngeren Jahren gelesen und kenne und schätze die Variationen. Aus Gründen, die ich dereinst in meinem <em>magnum opus</em> darlegen werde (ein Blogeintrag, der seit zehn zehn Jahren halbfertig ist und zu Ende geschrieben werden will), bietet sich Holmes für solche Wiedererfindungen besonders an. Eine meiner liebsten ist diese hier:</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/holmes_meyer.jpg" alt="" title="holmes_meyer" width="200" height="297" class="aligncenter size-full wp-image-2695" /><br />
<small>Nicholas Meyer, <em>The Seven-Per-Cent Solution.</em> New York: Dutton 1974.</small></p>
<p>Verfilmt als <em>Kein Koks für Sherlock Holmes</em>, so auch der Titel der ersten deutschen Ausgabe; inzwischen heißt sie <em>Sherlock Holmes und der Fall Sigmund Freud</em>. Die Geschichte: Holmes fühlt sich verfolgt von Professor Moriarty, dem &#8220;Napoleon des Verbrechens&#8221;. Er verschanzt sich in seiner Wohnung und berichtet Watson atemlos von dem gefährlichen Netz, das der gefährliche Professor um ihn gezogen hat. Diesen Ausgangspunkt kennt auch der Kanon, ab hier entwickelt sich die Handlung anders. Als sich Moriarty als harmloser Mathematiklehrer herausstellt, diagnostiziert Watson bei Holmes paranoiden Verfolgungswahn, ausgelöst durch übermäßigen Doregnkonsum. Durch einen Trick lenkt Watson den immer noch genialen Holmes nach Wien, zur größten Autorität, was Drogen und psychische Störungen betrifft, Sigmund Freund. In Wien deckt Holmes eine Intrige auf, wird mehr oder weniger geheilt (wobei die Psychoanalyse interessante Details aus Holmes&#8217; Kindheit enthüllt), und im spannenden Finale rasen zwei Züge um die Wette.</p>
<p>(Auf der Hinfahrt reisen Holmes und Watson eine Weile zusammen mit einem Herrn Rassendyll, angeblich aus Tirol, tatsächlich gerade aus Ruritanien kommend. Das ist auch so ein Herr, der weit herumkommt. Auch der junge <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/07/george-macdonald-fraser-flashman.htm">Flashman</a> erlebt Abenteuer in Ruritanien, und im Alter von über siebzig Jahren legt sich Flashman erfolgreich mit Holmes&#8217; zweiter Nemesis, Colonel Sebastian Moran, an. Man kennt sich halt.)</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Eine Holmes-Ausgabe für Aficionados sind die zwei Bände <em>The Annotated Sherlock Holmes</em> von William S. Baring-Gould.</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/holmes_baring-gould.jpg" alt="" title="holmes_baring-gould" width="200" height="271" class="aligncenter size-full wp-image-2696" /></p>
<p>Die Geschichten sind chronologisch geordnet, also der Biographie Holmes&#8217; folgend, wie überhaupt das Buch natürlich davon ausgeht, dass Holmes eine reale Person ist. Bilder und Karten ergänzen die Geschichten, sehr ausführliche Randbemerkungen und Kommentare weisen auf Positionen aus der Holmes-Forschung zu vom Text aufgeworfenen Fragen hin und machen sicher ein Drittel der Bände aus. Nehmen wir nur mal die Sache mit den Reichenbach-Fällen. <em>Bekanntlich</em> stürzten Holmes und Moriarty dort ab, beide kamen ums Leben. So dachte jedenfalls auch Watson einige Jahre, bis Holmes in &#8220;The Adventure of the Empty House&#8221; unvermittelt wieder auftaucht. Was bei den Reichenbach-Fällen und in den Jahren danach wirklich geschah, ist eine Frage, auf die Holmes (beziehungsweise sein im Unklaren gelassener Chronist Watson) nie völlig befriedigende Antworten gegeben hat. Vielleicht hat sich deshalb die Holmes-Forschung so intensiv damit beschäftigt. Baring-Gould reißt auf zwei Seiten nur einige der wichtigsten Theorien an, zusammen mit ihren Vertretern und deren Argumenten. Wer will, kann anhand der genannten Titel gerne tiefer in die Forschung einsteigen. Die Hauptrichtungen:</p>
<ol>
<li>Sowohl Holmes als auch Moriarty überlebten den Sturz. (Weil Moriarty gar nicht wirklich existiert hat. Weil Moriarty und Holmes dieselbe Person waren. Weil Moriarty einen Doppelgänger benutzt hat.)</li>
<li>Beide starben in Wirklichkeit und die danach spielenden Fälle Holmes&#8217; sind reine Erfindung Watsons. Das würde manche Unterschiede zwischen dem frühen und dem späten Holmes erklären: der frühe nimmt Kokain und Morphium, der späte nicht. (Aber das kann natürlich auch auf Freuds Therapie in Wien zurückgehen.) Der frühe respektiert das Gesetz mehr als der späte, kennt sich besser unter Spionen aus, spielt mehr Geige, zitiert auf Deutsch und Französisch (was der späte nie tut). Anthony Boucher, geschätzter Krimi- und Science-Fiction-Autor, ging ursprünglich davon aus, dass Mycroft den gestorbenen Sherlock durch einen angelernten Nachfolger ersetzen ließ.</li>
<li>Auch die Theorie, dass Moriarty allein überlebte, hat Vertreter, gilt aber als unwahrscheinlich.</li>
</ol>
<p>(Von Baring-Gould gibt es auch eine Biographie Holmes&#8217; und eine von Nero Wolfe, in der Baring-Gould eine Idee aus dem <em>Baker Street Journal</em>  aufgreift und Wolfe zu einem Sohn von Holmes und Irene Adler macht.)</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Holmes-Leser sind wie die Leser von Superhelden-Comics <em>gründliche</em> Leser, wie man sie sich als Literaturtheoretiker nur wünschen kann. Da wird argumentiert mit dem gesamten Instrumentarium, das wir in der Deutsch-Oberstufe vermitteln wollen: mit Autorenintention, Erscheinungsweise, redaktionellen Einschränkungen, Biographie des Autors, aber natürlich vor allem auch textimmanent. Allein das folgende Panel, Platz 5 auf einer Liste mit <a href="http://goodcomics.comicbookresources.com/2009/09/04/top-70-most-iconic-marvel-panels-of-all-time-10-1/">&#8220;The Top 70 Most Iconic Panels in Marvel History&#8221;</a>, hat zu zahllosen Interpretationen geführt:</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/spider-man_gwen.jpg" alt="" title="spider-man_gwen" width="200" height="552" class="aligncenter size-full wp-image-2698" /><br />
<small>Amazing Spider-Man 121, writer: Gerry Conway; art: Gil Kane; inks: John Romita, Tony Mortellaro; Juni 1973</small></p>
<p>Warum musste Gwen Stacy sterben, welche Brücke war es, woran starb sie genau, welche Absicht und welche Wirkung (in diesem Fall ist das nicht das gleiche) hat das &#8220;Snap&#8221; rechts unten&#8230; Comic-Fans diskutieren so etwas gerne. (Wikipedia zu <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Night_Gwen_Stacy_Died#Which_bridge">The Night Gwen Stacy Died</a>.) Ookla the Mok singen in &#8220;Stop Talking About Comic Books Or I&#8217;ll Kill You&#8221; zwar verständlicherweise:</p>
<blockquote><p>Stop talking about comic books or I’ll kill you.<br />
I don’t care if the Hulk could defeat the Man of Steel.<br />
I’m gonna rearrange your face if you continue to debate<br />
whether Logan’s claws could pierce Steve Roger’s shield.</p></blockquote>
<p>- aber die Art und Weise, wie diese Fragen diskutiert werden, ist vorbildlich.</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Noch kurz zum Film: Wann fing das eigentlich an, die Kombination von später Viktorianik (oder frühes <em>Edwardian</em>) und phantastischen Elementen?</p>
<p>Einerseits ist das vielleicht schon in der Zeit angelegt, siehe Bram Stokers <em>Dracula</em>. Und schon in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Young_Sherlock_Holmes">Young Sherlock Holmes</a> (1985) gibt es einen ägyptischen Kult, wenn auch &#8211; wie im aktuellen Holmes &#8211; keine echte Magie dahintersteckt.</p>
<p>Pseudo-Wissenschaft (mit Tesla im Grenzbereich) gibt es auch in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Prestige_%28film%29">The Prestige</a> (2006), basierend auf einem Roman von Christopher Priest (1995). Dann ist da noch <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/05/gw-dahlquist-the-glass-books-of-the-dream-eaters.htm">The Glass Books of the Dream-Eaters</a> (2006) von G.W. Dahlquist, auch mit okkulter Wissenschaft.</p>
<p>Oder ist tatsächlich <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_League_of_Extraordinary_Gentlemen">The League of Extraordinary Gentlemen</a> (1999) ein Vorläufer? Allerdings kam auch schon 1986 die Rollenspiel-Erweiterung <a href="http://www.rpg.net/reviews/archive/11/11399.phtml">Cthulhu by Gaslight</a> heraus. Da lag wohl etwas in der Luft. Siehe hierzu auch den Wikipedia-Eintrag zu <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Steampunk">Steampunk</a> (abgeleitet von: Cyperpunk) mit den verwandten Kategorien <em>Gaslight Romance, Western Steampunk, Dieselpunk</em> und <em>Steamgoth</em>. </p>

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	<h4>Siehe auch:</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2005/04/was-ich-bei-karl-may-gelernt-habe.htm" title="Was ich bei Karl May gelernt habe"">Was ich bei Karl May gelernt habe</a>  (3.4.2005) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/08/was-der-autor-sich-an-herausgeberhaftem-unter-den-nagel-reisst.htm" title="Was der Autor sich an Herausgeberhaftem unter den Nagel reißt"">Was der Autor sich an Herausgeberhaftem unter den Nagel reißt</a>  (20.8.2008) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/07/war-sherlock-holmes-zen-buddhist.htm" title="War Sherlock Holmes Zen-Buddhist?"">War Sherlock Holmes Zen-Buddhist?</a>  (24.7.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/11/the-librarything-meme.htm" title="The LibraryThing Meme"">The LibraryThing Meme</a>  (1.11.2007) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2005/04/storisende-1113.htm" title="Storisende No. 1113"">Storisende No. 1113</a>  (9.4.2005) </li>
</ul>

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		<title>&#8220;Weitere Highlights&#8221; auf der DVD (eklektisch)</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Dec 2008 07:22:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn nach den reichlichen, wenn auch unkommentiert zusammengetragen Extras auf der DVD noch eine Extraseite Weitere Highlights anpreist und sich diese entpuppen als Trailer zu den folgenden DVDs (die vermutlich beim gleichen Vertrieb erhältlich sind): Koloss von Konga (japanischer Monsterfilm, King-Kong) Xaver und sein außerirdischer Freund (&#8220;verbindet Elemente des Heimatfilms und der Science-Fiction miteinander&#8221;) Crazy [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn nach den reichlichen, wenn auch unkommentiert zusammengetragen Extras auf der DVD noch eine Extraseite <em>Weitere Highlights</em> anpreist und sich diese entpuppen als Trailer zu den folgenden DVDs (die vermutlich beim gleichen Vertrieb erhältlich sind):</p>
<ul>
<li>Koloss von Konga (japanischer Monsterfilm, King-Kong)</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Xaver_und_sein_au%C3%9Ferirdischer_Freund">Xaver und sein außerirdischer Freund</a> (&#8220;verbindet Elemente des Heimatfilms und der Science-Fiction miteinander&#8221;)</li>
<li>Crazy Zombies &#8211; Ein Sprung in der Schüssel (US: &#8220;Hysterical&#8221;, mir damals von Michael Schw. empfohlen worden, seitdem nie wieder davon gehört)</li>
<li>Car-Napping (deutsche Komödie von 1980)</li>
<li>Daniel der Zauberer (Daniel Küblböck)</li>
<li>Onkel Otto (das hr-Trickfilmmännnchen)</li>
<li>Neues aus Uhlenbusch</li>
</ul>
<p>- um welche DVD handelt es sich dann ursprünglich? Klar, &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Super_Inframan">Invasion aus dem Innern der Erde/The Infra Superman</a>&#8220;, ein Hongkong-Klassiker von 1975. Inhalt: Monster aus dem Innern der Erde bedrohen die Welt, ein Wissenschaftler macht einen anderen zum Infra-Superman &#8211; der hat dann eine Rüstung an, kann springen, hüpfen und fliegen und diverse Strahlen (und seine Handschuhe) verschießen. Aber die Krönung sind die extrem bunte Mischung an Monstern, angeführt von einer peitschendschwingenen &#8220;Dämona&#8221;. Zum Großteil Menschen in Gummianzügen, mit Tentakeln und Scheren und Federn, aber auch runde, eckige, längliche Monster-Muppets, viel wirkungsvoller als in <em>Return of the Jedi</em>.</p>
<p>Die Monster stehen herum wie auf einer Kinderparty, wirken angeheitert, torkeln siegessicher zum Höhleneingang herein oder heraus (die Höhle: wie ein geheimes James-Bond-Hauptquartier aus der gleichen Epoche). Sie schießen aus Augen, Hörnern oder Handflächen, sie spucken oder pusten oder wachsen ins Riesenhafte, und es explodiert was oder jemand wird in einen Kokon gehüllt, heißen Stahlklaue und Teufelsauge, und man weiß wirklich nie, was ihnen als nächstes einfällt. Sie erinnern mich an nichts so sehr wie <a href="http://images.google.de/images?um=1&#038;hl=de&#038;safe=off&#038;client=firefox-a&#038;rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&#038;q=%22where+the+wild+things+are%22&#038;btnG=Bilder-Suche">die Monster aus &#8220;Wo die wilden Kerle wohnen&#8221;</a>.</p>
<p>Ansonsten: Wer den Film in den 70er Jahren verpasst hat, der muss ihn jetzt nicht nachholen. Aber wer ihn mit zwölf Jahren oder so im Dreimäderlhaus in Haunstetten gesehen hat, der freut sich, ihn mal wieder gesehen zu haben. Nächste DVD im Regal: &#8220;Galaxina&#8221; von 1980. Auch nicht viel besser, aber wir haben ihn gemocht, auf VHS-Kopie dritter Generation. </p>
<p>(Aus der Reihe: Alles muss raus. Angefangene Blogbeiträge des Jahrs 2008 aufräumen.)</p>

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	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/08/ungewoehnliche-lesesituationen-1-john-hawkes-travestie.htm" title="Ungewöhnliche Lesesituationen 1: John Hawkes, Travestie"">Ungewöhnliche Lesesituationen 1: John Hawkes, Travestie</a>  (31.8.2006) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/08/the-whistler.htm" title="The Whistler"">The Whistler</a>  (19.8.2004) </li>
</ul>

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		<title>Iron Man</title>
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		<pubDate>Sun, 25 May 2008 11:16:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[Tales of Suspense #39 (March 1963), cover art by Jack Kirby &#038; Don Heck (Quelle: Wikipedia) Im Kino gewesen, Iron Man gesehen. Ich hatte es ja schon vorher gehört und gar nicht glauben wollen: Der Film ist nicht schlecht. (Immer vorausgesetzt, man hat nichts gegen Superheldenfilme.) Dabei ist Iron Man einer der Superhelden, die ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="padding:15px; float:right; width:200px"><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/marvel_iron_man.jpg" /><br />
<small>Tales of Suspense #39 (March 1963), cover art by Jack Kirby &#038; Don Heck (Quelle: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Image:ToS39.jpg">Wikipedia</a>)</small></div>
<p>Im Kino gewesen, <em>Iron Man</em> gesehen. Ich hatte es ja schon vorher gehört und gar nicht glauben wollen: Der Film ist nicht schlecht. (Immer vorausgesetzt, man hat nichts gegen Superheldenfilme.) Dabei ist Iron Man einer der Superhelden, die ich am wenigsten mag oder verstehe, auch wenn ich mehr Hefte davon gelesen habe, als man denken möchte. Und davon ein Film?</p>
<p>Aber er hat mir fast durchgehend gefallen &#8211; Jeff Bridges toll, Robert Downey jr. toll. Lediglich der obligatorische Schlusskampf &#8211; großer Eisenmensch gegen kleiner Eisenmensch &#8211; war technisch gut, aber dramatisch uninteressant. Ich verzichte gerne auf solche Schlusskämpfe.</p>
<p>Der Fanboy in mir hat sich vor allem über die vielen Insider-Details im Film gefreut. Tony Starks Wohnung, der elektronische Jarvis, Happy Hogan als Chauffeur, die vielen Ideen für zukünftige Plots, die angelegt wurden &#8211; die Ringe des Mandarin, Tony Starks Alkoholismus. Und dann natürlich die wirklichen Zuckerstücken: Die wunderbaren SHIELD-Agenten, die sich am Anfang unaufällig durch den Film ziehen und ihren Höhepunkt in der kleinen Sequenz nach dem Abspann finden (also unbedingt bis zum Schluss dableiben): Nick Fury spricht Tony Stark auf &#8220;The Avenger Initiative&#8221; an. &#8220;You&#8217;ve just become a part of a bigger universe&#8221;. Mhmmmmm.<br clear="all"/></p>
<div style="padding:15px; float:left; width:200px"><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/marvel_avengers.jpg" /><br />
<small>The Avengers #4 (Mar. 1964), cover art by Jack Kirby &#038; George Roussos (Quelle: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Avengers4.jpg">Wikipedia</a>)</small></div>
<p>Denn Marvel-Fans wissen: &#8220;The Avengers&#8221; war das erste bunte Superheldenteam von Marvel, wenn man die Fantastische Familie mal als Einheit sieht. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Iron Man, Hulk, Thor und Ant-Man und The Wasp. (Bald stieß auch noch Captain America dazu, Hulk ging ebensobald weg.) Marvel zeichnete sich &#8211; anders als der Konkurrent DC &#8211; durch ein &#8220;shared universe&#8221; aus, Geschehen in einem Heft beeinflussten andere Hefte, Helden liefen sich über den Weg und so weiter. Mit den bisherigen Marvel-Filmen war das aus lizenrechtlichen Gründen nicht möglich, aber das ist mit den neuen Produktionen anders. Dieses Jahr kommt <em>The Incredible Hulk</em> heraus, gerüchteweise mit Gastauftritten von Tony Stark und SHIELD, auch das Super-Soldier-Serum von Captain America (dessen Schild auch in <em>Iron Man</em> kurz zu sehen war) soll auftauchen. Für 2010 ist nicht nur <em>Iron Man 2</em> geplant, sondern auch  <em>Thor</em>. Lange Geschichte.<br clear="all" /></p>
<div style="float:right; padding:15px; width:200px"><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/marvel_thor.jpg" alt="" title="marvel_thor" width="180px" class="alignnone size-full wp-image-1387" /><br />
<small>Thor #272 (June 1978), cover art by John Buscema &#038; Tom Palmer (Quelle: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Thor-272.jpg">Wikipedia</a>)</small></div>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Thor_(Marvel_Comics)">Thor</a> ist der germanische Donnergott, den es auf die Erde verschlägt. Stan Lee hatte schon alle möglichen Arten durch, wie man Superheld werden kann, und verfiel 1962 auf die Idee, dass der ruhige, am Stock gehende Arzt Don Blake zufällig in einer Höhle einen Holzstab findet, der sich in Thors Hammer Mjölnir verwandelt &#8211; und Don Blake gleich mit in Thor. Nun ja. Bald danach tauchten die anderen germanischen Götter auf &#8211; Loki, Odin, Baldur. Irgendwann war die Verwandlung von Don Blake in Thor dann doch nicht mehr haltbar und es stellte sich rückwirkend heraus, dass Don Blake eigentlich schon immer Thor gewesen und &#8211; zur Strafe &#8211; mit Gedächtnisverlust auf die Erde verbannt worden war. Und <em>das</em> wollen die verfilmen? Kann ich mir noch weniger vorstellen als Iron Man. Tatsächlich soll Thors Geschichte im Film aus dem Wandel eines alttestamentarischen in einen neutestamentarischen Gott bestehen (<a href="http://www.dailyherald.com/story/?id=101019">Interview</a>, Dezember 2007). Mal sehen.<br clear="all" /></p>
<p>Für 2010 ist außerdem <em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ant-man">Ant-Man</a></em> geplant, um einen schrumpfenden Superhelden. Mindestens ebenso lange Geschichte.</p>
<p>Jedenfalls haben wir bis dahin für alle Gründungsmitglieder der Avengers mindestens einen Film, und siehe da: Für 2011 sind <em>The First Avenger: Captain America</em> und <em>The Avengers</em> vorgesehen. Fanboy heaven.</p>

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	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/04/good-night-and-good-luck.htm" title="Good Night, and Good Luck"">Good Night, and Good Luck</a>  (10.4.2006) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2009/09/ein-paar-videoblogs.htm" title="Ein paar Videoblogs"">Ein paar Videoblogs</a>  (30.9.2009) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2005/08/die-fantastischen-vier.htm" title="Die Fantastischen Vier"">Die Fantastischen Vier</a>  (11.8.2005) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/08/adventures-in-babysitting.htm" title="Adventures In Babysitting"">Adventures In Babysitting</a>  (8.8.2006) </li>
</ul>

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		<title>Noir</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Aug 2007 19:58:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern gesehen: &#8220;Touch of Evil&#8221; von Orson Welles. Klasse Film, und, was am besten ist, das kam sehr unerwartet. Ich hatte den Film vor einigen Jahren aufgenommen, aber nie angesehen; beim Digitalisieren der letzten VHS-Kassetten war er aber doch dran. Ich dachte mir, den könnte ich so nebenher anschauen, dabei ein bisschen am Laptop arbeiten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern gesehen: &#8220;Touch of Evil&#8221; von Orson Welles. Klasse Film, und, was am besten ist, das kam sehr unerwartet. Ich hatte den Film vor einigen Jahren aufgenommen, aber nie angesehen; beim Digitalisieren der letzten VHS-Kassetten war er aber doch dran. Ich dachte mir, den könnte ich so nebenher anschauen, dabei ein bisschen am Laptop arbeiten. Ging aber nicht, ich musste dann doch konzentriert zusehen. Das fing mit der allerersten Einstellung an (die aber auch lang und berühmt ist, wie ich seitdem erfahren habe).</p>
<p>Ich hätte es mir eigentlich denken müssen. Buch und Regie Orson Welles, Charlton Heston und Welles als Hauptdarsteller, illustre Nebenrollen. Noch mal ein Höhepunkt der Schwarzen Serie, 1958, zum Ausklang. Die Entstehungsgeschichte ist interessant, siehe <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Touch_of_evil">wikipedia</a> und <a href="http://imdb.com/title/tt0052311/">imdb</a>; zur Handlung, zur Kamera, zur voll ausgenutzten Tiefe des Raumes will ich gar nicht viel sagen. Toller Film. Zwischendurch beklemmender, als ich gedacht hätte, vor allem die Szenen im Motel.</p>
<p>Viele schöne Erinnerungen weckt der Wikipedia-Artikel zu &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Film_noir">film noir</a>&#8220;. Es gab früher wenig Schöneres, als zufällig auf einen unbekannten Schwarzweißfilm zu stoßen (und damals waren alle unbekannt), der sich als Krimi herausstellte, bei dem die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwommen waren, bei dem man niemand trauen konnte (allenfalls, aber auch das nicht immer, dem eigenen Ehrenkodex), mit Regenmänteln. Drei bekannte: Out of the Past, The Maltese Falcon, The Big Sleep. Unbekannte B-Filme: Die Whistler-Verfilmungen von William Castle. Als Blade Runner herauskam, war ich schon Noir-Experte.</p>
<p>Eine besondere Note gewinnen viele alte Filme für mich durch das Buch <strong><em>Suspects</em> von David Thompson</strong>. Es besteht aus über 80 kurzen (2-3 Seiten langen) biographischen Einträgen, etwa zu Ilsa Lund (Ingrid Bergman in <em>Casablanca</em>), zu Casper Gutman (Sydney Greenstreet in <em>The Maltese Falcon</em>), Gilda Farrell (Rita Hayworth in <em>Gilda</em>). Harry Lime, Norman Bates, Susan Alexander Kane, und vielen anderen mehr.<br />
Man erfährt Dinge aus der Vergangenheit dieser Filmcharaktere, erfährt, wie es mit ihnen nach Ende des Films weiter gegangen ist. Manchmal sind die Filme nur Episoden aus einem weit abenteurlicheren Leben. Für Rick Blaine (Humphrey Bogart in <em>Casablanca</em>) war das Café Americain nur eine Station von vielen.<br />
Manchmal erfährt man Einzelheiten, die einen den Film in ganz anderem, teilweise düstereren Licht sehen lassen.  Die Interpretationen aus <em>Suspects</em> (denn das sind sie letztlich) kann ich nicht mehr ignorieren, wenn ich <em>Gilda</em> oder <em>Touch of Evil</em> sehe.<br />
Nach und nach stellt sich in <em>Suspects</em> heraus, dass viele der Charaktere sich kannten oder miteinander verwandt sind. Noah Cross (John Huston in <em>Chinatown</em>) und Norma Desmond (Gloria Swanson in <em>Sunset Boulevard</em>) kannten sich in den 20er Jahren, waren befreundet mit den Sternwoods aus <em>The Big Sleep</em>.<br />
Was zuerst wie eine literarische Spielerei erscheint, bekommt Funktion: Irgendwann merkt man beim Lesen, dass diese Biographien von einem Erzähler verfasst werden, einer Person, die viele der Charaktere kannte, und die einen Grund hat, diese Geschichten zu erzählen. Düsterer, als ich es mir gewünscht hätte, aber trotzdem ein schönes, interessantes Buch &#8211; vielleicht sogar ein Roman.</p>

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	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/08/william-safire-safires-political-dictionary.htm" title="William Safire, Safire&#8217;s Political Dictionary"">William Safire, Safire&#8217;s Political Dictionary</a>  (23.8.2008) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/06/william-powell-und-myrna-loy.htm" title="William Powell und Myrna Loy"">William Powell und Myrna Loy</a>  (24.6.2006) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2005/07/william-golding-lord-of-the-flies-und-ein-bisschen-madagaskar.htm" title="William Golding, Lord of the Flies (und ein bisschen Madagaskar)"">William Golding, Lord of the Flies (und ein bisschen Madagaskar)</a>  (17.7.2005) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/03/wil-wheaton-just-a-geek.htm" title="Wil Wheaton, Just A Geek"">Wil Wheaton, Just A Geek</a>  (25.3.2010) </li>
</ul>

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		<title>Alte Filme: Radioactive Dreams und Dario Argento</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jun 2007 12:44:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch eine Erinnerung aus dem Spanienurlaub: Ich habe meinen ersten Dario-Argento-Film mit scharfen Konturen gesehen. Dessen Filme (Inferno, Suspiria) kannte ich sonst nur aus den 1980er Jahren von Videokopien der zweiten und dritten Generationen, mit Schlieren und Streifen und verschwommenen Rändern. Aber erkannt habe ich ihn gleich, obwohl ich kaum ein Wort verstanden und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch eine Erinnerung aus dem Spanienurlaub: Ich habe meinen ersten Dario-Argento-Film mit scharfen Konturen gesehen. Dessen Filme (Inferno, Suspiria) kannte ich sonst nur aus den 1980er Jahren von Videokopien der zweiten und dritten Generationen, mit Schlieren und Streifen und verschwommenen Rändern. Aber erkannt habe ich ihn gleich, obwohl ich kaum ein Wort verstanden und die ersten Minuten verpasst hatte: Ganz typisch die großen roten und blauen Flächen. Und die Horrorgestalten.</p>
<p>Es war dann zwar doch doch <a href="http://imdb.com/title/tt0089013/">Dèmoni</a> von Lamberto Bava, aber immerhin war das Drehbuch von Dario Argento.</p>
<p>Und weil das zu kurz für einen Blogeintrag ist, will ich mich noch an <a href="http://imdb.com/title/tt0091818/">Radioactive Dreams</a> erinnern. Nach einem Atomkrieg sind Phillip Hammer und Marlowe Chandler 15 Jahre in einem Bunker aufgewachsen, mit nichts zu lesen als alten Krimis. Als sie endlich als junge Männer der Bunker verlassen können, finden sie sich in einer postapokalyptischen Mad-Max-Welt mit kannibalischen Punk-Mädchen wieder. (Und tragen Hut und Trenchcoat wie Humphrey Bogart.) Cooler Soundtrack, leider nur als LP erhältlich, und eine Musik- und Tanzeinlage gibt&#8217;s im Film auch.</p>
<p>Muss ich erwähnen, dass der Film vermutlich eher schlecht war? Ich habe ihn allerdings in sehr angenehmer Erinnerung. Billig produziert, aber liebevoll. (Und weniger aufgeblasen als Streets of Fire von Walter Hill &#8211; diese rock opera mit Rick Moranis, auch Mitte der 80er.)<br />
Die postapokalyptische Welt sah übrigens genauso aus, so dachten wir damals jedenfalls, wie die Rückseite von London, wenn man mit dem Zug vom Kontinent aus einfährt.</p>

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	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/06/william-powell-und-myrna-loy.htm" title="William Powell und Myrna Loy"">William Powell und Myrna Loy</a>  (24.6.2006) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/08/the-whistler.htm" title="The Whistler"">The Whistler</a>  (19.8.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/09/the-jazz-singer-ii.htm" title="The Jazz Singer II"">The Jazz Singer II</a>  (2.9.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/09/the-jazz-singer-i.htm" title="The Jazz Singer I (Hintergrund)"">The Jazz Singer I (Hintergrund)</a>  (1.9.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/05/spider-man-3.htm" title="Spider-Man 3"">Spider-Man 3</a>  (3.5.2007) </li>
</ul>

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		<title>Spider-Man 3</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2007 20:20:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[Der erste Film hatte mir richtig gut gefallen. Und das war alles so unerwartet. Ich lese Marvel-Comics, allen voran Spider-Man, seit ich zwölf bin, wenn auch mit langen Unterbrechungen. Vor allem in Deutschland war das immer ein Underdog-Zustand: Superman-Leser wurden vielleicht belächelt, aber man kannte ihn wenigstens. Spider-Man war Groschenheft und erfolglos. An einen großen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der erste Film hatte mir richtig gut gefallen. Und das war alles so unerwartet. Ich lese Marvel-Comics, allen voran Spider-Man, seit ich zwölf bin, wenn auch mit langen Unterbrechungen. Vor allem in Deutschland war das immer ein Underdog-Zustand:  Superman-Leser wurden vielleicht belächelt, aber man kannte ihn wenigstens. Spider-Man war Groschenheft <em>und</em> erfolglos. An einen großen Marvel-Film war damals nicht zu denken.<br />
Aber nach den X-Men kam  Spider-Man und war erfolgreich bei Kritikern und Publikum &#8211; für mich war das wie aus einer anderen Welt. Als der zweite Spider-Man-Film kam, gefiel er mir ebenfalls sehr gut.</p>
<p>Die Ausschnitte, die ich vom dritten Film gesehen hatte, gefielen mir nicht sehr; Venom mochte ich nie, und außerdem sind Fortsetzungen doch immer schwächer, und Superheldenfilme mit mehr als einem Schurken sind überladen. Also ging ich Dienstagabend mit geringen Erwartungen, aber doch noch einem Rest Vertrauen in Sam Raimi ins Kino.</p>
<p>Kurz: Ich fand&#8217;s klasse, und in der Erinnerung wird er immer besser. Toll. Der Film ist nicht fehlerfrei: Am Schluss gibt es eine Szene, die zu unbeabsichtigem Gelächter im Publikum führte. Außerdem ist ein Element in Handlungsverlauf zum Schluss hin absehbar <em>und</em> unklug und typischer für Filme als für Comics; mehr will ich nicht verraten. Und Mary-Jane hängt wieder zu oft von irgendwo herunter und kreischt. Die Entstehungsgeschichte des Sandman hätte man weglassen oder kürzen können, denn &#8220;die Genesis&#8221;, wie es in ganz anderem Zusammenhang heißt, &#8220;ist nicht interessant&#8221;. Allerdings ist das erste Auftreten des Sandman in seiner sandigen Form sehr liebevoll und kreativ gemacht.</p>
<p>Insgesamt hält der Film, was die beiden Vorgänger versprochen haben, und das hätte ich nicht für möglich gehalten. Da musste soviel hinein: Zwei Superschurken, der klassische Sandman und Venom, diese Ausgeburt der 90er Jahre, die ich noch nie mochte. Beide bringen viel Gepäck an Hintergrundgeschichte mit. Harry taucht wieder auf. Die Beziehung zwischen Mary-Jane und Peter Parker musste sich ändern, alte Nebenfiguren sollten wieder erscheinen und neue dazu: Tante May, die Redaktionssekretärin Betty Brant, Gwen Stacy als blonde und brave Konkurrentin, ihr Vater Captain Stacy, der einarmige Lehrer Dr Connors.<br />
Diese Figuren gibt es auch in den Comics, und um jede von ihnen sind im Lauf der letzten 40 Jahre viele Geschichten geschrieben worden. Diese Geschichten werden im Film angedeutet; das freut den Aficionado und baut schon mal für einen nächsten Teil vor, und vielleicht merkt auch der normale Kinobesucher, dass da noch viel Geschichten darauf warten, erzählt zu werden.<br />
Der Film hält sich eng an die Comics (natürlich immer noch nicht eng genug für manche Fans), und das ist gut. Die Comics sind zwar formelhaft und schmalzig und trivial (wenn auch liebevoll gemacht), aber auch nicht mehr als der übliche amerikanische Unterhaltungsfilm, dem das ja auch nicht übel genommen wird.</p>
<p>Überhaupt nicht verstehen kann ich die Süddeutsche-Kritik, in der der Rezensent moniert, dass das Drehbuch nicht alle Fragen beantwortet sondern sich mit offensichtlichen und einfachen Lösungen zufrieden gibt: Der Symbiont kommt als Meteor von irgendwoher und landet zufällig bei Peter Parker. Erstens möchte ich gar nicht, dass mir alles erklärt wird. (Warum Dr Connors nur einen Arm hat, wird auch nicht thematisiert.) Und zweitens ist es für Comics typisch, dass Erklärungen für bestimmte Geschehnisse erst später geliefert werden, manchmal erst Jahre später. </p>
<p>Sehr schön sind die Szenen mit den Nachbarn. Und Bruce Campbell schaut sich in einer Szene, bei der ich mich im Kinosessel voller Pein gewunden habe, einen französischen Oberkellner bei John Cleese ab. Schmerzhaft lustig. Aber gut. Ähnlich peinsam die Szenen mit Peter Parker unter dem Einfluss des Symbionten: Die Tanzeinlage gibt es in dieser Form im Comic nicht, sie passt aber gut in den Film.</p>
<p>Andere Leute haben&#8217;s besser gesagt, in einer <a href="http://forum.newsarama.com/showthread.php?t=111234">Filmkritik bei Newsarama</a> zum Beispiel. Wenn ich einen interessanten Verriss finde, verlinke ich ihn hier auch, zum Ausgleich. Meiner Begleitung zum Beispiel hat der Film nicht so gut gefallen.</p>
<p>Ach ja, und Peter Parkers Vermieter und dessen Tochter spielen wieder mit, und Stan Lee (diesmal ziemlich abrupt), und die Titelmelodie der alten Zeichentrickserie und und und.</p>

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		<title>Heute abend übrigens ins Kino (Prairie Home Companion)</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2007 07:24:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Garrison Keillor]]></category>

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		<description><![CDATA[Prairie Home Companion/Last Radio Show von Robert Altman läuft endlich. (Im Cinema, auf Englisch.) Ich dachte schon, das kriegen wir nie zu sehen, wo doch niemand hier A Prairie Home Companion kennt. Bin schon mal sehr gespannt. Tags: Filme, Filme, Garrison Keillor Siehe auch:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Prairie Home Companion/Last Radio Show</em> von Robert Altman läuft endlich. (Im Cinema, auf Englisch.) Ich dachte schon, das kriegen wir nie zu sehen, wo doch niemand hier <em>A Prairie Home Companion</em> kennt. Bin schon mal sehr gespannt.</p>

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	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/09/the-jazz-singer-ii.htm" title="The Jazz Singer II"">The Jazz Singer II</a>  (2.9.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/09/the-jazz-singer-i.htm" title="The Jazz Singer I (Hintergrund)"">The Jazz Singer I (Hintergrund)</a>  (1.9.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/05/spider-man-3.htm" title="Spider-Man 3"">Spider-Man 3</a>  (3.5.2007) </li>
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		<title>Film-Kritiken</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Jan 2007 12:52:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine vernichtende Kritik zu Eragon gibt es als Podcast bei Escape Pod. Dort ist alles gesagt, was man sich schon beim Ansehen des Buches oder Kinoplakats denkt. Meine Unterstüfler mögen&#8217;s mir verzeihen. Eine schon ältere Kritik zu Casino Royale, ebenfalls als Podcast, gibt es hier bei Slate&#8217;s Spoiler Specials, &#8220;Bond Doesn&#8217;t Know Poker&#8221;. Der Rezensent [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine vernichtende Kritik zu <em>Eragon</em> gibt es als Podcast bei <a href="http://www.escapepod.org/2007/01/01/ep-review-eragon/">Escape Pod</a>. Dort ist alles gesagt, was man sich schon beim Ansehen des Buches oder Kinoplakats denkt. Meine Unterstüfler mögen&#8217;s mir verzeihen.</p>
<p>Eine schon ältere Kritik zu <em>Casino Royale</em>, ebenfalls als Podcast, gibt es hier bei <a href="http://www.slate.com/id/2155645/">Slate&#8217;s Spoiler Specials</a>, &#8220;Bond Doesn&#8217;t Know Poker&#8221;. Der Rezensent konzentriert sich dabei auf die Pokerszenen und die Fehler, die es in Filmen allgemein bei Pokerszenen gibt.</p>

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	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/08/the-whistler.htm" title="The Whistler"">The Whistler</a>  (19.8.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/09/the-jazz-singer-ii.htm" title="The Jazz Singer II"">The Jazz Singer II</a>  (2.9.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/09/the-jazz-singer-i.htm" title="The Jazz Singer I (Hintergrund)"">The Jazz Singer I (Hintergrund)</a>  (1.9.2004) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/05/spider-man-3.htm" title="Spider-Man 3"">Spider-Man 3</a>  (3.5.2007) </li>
</ul>

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		<title>Adventures In Babysitting</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/08/adventures-in-babysitting.htm</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Aug 2006 08:36:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[Lustiger Film! Beim Kopieren der VHS-Kassetten auf DVD habe ich ihn wiederentdeckt: Nacht der Abenteuer (Adventures In Babysitting). Chris Parker (gespielt von der jungen Elizabeth Shue) ist ein siebzehnjähriges Mädchen, das sich auf einen Ausgehabend mit ihrem Freund vorbereitet. Der sagt jedoch wegen der kranken Schwester ab, was Chris&#8217; Nachbarn, die Andersons, freut: Da kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lustiger Film! Beim Kopieren der VHS-Kassetten auf DVD habe ich ihn wiederentdeckt: <em>Nacht der Abenteuer</em> (<em><a href="http://imdb.com/title/tt0092513/">Adventures In Babysitting</a></em>).</p>
<p>Chris Parker (gespielt von der jungen Elizabeth Shue) ist ein siebzehnjähriges Mädchen, das sich auf einen Ausgehabend mit ihrem Freund vorbereitet. Der sagt jedoch wegen der kranken Schwester ab, was Chris&#8217; Nachbarn, die Andersons, freut: Da kann sie dann ja doch babysitten, und zwar das kleine Mädchen Sara, und nebenbei auch den größeren, etwa fünfzehnjährigen Bruder Brad (der wohl zu jung zum Aufpassen ist). <strike>Keith</strike>Brad himmelt Chris an. Sara mag Marvel-Superhelden, allen voran den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Thor_(Marvel_Comics)">mächtigen Thor</a>, und läuft den ganzen Film über mit einem geflügelten Thor-Helm aus Plastik auf dem Kopf herum.</p>
<p>Kaum sind die Eltern weg, ruft Chris&#8217; Freundin (eine junge Penelope Ann Miller) panisch vom Flugplatz aus an. Sie hat kein Geld, sieht überall nur Verbrecher und muss dringend, dringend, dringend abgeholt werden. Weil&#8217;s halt doch nicht anders geht, packt Chris die beiden Schützlinge ins Auto, dazu noch den vorbei gekommenen Daryl, Brads noch pubertierenderen Freund, und sie fahren alle zum Flugplatz.</p>
<p>Die Kurzfassung: Reifenpanne. Ein Trucker mit Hakenhand lädt das Auto auf und nimmt sie mit. Der erfährt über Funk, dass der Liebhaber seiner Frau gerade wieder bei ihr ist. Er fährt hin, wüste Schlägerei, Schusswaffengebrauch; die Windschutzscheibe des Autos von Chris&#8217; Eltern kriegt ein Loch; die Kinder steigen in das Auto des Liebhabers, um damit zu flüchten.<br />
Das Auto wird allerdings gerade geklaut. Sie landen bei einer Gangsterbande, entkommen aber. Nachdem Daryl sein eigenes Playboy-Magazin abhanden gekommen ist (Miss März sieht genauso aus wie Chris!), nimmt er das der Gangster mit; das enthält allerdings wichtige Notizen, so dass die Gangster den rest des Films hinter der Kindern her sind.<br />
Auf der Flucht landen sie durch die Hintertür auf der Bühne eines Bluesschuppens. &#8220;Wer hier wieder raus will, muss vorher einen Blues singen.&#8221; &#8220;Was, Sie möchten, dass ich singe?&#8221; Also singt Chris den Babysitting Blues, mit den Kindern als Background.</p>
<p>Dann gibt es eine U-Bahn-Fahrt, Messerstecherei, nächtlichen Krankenhausbesuch mit skurillen Ärzten, wo sie den Trucker wieder treffen, der seine Wunden behandeln lässt und ihnen sagt, wo sie ihr Auto abholen können &#8211; mit auf seine Kosten reparierter Windschutzscheibe Aber 50 Dollar für den Reifen müssen sie dem Werkstattsbesitzer geben. Die haben sie erst einmal nicht. Sie landen auf einer Studentenparty, Chris lernt einen netten Jungen kennen, leiht sich Geld. Sie holen das Auto in einer epiphanischen Szene vom Werkstattsbesitzer Dawson ab; Dawson sieht genauso aus wie Thor; muskulös, mit Hammer und goldenem Haar. (Gespielt von einem jungen Vincent D&#8217;Onofrio &#8211; der aus MiB und Criminal Intent, wenn man sich das vorstellen mag.)</p>
<p>Bei der Werkstatt haben die Gangster wieder die Spur aufgenommen. Chris&#8217; sieht ihren Freund, der sie am Anfang des Film versetzt hatte, mit einem anderen Mädchen im Restaurant sitzen. Es kommt zu einer Szene, die kleine Sara geht verloren, alles flüchtet sich in das nahe gelegene Gebäude, in dem die Party stattfindet, auf der die Eltern der babygesitteten Kinder sind. Hitchcockartige Szenen: Sara klettert außen an den Fenstern vorbei, verfolgt von einem Gangster, innen Chris und weitere Gangster, alles so, dass die Eltern nichts merken.</p>
<p>Am Schluss geht alles gut aus, die Kinder sind gerade noch rechtzeitig vor den Eltern wieder zu Hause.</p>
<p>Der Film ist ein familienfreundlicher Abenteuerfilm mit einem Hauch von Absurdität und wenig Sentimentalität; Sara muss nur einmal aufs Klo, dafür baggert Daryl ständig Chris an. Vor anderen Nachtfilmen wie <em>Kopfüber in die Nacht/<a href="http://imdb.com/title/tt0089346/">Into the Night</a></em> oder gar <em><a href="http://imdb.com/title/tt0088680/">After Hours</a>/Die Zeit nach Mitternacht</em> (dem König des Genres) muss sich der Film keinesfalls verstecken.</p>
<p>Sehr schön ist, wie verschiedene Elemente immer wieder aufgenommen werden. Der Freund am Anfang taucht später ja wieder auf, das Playboyheft erscheint ebenfalls immer wieder (und sei es nur, dass Leute die Ähnlichkeit von Chris mit Miss März entdecken), Thor sowieso, der Trucker. Ich mag es sehr gern, wenn jedes Element seinen Platz und mehr als eine Funktion im Film hat.</p>
<p>Es gab 1989 einen <a href="http://imdb.com/title/tt0235164/">Pilotfilm</a> zu einer nie verwirklichten Fernsehserie, und ein Remake des Films ist in der Entwicklung; zur Zeit spricht man von 2008, aber das heißt noch nicht, dass es das Remake wirklich geben wird. Ich drücke aber mal die Daumen.</p>
<p>Das Drehbuch ist von David Simkins (schreibt und produziert Fernsehserien), die Regie war das Debut von Chris Columbus, der danach unter anderem Home Alone, Mrs Doubtfire, die ersten beiden Harry-Potter-Filme gedreht hat, und dem ich wegen dieses Films viel verzeihe. Er produziert außerdem regelmäßig, unter anderem war er einer der Executive Producers von The Fantastic Four.</p>

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	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/05/iron-man.htm" title="Iron Man"">Iron Man</a>  (25.5.2008) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/04/good-night-and-good-luck.htm" title="Good Night, and Good Luck"">Good Night, and Good Luck</a>  (10.4.2006) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2009/09/ein-paar-videoblogs.htm" title="Ein paar Videoblogs"">Ein paar Videoblogs</a>  (30.9.2009) </li>
	<li><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2005/08/die-fantastischen-vier.htm" title="Die Fantastischen Vier"">Die Fantastischen Vier</a>  (11.8.2005) </li>
</ul>

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