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	<title>Lehrerzimmer &#187; Filme</title>
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	<description>Herr Rau erzählt von sich und der Schule. Ein Lehrerblog.</description>
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		<title>Captain America</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/captain-america.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/captain-america.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Aug 2011 06:12:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[War im Kino, Captain America anschauen. Ich habe mich nicht gelangweilt, insgesamt eher positiv, aber begeistert oder beschwingt bin ich nicht aus dem Kino gegangen. Höhepunkte: der kurze Gastauftritt der original human torch auf der Weltausstellung; Howard Stark &#8211; der Vater von Tony &#8220;Iron Man&#8221; Stark &#8211; mit Howard Hughes als unverkennbarem Vorbild; der Kinnhaken, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/Captain_America_The_First_Avenger_poster.jpg" alt="" title="Captain_America_The_First_Avenger_poster" width="220" height="343" class="aligncenter size-full wp-image-3381" /></p>
<p>War im Kino, <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Captain_America:_The_First_Avenger">Captain America</a> anschauen. Ich habe mich nicht gelangweilt, insgesamt eher positiv, aber begeistert oder beschwingt bin ich nicht aus dem Kino gegangen.</p>
<p>Höhepunkte:
<ul>
<li>der kurze Gastauftritt der <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Human_Torch_%28android%29"><em>original human torch</em></a> auf der Weltausstellung;</li>
<li>Howard Stark  &#8211; der Vater von Tony &#8220;Iron Man&#8221; Stark &#8211; mit Howard Hughes als unverkennbarem Vorbild;</li>
<li>der Kinnhaken, den die Heldin des Films (sonst unterbeschäftigt) austeilen darf;</li>
<li>dass die <em>Howling Commandos</em> dabei waren, mit Dum Dum Dugan (<a href="http://www.google.de/search?q=%22dum+dum+dugan%22&#038;hl=de&#038;prmd=ivns&#038;source=lnms&#038;tbm=isch&#038;ei=-d5ZTuGlLIvPsgbqi9nYCg&#038;sa=X&#038;oi=mode_link&#038;ct=mode&#038;cd=2&#038;ved=0CBkQ_AUoAQ&#038;biw=1306&#038;bih=895">Bilder</a>), der aussieht wie Sascha Lobo (<a href="https://encrypted.google.com/search?q=%22sascha+lobo%22&#038;hl=de&#038;client=firefox-a&#038;hs=xnZ&#038;rls=org.mozilla:de:official&#038;prmd=ivnslo&#038;source=lnms&#038;tbm=isch&#038;ei=pd9ZTs6aJYSg8QP9idmSDA&#038;sa=X&#038;oi=mode_link&#038;ct=mode&#038;cd=2&#038;ved=0CCAQ_AUoAQ&#038;biw=942&#038;bih=842">Bilder</a>); </li>
<li>und die geniale Idee, Caps buntes Kostüm dadurch zu erklären, dass er zuerst als patriotische Witzfigur vermarktet wurde.</li>
</ul>
<p>Dass es diesen Film überhaupt gibt, und dass er von der Kritik wahrgenommen wird, begeistert mich allerdings ungemein. Was Marvel Comics im Silver Age von DC unterschied, war das Konzept des <em>shared universe</em>: da liefen sich die Helden nicht nur gelegentlich in jährlichen Sonderausgaben über den Weg, sondern sie trafen ständig aufeinander oder auf ihre Spuren. Das war eine gute Idee. Anders als bei DC wohnten die Helden auch nicht in den weit auseinander liegenden Städten Metropolis (Superman), Gotham City (Batman), Central City (Flash), Coast City (Green Lantern), sondern allesamt in New York City (Spider-Man, Avengers, Fantastic Four, Daredevil) oder zumindest im Staat New York (X-Men).<br />
Und dieses Konzept übeträgt Marvel gerade sehr erfolgreich auf die Filme. Das begann mit <em>Iron Man</em> (<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/05/iron-man.htm">Blogeintrag</a>), dem besten der jüngeren Marvel-Filme. Die Einführung der Regierungsorganisation Shield war äußerst geschickt, und die Sequenz nach dem Abspann versprach Eingeweihten sehr viel. (Samuel Jackson zu Robert Downey: &#8220;You&#8217;ve just become a part of a bigger universe.&#8221;)</p>
<p><em>Hulk</em> habe ich nicht gesehen, <em>Iron Man 2</em> auch nicht, aber spätestens da war klar: die meinen es ernst. <em>Thor</em> (<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/thor.htm">Blogeintrag</a>) war wohl der erste Film aus dieser Reihe, der explizit nur als Vorstufe zu <em>The Avengers</em> (Joss Whedon, 2012) gesehen wurde, und das gilt auch für <em>Captain America</em>: Der Film steht strategisch nicht für sich allein, sondern soll den Boden bereiten für <em>The Avengers</em>. Daher vielleicht auch die flache Spannungskurve des Films: bis Cap sein Kostüm anhat und seine Rolle gefunden hat, vergeht eine Stunde; einen großen Konflikt und Wendepunkt gibt es auch nicht (Bucky Barnes stirbt eher so nebenbei, weil er überflüssig wurde). </p>
<p>Apropos Captain: Wieso überhaupt Captain? Müsste man ihn nicht mal befördern zum Colonel America, oder Major America?<br />
Das geht natürlich nicht. Der Superhelden-Dienstgrad ist der Captain: es gibt die Captains America, Marvel, Victory, Atom, Britain, Carrot, und viele mehr. (<a href="http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/MillitaryRankSuperheroVillainNames">TVTropes zu militärischen Rängen bei Superhelden.</a>)<br />
Woher kommt das? Meine persönliche Theorie: weil die Rezipienten dieser Geschichten sich mit den Mannschaftsdienstgraden identifizieren. Die Rollen sind dabei fiktional und verklärt, wie etwa in Spike Milligans äußerst lesenswerten Kriegserinnerungen. Die Realität sieht wohl anders aus; ich kenne nur die Fiktion. Nach der sind in einer Kompanie, sagen wir, hundert einfache Soldaten, Mannschaftsdienstgrade. Herumgescheucht werden sie von Unteroffizieren, rau im Umgangston, keine besonderen Respektspersonen, Ausbilder und Hausmeister, mit besonderen Kompetenzen, aber doch einer von uns. Und dann gibt es einen Hauptmann (Captain).<br />
Für eine Heeresleitung ist ein Hauptmann der unterste Dienstgrad, der überhaupt wahrgenommen wird, sage ich mal. Darüber kommen Major, Oberstleutnant, Oberst, General; die haben etwas zu sagen. Da ist ein einfacher <em>Captain</em> America ein reiner Befehlsempfänger, kein Entscheider.<br />
Für die Mannschaftsdienstgrade allerdings ist ihr Hauptmann die eine Kontaktperson nach oben; er wird respektiert, während die Ebenen über ihm belacht werden. Und anders als die Unteroffiziersdienstgrade hält man zu ihm Distanz.</p>
<p>Wenn Superheldencomics für Offiziere gedacht wären, dann gäbe es lauter Generals America.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/captain-america.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/captain-america.htm#comments">4 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die 5000 Finger des Dr. T</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/01/die-5000-finger-des-dr-t.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/01/die-5000-finger-des-dr-t.htm#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 Jan 2011 17:45:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern antworte ich bei Twitter auf die Frage nach kuriosen Filmen unter meinen DVDs mit zwei Vorschlägen, darunter The 5,000 Fingers of Dr. T von 1953. Und heute höre ich auf NPR einen Beitrag dazu: &#8217;5000 Fingers&#8217; Sings Again: A Seuss Rarity Revisited. Der Aufhänger: endlich kommt der vollständige Soundtrack auf CD heraus, auch mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern antworte ich bei Twitter auf die Frage nach kuriosen Filmen unter meinen DVDs mit zwei Vorschlägen, darunter <a href="http://www.imdb.com/title/tt0045464/">The 5,000 Fingers of Dr. T</a> von 1953. Und heute höre ich auf NPR einen Beitrag dazu: <a href="http://www.npr.org/2011/01/15/132908725/5000-fingers-sings-again-a-seuss-rarity-revisited">&#8217;5000 Fingers&#8217; Sings Again: A Seuss Rarity Revisited</a>. Der Aufhänger: endlich kommt der vollständige Soundtrack auf CD heraus, auch mit Material, das es nicht in den Film geschafft hat.</p>
<p>Der Film ist ein Werk von Dr. Seuss, Autor vieler in den USA berühmter Kinderbücher, die man hier weniger kennt. Allenfalls &#8220;How the Grinch Stole Christmas&#8221; ist durch die Neuverfilmung mit Jim Carrey etwas bekannt. Die Musik zum Musical stammt von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Hollaender">Friedrich Hollaender</a>/Frederick Hollander (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=G-q0eOkdL2M">&#8220;Das Nachtgespenst&#8221;</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=dwDQZ4IXCrw">&#8220;Guck doch nicht immer nach dem Tangogeiger hin&#8221;</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=vPrVYbatYk4">&#8220;Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt&#8221;</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZeddQFIOvi4">&#8220;Ich lass&#8217; mir meinen Körper schwarz bepinseln&#8221;</a> &#8211; Sie kennen? Und viele Filmmusiken).</p>
<p>Das lief mal zu Studientagen auf Arte. Handlung: Ein Junge muss Unterricht beim strengen Klavierlehrer Terwilliker nehmen, dabei würde er lieber seine allein lebende Mutter mit dem Klempner Zabladowski verkuppeln. In einer Traumsequenz, ähnlich wie beim <em>Zauberer von Oz</em> oder später bei <em>Tschitti Tschitti Bäng Bäng</em>, mutiert Terwilliker zum Besitzer eines Riesenklaviers mit Tausenden von Tasten; er hat hypnotisiert Mütter, so dass sie ihm ihre Kinder zur Verfügung stellen, und nur der Junge kann mit Hilfe des Klempners &#8211; der in Terwillikers Palast sanitäre Anlagen installiert &#8211; den bösen Bann brechen.</p>
<p>Soweit nichts Neues, aber einige der Lieder sind sehr schön, und die Optik ist expressionistisch-seusshaft-bizarr. Die Details sind es auch.</p>
<p>Zu meinen Lieblingsszenen gehören das Hypnoseduell:</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/TXRK_GIy1yE?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/TXRK_GIy1yE?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
<p>Das Ankleidelied (mal im Hintergrund einer Modenschau gehört):</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/rcwAymlCB1k?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/rcwAymlCB1k?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
<p>Hans Conried, der Terwilliker spielt und singt, kenne ich schon aus Radiosendungen der 40er Jahre &#8211; Professor Kopokin in <em>My Friend Irma</em>, ein Psychiater bei George Burns &#038; Gracie Allen. Und eben habe ich gelesen, er war auch die Stimme von Captain Hook bei Disneys <em>Peter Pan</em>.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/01/die-5000-finger-des-dr-t.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/01/die-5000-finger-des-dr-t.htm#comments">Kein Kommentar</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Noir-Box: das letzte aus den Sommerferien</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/10/die-noir-box-das-letzte-aus-den-sommerferien.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/10/die-noir-box-das-letzte-aus-den-sommerferien.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Oct 2010 10:05:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit habe ich mir eine DVD-Box gekauft: Film Noir Collection, mit neun Filmen: The Killers; Double Indemnity; The Big Steal; Crossfire; Out of the Past; The Blue Dahlia; The Glass Key; This Gun For Hire; Murder, My Sweet. Ich mag seit früher Jugend film noir. Schwarzweißfilme waren ohnehin klasse, screwball comedies, Cary Grant, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit habe ich mir eine DVD-Box gekauft: <em>Film Noir Collection</em>, mit neun Filmen: <em>The Killers; Double Indemnity; The Big Steal; Crossfire; Out of the Past; The Blue Dahlia; The Glass Key; This Gun For Hire; Murder, My Sweet</em>. Ich mag seit früher Jugend <em>film noir</em>. Schwarzweißfilme waren ohnehin klasse, <em>screwball comedies</em>, Cary Grant, James Stewart, Katherine Hepburn, Humphrey Bogart.</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/film_noir.jpg" alt="" title="film_noir" width="250" height="325" class="aligncenter size-full wp-image-3025" /></p>
<p>Noir, das war eine besondere Art Schwarzweißfilm. Ein Krimi, aber mit einem Privatdetektiv als Held, jedenfalls keinem Polizisten. Im Gegenteil, die Polizei war korrupt oder störend. Trenchcoats und Hüte, Zigaretten, nächtlicher Regen, Großstadt. Der Held löste den Fall, kriegte aber nicht unbedingt das Mädchen. Oft genug war sie die Täterin, eine <em>femme fatale</em> war jedenfalls meistens dabei. Der ideale Noir-Held blieb am Schluss des Films allein zurück, moralisch integer, etwas angewidert vom Rest der Welt, aber bereit für den nächsten Fall.<br />
Erst danach, aber noch zur Schulzeit, habe ich die Bücher gelesen: Chandler und Hammett. </p>
<p>Noir gab&#8217;s natürlich auch moderner und in Farbe: <em>Chinatown</em> etwa oder <em>Blade Runner</em>, und dieser eine Film da, den ich vor fünfundzwanzig mal im Fernsehen gesehen und von dem ich seitdem nie wieder gehört habe: junger Mann will Detektiv werden, hat wohl zu viele Filme gesehen; Vater ist Polizist und will es ihm ausreden; ein Fall taucht auf, der dann verzwickter wird; verführerische Frau; Sohn bewährt sich. Viel mehr weiß ich nicht (außer: der Sohn übt, seine Zigarette so lässig an der unterlippe baumeln zu lassen wie Jean-Paul Belmondo), aber der Film hat mir gefallen und ich wüsste gerne, was das war.</p>
<p>In den Sommerferien bin ich endlich dazu gekommen, mir die ersten Filme aus der Box anzuschauen. Hier meine Gedanken dazu:</p>
<p><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4cher_der_Unterwelt">The Killers</a></strong><br />
Regie: Robert Siodmak<br />
Drehbuch: Anthony Veiller<br />
Darsteller: Burt Lancaster, Ava Gardner<br />
Musik: Miklós Rózsa<br />
Jahr:  1946</p>
<blockquote><p>Guter Film, ein Klassiker, hatte ihn noch nie gesehen. Der Durchbruch für den jungen Burt Lancaster.<br />
Motive: Treppen, Nacht, Hell-Dunkel-Kontraste, Verrat, femme fatale. Kein Regen.<br />
Frauen: 3 &#8211; eine sympathische, brav-bürgerliche; ein Zimmermädchen; eine femme fatale (aber immerhin ohne Romanze mit dem Detektiv).<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dykes_to_Watch_Out_For#Der_Bechdel-Test">Bechdel-Test</a>: nicht bestanden.<br />
Erzählperspektive: verschachtelt, in Rückblenden.<br />
Plot: Zwei Killer kommen in ein abgelegenes Städtchen und erschießen einen der Einwohner, den &#8220;Schweden&#8221;, der ihr Kommen untätig erwartet. (Soweit, wenn ich mich recht erinnere, die Hemingway-Kurzgeschichte, auf der der Film basiert.) Ein Versicherungsdetektiv untersucht den Fall und rollt in einer Reihe von Interviews mit verschiedenen Personen aus der Vergangenheit des Opfers dessen Geschichte auf; der Film ist weitgehend in Rückblenden erzählt &#8211; ich glaube den Einfluss von <em>Citizen Kane</em> zu erkennen. Es gibt zwei Helden, den Toten und den Detektiv, der schließlich auch den Fall aufklärt.<br />
Die Musik vom geschätzten Miklós Rózsa ist natürlich erstklassig, das Killers-Motiv ist die Vorform des Dragnet-Themas und wurde dafür nur etwas erweitert.  </p>
<p>Erzählerischer Schönheitsfehler: eine Person aus seiner Vergangenheit entdeckt den Schweden in dem Städtchen, in das er sich zurückgezogen hat. Das erfahren wir durch den Bericht des Tankwarts in Form einer Rückblende, wir sehen diese Person und erkennen sie aus anderen Rückblenden wieder &#8211; und wissen damit mehr als der Ermittler, obwohl wir auch keine anderen Zeugenaussagen gehört haben als er. Das ist das Problem mit visuell wiedergegeben Binnenerzählungen: es gilt die Regel, das derselbe Schauspieler stets dieselbe Person verkörpert und umgekehrt, so dass eine eindeutige Identifizierung möglich ist. Keine Verwechslung oder Hochstapelei ist möglich. Gespielt wird damit allenfalls in manchen <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2005/05/rashomon-episoden.htm">Rashomon-Episoden</a>.</p></blockquote>
<hr style="width:25%;"/>
<p><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frau_ohne_Gewissen">Double Indemnity</a></strong><br />
Regie: Billy Wilder<br />
Drehbuch: Billy Wilder und Raymond Chandler<br />
Darsteller: Fred MacMurray, Barbara Stanwyck, Edward G. Robinson<br />
Jahr: 1944<br />
Romanvorlage: James M. Cain</p>
<blockquote><p>Motive: Verrat, Misstrauen, femme fatale. Korrupte Autoritäten (MacMurray selber). Mit Streichhölzern Feuer geben. Kein Ermittler. Nur wenig Regen.<br />
Frauen: eigentlich nur eine, diejenige des deutschen Titels: &#8220;Frau ohne Gewissen&#8221;<br />
Bechdel-Test: nicht bestanden.<br />
Erzählperspektive: Rahmenhandlung, der Hauptteil als Rückblende.<br />
Plot: Fred MacMurray, Versicherungsverkäufer, schwankt verletzt in sein Büro und diktiert dort in ein Aufnahmegerät die wahre Geschichte eines Mordes und Versicherungsbetrugs. MacMurray selber ist es, der mit der Frau des Versicherten den Mord verübt hat. Die Versicherungsgesellschaft schöpft Verdacht und will erst einmal nicht zahlen, um die Witwe zu einem Gerichtsverfahren zu zwingen und so Zeit zu haben herauszufinden, wer ihr Mittäter ist.<br />
Ein Klassiker, berühmt und so, aber trotzdem keiner meiner Favoriten. MacMurrays Besessenheit von Barbara Stanwyck kommt mir zu plötzlich, und auch wenn sie am Schluss als gewissenlose Manipulatorin hingestellt wird, so geht die Tat tatsächlich doch eher von MacMurray aus. Die besten Teile des Filmes (neben den Szenen mit Edward G. Robinson) sind die Szenen nach dem Mord, als MacMurray und Stanwyck mürbe gemacht werden. Aber das ist in der Buchvorlage schöner &#8211; Kunststück, da ist auch mehr Zeit dafür.</p></blockquote>
<hr style="width:25%;"/>
<p><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Kreuzfeuer">Crossfire</a></strong><br />
Regie: Edward Dmytryk<br />
Drehbuch: John Paxton<br />
Darsteller: Robert Young, Robert Mitchum, Robert Ryan, Gloria Grahame<br />
Jahr: 1947</p>
<blockquote><p>Motive: keine noir-typischen. Treppen vielleicht, und Hell-Dunkel-Kontraste.<br />
Frauen: zwei. Brave Ehefrau und ruppige Animierdame mit Herz. Beides Nebenrollen.<br />
Bechdel-Test: nicht bestanden. </p>
<p>Plot: Ein Mann wird in seiner Wohung zu Tode geprügelt. Die Polizei untersucht den Fall; der Ermittler ist angenehm zurückhaltend und sachlich. Hat aber beständig eine Pfeife im Mund, damit man auch sieht, dass er ein intellektueller Ermittler ist. Da war mir schon klar, dass das kein <em>film noir</em> werden würde. Pfeifen sind nicht noir, auch wenn Marlowe in den Romanen Pfeife raucht.<br />
Hauptpersonen des Films sind aber eine Gruppe von Soldaten zum Ende ihres Militärdiensts, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Einer von ihnen ist der Tatverdächtige, ein anderer ermittelt selbst ein wenig herum, auch der tatsächliche Täter ist unter ihnen. Das weiß man schon recht früh im Film, ebenso wie das letztliche Motiv: Antisemitismus. (In der Romanvorlage, sagt man mir, istes Homophobie.) Gelegentlich neigt der recht kompliziert aufgebaute Film zum Didaktischen.<br />
Erzählperspektive: Holla, auch hier wird mit Rückblenden gearbeitet, hier sogar dieselbe Szene aus verschiedener Perspektive, wenn auch noch ganz ohne Rashomon-Unschärferelation.<br />
Der Film hat die typische Noir-Ausleuchtung (angeblich auch, weil die so leicht aufzubauen war;  Drehzeit für den ganzen Film waren nur 20 Tage), aber noir ist er eigentlich nicht.</p>
<p>Anders als bei den vorhergehenden zwei Filmen fehlt diesem das Unausweichliche. Burt Lancaster sieht seinen Tod kommen, auch das Schicksal von Fred MacMurray kommt absehbar und unerbittlich auf ihn zu.</p></blockquote>
<hr style="width:25%;"/>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Big_Steal"><strong>The Big Steal</strong></a><br />
Regie: Don Siegel<br />
Drehbuch: Geoffrey Homes und Gerald Drayson Adams<br />
Darsteller: Robert Mitchum, Jane Greer, William Bendix<br />
Jahr: 1949</p>
<p>Motive: Keine typischen noir-Elemente. Kein Regen, keine Treppen, keine typische Ausleuchtung (ich habe den Film koloriert gesehen); er spielt tagsüber, es ist hell. Er spielt zu einem großen Teil auf dem Land, Überlandfahrt in Mexiko.<br />
Frauen: Eine. Als selbstständig und selbstbewusst charakterisiert, außer wenn es um Schusswaffen geht. Jane Greer ist übrigens ganz entzückend, warum hat mir das noch keiner gesagt?<br />
Bechdel-Test: nicht bestanden.<br />
Erzählperspektive: linear, wenn auch mitten in der Handlung beginnend und zügig erzählt.<br />
Plot: William Bendix verfolgt Robert Mitchum, wir wissen noch nicht, worum es geht. Schon da kann das kein <em>film noir</em> sein &#8211; wer 180 Radioepisoden von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Life_of_Riley">&#8220;The Life of Riley&#8221;</a> mit Bendix und seiner unverkennbaren Stimme in der Hauptrolle gehört hat, der sieht ihn nicht mehr als bedrohliche Figur. Wikipedia nennt den Film dann auch &#8220;film noir/comedy&#8221;.<br />
Mitchum verfolgt seinerseits Patric Knowles, der sich mit gestohlenem Geld davonmacht. Er schuldet auch Jane Greer Geld, sie und Mitchum raufen sich zusammen und jagen Knowles hinterher. Eine Komödie ist der Film sicher nicht, aber es gibt viele witzige Szenen. Der charmant-gemütliche mexikanische Polizeichef gibt sich etwas einfältig, hat die Situation aber weitgehend unter Kontrolle. Nur das Finale ist echter Krimi, mit dubiosem Antiquitäten sammelnden Hehler und ein bisschen Verrat, aber das auch nur sehr kurz. Danach Happyend. Als Film durchaus in Ordnung.</p>
<hr style="width:25%;"/>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Murder,_My_Sweetl"><strong>Murder, My Sweet</strong></a><br />
Regie: Edward Dmytryk (sein Erstling)<br />
Drehbuch: John Paxton<br />
Romanvorlage: Raymond Chandler<br />
Darsteller:  Dick Powell<br />
Musik: Roy Webb<br />
Jahr: 1944</p>
<p>Motive: So ziemlich alle. Außer Regen. Immer noch kein Regen.<br />
Frauen: Zwei, einschließlich femme fatale.<br />
Bechdel-Test: nicht bestanden.<br />
Erzählperspektive: Rückblickende Rahmenhandlung.<br />
Plot: Philip Marlowe, einen Verband um die Augen, sitzt bei der Polizei und erklärt den Polizisten die näheren Umstände eines Mordes. In einem großen Rückblick wird die Geschichte erzählt. Moose Malloy, nach acht Jahren wieder aufgetaucht (aus dem Gefängnis?) will, dass Marlowe seine Freundin Velma findet. Bis er sie findet, gibt es Tote. Ich könnte mehr erzählen, aber das ist bei Chandler nicht sehr wichtig, und der Film folgt recht genau der Romanvorlage, Chandlers <em>Murder My Sweet</em>. Wichtiger ist die Atmosphäre: Los Angeles bei Nacht, Straßenschluchten, Bars. Die Kameraperspektiven sind mitunter schräg (Will Eisners <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/09/der-spirit-als-film.htm">Spirit-Comics</a> nicht unähnlich), es beginnt gleich mit einer Vogelperspektive. Spiegel, Treppenfluchten, Tiefenschärfe, optisch interessant, vor allem auch eine Traumsequenz, als Marlowe unter Drogen in einem Sanatorium festgehalten wird.<br />
Dick Powell macht sich als Detektiv gut, bis zu diesem Film war er Sänger und Musical-Star, wollte aber ins ernsthaftere Schauspiellager. Den smarten Schönling kann er nicht ganz ablegen, aber das passt dann doch gut zu Marlowe. Chandler selbst wünschte sich in einem Interview Cary Grant als Verkörperung für seinen Helden.<br />
Gestört hat mich in der zweiten Hälfte des Films die Charakterisierung der Methoden. Der übliche Vorwurf der schönen Frau an den schmutzigen Detektiv, er würde für Geld ja wohl alles machen, kam sehr unmotiviert, ähnlich wie andere Versatzstücke. Trotzdem insgesamt ein sehr schöner Film und feiner <em>noir</em>.</p>
<hr style="width:25%;"/>
<p>Irgendwann komme ich hoffentlich dazu, die letzten vier Filme aus der Box anzuschauen. Eine erste kleine Zusammenfassung: <em>Crossfire</em> ist der einzige Film, der unmittelbar mit einem Mord beginnt. Alle anderen lassen sich Zeit. Noch interessanter: sehr viele der Filme erzählen nicht rein linear, eine rückblickende Rahmenhandlung gibt es fast immer, meist auch noch Rückblenden, bei <em>Crossfire</em> und <em>The Killers</em> als ganz wesentliches Element. (Beim ganz ausgezeichneten <em>Out of the Past</em> wird mir das wieder begegnen.) Liegt das an der Entstehungszeit oder doch eben am Genre? Die Männer und Frauen dort haben jedenfalls alle eine Vergangenheit; das Unausweichliche wird im Rückblick deutlicher; die Aufklärung eines Kriminalfalls ist ohnehin immer analytisch nach hinten gewandt.<br />
Typisch auch der Antagonismus gegenüber den Behörden. Frauen sind gefährlich, Treppen ominös. Und es regnet nicht viel; die Idee des Regens habe ich wohl tatsächlich nur aus den Spirit-Comics von Will Eisner, in deren Noir-Atmosphäre es so beständig und heftig regnet, dass dafür der Begriff &#8220;Eisnershpritz&#8221; geprägt wurde.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2010. |
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<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Inception</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/08/inception.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/08/inception.htm#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 03 Aug 2010 06:35:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Kino gewesen, Inception gesehen. Eine halbe Stunde zu lang, mindestens. Die Geschichte: Spezialisten können Traumwelten konstruieren und sich und andere im Schlaf in diese versetzen. Das Opfer dieser Aktionen weiß nicht, dass es sich in einer Traumwelt befindet; es bevölkert die Welt mit Personen aus dem Unterbewusstsein, die allerdings um so aggressiver reagieren, je [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Kino gewesen, <em>Inception</em> gesehen. Eine halbe Stunde zu lang, mindestens. Die Geschichte: Spezialisten können Traumwelten konstruieren und sich und andere im Schlaf in diese versetzen. Das Opfer dieser Aktionen weiß nicht, dass es sich in einer Traumwelt befindet; es bevölkert die Welt mit Personen aus dem Unterbewusstsein, die allerdings um so aggressiver reagieren, je länger sich das Spezialistenteam in dieser Traumwelt befindet. Genutzt wird diese Technik für Industriespionage: Man entreißt den so Träumenden ihre Geheimnisse.</p>
<p>(Spoiler folgen.)</p>
<p>So weit, so gut. Formelhaft ist das Zusammentrommeln des Spezialistenteams, wie in jedem Einbruchsfilm seit <em>Rififi</em> oder <em>Topkapi</em>. Mäßig spannend, aber trotzdem waren alle Nebenfiguren interessanter als die Hauptfigur, unser Held. Die dunkle Heldenvergangenheit, überflüssig wie ein Kropf: unschuldig vom Gesetz verfolgt, wenn auch moralisch schuldig, will er nur wieder nach Amerika zurück, um bei seinen Kindern zu sein. Meh. <em>Matrix</em> hat auf dieses Klischee verzichtet und das war eine gute Idee. (TV Tropes: <a href="http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/DarkAndTroubledPast">Dark and Troubled Past.</a>)</p>
<p>Sehr schön war aber die Science-Fiction-Grundidee. (Man hätte mehr herausholen können. Die Traum-Architektin demonstriert vorbildlich in der Trainingssequenz, dass sie ein Traum-Paris zusammenfalten kann. Solche Techniken werden im Einsatz aber nie angewendet.)<br />
Der Knackpunkt: Fünf Minuten Schlaf- und Traumzeit in der Realität geben einem, sagen wir, zwei Stunden Einsatzzeit in der Traumwelt. Man kann aber auch in dieser Traumwelt wieder schlafen, und wieder in einen manipulierten Traum einsteigen. Fünf Minuten Schlafzeit in der Realität geben einem zwei Stunden in der ersten Traumebene, und fünf Minuten dort geben einem wieder zwei Stunden in der nächsten Ebene. Das Einsatzteam ist auf mehrere Ebenen verteilt, hat auf der einen noch zehn Sekunden Zeit, auf der anderen noch fünf Minuten, auf einer weiteren einige Stunden. Das ist nachvollziehbar und spannend geschnitten. Schade nur, dass auf allen Ebenen immer nur geprügelt und geschossen wird, dass die Synchronisation von Ereignissen und das kaskadierende Wiederaufsteigen aus den Traumebenen recht blauäugig gehandhabt werden, wie auch sonst die Regeln dieses Systems nicht völlig durchdacht sind.</p>
<p>Dieser laxe Umgang mit den Regeln führt allerdings zu zwei ausgezeichneten, aufeinander folgenden Szenen: eine Prügelei in einem Hotelgang bei ständig wechselnder Schwerkraft, also mal oben, mal unten, mal an der Seite. Schon sehr gut, wenn auch immer noch nicht so beeindruckend wie Fred Astaire, der an der Decke tanzt:</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/i0g3g6AvLtM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/i0g3g6AvLtM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
<p>Danach der gleiche Kampf im gleichen Hotelgang bei völliger Schwerelosigkeit. Ebenfalls exzellent gemacht.</p>
<p>Gelangweilt habe ich mich trotzdem zwischendurch, einfach weil mich die Personen &#8211; allen voran der Held &#8211; nicht interessiert haben. </p>
<p>Dann lieber gleich:</p>
<ul>
<li>&#8220;Das geheime Wunder&#8221; von Jorge Luis Borges, in der ein Autor vor einem Erschießungskommando noch ein (subjektives) Jahr erhält, um sein dramatisches Lebenswerk zu vollenden, während objektiv die Kugeln schon auf ihn zufliegen.</li>
<li><em>Der Traum ein Leben</em> von Franz Grillparzer, nach Calderón-Vorlage.</li>
<li><a href="http://www.imdb.com/title/tt0100802/">Totel Recall</a> oder Geschichten von Philip K. Dick</li>
</ul>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2010. |
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<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/08/inception.htm#comments">2 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Percy Jackson &#8211; Diebe im Olymp</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/03/percy-jackson-diebe-im-olymp.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/03/percy-jackson-diebe-im-olymp.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 11:30:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Freitag war ich mit der 6. Klasse im Kino. Den Schülern hat der Film gefallen, das ist das wichtigste. Ich selber fand ihn routiniert, aber profillos. Schön war es allerdings, die griechischen Götter mal wieder zu sehen. Ich bin auch schon auf die Neuverfilmung von &#8220;Kampf der Titanen&#8221; dieses Jahr gespannt. Einige neue Gedanken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag war ich mit der 6. Klasse im Kino. Den Schülern hat der Film gefallen, das ist das wichtigste. Ich selber fand ihn routiniert, aber profillos. Schön war es allerdings, die griechischen Götter mal wieder zu sehen. Ich bin auch schon auf die Neuverfilmung von &#8220;Kampf der Titanen&#8221; dieses Jahr gespannt.</p>
<p>Einige neue Gedanken hat der Film (oder die Buchvorlage) der Mythologie dann doch abgewonnen. Gefallen hat mir &#8220;Auntie Em&#8217;s Garden Emporium&#8221;, ein Laden für Gartenzubehör, also vor allem diese Statuen, die man gerne in großen Gärten aufstellt. Große, weiße, lebensechte Statuen. Da ahnt man schon, wer &#8220;Auntie Em&#8221; ist.<br />
Auch das Lotusesser-Casino in Las Vegas war eine schöne Umsetzung: man bleibt dort, genießt die tatsächlichen oder eingebildeten Freuden des Lebens und merkt nicht, wie einem die Zeit gestohlen wird. Zuschauer und Helden glauben, dass die Handlung dort wenige Stunden spielt; tatsächlich vergehen einige Tage, bevor die Helden entkommen. Verwundert hat mich nur: Percy entdeckt das Geheimnis der Lotusesser unter anderem dadurch, dass er einen jungen Mann beim Flipperspielen sieht, und zwar einen French-Connection-Flipper. <em>French Connection</em> ist ein Filmklassiker von 1971, und mindestens seit dieser Zeit ist der Mann im Casino und glaubt immer noch, es sei das Jahr 1971. Schock! Aber wer im Publikum kennt denn bitteschön <em>French Connection</em>? Percy will den Film vielleicht mal auf DVD gesehen haben, aber selbst das würde mich wundern. Hätte man da nicht einen Film nehmen können, den das Publikum auch tatsächlich als alt identifizieren kann? Aber vielleicht liegt das Problem ja wirklich darin, dass es für ein, sagen wir, vierzehnjähriges Publikum keinen solchen Film geben kann. Da ist <em>Der weiße Hai</em> genau so alt (und genau so unbekannt?) wie <em>E.T.</em>, <em>Terminator</em> oder <em>Matrix</em>?</p>
<p>Immer wieder schön: griechische Götter in New York. Ich muss endlich mal &#8220;Das Nachtleben der Götter&#8221; von Thorne Smith lesen, da treiben sich die Götter eben auch in New York herum. Das Buch habe ich vor zwanzig Jahren im Regal gesehen, in der schönen Ausgabe der <em>Bibliothek der phantastischen Abenteuer</em> von Fischer, habe es durchgeblättert und <em>nicht</em> mitgenommen. Das reut mich die letzten Jahre immer wieder. Smith kennt man &#8211; wenn überhaupt &#8211; durch die Topper-Romane beziehungsweise deren Verfilmungen. Auch das &#8220;Nachtleben der Götter&#8221; ist verfilmt, aber fast unbekannt, eine <a href="http://www.imdb.com/title/tt0026776/">Kritik bei der Internet Movie Database</a> klingt äußerst interessant, auch wenn sie dem Film nur begrenzt Lob zollt.</p>
<p>Halbwegs originell: Percy Jackson hat Legasthenie, ihm verschwimmen die Buchstaben immer vor dem Augen. Die Erklärung: er ist in Folge seiner göttlichen Abstammung nun einmal auf griechische Schrift ausgelegt. Außerdem ist bei ihm ADHS diagnostiziert, und daran finde ich am bemerkenswertesten, dass diese Abkürzung dem Publikum nicht erklärt wird. Kann man davon ausgehen, dass das jedem Zwölfjährigen schon ein Begriff ist?</p>
<p>Am wenigsten gefallen hat mir bei <em>Percy Jackson</em> die Darstellung des Hades und seines Reiches. Die Unterwelt ist kaum von der populären Vorstellung von der christlichen Hölle zu unterscheiden: verdammte Seelen und Feuer überall. Hades erscheint als Feuerdämon, der in die Unterwelt verbannt wurde und deswegen beleidigt ist. Keine Asphodeloswiese, keine Elysischen Felder, kein Lethe. Dabei ist die mythologische Unterwelt doch viel interessanter als dieser Ausschnitt. Und ja, auch bei den Griechen ist <em>einer</em> der Unterweltflüsse ein Fluss aus Feuer, und Hades keiner der geselligsten oder freundlichsten Götter. Aber er ist eben so viel mehr als das. &#8211; Möglicherweise ist die Buchvorlage da differenzierter, zumindest lässt <a href="http://www.bluetrident.org/images/underworldmapold.PNG">diese Karte</a> zur Unterwelt von einer <a href="http://www.bluetrident.org">Percy-Jackson-Fanseite</a> das vermuten.</p>
<p>(Am Anfang hat mich auch noch gestört, dass die Film-Persephone sich exakt so verhält, als sei sie aus <em>Desperate Housewives</em> entsprungen. Aber inzwischen gefällt mir das vielleicht sogar.)</p>
<p>Uninteressant fand ich außerdem die Handlung. Zum einen war von Anfang an klar, wer der Schurke ist. Zum anderen ist der Film voller fadenscheiniger <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MacGuffin">MacGuffins</a>. Ein MacGuffin kann ein schönes Symbol sein oder eine plattes Mittel, um die Handlung voranzutreiben. Der große MacGuffin im Film ist der gestohlene Blitz Zeus&#8217;, der nur dazu da ist, dass man etwas hat, dem man hinterherjagen kann. Es hätten auch die silbernen Rührlöffel Hestias sein können. Dann gibt es noch drei kleine MacGuffins in Form von blauen Kugeln, weil dem Buch oder Drehbuch sonst kein Grund eingefallen ist, die Helden an drei verschiedene Wir-erleben-ein-Abenteuer-Stationen zu schicken. (Sie brauchen die Kugeln, um aus der Unterwelt herauszukommen.)</p>
<p>Und zum Schluss will ich noch wissen, welche griechische Göttin das gewesen sein soll, die am Schluss im Rat der zwölf Götter so platt gesagt hat: &#8220;Krieg kann nicht die Antwort sein.&#8221; Die hat dann aber in der <em>Ilias</em> nicht mitgespielt.</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Was ist eigentlich mit Chris Columbus passiert? Seine erste Regiearbeit, <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/08/adventures-in-babysitting.htm">Adventures in Babysitting</a>,  war hervorragend. &#8220;Home Alone&#8221; war solide, aber alles nach und eingeschlossen &#8220;Mrs Doubtfire&#8221; war vielleicht erfolgreich, aber nicht interessant, die Harry-Potter-Filme eingeschlossen. &#8211; Vielleicht lege ich auch die falschen Kriterien an. Ich mag Kinder- und Jugendbücher und -filme. Bei denen ist aber vor allemn wichtig, dass sie Kindern gefallen. Gibt es überhaupt Kinder-/Jugendfilme, die Erwachsenen <em>und</em> Kindern gefallen? Mir fällt da gleich &#8220;Die 5000 Finger des Dr. T&#8221; ein, ein vergessenes Schmuckstück* von Kinderfilm, das Kindern kaum gefallen dürfte. Wenn ich es recht überlege, kommt der Film aber auch bei Erwachsenen nicht an&#8230; die guten Videos bei Youtube sind leider in Deutschland nicht zu sehen, aber hier ist ein Ausschnitt:</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/rcwAymlCB1k?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/rcwAymlCB1k?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
<p><small>*Erwähnt wird der Film allerdings in <em>Die Rose von Alexandria</em> von Manuel Vázquez Montalbán, auch wenn eine Zuschauerin ihn &#8220;langatmig&#8221; findet. Wie dieser Film in diesen Krimi gekommen ist, das frage ich mich noch heute.</small></p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2010. |
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<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/03/percy-jackson-diebe-im-olymp.htm#comments">14 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Holmesiana</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/02/holmesiana.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/02/holmesiana.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 06:49:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sherlock Holmes]]></category>

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		<description><![CDATA[War im Kino, Sherlock Holmes gucken. Hat mir gut gefallen. Als Film gut &#8211; wenn es auch mehrere überflüssige Szenen darin gibt, die weder die Handlung voranbringen noch etwas zur Charakterisierung der Personen beitragen noch Atmosphäre erzeugen. Schön: die Boxkampszene, überflüssig: das Spektakel in der Werft. Immer wieder enttäuschend: Showdown hoch oben auf einem historischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>War im Kino, <em>Sherlock Holmes</em> gucken. Hat mir gut gefallen. Als Film gut &#8211; wenn es auch mehrere überflüssige Szenen darin gibt, die weder die Handlung voranbringen noch etwas zur Charakterisierung der Personen beitragen noch Atmosphäre erzeugen. Schön: die Boxkampszene, überflüssig: das Spektakel in der Werft. Immer wieder enttäuschend: Showdown hoch oben auf einem historischen Wahrzeichen. Das mochte ich bei <em>X-Men</em> schon nicht, und bei <em>Holmes</em> wird das für jeden, der sich minimal in London auskennt, lächerlich &#8211; aus den Katakomben des Parlaments spaziert man quasi direkt auf die Spitze der Tower Bridge. Aber trotzdem ganz okay. Robert Downey Jr. als Holmes, Jude Law als Watson und Kelly Reilly als Mary Morstan waren sehr gut, wenig überzeugend fand ich nur Hans Matheson als Lord Coward.</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Als Sherlock-Holmes-Interpretation war der Film noch besser. Wieder wurden der Figur neue Seiten abgewonnen oder die alten Seiten für eine neue Zeit dargestellt. Hier die stichpunktartige Beschreibung von Holmes, die Watson erstellt hat, kurz nachdem sie zusammen in die Baker Street zogen (<em>A Study in Scarlet</em>):</p>
<blockquote><ol>
<li>Knowledge of Literature.—Nil.</li>
<li>Philosophy.—Nil.</li>
<li>Astronomy.—Nil.</li>
<li>Politics.—Feeble.</li>
<li>Botany.—Variable.  Well up in belladonna, opium, and poisons generally. Knows nothing of practical gardening.</li>
<li>Geology.—Practical, but limited. Tells at a glance different soils from each other.  After walks has shown me splashes upon his trousers, and told me by their colour and consistence in what part of London he had received them.</li>
<li>Chemistry.—Profound.</li>
<li>Anatomy.—Accurate, but unsystematic.</li>
<li>Sensational Literature.—Immense.  He appears to know every detail of every horror perpetrated in the century.</li>
<li>Plays the violin well.</li>
<li>Is an expert singlestick player, boxer, and swordsman.</li>
<li>Has a good practical knowledge of British law.</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Zu ernst darf man diese Liste nicht nehmen; wenige Zeilen zuvor hat Holmes Watson versichert, dass er keine Ahnung davon hat, ob sich die Erde um die Sonne dreht oder umgekehrt, und dass es ihn auch nicht interessiert. Die Forschung geht davon aus, dass Holmes hier seinem zu neugierigen Mitbewohner einen Bären aufbindet, zumal Holmes an anderer Stelle durchaus astronomische Kenntnisse beweist.<br />
Aber ein guter Faustkämpfer ist Holmes, und das zeigt er in der Verfilmung auch. Der Kampfstil hätte für meine Verhältnisse noch etwas viktorianischer sein können (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bare-knuckle_boxing">fisticuffs</a>), aber wenigstens gab es auch kein Hong-Kong-Gehoppse. Beim Faustkampf zeigt Holmes zweimal seine analytischen Fähigkeiten, indem er quasi in die Zukunft schaut (so würde man das in einem Superheldenfilm nennen). Schön gemacht, aber noch schöner wäre es, wenn er diese Fähigkeiten auch in einem Zusammenhang hätte zeigen dürfen, der für den Plot und nicht nur für die Charakterisierung wichtig gewesen wäre. Das geschieht nur einmal ansatzweise, als man im Nachhinein erfährt, dass Holmes bereits vorausgesagt hat, aus welchem Fenster er nach einer gewissen Zeit stürzen würde. </p>
<p>Sehr schön ist auch die Szene, in der Holmes Watson erklärt, was er bei und nach ihrem ersten Besuch von Irene Adler herausgefunden hat; der Zuschauer ist hier ähnlich überrascht wie es sonst nur pflichtgemäß Watson ist. Aber auch dieses erzählerische Mittel wird nur bei der Exposition eingesetzt und nicht mehr später im Film. Klar darf man es nicht überstrapazieren, aber einmal vielleicht noch an zentralerer Stelle?</p>
<p>Auf jeden Fall neu interpretiert, aber naheliegend: der eifersüchtige Holmes, der Watson gram ist, weil der wegen seiner Verlobten die gemeinsame Bude aufgibt. Manchmal wirken Holmes und Watson aber etwas zu sehr wie ein stereotypes schwules Paar beim Streiten. </p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Ich mag Holmes, habe den ganzen Kanon in jüngeren Jahren gelesen und kenne und schätze die Variationen. Aus Gründen, die ich dereinst in meinem <em>magnum opus</em> darlegen werde (ein Blogeintrag, der seit zehn zehn Jahren halbfertig ist und zu Ende geschrieben werden will), bietet sich Holmes für solche Wiedererfindungen besonders an. Eine meiner liebsten ist diese hier:</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/holmes_meyer.jpg" alt="" title="holmes_meyer" width="200" height="297" class="aligncenter size-full wp-image-2695" /><br />
<small>Nicholas Meyer, <em>The Seven-Per-Cent Solution.</em> New York: Dutton 1974.</small></p>
<p>Verfilmt als <em>Kein Koks für Sherlock Holmes</em>, so auch der Titel der ersten deutschen Ausgabe; inzwischen heißt sie <em>Sherlock Holmes und der Fall Sigmund Freud</em>. Die Geschichte: Holmes fühlt sich verfolgt von Professor Moriarty, dem &#8220;Napoleon des Verbrechens&#8221;. Er verschanzt sich in seiner Wohnung und berichtet Watson atemlos von dem gefährlichen Netz, das der gefährliche Professor um ihn gezogen hat. Diesen Ausgangspunkt kennt auch der Kanon, ab hier entwickelt sich die Handlung anders. Als sich Moriarty als harmloser Mathematiklehrer herausstellt, diagnostiziert Watson bei Holmes paranoiden Verfolgungswahn, ausgelöst durch übermäßigen Doregnkonsum. Durch einen Trick lenkt Watson den immer noch genialen Holmes nach Wien, zur größten Autorität, was Drogen und psychische Störungen betrifft, Sigmund Freund. In Wien deckt Holmes eine Intrige auf, wird mehr oder weniger geheilt (wobei die Psychoanalyse interessante Details aus Holmes&#8217; Kindheit enthüllt), und im spannenden Finale rasen zwei Züge um die Wette.</p>
<p>(Auf der Hinfahrt reisen Holmes und Watson eine Weile zusammen mit einem Herrn Rassendyll, angeblich aus Tirol, tatsächlich gerade aus Ruritanien kommend. Das ist auch so ein Herr, der weit herumkommt. Auch der junge <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/07/george-macdonald-fraser-flashman.htm">Flashman</a> erlebt Abenteuer in Ruritanien, und im Alter von über siebzig Jahren legt sich Flashman erfolgreich mit Holmes&#8217; zweiter Nemesis, Colonel Sebastian Moran, an. Man kennt sich halt.)</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Eine Holmes-Ausgabe für Aficionados sind die zwei Bände <em>The Annotated Sherlock Holmes</em> von William S. Baring-Gould.</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/holmes_baring-gould.jpg" alt="" title="holmes_baring-gould" width="200" height="271" class="aligncenter size-full wp-image-2696" /></p>
<p>Die Geschichten sind chronologisch geordnet, also der Biographie Holmes&#8217; folgend, wie überhaupt das Buch natürlich davon ausgeht, dass Holmes eine reale Person ist. Bilder und Karten ergänzen die Geschichten, sehr ausführliche Randbemerkungen und Kommentare weisen auf Positionen aus der Holmes-Forschung zu vom Text aufgeworfenen Fragen hin und machen sicher ein Drittel der Bände aus. Nehmen wir nur mal die Sache mit den Reichenbach-Fällen. <em>Bekanntlich</em> stürzten Holmes und Moriarty dort ab, beide kamen ums Leben. So dachte jedenfalls auch Watson einige Jahre, bis Holmes in &#8220;The Adventure of the Empty House&#8221; unvermittelt wieder auftaucht. Was bei den Reichenbach-Fällen und in den Jahren danach wirklich geschah, ist eine Frage, auf die Holmes (beziehungsweise sein im Unklaren gelassener Chronist Watson) nie völlig befriedigende Antworten gegeben hat. Vielleicht hat sich deshalb die Holmes-Forschung so intensiv damit beschäftigt. Baring-Gould reißt auf zwei Seiten nur einige der wichtigsten Theorien an, zusammen mit ihren Vertretern und deren Argumenten. Wer will, kann anhand der genannten Titel gerne tiefer in die Forschung einsteigen. Die Hauptrichtungen:</p>
<ol>
<li>Sowohl Holmes als auch Moriarty überlebten den Sturz. (Weil Moriarty gar nicht wirklich existiert hat. Weil Moriarty und Holmes dieselbe Person waren. Weil Moriarty einen Doppelgänger benutzt hat.)</li>
<li>Beide starben in Wirklichkeit und die danach spielenden Fälle Holmes&#8217; sind reine Erfindung Watsons. Das würde manche Unterschiede zwischen dem frühen und dem späten Holmes erklären: der frühe nimmt Kokain und Morphium, der späte nicht. (Aber das kann natürlich auch auf Freuds Therapie in Wien zurückgehen.) Der frühe respektiert das Gesetz mehr als der späte, kennt sich besser unter Spionen aus, spielt mehr Geige, zitiert auf Deutsch und Französisch (was der späte nie tut). Anthony Boucher, geschätzter Krimi- und Science-Fiction-Autor, ging ursprünglich davon aus, dass Mycroft den gestorbenen Sherlock durch einen angelernten Nachfolger ersetzen ließ.</li>
<li>Auch die Theorie, dass Moriarty allein überlebte, hat Vertreter, gilt aber als unwahrscheinlich.</li>
</ol>
<p>(Von Baring-Gould gibt es auch eine Biographie Holmes&#8217; und eine von Nero Wolfe, in der Baring-Gould eine Idee aus dem <em>Baker Street Journal</em>  aufgreift und Wolfe zu einem Sohn von Holmes und Irene Adler macht.)</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Holmes-Leser sind wie die Leser von Superhelden-Comics <em>gründliche</em> Leser, wie man sie sich als Literaturtheoretiker nur wünschen kann. Da wird argumentiert mit dem gesamten Instrumentarium, das wir in der Deutsch-Oberstufe vermitteln wollen: mit Autorenintention, Erscheinungsweise, redaktionellen Einschränkungen, Biographie des Autors, aber natürlich vor allem auch textimmanent. Allein das folgende Panel, Platz 5 auf einer Liste mit <a href="http://goodcomics.comicbookresources.com/2009/09/04/top-70-most-iconic-marvel-panels-of-all-time-10-1/">&#8220;The Top 70 Most Iconic Panels in Marvel History&#8221;</a>, hat zu zahllosen Interpretationen geführt:</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/spider-man_gwen.jpg" alt="" title="spider-man_gwen" width="200" height="552" class="aligncenter size-full wp-image-2698" /><br />
<small>Amazing Spider-Man 121, writer: Gerry Conway; art: Gil Kane; inks: John Romita, Tony Mortellaro; Juni 1973</small></p>
<p>Warum musste Gwen Stacy sterben, welche Brücke war es, woran starb sie genau, welche Absicht und welche Wirkung (in diesem Fall ist das nicht das gleiche) hat das &#8220;Snap&#8221; rechts unten&#8230; Comic-Fans diskutieren so etwas gerne. (Wikipedia zu <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Night_Gwen_Stacy_Died#Which_bridge">The Night Gwen Stacy Died</a>.) Ookla the Mok singen in &#8220;Stop Talking About Comic Books Or I&#8217;ll Kill You&#8221; zwar verständlicherweise:</p>
<blockquote><p>Stop talking about comic books or I’ll kill you.<br />
I don’t care if the Hulk could defeat the Man of Steel.<br />
I’m gonna rearrange your face if you continue to debate<br />
whether Logan’s claws could pierce Steve Roger’s shield.</p></blockquote>
<p>- aber die Art und Weise, wie diese Fragen diskutiert werden, ist vorbildlich.</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Noch kurz zum Film: Wann fing das eigentlich an, die Kombination von später Viktorianik (oder frühes <em>Edwardian</em>) und phantastischen Elementen?</p>
<p>Einerseits ist das vielleicht schon in der Zeit angelegt, siehe Bram Stokers <em>Dracula</em>. Und schon in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Young_Sherlock_Holmes">Young Sherlock Holmes</a> (1985) gibt es einen ägyptischen Kult, wenn auch &#8211; wie im aktuellen Holmes &#8211; keine echte Magie dahintersteckt.</p>
<p>Pseudo-Wissenschaft (mit Tesla im Grenzbereich) gibt es auch in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Prestige_%28film%29">The Prestige</a> (2006), basierend auf einem Roman von Christopher Priest (1995). Dann ist da noch <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/05/gw-dahlquist-the-glass-books-of-the-dream-eaters.htm">The Glass Books of the Dream-Eaters</a> (2006) von G.W. Dahlquist, auch mit okkulter Wissenschaft.</p>
<p>Oder ist tatsächlich <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_League_of_Extraordinary_Gentlemen">The League of Extraordinary Gentlemen</a> (1999) ein Vorläufer? Allerdings kam auch schon 1986 die Rollenspiel-Erweiterung <a href="http://www.rpg.net/reviews/archive/11/11399.phtml">Cthulhu by Gaslight</a> heraus. Da lag wohl etwas in der Luft. Siehe hierzu auch den Wikipedia-Eintrag zu <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Steampunk">Steampunk</a> (abgeleitet von: Cyperpunk) mit den verwandten Kategorien <em>Gaslight Romance, Western Steampunk, Dieselpunk</em> und <em>Steamgoth</em>. </p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2010. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/02/holmesiana.htm">Permalink</a> |
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</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Weitere Highlights&#8221; auf der DVD (eklektisch)</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/12/weitere-highlights-auf-der-dvd-eklektisch.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/12/weitere-highlights-auf-der-dvd-eklektisch.htm#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Dec 2008 07:22:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn nach den reichlichen, wenn auch unkommentiert zusammengetragen Extras auf der DVD noch eine Extraseite Weitere Highlights anpreist und sich diese entpuppen als Trailer zu den folgenden DVDs (die vermutlich beim gleichen Vertrieb erhältlich sind): Koloss von Konga (japanischer Monsterfilm, King-Kong) Xaver und sein außerirdischer Freund (&#8220;verbindet Elemente des Heimatfilms und der Science-Fiction miteinander&#8221;) Crazy [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn nach den reichlichen, wenn auch unkommentiert zusammengetragen Extras auf der DVD noch eine Extraseite <em>Weitere Highlights</em> anpreist und sich diese entpuppen als Trailer zu den folgenden DVDs (die vermutlich beim gleichen Vertrieb erhältlich sind):</p>
<ul>
<li>Koloss von Konga (japanischer Monsterfilm, King-Kong)</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Xaver_und_sein_au%C3%9Ferirdischer_Freund">Xaver und sein außerirdischer Freund</a> (&#8220;verbindet Elemente des Heimatfilms und der Science-Fiction miteinander&#8221;)</li>
<li>Crazy Zombies &#8211; Ein Sprung in der Schüssel (US: &#8220;Hysterical&#8221;, mir damals von Michael Schw. empfohlen worden, seitdem nie wieder davon gehört)</li>
<li>Car-Napping (deutsche Komödie von 1980)</li>
<li>Daniel der Zauberer (Daniel Küblböck)</li>
<li>Onkel Otto (das hr-Trickfilmmännnchen)</li>
<li>Neues aus Uhlenbusch</li>
</ul>
<p>- um welche DVD handelt es sich dann ursprünglich? Klar, &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Super_Inframan">Invasion aus dem Innern der Erde/The Infra Superman</a>&#8220;, ein Hongkong-Klassiker von 1975. Inhalt: Monster aus dem Innern der Erde bedrohen die Welt, ein Wissenschaftler macht einen anderen zum Infra-Superman &#8211; der hat dann eine Rüstung an, kann springen, hüpfen und fliegen und diverse Strahlen (und seine Handschuhe) verschießen. Aber die Krönung sind die extrem bunte Mischung an Monstern, angeführt von einer peitschendschwingenen &#8220;Dämona&#8221;. Zum Großteil Menschen in Gummianzügen, mit Tentakeln und Scheren und Federn, aber auch runde, eckige, längliche Monster-Muppets, viel wirkungsvoller als in <em>Return of the Jedi</em>.</p>
<p>Die Monster stehen herum wie auf einer Kinderparty, wirken angeheitert, torkeln siegessicher zum Höhleneingang herein oder heraus (die Höhle: wie ein geheimes James-Bond-Hauptquartier aus der gleichen Epoche). Sie schießen aus Augen, Hörnern oder Handflächen, sie spucken oder pusten oder wachsen ins Riesenhafte, und es explodiert was oder jemand wird in einen Kokon gehüllt, heißen Stahlklaue und Teufelsauge, und man weiß wirklich nie, was ihnen als nächstes einfällt. Sie erinnern mich an nichts so sehr wie <a href="http://images.google.de/images?um=1&#038;hl=de&#038;safe=off&#038;client=firefox-a&#038;rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&#038;q=%22where+the+wild+things+are%22&#038;btnG=Bilder-Suche">die Monster aus &#8220;Wo die wilden Kerle wohnen&#8221;</a>.</p>
<p>Ansonsten: Wer den Film in den 70er Jahren verpasst hat, der muss ihn jetzt nicht nachholen. Aber wer ihn mit zwölf Jahren oder so im Dreimäderlhaus in Haunstetten gesehen hat, der freut sich, ihn mal wieder gesehen zu haben. Nächste DVD im Regal: &#8220;Galaxina&#8221; von 1980. Auch nicht viel besser, aber wir haben ihn gemocht, auf VHS-Kopie dritter Generation. </p>
<p>(Aus der Reihe: Alles muss raus. Angefangene Blogbeiträge des Jahrs 2008 aufräumen.)</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2008. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/12/weitere-highlights-auf-der-dvd-eklektisch.htm">Permalink</a> |
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</small></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Iron Man</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/05/iron-man.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/05/iron-man.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 May 2008 11:16:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[Tales of Suspense #39 (March 1963), cover art by Jack Kirby &#038; Don Heck (Quelle: Wikipedia) Im Kino gewesen, Iron Man gesehen. Ich hatte es ja schon vorher gehört und gar nicht glauben wollen: Der Film ist nicht schlecht. (Immer vorausgesetzt, man hat nichts gegen Superheldenfilme.) Dabei ist Iron Man einer der Superhelden, die ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="padding:15px; float:right; width:200px"><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/marvel_iron_man.jpg" /><br />
<small>Tales of Suspense #39 (March 1963), cover art by Jack Kirby &#038; Don Heck (Quelle: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Image:ToS39.jpg">Wikipedia</a>)</small></div>
<p>Im Kino gewesen, <em>Iron Man</em> gesehen. Ich hatte es ja schon vorher gehört und gar nicht glauben wollen: Der Film ist nicht schlecht. (Immer vorausgesetzt, man hat nichts gegen Superheldenfilme.) Dabei ist Iron Man einer der Superhelden, die ich am wenigsten mag oder verstehe, auch wenn ich mehr Hefte davon gelesen habe, als man denken möchte. Und davon ein Film?</p>
<p>Aber er hat mir fast durchgehend gefallen &#8211; Jeff Bridges toll, Robert Downey jr. toll. Lediglich der obligatorische Schlusskampf &#8211; großer Eisenmensch gegen kleiner Eisenmensch &#8211; war technisch gut, aber dramatisch uninteressant. Ich verzichte gerne auf solche Schlusskämpfe.</p>
<p>Der Fanboy in mir hat sich vor allem über die vielen Insider-Details im Film gefreut. Tony Starks Wohnung, der elektronische Jarvis, Happy Hogan als Chauffeur, die vielen Ideen für zukünftige Plots, die angelegt wurden &#8211; die Ringe des Mandarin, Tony Starks Alkoholismus. Und dann natürlich die wirklichen Zuckerstücken: Die wunderbaren SHIELD-Agenten, die sich am Anfang unaufällig durch den Film ziehen und ihren Höhepunkt in der kleinen Sequenz nach dem Abspann finden (also unbedingt bis zum Schluss dableiben): Nick Fury spricht Tony Stark auf &#8220;The Avenger Initiative&#8221; an. &#8220;You&#8217;ve just become a part of a bigger universe&#8221;. Mhmmmmm.<br clear="all"/></p>
<div style="padding:15px; float:left; width:200px"><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/marvel_avengers.jpg" /><br />
<small>The Avengers #4 (Mar. 1964), cover art by Jack Kirby &#038; George Roussos (Quelle: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Avengers4.jpg">Wikipedia</a>)</small></div>
<p>Denn Marvel-Fans wissen: &#8220;The Avengers&#8221; war das erste bunte Superheldenteam von Marvel, wenn man die Fantastische Familie mal als Einheit sieht. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Iron Man, Hulk, Thor und Ant-Man und The Wasp. (Bald stieß auch noch Captain America dazu, Hulk ging ebensobald weg.) Marvel zeichnete sich &#8211; anders als der Konkurrent DC &#8211; durch ein &#8220;shared universe&#8221; aus, Geschehen in einem Heft beeinflussten andere Hefte, Helden liefen sich über den Weg und so weiter. Mit den bisherigen Marvel-Filmen war das aus lizenrechtlichen Gründen nicht möglich, aber das ist mit den neuen Produktionen anders. Dieses Jahr kommt <em>The Incredible Hulk</em> heraus, gerüchteweise mit Gastauftritten von Tony Stark und SHIELD, auch das Super-Soldier-Serum von Captain America (dessen Schild auch in <em>Iron Man</em> kurz zu sehen war) soll auftauchen. Für 2010 ist nicht nur <em>Iron Man 2</em> geplant, sondern auch  <em>Thor</em>. Lange Geschichte.<br clear="all" /></p>
<div style="float:right; padding:15px; width:200px"><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/marvel_thor.jpg" alt="" title="marvel_thor" width="180px" class="alignnone size-full wp-image-1387" /><br />
<small>Thor #272 (June 1978), cover art by John Buscema &#038; Tom Palmer (Quelle: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Thor-272.jpg">Wikipedia</a>)</small></div>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Thor_(Marvel_Comics)">Thor</a> ist der germanische Donnergott, den es auf die Erde verschlägt. Stan Lee hatte schon alle möglichen Arten durch, wie man Superheld werden kann, und verfiel 1962 auf die Idee, dass der ruhige, am Stock gehende Arzt Don Blake zufällig in einer Höhle einen Holzstab findet, der sich in Thors Hammer Mjölnir verwandelt &#8211; und Don Blake gleich mit in Thor. Nun ja. Bald danach tauchten die anderen germanischen Götter auf &#8211; Loki, Odin, Baldur. Irgendwann war die Verwandlung von Don Blake in Thor dann doch nicht mehr haltbar und es stellte sich rückwirkend heraus, dass Don Blake eigentlich schon immer Thor gewesen und &#8211; zur Strafe &#8211; mit Gedächtnisverlust auf die Erde verbannt worden war. Und <em>das</em> wollen die verfilmen? Kann ich mir noch weniger vorstellen als Iron Man. Tatsächlich soll Thors Geschichte im Film aus dem Wandel eines alttestamentarischen in einen neutestamentarischen Gott bestehen (<a href="http://www.dailyherald.com/story/?id=101019">Interview</a>, Dezember 2007). Mal sehen.<br clear="all" /></p>
<p>Für 2010 ist außerdem <em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ant-man">Ant-Man</a></em> geplant, um einen schrumpfenden Superhelden. Mindestens ebenso lange Geschichte.</p>
<p>Jedenfalls haben wir bis dahin für alle Gründungsmitglieder der Avengers mindestens einen Film, und siehe da: Für 2011 sind <em>The First Avenger: Captain America</em> und <em>The Avengers</em> vorgesehen. Fanboy heaven.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2008. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/05/iron-man.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/05/iron-man.htm#comments">4 Kommentare</a>
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		<title>Noir</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/08/noir.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/08/noir.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Aug 2007 19:58:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern gesehen: &#8220;Touch of Evil&#8221; von Orson Welles. Klasse Film, und, was am besten ist, das kam sehr unerwartet. Ich hatte den Film vor einigen Jahren aufgenommen, aber nie angesehen; beim Digitalisieren der letzten VHS-Kassetten war er aber doch dran. Ich dachte mir, den könnte ich so nebenher anschauen, dabei ein bisschen am Laptop arbeiten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern gesehen: &#8220;Touch of Evil&#8221; von Orson Welles. Klasse Film, und, was am besten ist, das kam sehr unerwartet. Ich hatte den Film vor einigen Jahren aufgenommen, aber nie angesehen; beim Digitalisieren der letzten VHS-Kassetten war er aber doch dran. Ich dachte mir, den könnte ich so nebenher anschauen, dabei ein bisschen am Laptop arbeiten. Ging aber nicht, ich musste dann doch konzentriert zusehen. Das fing mit der allerersten Einstellung an (die aber auch lang und berühmt ist, wie ich seitdem erfahren habe).</p>
<p>Ich hätte es mir eigentlich denken müssen. Buch und Regie Orson Welles, Charlton Heston und Welles als Hauptdarsteller, illustre Nebenrollen. Noch mal ein Höhepunkt der Schwarzen Serie, 1958, zum Ausklang. Die Entstehungsgeschichte ist interessant, siehe <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Touch_of_evil">wikipedia</a> und <a href="http://imdb.com/title/tt0052311/">imdb</a>; zur Handlung, zur Kamera, zur voll ausgenutzten Tiefe des Raumes will ich gar nicht viel sagen. Toller Film. Zwischendurch beklemmender, als ich gedacht hätte, vor allem die Szenen im Motel.</p>
<p>Viele schöne Erinnerungen weckt der Wikipedia-Artikel zu &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Film_noir">film noir</a>&#8220;. Es gab früher wenig Schöneres, als zufällig auf einen unbekannten Schwarzweißfilm zu stoßen (und damals waren alle unbekannt), der sich als Krimi herausstellte, bei dem die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwommen waren, bei dem man niemand trauen konnte (allenfalls, aber auch das nicht immer, dem eigenen Ehrenkodex), mit Regenmänteln. Drei bekannte: Out of the Past, The Maltese Falcon, The Big Sleep. Unbekannte B-Filme: Die Whistler-Verfilmungen von William Castle. Als Blade Runner herauskam, war ich schon Noir-Experte.</p>
<p>Eine besondere Note gewinnen viele alte Filme für mich durch das Buch <strong><em>Suspects</em> von David Thompson</strong>. Es besteht aus über 80 kurzen (2-3 Seiten langen) biographischen Einträgen, etwa zu Ilsa Lund (Ingrid Bergman in <em>Casablanca</em>), zu Casper Gutman (Sydney Greenstreet in <em>The Maltese Falcon</em>), Gilda Farrell (Rita Hayworth in <em>Gilda</em>). Harry Lime, Norman Bates, Susan Alexander Kane, und vielen anderen mehr.<br />
Man erfährt Dinge aus der Vergangenheit dieser Filmcharaktere, erfährt, wie es mit ihnen nach Ende des Films weiter gegangen ist. Manchmal sind die Filme nur Episoden aus einem weit abenteurlicheren Leben. Für Rick Blaine (Humphrey Bogart in <em>Casablanca</em>) war das Café Americain nur eine Station von vielen.<br />
Manchmal erfährt man Einzelheiten, die einen den Film in ganz anderem, teilweise düstereren Licht sehen lassen.  Die Interpretationen aus <em>Suspects</em> (denn das sind sie letztlich) kann ich nicht mehr ignorieren, wenn ich <em>Gilda</em> oder <em>Touch of Evil</em> sehe.<br />
Nach und nach stellt sich in <em>Suspects</em> heraus, dass viele der Charaktere sich kannten oder miteinander verwandt sind. Noah Cross (John Huston in <em>Chinatown</em>) und Norma Desmond (Gloria Swanson in <em>Sunset Boulevard</em>) kannten sich in den 20er Jahren, waren befreundet mit den Sternwoods aus <em>The Big Sleep</em>.<br />
Was zuerst wie eine literarische Spielerei erscheint, bekommt Funktion: Irgendwann merkt man beim Lesen, dass diese Biographien von einem Erzähler verfasst werden, einer Person, die viele der Charaktere kannte, und die einen Grund hat, diese Geschichten zu erzählen. Düsterer, als ich es mir gewünscht hätte, aber trotzdem ein schönes, interessantes Buch &#8211; vielleicht sogar ein Roman.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2007. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/08/noir.htm">Permalink</a> |
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		<item>
		<title>Alte Filme: Radioactive Dreams und Dario Argento</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/06/alte-filme-radioactive-dreams-und-dario-argento.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/06/alte-filme-radioactive-dreams-und-dario-argento.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Jun 2007 12:44:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch eine Erinnerung aus dem Spanienurlaub: Ich habe meinen ersten Dario-Argento-Film mit scharfen Konturen gesehen. Dessen Filme (Inferno, Suspiria) kannte ich sonst nur aus den 1980er Jahren von Videokopien der zweiten und dritten Generationen, mit Schlieren und Streifen und verschwommenen Rändern. Aber erkannt habe ich ihn gleich, obwohl ich kaum ein Wort verstanden und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch eine Erinnerung aus dem Spanienurlaub: Ich habe meinen ersten Dario-Argento-Film mit scharfen Konturen gesehen. Dessen Filme (Inferno, Suspiria) kannte ich sonst nur aus den 1980er Jahren von Videokopien der zweiten und dritten Generationen, mit Schlieren und Streifen und verschwommenen Rändern. Aber erkannt habe ich ihn gleich, obwohl ich kaum ein Wort verstanden und die ersten Minuten verpasst hatte: Ganz typisch die großen roten und blauen Flächen. Und die Horrorgestalten.</p>
<p>Es war dann zwar doch doch <a href="http://imdb.com/title/tt0089013/">Dèmoni</a> von Lamberto Bava, aber immerhin war das Drehbuch von Dario Argento.</p>
<p>Und weil das zu kurz für einen Blogeintrag ist, will ich mich noch an <a href="http://imdb.com/title/tt0091818/">Radioactive Dreams</a> erinnern. Nach einem Atomkrieg sind Phillip Hammer und Marlowe Chandler 15 Jahre in einem Bunker aufgewachsen, mit nichts zu lesen als alten Krimis. Als sie endlich als junge Männer der Bunker verlassen können, finden sie sich in einer postapokalyptischen Mad-Max-Welt mit kannibalischen Punk-Mädchen wieder. (Und tragen Hut und Trenchcoat wie Humphrey Bogart.) Cooler Soundtrack, leider nur als LP erhältlich, und eine Musik- und Tanzeinlage gibt&#8217;s im Film auch.</p>
<p>Muss ich erwähnen, dass der Film vermutlich eher schlecht war? Ich habe ihn allerdings in sehr angenehmer Erinnerung. Billig produziert, aber liebevoll. (Und weniger aufgeblasen als Streets of Fire von Walter Hill &#8211; diese rock opera mit Rick Moranis, auch Mitte der 80er.)<br />
Die postapokalyptische Welt sah übrigens genauso aus, so dachten wir damals jedenfalls, wie die Rückseite von London, wenn man mit dem Zug vom Kontinent aus einfährt.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2007. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/06/alte-filme-radioactive-dreams-und-dario-argento.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/06/alte-filme-radioactive-dreams-und-dario-argento.htm#comments">Kein Kommentar</a>
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