Archiv zur Kategorie: Lieblings-Blogeinträge

Zwischen den Zeilen schreiben (1)

Von: | 3.9.2012

Zusammenfassung: Keine Geschichte erzählt alles. Der Leser muss immer Lücken füllen, sei es bei dem Äußeren einer Person oder bei einem Vorgang. Diese Leerstellen entstehen absichtlich, unabsichtlich, durch Fehler des Autors, durch fehlerhafte Überlieferung, und sind unvermeidbar. Man kann sie füllen, indem man sich ihnen spielerisch-wissenschaftlich nähert oder dadurch, dass man sie literarisch mit anderen Geschichten füllt. Zwischen den Zeilen schreiben Nachdem ich mich mehrere Monate lang mit diesen Elementen beschäftigt hatte, kam ich zu der Schlussfolgerung, dass die Reise um die Erde in 80 Tagen zwei Geschichten umfasste. Eine war die äußere, die offensichtliche, von Verne als interessante, aber… Weiter lesen »

Laienhafte Notizen zu germanischer Dichtung (mit Weltende)

Von: | 15.8.2011
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Ja, die Germanen. Eine völkerwandernde Gruppe von Sprechern verwandter indoeuropäischer Dialekte. Grob kann man die Dialektgruppen Nordgermanisch (die Nachfolger davon in Skandinavien und Island), Ostgermanisch (Gotisch gehört dazu, Nachfolger gibt es keine mehr) und Westgermanisch (Althochdeutsch, Altenglisch, Altniederdeutsch/Altsächsisch) unterscheiden; es gibt natürlich noch weitere Klassifizierungen. Die Germanen auf dem Großteil des Kontinents, also die Sprecher westgermanische Dialekte, hinterließen nicht viele schriftliche Zeugnisse. Ein paar Namen sind noch da: Donar, der Donnergott, nach dem der Donnerstag benannt ist; Wodan/Wotan, auf den Wednesday zurückgeht. (Auch die meisten anderen Wochentagsbezeichnungen gehen auf germanische Götter zurück – die Germanen übernahmen die 7-Tage-Woche von den… Weiter lesen »

Erzählen mit Perspektivenwechsel, die Schulaufgabe

Von: | 5.5.2010

Bei den letzten Schulaufgaben (für Leute außerhalb Bayerns: angekündigte, benotete Aufsätze, heftig benotet) meiner 6. Klasse habe ich mich beim Korrigieren sehr unterhalten. Eines der Themen, angelehnt an diese Übung (und die), sah so aus: Zwei Leute haben sich verabredet, um ins Kino zu gehen. (Möglich: Kind/Elternteil, Freunde.) Einer von beiden ist pünktlich und wartet vor dem Kino und wird ungeduldig oder besorgt, weil der andere nicht kommt. Der oder die andere hat sich verspätet und beeilt sich sehr, um noch rechtzeitig zu kommen. Erzähle das, indem du zwischen den Perspektiven der beiden abwechselst. Schildere anschaulich das Innenleben der beiden.… Weiter lesen »

Der englische Schulroman (neue Abenteuer im Papierweb)

Von: | 28.10.2009
kipling_stalky

Ende der Sommerferien brachte ich mir aus England ein Buch mit, das mir zufällig untergekommen war: Stalky & Co von Rudyard Kipling. Ich hatte schon mal davon gehört, außerdem lese ich Kipling gerne (so gerne, dass ich einen Eintrag über ihn schreiben muss), und es war eine schöne Ausgabe. In neun Episoden werden darin die Abenteuer eines Triumvirats von Schuljungen an einer public school erzählt: Stalky, M’Turk und Beetle. Toll erzählt, wie fast immer bei Kipling. Er verzichtet auch weitgehend auf die Wiedergabe von Dialekt, die manche seiner Geschichten – und vor allem manche Gedichte – für mich unlesbar macht.… Weiter lesen »

Richtig große Zahlen (und die Ackermannfunktion)

Von: | 15.3.2009

Ein Blogeintrag für mich: Ein Thema hat mich interessiert, ich habe recherchiert und zusammengefasst, um es mir anzueignen. Für die Leser, die dableiben: Es geht um richtig große Zahlen. So große, dass die Rechenarten Addition, Multiplikation und Potenzierung nicht reichen. Ein bisschen was zu den Rechenarten und wie sie zusammenhängen: Die Addition ist eine der Grundrechenarten. Zum Beispiel: 1+2 oder 3+4. Nicht ganz so grundrechnend ist die Multiplikation, die quasi nur eine Abkürzung für die mehrfache Addition ist: 3*4 ist ja nichts anderes als 3+3+3+3 (also vier 3er mit einem Plus dazwischen). Fußnote: 3*4 ist natürlich auch 4+4+4, aber aus… Weiter lesen »

Formale Sprachen, Teil 4: Kontextsensitive Sprachen (und Überblick)

Von: | 24.2.2009
chomsky1-baum

1. Überblick und Wiederholung Im Lauf dieser Serie habe ich formale Sprachen vorgestellt, dann eine Untergruppe davon, die regulären Sprachen. Im letzten Beitrag ging es dann um eine übergeordnete Gruppe, die kontextfreien Sprachen. Die ersteren haben praktische Anwendungen etwa bei den regulären Ausdrücken, die für Suchen/Ersetzen genutzt werden. Die zweite Gruppe ist wichtig beim Beschreiben von natürlichen Sprachen und vor allem von Programmiersprachen. Die beiden übrigen Gruppen von Sprachen haben weniger direkte Anwendungsmöglichkeiten. Allerdings sind sie für die theoretische Informatik trotzdem interessant. Deshalb will ich jetzt etwas weiter ausholen und fange von der anderen Ecke an. Zur Wiederholung: Ein Alphabet… Weiter lesen »

Warum ich während der Lehrerkonferenz germanische Langzeilen schreibe, erkläre ich ein anderes Mal

Von: | 10.2.2009

Gleich beginnt sie, die grausliche Sitzung, wo die Noten genannt, die nötig dazu sind um die schlauen Schüler und die schlampigen ebenso zu belehren und lohnen ihre Leistung und Fleiß. Die Schulleitung spricht, schon lauschen ergriffen die Lehrer, auch wenn lieber das Leben zu Hause sie genössen. Doch nötig ist das Nicken im Verbunde, wenn das Schicksal der Schüler sich entscheidet mit Ernst. Ein hemmender Halt noch, erst heißt es zu klären ein Problem, das plötzlich zur Probe der Geduld wird. „Einspruch!“, ertönt es, und als der endlich geklärt ist, der nächste: „So nicht!“ und „Niemals!“ die Rufe. Die Debatte… Weiter lesen »