Kunst-Abitur Material

Weitere Abiturbeobachtungen: Kunst

Vor drei Jahren hatte ich meine erste Aufsicht im Fach Musik, letzte Woche war ich zum ersten Mal bei Kunst dabei. Das war sogar noch spannender. Im Kunst-Abitur können die Schülerinnen und Schüler zwischen drei Themen wählen, die alle einen praktischen und einen theoretischen Teil haben, jeweils unterschiedlich gewichtet. Für den praktischen Teil bringen die Schüler selber mit: Bleistifte Bunt- und Filzstifte Fineliner Tusche und Federn Deckfarben und Pinsel Schere, Cutter verschiedene Klebemittel (Flüssigkleber, Klebestift, Tesafilm) Lineal Die Liste des Materials, das von der Schule bereitzuhalten ist, ist deutlich länger. Für dieses Jahr zum Beispiel: schnitzfähige Seife eine Tube Zahnpasta […]

Gedanken bei der Aufsicht zum Deutsch-Abitur Bayern 2016

Heute begann das Deutsch-Abitur in Bayern, ich weiß nicht mein wievieltes. Bei den ersten war ich noch nervös, aber seit etlichen Jahren ist das Routine geworden. Unterricht, der ist immer noch aufregend, und eigene Klausuren auch ein bisschen, aber das Abitur sieht mich äußerst gelassen – auch weil ich weiß, dass die Schülerinnen und Schülern gut vorbereitet sein müssten. Die Prüfung ist jetzt nicht mehr meine Aufgabe. Klar korrigiere ich noch und mache vor allem Aufsicht. Abituraufsicht: Das habe ich heute zwei Stunden lang im Klassenzimmer gemacht, ganz ohne Fremdbeschäftigung. Im Eck hing ein Poster mit den zwölf olympischen Göttern. […]

In fremden Klassen wildern

Ich habe zur Zeit und recht kurzfristig eine zusätzliche Klasse übernommen, weil ich jemanden eine Weile vertrete, wie das halt so gelegentlich vorkommt. Läuft ganz gut. Aber zum ersten Mal habe ich meinen Unterricht in einer neuen Klasse nicht begonnen mit gegenseitigem Kennenlernen oder Sitzplanerstellen, gefolgt von einer leichten Textarbeit oder Grundwissenswiederholung, sondern knallhart mit Begrüßung, Ankündigung des Plans für die nächsten Wochen, und sofort Schulaufgabenvorbereitung. (Schulaufgabe: Größere schriftliche angekündigte Arbeit.) Den Plan für die nächsten Wochen habe ich hoffentlich subtil understated dramatisiert. Also, wir müssen uns jetzt schon anstrengen, das zu schaffen, aber wir schaffen das schon. Ernste Lage, […]

Zeitplanung als Lehrer

Unterricht planen und durchführen ist das, was ich am besten kann von den vielen Aufgaben, die ich als Lehrer habe; zumindest jedenfalls ist es das, was mir am meisten Vergnügen bereitet. Es ist aber auch das, wo ich am leichtesten Zeit einsparen kann: Inzwischen habe ich so viele Stunden gehalten, dass ich leicht improvisieren oder, anders gesagt, auf ein Repertoire von bewährten Elementen zurückgreifen kann. Dabei macht es mir Spaß, mich gründlich vorzubereiten. Das sieht dann meist so aus, dass ich mich in ein Thema einarbeite, drumherum Ideen spinne und Material erzeuge, von dem ich dann einen kleinen Teil auch […]

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Weihnachten I

Jahrelang habe ich Weihnachten dem Sekretariat ein bisschen geholfen, wenn es um Serienbriefe in Sonderformaten ging, insbesondere die jährliche Weihnachtskarte der Schule. Inzwischen gehen die Serienbriefe auch ohne mich, die Weihnachtskarte (Schülerwerke, von den Kunstlehrern ausgewählt) gibt es aber immer noch. Was ich jahrelang übesehen habe: Natürlich schickt nicht nur meine Schule Weihnachtsgrüße an die Nachbarschulen, die Nachbarschulen schicken natürlich ebensolche an uns! Die haben wir jetzt im Lehrerzimmer aufgehängt, an einer Schnur, so wie ich es aus England kenne. Da sind welche dabei von Grundschulen und Gymnasien, von externen Partnern der Schule, von Banken. Unterschrieben von der Schulleitung, manchmal […]

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Tanzkurs und anderes Sportliches

Am Samstag war wieder der Abschlussball des Tanzkurses der 8. Klassen. Ich kümmere mich um die Organisation dieses Tanzkurses, mache Listen, kläre Termine, solche Sachen. Ich finde die 8. Jahrgangsstufe zwar recht früh, aber so hat sich das nun mal ergeben vor über zehn Jahren. Da stand Cole Porter im Lehrplan, und „New York, New York“ passte dazu (Leonard Bernstein und Betty Comden & Adolph Green, nicht das, das man von Sinatra kennt), und zum Unterschied von amerikanischem und britischem Englisch passt „Let’s call the whole thing off“. Diesmal hatte der Besitzer der örtlichen Tanzschule gewechselt, aber trotzdem lief wohl […]

The Most Powerful Weapon for Changing the World

„Education: The Most Powerful Weapon for Changing the World“ war das Thema eines Zehntklass-Essays, wohl als Hausaufgabe gestellt, den ich in der Schule zufällig gesehen habe. Der Anfang war nicht wirklich geschickt, ein schwaches Argument für irgendwas oder dagegen, letztlich eine Variante von: wir kriegen zu viel Hausaufgaben, aber der gesamte Hauptteil bestand dann nur aus der Beschreibung einer Wasserstoffbombe als tatsächlicher most powerful weapon, mit Details und Zahlen zur Sprengkraft und wie sie Welt verändern könnten. Das fand ich gar nicht so schlecht. Aus Metaphern die Luft raus nehmen, das mag ich.

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Abistreich 2015

Heute war Abistreich an meiner Schule. Ich bin ja – inzwischen wohl bekanntlich – kein großer Freund dieser Veranstaltungen, aber aus Solidarität war ich trotzdem da, auch wenn ich gar keinen Unterricht hatte. Der Termin war zwar geheim, aber man kriegt es ja doch irgendwie mit. Den nach allem, was man hört, etwas unglücklichen Anfang habe ich verpasst. Mir ist keine höfliche Formulierung dafür eingefallen, wie îch den Umgang mancher Abiturienten in dieser liminalen Phase mit Wasser, Bier und Wasserpistolen beschreiben möchte. Dann gab es ein paar launige Durchsagen, ganz ordentlich gemacht. Die erste informierte die Schüler, dass sie alle […]

Wochenrückblick

Montagnachmittag und Mittwochnachmittag Beisitz beim Deutsch-Kolloquium (mündliche Abiturprüfung). Donnerstag einmal Erstprüfer an der Uni, einmal Zweitprüfer. Am Anfang war ich nervös bei solchen Prüfungen, das ist wohl jeder Lehrer, inzwischen bin ich das nicht mehr. Für eine von mir mit organisierte Informatiklehrer-Fortbildung hat ein Workshopleiter kurzfristig abgesagt, so dass wir uns um Ersatz kümmern müssen. Diskussion mit einem Kollegen von einem anderen Fach, ob nicht jenes andere Fach eigentlich mehr Recht zum Ächzen und Stöhnen über Arbeitsbelastung habe als Deutsch. Den Kollegen belehrt, dass Deutsch den Anspruch auf Vorrang diesbezüglich nicht abgeben wird. Informatikklausur schreiben lassen, Q11. Außerdem Unterricht.

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Votivtafeln 2015

Das ist mal ein Brauch, der mir gefällt: Seit einigen Jahren – in Schulzeit umgerechnet: schon immer – wünschen Freunde und Verwandte den Abiturienten vor den Prüfungen mit Plakaten Glück. Am Anfang, noch im alten Schulgebäude, waren das nur wenige Plakate, und zwar, wenn die Erinnerung nicht täuscht, vor allem von Mitgliedern des Abiturjahrgangs aus dem Vorjahr, die diejenigen ihrer Weggefährten, die es beim ersten Mal nicht geschafft hatten, auf diese Weise beim zweiten Versuch Glück zusprachen. Inzwischen hängen die jüngeren Schulkameraden die Poster auf, also aus dem aktuellen Jahrgang 11, die den Älteren Glück wünschen, und auch immer mehr […]