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	<title>Lehrerzimmer &#187; Schule (mal machen)</title>
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	<description>Herr Rau erzählt von sich und der Schule. Ein Lehrerblog.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 12:51:12 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Processing</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 15:02:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Informatik]]></category>
		<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei Zurück in die Schule gefunden: Processing, eine Java-Programmierumgebung, mit der man Bilder erzeugen kann. Processing ist eine Lernumgebung und Einführung in das (Java-)Programmieren. Man kann damit einerseits voll objektorientiert schreiben, andererseits kann man genauso gut ohne Objektkrams die vorhanden Methoden benutzen, deren Überbau wunderschön transparent ist. (Fußnote: Transparent heißt überall anders soviel wie: &#8220;Durchsichtig, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei <a href="https://zurueckindieschule.wordpress.com/2011/12/21/processing/">Zurück in die Schule gefunden</a>: <a href="http://processing.org/">Processing</a>, eine Java-Programmierumgebung, mit der man Bilder erzeugen kann. Processing ist eine Lernumgebung und Einführung in das (Java-)Programmieren. Man kann damit einerseits voll objektorientiert schreiben, andererseits kann man genauso gut ohne Objektkrams die vorhanden Methoden benutzen, deren Überbau wunderschön transparent ist.</p>
<p><small>(Fußnote: Transparent heißt überall anders soviel wie: &#8220;Durchsichtig, so dass man ins Innere blicken und die Zusammenhänge verstehen kann.&#8221; In der Informatik heißt transparent allerdings: &#8220;Durchsichtig, so dass man hindurchschaut und nichts sieht, also quasi unsichtbar und vor leicht zu verwirrenden Augen verborgen.&#8221;)<br />
</small></p>
<p>Man kann mit Processing neue Bilder zeichnen oder bestehende Bilder bearbeiten. Das kann man statisch machen oder dynamisch: dann werden daraus bewegte Bilder, entweder automatisch oder durch den Benutzer mit Maus oder Tastatur gesteuert. So kann man auch ganze Simulationen entwerfen, wenn man möchte. Man kann sich auch eine Methode schreiben, um die ausgegebenen Bilder zu speichern, die sieht so aus:</p>
<p><code>void mousePressed() {<br />
&nbsp;&nbsp;save("bild.jpg");<br />
}<br />
</code></p>
<p>Viel einfacher geht es wirklich nicht.</p>
<p>Ich wollte aber Filter schreiben, so wie man sie aus Bildbearbeitungsprogrammen kennt. Hier sind ein paar davon. Die Vorgehensweise ist meist die: Man lädt erst einmal das Originalbild in den Speicher und legt eine &#8211; noch leere &#8211; Zeichenfläche im gleichen Format an. Dann schaut man sich der Reihe nach jeden Pixel des Ursprungsbildes an, merkt sich dessen Farbe (bzw. den Rot-, Grün-, Blauanteil davon), verändert diese Farbe, und schreibt an dieselbe Position auf der Zeichenfläche einen Pixel mit der neuen Farbe.</p>
<p>1. Hier ein einfaches Weichzeichnen, das erste Bild ist das Original:</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/processing_original.jpg" alt="" title="processing_original" width="150" height="224" " /> <img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/processing_blur_3.jpg" alt="" title="processing_blur_3" width="150" height="224" " /> <img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/processing_blur_9.jpg" alt="" title="processing_blur_9" width="150" height="224" " /></p>
<p>Man ändert dabei jede Farbe so, dass man sich von einem Pixel und allen seinen umliegenden Nachbarpixeln (im ersten Beispiel nur die direkt umliegenden, im zweiten auch die in etwas weiterem Abstand) die Durchschnittsfarbe ausrechnet und diese dem Pixel zuweist. Das macht man mit allen Pixeln so und heraus kommt eine Weichzeichnung.</p>
<p>2. Hier eine Gammakorrektur. Die dient zu einer differenzierten Aufhellung oder Abdunklung von Bildern. Dabei wird nicht jeder Pixel im gleichen Maß heller oder dunkler gemacht, sondern es werden zum Beispiel die dunklen Pixel mehr aufgehellt als die (ja eh schon hellen) helleren. Im ersten Bild mit gamma=0.5, im zweiten gamma = 1.5:</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/processing_original.jpg" alt="" title="processing_original" width="150" height="224" " /> <img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/processing_gamma_0.5.jpg" alt="" title="processing_gamma_0.5" width="150" height="224" " /> <img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/processing_gamma_1.5.jpg" alt="" title="processing_gamma_1.5" width="150" height="224" " /></p>
<p>Hier sind einem die Nachbarn egal. Man wendet einfach auf den Rot-, Grün-, Blauteil jedes Pixels die überraschend einfache Funktion an:</p>
<p><code>farbeneu = (farbealt/255)<sup>gamma</sup> * 255</code></p>
<p>Die Zahl 255 kommt daher, weil es für jede Farbton 255 Möglichkeiten gibt. Der Wert des ursprünglichen Blauanteils (von 0-255) wird durch 255 geteilt, womit man diesen Anteil auf eine Zahl zwischen 0 und 1 normalisiert hat. Das wird dann mit dem Gammawert potenziert (bzw. je nach Definition auch dessen Kehrwert) und dann mit dem letzten Faktor wieder auf den ursprünglichen Raum (zwischen 0 und 255) gestreckt.</p>
<p>3. Gemischte weitere Filter:</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/processing_sharpen.jpg" alt="" title="processing_sharpen" width="150" height="224" " /> <img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/processing_ellipsen.jpg" alt="" title="processing_ellipsen" width="150" height="224" " /> <img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/processing_mosaik_9.jpg" alt="" title="processing_mosaik_9" width="150" height="224" " /></p>
<p>Der erste ist ein einfaches Schärfen: Man schaut sich wieder die Rot-, Grün- Blauwerte eines Pixels und seiner Nachbarn an und errechnet daraus wieder einen Durchschnitt. Allerdings werden vor der Berechnung die Nachbarn und der Pixel selber noch gewichtet: die Werte der 8 unmittelbaren Nachbarn werden zum Beispiel jeweils um 1 reduziert, die des zentralen Pixels um 9 erhöht &#8211; die Durchschnittswerte bleiben also gleich (das Bild wird insgesamt nicht heller oder dunkler), aber mit Betonung des Zentrums.</p>
<p>Der zweite zeichnet einfach an jede n-te Stelle des Bildes einen Kreis mit Durchmesser n von der Farbe des Pixels, der sich im Originalbild an dieser Stelle befindet. </p>
<p>Der dritte ist ein Mosaik. Man könnte zwar, ähnlich wie bei den Ellipsen, an jede n-te Stelle des Bildes ein Quadrat zeichnen, aber so wollte ich das nicht machen. Jeder Pixel sollte extra gezeichnet werden. Ich machte mir dazu folgende Skizze:</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/processing_mosaik1.jpg" alt="" title="processing_mosaik1" width="550" height="128" class="alignnone size-full wp-image-3576" /></p>
<p>Der erste Pixel in der Reihe (in der 0-Spalte) sei zum Beispiel rot. Die beiden Pixel rechts daneben sollten dessen Farbe annehmen. Die Pixel in den Spalten 3-7 sollten die Farbe des Pixels in Spalte 5 annehmen, und so weiter. (Für die y-Koordinate analog, das habe ich bald gemerkt.)<br />
<img style="float:right; margin-left:10px;" src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/processing_mosaik2.jpg" alt="" title="processing_mosaik2" width="58" height="244" class="alignnone size-full wp-image-3577" /><br />
Weil ich in Mathe nicht gut bin, zeichnete ich mir eine Tabelle auf: links die Position des Pixels, rechts die Position des Pixels, dessen Farbe angenommen werden sollte. f(linkeSpalte) = rechteSpalte. Der Rest ist einfach nur Rechnen. Mathekönner sehen das durch Überlegen, ich habe halt so lange herumgepfuscht, bis ich die entsprechende Funktion hatte. Die musste ich dann noch etwas verallgemeinern, damit sie nicht nur für die Rechnung mit den Mosaiksteinchen von Seitenlänge 5, sondern für beliebige Seitenlängen gilt. Sieht dann so aus:</p>
<p><code>xZentrumspixel = (x+size/2)/size*size</code> bzw.<br />
<code>yZentrumspixel = (y+size/2)/size*size</code>,</p>
<p>wobei <code>size</code> die Seitenlänge des Mosaiksteins ist. Und nein, das <code>/size</code> und <code>*size</code> kann man nicht einfach kürzen, da <code>x</code> eine Ganzzahl und die Divison in diesem Fall eine Ganzzahldivision ist &#8211; es wird immer abgerundet, der Rest verworfen.</p>
<p>Processing gibt&#8217;s für alle gängigen Betriebssystem, läuft unter Windows auch ohne Installationsrechte. Tutorials gibt es dort auch ein paar.</p>
<p><center>***</center></p>
<p>Anhang: So sieht ein vollständiger <em>Sketch</em> in Processing aus. Java-Code, ohne Klassendefinitionen, besteht aus 1 Attribut und den Methoden <code>setup()</code> und <code>draw()</code> und der Berechnungsmethode für das Mosaik, <code>mosaik()</code>. </p>
<pre>
PImage img; //Platz fuer das im Speicher gehaltene Bild

//einmaliges Aufrufen am Anfang
void setup() {
  img = loadImage("test.jpg"); //Laden des Bildes
  size(img.width, img.height); //Groesse der Zeichenflaeche
}

//das eigentliche Zeichnen
void draw() {
  //Pixel-Feld zur Verfuegung stellen
  loadPixels();
  //Zaehlschleife fuer alle Pixel mit x- und y-Koordinate
  for (int x = 0; x < img.width; x++) {
    for (int y = 0; y < img.height; y++ ) {
      //Berechnen der neuen Farbe - hier koennte man auch andere Methoden aufrufen
      color c = mosaik(x, y, 9);
      //Umrechnen der Koordinaten in Index des eindimensionalen Pixel-Felds
      int loc = x + y*img.width;
      //Aendern des Pixels im Pixel-Feld
      pixels[loc] = c;
    }
  }
  //Zeichnen aller Pixel
  updatePixels();
}

//Methode zur Farbberechnung beim Mosaik
color mosaik(int x, int y, int groesse) {
  //Koordinaten des Zentrums ermitteln
  int xZentrum = (x+groesse/2)/groesse*groesse;
  int yZentrum = (y+groesse/2)/groesse*groesse;

  //Umrechnen der Koordinaten in Index des eindimensionalen Pixel-Felds
  int loc = xZentrum + yZentrum*img.width;

  //sicher stellen, dass Bildgrenzen nicht ueberschritten werden
 loc = constrain(loc, 0, img.pixels.length-1);

  //Rot-, Gruen-, Blauanteile des Zentrumspixels speichern
  float rtotal = red(img.pixels[loc]);
  float gtotal = green(img.pixels[loc]);
  float btotal = blue(img.pixels[loc]);           

  // Rueckgabe der neuen Farbe
  return color(rtotal, gtotal, btotal);
}
</pre>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2012. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2012/01/processing.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2012/01/processing.htm#comments">4 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Letzte Schulwoche 2011, Notizen</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/12/letzte-schulwoche-2011-notizen.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/12/letzte-schulwoche-2011-notizen.htm#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 16:36:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule (Alltag)]]></category>
		<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus meinem spärlichen Unterricht habe ich wenig zu berichten. Der Deutschunterricht fehlt mir, da hatte ich Spielraum für Projekte, da gab es mehr vorzuzeigen. Informatik macht schon auch viel Spaß und deutlich weniger Arbeit, aber in den 9. Klassen unterrichte ich das Fach zum ersten Mal, da halte ich mich eher ans Buch. Die 10. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus meinem <strong>spärlichen Unterricht</strong> habe ich wenig zu berichten.  Der Deutschunterricht fehlt mir, da hatte ich Spielraum für Projekte, da gab es mehr vorzuzeigen. Informatik macht schon auch viel Spaß und deutlich weniger Arbeit, aber in den 9. Klassen unterrichte ich das Fach zum ersten Mal, da halte ich mich eher ans Buch. Die 10. Klasse mache ich jetzt zum vierten Mal und scheine endlich eine Reihenfolge gefunden zu haben, mit der ich zufrieden bin und die die Schüler nicht zu sehr abschreckt. </p>
<p><center>***</center></p>
<p>In der <strong>letzten Woche</strong> mache ich regulär Unterricht, wenn auch nie mit allen Schülern &#8211; Konzertproben, Nachholtermine, unerklärte Abwesenheiten. Videofilme und Plätzchen und Lieder gibt es am Freitag, das reicht. Karaoke mit Youtube, denke ich.</p>
<p><center>***</center></p>
<p>Weihnachten: Zwei <strong>ehemalige Schüler</strong> haben sich per Mail gemeldet und erzählen vom Studium. (Informatik beziehungsweise Filmhochschule.) Freut mich.</p>
<p><center>***</center></p>
<p>Habe heute erfolgreich eine Schülerin entsetzt, die meine <strong>neue Brille</strong> des Ray-Ban-Tums zieh; ich leugnete und verwies auf eine andere, ähnlich bekannte Marke &#8211; bei der der Optiker so nett war, mir das Logo abzufeilen. Dann habe ich den Schülern das Konzept des Sponsoring erklärt: den neuen Kindle Touch gibt es für 100 Dollar mit &#8220;Special Offers &#038; Sponsored Screensavers&#8221;, also Reklame, oder ohne Reklame für 140 Dollar. Skifahrer kriegen Geld dafür, dass Markennamen auf Ihrern Anzügen prangen. Da werde ich doch nicht kostenlos Werbung laufen für eine Marke.<br />
(Ansonsten: Bin ich in der Midlife-Krise, weil ich im letzten halben Jahr mit Bart experimentiert und jetzt eine neue Brille habe? Ist ein Motorrad der nächste Schritt?)</p>
<p><center>***</center></p>
<p>Lehrer werden mehr oder weniger bekanntlich alle vier Jahre beurteilt. Für den aktuellen <strong>Beurteilungszeitraum </strong>(2011-2014) gilt das nicht mehr nur für die verbeamteten Lehrer bis zu einer bestimmten Altersgrenze, sondern diesmal eben für alle. Eine Feedbackkultur und Personalgespräche wären deutlich sinnvoller, zumal völlig unklar ist, welche Rolle diese Beurteilungen etwa für angestellte Lehrer haben. Außerdem wurden die Notenstufe wieder mal geändert. Es sind weiterhin 7, aber die Bezeichungen sind teilweise neu:</p>
<blockquote><p>HQ in allen Belangen von herausragender Qualität<br />
BG erfüllt Anforderung besonders gut<br />
UB übersteigt die Anforderungen<br />
VE entspricht voll den Anforderungen (früher: entspricht)<br />
HM wird Anforderungen in hohem Maße gerecht (früher: im Wesentlichen)<br />
MA weist Mängel auf<br />
IU insgesamt unzureichende Leistungen</p></blockquote>
<p>Ich nehme mal an, dass die Stufe 5 attraktiver gemacht werden soll, da die jetzt schöner klingt. &#8220;Wird Anforderungen in hohem Maße gerecht&#8221; ist nämlich schlecht, weil eben nur hoch und nicht voll oder überdrüber.</p>
<p><center>***</center></p>
<p>Ich hätte gerne einen internen <strong>Referatslehrplan </strong>an meiner Schule. Welches Fach in welcher Jahrgangstufe für Referate zuständig ist, und welche Kriterien wichtig sind. Am liebsten hätte ich es ja, wenn jeder Schüler ein Portfolio hätte und mir etwa in der 10. Klasse zeigen könnte, was er in den letzten Jahren alles an schönen Sachen gemacht hat. Scheitert an fehlender Kontinuität der Lehrer, fürchte ich, und am mangelnden Interesse der Schüler an solch einer Dokumentation.</p>
<p><center>***</center></p>
<p>Der Unterricht in der Deutsch-Oberstufe ist sehr an den literaturgeschichtlichen Epochen orientiert ist. Sollte man da nicht in der Q11 den Schülern beibringen, wie man sich das nötige <strong>Wissen um eine Epoche selbstständig aneignet</strong> (lehrergeführt durch Klassik, Romantik, Realismus) und wie man überprüfen kann, ob man genug von einer Epoche weiß, um über sie sinnvoll reden zu können? Dann könnte man in der Q12 von den Schülern verlangen, das an neuen Epochen (Naturalismus, Expressionismus) dann auch selber zu tun. Der Lehrplan sieht das nicht vor und lässt wenig Zeit dazu, und Zeit würde das brauchen.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/12/letzte-schulwoche-2011-notizen.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/12/letzte-schulwoche-2011-notizen.htm#comments">4 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Laienhafte Notizen zu germanischer Dichtung (mit Weltende)</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/laienhafte-notizen-zu-germanischer-dichtung-mit-weltende.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/laienhafte-notizen-zu-germanischer-dichtung-mit-weltende.htm#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Aug 2011 13:55:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Lieblings-Blogeinträge]]></category>
		<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, die Germanen. Eine völkerwandernde Gruppe von Sprechern verwandter indoeuropäischer Dialekte. Grob kann man die Dialektgruppen Nordgermanisch (die Nachfolger davon in Skandinavien und Island), Ostgermanisch (Gotisch gehört dazu, Nachfolger gibt es keine mehr) und Westgermanisch (Althochdeutsch, Altenglisch, Altniederdeutsch/Altsächsisch) unterscheiden; es gibt natürlich noch weitere Klassifizierungen. Die Germanen auf dem Großteil des Kontinents, also die Sprecher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, die Germanen. Eine völkerwandernde Gruppe von Sprechern verwandter indoeuropäischer Dialekte. Grob kann man die Dialektgruppen Nordgermanisch (die Nachfolger davon in Skandinavien und Island), Ostgermanisch (Gotisch gehört dazu, Nachfolger gibt es keine mehr) und Westgermanisch (Althochdeutsch, Altenglisch, Altniederdeutsch/Altsächsisch) unterscheiden; es gibt natürlich noch weitere Klassifizierungen.</p>
<p>Die <strong>Germanen</strong> auf dem Großteil des Kontinents, also die Sprecher westgermanische Dialekte, hinterließen nicht viele schriftliche Zeugnisse. Ein paar Namen sind noch da: Donar, der Donnergott, nach dem der Donnerstag benannt ist; Wodan/Wotan, auf den Wednesday zurückgeht. (Auch die meisten anderen Wochentagsbezeichnungen gehen auf germanische Götter zurück &#8211; die Germanen übernahmen die 7-Tage-Woche von den Römern und ersetzten die römischen Götter durch entsprechende eigene. So wurde aus dem Tag des Jupiter &#8211; dies iovis, jeudi, jueves &#8211; der Tag des Donar; beides sind Donnergötter. Und aus dem Tag des Merkur &#8211; dies mercurii, mercredi, miércoles &#8211; wurde eben der Tag des Wodan; beide kann man als Trickster-Götter sehen.)<br />
Was man über die germanische Götterwelt weiß, weiß man hauptsächlich aus nordgermanischen Quellen, und in diesen Dialekten heißen die beiden genannten Götter Thor und Odin, und bei diesen Formen der Namen bleibe ich jetzt auch.</p>
<p>Kennengelernt habe ich Thor natürlich hier:</p>
<p><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/thor.htm"><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/marvel_thor-194x300.jpg"/></a></p>
<p>Lief ja auch neulich im Kino. Und deshalb habe ich schon als Kind die germanischen Sagen gelesen. Die Göttersagen jedenfalls, die Heldendichtung weniger. Überliefert sind viele Sagen vor allem in zwei Werken, die dummerweise beide <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Edda">Edda</a> heißen. Das eine Buch beginnt tatsächlich mit den Worten &#8220;Dieses Buch heißt Edda&#8221;, es heißt auch Prosa-Edda, weil viel davon in Prosa geschrieben ist, oder <strong>Snorra-Edda</strong>, nach dem Autor, Snorri Sturluson. Das andere, bekanntere, wird in Anlehnung an das erste Buch <strong>Lieder-Edda</strong> genannt, oder auch Ältere Edda, weil man früher davon ausging, dass es vor dem ersten Buch entstanden ist &#8211; was aber wohl nicht stimmt.<br />
Die Lieder-Edda ist eine Sammlung vollständiger, aber unverbundener Götter- und Heldensagen. Geschrieben ist sie in <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2009/02/warum-ich-waehrend-der-lehrerkonferenz.htm">stabgereimten germanischen Langzeilen</a>, vier davon je Strophe.</p>
<p>Hier eine Strophe aus der <strong>&#8220;Heimholung des Hammers&#8221;</strong>. Der Riese Thrym hat Thors Hammer gestohlen und will ihn nur herausgeben, wenn er Freyja zur Frau erhält. Loki und Thor machen sich auf, den Hammer zurückzuholen &#8211; Thor verkleidet als Freyja, Loki als Zofe. Eine Idee Lokis, natürlich. Die vermeintliche Freyja fällt erst einmal durch recht männlichen Hunger und Durst auf. Schließlich fordert Thrym einen Kuss und hebt den Schleier der vermeintlichen Braut:</p>
<blockquote><p>Kusslüstern lüftete   das Linnen der Riese;<br />
Doch weit wie der Saal   schreckt&#8217; er zurück:<br />
&#8220;Wie furchtbar flammen   der Freyja die Augen!<br />
Mich dünkt es brenne   ihr Blick wie Glut.&#8221;<br />
<em>(Übersetzung: Karl Simrock)</em></p></blockquote>
<p>Und dann beginnt auch schon die Prügelei.</p>
<p>&#8211; Weniger bekannt, aber auch sehr reizvoll ist die <strong>Snorra-Edda</strong>, und in der habe ich neulich etwas herumgelesen. Sie stammt aus derselben Zeit wie die anonyme Lieder-Edda, dem 13. Jahrhundert, hat aber einen ausgemachten Autor: Snorri Sturluson. Sturluson war ein isländischer mittelalterlicher Gelehrter, Christ natürlich. Island war spät christianisiert worden, aber zu Sturlusons Zeit schon durch und durch christlich. Allerdings wurden, anders als auf dem Kontinent, die Reste des germanischen Glaubens nicht groß bekämpft; sie hielten sich ohnehin nur als Sagenstoff. Im Gegenteil, die alten Sagen und Stoffe wurden geachtet, drohten aber in Vergessenheit zu geraten: Ihr Auftritt, Snorri Sturluson!<br />
Der schrieb mit seiner Edda nämlich ein <strong>Lehrbuch für Dichter</strong>. Die altnordische Dichtung gilt &#8211; wir wissen das seit John Irvings <em>The Water-Method Man</em> &#8211; als sehr komplex, da zu ihrem Verständnis nicht nur formale Zusammenhänge beitragen (Metrik, Reim), sondern auch ein bestimmtes Vokabular (dazu später mehr) und ein großes Wissen um mythologische Zusammenhänge. All dieses Wissen wollte Sturluson bewahren und weitergeben, deswegen schrieb er sein Lehrbuch.</p>
<p>Die Sturluson-Edda besteht aus einem kurzen Vorwort, in dem Sturluson (wenn das Vorwort denn tatsächlich von ihm ist) den Sagenstoff in das aktuelle <strong>christliche Weltbild</strong> einordnet: Die germanischen Götter waren gar keine Götter, sondern menschliche Helden, die erst im Nachhinein zu Göttern verklärt wurden. Und zwar waren sie die Kämpfer um Troja, die danach auswanderten nach Europa &#8211; aus Asien nämlich, und deshalb wurden sie Asen genannt.<br />
Darauf folgt ein etwas ausführlicherer Prosateil, in dem in einer <strong>Rahmenhandlung Göttersagen</strong> nacherzählt werden. (Das muss aber nicht heißen, dass diese Fassung tatsächlicher germanischer Religion entspricht. Zu dieser Zeit war das nur noch Folklore, und der Redakteur oder Autor Snorri ein Christ mit eigenen Schwerpunkten.)<br />
Daran schließen sich zwei umfangreiche praktische Teile an, in denen anhand zitierter altnordischer Dichtung (von benannten und anonymen Dichtern, darunter auch Strophen, die sich fast gleichlautend in der Lieder-Edda finden) <strong>poetische Prinzipien der altnordischen Dichtung</strong> vorgeführt und erklärt werden. Die mythologische Abhandlung zuvor bildet quasi die Grundlage dafür.</p>
<p>So, das war der allgemeine Teil fast schon. Hier noch ein Ausschnitt aus der Snorra-Edda. <strong>Ragnarök</strong>: Das Schicksal der Götter ist gekommen, die meisten von ihnen werden zugrunde gehen. Die riesige Midgardschlange, auch Jörmungandr genannt, erhebt sich, der Geister-Kapitän Hrym sticht mit seinem Schiff Naglfar in See. (Das Schiff Naglfar: wird nach und nach aus den Fingernägeln Verstorbener gebaut. Zum Ende der Welt wird es gerade fertig geworden sein, deshalb ist es wichtig, den Toten die Nägel sauber zu schneiden.) Der Feuerdämon Surtur greift an; die Herrin der Unterwelt, Hel, empfängt viele Tote. In der Übersetzung von Karl Simrock:</p>
<blockquote><p>Hrym fährt von Osten,   es hebt sich die Flut;<br />
Jörmungandr wälzt sich   im Jötunmuthe.<br />
Der Wurm schlägt die Brandung,   aufschreit der Adler,<br />
Leichen zerreißt er;   Naglfar wird los.</p>
<p>Surtur fährt von Süden mit flammendem Schwert,<br />
Von seiner Klinge scheint die Sonne der Götter.<br />
Steinberge stürzen, Riesinnen straucheln,<br />
Zu Hel fahren Helden, der Himmel klafft.</p></blockquote>
<p>Bin nur ich das, oder erinnert das wirklich sehr an Jakob van Hoddis&#8217; berühmtes <strong>&#8220;Weltende&#8221;</strong>:</p>
<blockquote><p>Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,<br />
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.<br />
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei<br />
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.</p>
<p>Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen<br />
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.<br />
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.<br />
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.</p></blockquote>
<p>Parodiert der Hoddis am Ende tatsächlich die Ragnarök-Dichtung? Oder ist Katastrophendichtung eh immer gleich?</p>
<hr style="width:50%"/>
<h4>Bonusteil 1: Tolkien</h4>
<p>Nur ganz kurz: der war ja Professor für Altenglisch/Angelsächsisch und las in einer Runde Gleichinteressierter isländische Sagas im Orginal. Vor zwei Jahren erschien ja seine <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/The_Legend_of_Sigurd_and_Gudr%C3%BAn">Legende von Sigurd und Gúdrun</a>, in stabgereimten Langversstrophen, in der er Lücken im Mythenkanon durch Neudichtung spielerisch schließt. Der <em>Herr der Ringe</em> knüpft stärker an germanische Dichtung an, als man meint (<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2009/02/entfesselt-mein-innerer-dichter.htm">Fußnoten dazu in altem Blogeintrag</a>). Hier nur kurz eine Auswahl an Namen von Zwergen, die an einer Stelle der Snorra-Edda aufgezählt werden: Dwalinn, Bifurr, Bafurr, Bömbur, Nori, Ori, Oinn, Thorinn, Fili, Kili, Gloinn. (Und Gandalf.) Nur Balin(n) muss aus einer anderen Quelle kommen.</p>
<h4>Bonusteil 2: Kenningar</h4>
<p>So beginnt Snorri den Abschnitt über die Dichtkunst:</p>
<blockquote><p>Nun sollt ihr hören, wie die Skalden die Dichtkunst mit diesen Ausdrücken umschreiben [...]: zum Beispiel nennen sie sie Kwasirs Blut und Schiff der Zwerge, Zwergenmet, Asenmet, Auslöse des Riesenvaters, die Flüssigkeit von Odrödir und Bodn und Son [...], Flüssigkeit Hnitbörgs, Kampfesbeute Odins und Geschenk Odins.</p></blockquote>
<p>Puh. Heute ist man von der Muse geküsst, aber das war es schon. Dass Zwergenschiff für Dichtkunst steht, kann man nur verstehen, wenn man den Mythos von der Entstehung der Dichtkunst kennt, und eben den hat Snorri deshalb zuvor erzählt. Diese Art der Umschreibung ist typisch für altnordische Dichtung und heißt Kenning. (<a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Kenning">Wikipedia deutsch</a>, sehr viel ausführlicher <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Kenning">Wikipedia englisch</a>). </p>
<p>Die Kurzfassung: Kenningar bestehen immer aus zwei Begriffen, einem Grundwort und einem Bestimmungswort. Bei &#8220;Lindwurmlager&#8221; ist &#8220;Lager&#8221; das Grundwort, bestimmt wird es näher durch &#8220;Lindwurm&#8221;. Das Bestimmungswort kann auch im Genitiv stehen, vor- oder nachgestellt. Gemeint ist aber weder das eine noch das andere, sondern etwas anderes: in diesem Fall &#8220;Gold&#8221;. (Ist das verwandt mit dem, was im Germanistikstudium &#8220;Bahuvrihi&#8221; hieß?)</p>
<p>Beispiele für Kenningar:</p>
<blockquote><p>Lindwurmlager, für: Gold<br />
das Verderben der Zweige, für: Feuer<br />
Bienenwolf (Beowulf), für: Bär<br />
Zahnröter des Wolfes, für: Mann (<em>get it?</em>)<br />
Wundbiene, für: Pfeil
</p></blockquote>
<p>Ich mag diese Kenningar, und irgendwann will ich mal Schüler darauf ansetzen. Eine Liste von Kenningar aus dem Schulalltag? Zuerst kämen wohl Allerwelts-<strike>Bahuvrihi</strike>Komposita wie &#8220;Schaumschläger&#8221; und &#8220;Dünnbrettbohrer&#8221; heraus, amn müsste also Neuschöpfungen verlangen. Ein Lehrer&#8230; Freudevernichter? Kreidezerstörer? Etwas episch-heldisch sollte es schon klingen.</p>
<p>Entschlüsseln kann man eine Kenning relativ leicht, wenn sie offensichtlich metaphorisch oder metonymisch ist, wie in den Beispielen oben. Wenn sie allerdings mythologischen Hintergrund hat, und das ist oft der Fall, dann braucht man dieses Hintergrundwissen:</p>
<blockquote><p>Swafnirs Saalschindeln, für: Schilde (Swafnir=Odin, sein Saal=Valhalla, und deren Dach ist mit Schilden gedeckt)<br />
Ymirs Schädel, für: Himmel (aus dem Schädel des Frostriesen wurde der Himmel erschaffen)<br />
Zwergenschiff, für: Dichtung (zu lange Geschichte für hier)
</p></blockquote>
<p>Snorri Sturluson zählt in seiner Edda mehr oder weniger systematisch und anhand von Beispielstrophen wichtige Kenningar für Dichtkunst, Thor, Balder, Njörd, Freyr, Heimdall und andere Götter auf und erklärt sie. Leider habe ich online keine deutsche Übersetzung der poetologischen Teile der Prosa-Edda gefunden (Simrock hat nur die Mythen), hier gibt es immerhin <a href="http://www.cybersamurai.net/Mythology/nordic_gods/LegendsSagas/Edda/ProseEdda/ContentsEnglish.htm#skaldse">den ersten poetologischen Teil auf Englisch</a>.</p>
<p>Eine Auswahl von Kenningar und Heiti (siehe weiter unten) gibt es <a href="http://www.heimdallsborg.de/html/kenningar.html">hier</a> auf Deutsch, eine Datenbank altnordischer Kenningar mit englischen Übersetzungen <a href="http://skaldic.arts.usyd.edu.au/db.php?table=kenning">gibt es hier</a> und, <a href="http://notendur.hi.is/eybjorn/ugm/kennings/kennings.html">semantisch klassifiziert, hier</a>.</p>
<p>Und jetzt für Fortgeschrittene: In einer Kenning kann das Bestimmungswort (manchmal auch das Grundwort) selbst durch eine Kenning umschrieben werden. &#8220;Fütterer der Kriegs-Möwen&#8221; bedeutet dann &#8220;Fütterer der Raben&#8221;, bedeutet dann: &#8220;Krieger&#8221;. Und &#8220;Zerstörer des Hungers des Adlers&#8221; bedeutet dann &#8220;Fütterer des Adlers&#8221;, bedeutet dann: &#8220;Krieger&#8221;.  Und, man ahnt es schon, auch diese nunmehr dreiteilige Kenning kann erweitert werden, indem man wieder einen Begriff durch eine Kenning ersetzt. Und so weiter:</p>
<blockquote><p>Fjordknochen: Steine<br />
Männer der Fjordknochen: Felsriesen<br />
Brandung der Hefe der Männer der Fjordknochen: Bier der Riesen (=Dichtkunst) bzw. ihr Vortrag<br />
(aus der <a href="http://www.amazon.de/Die-Edda-Snorri-Sturluson-G%C3%B6ttererz%C3%A4hlungen/dp/3150007828/">Übersetzung von Arnulf Krause</a>)</p></blockquote>
<p>Das hat schon was von <em>cryptic crossword puzzle</em>. Snorri empfiehlt als Grenze für verständliche Kenningar maximal fünf Teile, die längste überlieferte Kenning besteht aus neun:</p>
<blockquote><p><em>nausta blakks hlé-mána gífrs drífu gim-slöngvir</em> oder <em>nausta blakks hlémána gífrs drífu gimsløngvir</em><br />
&#8220;Feuerschwinger des Schneegestöbers des Trolls des Schutzmonds des Rosses des Bootshauses&#8221;<br />
Ross des Bootshauses: Boot<br />
Schutzmond des Boots: Schild<br />
Troll (=Feind) des Schilds: Axt<br />
Schneegestöber der Axt: Kampf<br />
Feuerschwinger des Kampfes: Krieger<br />
<em>(meine Übersetzung aus dem Englischen, daher vielleicht falsch)</em>
</p></blockquote>
<p>Es zeichnet sich ein Muster ab: wenn man nicht weiß, was eine Kenning bedeutet, liegt man mit &#8220;Krieger&#8221; oft nicht falsch. Der zweite Tipp ist dann wohl &#8220;Odin&#8221;.</p>
<h4>Bonusteil 3: Heiti (und grammatische Traktate)</h4>
<p>Eine weitere Zutat altnordischer Dichtung sind Heiti (<a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Heiti">Wikipedia englisch</a>). Auch das sind (in der heute verbreiteten Bedeutung) synonyme Umschreibungen, anders als die Kenningar bestehen sie aber nur aus einem einzigen Begriff. Sie sind kulturell festgelegt, man muss halt wissen, dass &#8220;Eber&#8221; für &#8220;Fürst&#8221; steht, &#8220;der Gierige&#8221; für &#8220;Feuer&#8221;, &#8220;Baum&#8221; für &#8220;Mann&#8221; und &#8220;Salz&#8221; für &#8220;Meer&#8221;.<br />
Über Heiti habe ich im Web nicht viel gefunden. Eine Liste von Heiti soll im <em>Dritten grammatischen Traktat</em> stehen. Also: Es gibt einen <a href="http://medievalsourcesbibliography.org/sources/-930250274">Codex Wormianus</a>. Der enthält unter anderem die einzelnen Abschnitte der Snorra-Edda und vier grammatische Traktate. Der dritte Traktat stammt von, Moment, Óláfr Þórðarson, einem Neffen von Snorri. Am meisten dazu habe ich noch <a href="http://www.dur.ac.uk/medieval.www/sagaconf/wills.htm">hier</a> gefunden.<br />
<a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Erster_Grammatischer_Traktat">Der erste grammatische Traktat</a> (anonym, um 1150) sieht aber auch interessant aus. Darin werden Vorschläge zu einer systematischen Schreibung des Altisländischen gemacht. Das Lautsystem wird anhand von Minimalpaaren untersucht, neue Vokalgrapheme werden vorgeschlagen und die Markierung von Langvokalen und Nasalen durch diakritische Zeichen. Da wirkt das Mittelalter gleich etwas weniger finster.</p>
<p>Weiterführende Lektüre, neben den verlinkten Quellen:</p>
<ul>
<li>Anfangen mit einer Nacherzählung germanischer Sagen und Mythen, etwa: <em>Germanische Götter- und Heldensagen</em>, nach den Quellen neu erzählt von Reiner Tetzner.Stuttgart: Reclam 1997. Sehr vollständig.</li>
<li>Erst dann die <em>Edda</em> des Snorri Sturluson. Ich fand verständlich die Fassung von Arnulf Krause (Reclam 1997), der die Verse wörtlich übersetzt und dabei die Metrik nicht berücksichtigt. Leider fehlt der letzte poetologische Teil von Sturluson. Bei Wikipedia gibt es die alte metrische <a href="https://secure.wikimedia.org/wikisource/de/wiki/Die_Edda_%28Simrock_1876%29">Simrock-Übersetzung</a> beider Eddas, da fehlen aber noch größere Teile der Snorra-Edda.</li>
</ul>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/laienhafte-notizen-zu-germanischer-dichtung-mit-weltende.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/08/laienhafte-notizen-zu-germanischer-dichtung-mit-weltende.htm#comments">2 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Schiedsrichterhandzeichen</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/schiedsrichterhandzeichen.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/schiedsrichterhandzeichen.htm#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 May 2011 18:55:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>
		<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei Marginal Revolution gefunden (also, nicht wirklich selber gefunden, lange Geschichte): Das käme dann auch als Poster in meine Schulbibliothek. Beim Debattieren, Argumentieren, Philosophieren gibt es ebenso Spielfehler wie etwa beim Basketball, und wie schön wäre es, wenn Schüler und Lehrer diese Zeichen verstehen würden. Aber leider sind ja nicht mal die Spielfehler besonders bekannt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei <a href="http://marginalrevolution.com/marginalrevolution/2011/04/philosophy-referee-signals.html">Marginal Revolution</a> gefunden (also, nicht wirklich selber gefunden, lange Geschichte):</p>
<p><a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/debating_signals2.jpg"><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/debating_signals2-536x1024.jpg" alt="" title="debating_signals2" width="536" height="1024" class="aligncenter size-large wp-image-3226" /></a></p>
<p>Das käme dann auch als Poster in meine Schulbibliothek. Beim Debattieren, Argumentieren, Philosophieren gibt es ebenso Spielfehler wie etwa beim Basketball, und wie schön wäre es, wenn Schüler und Lehrer diese Zeichen verstehen würden.</p>
<p>Aber leider sind ja nicht mal die Spielfehler besonders bekannt. In den Kommentaren zu englischen Blogs stoße ich ständig auf Begriffe wie <em>slippery slope</em>, <em>straw man</em>, <em>non sequitur</em>, <em>false analogy</em>. Ich gehe mal davon aus, dass diese Begriffe in der Schule gelernt werden, weil sie so verbreitet sind. Deutsche Kommentare lese ich weniger, zugegeben, aber da stoße ich nie auf solche Begriffe. Einmal im Jahr irgendwo ein <em>ad hominem</em>, aber das war es dann schon. Wie kommt das eigentlich? Kommentieren in den USA nur Schüler, die im Debattierclub waren?<br />
Früher habe ich ab und zu mal Auszüge aus: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eristische_Dialektik">Eristische Dialektik, oder die Kunst Recht zu behalten</a> von Schopenhauer im Unterricht behandelt. Könnte ich mal wieder herauskramen und unserem Kanon zu lesender Texte hinzufügen.</p>
<p>In vielen Situationen sind Schiedsrichter tatsächlich sinnvoll. Wie sagte mir einst ein Sportlehrer, oder war es eine Sportlehrerin: &#8220;Begehen Jungen Spielfehler, warten sie, bis der Schiedsrichter pfeift und eine Entscheidung fällt. Mädchen geben einen Fehler zu, ohne sich zu vergewissern, dass der Schiedsrichter den Fehler erkannt hat.&#8221; Manchmal ist das auch so in der Zusammenarbeit mit den Kollegen, angefangen beim Breitmachen auf den Tischen im Lehrerzimmer: die einen holen heraus, was nur geht &#8211; solange kein Schiedsrichter pfeift, gibt es kein Foul. Weitere Beispiele gehören nicht hierher.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/schiedsrichterhandzeichen.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/05/schiedsrichterhandzeichen.htm#comments">6 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Recherchieren in der Bibliothek</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/03/recherchieren-in-der-bibliothek.htm</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 17:14:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>
		<category><![CDATA[Referate]]></category>

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		<description><![CDATA[Das habe ich beim Webweiser gefunden: Das ist einer von drei Videos zum Thema Recherche in Bibliotheken. (&#8220;Ein Projekt der Akademie für Leserförderung der Stiftung Lesen an der Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover&#8221;, Bindestriche hat man jetzt gar nicht mehr.) Die Schüler im Video sind jünger als meine, aber im Moment probiere ich das mit einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das habe ich <a href="http://www.der-webweiser.com/2011/03/lernen-durch-recherche/">beim Webweiser gefunden</a>:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/jhKJVVTxj8w?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Das ist einer von drei Videos zum Thema Recherche in Bibliotheken. (&#8220;Ein Projekt der Akademie für Leserförderung der Stiftung Lesen an der Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover&#8221;, Bindestriche hat man jetzt gar nicht mehr.)  Die Schüler im Video sind jünger als meine, aber im Moment probiere ich das mit einer 7. Klasse aus, habe auch die Videos im Unterricht gezeigt. Die Schüler klagen zwar darüber, dass sie am Anfang so ein Plakat erstellen sollen, aber ich halte das Vorgehen für sinnvoll &#8211; ob es das wirklich ist, wird sich zeigen.</p>
<p>Der Knackpunkt ist für mich der, und, so formuliert, eigentlich banal: die Referenten-Rechercheure überlegen sich vorher schriftlich, welche Fragen Sie zu einem Thema haben. Und erst dann beginnt die eigentliche Recherche. Oft ist es bei Referaten nämlich anders: man stellt als Lehrer ein Thema und gibt den Schülern weder Leitfragen vor noch lässt man sie erarbeiten. Und die Schüler lesen dann zuerst den Wikipedia-Artikel dazu, danach noch zwei oder drei relativ willkürlich ausgewählte Quellen, und fassen dann einfach alles zusammen. </p>
<p>Anders ist es, wenn man die Schwerpunkte vorher setzt. Dann verzettelt man sich zum einen nicht, und zum anderen muss man notfalls eben weiter recherchieren, nämlich so lange, bis man die Antworten auf die Fragen gefunden hat. Ob das wirklich so einen Unterschied macht, weiß ich nicht; aber ich möchte in Zukunft vor Referaten nicht nur das Thema wissen oder vorgeben, sondern die Fragen dazu sehen.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/03/recherchieren-in-der-bibliothek.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/03/recherchieren-in-der-bibliothek.htm#comments">24 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Dial L for Listening</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/03/dial-l-for-listening.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/03/dial-l-for-listening.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 Mar 2011 19:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>
		<category><![CDATA[Hardware]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin seit einiger Zeit nicht mehr bei der Telekom, sondern kriege mein Telefon über meinen Internetanbieter. Dort kann ich mir ohne weitere Kosten zusätzliche Telefonnummern anlegen und auch wieder löschen, 10 Stück davon. Diese Nummern kann ich mit digitalen Anrufbeantwortern versehen, über mein Telefon und meinen Router oder über eine Webschnittstelle, wo ich eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin seit einiger Zeit nicht mehr bei der Telekom, sondern kriege mein Telefon über meinen Internetanbieter. Dort kann ich mir ohne weitere Kosten zusätzliche Telefonnummern anlegen und auch wieder löschen, 10 Stück davon. Diese Nummern kann ich mit digitalen Anrufbeantwortern versehen, über mein Telefon und meinen Router oder über eine Webschnittstelle, wo ich eine Audiodatei hochladen kann (.wav, 8 kHz, also eher low-fidelity).</p>
<p>Ich unterrichte ja kein Englisch mehr, aber wenn es doch mal wieder dazu kommt, werde ich mir zwei oder drei Nummern einrichten mit Ansagetexten verschiedenen Schwierigkeitsgrads, und dann lasse ich in der Schule Schüler die Nummern anrufen und mir den Inhalt der Nachricht mitteilen. Eventuell ist auch gleich ein Arbeitsauftrag dabei. Ganz umkompliziert und spontan einsetzbare Hörverstehensübung.</p>
<p>(Ja, man braucht dazu <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2009/02/das-klingelnde-klassenzimmer.htm">Telefon im Klassenzimmer</a> oder einsetzbare Handys. Zur Not, aber das würde viel vom Witz wegnehmen, könnte ich auch mein eigenes Handy anbieten; Anrufe wären dann kostenlos &#8211; wieviel und ob das sonst etwas kostet, hängt von den Tarifen der Schüler ab. Und klar, ein echter Mensch am anderen Ende &#8211; so wie bei <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/10/anrufen-in-bishopsbridge-schnitzeljagd-i.htm">dieser Hörverstehens-Schnitzeljagd an der Uni</a> &#8211; wäre natürlich noch schöner.)</p>
<p>Optional müssen Schüler auch gleich einen Text als Reaktion auf meine Ansage aufsprechen. Der wird, digitaler Anbieter macht es möglich, automatisch als Audiodatei an eine beliebige E-Mail-Adresse geschickt (und dann vom digitalen AB gelöscht, man will ja nicht zuviel herumliegen haben). So kriege ich bequem die Aufnahmen.</p>
<p>&#8211; Was ich mir eh schon eingerichtet habe: eine private Telefonnummer ohne Ansagetext, aber mit Aufnahmemöglichkeit und Weiterleitung der Audiodatei an meine E-Mail. So kann ich mir schnell Audionotizen aufs Handy aufsprechen, die ich dann gleich auf dem Rechner habe, ohne erst ans Handy zu müssen. </p>
<p><em>Nachtrag: Eine eigene Nummer für den Anrufbeantwortner ist ohnehin keine schlechte Idee. Nicht nur für mich, das sollte jeder haben. Es kommt doch immer wieder vor, dass man Leute gar nicht persönlich sprechen möchte, sondern ihnen nur etwas aus Band sagen will. Wenn da jeder eine eigene Voicemail-Nummer hätte: wie praktisch.</em></p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/03/dial-l-for-listening.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/03/dial-l-for-listening.htm#comments">6 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Literarisches Quartett in der Schule</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/02/literarisches-quartett-in-der-schule.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/02/literarisches-quartett-in-der-schule.htm#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 17:02:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>
		<category><![CDATA[Schullektüren]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute gab es eine etwas durcheinandere Stunde wegen Doppelbuchung des Computerraums. Wir haben zwar eine Liste, in die man sich eintragen kann, aber manchmal werden kurzfristig Stunden getauscht, ohne auf diese Liste Rücksicht zu nehmen &#8211; was technisch auch schwierig wäre; ich habe selber noch keine Lösung für dieses Problem. Da wir in dieser Klasse [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute gab es eine etwas durcheinandere Stunde wegen Doppelbuchung des Computerraums. Wir haben zwar eine Liste, in die man sich eintragen kann, aber manchmal werden kurzfristig Stunden getauscht, ohne auf diese Liste Rücksicht zu nehmen &#8211; was technisch auch schwierig wäre; ich habe selber noch keine Lösung für dieses Problem. Da wir in dieser Klasse bald so eine Art literarisches Quartett machen, in ganz kleinem Rahmen allerdings, schlug ein Schüler vor, doch mal ein paar Szenen daraus anzuschauen. Klar. Beamer ging zwar nicht, aber der Monitor war groß genug und schließlich kommt es vor allem auf den Ton an.</p>
<p>Also habe ich erst kurz etwas über das Format der Fernsehsendung erzählt und an das Büchernörgele in Michael Endes <em>Wunschpunsch</em> erinnert und dann relativ willkürlich ein bisschen Diskussionskultur à la Literarisches Quartett gezeigt. Sollte man vorsichtig sein, es ging natürlich gleich um Erotik im Roman. War aber noch zu vertreten. Schnell stießen wir auf Schülervideos im Quartettformat<br />
(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=GhxsXhcWaQg">hier</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=2QwVvK0aaBM">hier</a> und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=631bi81R1is">hier</a> zum Beispiel, Bild- und Ton meist sehr schwach) und vor allem auf dieses Schmuckstück:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/hNcs2E3lg8I" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Den Schülern hat das gut gefallen.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/02/literarisches-quartett-in-der-schule.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/02/literarisches-quartett-in-der-schule.htm#comments">3 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Who writes like who? Verzeihung, whom. Oder doch who?</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/09/who-writes-like-who-verzeihung-whom-oder-doch-who.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/09/who-writes-like-who-verzeihung-whom-oder-doch-who.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 12:07:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.herr-rau.de/wordpress/?p=2964</guid>
		<description><![CDATA[Nettes Spielchen: I Write Like, eine Seite, bei der man einen zusammenhängenden englischen Text eingibt, theoretisch selbst verfasst, und die Maschine sagt einem dann, welchem &#8211; Englisch schreibenden &#8211; Autor man ähnelt. (via Anke Groener) Ich habe natürlich ausprobiert, was geschieht, wenn man gleich Texte englischer Autoren eingibt. Heraus kam: Ray Bradbury schreibt wie Stephen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nettes Spielchen: <a href="http://iwl.me/">I Write Like</a>, eine Seite, bei der man einen zusammenhängenden englischen Text eingibt, theoretisch selbst verfasst, und die Maschine sagt einem dann, welchem &#8211; Englisch schreibenden &#8211; Autor man ähnelt.  (<a href="http://www.ankegroener.de/?p=10009">via Anke Groener</a>)</p>
<p>Ich habe natürlich ausprobiert, was geschieht, wenn man gleich Texte englischer Autoren eingibt. Heraus kam:</p>
<ul>
<li>Ray Bradbury schreibt wie Stephen King.</li>
<li>Rudyard Kipling schreibt wie Vladimir Nabokov.</li>
<li>Robert Leslie Bellem schreibt wie Nabokov.<br />
Oder wie H.G. Wells, wenn man den Textausschnitt erweitert.*</li>
<li>William Faulkner schreibt wie Margaret Mitchell.</li>
<li>Ernest Hemingway schreibt wie Raymond Chandler.</li>
<li>Henry James schreibt wie H.P. Lovecraft.</li>
<li>H.P. Lovecraft schreibt wie H.P. Lovecraft.</li>
</ul>
<p><small>* Bellem muss man nicht kennen. Ein Spitzname für ihn ist <em>Shakespeare of the Spicies</em>. Pulpautor vom Feinsten.</small></p>
<p>Dass Hemingway und Chandler sich ähnlich sind, da ist etwas dran. Henry James und Lovecraft dagegen&#8230; das müsste man untersuchen.<br />
Mögliches Spiel, auch für die Schule: man gibt einen Text eines selbst gewählten Autors ein und schaut, wem dieser Autor ähnelt. Dann muss man ein Textstück des neuen Autors suchen und eingeben und wiederum schauen, wem dieser ähnelt. Und so weiter, bis man irgendwann zu einem Autor kommt, der sich selber ähnelt, wie Lovecraft in meinem Versuch oben.</p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2010. |
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</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Podcast im P-Seminar</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/07/podcast-im-p-seminar.htm</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 14:35:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>
		<category><![CDATA[Podcasts]]></category>

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		<description><![CDATA[In Bayern im G8 muss jeder Schüler in den letzten beiden Schuljahren, die bereits zum Abitur zählen, ein W-Seminar und ein P-Seminar belegen. Im W-Seminar lernt man wissenschaftliches Arbeiten und schreibt eine Arbeit, im P-Seminar macht man etwas Praktisches und ist Teil eines Projekts. Jeweils etwa 15 Schüler pro Seminar, jedes Gymnasium bietet einige solcher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Bayern im G8 muss jeder Schüler in den letzten beiden Schuljahren, die bereits zum Abitur zählen, ein W-Seminar und ein P-Seminar belegen. Im W-Seminar lernt man wissenschaftliches Arbeiten und schreibt eine Arbeit, im P-Seminar macht man etwas Praktisches und ist Teil eines Projekts. Jeweils etwa 15 Schüler pro Seminar, jedes Gymnasium bietet einige solcher Seminare an, auf die sich dann die Schüler verteilen. Diese Seminare halte ich für eine sehr gute Idee. Deshalb rechne ich auch damit, dass sie bald abgeschafft und durch etwas Billigeres ersetzt werden.</p>
<p>P-Seminare gefallen mir vor allem dann, wenn es dabei etwas vorzuzeigen gibt. Auch wenn es <em>work in progress</em> ist. Die Möglichkeit des Scheiterns ist außerdem ausdrücklich zugelassen beim Seminar &#8211; das halte ich für sehr wichtig. Da arbeiten nämlich wirklich die Schüler und nicht die Lehrer. Nicht von allen Seminaren an meiner Schule habe ich schon etwas gesehen&#8230;</p>
<p>Ein P-Seminar Englisch an einem bayerischen Gymnasium bietet einen Podcast an: </p>
<blockquote><p><strong><a href="http://deckerpod.podspot.de/">deckerpod. cultural studies you can listen to.</a></strong> Ziel des Podcasts: <em>to produce podcasts that fit the 8th form curriculum for English at &#8220;Gymnasien&#8221; (grammar schools, more or less) in Bavaria, Germany.</em></p></blockquote>
<p> Kulturelle Kleinigkeiten und Wissenswertes für die 8. Klassen, produziert von Schülern der Jahrgangsstufe 11. Kann man auch bei iTunes abonnieren. Die ersten zwei kurzen Folgen gibt es schon. Schöne Idee, ich habe allerdings keine Englischklassen zum Ausprobieren.</p>
<p>&#8211; Ein Podcasts, gerne auch in Deutsch, ist eine Idee für ein P-Seminar, das ich auch gerne mal vorschlagen würde. Ziel: Ein monatlicher Podcast (oder ist das schon zu hoch gegriffen?), zu erreichendes Publikum: die Schüler der eigenen Schule. Man kann den Erfolg gut messen, muss mit Technik arbeiten und vielleicht auch mal raus aus der Schule. Allerdings darf man die Ansprüche nicht zu hoch stellen: für das Seminar sind nur 90 Minuten pro Woche vorgesehen, und manche Schüler haben nicht viel mehr Zeit dafür als das. Die anderen Fächer spielen eine größere Rolle.</p>
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<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2010. |
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		<title>Ideen für unsere Bibliothek</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/06/ideen-fuer-unserer-bibliothek.htm</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 07:28:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Schule (mal machen)]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich mit unserer Bibliothek mehr zu tun hätte, dann würde ich dieses Poster aufhängen: Das Zitat stammt aus Wie man den Bachmannpreis gewinnt von Angela Leinen (a.k.a. sopranisse), sehr lesenswert, auch für Schüler interessant. Das Poster habe ich selbst gebastelt unter Verwendung von freiem Bildmaterial von openclipart.org; wer weiterbasteln will, hier die erweiterte .svg-Datei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich mit <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2009/04/unsere-bibliothek.htm">unserer Bibliothek</a> mehr zu tun hätte, dann würde ich dieses Poster aufhängen:</p>
<p><img style="border-style:solid; border-width:1px;" src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/leselineal_2.png" alt="" title="leselineal" width="550" height="778" class="aligncenter size-full wp-image-2788" /></p>
<p>Das Zitat stammt aus <em><a href="http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=311836">Wie man den Bachmannpreis gewinnt</a></em> von Angela Leinen (a.k.a. <a href="http://sopranisse.de/">sopranisse</a>), sehr lesenswert, auch für Schüler interessant.<br />
Das Poster habe ich selbst gebastelt unter Verwendung von freiem Bildmaterial von <a href="http://www.openclipart.org/">openclipart.org</a>; wer weiterbasteln will, hier die erweiterte <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/leselineal_2.svg">.svg-Datei</a> zum Herumbasteln mit Inkscape, hier <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/leselineal_2.pdf">als pdf</a>.</p>
<p>Überhaupt würde ich einige Dinge ausprobieren, um die Bibliothek beliebter zu machen. Für das Hauptproblem, dass die Bibliothek nämlich nicht oft genug besetzt, also vor allem am Nachmittag geschlossen ist, habe ich allerdings keine rasche Lösung. Ich hätte nichts gegen freiwillige Schüler als Aufsichten, wenn sich welche fänden.</p>
<p>Was für Pläne heckte ich noch?</p>
<ul>
<li>Die Schüler fragen, wie sie ihre Bibliothek gerne hätten.</li>
<li>Weniger Bücher. Zumindest muss viel Schrott raus.</li>
<li>Eine Bibliotheksordnung und eine Couch.</li>
<li>Wenn&#8217;s nach mir ginge, eine Kaffeemaschine, aber die meisten Kollegen sind eher dagegen.</li>
<li>Noch mehr Poster.</li>
<li>Eine ausliegende Wunschliste, in die Schüler Vorschläge eintragen können.</li>
<li>Kommentarzettel auslegen (oder gleich Plastik-Reiter?), die man an die Regalvorderseiten kleben kann, unterhalb von den Büchern. Auf die Zettel schreibt man, was man warum oder wem empfiehlt. Das habe ich mal in England gesehen. </li>
<li>Kurze Empfehlungslisten von Büchern auslegen. Am besten in Schnellheftern, jedenfalls gut sichtbar. Die Listen könnten heißen:
<ul>
<li>Drei Bücher für Denker. (William Poundstone, <em>Im Labyrinth des Denkens</em>; Passig/Scholz, <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2007/09/passigscholz-lexikon-des-unwissens.htm">Lexikon des Unwissens</a>. Jens Soentgen, <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2006/04/jens-soentgen-selbstdenken-und-euler.htm">Selbstdenken!</a> )</li>
<li>Drei Bücher für Dichter. (Stephen Fry, <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2009/02/entfesselt-mein-innerer-dichter.htm">Feigen, die fusseln</a>.)</li>
<li>Drei Bücher für Kriminologen. (Doyle, Christie, Chandler. Vielleicht Peter Nusser, <em>Der Kriminalroman</em>.)</li>
<li>Die schönsten Liebesgeschichten.</li>
<li>Schreiben und Lesen lernen. (David Lodge, <em>Die Kunst des Erzählens</em>; Angela Leinen, <em>Wie man den Bachmannpreis gewinnt</em>.)</li>
<li>Spannende Naturwissenschaft. (Darwin. Dawkins. Gould. Richard P. Feynman, <em>Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman.</em> Steven Schwartz, <em>Wie Pawlow auf den Hund kam&#8230;</em></li>
<li>Und selbstverständnis von jedem Deutschlehrer ein Schnellhefter, in dem dessen zehn Lieblingsbücher ausführlich vorgestellt werden.</li>
</ul>
<p>Dass man für die Vervollständigung dieser Liste Aufkleber als Abzeichen kriegt, das bin vermutlich wieder mal nur ich, also würde ich vorerst darauf verzichten. Aber ich liebe nun mal Aufkleberalben. Das ist der verhinderte Pfadfinder in mir, mit all den Abzeichen.
</li>
</ul>
<p>Web 2.0 finde ich toll. Aber mit Papier 2.0 kann man auch viel lernen &#8211; ähnlich selbstständig wie mit modernen Medien.</p>
<p>&#8211; Zitierte Werke:</p>
<ul>
<li>Angela Leinen, <em>Wie man den Bachmannpreis gewinnt. Gebrauchsanweisung zum Lesen und Schreiben.</em> München: Heyne 2010.</li>
</ul>
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<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2010. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/06/ideen-fuer-unserer-bibliothek.htm">Permalink</a> |
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