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Weihnachten I

Jahrelang habe ich Weihnachten dem Sekretariat ein bisschen geholfen, wenn es um Serienbriefe in Sonderformaten ging, insbesondere die jährliche Weihnachtskarte der Schule. Inzwischen gehen die Serienbriefe auch ohne mich, die Weihnachtskarte (Schülerwerke, von den Kunstlehrern ausgewählt) gibt es aber immer noch. Was ich jahrelang übesehen habe: Natürlich schickt nicht nur meine Schule Weihnachtsgrüße an die Nachbarschulen, die Nachbarschulen schicken natürlich ebensolche an uns! Die haben wir jetzt im Lehrerzimmer aufgehängt, an einer Schnur, so wie ich es aus England kenne. Da sind welche dabei von Grundschulen und Gymnasien, von externen Partnern der Schule, von Banken. Unterschrieben von der Schulleitung, manchmal […]

Fröhliches Unterrichten

In der zweiten Doppelstunde heute, nach einer kurzen Pause, war ich immer noch voll Adrenalin. Dabei lief die Stunde vorher sehr gut und besser als erwaret: Informatikunterricht in der 10. Jahrgangsstufe ist immer knifflig. Dazu noch auf Englisch, und dazu noch nach zwei Wochen Pause, vor denen ebenfalls zwei Wochen Pause waren, und davor auch zwei Wochen Pause. (Mittwochs gab es schon viele Feier- und Wandertage.) Als ich von einem Gerücht hörte, dass ich vielleicht eine Ex – eine unangekündigte Prüfung – schreiben würde, war ich beruhigt: die nehmen das Fach also immer noch ernst und haben sich zumindest halbwegs […]

The Most Powerful Weapon for Changing the World

„Education: The Most Powerful Weapon for Changing the World“ war das Thema eines Zehntklass-Essays, wohl als Hausaufgabe gestellt, den ich in der Schule zufällig gesehen habe. Der Anfang war nicht wirklich geschickt, ein schwaches Argument für irgendwas oder dagegen, letztlich eine Variante von: wir kriegen zu viel Hausaufgaben, aber der gesamte Hauptteil bestand dann nur aus der Beschreibung einer Wasserstoffbombe als tatsächlicher most powerful weapon, mit Details und Zahlen zur Sprengkraft und wie sie Welt verändern könnten. Das fand ich gar nicht so schlecht. Aus Metaphern die Luft raus nehmen, das mag ich.

Wochenrückblick

Montagnachmittag und Mittwochnachmittag Beisitz beim Deutsch-Kolloquium (mündliche Abiturprüfung). Donnerstag einmal Erstprüfer an der Uni, einmal Zweitprüfer. Am Anfang war ich nervös bei solchen Prüfungen, das ist wohl jeder Lehrer, inzwischen bin ich das nicht mehr. Für eine von mir mit organisierte Informatiklehrer-Fortbildung hat ein Workshopleiter kurzfristig abgesagt, so dass wir uns um Ersatz kümmern müssen. Diskussion mit einem Kollegen von einem anderen Fach, ob nicht jenes andere Fach eigentlich mehr Recht zum Ächzen und Stöhnen über Arbeitsbelastung habe als Deutsch. Den Kollegen belehrt, dass Deutsch den Anspruch auf Vorrang diesbezüglich nicht abgeben wird. Informatikklausur schreiben lassen, Q11. Außerdem Unterricht.

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Gefundene Parabel (Arbeitsblätter von Kollegen 2)

Ich schaue mir ja gerne die Arbeitsblätter an, die von Kollegen in Klassenzimmern oder am Kopierer zurückgelassen werden. Vor ein paar Tagen fand ich das hier ungemein interessant, leider nur unvollständig erhalten: Etwas leichter zu lesen: Operation korrigiert werden kann. K wendet sich an V und erklärt ihm unter Zurverfügungstellung von „Berta“, er wolle wegen des „Mangels“ ein anderes Tier aus demselben Wurf. V erklärt zutreffend, er könne zwar eine andere Katze liefern, sei dazu jedoch nicht bereit. Das kam mir vage bekannt vor. Die Geschichten von Herrn K von Bert Brecht kannte ich doch eigentlich alle – war das […]

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Votivtafeln 2015

Das ist mal ein Brauch, der mir gefällt: Seit einigen Jahren – in Schulzeit umgerechnet: schon immer – wünschen Freunde und Verwandte den Abiturienten vor den Prüfungen mit Plakaten Glück. Am Anfang, noch im alten Schulgebäude, waren das nur wenige Plakate, und zwar, wenn die Erinnerung nicht täuscht, vor allem von Mitgliedern des Abiturjahrgangs aus dem Vorjahr, die diejenigen ihrer Weggefährten, die es beim ersten Mal nicht geschafft hatten, auf diese Weise beim zweiten Versuch Glück zusprachen. Inzwischen hängen die jüngeren Schulkameraden die Poster auf, also aus dem aktuellen Jahrgang 11, die den Älteren Glück wünschen, und auch immer mehr […]

Denksportaufgabe für ein W-Seminar

Im W-Seminar, das die bayerischen Schüler in der Oberstufe besuchen, sollen sie wissenschaftspropädeutisches Arbeiten lernen: Wie schreibt man eine Arbeit, wie bibliographiert man, wie sind Quellen zu beurteilen. Das gilt auch für die Auswahl an Werken, die als Sekundärliteratur herangezogen werden. Wikipedia ist zum Beispiel eine tolle Sache, aber keine zu zitierende Quelle – schon mal, weil eine Bedingung für das Veröffentlichen von Inhalten dezidiert ist, dass dort eben keine eigene Forschung veröffentlicht werden soll: Wikipedia articles must not contain original research. Alles, was bei Wikipedia behauptet wird, stammt aus anderen Quellen (die auch angegeben werden sollen, sonst kommt gleich […]

Wie viel Wochen hat ein Schuljahr, die Fortsetzung

Hier hatte ich mal zusammengerechnet, wie viele Wochen ein Schuljahr tatsächlich lang ist. In diesem Schuljahr habe ich gezählt, wie viele Stunde Unterricht ich tatsächlich halte, also wie viel ausfällt aus schulinternen Gründen, durch Feiertage, durch Fortbildungen oder Krankheit. Der Lehrplan für das bayerische Gymnasium ist ausgelegt für 28 Schulwochen. Die übrige Zeit ist für Projekte und Wiederholung vorgesehen: Bei den Fachlehrplänen wurde von 28 Wochen (bei Jahrgangsstufe 12 nur von 21 Wochen) Unterricht für die verbindlichen Lernziele und Lerninhalte ausgegangen. Der bei 52 Jahreswochen, abzüglich der Ferienwochen, verbleibende Gestaltungsraum erlaubt nicht nur das für nachhaltiges Lernen und für Leistungserhebungen […]

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Jugend forscht

Wie in so vieles, bin ich auch da reingerutscht: An meiner Schule gibt es seit Anfang des Schuljahrs einen Wahlunterricht „Jugend forscht“, der von zwei Lehrern betreut wird. Das war zu kurzfristig, um Projekte für diese Runde fertigzustellen (Anmeldung ist Ende November, wenn ich mich richtig erinnere), aber ein anderer Schüler hat dann doch etwas gemacht, und zwar mit Informatik, und weil ich mit dem Schüler auch sehr aktiv in der Homepage-AG zusammenarbeite, und die anderen beiden Lehrer keine Zeit hatten, zum Jugend-forscht-Regionalentscheid zu fahren (weil wichtiger Unterricht), und zumindest an einem der beiden Tage ein Lehrer mitsollte, und mein […]