Quick! Somebody’s wrong on the internet! Again!

Sehr viel kommentiert ist der Beitrag „Das Informatik-Schulbuch meiner Töchter: Werft es weg – oder schafft den Informatik-Unterricht ab, denn so kann man auch gut darauf verzichten!“ von Sandra Schön, und die Meinung der meisten Kommentare deckt sich nicht mit meiner. Da dort aber niemand meine verhaltenen Einwände zum Anlass einer Diskussion nimmt, möchte ich ich mich hier auslassen. Also: Der Titel ist hoffentlich hyperbolisch, weil natürlich grundfalsch. Die Alternative „Informatikbuch wegwerfen“ oder „Informatikunterricht abschaffen“ ist vielleicht aus Sicht des Steuerzahlers sinnvoll (wenn ein Buch nicht genug genutzt wird, sollte man nichts dafür ausgeben), oder für jemanden, der Onlinekurse verkaufen […]

Quick! Somebody’s wrong on the internet!

@Herr_Rau Was genau findest Du unsäglich (müsste ihn nochmal lesen, hab aber gerade keine Zeit) — Andreas Kalt (@retemirabile) 2. April 2015 („Unsäglich“ war etwas zu streng. Da habe ich mich im Überschwang hinreißen lassen.) Ich kann auf Twitter nicht diskutieren. Wenn jemand einen Artikel weiterreicht, erwarte ich keine große Begründung, warum der lesenswert ist; wenn ich den Artikel unsäglich finde, will ich das nicht in 140 Zeichen begründen müssen. Da kann man nichts anderes tun als sich anschreien: „Ich hab recht!“, „Nein, ich!“ oder, häufiger, sich die gemeinsame Meinung bestätigen lassen. Vor gut zwei Wochen schrieb Lisa Becker in […]

Wie viel Wochen hat ein Schuljahr, die Fortsetzung

Hier hatte ich mal zusammengerechnet, wie viele Wochen ein Schuljahr tatsächlich lang ist. In diesem Schuljahr habe ich gezählt, wie viele Stunde Unterricht ich tatsächlich halte, also wie viel ausfällt aus schulinternen Gründen, durch Feiertage, durch Fortbildungen oder Krankheit. Der Lehrplan für das bayerische Gymnasium ist ausgelegt für 28 Schulwochen. Die übrige Zeit ist für Projekte und Wiederholung vorgesehen: Bei den Fachlehrplänen wurde von 28 Wochen (bei Jahrgangsstufe 12 nur von 21 Wochen) Unterricht für die verbindlichen Lernziele und Lerninhalte ausgegangen. Der bei 52 Jahreswochen, abzüglich der Ferienwochen, verbleibende Gestaltungsraum erlaubt nicht nur das für nachhaltiges Lernen und für Leistungserhebungen […]

Fortbildung zur erweiterten Schulleitung

Letzte Woche war ich auf einer Fortbildung des Hauptpersonalrats zur erweiterten Schulleitung. Über die Fortbildung darf ich nichts erzählen, eigentlich nicht mal, dass ich überhaupt dort war, denn über alles, was ich im Rahmen meiner dienstlichen Tätigkeit erfahre, muss ich Stillschweigen bewahren. Ich darf nicht mal sagen, dass der Veranstaltungsort gut geeignet war (nur wenige Fußminuten vom Nürnberger Bahnhof entfernt) und die Verpflegung auch sehr gut war (im Haus; dazwischen Kaffee und Kuchenstücke). Also beschränke ich mich in diesem Blogeintrag auf Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Zum Hauptpersonalrat: Die Beschäftigten des Ministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (und […]

KW 45

Aus der Schule nicht viel Neues. Aber Spaß macht es schon – ich habe drei Klassen in der Q11 dieses Jahr, Informatik und Deutsch. Am Elternsprechabend werden nicht viele Eltern bei mir auftauchen, vermute ich mal. Leider hatte ich dann keine Zeit, am Freitag eine Ex (in Bayern: unangekündigte schriftliche Prüfung) für Informatik vorzubereiten. Ich hatte in der Stunde zuvor nämlich den Eindruck, dass die Schüler den Stoff, ein sehr zentrales Kapitel, gut verstanden hatten. Das bildet man sich als Lehrer aber schnell ein, deswegen lohnt sich gerade dann eine Überprüfung. Aber, wie gesagt, keine Zeit. Auch an der Uni […]

Schulentwicklungsprogramm und Erziehungspartnerschaft

Mit der letzten Änderung des BayEUG vom Sommer 2013 muss jede Schule so etwas haben. Nämlich einmal das hier: Art. 2, Abs. 4, Satz 4: In einem Schulentwicklungsprogramm bündelt die Schule die kurz- und mittelfristigen Entwicklungsziele und Maßnahmen der Schulgemeinschaft unter Berücksichtigung der Zielvereinbarungen gemäß Art. 111 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Art. 113c Abs. 4 [=externe Evaluation]; dieses überprüft sie regelmäßig und aktualisiert es, soweit erforderlich. Und zweitens das: Art. 74. Abs. 1, Satz 2: In einem schulspezifischen Konzept zur Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Erziehungsberechtigten erarbeitet die Schule die Ausgestaltung der Zusammenarbeit; hierbei kann von den Regelungen […]

Aktuelles aus der Bildung, Juni 2014

LRS nicht mehr im Zeugnis: In Bayern kann Schülern eine Lese-Rechtschreib-Schwäche („LRS“) oder eine Lese-Rechtschreib-Störung („Legasthenie“) attestiert werden. In beiden Fällen führt das in der Regel zu mehr Zeit bei Aufsätzen und zurückhaltender oder ausbleibender Bewertung der Rechtschreibung, das wird allerdings für jeden Fall individuell festgelegt. LRS muss man alle paar Jahre neu attestieren lassen, Legasthenie gilt für die gesamte Schulzeit – insbesondere auch für die Oberstufe, denn da steht der Vermerk über LRS oder Legasthenie nämlich auch im Abiturzeugnis. Jetzt hat ein Gericht entschieden, dass dieser Vermerkt nicht im Abiturzeugnis stehen darf. Bisher führte die Unterscheidung LRS/Legasthenie dazu, dass […]

VERA 8 (2014)

„Wie soll ich das meinen Eltern erklären? Das verstehe ich doch selbst nicht.“ Die Ergebnisse für VERA 8 2014 sind heraus, zumindest in Bayern. Die Schüler kriegen dabei eine Rückmeldung, auf welcher von 5 Kompetenzsstufen sie in den getesteten Bereichen „Deutsch-Sprachgebrauch“ und „Deutsch-Leseverstehen“ sie sich jeweils befinden. Auf dem auszudruckenden Blatt kriegen sie jeweils eine „Beschreibung der Kompetenzstufen“. Darin geht es um: „Morphologie, Morphosyntax, prozedurales Wissen, Kasusmorphem“, und das nur auf Stufe 1. Später kommen „deklaratives Wissen, basale Wortarten, semantische Beziehungen“ hinzu, wird „expliziert oder reflektiert“. Es wäre schön gewesen, auf den Schülerrückmeldungen verständlichere Formulierungen zu verwenden. So haben halt […]

Was das Abitur aussagt

„Auch das Abitur bedeutet heute nicht mehr ohne Weiteres Studierfähigkeit.“ So wird Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) Anke Hanft, Professorin für Weiterbildung und Bildungsmanagement an der Universität Oldenburg, in der FAZ zitiert. Vielleicht ist das auch ganz in Ordnung. Abitur für alle, und die Unis entscheiden dann selber über den Hochschulzugang. Das läuft letztlich auf ein Gesamtschulsystem nach englischem oder amerikanischem Vorbild hinaus. Oder auf verschiedene Schularten, die auf verschiedenen Wegen zur Hochschulreife führen – allerdings haben wir das jetzt schon, es wird allerdings nicht als solches propagiert. Ich vermute, dieses Quasigesamtschuslystem würde zu weniger Spitzenförderung führen und zu mehr privaten […]

Vom G8 und G9

In der SZ (hier auf SZ online) schreibt der Q12-Schüler Markus Freitag zum G8: lesenswert. In vielen Punkten gebe ich ihm recht. Noten werden so montiert, dass sie nicht so desolat erscheinen, wie es zum G 8 passen würde. Den Gedanken kann man durchaus bekommen. Erklärung des Zitats dort. Weil im G8 mehr zu Hause gearbeitet werden muss als im G9 Das stimmt nun allerdings nicht. Im Gegenteil, da die Schüler im G8 mehr Nachmittagsunterricht haben, bleibt weniger Zeit für die Arbeit zu Hause. Das ist sogar schädlich, weil die Schüler dann noch weniger dazu gezwungen sind, selbstständig zu arbeiten. […]