Schlagwort: Bücher

James Hilton, Random Harvest

Hintergrund

Gehört hatte ich von James Hiltons bekanntestem Roman, Lost Horizon, schon früh, mindestens über die Verfilmung von Frank Capra und beim Lesen der Science-Fiction-Literaturgeschichte von Brian W. Aldiss. (Zwei Stellenangaben im Register, jeweils nur ganz kurze Bemerkungen, aber das reichte mir.)
Ein Facharbeits-Themenvorschlag meines Englisch-Leistungskurs-Lehrers führte dann dazu, dass ich das Buch kaufte, als ich es in der englischen Abteilung der Buchhandlung sah.

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Was mir beim Lesen von Tom’s Midnight Garden aufgefallen ist

pearce_garden Tom’s Midnight Garden von Philippa Pearce ist ein mehrfach preisgekrönter englischer Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1958. Ich will das Buch hier gar nicht groß vorstellen, sondern nur einen Aspekt festhalten: wie mich die Geschichte an zwei andere, bisherr unverbundene Geschichten erinnert hat.

Tom, etwa zehn Jahre alt, wird wegen Masern in der Familie zu Verwandten geschickt. Dort gefällt es ihm gar nicht gut; ihm fehlt vor allem, dass es zu dem großem Haus (in dem auch andere Parteien leben) keinen Garten gibt – keine Wiese zum Rennen, keine Bäume zum Erklettern.
Tom fasziniert die alte Standuhr in der Vorhalle des Hauses, die stets die falschen Stunden schlägt – um Mitternacht schlägt sie gar dreizehn Mal, und Tom findet zufällig heraus, dass die Hintertür des Hauses zu dieser Zeit (und nur dann) nicht in den kleinen, zugebauten Hinterhof führt, sondern in ein großen, sonnigen Garten, in dem er nach Herzenslust herumtoben kann.

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Robin Sloan, Mr. Penumbra’s 24-Hour Bookshop

sloan_penumbraEs ist mir schon mindestens zweimal passiert, dass sich Bücher als ganz ausgezeichnet herausgestellt haben, die ich an Flughäfen beim Rückflug mitgenommen habe. Deshalb kaufe ich dort gerne mal ein Taschenbuch, so auf gut Glück. Diesmal war die Auswahl klein, aber es gab eines um eine geheimnisvolle Buchhandlung, eines meiner liebsten Themen. Aber kann man im 21.Jahrhundert noch etwas Neues über dieses Thema schreiben?

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Bücher 2013

Meine gelesenen Bücher 2013. Zu einigen habe ich etwas gebloggt. Die Bücher mit ° habe ich wiedergelesen, enttäuschend waren Bücher mit (-), besonders gut die mit (+). Digital gelesen 8 1/2 , der Rest war gedruckt.

Kathrin Passig/Sascha Lobo, Internet. Segen oder Fluch Empfehlenswert. Allein schon mal wegen des tollen Titels und der drei Seiten Internet-Metaphern, aus denen ich mich für den Deutschunterricht reichlich bediene. Salcia Landmann, Jiddisch. Das Abenteuer einer Sprache Ganz okay. Etwas zu anekdotisch für mich, romanhaft fast, aber das sagt ja schon der Untertitel. Nick Montfort, Twisty Little Passages Theorie der Interactive Fiction. Interessant, aber nicht mitreißend. D.A. Stern, Shadows in the Asylum Ein Roman in Scrapbook-Form, der dritte Vertreter seines Genres, den ich gelesen habe, und der beste bisher. Trotzdem nur so mittel. Ich sehe den Gewinn gegenüber einem reinen Briefroman noch nicht. Yasmina Reza, Nirgendwo (-) Literatur. Mag schön poetisch sein, hat mir aber nichts gebracht. Benjamin Appel, The People Talk H. L. Mencken, The American Scene G. W. Dahlquist, The Chemickal Marriage (-) Sehr schwach, aber das kam nicht überraschend. Den ersten Band fand ich ausgezeichnet und neuartig, der zweite ging noch, und das hier war lieblos. Christopher Isherwood, Goodbye to Berlin Karen Russell, St. Lucy’s Home for Girls Raised by Wolves Slightly Foxed No. 37 Lee LeFever, The Art of Explanation Leanne Shapton, Swimming Studies Leonie Zoch, Weniger ist mehr Karl Immermann, Münchhausen (+) J. C. Squire (Ed.), If It Had Happened Otherwise (+) Marcelo Figueras, Kamtschatka (+) Sehr schöner Roman mit kindlich-jugendlichem Erzähler über das Aufwachsen in einer unter chilenischer Diktatur verfolgten Familie. Mit meinen Fernsehserien, Comic-Helden und Spielen. (Ganze Generationen kennen Kamtschatka aus dem Brettspiel Risiko, und da kommt es auch im Roman her.) John Steinbeck, Travels with Charley° (+) Semifiktionaler Reisebericht aus den USA. Stevan Paul, Schlaraffenland (+) Ganz tolle Kurzgeschichten. Harry Stephen Keeler, The Riddle of the Travelling Skull (+) Mein erster Keeler, wie wohl für viele die erste Begegnung mit diesem Autor. Später mal mehr dazu, hier nur als Vorgeschmack ein viel zitierter Absatz gleich von der ersten Seite des Buchs:

For it must be remembered that at the time I knew quite nothing, naturally, concerning Milo Payne, the mysterious Cockney talking Englishman with the checkered long-beaked Sherlockholmsian cap; nor of the latter’s “Barr-Bag” which was as like my own bag as one Milwaukee wienerwurst is like another; nor of Legga, the Human Spider, with her four legs and her six arms; nor of Ichabod Chang, ex-convict, and son of Dong Chang; nor of the elusive poetess, Abigail Sprigge; nor of the Great Simon, with his 2163 pearl buttons; nor of – in short, I then knew quite nothing about anything or anybody involved in the affair of which I had now become a part, unless perchance it were my Nemesis, Sophie Kratzenschneiderwumpel – or Suing Sophie!

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Theodor Herzl, Altneuland

Amerikanische Science Fiction des golden age und klassische Utopien oder Dystopien beschreiben beide neue Welten. Und in beiden Fällen ist es oft ein Außenseiter aus unserer eigenen Zeit oder Kultur, der in diese neue Welt kommt und sie für uns erklärt bekommt und für uns beschreibt. In Gullivers Reisen trifft der englische Reisende gleich auf mehrere solche Welten; in Schöne neue Welt ist es der der in einem Reservat aufgewachsene Wilde, dem die Welt gezeigt wird. In Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf das Jahr 1887 von Edward Bellamy kriegt ein Amerikaner des Jahres 1887 die USA des Jahres 2000 gezeigt.
In diesen Fällen ist der Held eher passiv und spielt keine große Rolle in der neuen Welt, anders bei der Science Fiction in Pulp-Tradition: Den Amerikaner John Carter verschlägt es in Edgar Rice Burroughs’ Geschichten auf den Mars, wo er eine Prinzessin heiratet und Politik macht und Schlachten gewinnt; in Die Sternenkönige von Edmond Hamilton landet der Held aus unserer Zeit 200.000 Jahre in der Zukunft und gewinnt futuristische Sternenschlachten (und eine Prinzessin, ja). Ein Unikum ist Mark Twains A Connecticut Yankee at King Arthur’s Court, wo ein Held aus unserer Zeit in eine fremde Zeit und Kultur gerät, dort alles aufmischt und aufpeppt, nur um am Ende doch zu scheitern.

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Douglas R. Hofstadter, Gödel, Escher, Bach

goedel_escher_bach Das erste Mal gelesen habe ich das Buch vermutlich zu meiner Militärzeit, sicher jedenfalls in der Zeit nach dem Abitur und vor dem Studium. (Das war damals die ganz reguläre Wehrpflicht, Ältere erinnern sich.) Da hatte ich viel Zeit, und auch jemand getroffen, mit dem ich über Hoftstadter, Lord Dunsany, Rollenspiele und die Illuminatus!-Trilogie diskutieren konnte. Wenn man sucht, findet man Leute wie uns überall.

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Charles Portis, True Grit

portis_true_grit Dafür, dass ich an sich recht viel Genre-Literatur lese, sind ziemlich wenig Western dabei. Ich glaube, True Grit (1968) war erst mein zweiter. Mein erster war Riders of the Purple Sage (1912) von Zane Grey, Autor von zwei Dutzend Bestsellern im frühen 20. Jahrhundert. Riders ist sein bekanntestes Buch und möglicherweise der bekannteste Western überhaupt. Geheimnisvolle maskierte Reiter, ein Held namens Lassiter, eine recht kitschige Räuberpistole. Hat das Genre geprägt, heißt es.

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