Tag Archives: Bücher

Fanny Burney, Evelina

By | 12.6.2016

Enttäuscht von den zuletzt gelesenen Werken des 21. Jahrhunderts und angeregt durch einen Besuch im Jane-Austen-Museum in Bath wandte ich mich kürzlich endlich Evelina von Fanny Burney zu. Burney ist noch mehr mit Bath verbunden als Jane Austen, die die Romane ihrer Vorgängerin sehr schätzte. Evelina (1778) ist Burneys erster und bekanntester Roman, vielleicht weil von moderaterem Umfang als ihre späteren Werke; er wurde bereits 1779 ins Deutsche übersetzt und ist als Scan online da und dort zu lesen – weitere Übersetzungen kenne ich nicht. Anglisten haben sicher zumindest von Fanny Burney gehört; in Deutschland kann sie mangels Übersetzung kaum… Read More »

J. J. Abrams, Doug Dorst: S.

By | 28.2.2016

Das Buch, das ich gelesen habe, heißt S. und ist von Doug Dorst und J. J. Abrams, der wohl die Idee dazu hatte. Es kommt in einem Schuber mit Banderole dran, und in diesem Schuber ist ein Objekt, nämlich ein Buch namens Ship of Theseus, Autor: V. M. Straka, und unter diesem Namen dürfte S. bekannter sein als unter dem technisch korrekten Titel. Das ist verwirrend, aber wenn man das physische Buch-Objekt erst einmal in der Hand hat, wird alles etwas verständlicher. Das Buch ist die Reproduktion eines nicht existierenden Buchs… nein, doch anders: Das Buch sieht aus wie ein… Read More »

Bücher 2015

By | 1.1.2016

Meine gelesenen Bücher 2015. Zu einigen habe ich etwas gebloggt. Die Bücher mit ° habe ich wiedergelesen. Es sind insgesamt sehr wenige Bücher dieses Jahr: Im ersten Halbjahr habe ich mehr programmiert, im zweiten Halbjahr viel gearbeitet. Und erst in den letzten Monaten hat sich das Regal wieder mit Büchern gefüllt, auf die zu lesen ich Lust habe. Mark Twain, A Connecticut Yankee in King Arthur’s Courtº Cory Doctorow/Jen Wang, In Real Life George Jean Nathan, The Bachelor Life Kim Newman, Anno Dracula Salman Rushdie, Haroun and the Sea of Storiesº Julie Schumacher, Dear Committee Members Wolfgang Herrndorf, Arbeit und… Read More »

Friedrich Schiller, Der Geisterseher

By | 17.10.2015

„Einer der besten Krimis aller Zeiten“ hieß es vor drei Wochen in der Süddeutschen Zeitung (online) über Schillers Romanfragment Der Geisterseher, das in fünf Teilen in Heft 4-8 (1787-1789) der Zeitschrift Thalia erschien und danach für die erweiterte Buchausgaben noch etwas umgestaltet wurde. Das ist Unsinn. Das Buch ist meinethalben seiner Zeit voraus, genreprägend, stilbildend, vielleicht sogar ein Krimi, sicher Schillers größter Publikumserfolg – aber ein planloses Durcheinander, was Erzählweise und Plot betrifft. Der Graf von O. erzählt uns im Buch, was er selbst miterlebt hat: Die Geschichte vom Niedergang des Prinzen von **. Der ist ein deutscher Prinz, gut… Read More »

Ignaz Ferdinand Arnold, Der Schwarze Jonas

By | 4.10.2015

Der Schwarze Jonas, Kapuziner, Räuber und Mordbrenner. Ein Blutgemälde aus der furchtbaren Genossenschaft des berüchtigten Schinderhannes. Aus einem Inquisitions-Protokoll gezogen ist ein – darf ich sagen berüchtigter? dabei wenig bekannter? – Räuberroman von 1805. Ich habe ihn in einer Ausgabe aus dem Jahr 2000 gelesen, print on demand, aber trotzdem ansprechend gemacht, leider mit einigen Tippfehlern, aber dafür in der Reihe „ExcentricClub“ erschienen – das macht Vieles wett. In dem dtv-Band Lieblingsbücher von dazumal. Eine Blütenlese aus den erfolgreichsten Büchern von 1750-1860 (Hrsg. Horst Kunze), den ich nie ganz gelesen habe, weil mich der Satzspiegel abschreckt, taucht Arnold nur kurz… Read More »

E.T.A. Hoffmann, „Die Räuber“ (und anderes im Urlaub Gelesenes)

By | 13.9.2015

E.T.A. Hoffmann, „Die Räuber“ (Text.) Zwei junge Leute („mögen sie Hartmann und Willibald genannt werden“) ziehen auf Abenteuer Richtung in Italien und geraten in einen Räuberhinterhalt in einem Wald in Böhmen. Glücklich entronnen werden sie vom örtlichen Grafen aufgenommen. Der heißt Maximilian und hat einen Sohn Franz. Auf dem Schloss lebt auch die Gräfin Amalia, die von Franz begehrt wird, dessen Liebe aber nicht erwidert. Ha, denken sich Hartmann und Willibald, das ist ja fast wie bei Schillers Räubern, fehlen nur noch ein Bruder Karl und ein Diener Daniel. Sie sprechen Franz auf die Ähnlichkeit in der Konstellation an. Der… Read More »

Hierokles und Philagrios, Philogelos

By | 12.8.2015

Warum musste ich „bin ja bald achtavierzg“-Jahre alt werden, bevor ich von diesem Buch erfahren habe? Hintergrund, aus Wikipedia und einem Nachwort zusammengeklaut: Im 4. Jahrhundert nach Chr., vielleichwahrscheinlich, erschien diese auf griechisch verfasste Witze-Sammlung. Sie ist in mehreren Versionen überliefert, keine davon vollständig, und enthält wohl auch älteres Material. Dass es solche Sammlungen gibt, weiß man aus anderen Quellen, aber diese ist die einzige, die überlebt hat. Über die Autoren (eher: Herausgeber, Sammler) weiß man wohl auch nichts, und der Zweck der Sammlung ist nicht ganz klar – vielleicht diente sie als Vorbereitung auf Feste von armen Gästen, von… Read More »

Graham Greene, Brighton Rock

By | 1.5.2015

Nach gut zwanzig Jahren wiedergelesen, für die Leserunde. Am Anfang hat mir das Buch sehr gut gefallen. Fred irrt durch das Seebad Brighton, alptraumhaft verfolgt von einer Bande Kleinkrimineller, die ihn umbringen wollen. Nach Freds Tod ist die Hauptperson Pinkie, erst siebzehn Jahre, aber schon der neue Kopf der Gaunerbande. Pinkie trinkt nicht, raucht nicht, hatte noch nie etwas mit Frauen, ist aber ganz Macho. Auch Pinkie irrt aussichtlos durch eine ihm letztlich fremde Welt; unerreichbar fern das feine Hotel mit dem konkurrierenden, um Klassen erfolgreicheren Gangsterboss; verfolgt von einer Rache für Fred suchenden Dame; und ständig in der Sorge,… Read More »

Bram Stoker, Dracula

By | 1.4.2015

Once again we went through that ghastly operation. I have not the heart to go through with the details. Ehrlich gesagt, das ging mir als Leser auch so. Lucy Westenra leidet an einer mysteriösen Blutarmut. Der hinzugezogene Professor van Helsing erkennt: da lässt sich allenfalls noch mit einer Bluttransfusion etwas machen, gefolgt von Knoblauch, Kruzifixen und ständiger Beaufsichtigung im Krankenzimmer. Aber irgendetwas geht immer schief mit diesen Vorsichtsmaßnahmen, so dass sich einige Zeit nach Lucys Verlobtem, Arthur Holmwood, auch noch Dr. Seward für eine Bluttransfusion zur Verfügung stellt, und einige Zeit danach van Helsing selber, und einige Zeit danach Quincey… Read More »