Schlagwort: Deutsch

Berge wie weiße Elefanten

Bei der Erzähltheorie in der Schule geht es drunter und drüber. Ein Kollege hat mal zusammengestellt, was für die einzelnen Jahrgangsstufen im Lehrplan steht:

  • 5: “Erzähler”
  • 6: “Äußeres und inneres Geschehen, erzähltechnische Mittel”
  • 8: “Innen- und Außenstandpunkt des Erzählers, Erzählperspektive wechseln”
  • 9: “Erzählverhalten”
  • 10: “Erzähltechnik”

Sonst nichts Genaueres. (Keine Erwähnung von Begriffen aus speziellen Theorien, etwa: auktorial, allwissend, homodiegetisch.)
Unser Schulbuch fügt den kaum von einander zu trennenden Begriffen “Erzählperspektive”, “Erzählverhalten” und “Erzähltechnik” noch die “Erzählform” und die “Position” und “Einstellung” des Erzählers hinzu sowie die “Erzählhaltung”. Dazu verschiedene Begriffe, die sich letztlich an einer vereinfachten Erzähltheorie nach Stanzel orientieren.

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Babyeinhorn-Rodeo

Die Rechner-Beamer-Kombination in meinem Klassenzimmer funktioniert endlich wieder! Da habe ich gleich mal einen Haufen Clips gezeigt, angefangen mit diesem:

Stilmittelanalyse: Neben den Neologismus beziehungsweise Wortspiel “Zartcore”, das den Schülern zuerst aufgefallen ist, lebt die Werbung vor allem von den Vergleichen. Dabei wird jeweils dieser Keks verglichen mit Rodeoreiten auf Baby-Einhörnen beziehungsweise Stagediving in der Oper. (Im Text ist auch noch von Klippenspringen mit Schwimmflügeln die Rede, das hat es aber nicht in die endgültige Fassung gebracht.)
Die Basis des Vergleichs: Da werden jeweils zwei Dinge in Beziehung gesetzt, die sich augenscheinlich widersprechen, aber doch verwandt sind: Einhörner/Rodeo (Reiten), Stagediving/Oper (Musikveranstaltung) und Klippenspringen/Schwimmflügel (Schwimmen). Oder eben harte Schokolade und weiches Karamell.

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Interpretationen, Reprise

Am Montag mache ich wieder mal meine Bruce-Springsteen-Johnny-Cash-Stunde. Darüber habe ich schon mal gebloggt, 2005, aber das darf ich ja mal wiederholen. Bei der ursprünglichen Fassung des alten Blogeintrags hatte ich die Audioclips noch selber hochgeladen, inzwischen geht das leichter. Damals gab es Youtube erst seit zwei Monaten und ich hatte vermutlich noch nie davon gehört. (Mein Blog ist älter als Youtube. Älter als der Börsengang von Google, der war August 2004.)

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Physiognomik

Letzte Woche habe ich mit der 10. Klasse in Deutsch einen Text von Johann Kaspar Lavater gelesen, zum Geniebegriff im 18. Jahrhundert:

Was ist Genie? Wer’s nicht ist, kann nicht; und wer’s ist, wird nicht antworten. – Vielleicht kann’s und darf’s einigermaßen, wer dann und wann gleichsam in der Mitte schwebt, und dem’s wenigstens bisweilen gegeben ist, in die Höhe über sich, und in die Tiefe unter sich – hinzublicken. [...] Wer bemerkt, wahrnimmt, schaut, empfindet, denkt, spricht, handelt, dichtet, singt, schafft, vergleicht, sondert, vereinigt, folgert, ahndet, gibt, nimmt – als wenn’s ihm ein Genius, ein unsichtbares Wesen höherer Art diktiert oder angegeben hätte, der hat Genie; als wenn er selbst ein Wesen höherer Art wäre – ist Genie.

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Germanische Stabreimdichtung in der 8. Klasse, mit Tolkien

Ich mag ja bekanntliche germanische Mythologie und Literatur ein bisschen (Blogeintrag). Und seit ich – via Stephen Fry – anlässlich einer Lehrerkonferenz festgestellt habe, wie leicht einem germanische Stabreim-Langzeilen von der Hand gehen (Blogeintrag), wollte ich das auch mal mit Schülern probieren. Und das habe ich jetzt in der 8. Klasse gemacht.

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Dialekte im Deutschunterricht

In der 8. Klasse stehen Sprachgeschichte, Fremd- und Lehnwörter und Dialekte auf dem Lehrplan. Das bietet sich als Anschluss an das Barock an. Es gibt dafür eine Fülle an schönem Material, angefangen mit einem alten Blogeintrag und der Handreichung Dialekte in Bayern vom ISB.

Noch schöner ist das Material online: Der Atlas zur deutschen Alltagssprache untersucht und stellt dar, wie die Leute in Deutschland reden. Bei der Datenerhebung im Internet kann jeder mitmachen. In der aktuellen Umfrage werden die Teilnehmer zum Beispiel gefragt, ob ein abgebildetes Kind greint, heult, brüllt, flennt, plärrt oder weint; wie man zum Schluckauf sagt oder zum abgeschnittenen Anfangs- oder Endstück des Brotes. (“Riebele” natürlich.) Die Ergebnisse der neun vorherigen Umfragen erhält man auf Karten angezeigt.

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Deutsch, 8. Jahrgangsstufe, Version 1

Wenn der Beamer funktioniert hätte, hätte ich heute gerne das meiner 8. Klasse gezeigt, so musste der Monitor reichen:

deutsch_8

Das ist der Stoff der 8. Jahrgangsstufe im Fach Deutsch in Bayern am Gymnasium, so ungefähr jedenfalls, und laut Lehrplan. Die Größe der Kreise gibt ungefähr an, wie umfangreich das Thema ist, aber nur andeutungsweise – manche Kreise sind halt so groß, damit die Wörter noch hineinpassen. Außerdem kann jeder Lehrer selber Schwerpunkte setzen, und ich habe mir noch nicht gründlich überlegt, wo meine liegen. Die Striche geben an, welche Themen mit anderen in Beziehung stehen; natürlich könnte man davon noch mehr einzeichnen, aber das sind die wichtigsten. Für Erörterung ist mir nichts Gutes eingefallen, und die Medien habe ich hineingeschmuggelt, auch wenn das im Lehrplan nicht explizit steht, weil ich doch Little Brother lesen will.

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