Tag Archives: Lehrerbild

Joseph Maria Samulskie, Kopieranstalt

Von: | 14.12.2014
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Ein Buch von Bertram Altekamp, einem Grundschullehrer aus Münster, veröffentlicht unter Pseudonym. Es geht darin um Benno Heinen, einen frustrierten Grundschullehrer, der seine böse Seite mal so richtig heraushängen lässt. (Und in der Fortsetzung dann auch in einer psychiatrischen Anstalt landet.) Das Buch ist so mittelgut geschrieben; der Autor scheut wie so viele das einfache Verb „sagen“ und lässt seine Figuren stattdessen alles mögliche tun, um ihre Äußerungen herauszubringen. Trotzdem habe ich es interessiert und mit Vergnügen gelesen. Dieser Benno Heinen, der dreht schon wirklich durch. Er rächt sich für echte oder eingebildete ungerechte Behandlung an Grundschülern, Kollegen, Schulleitung, das… Weiter lesen »

Über das Notengeben & querulante Lehrer

Von: | 12.2.2013

Ein beliebtes Aufsatzthema in der frühen Mittelstufe ist die Frage, ob man Noten in der Schule abschaffen soll. Die Schüler sind massiv dagegen, Eltern sicher ebenso; nur die Lehrer träumen gelegentlich davon, wie schön eine Schule ohne Noten wäre. Für Lehrer sind Noten das, was ihnen in der Schule am schwersten fällt, was der anstrengendste Teil des Unterrichts ist. Wenn ihr etwas gegen Noten habt: Mich habt ihr auf eurer Seite. (Allerdings ist das lästige Notengeben, das ständige Treffen von Entscheidungen, auch ein Grund dafür, warum wir relativ gut bezahlt werden.) Noten haben, hat man mir beigebracht, mehrere Aufgaben: Rückmeldung… Weiter lesen »

Wer Probleme mit dem Ausüben von Macht hat, sollte kein Lehrer werden

Von: | 25.1.2013

Im P-Seminar der Oberstufe in Bayern arbeiten die Schüler nicht nur an einem Projekt, sie erhalten auch Informationen über die Berufswelt. Unter anderem gibt es dazu die BuS-Selbsterkundungshefte. (Bus: Berufs- und Studienwahl.) Wie nützlich die sind, kann ich noch nicht sagen – vermutlich schon einigermaßen, obwohl die Behauptung am Ende von Heft A schon gewagt optimistisch formuliert ist: „Wahrscheinlich drängen sich auf der Grundlage all der gesammelten Daten über Ihre Einstellungen, Werte, Fähigkeiten, Schwächen usw. bestimmte konkrete Berufe auf.“ Von Aufdrängen sprechen die meisten meiner Schüler nicht. Diese Hefte sind dazu da, dass Schüler sich Gedanken machen, welche Berufe sie… Weiter lesen »

Bildungsumfrage 2012 – was wollen die Eltern?

Von: | 10.9.2012

Im Januar 2012 hat das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag des Versandhandelgeschäfts Jako-o (Kindermode, Spielwaren und Accessoires) zum zweiten Mal eine Umfrage durchgeführt dazu, was sich Eltern schulpflichtiger Kinder – also bis 16 Jahre – von der Schule wünschen und inwiefern sie glauben, dass das bereits verwirklicht ist. Das Fazit: „Unser Schulsystem ist immer noch weit von den Wünschen und Vorstellungen der Eltern entfernt,“ auch wenn es sich im Vergleich zum Jahr 2010 schon genähert hat. Die Geschäftsleitung wird weiter machen: Ich verspreche Ihnen: JAKO-O wird nicht locker lassen. […] Vor allem, weil Familien unsere Kunden sind, für die wir uns… Weiter lesen »

Was liest ein Lehrer am Gymnasium so?

Von: | 26.11.2010

Ich weiß nicht, warum und woher sie kommen. Aber ab und tauchen sie auf und ein Tisch im Lehrerzimmer ist gefüllt mit Büchern, die man sich anschauen und bestellen kann. Gestern zum Beispiel. Nur: was glaubt man eigentlich, das Lehrer so kaufen würden? Mir ist die Auswahl peinlich. An Literatur und Lyrik: Heinz Erhardt, sonst nichts. (Denkbar noch: eine großformatige Faust-Ausgabe, philologisch unbrauchbar, dafür mit schönen Illustrationen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Wollte man immer schon mal lesen.) An Geisteswissenschaften: leichte Zusammenfassungen in Geschichte und Philosophie, hochglanz, großzügig gesetzt, knapp an Kinderbuchfassungen vorbeischrammend. Dazu Kochbücher für Leute, die sich nicht… Weiter lesen »

Frank McCourt, Teacher Man

Von: | 7.6.2010

In den Ferien habe ich dieses dritte Buch von Frank McCourt gelesen (nach Angela’s Ashes und ‚Tis); es enthält die Erinnerungen von McCourt an sein Leben als Lehrer an verschiedenen amerikanischen Schulen seit den 1950er Jahren. Das Lesen hat Spaß gemacht, das Buch enthält Heiteres und Trauriges, viele Schulgeschichten und auch Privatleben. Allerdings: so gut wie im Vorwort wurde das Buch für mich nie wieder. Dort dankt McCourt nicht wie üblich denjenigen, ohne die dieses Buch nicht entstanden wäre – stattdessen vergibt er ihnen, Papst Pius XII, den Engländern allgemein, dem Bischof von Limerick und vielen anderen. Und das in… Weiter lesen »

Dietrich Weichold, …und nebenbei ein toter Lehrer

Von: | 9.8.2009
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Dieses Buch war im Juli bei mir im Briefkasten, ein Ansichtsexempar des Schmetterling Verlags. Auch wenn es an „Tobias Rau“ ging, ich lese gerne Krimis, und Bücher im Lehrermilieu obendrein, also: vielen Dank. Außerdem war keine Bitte um Kommentierung in meinem Blog dabei, also schreibe ich gerne etwas dazu. Das Buch ist ein Kriminalroman. Am Anfang, wie sich das für einen Krimi gehört, gibt es eine Liste der wichtigsten Personen. Wie ich das immer mache, habe ich gleich anhand dieser Liste auf den Täter getippt. Wie meistens lag ich daneben. Das ist allerdings verzeihlich: in diesem Buch geht es gar… Weiter lesen »