Schlagwort: Lehrerbild

Über das Notengeben & querulante Lehrer

Ein beliebtes Aufsatzthema in der frühen Mittelstufe ist die Frage, ob man Noten in der Schule abschaffen soll. Die Schüler sind massiv dagegen, Eltern sicher ebenso; nur die Lehrer träumen gelegentlich davon, wie schön eine Schule ohne Noten wäre. Für Lehrer sind Noten das, was ihnen in der Schule am schwersten fällt, was der anstrengendste Teil des Unterrichts ist. Wenn ihr etwas gegen Noten habt: Mich habt ihr auf eurer Seite. (Allerdings ist das lästige Notengeben, das ständige Treffen von Entscheidungen, auch ein Grund dafür, warum wir relativ gut bezahlt werden.)

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Wer Probleme mit dem Ausüben von Macht hat, sollte kein Lehrer werden

Im P-Seminar der Oberstufe in Bayern arbeiten die Schüler nicht nur an einem Projekt, sie erhalten auch Informationen über die Berufswelt. Unter anderem gibt es dazu die BuS-Selbsterkundungshefte. (Bus: Berufs- und Studienwahl.) Wie nützlich die sind, kann ich noch nicht sagen – vermutlich schon einigermaßen, obwohl die Behauptung am Ende von Heft A schon gewagt optimistisch formuliert ist: “Wahrscheinlich drängen sich auf der Grundlage all der gesammelten Daten über Ihre Einstellungen, Werte, Fähigkeiten, Schwächen usw. bestimmte konkrete Berufe auf.” Von Aufdrängen sprechen die meisten meiner Schüler nicht.

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Bildungsumfrage 2012 – was wollen die Eltern?

Im Januar 2012 hat das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag des Versandhandelgeschäfts Jako-o (Kindermode, Spielwaren und Accessoires) zum zweiten Mal eine Umfrage durchgeführt dazu, was sich Eltern schulpflichtiger Kinder – also bis 16 Jahre – von der Schule wünschen und inwiefern sie glauben, dass das bereits verwirklicht ist. Das Fazit: “Unser Schulsystem ist immer noch weit von den Wünschen und Vorstellungen der Eltern entfernt,” auch wenn es sich im Vergleich zum Jahr 2010 schon genähert hat. Die Geschäftsleitung wird weiter machen:

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Was liest ein Lehrer am Gymnasium so?

Ich weiß nicht, warum und woher sie kommen. Aber ab und tauchen sie auf und ein Tisch im Lehrerzimmer ist gefüllt mit Büchern, die man sich anschauen und bestellen kann. Gestern zum Beispiel.
Nur: was glaubt man eigentlich, das Lehrer so kaufen würden? Mir ist die Auswahl peinlich. An Literatur und Lyrik: Heinz Erhardt, sonst nichts. (Denkbar noch: eine großformatige Faust-Ausgabe, philologisch unbrauchbar, dafür mit schönen Illustrationen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Wollte man immer schon mal lesen.) An Geisteswissenschaften: leichte Zusammenfassungen in Geschichte und Philosophie, hochglanz, großzügig gesetzt, knapp an Kinderbuchfassungen vorbeischrammend. Dazu Kochbücher für Leute, die sich nicht besonders für Kochbücher interessieren. Die hundert besten diese und die hundert besten das. Alles schön gebunden, limitierte Sonderausgaben, großer Zitatenschatz etc.

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Frank McCourt, Teacher Man

In den Ferien habe ich dieses dritte Buch von Frank McCourt gelesen (nach Angela’s Ashes und ‘Tis); es enthält die Erinnerungen von McCourt an sein Leben als Lehrer an verschiedenen amerikanischen Schulen seit den 1950er Jahren. Das Lesen hat Spaß gemacht, das Buch enthält Heiteres und Trauriges, viele Schulgeschichten und auch Privatleben. Allerdings: so gut wie im Vorwort wurde das Buch für mich nie wieder. Dort dankt McCourt nicht wie üblich denjenigen, ohne die dieses Buch nicht entstanden wäre – stattdessen vergibt er ihnen, Papst Pius XII, den Engländern allgemein, dem Bischof von Limerick und vielen anderen. Und das in einem Tonfall, genial.

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Dietrich Weichold, …und nebenbei ein toter Lehrer

Dieses Buch war im Juli bei mir im Briefkasten, ein Ansichtsexempar des Schmetterling Verlags. Auch wenn es an “Tobias Rau” ging, ich lese gerne Krimis, und Bücher im Lehrermilieu obendrein, also: vielen Dank. Außerdem war keine Bitte um Kommentierung in meinem Blog dabei, also schreibe ich gerne etwas dazu.

weichold_toter_lehrer

Das Buch ist ein Kriminalroman. Am Anfang, wie sich das für einen Krimi gehört, gibt es eine Liste der wichtigsten Personen. Wie ich das immer mache, habe ich gleich anhand dieser Liste auf den Täter getippt. Wie meistens lag ich daneben. Das ist allerdings verzeihlich: in diesem Buch geht es gar nicht so sehr darum, den Täter herauszufinden, denn der ist dann doch der, den man meint. Oder bin ich nur zu versiert als Krimileser?

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Links aus den letzten Wochen (ich komme echt nicht mehr nach)

Mündliche Noten

Bei Jochen gibt es gerade eine sehr interessante Diskussion um mündliche Noten und um die Benotung von Mitarbeit im Unterricht. Jean-Pol Martin stellt darin eine einfach umsetzbare, praktikable und mir sehr sinnvoll erscheinende Möglichkeit vor, die man sich lediglich trauen muss. Aber wir trauen uns eh zu wenig.

Umfrage zu Lehrern

Ich hätte es vermutlich verpasst, wenn mich nicht landeskunde darauf aufmerksam gemacht hätte. Der Spiegel zeigte Ende März die Ergebnisse einer Allensbach-Umfrage zum Thema Schule und Lehrer. Hier meine zwei liebsten Folien. Zuerst die harmlose, sie zeigt etwas über Vorurteile:

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