Tag Archives: Literatur

Prometheus und andere Tricksereien

Von: | 9.3.2013
theogonie1

Sturm und Drang, Goethes „Prometheus“: Entstanden wohl in den frühen 1770er Jahre, die erste autorisierte Druckfassung von 1789 unterscheidet sich von der Fassung letzter Hand 1827 nur durch ein paar Schreibvarianten. In Anthologien findet man allerdings meist die ohne Namensnennung und unautorisiert verwendete Druckfassung von 1785 – in den späteren Versionen hat der Klassiker Goethe seinen jugendlichen Sturm und Drang geglättet und etwa das berühmt gewordene „Knabenmorgen-Blütenträume“ durch schlichte „Blütenträume“ ersetzt. Der Nachwelt gefällt die frühe Fassung aber besser. Vor der Lektüre kann man etwa diesen Videoclip vom Bayerischen Rundfunk anschauen: BR-alpha – Mythen – Michael Köhlmeier erzählt Sagen des… Weiter lesen »

Zwischen den Zeilen schreiben (2)

Von: | 4.9.2012

(Fortsetzung von hier. Es geht immer noch darum, welche Geschichten man zu anderen Geschichten erzählen kann.) 6. Begriffsklärungen Fortsetzungen von eigener und fremder Hand gibt es schon seit langer Zeit. (Rechercheauftrag für später: Mal zusammenstellen.) Eine Fortsetzung nimmt die Geschichte oder das Personal des ersten Teils wieder auf und erzählt, wie es mit ihnen weitergeht. Fortsetzungen können bald nach dem Ausgangstext erscheinen oder viel später. Fortsetzungen zu Pride and Prejudice gibt es in Hülle und Fülle. Prequels sind ebenfalls Texte, die nach einem gegebenen Text geschrieben werden, aber zeitlich davor spielen. Sie können dazu dienen, ein neues Licht auf den… Weiter lesen »

Zwischen den Zeilen schreiben (1)

Von: | 3.9.2012

Zusammenfassung: Keine Geschichte erzählt alles. Der Leser muss immer Lücken füllen, sei es bei dem Äußeren einer Person oder bei einem Vorgang. Diese Leerstellen entstehen absichtlich, unabsichtlich, durch Fehler des Autors, durch fehlerhafte Überlieferung, und sind unvermeidbar. Man kann sie füllen, indem man sich ihnen spielerisch-wissenschaftlich nähert oder dadurch, dass man sie literarisch mit anderen Geschichten füllt. Zwischen den Zeilen schreiben Nachdem ich mich mehrere Monate lang mit diesen Elementen beschäftigt hatte, kam ich zu der Schlussfolgerung, dass die Reise um die Erde in 80 Tagen zwei Geschichten umfasste. Eine war die äußere, die offensichtliche, von Verne als interessante, aber… Weiter lesen »

Heinrich Heine, Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland

Von: | 5.2.2012

Überrascht hat mich folgendes Fundstück bei der Lektüre von Heinrich Heines Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, das zeigt, dass Heine Shelleys Frankenstein gelesen oder zumindest davon gehört haben muss: Es geht die Sage, dass ein englischer Mechanikus, der schon die künstlichsten Maschinen erdacht, endlich auch auf den Einfall geraten, einen Menschen zu fabrizieren; dieses sei ihm auch endlich gelungen, das Werk seiner Hände konnte sich ganz wie ein Mensch gebärden und betragen, es trug in der ledernen Brust sogar eine Art menschlichen Gefühls, das von den gewöhnlichen Gefühlen der Engländer nicht gar zu sehr verschieden war, es… Weiter lesen »

Heute Fortbildung, und Krimi-Lektüre, und Schullektüre, und überhaupt kam dann noch alles mögliche dazu

Von: | 7.7.2011

Erstens. Heute in der 7. Klasse, Deutsch, weiter die Lektüre besprochen. Die Klasse hat schon ein Buch gelesen, wollte aber ein weiteres gemeinsam lesen. Also entschieden wir uns für… ich weiß auch nicht, wie das genau geschah, es war mitten im Doppelabitur, ich war sehr im Stress… für ein Buch, das mir dann nicht so gut gefallen hat. Mehr ein Jugendbuch, das tatsächlich nur für die Jugend ist. Es gibt ja genug Jugendbücher, die auch Erwachsene noch lesen können. Und das Buch war vielleicht mehr für die ohnehin dominanten Mädchen als für die Jungs. Also gut: die Schüler wollten einen… Weiter lesen »

Holmesiana

Von: | 7.2.2010

War im Kino, Sherlock Holmes gucken. Hat mir gut gefallen. Als Film gut – wenn es auch mehrere überflüssige Szenen darin gibt, die weder die Handlung voranbringen noch etwas zur Charakterisierung der Personen beitragen noch Atmosphäre erzeugen. Schön: die Boxkampszene, überflüssig: das Spektakel in der Werft. Immer wieder enttäuschend: Showdown hoch oben auf einem historischen Wahrzeichen. Das mochte ich bei X-Men schon nicht, und bei Holmes wird das für jeden, der sich minimal in London auskennt, lächerlich – aus den Katakomben des Parlaments spaziert man quasi direkt auf die Spitze der Tower Bridge. Aber trotzdem ganz okay. Robert Downey Jr.… Weiter lesen »

Rudyard Kipling & Wardrobe Worlds

Von: | 6.12.2009

Bei Lewis Carroll kommt Alice entweder durch ein Kaninchenloch oder durch einen Spiegel ins Wunderland. Die Kinder in C.S. Lewis‘ Der König von Narnia gelangen durch einen Wandschrank nach Narnia, und einen Wandschrank benutzt auch Erich Kästner in Der 35. Mai. Es geht um magische Reiche und wie man dorthin gelangt. Bei den unvergleichlichen TV Tropes, wo ich mich schon wieder für Stunden festgelesen habe, gibt es eine ausführliche, aber keineswegs vollständige Liste solcher magischer Länder. Auch zu Toren, die in diese Reiche führen gibt es dort eine Liste. Offhand fallen mir folgende Beispiele ein: Lewis Caroll, Die beiden Alice-Bücher… Weiter lesen »