Schlagwort: Pulp Fiction

Turner, Boys Will Be Boys

Dieses Buch über Jugend- oder vielleicht eher: Jungenliteratur ist immer noch eine Folge meiner Kipling-Entdeckung im letzten Jahr. Die Erstausgabe ist von 1948, die überarbeitete Version von 1975, und es sah mir so altväterlich-uninteressant aus, dass ich lange gebraucht habe, bis ich es gelesen habe. Es war dann aber doch eine schöne Entdeckung. Das letzte Kapitel über Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg ist tatsächlich wenig ergiebig, aber der Rest um so mehr – das sieht man an den vielen Zettelchen, die ich ins Buch geklebt habe.

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Heftromane: Von deren Aufbewahrung

Osterferien.

Vor einiger Zeit gebraucht erstanden: Eine Wandleiter zur Präsentation von Heftromanen aus dem Pabel-Verlag.

Meine paar Dutzend alter Heftromane sind so schön standesgemäß aufbewahrt und präsentiert. Einen endgültigen Platz habe ich allerdings noch nicht gefunden. Und vor allem hätte ich noch liebend gerne so ein drehbares Teil für meine Taschenbuchreihen, wie man es aus dem Bahnhofsbuchhandel kennt.

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“Pulp Fiction” im Blankvers

Pulp Fiction (Tarantino) im Blankvers. ‘Nuff said.

Ein gemeinschaftliches Wikiprojekt, das den Film in die Sprache Shakespeares umsetzt: The Pulp Shakespeare Project.

Vincent: And know’st thou what the French name cottage pie?

Julius: Say they not cottage pie, in their own tongue?

Vincent: But nay, their tongues, for speech and taste alike
       Are strange to ours, with their own history:
       Gaul knoweth not a cottage from a house.

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Englisch-Schaukasten in der Schule (2)

Hängt schon seit ein paar Tagen:

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Das nächste mal gibt’s dann wieder Teebeutel und Bumerangs und so weiter, was ja auch ganz schön ist.

Sun Koh, der Erbe von Atlantis

“Sun Koh, der Erbe von Atlantis” war eine Groschenheftserie von Freder van Holk, die in den Jahren 1933-1935 insgesamt 150 Hefte lang erschien. In den Jahrzehnten danach wurde sie immer wieder mal in Heft-, Taschenbuch- und Buchform neu aufgelegt, teilweise deutlich bearbeitet, unter anderem ab 1978 in Form von 37 Taschenbüchern beim Pabel-Verlag, der Version meiner Jugend. Ich habe die Bände gelesen – 1985, oder ein Jahr früher. Seitdem nie wieder. Und immer noch kann ich mich an eine Szene aus dem ersten Band erinnern: Der geniale, aber brotlose Ingenieur und Erfinder Peters steht vor dem Selbstmord, als ihn der geheimnisvolle Sun Koh rettet und ihm ein Chance gibt. Seine Erfindung: Ein Flugzeug, das nicht abstürzen kann. Der Trick sind offene Röhren, die am Rumpf befestigt sind. Peters demonstriert das Prinzip an Strohhalmen, die, nach unten fallen gelassen, ja auch immer waagrecht landen, ab einer gewissen Höhe jedenfalls.

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Emma Bull, War For the Oaks

Ich weiß nicht mehr, wie ich auf dieses Buchgekommen bin. Irgendwer Estara hat es online gelobt als Begründer eines Subgenres der urban fantasy oder so ähnlich, seinen Nachahmern weit überlegen.
Na ja. Ein ganz normaler Mensch, eine Rockmusikerin, wird in einen Streit in der Feenwelt hineingezogen, und all das mitten in Minneapolis. Nicht schlecht, aber nicht so mein Fall. Ich misstraue Rockmusikern, die wissen, wie man “Sidhe” ausspricht und schreibt. “Bodhran” lasse ich zur Not noch für den Wortschatz eines typischen Rockmusikers zu, aber “Sidhe”? (Zur Aufklärung, falls nötig: “sidhe” wird wie “she” ausgesprochen und heißt Elfe, elfisch – irische Elfenwesen allerdings, nicht die von Tolkien oder dem Sommernachtstraum. “Bean-sidhe” ist unter der Schreibung “banshee” bekannter.)
Ich misstraue auch Erzählern, die mehr Blumen und Farbtöne kennen als ich, und ihr Wissen schamlos dazu nutzen, die Kleidung der Hauptpersonen zu beschreiben. Der männliche Held (rauhe Schale, weicher Kern; leidet gerne; toller Liebhaber) zaubert sich für jeden Anlass die passende Kleidung zusammen. Mich erinnert das ein bisschen an das Anziehen von Barbie-Puppen.

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Das Ende der Welt ist nah!

McSweeney’s Mammoth Treasury of Thrilling Tales enthält neu geschriebene Geschichten im Stil der alten Pulp-Erzählungen. Das Inhaltsverzeichnis passt im Stil dazu, und jede Geschichte wird von einer passend altmodisch-auftregenden Illustration eröffnet.

Eine der Geschichten ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: “Otherwise Pandemonium” von Nick Hornby. Ein männlicher Teenager kommt an einen gebrauchten Videorecorder. Durch Zufall stellt er fest, dass der Recorder auch funktioniert, wenn keine Kassette eingelegt ist – dass er das aktuelle Fernsehprogramm zeigt, aber mit der Möglichkeit, durch Vorspulen in die Zukunft zu schauen.
Und so schaut sich der Held die Zukunft an. David Letterman, das Wetter, Verkehrsunfälle, Sportveranstaltungen. Er kommt selbst darauf, dass ihm das auch nicht dabei hilft, mit seinen Mitschülern etwa cool und lässig über Sport zu reden. Also himmelt er weiter still eine Mitschülerin an und schaut alleine weiter in die Zukunft. Schaut sich die Episode an, in der Joey und Phoebe heiraten, aber meistens spult er einfach vorwärts: ständig den Daumen auf dem Knopf der Fernsteuerung. Irgendwann fällt ihm auf, dass die Nachrichtensendungen immer länger werden. Und irgendwann kommen nur noch Nachrichten. Und irgendwann dann nur noch Rauschen. Static. Kein Bilder mehr. Nur noch Rauschen. Er spult zurück, schaut sich die Nachrichtensendungen noch einmal genauer an.

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