Tag Archives: Sagen

Prometheus und andere Tricksereien

By | 9.3.2013

Sturm und Drang, Goethes „Prometheus“: Entstanden wohl in den frühen 1770er Jahre, die erste autorisierte Druckfassung von 1789 unterscheidet sich von der Fassung letzter Hand 1827 nur durch ein paar Schreibvarianten. In Anthologien findet man allerdings meist die ohne Namensnennung und unautorisiert verwendete Druckfassung von 1785 – in den späteren Versionen hat der Klassiker Goethe seinen jugendlichen Sturm und Drang geglättet und etwa das berühmt gewordene „Knabenmorgen-Blütenträume“ durch schlichte „Blütenträume“ ersetzt. Der Nachwelt gefällt die frühe Fassung aber besser. Vor der Lektüre kann man etwa diesen Videoclip vom Bayerischen Rundfunk anschauen: BR-alpha – Mythen – Michael Köhlmeier erzählt Sagen des… Read More »

Laienhafte Notizen zu germanischer Dichtung (mit Weltende)

By | 15.8.2011

Ja, die Germanen. Eine völkerwandernde Gruppe von Sprechern verwandter indoeuropäischer Dialekte. Grob kann man die Dialektgruppen Nordgermanisch (die Nachfolger davon in Skandinavien und Island), Ostgermanisch (Gotisch gehört dazu, Nachfolger gibt es keine mehr) und Westgermanisch (Althochdeutsch, Altenglisch, Altniederdeutsch/Altsächsisch) unterscheiden; es gibt natürlich noch weitere Klassifizierungen. Die Germanen auf dem Großteil des Kontinents, also die Sprecher westgermanische Dialekte, hinterließen nicht viele schriftliche Zeugnisse. Ein paar Namen sind noch da: Donar, der Donnergott, nach dem der Donnerstag benannt ist; Wodan/Wotan, auf den Wednesday zurückgeht. (Auch die meisten anderen Wochentagsbezeichnungen gehen auf germanische Götter zurück – die Germanen übernahmen die 7-Tage-Woche von den… Read More »

Max Frisch, Homo faber: Referate – und die Links dazu

By | 16.6.2011

Im letzten Semester der Q12 lasen alle Deutschkurse an meiner Schule Homo faber von Max Frisch. Die Lehrer aller Oberstufen-Deutschkurse haben auch sonst viel zusammengearbeitet, aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal. 1. Die Referate Homo faber ist keines meiner Lieblingsbücher, aber die Schüler mochten es immer einigermaßen. Und selbst ich freundete mich wieder damit an. Diesmal gingen wir so vor, dass wir – eine Anregung des Kollegen Z. – uns darauf beschränkten, die Beziehungen zur griechischen Mythologie in dem Roman herausarbeiten zu lassen. Davon gibt es nämlich überraschend viele, und da wir auch viele mündliche Noten brauchten,… Read More »

Wolfgang Herrndorf, Tschick

By | 3.2.2011

Nachdem ich das Buch im Dezember kurz erwähnt hatte, habe ich inzwischen mit meiner 9. Klasse verhandelt, so dass es jetzt unsere Klassenlektüre ist. Dagegen spricht der Preis, das Buch gibt es bisher nur gebunden. Aber ich halte es für eine sehr geeignete Lektüre. Zuerst einmal deshalb, weil das Lesen Spaß macht. In der 8. Klasse lesen Schüler häufig das „Fräulein von Scuderi“, das ich selber sehr mäßig interessant finde. In der 9. Klasse liest man einen dünnen Dürrenmatt-Roman oder eine Novelle von Gottfried Keller, „Kleider machen Leute“ etwa. Keller finde ich heute sehr lustig, als Schüler hat er mich… Read More »

Griechische Sagen mit dem Kamishibai, der Rest

By | 16.8.2010

Hier noch ein paar Reste zum letzten Beitrag. Die Videos darf ich zwar nicht zeigen, aber hier sind immerhin die Grafiken zu drei weiteren Schüler-Sagen und zu meiner Demoversion, anhand derer ich das Prinzip Kamishibai vorgeführt habe. — In der Sage von Persephone verliert Demeter, Göttin der Fruchtbarkeit, ihre Tochter Persephone an Hades, den Gott der Unterwelt. Nach dem Rat Zeus‘ soll Persephone daraufhin zwei Drittel des Jahres in der Unterwelt bei Hades bleiben, ein Drittel an der Oberfläche mit ihrer Mutter verbringen. — Europa: — Herkules‘ Aufgabe, den Stier von Kreta zu fangen: — Der Beginn des trojanischen Kriegs.… Read More »

Griechische Sagen mit dem Kamishibai

By | 26.7.2010

Die Videos sind Ende 2009 aufgenommen worden, also im ersten Drittel der 6. Klasse. Daidalos und Ikaros: (S.M. und F.S., Klasse 6a) Europa: (T.H., Klasse 6a) Der Stier von Kreta: (R.N. und N.W., Klasse 6a) Europa: (F.S. und J.W., Klasse 6a) Nächstes Mal: erst in der zweiten Jahreshälfte machen, wenn ich die Schüler besser kenne. Dann: nicht alle Schüler das machen lassen, sondern nur zwei oder drei Gruppen. Es muss nicht jeder das gleiche machen, das wird ermüdend. Die einen Referate, die anderen Kamishibai, eine dritte Gruppe Hörspiele. Zuletzt und am schwierigsten: mündliches Erzählen habe ich so nicht geübt, das… Read More »

Noch ein paar Sagen

By | 28.8.2008

Interessant an folgender Sage finde ich die Logik: Wenn man im Himmel stirbt, wird man auf der Erde wiedergeboren. (Alle Fehler unkorrigiert. Vor allem Kommas fehlen.) Warum der H. so viel spricht! Jeder Schüler des Graf-Rasso-Gymnasium kennt den Herrn H. und jeder weiß dass er im Unterrricht spricht wie ein Wasserfall. Doch das war nicht immer so. Denn in seinem früheren Leben… Der Herr H. war in seinem früheren Leben nämlich Lehrer im Himmel. Er hat in seinem Unterricht so viel geredet dass die Worte die Schüler förmlich zu zerdrücken schienen. Eines Tages beschwerte sich ein Schüler darüber, dass der… Read More »

Wieso Herr Rau seinen Bart abrasierte

By | 27.8.2008

Beim Aufräumen bin ich auf eine Mappe mit Schülertexten gestoßen – Mindmaps, Zeichnungen, und vor allem eine ganze Reihe der Sagen, die Ende 1999 eine 6. Klasse geschrieben hatte. (Beispiele hier und hier.) Eine dieser Erklärungssagen ist vielleicht von besonderem Interesse, weil sie zeigt, wie Schüler sich das Privatleben eines Lehrers vorstellten. Der Text ist nicht korrigiert, war mit dem Computer geschrieben. Der Bart ist ab Wie ihr alle wißt, hatte Herr Rau vor ein paar Monaten einen kleinen Bart. Doch dann war er auf einmal verschwunden: Und das kam so: Herr Rau saß mit seinen drei Freunden, an einem… Read More »

Im Papierweb (mit vielen Märchen)

By | 30.6.2007

Heute geht es darum, wie ich mich in den letzten Monaten im Papierweb von einem Buch zum anderen habe führen lassen, und wo ich dadurch überall hingekommen bin. Das Ergebnis ist vielleicht nicht für jeden interessant, ich will es aber doch für mich festhalten. Ich fange einfach mal bei der Fables-Reihe von Bill Willingham an: Eine große Zahl an Gestalten aus Märchen, Sagen und Legenden hat sich aus ihrem Heimatland in unsere Welt geflüchtet und lebt unerkannt in New York. (Diejenigen, die sich nicht unaufällig unter Menschen bewegen können – die drei Schweinchen etwa oder Papa und Mama Bär, Baloo… Read More »

Hochzeitsbräuche

By | 17.6.2007

Gerade in einer Edda-Übersetzung gelesen, wie die Riesin Skadi sich einen der Asen zu Hochzeit auswählen darf. Sie hätte am liebsten Balder, den jüngsten und schönsten Gott. Der Haken bei der Sache: Sie kriegt nur die Füße der Götter zu sehen und muss anhand derer wählen. Auf so einer Hochzeit war ich auch schon. Altes germanisches Brauchtum?