Erzählen mit Perspektivenwechsel, die Schulaufgabe

Bei den letzten Schulaufgaben (für Leute außerhalb Bayerns: angekündigte, benotete Aufsätze, heftig benotet) meiner 6. Klasse habe ich mich beim Korrigieren sehr unterhalten. Eines der Themen, angelehnt an diese Übung (und die), sah so aus: Zwei Leute haben sich verabredet, um ins Kino zu gehen. (Möglich: Kind/Elternteil, Freunde.) Einer von beiden ist pünktlich und wartet vor dem Kino und wird ungeduldig oder besorgt, weil der andere nicht kommt. Der oder die andere hat sich verspätet und beeilt sich sehr, um noch rechtzeitig zu kommen. Erzähle das, indem du zwischen den Perspektiven der beiden abwechselst. Schildere anschaulich das Innenleben der beiden. […]

Die Normalverteilung, Teil 3 (Wirre Reste)

Zum vorhergehenden Beitrag. Der ist inzwischen so lange her, dass ich etwas den Faden verloren habe. Es ging um die Punkte, Noten und Normalverteilung. Jetzt eher wirr, Sie mögen verzeihen, der Rest. Meine Erkenntnisse bisher: Gesamtpunktzahlen sind tatsächlich mehr oder weniger normalverteilt, zum Beispiel so: Die abstrakterer Normalverteilungskurve dazu sieht so aus: Diese halbwegs normalverteilten Punktezahlen werden dann nach einem äquidistanten Schlüssel in Noten von 1 bis 6 umgerechnet. Das sieht dann so aus: Auch hier wieder die Normalverteilungskurve, wobei die 6 Farben den 6 Noten entsprechen. Diese Farbverteilung gilt für eine normal schwere Englischschulaufgabe. (Wären die Aufgaben besonders schwer […]

Die Normalverteilung, Teil 2

Beim letzten Mal ging es um die technische Seite der Normalverteilung. Diesmal erzähle ich, wie es überhaupt dazu kam, dass ich mir darüber Gedanken machte. Das war so: Einmal schrieben alle Klassen eines Jahrgangs an unserer Schule die gleiche von uns Lehrern selbst entworfene Prüfung. Sie bestand aus 13 Teilaufgaben; auf jede Aufgabe gab es 3-6 Punkte. Insgesamt waren 60 Punkte zu erreichen. Von drei Klassen hatte ich die Ergebnisse in digitaler Form zur Verfügung, das waren 87 Schüler (ohne Legastheniker und Sonderfälle). Wo ich schon mal so viele Ergebnisse hatte, bot es sich an, die auch mal genauer anzuschauen. […]

Die Normalverteilung, Teil 1

Aus Gründen, die ich in einem folgenden Blogeintrag erklären werde, habe ich mich neulich etwas mit der Normalverteilung beschäftigt. Die wird gerne mal von Lehrern und Eltern im Mund geführt. Ich entschuldige mich gleich vorab bei allen Statistik-Erstsemestern, für die das hier alles olle Kamellen sind. Und sicher habe ich auch einige Fehler in meinen Überlegungen; man darf mich gerne darauf hinweisen. Nehmen wir mal an, wir haben 300 Spieler. Jeder Spieler würfelt 10 mal mit einem Würfel und zählt zusammen, was herauskommt. Es wird wahrscheinlich kaum einen Spieler geben, bei dem das Minimum 10 herauskommt oder das Maximum 60, […]

wiertz.wahnsinn

Bildbeschreibung

Neulich beim Respizieren habe ich das folgende Thema gesehen. Bildbeschreibung, 45 Minuten, 7. Klasse, Bayern, Gymnasium. Einen sehr guten Beispielaufsatz schreibe ich darunter. Jean-Baptiste Siméon Chardin, „Dame beim Tee“ Beschreibe das Gemälde „Dame beim Tee“ von Jean-Baptiste Siméon Chardin aus dem Jahre 1735 nach den im Unterricht besprochenen Regeln und Vorgaben. Achte auf eine saubere äußere Form und sprachliche Korrektheit! Aufsatz, in gänzlich unverbesserter Form: Das 1735 entstandene Gemälde „Dame beim Tee“ von Jean-Baptiste Siméon Chardin zeigt eine Frau, die in entspannter und ruhiger Haltung sitzend ihren Tee genießt. Das Bild ist insgesamt mit matten und abgeschwächten Farben gestaltet, rechts […]

Vorgangsbeschreibung: Die Knalltüte

Zwischendrin zum Üben in der 6. Klasse, damit die Kinder auch genug Unfug lernen. Die Schüler haben die gezeichnete Anleitung gekriegt, aber das hat ihnen noch nicht gereicht zum Nachbauen – etwas Text dazu muss eben doch sein, etwas Erklärung, ein paar Temporalsätze und Final- oder Kausalsätze. Daher die Vorgangsbeschreibung. Die Zeichnung habe ich selbst gemacht, da ich keine freien Zeichnungen fürs Blog gefunden habe. Ist vielleicht etwas einfach für die 6. Klasse, aber immerhin bringe ich ihnen auch die Fachausdrücke „Bergfalte“ und „Talfalte“ bei. Ein bisschen Origami sollte ohnehin jeder können. Natürlich haben die Schüler danach nicht mehr viel […]

Erste Informatikklausur: fertig erstellt

Es ist wie wenn man eine Reihe von Freunden und Bekannten zum Abendessen einlädt: Man schwankt immer wieder zwischen „alle werden hungern, das ist viel zu wenig“ und „wer soll denn das bloß alles essen?“ Habe ich jetzt genug Aufgaben für eine Klausur von neunzig Minuten gestellt, oder viel zu wenige, oder ist das nie zu schaffen? Bei Partys kann man ja immer noch ein paar Stück Fladenbrot in der Hinterhand haben; bei Klausuren geht das leider nicht.

Benotung von Deutschaufsätzen

Es ist nicht sehr bekannt, dass es für die Benotung der Aufsätze in Deutsch Richtlinien gibt, Anweisungen sogar. Die helfen bei der Notenfindung, gerade wenn man zwischen zwei Noten schwankt. Bleibt die Frage, ob Schüler mit einer Punkteskala wie in anderen Fächern besser wegkommen würden oder nicht. Die Note „sehr gut“ soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderungen in besonderem Maße entspricht. Kleinere Schwächen können dabei hingenommen werden, wenn die mit der Themenstellung verbundenen Erwartungen in der Zusammenschau dennoch auf eine für die Altersstufe herausgehobene Weise erfüllt werden. Die Note „gut“ soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderungen […]

Erster! (Sachbücher im Deutschunterricht)

Heute habe ich in der 9. Klasse eine Deutsch-Schulaufgabe geschrieben. (So heißt in Bayern ein benoteter angekündigter schriftlicher Test.) Der Inhalt war ein Eintrag aus dem Lexikon des Unwissens von Kathrin Passig und Aleks Scholz. Damit bin ich hoffentlich Erster! was den Einsatz dieses Buch als Quelle für Schulaufgaben betrifft. (Wir hatten den Schualufgabentyp „Analyse eines Sachtexts“ unter anderem an einem weiteren Eintrag aus dem Buch geübt.) In dem Eintrag ging es vor allem darum, dass man nicht genau weiß, wie eigentlich Klebeband funktioniert. Zur Erklärung werden Geckos und van-der-Waals-Kräfte herangezogen; beides kannten die Schüler bereits aus dem Chemieunterricht der […]

Benotung von Englisch-Schulaufgaben II

Teil Zwei: Gestern ging es darum, dass die Schulaufgabennoten in Englisch gelegentlich zu Missstimmung zwischen Eltern und Lehrer führen. Ein Elternteil kommt in die Sprechstunde, weil das Kind eine 5 oder 6 gekriegt hat, und hat eine berechtigte Frage: „Ist das nicht zu streng?“ Für die Eltern sieht die Schulaufgabe nämlich ganz ordentlich aus, und außerdem haben sie vielleicht mitbekommen, wie sehr das Kind auf die Schulaufgabe gelernt hat. Gelegentlich folgen darauf zwei Bemerkungen. Erstens, es wird erklärt, dass es doch sonst üblich sei, bei 50% der Punkten noch eine 4 zu geben, und wieso man das hier nicht eingehalten […]