Schlagwort: Schullektüren

Stand by Me, Jahrzehnte danach

Different Seasons ist eine 1982 erschienene Sammlung von vier langen Kurzgeschichten – oder Kurzromanen? – von Stephen King. “Novella” heißt diese Länge auf Englisch, und das Terminologieproblem ist noch das geringste bei Texten dieser Länge: Sie lassen sich einzeln auch schlecht verkaufen. King gelang das nur, indem er vier davon zusammenpackte. Die erste wurde als Shawshank Redemption verfilmt, die zweite als Apt Pupil, für die vierte ist ein Film in Produktion. (Eine Geschichte um einen geheimnisvollen Club und eine geheimnisvolle Bibliothek, ganz klassisch und weniger ernst gemeint als die anderen Geschichten. Kann ich mir als Film schwer vorstellen.) Und die dritte, die Herbstgeschichte, heißt als Film Stand by Me.

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Cory Doctorow, Little Brother (incl. epub)

Ich bin ein Schüler an der Cesar Chavez High in San Franciscos sonnigem Mission-Viertel, und damit bin ich einer der meistüberwachten Menschen der Welt.

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Little Brother ist ein Roman für Jugendliche, 2008 erschienen. Der Autor Cory Doctorow (Wikipedia) ist in Internetkreisen bekannt als Aktivist, Autor, Blogger und Journalist und für ein rotes Cape.

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Scott Westerfeld, Uglies

Vorgemerkt als Schullektüre, auf Deutsch, 6. oder 7. Jahrgangsstufe.

Uglies spielt in eienr Zukunft, wenige hundert Jahre von hier entfernt. Uns kennt man nur noch als die “Rusties”, eine frühere Kultur mangelhafter Nachhaltigkeit, die viel Schrott hinterlassen hat. In der schönen neuen Welt wächst man auf bei seinen Eltern, bis man dann zum “Ugly” wird und in einer Art fröhlicher Internatsstadt mit anderen Uglies lebt, dort in die Schule geht, Streiche spielt, Sport treibt. Mit 16 tritt man über in die nächste Phase und wird zum “Pretty”. Pretties, das sind quasi die Erwachsenen, die vor allem über ihr Aussehen und die damit verbundene Autorität definiert werden, nicht unbedingt über verantwortungsvolles Handeln oder einen Beruf oder was man sonst mit Erwachsenen verbindet. Vielleicht liegt das daran, dass im Buch eher die New Pretties im Vordergrund stehen, weniger die Middle Pretties, die tatsächlich Berufe haben, oder Late Pretties (“Crumblies”).

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Resolute Schüler und Schullektüren

Ein Fundstück aus meinem Referendariat, vom Seminarlehrer für Deutsch ausgeteilt, dem Herrn Bittig*:


(Die 12. Jahrgangsstufe hieß damals 8. Klasse. Und das ist eine Abschrift des Originals, das es hoffentlich gegeben hat. Bei Dokumenten aus Deutschlehrerhand weiß man ja nie, wer sie wirklich verfasst hat.)

Wilde Zeit, das. Da lagen Resolutionen in der Luft; heute hat man die gar nicht mehr. Ich fürchte, das liegt auch daran, dass wir Lehrer so aalglatt geworden sind, oder von mir aus: verständnisvoll, umsichtig, vertrauensfördernd, dass Resolutionen an uns abperlen würden. Oder sie sind nicht mehr nötig, weil sie entweder eh nichts bringen oder das gleiche Problem durch ein einfaches Gespräch auch geklärt werden kann.

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Ray Bradbury

Letzte Woche starb, 91-jährig und von meinem Teil des Web wenig beachtet, Ray Bradbury. Ich lernte ihn kennen als Science-Fiction-Schriftsteller, und zwar einen der ganz großen – neben Asimov, Heinlein und vielleicht noch Arthur C. Clarke.

Ich kannte Bradbury schon während meiner Schulzeit. In meinem Leistungskurs-Macbeth ist neben den Zeilen “By the pricking of my thumbs/Something wicked this way comes” der Name Bradburys gekritzelt; einer seiner Romane heißt so. Gelesen hatte ich damals aber nur wenig von ihm. Ich kannte ihn aus der einen oder anderen Anthologie und vor allem aus der SF-Sekundärliteratur.

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Krimis schreiben, Fabel und Diskurs

Und noch ein Rest von der Fortbildung in der letzten Woche: Für ein Projekt musste schnell eine einfache Krimi-Handlung her. Der Ausgangspunkt: Jemand wacht im Hotel neben einer Leiche auf, blutige Hände und so weiter, ein Messer neben sich – wie geht es weiter? Was ist passiert?

Da hätte ich mir meine Schüler aus der 7. Klasse gewünscht. Mit denen habe ich ja Krimis gelesen. Zum Abschluss und nach dem Erarbeiten eines Kriterienkatalogs stellten die Schüler einen Edgar-Wallace-Thriller beziehungsweise einen Jugendkrimi vor, der gut in die Reihe Arena Thriller gepasst hätte. Zu den Kriterien gehört bei letzten zum Beispiel das Personal (Heldin weiblich, 15-17 Jahr) oder der Titel (zusammengesetztes Substantiv mit jeweils einem positiven und einem negativen Bestandteil). Das haben die Schüler sehr gut gemacht. Hier eine leider nur stichpunktartige Zusammenfassung, die ich mir nach der Präsentation schicken ließ.

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Max Frisch, Homo faber: Referate – und die Links dazu

Im letzten Semester der Q12 lasen alle Deutschkurse an meiner Schule Homo faber von Max Frisch. Die Lehrer aller Oberstufen-Deutschkurse haben auch sonst viel zusammengearbeitet, aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal.

1. Die Referate

Homo faber ist keines meiner Lieblingsbücher, aber die Schüler mochten es immer einigermaßen. Und selbst ich freundete mich wieder damit an. Diesmal gingen wir so vor, dass wir – eine Anregung des Kollegen Z. – uns darauf beschränkten, die Beziehungen zur griechischen Mythologie in dem Roman herausarbeiten zu lassen. Davon gibt es nämlich überraschend viele, und da wir auch viele mündliche Noten brauchten, hielt jeder Schüler ein Referat. Die Themen waren unter anderem folgende:

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