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	<title>Lehrerzimmer &#187; Sherlock Holmes</title>
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	<description>Herr Rau erzählt von sich und der Schule. Ein Lehrerblog.</description>
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		<title>Sherlock Holmes als Freund der Kunstblumenerzeugung</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Jan 2011 05:54:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Sherlock Holmes]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu Lebzeiten von Arthur Conan Doyle wurde Sherlock Holmes schon für eine reale Person gehalten. Bald nach Doyles Tod fing dann noch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Kanon an &#8211; wissenschaftlich jedenfalls im weitesten Sinn. Einige Regeln gehören dazu: Der Meister (Sherlock Holmes) hat natürlich wirklich gelebt. Der Doktor (Watson) ist der Autor fast aller [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/holmes_gaslight.jpg"/></p>
<p>Zu Lebzeiten von Arthur Conan Doyle wurde Sherlock Holmes schon für eine reale Person gehalten. Bald nach Doyles Tod fing dann noch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Kanon an &#8211;  wissenschaftlich jedenfalls im weitesten Sinn. Einige Regeln gehören dazu:</p>
<ul>
<li>Der Meister (Sherlock Holmes) hat natürlich wirklich gelebt.</li>
<li>Der Doktor (Watson) ist der Autor fast aller Holmes-Geschichten. Zwei &#8211; nicht sehr gute &#8211; stammen aus der Hand des Meisters selbst.</li>
<li>Der Agent (Arthur Conan Doyle) übernahm den Kontakt zu Zeitschriften und Verlagen. Er war selbst ebenfalls Autor, hat mit den Holmes-Geschichten aber nichts zu tun.</li>
</ul>
<p>Wenn man das beachtet, kann man Aufsätze schreiben und veröffentlichen, zum Beispiel im renommierten <em>Baker Street Journal</em> der Baker Street Irregulars. <em>Sherlock Holmes by Gas-Light</em> enthält eine Auswahl von Aufsätzen aus den ersten vier Jahrzehnten des BSJ. Häufig geht es darum, unklare Stellen oder Widersprüche zu erklären. (Profane Leser würden &#8220;Fehler&#8221; dazu sagen.) Zwei klassische solcher Fragen sind: wo hatte Watson seine Kriegswunde &#8211; in der Schulter oder im Bein? Und: wie oft war Watson verheiratet? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die &#8211; oft nur scheinbaren &#8211;  Widersprüche in den <em>Sacred Writings</em> zu klären. Am unelegantesten ist es, sie auf das schlechte Gedächtnis oder die unleserliche Handschrift Watsons (er war immerhin Arzt) zu schieben. Eleganter sind ausgefeiltere Theorien: je abstruser, desto interessanter &#8211; <em>wenn</em> sie an den Writings belegt werden können. Aber dazu schreibe ich mal einen eigenen Beitrag. Nur kurz als Beispiel, wie so etwas aussieht: <a href="http://kspot.org/holmes/wives.htm">&#8220;As I Was Going to St. Ives (Or, The Merry Wives of Watson): A Recapitulation of Research on the Marriage(s) of Dr. Watson Presented to The Cremona Fiddlers on September 7, 1997,&#8221;</a></p>
<p>Andere Ansätze befassen sich damit, mehr über die Figuren herauszufinden. So gibt es in <em>Sherlock Holmes by Gas-Lamp</em> Aufsätze zu:</p>
<ul>
<li>Sherlock Holmes&#8217; Religiösität, </li>
<li>Sherlock Holmes als Tabakkonsument, </li>
<li>als Autor, </li>
<li>als Koch und Feinschmecker, </li>
<li>als Athlet; </li>
<li>der Bibliothek des Sherlock Holmes, </li>
<li>der rechtlichen Einordnung seines Vorgehens, </li>
<li>seinem Verhältnis zu Frauen, </li>
<li>seiner Wohnungseinrichtung.</li>
</ul>
<p>Mir ist selbst ja schon mal die Idee für einen Aufsatz gekommen: <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/07/war-sherlock-holmes-zen-buddhist.htm">&#8220;War Sherlock Holmes Zen-Buddhist?&#8221;</a>  Das ganze hätte ich natürlich noch ausführen müssen, wäre aber nicht schwer zu machen gewesen. Aber natürlich bin ich nicht der einzige, der auf diese naheliegende Idee gekommen ist (<a href="http://webpages.charter.net/sn9/literature/sherlock.html">&#8220;Zen in the Art of Sherlock Holmes&#8221;</a>).</p>
<p>&#8211; Kein Vergleich ist das allerdings zu Goethen. Robert Gernhardt gibt in &#8220;Goethe und die Folgen&#8221; einen ausführlichen Einblick in die Welt der Aufsätze über Goethe. Einige Höhepunkte:</p>
<ul>
<li>&#8220;Goethe und die Schwämme&#8221;, </li>
<li>&#8220;Goethe und der Impfzwang&#8221;, </li>
<li>&#8220;Goethe als Benutzer von italienischen Reisebüchern&#8221;, </li>
<li>&#8220;Konnte Goethe schwimmen?&#8221; </li>
<li>und natürlich &#8220;Goethe als Freund der Kunstblumenerzeugung&#8221; (B. Schier, in: <em>Hessische Blätter für Volkskunde</em> 42 (1951), S. 63-70).</li>
</ul>
<p>Man sieht es vielleicht am Goethe: die Holmes-Forschung ist unter anderem eine Parodie auf Literaturwissenschaft. Und dabei vorzügliche Intrepretation. Ich wünschte mir, ich könnte das mal für die Schule nutzen. &#8220;Finden Sie mindestens sechs logische Fehler in der Geschichte und erklären Sie sie weg. Ihre Erklärung muss möglichst genau am Text belegt werden.&#8221; Klar ist bei diesem Spiel, dass die Autorenintention überhaupt nichts zählt. Aber ich fürchte, die Parodie auf wissenschaftliches Arbeiten kann man erst genießen, wenn man ein Gespür für die Vorlage hat.</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/holmes_bakerstreetjournal.jpg"/></p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2011. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/01/sherlock-holmes-als-freund-der-kunstblumenerzeugung.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/01/sherlock-holmes-als-freund-der-kunstblumenerzeugung.htm#comments">Kein Kommentar</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Holmesiana</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/02/holmesiana.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/02/holmesiana.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 06:49:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sherlock Holmes]]></category>

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		<description><![CDATA[War im Kino, Sherlock Holmes gucken. Hat mir gut gefallen. Als Film gut &#8211; wenn es auch mehrere überflüssige Szenen darin gibt, die weder die Handlung voranbringen noch etwas zur Charakterisierung der Personen beitragen noch Atmosphäre erzeugen. Schön: die Boxkampszene, überflüssig: das Spektakel in der Werft. Immer wieder enttäuschend: Showdown hoch oben auf einem historischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>War im Kino, <em>Sherlock Holmes</em> gucken. Hat mir gut gefallen. Als Film gut &#8211; wenn es auch mehrere überflüssige Szenen darin gibt, die weder die Handlung voranbringen noch etwas zur Charakterisierung der Personen beitragen noch Atmosphäre erzeugen. Schön: die Boxkampszene, überflüssig: das Spektakel in der Werft. Immer wieder enttäuschend: Showdown hoch oben auf einem historischen Wahrzeichen. Das mochte ich bei <em>X-Men</em> schon nicht, und bei <em>Holmes</em> wird das für jeden, der sich minimal in London auskennt, lächerlich &#8211; aus den Katakomben des Parlaments spaziert man quasi direkt auf die Spitze der Tower Bridge. Aber trotzdem ganz okay. Robert Downey Jr. als Holmes, Jude Law als Watson und Kelly Reilly als Mary Morstan waren sehr gut, wenig überzeugend fand ich nur Hans Matheson als Lord Coward.</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Als Sherlock-Holmes-Interpretation war der Film noch besser. Wieder wurden der Figur neue Seiten abgewonnen oder die alten Seiten für eine neue Zeit dargestellt. Hier die stichpunktartige Beschreibung von Holmes, die Watson erstellt hat, kurz nachdem sie zusammen in die Baker Street zogen (<em>A Study in Scarlet</em>):</p>
<blockquote><ol>
<li>Knowledge of Literature.—Nil.</li>
<li>Philosophy.—Nil.</li>
<li>Astronomy.—Nil.</li>
<li>Politics.—Feeble.</li>
<li>Botany.—Variable.  Well up in belladonna, opium, and poisons generally. Knows nothing of practical gardening.</li>
<li>Geology.—Practical, but limited. Tells at a glance different soils from each other.  After walks has shown me splashes upon his trousers, and told me by their colour and consistence in what part of London he had received them.</li>
<li>Chemistry.—Profound.</li>
<li>Anatomy.—Accurate, but unsystematic.</li>
<li>Sensational Literature.—Immense.  He appears to know every detail of every horror perpetrated in the century.</li>
<li>Plays the violin well.</li>
<li>Is an expert singlestick player, boxer, and swordsman.</li>
<li>Has a good practical knowledge of British law.</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Zu ernst darf man diese Liste nicht nehmen; wenige Zeilen zuvor hat Holmes Watson versichert, dass er keine Ahnung davon hat, ob sich die Erde um die Sonne dreht oder umgekehrt, und dass es ihn auch nicht interessiert. Die Forschung geht davon aus, dass Holmes hier seinem zu neugierigen Mitbewohner einen Bären aufbindet, zumal Holmes an anderer Stelle durchaus astronomische Kenntnisse beweist.<br />
Aber ein guter Faustkämpfer ist Holmes, und das zeigt er in der Verfilmung auch. Der Kampfstil hätte für meine Verhältnisse noch etwas viktorianischer sein können (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bare-knuckle_boxing">fisticuffs</a>), aber wenigstens gab es auch kein Hong-Kong-Gehoppse. Beim Faustkampf zeigt Holmes zweimal seine analytischen Fähigkeiten, indem er quasi in die Zukunft schaut (so würde man das in einem Superheldenfilm nennen). Schön gemacht, aber noch schöner wäre es, wenn er diese Fähigkeiten auch in einem Zusammenhang hätte zeigen dürfen, der für den Plot und nicht nur für die Charakterisierung wichtig gewesen wäre. Das geschieht nur einmal ansatzweise, als man im Nachhinein erfährt, dass Holmes bereits vorausgesagt hat, aus welchem Fenster er nach einer gewissen Zeit stürzen würde. </p>
<p>Sehr schön ist auch die Szene, in der Holmes Watson erklärt, was er bei und nach ihrem ersten Besuch von Irene Adler herausgefunden hat; der Zuschauer ist hier ähnlich überrascht wie es sonst nur pflichtgemäß Watson ist. Aber auch dieses erzählerische Mittel wird nur bei der Exposition eingesetzt und nicht mehr später im Film. Klar darf man es nicht überstrapazieren, aber einmal vielleicht noch an zentralerer Stelle?</p>
<p>Auf jeden Fall neu interpretiert, aber naheliegend: der eifersüchtige Holmes, der Watson gram ist, weil der wegen seiner Verlobten die gemeinsame Bude aufgibt. Manchmal wirken Holmes und Watson aber etwas zu sehr wie ein stereotypes schwules Paar beim Streiten. </p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Ich mag Holmes, habe den ganzen Kanon in jüngeren Jahren gelesen und kenne und schätze die Variationen. Aus Gründen, die ich dereinst in meinem <em>magnum opus</em> darlegen werde (ein Blogeintrag, der seit zehn zehn Jahren halbfertig ist und zu Ende geschrieben werden will), bietet sich Holmes für solche Wiedererfindungen besonders an. Eine meiner liebsten ist diese hier:</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/holmes_meyer.jpg" alt="" title="holmes_meyer" width="200" height="297" class="aligncenter size-full wp-image-2695" /><br />
<small>Nicholas Meyer, <em>The Seven-Per-Cent Solution.</em> New York: Dutton 1974.</small></p>
<p>Verfilmt als <em>Kein Koks für Sherlock Holmes</em>, so auch der Titel der ersten deutschen Ausgabe; inzwischen heißt sie <em>Sherlock Holmes und der Fall Sigmund Freud</em>. Die Geschichte: Holmes fühlt sich verfolgt von Professor Moriarty, dem &#8220;Napoleon des Verbrechens&#8221;. Er verschanzt sich in seiner Wohnung und berichtet Watson atemlos von dem gefährlichen Netz, das der gefährliche Professor um ihn gezogen hat. Diesen Ausgangspunkt kennt auch der Kanon, ab hier entwickelt sich die Handlung anders. Als sich Moriarty als harmloser Mathematiklehrer herausstellt, diagnostiziert Watson bei Holmes paranoiden Verfolgungswahn, ausgelöst durch übermäßigen Doregnkonsum. Durch einen Trick lenkt Watson den immer noch genialen Holmes nach Wien, zur größten Autorität, was Drogen und psychische Störungen betrifft, Sigmund Freund. In Wien deckt Holmes eine Intrige auf, wird mehr oder weniger geheilt (wobei die Psychoanalyse interessante Details aus Holmes&#8217; Kindheit enthüllt), und im spannenden Finale rasen zwei Züge um die Wette.</p>
<p>(Auf der Hinfahrt reisen Holmes und Watson eine Weile zusammen mit einem Herrn Rassendyll, angeblich aus Tirol, tatsächlich gerade aus Ruritanien kommend. Das ist auch so ein Herr, der weit herumkommt. Auch der junge <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/07/george-macdonald-fraser-flashman.htm">Flashman</a> erlebt Abenteuer in Ruritanien, und im Alter von über siebzig Jahren legt sich Flashman erfolgreich mit Holmes&#8217; zweiter Nemesis, Colonel Sebastian Moran, an. Man kennt sich halt.)</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Eine Holmes-Ausgabe für Aficionados sind die zwei Bände <em>The Annotated Sherlock Holmes</em> von William S. Baring-Gould.</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/holmes_baring-gould.jpg" alt="" title="holmes_baring-gould" width="200" height="271" class="aligncenter size-full wp-image-2696" /></p>
<p>Die Geschichten sind chronologisch geordnet, also der Biographie Holmes&#8217; folgend, wie überhaupt das Buch natürlich davon ausgeht, dass Holmes eine reale Person ist. Bilder und Karten ergänzen die Geschichten, sehr ausführliche Randbemerkungen und Kommentare weisen auf Positionen aus der Holmes-Forschung zu vom Text aufgeworfenen Fragen hin und machen sicher ein Drittel der Bände aus. Nehmen wir nur mal die Sache mit den Reichenbach-Fällen. <em>Bekanntlich</em> stürzten Holmes und Moriarty dort ab, beide kamen ums Leben. So dachte jedenfalls auch Watson einige Jahre, bis Holmes in &#8220;The Adventure of the Empty House&#8221; unvermittelt wieder auftaucht. Was bei den Reichenbach-Fällen und in den Jahren danach wirklich geschah, ist eine Frage, auf die Holmes (beziehungsweise sein im Unklaren gelassener Chronist Watson) nie völlig befriedigende Antworten gegeben hat. Vielleicht hat sich deshalb die Holmes-Forschung so intensiv damit beschäftigt. Baring-Gould reißt auf zwei Seiten nur einige der wichtigsten Theorien an, zusammen mit ihren Vertretern und deren Argumenten. Wer will, kann anhand der genannten Titel gerne tiefer in die Forschung einsteigen. Die Hauptrichtungen:</p>
<ol>
<li>Sowohl Holmes als auch Moriarty überlebten den Sturz. (Weil Moriarty gar nicht wirklich existiert hat. Weil Moriarty und Holmes dieselbe Person waren. Weil Moriarty einen Doppelgänger benutzt hat.)</li>
<li>Beide starben in Wirklichkeit und die danach spielenden Fälle Holmes&#8217; sind reine Erfindung Watsons. Das würde manche Unterschiede zwischen dem frühen und dem späten Holmes erklären: der frühe nimmt Kokain und Morphium, der späte nicht. (Aber das kann natürlich auch auf Freuds Therapie in Wien zurückgehen.) Der frühe respektiert das Gesetz mehr als der späte, kennt sich besser unter Spionen aus, spielt mehr Geige, zitiert auf Deutsch und Französisch (was der späte nie tut). Anthony Boucher, geschätzter Krimi- und Science-Fiction-Autor, ging ursprünglich davon aus, dass Mycroft den gestorbenen Sherlock durch einen angelernten Nachfolger ersetzen ließ.</li>
<li>Auch die Theorie, dass Moriarty allein überlebte, hat Vertreter, gilt aber als unwahrscheinlich.</li>
</ol>
<p>(Von Baring-Gould gibt es auch eine Biographie Holmes&#8217; und eine von Nero Wolfe, in der Baring-Gould eine Idee aus dem <em>Baker Street Journal</em>  aufgreift und Wolfe zu einem Sohn von Holmes und Irene Adler macht.)</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Holmes-Leser sind wie die Leser von Superhelden-Comics <em>gründliche</em> Leser, wie man sie sich als Literaturtheoretiker nur wünschen kann. Da wird argumentiert mit dem gesamten Instrumentarium, das wir in der Deutsch-Oberstufe vermitteln wollen: mit Autorenintention, Erscheinungsweise, redaktionellen Einschränkungen, Biographie des Autors, aber natürlich vor allem auch textimmanent. Allein das folgende Panel, Platz 5 auf einer Liste mit <a href="http://goodcomics.comicbookresources.com/2009/09/04/top-70-most-iconic-marvel-panels-of-all-time-10-1/">&#8220;The Top 70 Most Iconic Panels in Marvel History&#8221;</a>, hat zu zahllosen Interpretationen geführt:</p>
<p><img src="http://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/spider-man_gwen.jpg" alt="" title="spider-man_gwen" width="200" height="552" class="aligncenter size-full wp-image-2698" /><br />
<small>Amazing Spider-Man 121, writer: Gerry Conway; art: Gil Kane; inks: John Romita, Tony Mortellaro; Juni 1973</small></p>
<p>Warum musste Gwen Stacy sterben, welche Brücke war es, woran starb sie genau, welche Absicht und welche Wirkung (in diesem Fall ist das nicht das gleiche) hat das &#8220;Snap&#8221; rechts unten&#8230; Comic-Fans diskutieren so etwas gerne. (Wikipedia zu <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Night_Gwen_Stacy_Died#Which_bridge">The Night Gwen Stacy Died</a>.) Ookla the Mok singen in &#8220;Stop Talking About Comic Books Or I&#8217;ll Kill You&#8221; zwar verständlicherweise:</p>
<blockquote><p>Stop talking about comic books or I’ll kill you.<br />
I don’t care if the Hulk could defeat the Man of Steel.<br />
I’m gonna rearrange your face if you continue to debate<br />
whether Logan’s claws could pierce Steve Roger’s shield.</p></blockquote>
<p>- aber die Art und Weise, wie diese Fragen diskutiert werden, ist vorbildlich.</p>
<hr style="width:25%"/>
<p>Noch kurz zum Film: Wann fing das eigentlich an, die Kombination von später Viktorianik (oder frühes <em>Edwardian</em>) und phantastischen Elementen?</p>
<p>Einerseits ist das vielleicht schon in der Zeit angelegt, siehe Bram Stokers <em>Dracula</em>. Und schon in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Young_Sherlock_Holmes">Young Sherlock Holmes</a> (1985) gibt es einen ägyptischen Kult, wenn auch &#8211; wie im aktuellen Holmes &#8211; keine echte Magie dahintersteckt.</p>
<p>Pseudo-Wissenschaft (mit Tesla im Grenzbereich) gibt es auch in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Prestige_%28film%29">The Prestige</a> (2006), basierend auf einem Roman von Christopher Priest (1995). Dann ist da noch <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/05/gw-dahlquist-the-glass-books-of-the-dream-eaters.htm">The Glass Books of the Dream-Eaters</a> (2006) von G.W. Dahlquist, auch mit okkulter Wissenschaft.</p>
<p>Oder ist tatsächlich <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_League_of_Extraordinary_Gentlemen">The League of Extraordinary Gentlemen</a> (1999) ein Vorläufer? Allerdings kam auch schon 1986 die Rollenspiel-Erweiterung <a href="http://www.rpg.net/reviews/archive/11/11399.phtml">Cthulhu by Gaslight</a> heraus. Da lag wohl etwas in der Luft. Siehe hierzu auch den Wikipedia-Eintrag zu <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Steampunk">Steampunk</a> (abgeleitet von: Cyperpunk) mit den verwandten Kategorien <em>Gaslight Romance, Western Steampunk, Dieselpunk</em> und <em>Steamgoth</em>. </p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2010. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/02/holmesiana.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/02/holmesiana.htm#comments">7 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>War Sherlock Holmes Zen-Buddhist?</title>
		<link>http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/07/war-sherlock-holmes-zen-buddhist.htm</link>
		<comments>http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/07/war-sherlock-holmes-zen-buddhist.htm#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Jul 2004 08:15:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Rau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Sherlock Holmes]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/07/war-sherlock-holmes-zen-buddhist.htm</guid>
		<description><![CDATA[Jede-Minute-Zen Zen-Schüler bleiben mindestens zehn Jahre bei ihrem Meister, bevor sie es wagen können, andere zu belehren. Nan-in erhielt Besuch von Tenno, der, nachdem er seine Lehrzeit hinter sich gebracht hatte, ein Lehrer geworden war. Der Tag versprach regnerisch zu werden, darum trug Tenno Holzschuhe und hatte einen Regenschirm bei sich. Nachdem Nan-in ihn begrüßt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jede-Minute-Zen</p>
<blockquote><p>Zen-Schüler bleiben mindestens zehn Jahre bei ihrem Meister, bevor sie es wagen können, andere zu belehren. Nan-in erhielt Besuch von Tenno, der, nachdem er seine Lehrzeit hinter sich gebracht hatte, ein Lehrer geworden war. Der Tag versprach regnerisch zu werden, darum trug Tenno Holzschuhe und hatte einen Regenschirm bei sich. Nachdem Nan-in ihn begrüßt hatte, bemerkte er: &#8220;Ich nehme an, du hast deine Holzschuhe im Vorraum gelassen. Ich möchte gerne wissen, ob dein Regenschirm rechts oder links von den Holzschuhen steht.&#8221;<br />
Tenno wusste in seiner Verwirrung keine sofortige Antwort zu geben. Er erkannte, dass er nicht in der Lage war, sein Zen in jeder Minute bei sich zu haben. Er wurde Nan-ins Schüler, und er studierte sechs weitere Jahre, um sein Jede-Minute-Zen zu vervollkommnen.</p></blockquote>
<p>aus: Paul Reps, <i>Ohne Worte, ohne Schweigen</i></p>
<hr />
<blockquote><p>&#8220;Quite so,&#8221; he answered, lighting a cigarette, and throwing himself down into an armchair. &#8220;You see, but you do not observe. The distinction is clear. For example, you have frequently seen the steps which lead up from the hall to this room.&#8221;<br />
&#8220;Frequently.&#8221;<br />
&#8220;How often?&#8221;<br />
&#8220;Well, some hundreds of times.&#8221;<br />
&#8220;Then how many are there?&#8221;<br />
&#8220;How many? I don&#8217;t know.&#8221;<br />
&#8220;Quite so! You have not observed. And yet you have seen. That is just my point. Now, I know that there are seventeen steps, because I have both seen and observed.&#8221;</p></blockquote>
<p>aus: Arthur Conan Doyle, &#8220;A Scandal in Bohemia&#8221;, in: <i>Adventures of Sherlock Holmes</i></p>
<hr />
<p><small>Quelle: Herr Rau aus dem <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress">Lehrerzimmer</a> 2004. |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/07/war-sherlock-holmes-zen-buddhist.htm">Permalink</a> |
<a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2004/07/war-sherlock-holmes-zen-buddhist.htm#comments">4 Kommentare</a>
<br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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