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Zombies, Run!

Diese App gibt es jetzt im dritten Jahr, aber vielleicht kennen sie doch noch ein paar nicht. Ich bin jedenfalls erst vor kurzem darauf gestoßen worden.

Und zwar: Ich raffe mich sehr viel seltener zum Strampeln am Crosstrainer oder Joggen auf, als gesund für mich wäre. Der Glückshormongewinn danach ist gerade mal nicht groß genug. Aber in den letzten zwei Wochen bin ich doch fast jeden zweiten Tag gelaufen. Das kam durch die App Zombies, Run! (Webseite, Google Playstore). Die ist genial.

Man läuft mit Kopfhörern im Ohr, und dem Tablet/Handy am anderen Ende. Und man bekommt während des Laufens eine Geschichte erzählt, sozusagen. Der Hintergrund: Wir sind in der nahen Zukunft, aber nach der Zombie-Apokalypse*. Die überlebenden Menschen haben sich in kleinen Gemeinschaften verschanzt, Ein- und Ausgänge sind streng bewacht. Draußen treiben sich die klassischen Zombiehorden herum – schlurfend, hungrig, hirnlos, und wer gebissen wird, wird selbst zum Zombie. Treibstoff ist teuer und nur spärlich vorhanden, deswegen werden für viele Aufträge laufende Boten eingesetzt, sogenannte runner.
Man selbst spielt Runner Five neu angekommen in Abel Township, der nach und nach verschiedene Aufträge erledigen muss.

Story-Modus

So ein Auftrag besteht zum Beispiel darin, sich mit dem Boten einer anderen Basis zu treffen, um Nachrichten oder Material zu tauschen. Oder man muss laufen, um eine Horde Zombies abzulenken, die sich der eigenen Basis nähert. Ich musste auch schon mal verirrten Wanderern helfen oder die Nachbasis vor einem drohenden Überfall warnen. Informationen erhalte ich dabei über Funk von meiner Basis, die mich und die Situation um mich herum im Auge behält; der Kopfhörer ist also quasi meine Verbindung zur eigenen Basis. Außerdem höre ich noch den Dialogteil anderer Menschen, auf die ich geplant oder ungeplant treffe. (Selber ist man eher der starke, ruhige Typ: Die eigene Stimme hört man nicht.) Und das Grunzen der Zombies höre ich natürlich auch, wenn ich ihnen zu nahe komme. Im Zug dieser Missionen entwickelt sich auch eine größere Geschichte, zu der bei jeder Mission der eine oder andere Puzzlestein beigetragen wird.

(Ich bin leicht zu manipulieren: Jedenfalls fühle ich mich richtig gut, wenn ich den Zombies noch einmal davongelaufen bin, wenn mir mein Partner versichert “You’re doing fine”, wenn ich den Auftrag erfüllt habe.)

Season 1 enthält 23 dieser Missionen. Eine typische solche Mission dauert etwa dreißig Minuten – wahlweise doppelt so viel – und besteht aus sechs Audiosegmenten mit Funkkontakt oder Dialogteilen. Die Audiosegmente sind kurz und füllen keineswegs die ganze Laufzeit. Dazwischen sammelt man noch zufallsgesteuert Fundsachen ein – Dosen mit Lebensmitteln, Kleidung, Verbandsmaterial -, was auch jedesmal zu einer kurzen Audionachricht führt, so dass immer ein bisschen was los ist. Den Rest der Zeit über hört man Musik von der eigenen Handy-Playliste, notfalls unterbrochen durch wichtige Mitteilungen.

Die Musik dazu

Und das ist ganz wichtig: Sich eine eigene Zombie-Musikliste zusammenstellen. Besonders gut geeignet: Der Soundtrack zu Radioactive Dreams**, dann auch der Soundtrack zu Shock Treatment; Jonathan Coulton (I Feel Fantastic, Re: Your Brains, Skullcrusher Mountain), alle Lieder, die etwas mit Laufen oder Wettrennen zu tun haben (The Ballad of Thunder Road, Por una cabeza), Monsterlieder (Monster Mash) oder Lieder mit schönem Laufrhythmus (lies: Foxtrott, Credence Clearwater Revival, Willie Nelson). Selbst Maurice Chevalier kommt gut nach der Zombie-Apokalypse.

Basisbasteln

Während der Läufe sammelt man Ausrüstung ein. Zusammen mit den Materialpunkten, die man nach jeder Mission erhält, benutzt man diese, um an der Basis – Abel Township – herumbasteln:

zombies,_run

Es gibt eine maximale und eine aktuelle Einwohnerzahl; ein Maß für die Sicherheit und die Zufriedenheit der Bewohner. Man baut neue Gebäude und erweitert die vorhandenen, um diese Werte zu verbessern.

Frecherweise wird meine Basis auch noch regelmäßig, oder zufallsgesteuert, von Zombiehorden angegriffen. Alle drei Tage? Immer wenn ich mal zwei Tage nicht gelaufen bin? Einfach so? Jedenfalls machen die mir die Mauer kaputt, so dass ich erworbene Punkte ausgeben muss, um sie zu reparieren. Wenn ich das nicht mache… ich weiß es nicht, ich will es auch nicht ausprobieren. Farmville bei Facebook und dergleichen hat mich nie interessiert, aber die Sicherheit von Abel Township liegt in meinen Händen, so dass ich regelmäßig weiterlaufen muss. Ein Pokemon am Leben zu erhalten ist harmlos dagegen.

(Ich bin so leicht zu manipulieren.)

Nebenmissionen

Neben dem Story Modus gibt es noch weitere Missionen, etwa “Airdrop”: Da wähle ich mir einen Ort auf der Karte aus (der echten Karte meiner Umgebung), muss dorthin laufen, um ein mit dem Fallschirm abgeworfenes Ausrüstungspaket abzuholen und zur Basis zu bringen. Plot-Elemente gibt es da wenige, aber die üblichen Zufallsfunde und ein paar Nachrichten auch.

Außerdem kann ich auch nur “Radio Abel” zuhören. Das ist der Radiosender meiner Basis: Zwei Moderatoren, die sich unterhalten, Nachrichten aus der Umgebung melden, so eine Art Zombie-Wetterbericht für die Region, und Musik aus ihrer Plattensammlung spielen. “One of my favourite tracks”, “a classic” – in Wirklichkeit natürlich Lieder aus meiner eigenen Zombie-Liederliste.

Ich schwöre: Das erste Mal, als ich sie anhörte, sprachen die beiden über Tom Waits – und dann kam auch prompt ein Lied von Tom Waits. Zufall? Kann ich mir nicht vorstellen. Die App kennt natürlich meine Liederliste, und man kann vielleicht davon ausgehen, dass Leute mit dieser App auch mindestens ein Lied von Tom Waits auf ihrer Liste haben, so dass es sich lohnt, ein kurzes Radio-Abel-Segment zu schreiben, in dem konkret dieser Künstler erwähnt wird.
Das war bisher das einzige Mal, das das passiert ist. Also doch Zufall? Viel mehr andere Musiker dürfte ich nicht im meiner Liste haben, für die sich so ein Scherz lohnen würde.

Das Eintauchen in die Welt

Es ist erstaunlich, wie wenig es braucht, um mich in diese Welt zu versetzen. Das gehörte Wort. Ein Grunzer von links, ein Grunzer von rechts. Das Auswerten der Liederliste – auch wenn das nur ein Anfang ist. Man könnte noch viel mehr machen, und es gibt schon andere Spiele (die nichts mit Laufen zu tun haben), die damit arbeiten. Man stelle sich jetzt noch eine Videobrille vor, die einem Bilder von Zombies in der Nähe ins Auge wirft. Und über die Ortskoordinaten kann man Straßennamen und Sehenswürdigkeiten abfragen, aus denen müsste man algorithmisch interessante Nachrichten erzeugen können.

Die Missionen im Story-Modus sind alle fest geschrieben, scripted, mit sehr nettem britischen Understatement übrigens. Eine neue Textsorte mit neuer Erzählsituation übrigens. Der heilige Gral für zukünftige Projekte sind wohl algorithmisch konstruierte Geschichte; es gibt schon Forschung dazu.


*Die Zombie-Apokalypse

In weiten Kreisen ist das ein so bekannter Topos, den man den nicht erklären muss. Sicherheitshalber: Menschen mutieren zu Zombies, meist aufgrund eines fiktiven Virus oder einer anderen Biowaffe. Wer von einem Zombie gebissen wird, wird bald selber zu einem, und die Zombies beißen viel und gerne. Wenn die Zombies erst mal da sind, verbreiten sie sich epidemieartig. Die Zivilisation, wie wir sie kennen, bricht zusammen. – Beim W-Seminar nächstes Jahr stellt mir hoffentlich ein Teilnehmer in einer Arbeit zusammen, wie sich der Zombie-Boom der letzten zehn (?) Jahre entwickelt hat. Urban-Horror-Computerspiele, dann Filme?

Das amerikanische Militär hat schon Übungen mit Zombies gemacht (Spiegel Online, dort auch Links zu pdf), die University of Florida hat eine Katastrophenübung dazu geplant (aber wohl nicht durchgeführt; pdf über Googlesuche), und auch die amerikanische Seuchenschutzbehörde hat Anweisungen für den Zombie-Ernstfall herausgegeben – nicht ganz ernst gemeint, aber die empfohlenen Verhaltensweisen bei Naturkatastrophen und Zombiehorden ähneln sich insgesamt nun mal sehr.

Vom THW oder so ist mir noch nichts bekannt. Aber hier ein schöner Blogeintrag von Frau Nuf, die erklärt, wie man sich bei einem sportlichen Zombie Run fühlt.

** Radioactive Dreams

Das ist ein wenig bekannter Film aus dem Jahr 1985 mit einem gewissen Kultstatus. Der Regisseur wird in manchen Kreisen mit Ed Wood verglichen; zumindest dieser frühe Film von ihm ist aber solide, wenn auch preiswert, gemacht. Der Ausgangspunkt: zwei Jungen verbringen die Zeit des Atomkriegs und das Jahrzehnt danach in einem Bunker; keine Erwachsenen, keine Erziehung, aber jede Menge amerikanische Krimis. Als junge Männer verlassen die beiden – Phillip Chandler und Marlowe Hammer – endlich den Bunker und finden sich in einer postapokalyptischen Welt wieder, voller Mutanten, Menschenfresser, Discogangs, skrupelloser schönen Frauen, und alle jagen sie einem MacGuffin hinterher, an die beiden Helden gelangen. Dazu viel Off-Sprecher, wie es sich für einen film noir gehört. Richtig heldenhaft werden die beiden erst am Schluss, vielleicht sogar erst in der letzten Szene, als sie mit den Schultern zucken, die Welt so akzeptieren, wie sie ist, das beste daraus zu machen versuchen, und in einer Schlussnummer den “post-nuke shuffle” tanzen:

Bei Youtube findet man eine Version des Films in schlechter VHS-Qualität, also genau so, wie wir die kopierten Filme damals erlebt haben – aber man braucht schon ein großes Herz für die 1980er, um den Film zu mögen.

Als ich 1987 mit ein paar Freunden nach London fuhr, zum ersten Mal mit dem Reisebus von Süden kommend, fuhren wir lange Zeit durch – hm, Vorstadtruinen? Schutthalden? Unser erster Gedanke, die wir das brav aufgeräumte Wohlstandsdeutschland kannten: Da sieht ja alles aus wie bei Radioactive Dreams. Alfred Pyun macht wohl häufig Filme im postapokalyptischen Milieu; er hat zwar (habe ich bei Wikipedia gelesen) kein besonderes Interesse daran, aber dieses Setting erlaubt ihm, Filme mit kleinem Budget zu machen.

Einfach verkettete Liste, Rekursion und Entdeckungen bei Powerpoint

Gestern habe ich in Informatik die erste rekursive Methode eingeführt: die Länge einer Liste bestimmen. Hm, ja. Dann muss ich wohl zuerst erklären, was eine Liste ist. Das wird jetzt etwas technisch. wer durchhält, wird mit Videos belohnt.

1. Die Liste

Eine beliebig lange Liste von Objekten, zum Beispiel Wörtern, oder Schülern, oder Gegenständen im Computerspiel, kann man mit einer einfach verketteten Liste darstellen. Einfach verkettet heißt, dass sich einfach jedes Element seinen unmittelbaren Nachfolger merkt. Das sieht dann so aus:

liste1

Die Liste ist hier dargestellt als waagrechte Schnur mit Knoten daran, und an jedem Knoten baumelt – wie bei einem Adventskalender – ein Säckchen mit dem von dem Knoten verwalteten Element – Wort, Schüler, Patient, Gegenstand, was man halt alles auflistet. Und jeder Knoten merkt sich seinen Nachfolger; er hat quasi einen Zeiger hat, der auf den Nachfolger verweist. Eine Ausnahme ist nur der Zeiger des letzten Knotens; der verweist ins Leere, informatisch null genannt.

Das mit den Knoten und dem Baumeln geschieht deshalb, weil es einem Wort, Schüler, Patient, Gegenstand ja egal sein sollte, wer sein Nachfolger ist; mit diesen Verwaltungsaufgaben ist der dazu gehörende Knoten beschäftigt. Diese Verwaltungsaufgaben werden später immer mehr, wenn es darum geht, die Liste zum Beispiel alphabetisch zu sortieren, oder Elemente daraus zu löschen oder welche hinzuzufügen. Das machen dann die Knoten unter sich aus, welche Elemente unter ihnen baumeln, ist weitgehend egal..

Mit einer kleinen Geschichte gesagt:

Im Reich der Schätze und Dschinn

Harun ar-Raschid, Kalif von Baghdad, der herrlichsten Stadt des Landes und aller anderen Länder unter der Sonne, hatte viele Frauen, viele Paläste, viele Schätze. Eifersüchtig hütete er seinen Besitz und war stets voller Misstrauen, deshalb verfügte er, dass jedes Stück durch einen Dschinn, einen Geist, bewacht werden sollte.

Jeder Dschinn erhielt eine Kiste für das Gut, das er bewachen konnte. So konnte es dem Dschinn egal sein, was er bewachte, Hauptsache, es passte in die Kiste.

Nun hatte Harun so viel Besitztümer, dass er sie nicht zählen konnte, so viele, dass er ihre Namen nicht wusste, so viele, dass er sie nicht zu finden wusste, wenn es ihm nach einem besonderen Kleinod verlangte.

Deshalb verfügte er, dass sich in Zukunft Verwalter um die Fülle seines Besitzes kümmern sollten. Den ersten unter ihnen, Jaffar, ernannte er zum Herren über die Schätze, also Juwelen und Perlen und Ringe und anderes Geschmeide.
Jaffar erhielt eine magische Lampe, in der ein Dschinn wohnte, der einen Schatz bewachte. Und dieser Dschinn hatte ebenfalls eine Lampe, und in dieser hauste ein weiterer Dschinn mit seinem Schatz, und auch der hatte wieder eine Lampe mit einem Dschinn darin.
Nur der letzte Dschinn, der bewachte zwar auch noch einen Schatz, er hatte auch eine Lampe, aber diese Lampe war leer und kein weiterer Dschinn wohnte darin

Das sieht dann zum Beispiel so aus:

liste

Diese Liste verwaltet zwei Elemente (Perlen und Gold). Jeder Dschinn kennt genau einen Nachfolger, bis auf den letzten in der Liste. Jeder Dschinn ist ein Knoten der Liste.

Ich fürchte, dieser Schnelldurchgang muss vorerst reichen. Ich könnte das ausführlicher erklären, und bei Schülern geschieht das ja auch langsamer und mit ständiger Umsetzung in Java. Aber das ist ja ein Blog und kein Fernkurs Informatik.

2. Eine Methode, um die Länge zu bestimmen

Also: Die Liste soll eine Methode haben, herauszufinden, wie lange sie ist. Da gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Die eine kennen die Schüler schon und manche können sie bereits progammieren. Das ist die, auf die man – nach ersten Programmiererfahrungen – am ehesten kommt. Diese Methode heißt iterativ und sieht so aus, dass die Liste – Jaffar – einfach die ganze Reihe abgeht und mitzählt, und das solange, bis die Liste leer ist. Kennzeichen dafür ist eine while-Schleife und die Tatsache, dass ein Objekt – Jaffar – die ganze Rechenarbeit übernimmt. Man kann es sich so vorstellen, dass man mit dem Zeigefinger die Elemente der Liste durchgeht und bei jedem Knoten den Zähler um eins erhöht. Ist man beim letzten Knoten angekommen, hat man die Anzahl ausgerechnet.

(Wenn man das mit einer Reihe von Schülern vorne im Klassenzimmer macht, wird das Prinzip klar.)

Die andere Möglichkeit ist die rekursive Programmierung. Die ist elegant, und wenn man sie einmal begriffen hat, auch einfach. Aber auf dem Papier lässt sie sicher schwer erklären. Auch hier wieder nur ganz kurz: es gibt keine while-Schleife. Dafür wird die Aufgabe auf mehrere Schultern verteilt. Jeder Dschinn lässt seinen Nachfolger einen Teil der Arbeit machen. Wenn man den ersten Dschinn fragt, wie lang die Liste ist, sagt der: “Warte mal, ich frage meinen Nachfolger, wie lange die Liste ab ihm ist”. Und wenn der dann antwortet, zählt der erste Dschinn eins dazu, und das ist dann die Länge der Liste.

Wie kriegt der zweite Dschinn heraus, wieviele hinter ihm stehen? Genau so wie der erste: er fragt wiederum seinen Nachfolger, wartet auf die Antwort, und zählt 1 dazu – das ist dann seine Antwort. Und das macht jeder Dschinn so, bis auf den letzten, der muss niemanden fragen, der sagt einfach: 1. (Auf die Frage des Vorhergehenden.)

Um das zu illustrieren, sollten sich neun Schüler in einer Reihe aufstellen. Jeder bekam den gleichen Zettel in die Hand:

Das wird ein Experiment. Bitte lesen Sie die Anweisungen genau.
Wenn Ihnen jemand eine Frage stellt, verhalten Sie sich folgendermaßen:
Fall a) Wenn Sie nicht der letzte in der Reihe sind, also ihr Nachfolger nicht null ist:
1.Stellen Sie bitte die wörtlich gleiche Frage an ihren Nachfolger.
2.Warten Sie mit gespanntem Gesichtsausdruck auf seine Antwort. (Schauen Sie ihn dabei an.) Das kann eine Weile dauern.
3.Sobald die Antwort kommt, addieren Sie im Kopf 1 dazu. Teilen Sie diese Antwort laut dem mit, der Ihnen die ursprüngliche Frage gestellt hat.
Fall b) Wenn Sie der letzte sind, also ihr Nachfolger null ist: Antworten Sie laut: Eins.

Dazu muss man sagen, dass die Schüler zu diesem Zeitpunkt mit den angesprochen Konzepten bereits vertraut sein sollten. “Nachfolger”, “null”, das sind bekannte Fachausdrücke.

Wenn die Schüler sich an diese Regeln halten können, sieht das ganz eindrucksvoll aus. (Sie können es leider nicht immer. Lesekompetenz und so.) Wenn man einen Schüler fragt: “Wie lange ist die Liste noch?”, dann schaut der seinen Nachbarn an und stellt ihm die gleiche Frage. (Und wartet auf Antwort.) Der Nachbar schaut seinen Nachbarn an und stellt ihm die gleiche Frage. (Und wartet auf Antwort.) Und der fragt seinen Nachfolger, und so weiter, bis zum letzten Schüler. Der sagt laut “eins”, vorauf der vorletzte “zwei” sagt. Und der vor ihm “drei”. Und so weiter bis zum ersten, der “neun” sagt, wenn die Liste neun Elemente enthält.

Wenn man es sieht, kapiert man’s.

Eigentlich wollte ich das durch folgende Präsentation ergänzen, aber leider hat der Beamer gestreikt. Hier kurz als Video:

Ich schau mal, ob ich nächste Stunde die Schüler dazu kriege, sich auf Video aufnehmen zu lassen, dann wird’s noch klarer.

3. Powerpoint-Basteleien

Erzeugt habe ich den Film mit der Demoversion von E.M. PowerPoint Video Converter. Der macht Videos aus Powerpoint-Dateien. Leider tatsächlich nur aus diesen, nicht aus Impress. (In der Demoversion ist die Auswahl an Videoformaten beschränkt.) Man kann das Programm als Video Capture nutzen, dann nimmt es in der Geschwindigkeit auf, in der man jeweils arbeitet. Das ist praktisch, wenn man in Echtzeit Ton dazu sprechen möchte; auch das ermöglicht das Programm. Will man keinen Ton, geht es noch einfacher, weil automatisiert: Dann gibt man einfach an, wieviel Sekunden zwischen zwei Folien und wieviel zwischen den einzelnen Animationen vergehen sollen, und den Rest macht das Programm allein. Vielleicht machen das neue PP-Version schon selber; ich arbeite mit Impress und habe nur ein recht altes PP herumliegen.

Wo ich gerade bei Powerpoint bin, will ich auf ein richtig cooles Makro dafür hinweisen: The Magic PowerPoint Macro. Leider auch wieder nicht für Impress. Damit kann man das machen, was man eigentlich mit jedem vernünftigen Präsentationsprogramm machen können sollte, und zwar: die Objekte auf der Präsentationsoberfläche per drag & drop verschieben. Während der Präsentation natürlich. Das sieht dann so aus:

(Eher planloses Beispiel, nur zur Demonstration.)

Gibt es Präsentationsprogramm, mit dem ich das ohne Makro machen kann? Während der Vorführung anklicken und bewegen, und vergrößern und drehen und so weiter. Prezi.com ist mir da schon mehrfach empfohlen worden. Ich glaube, ich sollte mich mal ernsthaft damit beschäftigen – allerdings verwende ich eh nicht viele Präsentationen.

Twitter

In der nächsten Zeit werde ich nicht viel bloggen, sondern mehr twittern (als Herr_Rau). Weil Ferien sind, und zum Ausprobieren. Ich kenne Leute, die schwören darauf, und vielleicht ist das ein schöner Ersatz für den Büroalltag und -klatsch, den man als Lehrer leider nicht hat, wenn man allein zu Hause sitzt.

Schöne Ferien jedenfalls miteinander!

Mind Maps (und Mindmaps)

I. Mind Maps

Ich mag Mind Maps. Ich finde sie ästhetisch ansprechend. Das liegt vermutlich vor allem an ihrem weiteren Vorzug: Sie kommen meinem stark ausgeprägten Sinn nach Ordnung sehr entgegen. Außerdem mag ich Karten jeder Art.

Allerdings habe ich selber nie mit Mind Maps gelernt, und ich glaube, ich bin auch nicht der Typ dafür. Beim Informatik-Examen bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, Mind Maps einzusetzen; ich lerne durch Exzerpieren und Gespräche mit anderen Lernenden. Die – sehr effizient wirkende – Bio-Kollegin hat aber während ihrer Promotion selber gute Erfahrungen mit Mind Maps gemacht.

In die Schulbücher haben Mind Maps (oder die entfernt verwandten Cluster) jedenfalls Einzug gehalten. Im Fach Informatik benutze ich Mind Maps, um Schülern hierarchische Strukturen beizubringen (Lehrplan 6. Klasse); im Fach Deutsch benutze ich sie gelegentlich bei der Überführung einer Erörterungs-Stoffsammlung in eine Gliederung, die ja ebenfalls sehr hierarchisch ist. Man sollte da schnell sehen, ob eine Gliederung zu flach ist, also nur aus einer Aneinanderreihung von Stichpunkten ohne über- und untergeordnete Begriffe besteht.

Gut finde ich gebeamte Mind Maps als Alternative zu Präsentationssoftware – als Überblick über ein Stoffgebiet, ohne dass man an eine bestimmte Reihenfolge oder Detailtiefe gebunden ist, und stets mit einem gewissen Überblick über das ganze Thema.

II. Mind Maps für mich

Ich möchte nun meine Gedanken sammeln und vernetzen. Das geschieht einmal in Form dieses Blogs. Die Beiträge untereinander sind durch Schlagwörter verbunden, aber nur sehr lose und nicht sehr systematisch. Als Netz dargestellt: die Beiträge sind die Knoten und die Schlagwörter – oder etwas Vergleichbares – sorgen für Verbindungen zwischen ihnen.
Irgendwann möchte ich allerdings nochmal mehr Ordnung in meine Beiträge hineinbringen. Irgendwann – eilig ist das nicht, so wichtig sind meine Gedanken kaum, und ich kann das jederzeit nachholen. Mit Wordpress/RSS lassen sich Beiträge gut exportieren und in andere Formen gießen. Ein Beispiel für ein sehr schön derart vernetztes Gedankengebäude ist Beats Biblionetz, vielen wohl schon bekannt.

III. Zwei Programme

An gewöhnlichen Mind Maps stört mich, dass sie schnell unübersichtlich werden. Denn ich möchte gerne möglichst viel Informationen in eine Karte packen. Und dann muss ich scrollen und verkleinern, und das ist lästig. Es müsste Mind Maps geben, die einem automatisiert immer nur den aktuellen Kartenausschnitt zeigen. Gibt es auch, hier zum Beispiel Cayra.

In diesem Videoausschnitt sieht man Cayra in Aktion. (Beim Film habe ich mir nicht sehr viel Mühe gemacht habe, also kein Audiokommentar. Und damit alles lesbar bleibt, habe ich das Cayra-Fenster auf eine unschöne Minimalgröße geschrumpft. Wenn man Cayra ein größeres Fenster gibt, streckt es sich aus und wirkt nicht so unübersichtlich-eng.)

Vorteil: Man kriegt alle Knoten in einer alphabetischen Liste zu sehen und kann mit dieser navigieren. Knoten und Verbindungen können jeweils Typen zugeordnet und farbig markiert werden. Bilder und Links lassen sich einbauen. Die Mind Map ist im Prinzip hierarchisch, es lassen sich aber auch zwischen beliebigen Knoten Beziehungen setzen.
Nachteil: Bei großen Mind Maps braucht das Programm zu viel Rechenleistung; es ruckelt. Cayra ist kostenlos, aber nicht open source; es kann Freemind-Dateien lese, hat aber außer einem HTML-Export keine Schnittstelle nach draußen.

Aufwendiger ist Personal Brain. Auch hier wird nur der aktuelle Teil der Karte gezeigt. Personal Brain ist immer noch hierarchisch, aber insofern flexibel, als jeder Knoten nicht nur mindestens ein Elternteil hat und Kinder haben kann, sondern auch Beziehungen zu beliebigen anderen Knoten. Typisierung ist ebenfalls möglich, und Personal Brain lässt sich auch als CMS nutzen – die verlinkte Brain-Seite oben ist gleich ein Beispiel dafür.

Oben sieht man jeweils den oder die Elternknoten (“Grammatik”), rechts die Geschwister (“Wortarten”), unten die Kindknoten (“Subjekt” und so weiter). Links sind die Knoten, die in nicht-hierarchischer Weise, also assoziierend verbunden sind.
Exportmöglichkeiten gibt es nach HTML, mit oder ohne XML-Unterstützung, was dann so aussieht:

Mir ist Personal Brain nicht übersichtlich genug, und immer noch zu hierarchisch für meine Zwecke. Aber es geht schon sehr in die richtige Richtung. In dem Beispiel oben habe ich mal angefangen, festzuhalten, welche Bücher mich jeweils auf die Spur anderer Bücher gebracht haben. Aber kaum hatte ich mich umgeschaut, waren die 30 Tage Trial-Periode für das Programm auch schon um, und ich habe weder die Möglichkeit genutzt, erklärende Texte anzufügen, die dann im unteren Teile erschienen wären, noch die Karte richtig groß anzulegen.

IV. Topic Maps

Aber es gibt ja noch weitere Möglichkeiten. Fachleute unterscheiden Mind Maps, Semantisches Netz, Concept Maps und Topic Maps. (Alle Links Wikipedia.)

Nur für Topic Maps gibt es einen ISO-Standard, und das lässt mich gleich aufhorchen. Ich mag Standards. Damit bin ich nämlich unabhängig von einem konkreten Programm und kann meine Stoffsammlung bequem umziehen. Das ist auch ein Grund, warum ich nicht viel mit Mind Maps arbeite – alle nicht standardisierten Dateiformate sind mir zu wenig zukunftssicher.

Der Hauptunterschied: Topic Maps sind nicht hierarchisch. Es gibt Knoten (Themen, Gedanken), es gibt Beziehungen zwischen beliebigen Knoten, und es gibt zu jedem Knoten Beispiele (Quellen, Fälle).

Die Beziehungen (Assoziationen) zwischen Knoten können vom Ersteller typisiert werden; häufige Typen sind dabei die Beziehungen “ist verwandt”, “ist Teil von” oder “ist über-/untergeordnet”, so dass man durchaus hierarchisieren kann, wenn man will.

V. Programme

Leider habe ich noch kein schönes Programm gefunden, das Topic Maps so unterstützt, wie ich mir das vorstelle. Ein Beispiel ist Wandora: ein Desktop-Programm, Java, kann Daten extrahieren aus einer MP3- oder Bilder-Sammlung, aus einem Verzeichnis, aus einer Website; aus Flicktr, Youtube oder del.icio.us. Wer mehr versteht als ich, kann die Daten auch auf einen Server stellen, so dass man online damit arbeiten kann. Export in HTML-Dateien ist auch möglich.

Ein weiteres Programm ist TM4L (Topic Maps for E-Learning), ganz ähnlich dem vorhergehenden Programm, aber einfacher und übersichtlicher, dafür wohl mit weniger Import-/Extrahiermöglichkeiten. Leider lädt keines der Programme sofort zum Benutzen ein.

So sieht eine angefangene Topic Map unter TM4L aus:

In dieser Form wird man sich die Daten allerdings selten ansehen, ich denke, zum Wiederholen und Lernen reicht es, sich jeweils nur einen einzelnen Knoten und die unmittelbaren Nachbarn anzuschauen. Wenn man dann einen Nachbarn auswählt, werden dann nur dessen unmittelbare Nachbarn gezeigt.

Wichtig ist mir dabei nur die Struktur; dieselbe Datei kann von anderen Programmen auch anders angezeigt werden. Außerdem sollte man in einem guten Programm auswählen können, welche Art von Beziehung oder Knoten jeweils dargestellt wird oder nicht. Leider scheint sich noch kein Programm als Vorreiter etabliert zu haben, falls jemand einen Tipp hat, freue ich mich. Auf der Wikipedia-Seite stehen Links zu Mailingliste und Topic-Map-Wiki, aber so tief wollte ich erst mal nicht einsteigen.

VI. Poster

Einen großen Vorteil haben Mind Maps allerdings: In ihrer Gänze dargestellt sind sie übersichtlicher als die vernetzteren Topic Maps. Bei denen gibt es Verbindungen kreuz und quer, während sich bei Mind Maps nie etwas kreuzt. Aber warum will man solche Karten üebrhaupt in ihrer Gänze auf einmal darstellen?

Nämlich: Zum Ausdrucken. Und zwar im Format DIN A 1 oder größer. Den ganzen Deutsch- oder Informatikstoff eines Schuljahres könnte man sehr übersichtlich als Mind Map darstellen und dann in Postergröße ausdrucken und an die Wand hängen. Die Idee stammt von der oben erwähnten Biokollegin, von der ich auch weiß, dass das Rechenzentrum der Uni in München den Studenten und Instituten auch eine Druckmöglichkeit zur Verfügung stellt. 6 Euro für ein Poster DIN A 1, gestrichenes schweres Papier (Fotopapier etwa das doppelte), das ist geschenkt.

Wenn eine Schule das nächste Mal nicht weiß, wohin mit ihrem Geld, kann sie sich mal bei Großformatdruckern umschauen, zum Beispiel bei den Großformatdruckern von hp. Poster in kleiner Auflage müssten die SMV interessieren, Theatergruppen und andere AGs, und jeden Lehrer, der im Klassenzimmer Überblickskarten anlegen möchte. Klar kann man mit jedem Drucker, notfalls mit Zusatzsoftware, eine Seite in Postergröße ausdrucken, indem man den Inhalt auf beleibig viele A4-Seiten verteilt. Aber Ausschneiden & Kleben ist nicht das gleiche wie ein echtes Poster.

Ein Beispiel für ein schönes Überblicks-Poster ist das der Didaktik der Informatik, Uni Wuppertal, zum Sommersemester 2008 (pdf).

Im Moment lasse ich meine 6. Klasse zum Ende des Schuljahres – das bei einem einstündigen Fach ab Ende Juni jederzeit gegeben sein kann – eine Freemind-Mindmap erstellen mit dem Stoff des ganzen Schuljahres. Die Kapitel des Buches geben den Schülern Anhaltspunkte für eine Ordnung. Wenn was Schöens dabei herauskommt, stellte ich das auf die Schul-Homepage und hierher natürlich auch.

Abschied von Windows

Ferienwoche: Zuerst ein Wochenende bei alten Freunden mit alten Spielen, danach ein bisschen korrigieren, aber nicht sehr viel. Zu anderem, was ich mir vorgenommen hatte, bin ich nicht gekommen: Mir ist mein Windows abgerauscht. Ein Fehler an der Festplatte, am Arbeitsspeicher, ich weiß es auch nicht genau – am Ende ließ sich Windows nicht mehr starten, auch nicht im abgesicherten Modus. Ich habe versucht, mit der Original-CD drüber zu installieren, ging nicht; ich habe parallel dazu ein zweites WinXP installiert. Das ging zwar, aber nicht nur habe ich keine Lust darauf, die letzten Service Packs nachzuinstallieren, WinXP hat nicht einmal die Treiber für Soundkarte, Grafikkarte, Netzwerkkarte und so weiter gefunden.

Also lasse ich meine zwei halben WinXP-Installationen ruhen und konzentriere mich auf Linux. Ubuntu war eh schon installiert, das habe ich jetzt noch sauberer aufgesetzt, aufgeräumt und angepasst. Ubuntu hat alle Treiber selbst gefunden. (Zugegeben, meine WinXP-CD ist auch schon vier Jahre alt, vielleicht wäre das mit neueren besser gegangen.)

Auf dem Laptop läuft immer noch Windows, das beruhigt. Aber für den Großen war es endgültig das Aus für Windows.

Glücklicherweise arbeite ich seit ein, zwei Jahren mit den plattformübergreifenden Programmen Open Office, Firefox und Thunderbird. Da fiel das Migrieren leicht. Aber einige Windows-Programme gibt es doch, die ich vermissen werde. Vielleicht findet sich auch bald Ersatz. Ich glaube jedenfalls zu brauchen:

  • Excel. Und zwar nur um kompatibel zu bleiben mit den Leuten, die mir Excel-Dateien geben oder solche von mir erwarten, teilweise mit ausgefeilten Diagrammen.
  • Word. Ditto. Zum Beispiel um die Dokumentvorlagen für die Kollegen zu erstellen für die Protokolle der Klassenkonferenzen. Gut, das könnte ich auch in der Schule machen.
  • iTunes. Da finde ich vermutlich Ersatz. Brauche ich zum Abonnieren von Podcasts und Füttern meines iPod. Trotzdem, das Umsteigen wird umständlich werden.
  • Media Monkey. Das beste Programm zum Verwalten meiner MP3-Hörspielsammlung. Einfaches Sortieren, Verschieben, Bearbeiten der diversen tags. Außerdem kann man daran Datenbanken üben (im Access-Format) und Skripte schreiben (zum automatischen Umbennen von tags, das hilft dem Hörspielsammler sehr). Allerdings tut auch hier ein Umsteigen nicht sehr weh, da die Informationen ja alle in den mp3-tags enthalten sind und von anderen, ähnlichen Programmen problemlos eingelesen werden können.
  • Der Kartenleser fürs Internet-Banking. Das wird Probleme geben.
  • Software für den Palm. Da gibt es sicher etwas, aber bislang wird mein Gerät noch nicht erkannt.
  • Druckertreiber für das Multifunktionsgerät; das Scan-Element funktioniert noch nicht.

Das war’s auch schon. Viele Windows-Programme laufen unter dem kostenlosen Linux-Programm Wine – Wine ist dabei kein Emulator, das heißt, es werden nicht mehr Ressourcen benötigt als unter regulärem Windows. Für 40 Dollar gibt es CrossOver, eine kommerzielle Weiterentwicklung von Wine. Ich teste gerade die 30-Tage-Probeversion. Darunter läuft
Microsoft Office einwandfrei, um Word und Excel muss ich mir also keine Sorgen mehr machen. Media Monkey und iTunes laufen allerdings bislang noch nicht.
Äußerst lustig verhält sich CrossOver beim Installieren von Software. Wenn der originale Windows-Installer meint: “Sie müssen Ihren Rechner neu starten, damit die Änderungen durchgeführt werden”, dann meint CrossOver eine Ebene drüber: “Simulation eines Neustarts”, das dauert fünf Sekunden. Da lacht das Herz eines jeden, der weiß, wie oft Windows beim Installieren möchte, dass der Rechner neu gestartet wird.

(Vielleicht kommt mir allerdings doch ein Mac ins Haus. Der neue 24” iMac sieht gut aus und wäre sooo praktisch. Ich könnte ja auch parallel mit einem Mac mini arbeiten, dann müsste ich den alten Monitor nicht loswerden. Aber da wäre keine Kamera eingebaut. Man muss wissen, was einem wichtig ist.)

Google Earth und SketchUp

Ich bin wieder mal der letzte, der es mitkriegt – neulich hat mich wenigstens mein Vater zu seinem siebzigsten Geburtstag darauf aufmerksam gemacht: SketchUp.

Dass man bei Google Earth an manchen Städten 3D-Objekte einblenden kann, wusste ich schon. So sieht Manhattan zum Beispiel aus, wenn man die eingebauten Objekte anzeigen lässt:

google_earth_new_york.gif

Schon hübsch, nicht. Man kann natürlich auch noch viel näher heran.

Diese Objekte werden mit SketchUp erstellt, einem Programm zum Modellieren von 3D-Objekten – Autos, Geräten, Gebäuden. Die erzeugten Gebäude kann man dann uploaden und anderen zur Verfügung stellen, die mit diesen Gebäude dann ihr eigenes Google Earth erweitern können.

Das Bedienen von SketchUp ist sehr einfach, und mich interessiert daran vor allem die Möglichkeit, das Programm im Informatikunterricht einzusetzen – zumindest zur Demonstration oder als Empfehlung. (Ich darf es nur “privat, nicht-kommerziell” benutzen.)

sketchup1.jpg

In der 6. Klasse lernen die Schüler ja Vektorgraphiken kennen und die Klassen Ellipse, Rechteck und Linie. Eine Standardaufgabe damit ist das Zeichnen von Grundrissen, von der eigenen Schule zum Beispiel. Noch schöner geht das sicher mit SketchUp, andererseits ist es vielleicht zu verwirrend, denn für das Klassen-Konzept ist SketchUp wohl weniger hilfreich. Es gibt ebenfalls die Klassen Rechteck, Polygon und Linie – mit zusätzlichen Attributen durch die Anordnung im Raum -, aber intuitiv meint man eben doch mit Quader-Objekten zu arbeiten statt mit den Flächen-Objekten, die den Quader bilden.

Audiokommentare

Wollte nur mal sagen: Ab jetzt sind auch Audiokommentare möglich. Unter jedem Beitrag ist ein Icon, auf das man klicken kann. Man braucht nur ein angeschlossenes Mikro am Rechner, keinerlei Software (außer Java), keinerlei Download. Man kann sich aufnehmen, es sich anhören, dann nochmal versuchen, dann nochmal, und dann schließlich zusammen mit einem Textkommentar absenden.

Dann höre ich euch auch mal, also zumindest die Mutigeren, jedenfalls die mit Mikrophon.

Die Länge der Kommentare ist vorerst auf eine halbe Minute begrenzt. So ganz zufrieden bin ich noch nicht; der Service läuft über das Plugin podPress und damit bei http://www.mobatalk.com. (Evoca ist eine Alternative dazu.) Die Kommentare liegen auf derem Server, ich kann sie nicht archivieren, und wenn ich das Plugin später entferne, sind auch die Audiokommentare weg – oder zumindest im Web verschollen.

Nein, ich hätte das alles lieber auf dem eigenen Server, aber so ein Plugin gibt’s wohl noch nicht. Vielleicht doch mal Loudblog installieren.