The Good Old Days

Ich bin ja gerade in England und habe fünf volle Tage schönsten Wanderns in den Cotswolds hinter mir. Zuerst wollte ich regelmäßig davon bloggen, aber das machte Frau Rau viel besser als ich; und ich hatte mehr Vergnügen daran, abends dazusitzen, aus den Fenstern zu schauen, zu lesen – keinesfalls erschöpft, aber ein bisschen überwältigt. Einen bebilderten Blogeintrag dazu hole ich nach, wenn ich wieder in Deutschland bin. (Danach beginnt gleich die Kolloquiumswoche; einen Großteil der Abiturkorrekturen habe ich mit ziemlichem Aufwand vorher korrigieren können, aber ein bisschen was steht noch aus.) Beim abendlichen Fernsehen hier entdeckte ich eine Sendung, […]

England Prevails

Zur Erinnerung für mich selber: Hier gibt es Videomaterial vom Guardian zu einer der bizzarsten Aktionen eines Rechtsstaats der letzten Jahre. Die britische Regierung zwang die Guardian-Redaktion, die Computer zu zerstören, auf denen sich die Snowden-Daten befunden hatten. Mit Bohr- und Schleifmaschine mussten die Redakteure unter den Augen der Geheimdienstmitarbeiter ihre Hardware zerstören. Und das, obwohl allen Beteiligten klar wahr, und das auch laut gesagt wurde, dass es selbstverständlich Kopien der Daten gibt. „Petty“ und „spiteful“ sind die Wörter, die mir dazu einfallen.

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West Pier, Brighton

Die Stürme der letzten Tage haben da West Pier in Brighton auseinandergerissen: BBC News, mit Foto. So hatte es die Jahre zuvor ausgesehen: 2001, einige Jahre vor dem Brand, konnte man noch Führungen dorthin besuchen: Und so habe ich es kennen gelernt:

Bildungspolitisches aus England

In England habe ich fleißig Zeitung gelesen, und da geht es gerade viel um den Bildungsminister, Michael Gove. Dessen Änderungswünsche im Schulsystem stoßen auf Widerstand. Einmal geht es um die Einführung neuer Abschlussprüfungen, bei denen Gove vorläufig gescheitert ist. Dann geht es um den neuen Lehrplan, etwa im Fach Geschichte: Dort soll es wieder mehr um Fakten gehen und weniger um Kompetenzen. Weniger Quellenanalyse, weniger Europa, dafür mehr England, und mehr heroische Figuren aus der englischen Geschichte. Außerdem gibt es Klagen von den Fachleuten aus dem Ministerium über ihn und seinen Umgangston und seine inhaltliche Politik („Dump F***ing Everyone“). Ein […]

Schöne Lieder

Schon mal verlinkt, aber nichts daraus geworden, deshalb jetzt eingebettet: Jonathan Coulton, „The Presidents“. Washington came first and he was perfect, John Adams kept us out of war with France Jefferson made a Louisiana Purchase In 1812 James Madison kicked the British in the pants James Monroe told Europe they could suck it John Quincy Adams looked just like his Dad Andrew Jackson got rid of all the Indians Van Buren served one term but he wasn’t bad Sollen die Europäer mal nicht so spotten über die geschichtslosen Amerikaner. Der Ton ist nicht so besonders, ich habe außerdem noch eine […]

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Wieviel Aufwand man mit einem warmen Käsebrot treiben kann

Man braucht dafür Folgendes: Ich weiß nicht, wo und wann ich dem Käsebrot, von dem dieser Blogeintrag handelt, zum ersten Mal begegnet bin. „Welsh rabbit“ oder „Welsh rarebit“ hieß es, und das allein ließ mich das Gericht nicht vergessen. In jungen Jahren muss ich bei der Zubereitung des Gerichts einmal versagt haben, dunkel erinnere ich mich an so etwas. Zum vorletzten Mal bin ich dem Gericht bei Karl Philipp Moritz begegnet, jawohl, dem von Anton Reiser, in seinem schönen Buch Reisen eines Deutschen in England im Jahr 1782, das es leider beim Project Gutenberg nur auf Englisch gibt. Nur beim […]

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Fotos aus dem Urlaub

Das bekannte Seebad in Südengland, wie üblich. Erholt. Viel gegessen, ein bisschen gelesen, iPad auf Urlaubstauglichkeit getestet. (Bericht folgt.) Und zwei schicke Jacken gekauft. Eine eher albern als schick, aber das wird mich nicht davon abhalten, sie in der Schule zu tragen. Ein ruhiges Eckchen der Strandpromenade: Ab 6 Uhr grillen am Strand erlaubt: Ein kleiner Pavillon, das Licht nicht nachbearbeitet: Tageswanderung: Das Wappentier der Familie: Wandern in England halt: Erste, noch nicht ausgereifte Experimente mit Tilt-Shift-Simulation:

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The Great Stink

Stellen wir uns eine frühe neuzeitliche Großstadt vor. London. Am Anfang des 19. Jahrhunderts eine Million Einwohner. Die müssen alle aufs Klo. Wie funktioniert das eigentlich? Es gibt zu diesem Zweck keine Kanalisation, die dient lediglich zum Abtransport von Regenwasser, das, wie man das so kennt, in gulleys läuft, auch in überbaute Flüsse und Flüsschen, und letztlich in der Themse landet. Wohin also mit den Fäkalien einer Millionenstadt? In den Keller natürlich, oder jedenfalls in Senk- oder Klärgruben. Wenn die voll sind, wird der Inhalt – vom ehrenwerten Berufsstand des nighsoil man – aufs umliegende Land gebracht, wo die Fuhre […]