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Derberer Humor

Was ein roast ist, weiß ich seit 1982, als ich das Comic-Heft Fantastic Four Roast #1 las: (Titelbild: Fred Hembeck und Terry Austin) Das ist eine festliche Veranstaltung zu Ehren eines Gastes, der während dieser Veranstaltung von Gastrednern durch den Kakao gezogen wird. Berühmt sind die Roasts des Friars Club in New York. Zum ersten Mal habe ich, glaube ich, in einem Buch über Vaudeville davon gelesen. Von 1998-2002 wurden die Roasts vom Kabelkanal Comedy Central übertragen; seit 2003 produziert der Kanal eigene solche Veranstaltungen – jeweils behutsam fürs Fernsehen zurechtgeschnitten. Auf Youtube kann man etliche dieser Sendungen sehen, hier […]

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Benjamin Appel, The People Talk

Die 1930er Jahre der USA interessieren mich besonders. Angefangen hatte das mit den Filmen von Fred Astaire & Ginger Rogers, mit den Abenteuern des Pulp-Helden Doc Savage, dann kam das dazu, was heute OTR (Old Time Radio) heißt. Über ein paar Umwege bin ich dann hier gelandet: In dem Bestseller von 1940 beschreibt Appel eine Reise durch die USA, vom Nordosten quer durch bis an die Westküste, dann durch den Westen und den Süden wieder zurück. Dabei geht es nicht um Reisebeschreibung, die wird nur am Ende mancher Kapitel in ein paar lyrischen Zeilen abgehandelt. Auch Appel selber hält sich […]

Schöne Lieder

Schon mal verlinkt, aber nichts daraus geworden, deshalb jetzt eingebettet: Jonathan Coulton, „The Presidents“. Washington came first and he was perfect, John Adams kept us out of war with France Jefferson made a Louisiana Purchase In 1812 James Madison kicked the British in the pants James Monroe told Europe they could suck it John Quincy Adams looked just like his Dad Andrew Jackson got rid of all the Indians Van Buren served one term but he wasn’t bad Sollen die Europäer mal nicht so spotten über die geschichtslosen Amerikaner. Der Ton ist nicht so besonders, ich habe außerdem noch eine […]

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Horace McCoy, They Shoot Horses, Don’t They?

Spannendes Wettrennen: was kommt zuerst, Sommerferien oder Zusammenbruch? Noch eine Woche. Vielleicht doch mal als Schullektüre? Beim ersten Lesen vor einigen Jahren hat mich das Buch noch mehr beeindruckt, aber gut fand ich es auch diesmal noch. Interessant ist die Gattung: Das Buch läuft unter novel, ist aber schon sehr kurz, 120 Seiten, sehr großzügig gesetzt. Nur ein Handlungsstrang, strenger Aufbau – eine Novelle eben. Das Buch erschien 1935, mitten in der Depressionszeit. Robert und Gloria versuchen erfolglos, in Hollywood Arbeit in der Filmbranche zu finden, aber es gibt keine Arbeit. Sie lernen sich zufällig kennen und beschließen, an einem […]

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The WPA

Frau Rau ist neulich beim Romanelesen auf einen Helden gestoßen, für den in den 30er Jahren „a spell of the WPA“ anstand. Und weil sie nicht wusste, was das ist, und ich noch schneller bin als als das Internet, jedenfalls wenn ich im Nebenzimmer sitze, hat sie mich gefragt. Dank mausloser Blitzbedienung des Rechners konnte ich ihr auch in Sekunden das Lied „The WPA“ von Louis Armstrong und den Mills Brothers vorspielen (1940). Die WPA (Works Progress Administration, Wikipedia) war in den Jahren 1935-1943 eine Maßnahme der Roosevelt-Regierung gegen die Arbeitslosigkeit der Depressionszeit. Das war keine Arbeitslosenunterstützung im engeren Sinn, […]

Holy Mackerel

Peter David ist einer der wenigen Comic-Autoren, deren Namen ich kenne. Er schreibt außerdem Drehbücher und Romane, ich habe gelegentlich auf ihn hingewiesen. Er ist der einzige, dessen Hefte ich fast immer an Erzähltechnik und Figurenrede erkenne; er ist der beste Autor, wenn es darum geht, den Figuren der großen zwei (Marvel und DC) neue Aspekte abzugewinnen. Trotzdem, und keine Sorge, außerhalb der Unterhaltungsbranche und speziell des Comic-Teils davon muss man seinen Namen nicht kennen. Peter David führt schon seit sehr langer Zeit ein Blog, das ich seit sechs oder sieben Jahren lese. Er schreibt über Comics, Fernsehserien, Sport, Politik, […]

Reden analysieren: Obama

David Crystal analysiert Obamas Rede zur gewonnenen Wahl. Liest sich so spannend wie Sportberichterstattung. (Stelle ich mir vor.) In der Welt der Thursday Next-Romane sehen so die Zeitungen aus. (Tipp von Wolfgang aus enpaed. Jetzt habe ich den David Crystal aber auch endlich abonniert.)

Barack Obama

Schöne Zusammenfassung der Geschichte der Obama-Kandidatur im Independent: The upstart with a dream. Nicht ganz ohne hero-worship und drama (on a bitterly cold night early last November“).

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William Safire, Safire’s Political Dictionary

William Safire ist ein erfahrener amerikanischer Journalist und Autor von politischen und linguistischen Kolumnen; er war Redenschreiber für Nixon, hat Sachbücher und mindestens einen Roman geschrieben. Sein Political Dictionary erschien in erster Auflage 1968, damals noch unter anderem Titel, wurde mehrfach ergänzt und bearbeitet, dieses Jahr kam eine große neue Ausgabe heraus, „updated and expanded“. Das Wörterbuch bemüht sich, politisch neutral zu bleiben (was Safire außerhalb dieses Buchs keinesfalls ist). Amerikanisch bleibt die Perspektive manchmal trotzdem: „Although Americans are traditionally self-conscious about excessive displays of patriotism“ (Fourth of July speech) – ist wohl alles relativ. Ein paar Beispiele: redheaded Eskimo […]

Place names

Mein Interesse für amerikanische Ortsnamen hat angefangen, soweit ich mich erinnere, mit einem Blogeintrag von Peter David. David, ein bekannter Comic-Autor, trug zumindest damals eine Fehde mit dem ähnlich bekannten John Byrne aus. Lange Geschichte, und vielleicht ist Fehde nicht mal das richtige Wort. Jedenfalls machte man sich im Byrne-Forum über den Namen eines Schauplatzes in einer Serie von Peter David lustig, eine Stadt namens Bete Noire. So heißt doch keine Stadt! David kommentierte das in seinem Blog so: Well, gee. I could have gone for something even more obvious, like Hell, but that’s a real city in Michigan. Or […]