Schlagwort: William Shakespeare

Macbeth in den Kammerspielen

Ich gehe nicht gerne ins Theater. Das ist immer abends, und da bin ich müde. Außerdem sind komische Leute um mich herum. Aber das Hauptproblem ist, dass ich mich da oft langweile, selbst bei Stücken, die ich zum Lesen gut finde. Ich wünsche mir beim Theater eine hohe Informationsdichte, so wie ich mir bei Fernsehserien grundsätzlich Split-Screen wünsche (also mehrere Fenster mit unterschiedlichen Szenen, gerne mit Bezug zueinander). Und wenn ich dort am Anfang der letzten Folge eines Vierteilers ein schnell geschnittenes “Was bisher geschah” sehe, wünsche ich mir einen ganzen Film, der so dicht erzählt ist wie dieser Rückblick.
Und was kriege ich meist im Theater? Eine Gruppe von Menschen, die in sicher ganz wichtigen Konstellationen auf der Bühne stehen und bedeutungsvoll schweigen. Jedes Wort im Satz betonen, und dann wieder bedeutungsvoll gucken. Und schweigen, bedeutungsvoll. Das Haupt schütteln, schweigend. — Mein liebstes Theater nehme ich bitte gleich als Hörspiel, mit viel Text, wenig Pausen dazwischen, und schneller, dichter Vortragsweise. Wo die Leute stehen und wie sie gucken, ist mir dabei egal.

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“Pulp Fiction” im Blankvers

Pulp Fiction (Tarantino) im Blankvers. ‘Nuff said.

Ein gemeinschaftliches Wikiprojekt, das den Film in die Sprache Shakespeares umsetzt: The Pulp Shakespeare Project.

Vincent: And know’st thou what the French name cottage pie?

Julius: Say they not cottage pie, in their own tongue?

Vincent: But nay, their tongues, for speech and taste alike
       Are strange to ours, with their own history:
       Gaul knoweth not a cottage from a house.

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Dann also Hamlet

Wo ich schon den Roman ausgesucht habe, wollte ich meinen Schülern im LK wenigstens die Entscheidung überlassen, welches Shakespeare-Stück sie lesen wollen. Der Hauptgrund ist vermutlich doch der, dass mir die Entscheidung selber schwer fällt. Mit vielen Stücken kann man Schönes machen.

  • Romeo & Juliet: Übersichtlicher Aufbau, viel spannende Handlung, sprachlich schön. Sehr witzig. Viele kennen das Stück schon. Das ist ein Vorteil oder ein Nachteil. Man kann Shakespeare in Love dazu anschauen und die sehr gelungene Baz-Luhrmann-Verfilmung. (Der hat übrigens auch Strictly Ballroom gemacht.)
  • Macbeth: Liest der Parallelkurs. Läuft gerade in München. Ist schön kurz. Die Hexen sind ikonisch. Die Handlung ist nicht ganz so übersichtlich, die Sprache interessiert mich bis auf einige tolle Szenen nur mäßig. Gibt interessante Verfilmungen. Eine tolle Parodie von I’m Sorry I’ll Read That Again, dazu Thurbers “The Macbeth Murder Mystery”. Ein eher humorloses Stück, geht’s mir weg mit dem Torwächter.
  • Midsummer Night’s Dream: Lustig. Bei allem Durcheinander doch sehr übersichtlich. Hat der halbe Kurs schon mal mit mir im Theater gesehen, davor haben wir ein paar Stunden dazu gemacht. Aber untypischer Aufbau. Tolle Charaktere, aber nur mäßig tolle Dialoge. Ich könnte wieder mit meinem Puppenthetar hausieren gehen. Verfilmt mit Michelle Pfeiffer und Kevin Kline, Rupert Everett und Calista Flockhart. Die Neil-Gaiman-Version davon im Sandman.
  • Twelfth Night: Aus historischen Gründen eines meiner Lieblingsstücke. Ich glaube aber, dass Schüler das nicht so lustig finden wie ich. Much Ado ginge. Den Anfang von Henry V mache ich so oder so. The Tempest mag ich auch seit der 11. Klasse, da habe ich eine BBC-Fassung rauf und runter gesehen, auf Deutsch allerdings. Richard III würde Frau Rau freuen und gäbe mir einen Grund, mich mit dem Stück zu beschäftigen; uich kann mich nicht mehr an viel erinnern. Und und und.

Die Schüler machten selber Vorschläge und stimmten ab und entschieden sich für:

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The Ultimate Coffee-Table Book

Für Weihnachten ist es fast schon zu spät; Amazon verspricht nicht, dass das Buch noch davor geliefert werden kann. Aber vielleicht ist ja jemand kurzentschlossen und kennt einen Anglisten, der sonst schon alles hat. Ich habe mir das Buch schon vor einigen Monaten gekauft, gebraucht, aber wie neu. 110 Euro, das ist viel, aber dann auch wieder weniger, als ich gedacht hätte.

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Shakespeare, Sommernachtstraum

Mit Teilen des Englisch-LK war ich letzten Donnerstag im Theater, A Midsummer Night’s Dream. Und da man Schüler nicht unvorbereitet auf Shakespeare loslässt, habe ich im Schnelldurchgang ein paar Stunden zur Einführung in den Sommernachtstraum gemacht. (Welches Stück wir später lesen, steht noch nicht fest; ich spreche mich da mit dem Parallelkurs ab.)

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The Way of the World

Das 17. Jahrhundert war eine tolle Zeit in England: Am Anfang machte sich Shakespeare noch in Twelfth Night über die Puritaner in Gestalt von Malvolio lustig – religiöse Eiferer, aber auch Reformer, die Kirche wie Krone lästig fielen. Eine radikale Gruppe setzte sich 1620 nach Amerika ab: Die Pilgerväter auf der Mayflower.
Die republikanische Bewegung gewann in England immer mehr Einfluss, es kam zum Bürgerkrieg, der König Charles I wurde hingerichtet und die Republik ausgerufen: zuerst das Commonwelath of England (1649-1653) und danach das Protectorate (1653-1659) mit Oliver Cromwell als Alleinherrscher. Lange Geschichte.

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Neil Gaiman, The Sandman

School Matters schreibt über FORA.tv (“so etwas wie YouTube auf intellektuell”) und verweist auf eine Videoaufzeichnung mit Neil Gaiman: An Evening’s Entertainment with Neil Gaiman celebrating Fragile Things: Short Fictions and Wonders. Tolle Sache, sowohl FORA.tv als auch Neil Gaiman.

Ich lese im Moment wieder die Sandman-Reihe (von Gaiman), in der Hoffnung, doch einmal einen Band in der Schule verwenden zu können. The Sandman erschien in 75 Heften von 1989 bis 1996. Gesammelt wurden die Hefte in zehn Bänden (also doch ein Amazon-Link, etwa 15 Euro pro Band).

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