Macbeth in den Kammerspielen

Ich gehe nicht gerne ins Theater. Das ist immer abends, und da bin ich müde. Außerdem sind komische Leute um mich herum. Aber das Hauptproblem ist, dass ich mich da oft langweile, selbst bei Stücken, die ich zum Lesen gut finde. Ich wünsche mir beim Theater eine hohe Informationsdichte, so wie ich mir bei Fernsehserien grundsätzlich Split-Screen wünsche (also mehrere Fenster mit unterschiedlichen Szenen, gerne mit Bezug zueinander). Und wenn ich dort am Anfang der letzten Folge eines Vierteilers ein schnell geschnittenes „Was bisher geschah“ sehe, wünsche ich mir einen ganzen Film, der so dicht erzählt ist wie dieser Rückblick. […]

„Pulp Fiction“ im Blankvers

Pulp Fiction (Tarantino) im Blankvers. ‚Nuff said. Ein gemeinschaftliches Wikiprojekt, das den Film in die Sprache Shakespeares umsetzt: The Pulp Shakespeare Project. Vincent: And know’st thou what the French name cottage pie? Julius: Say they not cottage pie, in their own tongue? Vincent: But nay, their tongues, for speech and taste alike        Are strange to ours, with their own history:        Gaul knoweth not a cottage from a house. Julius: What say they then, pray? Vincent: Hachis Parmentier. Julius: Hachis Parmentier! What name they cream? Vincent: Cream is but cream, only they say la crème. Julius: What do they […]

Dann also Hamlet

Wo ich schon den Roman ausgesucht habe, wollte ich meinen Schülern im LK wenigstens die Entscheidung überlassen, welches Shakespeare-Stück sie lesen wollen. Der Hauptgrund ist vermutlich doch der, dass mir die Entscheidung selber schwer fällt. Mit vielen Stücken kann man Schönes machen. Romeo & Juliet: Übersichtlicher Aufbau, viel spannende Handlung, sprachlich schön. Sehr witzig. Viele kennen das Stück schon. Das ist ein Vorteil oder ein Nachteil. Man kann Shakespeare in Love dazu anschauen und die sehr gelungene Baz-Luhrmann-Verfilmung. (Der hat übrigens auch Strictly Ballroom gemacht.) Macbeth: Liest der Parallelkurs. Läuft gerade in München. Ist schön kurz. Die Hexen sind ikonisch. […]

s-paket.jpg

The Ultimate Coffee-Table Book

Für Weihnachten ist es fast schon zu spät; Amazon verspricht nicht, dass das Buch noch davor geliefert werden kann. Aber vielleicht ist ja jemand kurzentschlossen und kennt einen Anglisten, der sonst schon alles hat. Ich habe mir das Buch schon vor einigen Monaten gekauft, gebraucht, aber wie neu. 110 Euro, das ist viel, aber dann auch wieder weniger, als ich gedacht hätte. Hier ist es jedenfalls: Eine Faksimile-Ausgabe des First Folio (Wikipedia). Brauchen tut man eine Folio-Ausgabe zu Hause nicht. Es gibt auch Folio-Faksimiles im Web einzusehen. Für die Schulbibliothek ist so eine Ausgabe eher sinnvoll. Große Angst gäbe es […]

Shakespeare, Sommernachtstraum

Mit Teilen des Englisch-LK war ich letzten Donnerstag im Theater, A Midsummer Night’s Dream. Und da man Schüler nicht unvorbereitet auf Shakespeare loslässt, habe ich im Schnelldurchgang ein paar Stunden zur Einführung in den Sommernachtstraum gemacht. (Welches Stück wir später lesen, steht noch nicht fest; ich spreche mich da mit dem Parallelkurs ab.) Zuerst ein Tafelbild, nicht ganz so kompliziert wie das folgende, aber durch den allmählichen Aufbau sind Tafelbilder ja auch leichter nachzuvollziehen als fertige Diagramme: Dann habe ich den Schülern die ersten Minuten der Papiertheater-Version gezeigt, die ich mal mit Neuntklässlern gemacht habe. Die ersten Seiten eben der […]

The Way of the World

Das 17. Jahrhundert war eine tolle Zeit in England: Am Anfang machte sich Shakespeare noch in Twelfth Night über die Puritaner in Gestalt von Malvolio lustig – religiöse Eiferer, aber auch Reformer, die Kirche wie Krone lästig fielen. Eine radikale Gruppe setzte sich 1620 nach Amerika ab: Die Pilgerväter auf der Mayflower. Die republikanische Bewegung gewann in England immer mehr Einfluss, es kam zum Bürgerkrieg, der König Charles I wurde hingerichtet und die Republik ausgerufen: zuerst das Commonwelath of England (1649-1653) und danach das Protectorate (1653-1659) mit Oliver Cromwell als Alleinherrscher. Lange Geschichte. Unter den Puritanern war das Theater weitgehend […]

sandman22

Neil Gaiman, The Sandman

School Matters schreibt über FORA.tv („so etwas wie YouTube auf intellektuell“) und verweist auf eine Videoaufzeichnung mit Neil Gaiman: An Evening’s Entertainment with Neil Gaiman celebrating Fragile Things: Short Fictions and Wonders. Tolle Sache, sowohl FORA.tv als auch Neil Gaiman. Ich lese im Moment wieder die Sandman-Reihe (von Gaiman), in der Hoffnung, doch einmal einen Band in der Schule verwenden zu können. The Sandman erschien in 75 Heften von 1989 bis 1996. Gesammelt wurden die Hefte in zehn Bänden (also doch ein Amazon-Link, etwa 15 Euro pro Band). The Sandman ist eine tolle Serie: Alles geschrieben von Gaiman, wechselnde Zeichner, […]

MidsummerDemo

A Midsummer Night’s Dream (mit Schülern)

Vor einem Jahr habe ich nur mit der Möglichkeit gespielt, jetzt ist es fertig. Die Schüler haben eine 600-Zeilen-Fassung vom Sommernachtstraum geübt und gelesen. Das geschah zum Großteil zu Hause; ich hatte ihnen allerdings den Text von mir selber gelesen auf CD gegeben, zum Üben und Kontrollieren. Dann habe ich die Schüler aufgenommen und alles zusammengeschnitten. Dann habe ich mit einigen Schülern die Videoaufnahmen gemacht; geschnitten habe wiederum ich. Herausgekommen sind 35 Minuten Shakespeare. Das Experiment war löblich und hat zu wertvollen Erkenntnissen geführt – allen voran dem, dass das so nicht wirklich geht. Das Papiertheater ist zum Abfilmen nicht […]

shakespeare2

Wie man fürs Shakespeare-Jahrbuch schreibt

Gelegentlich bilde ich mich ja an der Uni weiter. So war das auch im Frühling letztes Jahr. Es ging um Shakespeare in der Schule – so ließ es der Titel der Ringvorlesung zumindest vermuten. Tatsächlich ging es dann nur um verschiedene Interpretationsansätze zu Coriolanus, und wie man die in der Schule verwenden kann. Aber wenn ich im Englischunterricht nur ein Shakespeare-Drama in der Schule lese, dann wird das sicher nicht Coriolanus sein. Trotzdem konnte ich der Vorlesung Interessantes abgewinnen. Die Diskussion im Anschluss daran war lebhaft; Besucher der Ringvorlesung waren vor allem Lehrer und Lehramtsstudenten, also Praktiker. Der Lehrplan sieht […]

ElizabethanTheatre

Shakespeare-Papiertheater

Schön anschaulich ist „Mr. Jackson’s Elizabethan Theatre“, ein 50 Zentimeter hohes, halbkreisförmiges Spielzeugtheater aus Karton. Der Bausatz kostet unter 10 Pfund und enthält eine extrem gekürzte Fassung von A Midsummer Night’s Dream neben den dazu nötigen Figuren, ebenfalls aus Karton (Tobar Ltd. 1996, zu bestellen z.B. unter www.gizmoandwidget.com). Die Schüler können das Modell zusammenbauen – man braucht nur einen geeigneteren Ort als das allen möglichen Gruppen zugängliche Klassenzimmer, um es aufzubewahren. Noch wichtiger wäre das Spielen: Vielleicht ist eine deutsche Fassung dabei besser als eine englische, und sei sie noch so bearbeitet. Shakespeare mit deutschem Akzent: Dann vielleicht doch lieber […]