Tag Archives: Wissenschaftliches

#ManicureMonday, und zur Beantwortung der Frage, ob Frauen schlecht in Mathe sind

By | 21.11.2013

Seventeen ist eine amerikanische Mädchenzeitschrift, die ich nicht weiter kenne. Aber jeden Montag gibt es dort wohl den Twitter-hashtag #ManicureMonday – wo die Leserinnen des Magazins Bilder ihre gestylten Fingernägel zeigen können. Letzten Montag – habe ich bei Slate gelesen, woher ich auch schamlos die Links kopiere – haben einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen Hashtag gekapert und ihrerseits Bilder gepostet: von Fingern mit Fingernägeln, gerne auch fein manikürten, die Dinge damit tun: #ManicureMonday pic (in which, very atypically, I'm wearing nail polish): my hand as size reference for coyote scat. pic.twitter.com/JSnrgDmITK — Rebecca Deatsman (@rdeatsman) 18. November 2013 My #ManicureMonday… Read More »

Kartenspielen mit der 10a, aus Gründen

By | 15.11.2012

In der letzten Stunde habe ich mit der 10a Karten gespielt. So eine Art Mau-Mau. Mau-Mau geht ja ganz einfach: Am Anfang deckt man eine Karte auf, und die Spieler versuchen der Reihe nach ihre Karten loszuwerden, indem sie sie ablegen. (Lassen wir alle Sonderkarten mal weg.) Die Ablageregel lautet: Man kann eine Karte ablegen, wenn sie die gleiche Farbe (Herz, Pik, Kreuz, Karo) hat wie die oben liegende Karte, oder wenn sie den gleichen Wert hat. In meiner Variante wurde allerdings eine andere Regel verwendet, die nur ich als Spielleiter, sozusagen, kannte. Eine geheime also. Einige Schüler waren die… Read More »

Gefahren durch Handys

By | 12.7.2011

In der Süddeutschen heute morgen gelesen: Daten zu Handygefahr unter Verdacht. Ein typisches Beispiel dafür, dass man der traditionellen Schulwissenschaft nicht trauen kann! Ein möglicher Fälschungsskandal, in einer Dissertation mit renommiertem Doktorvater. Die tricksen doch alle, diese Schulwissenschaftler! (Der eigentliche Inhalt ist mir im Moment gar nicht so wichtig, mehr dazu bei Esowatch.) Nein, interessant ist natürlich auch (neben der Rolle der Zigarettenindustrie), dass und wie solche Fälschungen – oder von mir aus auch Fehleinschätzungen und Irrtümer – aufgedeckt werden. Ergebnisse sind „bis heute nicht in einem Fachjournal publiziert“ und konnten „so allerdings nie von anderen Labors reproduziert werden“. Kurz… Read More »

Hans Zinsser, Rats, Lice and History: Being a Study in Biography, Which, After Twelve Preliminary Chapters Indispensable for the Preparation of the Lay Reader, Deals With the Life History of Typhus Fever

By | 30.12.2010

Wie anfangen? Das Buch will schon schon seit einem guten Monat verbloggt werden, ich habe ein paar gekritzelte Notizen und ein Dutzend Lesezeichen im Buch. Es stammt von 1935, ist ein Sachbuch, und laut Untertitel und Ankündigung im Vorwort die Biographie des Fleckfiebers. Gleich mal vorab und aus dem Weg gebracht: englisch typhoid (fever) heißt auf deutsch Typhus, englisch typhus (fever) ist auf deutsch das Fleckfieber, und um das geht es hier. Aber noch nicht gleich. Im ersten Kapitel – „In the nature of an explanation and an apology“, mit Untertitel, wie es sich gehört – geht es darum, was… Read More »

Gelesen: Ben Goldacre, Bad Science

By | 31.8.2010

Ich liebe die Terminologie der exakten Wissenschaft, Physik oder Mathematik. Wo gibt es in den Geisteswissenschaften solche Begriffe wie „Bonferroni’s correction for multiple comparisons“? Diesen schönen Begriff aus der Statistik habe ich aus Bad Science von Ben Goldacre. In dem Buch zeigt Goldacre, welcher Schindluder mit echter Medizin, alternativer Behandlung und vor allem wissenschaftlich-medizinischer Berichterstattung in den Medien getrieben wird. Er hat gar nicht so viel dagegen, wenn Verbaucher Entscheidungen treffen, die er nicht nachvollziehen kann – aber die Verbraucher sollen wissen, was sie tun, und nicht auf irreführende oder falsche Informationen hereinfallen. Deswegen sind die Themen Goldacres: was eine… Read More »

Das Periodensystem des Irrationalen Unsinns

By | 17.7.2010

Von Crispian Jago (dort auch Kommentarthread und aktualisierte Versionen), via scienceblogs. Kann ich alles unterschreiben. Zugegeben, bei den Religionen bin ich großzügiger, die behaupten ja nicht, etwas anderes zu sein. Aber Quasi-Religionen wie Homöopathie lösen verwirrtes, verwundertes Kopfschütteln in mir aus. Ich meine, wie kann man denn nur? Die hanebüchene Theorie, die fehlendende experimentelle Bestätigung, das fehlende Interesse an so einer Bestätigung, der unwissenschaftliche Ansatz des ganzen. Da hilft doch das ganze Naturundtechnik in der Schule nicht. Dieses Periodensystem gehört an die Wand in den Chemieraum. Den meisten Hokuspokus aus dem Periodensystem kenne ich tatsächlich. Ganzfeld war mir neu, und… Read More »

Wikipedia-Hüpfen

By | 6.7.2010

Neulich in der Q11 spielten die Schüler das Wikipedia-Spiel: wer kommt von einem beliebigen (deutschen) Wikipedia-Eintrag mit den wenigsten Klicks auf die Wikipedia-Seite für München? Eigentlich naheliegend, aber ich habe noch nie davon gehört. Das würde ich gerne mal mit der Unterstufe ausprobieren, wenn die schon genug Spieltrieb haben, da mitzumachen. Danach fragte mich ein Schüler, ob ich die Kevin-Bacon-Zahl kannte. Kannte ich nicht, aber immerhin kannte ich Kevin Bacon (Schüler: „So ein Schauspieler, den eigentlich keiner mehr kennt“), und ich konnte dem Schüler das ältere Konzept der Erdös-Zahl erklären. (Wikipedia entnehme ich, dass es eine kleine Zahl von Leuten… Read More »

Geometrie im Konzert

By | 21.6.2010

Also, ich war am Wochenende aus familiären Gründen auf einem Jugendkonzert und hatte in der zweiten Hälfte nicht mehr viel zu tun. Also zog ich mich in meinen happy place zurück, dachte vor mich hin und spielte mit den Reklamekärtchen, die auf den Sitzen lagen. Zuerst riss ich von einem Kärtchen ein Quadrat ab und bastelte einen sitzenden Kranich daraus. Der Kranich war fertig, das Konzert nicht. Also bastelte ich mit dem von der ursprünglichen Karte verbliebenen Streifen herum. Zuerst knickte ich, weil man das so tut, erst mal eine Ecke um: Immer hin und her, sauberen Falz machen, überlegen,… Read More »

Martin Gardner

By | 28.5.2010

Komme aus dem Urlaub zurück, deswegen erst gerade bei Hanjo gelesen – und merkwürdigerweise sonst nirgendwo! – dass Martin Gardner gestorben ist, fünfundneunzigjährig (NYTimes). Martin Gardner war einer der ganz Großen. Jahrelang hatte er eine Kolumne im Scientific American (dessen deutsche Ausgabe ich als undergraduate einige Zeit abonniert hatte), in der er mathematische Kuriositäten präsentierte. Diese Beiträge und viele mehr erschienen in einer Vielzahl von Büchern, ein Dutzend davon oder so habe ich zu Hause. Die ersten habe ich wohl noch in der Unterstufe aus der Bibliothek ausgeliehen: Logikrätsel, Denkaufgaben, Unterhaltungsmathematik. Efronsche Würfel. Zellautomaten. Später kam dann The Annotated Snark… Read More »

Die Normalverteilung, Teil 2

By | 3.4.2010

Beim letzten Mal ging es um die technische Seite der Normalverteilung. Diesmal erzähle ich, wie es überhaupt dazu kam, dass ich mir darüber Gedanken machte. Das war so: Einmal schrieben alle Klassen eines Jahrgangs an unserer Schule die gleiche von uns Lehrern selbst entworfene Prüfung. Sie bestand aus 13 Teilaufgaben; auf jede Aufgabe gab es 3-6 Punkte. Insgesamt waren 60 Punkte zu erreichen. Von drei Klassen hatte ich die Ergebnisse in digitaler Form zur Verfügung, das waren 87 Schüler (ohne Legastheniker und Sonderfälle). Wo ich schon mal so viele Ergebnisse hatte, bot es sich an, die auch mal genauer anzuschauen.… Read More »