Distichen in der Q11

Das Distichon ist eine Versform, die aus einem Hexameter und einem Pentameter besteht. Ein Hexameter besteht im Deutschen aus sechs Daktylen, wobei die ersten vier davon auch um eine unbetonte Silbe verkürzt sein können, sie können also durch Trochäen ersetzt werden. Ein Pentameter ist ebenfalls sechshebig, dem Namen zu trotz, er besteht aus zwei Daktylen, dann einem arg verkürzten Daktylus, nämlich einer einzigen betonten Silbe, gefolgt von drei Daktylen.

Goethe hat in den römischen Elegien Distichen geschrieben, hier ein Auszug:

Ich befolge den Rat, durchblättre die Werke der Alten
Mit geschäftiger Hand täglich mit neuem Genuss.
Aber die Nächte hindurch hält Amor mich anders beschäftigt;
Werd ich auch halb nur gelehrt, bin ich doch doppelt vergnügt.
Und belehr ich mich nicht? wenn ich des lieblichen Busens
Formen spähe, die Hand leite die Hüften hinab.
Dann versteh ich erst recht den Marmor, ich denk’ und vergleiche,
Sehe mit fühlendem Aug’, fühle mit sehender Hand.

Oder:

Lass dich, Geliebte, nicht reun, dass du mir so schnell dich ergeben!
Glaub es, ich denke nicht frech, denke nicht niedrig von dir.
Vielfach wirken die Pfeile des Amors: einige ritzen,
Und vom schleichenden Gift kranket auf Jahre das Herz.
Aber mächtig befiedert, mit frisch geschliffener Schärfe
Dringen die andern ins Mark, zünden behende das Blut.

Nun ja, Goethe. Man sieht im gedanklichen Aufbau der Verse auch die grundsätzliche Zweiversigkeit. – Die Form führt dazu, dass der erste Vers des Distichons einen flotten daktylischen Rhythmus hat und der zweite Vers in der Mitte dramatisch pausiert, weil zwei betonte Silben direkt aufeinander folgen. Goethe und Schiller beschreiben das in einem Distichon so:

Im Hexameter steigt des Springquells silberne Säule,
Im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab.

Parodiert von Matthias Claudius:

Im Hexameter zieht der ästhetische Dudelsack Wind ein;
Im Pentameter drauf lässt er ihn wieder heraus.

Distichen werden gerne für kluge Sprüche verwendet. Hier zwei von mir, das Verhältnis von Sturm und Drang und Klassik illustrierend:

Stürmische drängende Haare, sie tun stets nur das, was sie wollen.
Nur die Fönfrisur drauf hält sie gewaltsam in Form.

Klassisch geschnittene Haare jedoch, sie fallen und liegen
Anmutig würdevoll da, schüttelt das Haupt man im Schwunge.

Einmal habe ich unvorsichtigen Gastgebern das Gästebuch mit einem dutzend holpriger Distichen vollgemacht, nun ja. Wann hat man schon Gelegenheit dazu?

Und so musste auch meine Q11 Distichen verfassen:

Zweitausendzwanzig, ein Jahr, das bisher noch nicht ganz so gut laufet,
hat uns Corona und auch, alle durch’nander gebracht.

Eine große Entscheidung wird der November uns bringen –
Wird Präsident denn der Trump, dann sind wir alle verdammt.

Dieses feine Homeoffice, bringt uns die Bildung nach Bayern;
Feiern die Drucker ihr Fest, geben der Tinte den Rest.

Mathe in der letzten Stunde soll Schüler noch sinnvoll belehren
Regeln wie diese verfasst bringen am Ende nur Last.

Werke verfassend warn Goethe und Schiller begnadete Köpfe
Könnt ich sie heut nur verstehn Xenien wärn gar kein Problem.

Helfend beim Kochen ist doch des Gerichtes gute Rezepte;
Schmecken wird freilich das Mahl, fühlt doch auch keiner die Qual.

Corona wütet in unserer Welt und wir Menschen sind panisch
Masken schützen uns nur, wenn wir sie richtig tragen

Der goldene Oktober, der schönste Monat des Jahres
Zugvögel fliegen nun fort, die Blätter färben sich rot.

Viele schwere Lasten sind uns dank Covid bescheret
Ist es denn wirklich so schwer, lernen wir dadurch nichts mehr?

Lasts uns von der Nordhalbkugel ins Warme jetzt fliehn;
Hier ist es kalt und nass, holt von daheim euch den Pass.

Die mutige Nachtwache sagte die weißen Wanderer sind da
Aber der Süden schaut weg und schlägt sich nur den Bauch voll.

Die Videokonferenzen dieser Woche

Informatik Q12

Ich halte es für schlecht, den gesamten Unterricht auf Video abbilden zu wollen: Ich halte es für unzumutbar, so viele Stunden vor dem Bildschirm sitzen zu müssen; und pädagogisch möchte ich, dass meine Schüler und Schülerinnen selbstständiger werden und ohne unmittelbare Kontrolle und Führung zu arbeiten lernen. (Die gleichzeitige Übertragung von Unterricht aus der Schule, vor der einen Klassenhälfte, für eine andere Klassenhälfte zuhause, geht regelmäßig schon gleich gar nicht, auch wenn das oft gewünscht wird – aus oft wiederholten Gründen, auf Nachfrage gerne noch einmal.)

Aber zwischendurch selbstverständlich, und als Werkzeug unbedingt, und so habe ich die Gelegenheit genutzt, mit einem Informatik-Oberstufenkurs in Quarantäne am Mittwoch eine knappe Doppelstunde Videounterricht zu halten. Ich fand das produktiv. Das war weitgehend Frontalunterricht, fast schon Vorlesungscharakter, aber das bot sich inhaltlich auch an – Einstieg in ein neues Thema mit wenig Anbindung an das vorhergehende, nämliche parallele Prozesse. Hier die Präsentation:

Dazwischen gab es geteilten Bildschirm von mir, in dem ich Programme laufen ließ; Gelegenheit für Rückfragen; und am Ende einen Programmierauftrag, dessen Ergebnis dann ein Schüler über geteilten Bildschirm zeigt. Die Rückfragen kamen auch per Mikro, meist parallel im Chat; es waren nicht sehr viele. Die Präsentation hätte ich ebenso gut als Video machen können, und hätte das auch getan, wenn ich Zeit gehabt hätte.

Im herkömmlichen Unterricht ist es mir nicht egal, wenn Schüler oder Schülerinnen nicht zuhören. Dann warte ich auf Aufmerksamkeit, oder ermahne einzelne dazu. Im Videounterricht geht das nicht – wer da nicht aufpasst, hat Pech gehabt. Ist das am Ende ein Vorteil? Vermutlich sollte ich auch im herkömmlichen Unterricht niemanden zur Aufmerksamkeit anhalten – ich glaube, Schüler und Schülerinnen verlassen sich darauf, dass irgendetwas Wichtiges schon oft und laut genug wiederholt werden wird.

Ich war der einzige mit Bild. Das störte mich gar nicht, ist aber gerade häufig Diskussionsthema im Kollegium.

Vorlesung

Mittwochnachmittag dann Vorlesung, es sind aber nur 14 Studierende. Auch hier fast der einzige mit Bild, auch hier habe ich mich ganz daran gewöhnt. Ich muss dann halt mit weniger Feedback arbeiten, auch gut.

Elternsprechabend

Am Donnerstag Elternsprechtag. Heftige Diskussionen im Kollegium dazu; das andere Gymnasium am Ort lässt ihn einfach ausfallen. Bei uns gab es die Möglichkeit, dass Lehrkräfte entweder per Telefon erreichbar sind (und dann die angemeldeten Erziehungsberechtigten unter einer angegebenen Telefonnummer zum vereinbarten Zeitpunkt anrufen), oder dass Lehrkräfte per Videokonferenz erreichbar sind (dann müssen die angemeldeten Erziehungsberechtigten zum vereinbarten Zeitpunkt selbstständig der Konferenz beitreten).

Ich fand diese Doppelung ungeschickt, und tatsächlich sorgte sie auch für unnötige Verwirrung. Die Eltern sind fit genug für Videokonferenzen, und die Lehrkräfte werden schon nachziehen. :-) Manche Kollegen schwören auf Telefon, soll mir auch recht sein. Ich fand es aber schön, die Eltern zu sehen, und die sagten auch, sie freuten sich über diese Gespräche – aber gut, ich hatte ja nur die, die sich dafür entschieden hatten, per Video zu kommunizieren.

Diskussionspunkte im Kollegium: Virtueller Sprechabend zuhause (Privatgeräte nutzen, Bekanntgabe von Privattelefonnummern riskieren, Kosten für Telefonate in fremde Netze, eigene Familie lässt einem keine Ruhe im Arbeitszimmer, fremde Eltern sehen Arbeitsplatzhintergrund) gegenüber in der Schule (viele technische Probleme bei Hard- und Software). Ich war eher auf der Seite derjenigen, die nach Lösungen suchen, weniger auf der Seite derjenigen mit den Prinzipien. Aber ich finde es zuhause auch viel bequemer als im Schulgebäude.

Heftiges Thema auch hier das mit dem Bild oder Nichtbild. In der Realität dann völlig harmlos. Lauter Menschen überall, und ich meine das nicht als Kompliment.

Deutsch

Am Freitag dann noch eine kurze Doppelstunde mit einer Klasse, auch in Quarantäne. Da ging es schon auch um Deutsch, aber mir vor allem um das Erkunden der Konferenzsoftware, BigBlueButton. Die Schüler und Schülerinnen hatten schon etliche Videokonferenzen hinter sich diese Woche, aber niemand war je zum Präsentator befördert worden, um den anderen eigene Dateien zu zeigen. Also probierten wir das anlässlich der Hausaufgabe beziehungsweise der selbstständig erledigten Arbeit. Außerdem gab es Umfragen zwischendurch, und wir testeten die Gruppenarbeitsfunktion. (Ich kann als Moderator Gruppen manuell einteilen, oder zufällig verteilen, oder den Konferenzteilnehmenden erlauben, sich selbst in Gruppen einzutragen – in diesem Fall gibt es aber keine Obergrenzen für die Anzahl der Personen in einer Gruppe.) Nächste Woche dann wieder in Präsenz.

Fachsitzungen, literarische Detektivarbeit, Online-Vorlesen

Mittwoch: Fachsitzungen

Am Mittwoch ist Buß und Bettag, ein Feiertag, der gestrichen wurde, aber schulfrei bleibt, so dass die Lehrer und Lehrerinnen den irgendwie reinarbeiten müssen. Ich dachte, das hätten wir für dieses Jahr schon zu Genüge getan, aber sei’s drum, schon okay. Jedenfalls hatte ich drei Fachsitzungen am Vormittag, jeweils per Videokonferenz. Unerwartet zwei Phänomen:

  1. Man ist gezwungen, einander ausreden zu lassen und kann einander schlechter ins Wort fallen, weil Konferenzsoftware damit nicht gut umgehen kann.
  2. Der parallele öffentliche Chat eröffnet ganz neue Diskussionsformen. Kurz Fragen klären, nachhaken, kommentieren – und das alles am Protokoll vorbei, vermute ich. Oder sind solche Backchannel-Chatverläufe protokollwürdige Teile von Sitzungen? (Und ja, nicht alle Kollegen und Kolleginnen können gleich gut gleichzeitig Videokonferenz und Chatstream im Auge behalten. Gelegentlich wurde der Wunsch nach Regelung leise laut.)

Am Nachmittag dann noch Vorlesungsvideokonferenz, dann war aber auch mal gut. Frau Rau erschrak über mein schwarzgefärbtes fusseliges Ohr, grusliger noch als bei Rudy Giuliani – der aus einer Kiste herausgekramte Kopfhörer hatte sich unbemerkt am und ums Ohr herum aufgelöst.

Donnerstag: Schau genau! (Detektivarbeit)

Manche Klassen in Deutsch lassen sich etwas zu sehr von außertextlichen Hinweisen auf Interpretationspfade locken, oder geraten von selbst darauf. Ähnlich wie es im Internet Godwin’s Law gibt (im Verlauf längerer Diskussionen nähert sich mit zunehmender Länge die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einen Nazi-Vergleich einbringt, dem Wert Eins an), gibt es bei Gedichtinterpretationen die Regel, dass früher oder später das Gedicht als Warnung oder Nachwirkung des Nationalsozialismus verstanden wird. Ich warne explizit davor, aber manche sehen das vielleicht als Herausforderung, aus dem schlichten Blümchengedicht doch noch etwas mit Hitler zu ziehen.

Das war auch beim Werther-Ausschnitt im Schulbuch so. Die Schüler und Schülerinnen wissen, dass es eine Lotte gibt, und zack! wird der Text auf das Verliebtsein von Werther hin interpretiert. Dabei liegt der erst mal nur faul im Gras, von einer Frau oder Liebe ist da null die Rede.

Zu diesem Behufe, oder zum Üben dieses Behufes, oder zum Beheben dieses Behufes, habe ich am Donnerstag Detektiv spielen lassen. Die Schüler und Schülerinnen waren Profiler, die der Polizei helfen sollten bei der Suche nach einer bestimmten Person. Basis: Ein Textauszug, Fragment eines längeren Textes. Was können die Profiler über die Person sagen? Zu wenig ist schlecht, weil das der Polizei nicht viel hilft; übers Ziel hinausgeschossen ist schlecht, weil das die Polizei auf die falsche Fährte lockt. (Hitler?) So ist es ja bei jeder Analyse: Man muss schon schauen, was man zwischen den Zeilen erkennen kann, aber da nicht einfach irgendetwas herauslesen, was da nicht steht. Den Text vorzubereiten war Hausaufgabe, ich selber führte Protokoll beim Austausch darüber:

Protokoll
Profiler-Expertengremium
19.11.1820

Betreff: Gesuchte Person
Hinweise an die Polizei

Eigenschaften, Merkmale, Hinweise:

  • Wiederholungstäter (Diebstähle)
  • hat Deutsch gelernt von Gastgebern (?)
  • ist fremd hier, geflohen, untergeschlupft
  • ungebunden; hat keine Verwandten
  • zumindest manchmal egoistisch und gierig
  • Einzelgänger
  • entschlussfreudig, vllt???
  • Kind im Waisenhaus?
  • Selbstzweifel, weiß nicht, woher er kommt, keine Zukunft?
  • Alter: eher jung
  • Älteres Kind??
  • Junger Erwachsener oder älter?
  • Student?
  • sehr groß
  • scharfer Verstand
  • gebildet, liest gerne, studiert Texte [Plutarch, Werther]
  • schaut irgendwie komisch aus, hässlich
  • gegenwärtig nicht in fester Anstellung, kein fester Wohnsitz
  • hat Freunde
  • Jude?

(Im Originalprotokoll waren noch Zeilenangaben, weil ja alles belegt sein will, aber die bringen hier nichts.)

Gar nicht so schlecht. Manche Sachen sind unklar oder widersprüchlich, aber das passt schon auch gut zum Text.

Die Textvorlage – es geht darin um jemanden, der Goethes Werther für sich entdeckt und sich darin wiederfindet, das war der inhaltliche Anknüpfungspunkt – kann ich leider nicht abdrucken. In der gemeinfreien deutschen Übersetzung bei Gutenberg fehlt dieser Abschnitt nämlich, das 15. Kapitel ist einfach um ein, zwei Seiten kürzer. (Vermutlich ist es die Übersetzung der verbreiteten Ausgabe von 1831 und nicht der älteren, wenn auch nicht ursprünglichen, von 1818, was aber mit dieser Stelle nichts zu tun haben dürfte.) Kenner und Kennerinnen können den Text vielleicht so schon bereits identifizieren, ich schrieb auch schon mal davon.

Freitag: Vorlesetag

Heute war dann der bundesweite Vorlesetag. Da kommen bei uns sonst immer Externe an die Schule, ehemalige Lehrer und Lehrerinnen auch, und lesen vor. Diesmal ging das nicht. (Zumindest von Klett gab es Online-Vorgelesenes zum Download, nach Anmeldung.) Leider habe ich gar nicht daran gedacht, welche Möglichkeiten wir dank Videokonferenzlösung jetzt haben, und erst Frau Rau machte mich am Vortag darauf aufmerksam. Also am Donnerstag bei Twitter in die Runde gefragt, und schon bot eine waschechte Literaturwissenschaftlerin an, vorzulesen, und tat das auch, über Video, und beantwortete Fragen zu den Texten und zu Studium und Literaturwissenschaft und zu Uni und zu Doktorarbeiten, was halt so aus der Klasse kam. Das war schön. Eine Schülerin, die zu Hause geblieben war, sah von dort aus zu.

(Selber las ich kurz bei meiner 12. Klasse, aber das zog nicht so recht. Sehr erfolgreich dagegen in meiner 8. Klasse, in und auf Englisch, wo ich die Anfänge von Roddy Doyle, The Giggler Treatment und Neil Gaiman, Coraline präsentierte. Den Doyle vorzulesen macht wirklich selber sehr großes Vergnügen.)

Mildes Butter Chicken Curry

Das ist ein einfaches Curry, eher mild, aromatisch. Dauert länger zu machen, als man denkt, ist aber gar nicht kompliziert.

In einer Plastikschüssel mit Deckel:

  • 150 g griechischer Joghurt (10% Fett)
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Garam Masala
  • 1 EL Kurkuma
  • 1 EL Kreuzkümmel gemahlen
  • 2 Hühnerbrüste, in nicht zu kleine Stücke geschnitten

einige Stunden im Kühlschrank marinieren. Dann:

  • 2 Zwiebeln hacken und in
  • 3 EL Butterschmalz lange bei milder Hitze braten, so 15 Minuten lang
  • 2–3 Knochblauchzehen,
  • 2–3 EL fein gehackter Ingwer
  • 1 EL ganze Kreuzkümmelsamen,
  • 1 ganze Chilischote dazu und alles noch für 5 Minuten dabei lassen; soll aber nicht zu sehr anbraten, die Zwiebeln sollten hellbraun sein.

  • 1 Zimtstange,
  • 1 TL Salz
  • 2–3 Tomaten ohne Haut dazu geben (Tipp: einfach mit einer Reibe reiben, bis nur noch die Haut übrig ist, geht ganz einfach) und 15 Minuten sanft einköcheln lassen. Kurz vor Ende
  • 1 TL Zucker und
  • 1 TL Tomatenmark dazu:

Dann hinzugeben die Hühnerwürfel und die übrige Joghurtmarinade. Knapp 10 Minuten anbraten, dabei oft umrühren. Warum? Ich weiß es nicht. Ich habe das Rezept aus verschiedenen anderen zusammengebastelt und bin mir nicht bei allen Schritten sicher, ob die wichtig sind. (Salz zu anderem Zeitpunkt hinzufügen? Huhn gar nicht anbraten?)

  • 200 ml Hühnerbrühe dazu (etwa zwei Schöpflöffel)

und nicht ganz zugedeckt 30 Minuten sanft köcheln lassen. Am Ende ja nach Belieben ein oder zwei Esslöffel gemahlene Mandeln hinzu (mache ich nicht mehr) und 1/2 Becher Sahne. Eventuell auch ein ganzer, aber der Rest vielleicht erst am nächsten Tag beim Aufwärmen?

Mit Reis und gehacktem Koriandergrün servieren.

Iphigenie als Mem-Quelle

Angeregt durch einen epischen Twitter-Thread über die Lektüre von Moby Dick habe ich von meinem Deutschkurs verlangt, auch zu Iphigenie auf Tauris so etwas zu machen. Man sieht, was die Schüler und Schülerinnen umtreibt; ich habe natürlich gefragt, ob ich sie veröffentlichen darf.

(Zusammengebaut habe ich das, die Hintergrundbilder sind aus Wikimedia Commons.)

Moriturilyrik

Audioaufnahme:

Unten kann man mitlesen. Spaß und Husten gehabt während der Aufnahme. Ehrlich, beim Aufnehmen klang das total over the top, aber das Ergebnis selber klingt relativ zahm. Da hätte ich an einigen Stellen noch mehr aufdrehen können. Na, ich hab so schon den Monitor ziemlich vollgespuckt.

Der Unterschied zum Original ist natürlich der, dass Heinrich V mit in die Schlacht zieht, deshalb musste ich die vielen “wir” und “uns” im Text ersetzen; außerdem geht es bei Shakespeare nur um Männer, auch das passt nicht.

Zaghafte Lehrkraft: —— O hätten wir nun hier
Nur ein Zehntausend von des Landes Lehrern,
Das heut ohn Arbeit ist!

Das Ministerium: ————— Wer wünschte so?
Die kleine Lehrkraft? – Ach, nein, beste Lehrkraft:
Zum Tode ausersehn, seid ihr genug
Zu unsrer Bildung Schwund; und wenn ihr lebt,
Je kleinre Zahl, je größres Ehrenteil.
Wie Gott will! Wünsche nur nicht einen mehr!
Beim Zeus, ich habe keine Gier nach Gold
Noch frag ich, wer auf meine Kosten lebt;
Mich kränkts nicht, wenn sie meine Kleider tragen;
Mein Sinn steht nicht auf solche äußre Dinge:
Doch wenn es Sünde ist, nach Ehre geizen,
Bin ich das schuldigste Gemüt, das lebt.
Nein, Lehrkraft, wünsch mehr Lehrer nicht von mir;
Bei Gott! ich geb um meine beste Hoffnung
Nicht soviel Ehre weg, als ein Mann mehr
Euch würd entziehn. O wünsch nicht einen mehr!
Ruf lieber aus im Lande, Lehrkraft, du,
Dass jeder, der nicht Lust zu lehren hat,
Nur hinziehn mag; man stell ihm seinen Pass
Und stecke Reisegeld in seinen Beutel:
Ihr wollet nicht in des Gesellschaft sterben,
Der die Gemeinschaft scheut mit eurem Tode.
Das heutge Jahr heißt des Corona Jahr:
Der, so es überlebt und heim gelangt,
Wird auf den Sprung stehn, nennt man dieses Jahr,
Und sich beim Namen Covid 19 rühren.
Wer da am Leben bleibt und kommt zu Jahren,
Der gibt ein Fest am heilgen Abend jährlich
Und sagt: «Auf morgen ist Coronajahr!»
Streift dann den Ärmel auf, zeigt seine Narben
Und sagt: «Coronajahrs empfing ich die.»
Die Alten sind vergesslich; doch wenn alles
Vergessen ist, wird er sich noch erinnern
Mit manchem Zusatz, was in diesem Jahr er
Für Stunden hielt: dann werden eure Namen,
Geläufig seinem Mund wie Alltagsworte:
Herr Rau und Herr Mess, Tommdidomm, und Georg
Tobias, Rabenfroh, Againman, Zeiserl,
Bei ihren vollen Schalen frisch bedacht!
Von wack‘ren Eltern lernt das Kind die Märe,
Und nie von heute bis zum Schluss der Welt
Wird der Coronatag vorübergehn,
Dass man nicht euch dabei erwähnen sollte,
Euch wen’ge, wen‘ge, glückliche Geschwister:
Denn wer auch heut sein Blut für mich vergießt,
Der ist verschwistert, und der heutge Tag
Wird adeln seinen Stand (den Dienstgrad nicht).
In Ministerien des Staates Diener
Verfluchen einst, dass sie nicht hier gewesen,
Und werden kleinlaut, wenn nur jemand spricht,
Der mit euch lehrte im Coronajahr.

Originalübersetzung von August Wilhelm von Schlegel hier.

Ob es sinnvoll ist, die Schulen offen zu halten (mein Landkreis hat einen 7‑Tage-Wert von 240) und die Klassen nicht zu teilen, kann ich tatsächlich nicht beurteilen. Mulmig ist mir schon dabei, und zumindest geteilte Klassen hätte ich mir weiterhin gewünscht. Aber vielleicht ist die Wirksamkeit dieser Teilung auch nur Wunschdenken.

Kennengelernt habe ich die Szene über Henry V von und mit Kenneth Branagh. (Aber Data hat auch mal Henry V auf dem Holodeck gespielt.) Hier der Ausschnitt:

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Ein ähnliches Morituri-Gedicht ist “The Charge of the Light Brigade” von Tennyson, über die Schlacht bei Balaklava – Krimkrieg, Großbritannien gegen Russland, Kavallerie in einer militärisch aussichtslosen Aktion gegen Artillerie geschickt. Eklatante Fehlentscheidung, wohl schlichtweg Ignoranz oder Desinteresse oder halt ein Fehler; es ist viel darüber geschrieben worden. Sehr lebendig in der englischen Gedankenwelt, nicht zuletzt eben wegen des Gedichts von Tennyson (Wikipedia). “Cannon to the right of them, cannon to the left of them”, “All in the valley of Death rode the six hundred”.

Die Bilder stammen aus dem gleichnamigen Film, der Ton stammt aus dem Film-Soundtrack von Manfred Mann – aber gerade dieses Stück taucht im Film nicht auf, und vom ganzen Soundtrack gibt es bei imdb keine Spur, die nennen nur einige andere Lieder. Und auf Manfred-Mann-Discografien wird das Lied, da erste des Soundtracks, auch selten erwähnt. Kurios.

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Der Angriff der leichten Brigade fand übrigens an einem 25. Oktober statt, an St. Crispin, just wie Henrys Rede in Shakespeare (zur Schlacht von Azincourt). Um zwei Wochen verpasst.

Fußnote: Die Schlacht gab der englischen Sprache neben Balaklawa (Sturmhaube, Skimütze) auch den Cardigan (Strickjacke).

Vergleiche auch das Lied 5–4‑3–2‑1, ebenfalls von Manfred Mann: https://www.elyrics.net/read/m/manfred-mann-lyrics/5„4„3„2„1‑lyrics.html Und weitere Liedfassungen zu diesem historischen Ereignis gibt es natürlich auch.

Bei Wikipedia gesehen, dass es eine deutsche Nachdichtung von Theodor Fontane gibt, schau an:

Balaklawa

Der Angriff der Leichten Brigade

25. Oktober 1854
(Frei nach Alfred Tennyson)

»Eine halbe Meil’, eine halbe Meil’,
Auf Sattel und Schabracke,
Vor, in Sturmeseil’,
Vor, zur Attacke.
Zählt nicht der Kanonen Zahl,
Hinein, hinein ins Todestal …«
(Alle hören’s verwundert)
»Vorwärts, Leichte Brigade, vor« -
Und hinein ins Feuer- und Höllentor
Reiten die Sechshundert.

Leichte Brigade, der Siegespreis
Ist heute hoch, ist heute heiß,
Aber kein Murren, nicht laut, nicht leis,
Keines, obwohlen ein jeder weiß,
’s ward irgendwo geblundert -
Vorwärts; sie fragen und zagen nicht,
Vorwärts; sie wanken und schwanken nicht,
Vorwärts, gehorchen ist einzige Pflicht,
Ins Todestal,
In voller Zahl,
Reiten die Sechshundert.

Vorwärts! Kanonen rechts und links,
Kanonen in Front , gewärtig des Winks,
Selbst die Feinde sehen’s verwundert.
Schrapnell und Kartätschenschuss,
Todesgruß und Todeskuss,
Falle, was da fallen muss,
In den Höllenrachen, ins Todestal,
Noch voll in Zahl,
Reiten die Sechshundert.

Säbel heraus! Die Klingen fein
Blinken und blitzen im Sonnenschein,
Und die Leichte Brigade, nun ist sie hinein,
Fast über sich selber verwundert;
Ihre Säbel, in Rauch und Pulverqualm,
Singen manch einem den letzten Psalm,
Aber endlich, aus Qualm und Rauch
Und ermattet bis auf den letzten Hauch,
Abgejagt und abgehetzt,
Müssen sie rückwärts, rückwärts jetzt -
Nicht mehr Sechshundert.

Kanonen rechts, Kanonen links,
Kanonen im Rücken, gewärtig des Winks;
Verdoppelt jetzt Salv’ um Salve kracht,
Rückwärts, rückwärts wogt die Schlacht,
Und wen es aus dem Sattel schoss,
Den Reiter zertritt sein eigen Ross,
Das Fahnentuch mit flatterndem Band
Geht schon in dritt’ und vierte Hand,
Ist zerschossen und zerzundert,
Der Tod mäht rascher von Schritt zu Schritt,
Leichte Brigade, was bringst du noch mit?
Dein Siegesritt war ein Todesritt,
Ein Todesritt der Sechshundert.

Wird je verblassen euer Ruhm?
Nimmer. Ihr strahlt in Heldentum,
Und die Welt, sie staunt und wundert.
Hoch unsre Balaklawa-Schlacht,
Und die Leichte Brigade, die’s gemacht,
Hoch die Sechshundert!

Theodor Fontane

“’s ward irgendwo geblundert”, nun ja. Fontane mochte solche Themen, siehe auch “Das Trauerspiel von Afghanistan” um den ersten Anglo-Afghanischen Krieg und den Marsch von 3000 indischem Militärpersonal und 12000 britischen Zivilisten aus dem verlorenen Kabul, von denen einer allein das Ziel Dschalalabad erreichte. (Berühmtes Gemälde dazu.) Ich finde es schön, wie einfach damals noch Gedichte nachgedichtet werden könnten.

Berufsbild als Lehrkraft: So war das aber nicht bestellt

Modell 1: Gut und bewährt.

Das mit den Digitalisierungskonzepten an Schulen geht ja schon eine Weile, schon lang vor Covid19. Und damals, vor einem Jahr vielleicht, meinte ein Kollege, der tatsächlich pflichtgemäß, aber unenthusiastisch das Nötigste digital machte: er wolle das ganze nicht. Kein Mebis, kein Smartphone, keine Computer, kein digitales Sonstwas. So wie er seinen Unterricht gerne hätte, wie er ihn sich vorgestellt hatte, so wie er ihm am liebsten ist: als Märchenonkel und Erklärbär; ein Modus, wie er mir auch vertraut ist – lehrerzentriert, mit fachwissenschaftlich gut ausgebildeten Lehrern, mit Referaten und Aufträgen vielleicht, viel im Diskurs und Gespräch, sokratisch. Mit DVDs und CDs, das wohl schon, nehme ich an. Aber ohne Sprachlabor, ohne digitales Whiteboard, ohne Magnete, ohne Wörterbücher für Schüler und Schülerinnen, mit Tafel, mit Overheadprojektor. Diese Lehrkraft will den Schülern und Schülerinnen auch gar keine Medienkompetenz beibringen (und macht das halt, aus Pflichtgefühl), sondern Aspekte der Fachwissenschaft. (Dass diese Lehrkraft guten Fachunterricht macht, setze ich mal als gegeben.)

Modell 2: Hauptsache ausprobieren.

Am anderen Ende der Technikaffinität ist der digitale Hausmeister: Jongliert Mebis und Videokonferenzen, Padlets und Chatkanäle, gibt spontan WLAN frei und geteilte Dokumente, nimmt .odt ebenso an wie .docx oder .rtf oder dreht und wandelt .jpg in .pdf um.

Kleine Frage

Meine Frage: Wie viel Technik muss eine Lehrkraft können? Sollte es nicht einen technische Assistenz an einer Schule geben, die alle Technikfragen übernimmt?

Der Assistenz sagt man dann: Ich brauche einen Mebiskurs, den bitte einrichten, mit folgenden Abschnitten, und hier ist die Liste der Schüler und Schülerinnen, die sollen dann in den Kurs.

Der Assistenz sagt man dann: Hier eine Liste von Passwörtern für den Online-Wettbewerb, bitte allen im Kurs jeweils das passende zukommen lassen.

Der Assistenz sagt man dann: Hier der Dramenauszug, bitte schön formatieren entsprechend der Schul-Stilfibel, mit Versangaben am Rand, die Regieanweisungen bitte kursiv.

Der Assistenz sagt man dann: Hier diese acht Schüler und Schülerinnen sollen gemeinsam an einem Online-Dokument arbeiten, leg da mal was an und gib denen den Link. (So neulich geschehen, nur dass ich halt die Assistenz in diesen Fällen bin.)

Der Assistenz sagt man dann: Das hier bitte kopieren, DIN A 3 beidseitig.

Nicht lachen! Im Referendariat habe ich das noch erlebt, dass man Kopiervorlagen in eine Mappe in einem Raum legte, und am nächsten Morgen kriegte man dann die Kopien. Zugegeben, das waren auch keine Kopien, sondern Umdruck-Vervielfältigungen, aber auf einem relativ neuen Gerät.

Und was wäre so schlecht an diesem Modell? Es wäre vielleicht ineffizient, aber Ineffizienz würde unserer Gesellschaft vielleicht gut tun. Mehr Assistenz an den Schulen für Techniker, mehr Sekretariat, einen Portier, und die Lehrkräfte in Talaren wie in Eton… kann ich mir vorstellen.

Zugegeben: Mir bereitet das Gefühl der Selbstwirksamkeit Vergnügen, das ich durch den Umgang mit Werkzeugen erfahre. Aber das muss ja nicht allen so gehen.

Modell 3: So wie bisher, aber mit neuen Mitteln.

Unter wiederum anderen Lehrkräften an meiner Schule boomt gerade die Übertragung des Unterrichts per Video. (Wir haben zur Zeit A/B‑Wochen, in denen die eine Hälfte jeder Klasse zuhause bleibt und dort arbeitet – an Aufträgen, die verschiedene Formen annehmen können.) Die Gründe für diese Beliebtheit sind durchaus legitim: Man muss sich keine eigenen Aufträge für die Abwesenden einfallen lassen; und man muss an seinem – bewährten – Unterrichtsstil eventuell nicht viel ändern. Legitim ist das unter anderem, weil fast alle von uns ohnehin viel mehr arbeiten als sonst. Ich finde das dennoch etwas schade, weil jetzt eine Gelegenheit wäre, notgedrungen Neues auszuprobieren – Neues jenseits des neuen Kanals. Gelegentlich höre ich, die Schüler und Schülerinnen könnten nicht alleine anhand des Buches etwas lernen, und deshalb braucht es Videounterricht. Ich kann das nur für meine Fächer beurteilen, und da gibt es selbstverständlich viele Möglichkeiten, ohne Lehrkraft damit zu arbeiten. Gelegentlich höre ich, die Schüler und Schülerinnen mögen oder würden nicht alleine ohne Videounterricht etwas lernen. Das kann ich mir eher vorstellen, aber aus dieser selbstgewählten Hilflosigkeit sollten sie ohnehin heraus.

Ich weiß doch auch nicht, wo das hin will und soll. Deshalb habe ich auch davon Abstand genommen, die Wörter “agil”, “Mehrwert” oder “zeitgemäß” zu verwenden, von “Digitalität” ganzu schweigen; inzwischen ist man eh schon bei “post-digital”.

So etwas hätte ich schon gerne als ein Werkzeug unter vielen, und ich würde nicht hauptsächlich dieses verwenden, und das ist auch nicht, was wir aktuell am dringendsten brauchen.

Rückblick auf Kartoffelkiste KW43

Donnerstag: Salat aus Kombinats-Genossenschaftsanteil.
Freitagabend: Wurstsalat aus Rettich (Kombinat), Regensburger, roten Zwiebeln, Käse, einer kleinen grünen Paprika (Kombinat), Essiggürkchen, und der geheimen Zutat Essiggürkchensud. Danach Vanillepudding.

Samstagabend: Curry aus Rind, Zwiebel, Knoblauch, Ingwer; eine Quitte, die dringend weg musste, kam auch noch rein. Nichts aus der Kiste verwendet. Ursprünglich war wohl mal die Idee, ein Rindercurry mit grüner Paprika zu machen, aber dann lief das doch anders.

Sonntagabend: Heringssalat mit roter Bete und Apfel aus der Kiste, dazu Zwiebel, Dill, Essiggürkchen, Schmand.

Vom Rote-Bete-/Heringssalat habe ich drei Tage gegessen, vom Curry auch. Irgendwann war das aber auch durch und ich durfte wieder etwas Neues machen.

Dienstagabend: Karottenmatsch (aus der Kiste) mit Limettenjoghurt, eingelegten Zwiebeln und einem Pesto aus Pistazien, Koriandergrün, Frühlingszwiebeln. Überall viel Knoblauch dran. (Rezept hier.) Eine gute Idee, um viel Karotten loszuwerden.
Mittwochabend: Spaghettikürbis aus der Kartoffelkiste – dazu Parmesan, Butter, Frühlingszwiebeln, Salbei, Kondimente (die dann doch nicht gebraucht wurden).

Den Kürbis musste ich dann aber nicht mehr alleine essen.

Arbeitsauftrag Aufbau Internet, Klasse 7, jetzt ohne Magnete

In Informatik zeige ich immer noch den Mausfilm, der bei den Schülern und Schülerinnen inzwischen historisches Interesse weckt. (“Gibt es so etwas heute noch?” “Warum sind die Monitore so groß?”) Zur Folgestunde habe ich mir vor ein oder zwei Jahren diese Grafik gemacht, anhand derer ich Inhalte wiederhole oder sichere. Die wird an die Tafel projiziert, und dazu gibt es große beschriftete Kärtchen, und eine Schülerin oder mehrere kommen vor und heften die Kärtchen mit einem Magneten an die Tafel. Semi-enaktiv kann man das nennen.

Seit Anfang dieses Schuljahrs halte ich es aber so, dass die Schüler und Schülerinnen im Informatikunterricht zumindest meiner Jahrgangsstufen 6 und 7 grundsätzlich und ohne nachzufragen sich a) am System anmelden, b) sich bei Mebis anmelden, und c) schauen, mit welcher Aufgabe die Stunde oder Doppelstunde beginnt. Da steht dann auch jedesmal etwas – selten mal ein Lückentext, meist ein: lade eine Datei herunter, oder kopiere eine Datei aus dem Vorlagenverzeichnis in dein Verzeichnis, öffne sie, Arbeitsauftrag dazu, oder Aufgaben im Buch.

Das finde ich enorm praktisch: Die Klasse übt das mit den Passwörtern und Zugängen und das Arbeiten mit Mebis, und ich vorne habe Zeit mich zurechtzufinden und niemand muss warten, bis alle da sind und alle ihr Zeug haben und ich endlich “Guten Morgen zusammen” sagen kann. Das mit dem Gutenmorgensagen hole ich dann natürlich nach. Und diese Klasse wird mit Mebis arbeiten können in den Folgejahren.

Also mache ich auch nicht mehr das mit der Tafel und den Magneten. Die Schüler und Schülerinnen kriegen gleich die Vektorgrafikdatei zum Download, statt Papierkärtchen zu Verschieben gibt es verschiebbare Textelemente. (Manche davon sollen sie kopieren, wenn sie mehr als eines davon brauchen.) Alles so eingestellt, dass man nur verschieben und nicht versehentlich die Größe oder den Inhalt ändern kann beim Anpacken. Dann versuchen alle das alleine zu lösen. Das kann man dann virtuell-enaktiv nennen.

Vorlage:

Ergebnis am Ende:

Das sollen alle dann zuerst als pdf-Datei exportieren, und dann können sich alle das ausdrucken und ins Heft einkleben. Das alles dauert schon so vierzig Minuten, hauptsächlich weil der Umgang mit Software ziemlich unvertraut ist – das letzte Jahr ist lang her. Natürlich könnten sie gleich aus dem Dokument heraus drucken, aber sie sollen ja auch das mit dem Export kennenlernen. (Upload bei Mebis wäre natürlich auch noch gegangen.)

Kartoffelkiste KW 43 – meine letzte Woche alleine damit

Geplant:

  • Salat: wie immer gleich am Donnerstag
  • Rote Bete: mit den Äpfeln als Salat – mit Bismarckhering? (Freitag)
  • (Samstag: Irgendwas mit indischen Hülsenfrüchten und vielleicht Fleisch.)
  • Karotten: smashed carrots mit Limettenjoghurt und einem Pesto (Sonntag)
  • Paprika: nebenbei, oder mit dem Rettich: gehobelt, mit Käsewürfeln, vielleicht Regensburger-Scheiben als Wurstsalat? (Montag)
  • Spaghettikürbis: wartet eine Woche, bis Frau Rau wieder da ist

Ansonsten sehr geschäftige Woche, verständlicherweise. A/B‑Klassen, Deutsch-Schulaufgabe, Treffen hier, Technikberatung da. Freue mich sehr aufs Wochenende. Den Freitag nur halbwegs vorbereitet, aber rechtzeitiger Feierabend ist wichtiger als gute Vorbereitung.