Coraline: Das Spiel

Kurzfassung zur Erinnerung: Statt über die Englischlektüre Coraline von Neil Gaiman mit meiner 9. Klasse zu sprechen, programmiere ich mit der Klasse ein Textadventure dazu. Der Code ist von mir, die Beschreibungen der Räume und Objekte stammen weitgehend von den Schülern und Schülerinnen, die sich dazu aus aus dem Buch bedient haben. (Mehr Einzelheiten hier.)

Das Spiel ist jetzt zwar noch nicht ganz fertig, aber ziemlich weit gediehen (mehr als 22000 Wörter) und bis zu einem oder mehreren Enden spielbar. Das hat Lust auf mehr gemacht, ich sehe auch eine das Schulbuch begleitende Möglichkeit für meine 7. Klasse, und irgendwann wird sicher auch noch ein Aufsatz daraus und ein Beitrag für den Jahresbericht.

Das ist die Spielwelt:

Am Anfang habe ich Ideen für das Spiel über eine Mebis/Moodle-Datenbank eingesammelt, bin dann aber schnell zu einem cloudbasierten Dokument übergegangen mit Schreibberechtigung für mich und die Schüler und Schülerinnen. Dort habe ich mäßig agil eingetragen, welche Wünsche ich jeweils berücksichtigt habe und welche nicht oder noch nicht. Hier ein Auszug:

In einem weiteren Dokument sind alle Objekte aufgelistet. (Das Spiel besteht aus 20 Räumen und etwa 85 Objekten.) Die Objekte haben eine Beschreibung und eine andere Beschreibung, die für ihr Äquivalent in der Parallelwelt verwendet wird und die unheimlicher, schräger, grusliger ist als die ursprüngliche. Tatsächlich fehlen für 32 teilweise wichtige Objekte noch Beschreibungen – viele Objekte entstehen quasi nebenbei durch die Raumbeschreibungen. Wenn da eine Schülerin etwa zur Beschreibung des Kühlschranks schreibt:

It's a big white fridge with some postcards and one shopping list. (It's pretty empty. Time for mom to go shopping.)

- dann muss man quasi auch ein Postkarten- und ein Einkaufslistenobjekt anlegen, weil die Spielerin ja nach der Beschreibung erwarten wird, diese betrachten oder vielleicht gar nehmen zu können.

Ein drittes Dokument enthält mögliche Gesprächsthemen mit den Figuren im Spiele – Vater, Mutter, zwei Nachbarn, und deren andere Gegenstücke. Was sollen die Antworten, oder wie sollen sie sonst reagieren, wenn sie angesprochen werden auf bestimmte Themen? Das ist für die Lösung des Spiels nicht relevant, aber für das Spielvergnügen. Überhaupt sind es bei solchen Spielen gerade die Reaktionen auf Aktionen, die nicht zur Lösung des Spiels beitragen, die besonders reizvoll beim Spielen sind.

Im Lauf des Spiels kriegt man dann auch verschiedene Illustrationen zu sehen, die die Schüler und Schülerinnen erstellt und mir geschickt haben:

Das Spiel gibt es hier:

https://herr-rau.de/coraline

Im Moment ist dort eine Testversion veröffentlicht, die einige Schummelmöglichkeiten anbietet, und den ganzen Code kann man auch einsehen.

Was ich übers Spieleschreiben gelernt habe: Im Film oder Roman hat man eine spannende Szene im Kopf und lässt die Heldin in sie hineinstolpern oder “von selber” auf eine überraschende Idee kommen. Im Zauberer von Oz, dem alten Musical, gießt Dorothy versehentlich einen Eimer Wasser auf die böse Hexe und besiegt sie dadurch. Im Spiel muss man dafür sorgen, dass die Spielerin tatsächlich von selber auf diese Idee kommt – und Spielerinnen kommen notorisch immer genau nicht auf die Idee, die man als Entwickler im Kopf hat. Also muss man Hinweise geben, aber sacht, sonst ist das eben nicht “von selber”.

Ein anderes Beispiel: Im Buch geht Coraline mindestens zweimal schlafen. Klar, sie ist müde, aber die Nächte braucht es auch, um die Handlung voran zu treiben. Im Spiel… ist das bisher auch so. Aber ein Spieler wird nicht aus freien Stücken schlafen gehen, also braucht es Hinweise, und das ist dann Gängelung. Ich überlege noch, ob ich die zwei Nächte in eine packe.

Für ein Fazit ist es noch zu früh. Ich habe ja keine einzige Schülerin und keinen Schüler der Klasse seit Anfang es Projekts auch nur gesehen. Alle, die nicht ohnehin völlig abgetaucht sind, haben mitgearbeitet, manche mehr, manche weniger. (Es gab auch Aufgaben zum Buch, die nichts mit dem Spiel zu tun hatten.) Im Präsenzunterricht hätte ich mich anstrengen müssen, so viele Zeichnungen in digitaler Form zu erhalten und so viele Textbeiträge. Andererseits hätten wir bei gelegentlichen Treffen mehr gemeinsam planen und besprechen können. Dann wäre vielleicht doch eher ein begehbares Buch daraus geworden als ein relativ klassisches Spiel. (Es ist übrigens sehr, sehr einfach, aber wer mit dem Genre nicht vertraut ist, dem fällt es vermutlich schwer genug.) Unterricht zu Hause mit gelegentlichen Präsenztagen, das käme mir entgegen.

Letzte Wochen vor den Pfingstferien 2020 (Abitur, Rosen, Vögel, Pudding)

Abitur

Heute Abituraufsicht geführt, Englisch. Zum ersten Mal kam der Ton für die Hörverstehensaufgabe auch offiziell vom Stick, die letzten Jahre über bekam ich immer CDs, die ich dann für die Schule kopieren musste, weil es doch immer ein oder zwei mehr brauchte. – Warum ich die kopiert habe? Weil ich an dieser komischen Schnittstelle sitze zwischen “so alt, dass noch ein CD-Brenner im Haushalt vorhanden ist” und “so jung, dass ich weiß, wie man den bedient”.

Die Tonqualität ist bei uns so oder so gut, hoffe ich, da der Ton ohnehin über den Computer im Klassenzimmer und die fest eingebauten Boxen kommt.

Abiturverpflegung heutzutage:

Am Dienstag auch Aufsicht gehabt. Am Mittwoch bin ich für eine 45-Minuten-Stunde in die Schule gefahren, für 4 Schüler und Schülerinnen, die in Informatik in der 11. Klasse in Gruppen in praktischen Projekten arbeiten. Gruppenarbeit ist natürlich im Moment verboten. Ein bisschen Flexibilität wäre da schön, aber natürlich kann man in der Q11 bei halbierten Teilnehmerzahlen nicht auf jeden Kurs Rücksicht nehmen. Und doch…

Rosentag

Die Woche zuvor war Rosentag. Das erste nach dem Rosenfest letztes Jahr (ach, die Bilder; ach, die Erinnerungen, schöne und traurige). Kein großes Fest diesmal, nur ein feines kleines Abendessen am Vorabend, weil wir am eigentlichen Rosentag unterwegs waren.

Balkonvögel

Dazwischen sehr viel Vögel am Balkon. Oben die Meisen:

Oder Spechte (oder auch Kleiber):

Darunter warten dann immer die Buchfinken, die nicht an den Meisenknödel kommen, sondern die Brosamen aufpicken.

Die Meisen sind am penetrantesten, aber der Buchfink kann auch so richtig laut sein, wenn er will.

Und unter dem Meisenknödel lungern auch die Tauben herum. Kaum kommt der Specht und hängt sich oben hin, landet unten eine Taube. Manchmal erschreckt sich der Buchfink dabei, meist nicht, und viel zu selten verscheucht der Specht eine Taube. Aber es kommt vor.

Covid-19-Fall an der Schule

An der Schule hatten wir den ersten positiv getesten Covid-19-Fall, eine Lehrkraft. Ich darf das schreiben, weil das auch schon in der örtlichen Presse stand. Wenige Schüler und Schülerinnen waren Kontaktpersonen 2. Grades, alle negativ getestet. Es ist wirklich eine gute Idee, zu lüften und die Türen offen zu halten, kleine Gruppen zu bilden, und Masken zu tragen.

Ich war heute von 7:15 Uhr bis 11:30 Uhr an der Schule, ohne meine Maske ein einziges Mal abgenommen zu haben. Das haben nicht alle so gehalten.

Videokonferenzen

Das Kultusministerium bietet allen Schulen Microsoft Teams an. Wir kommen hoffentlich ohne aus. Wir haben Möglichkeiten zum kollaborativen Arbeiten, und der Sachaufwandsträger stellt uns Big Blue Button zur Verfügung – eine Videokonferenzlösung, die speziell für den Einsatz in der Lehre entwickelt worden ist. Baden Württemberg setzt gleich auf BBB statt Microsoft:

Steak and Kidney Pudding

Steak and Kidney Pie mache ich ja öfter mal (Fotos und Rezept), aber diesmal wollte ich einen pudding machen. Pudding ist im Englischen entweder der Nachtisch (egal in welcher Form), oder Teig, häufig gefüllt, der in einer Form im Wasserbad oder ‑dampf gegart wird (egal ob süß oder salzig).

Keine Bilder der Zubereitung, aber hier der fertige Pudding nach dem Garen im Wasserdampf:

Gestürzt:

Und hier angeschnitten:

Hält sich erfreulich stabil. Die Füllung besteht aus Rindfleisch und Rinderniere, etwas Zwiebel. Keine Pilze, keine Worcestershire-Sauce – nächstes Mal gibt es wieder Pie.

Unterricht von zu Hause aus

Später mal wieder dazu.

Erste Schulstunden und Mebis-Bericht

Mich tatsächlich gefreut, die Schüler und Schülerinnen zu sehen. Ich brauche wenig Menschen, und für den Unterricht in Informatik 11 brauche ich schon gleich gar keine Anwesenheit – jetzt ist Projektphase, da ließe sich sinnvoller gleich von zu Haus aus arbeiten. Und die vier Schüler von letzter Woche, nun ja, nicht sehr sinnvoll, aber Flexibilität ist schwierig in solchen Zeiten. Diese Woche waren es die anderen elf, und wieder ein paar Gesichter zu sehen, das war schon schön. Alle vier Wochen tät mir reichen, so mit blended learning statt Präsenz.

Heute dann Abitur, Eröffnung der Themen und Aufsicht. Viel Aufsicht, weil natürlich immer noch kein Normalbetrieb. Durchweg offene Fenster und Türen, sechs Schüler und Schülerinnen pro Raum. Die Themeneröffnung war besonders spannend, weil es die Ersatzthemen waren, die das Kultusministerium immer in der Hinterhand hat – die eigentlichen Themen waren unbrauchbar geworden, da bei einem Einbruch in einer Schule ein Satz gestohlen worden war.

Mebiskurse

Meine Mebiskurse sehen ungefähr so aus. Wir haben Klassenkurse, also zum Beispiel einen Kurs für die 7d, den sich alle Lehrkräfte teilen. Das hat Vor- und Nachteile, war aber vor allem für den Einstieg ein Segen. Aber so gibt es für jedes Fach nur einen Abschnitt – es sei denn, man arbeitet mit Unterabschnitten wie hier:

Da steht deshalb “Hallo Thomas”, weil an dieser Stelle im Text tatsächlich der Platzhalter {firstname} steht, der dann in der Ansicht durch den Vornamen der angemeldeten Benutzerin ersetzt wird. So werden alle persönlich angesprochen, dann fällt vielleicht eher auf, dass hier Wichtiges steht. Die aktuellsten Aufgaben stehen immer oben, alle Dateien beginnen mit KW und der Kalenderwoche, für die sie gedacht sind; das hilft vor allem auch mir, die Übersicht zu behalten. Für jede Woche gibt es eine Aufgabe als pdf-Datei, informiert wird man darüber über eine wöchentliche Nachricht im Forum (mit pdf-Datei im Anhang und Inhalt der pdf-Datei als Text), Abgegeben wird über das Aufgaben-Modul von Mebis. In anderen Jahrgangsstufen sind manchmal auch Forenbeiträge Hausaufgabe, oder Arbeiten an einem externen Dokument, oder hochzuladende Audiodateien; hier nicht. Audio- und Videodateien baue ich eher als Link ein, statt den eingebauten Player zu verwenden.

Richtig schön wäre es noch, wenn ich mich auf einheitliche Doppelpunktlichkeit und so einigen könnte. Und mal mit Klammern, mal ohne, mal mit Leerzeichen, mal ohne, das stört mich.

Rückmeldungen

Die Antworten hole ich alle auf einmal als Download ab. Was in Microsoft Word kommt, korrigiere ich in Word, nachdem ich mir vor einem Jahr für 35 Euro ein altes Officepaket 2016 zugelegt habe; was als .odt kommt, korrigiere ich in Libre Office. Die Kommentierungs-Verbesserungsmöglichkeiten in Word sind aus verschiedenen Gründen für den Schuleinsatz übrigens furchtbar. Und was als Foto vom Hefteintrag kommt – mir ist alles willkommen -, das wandle ich zu pdf um und beschreibe es mit dem Eingabestift in meinem Surface mit dem Program Drawboard. Das war beim Surface dabei, kostet ansonsten Geld, und ich kann damit ähnlich schwungvoll schreiben wie mit dem Füller.

Vertrauen und Kontrolle

In einer separaten Datei notiere ich mir, wer was erledigt hat, formlos, als Notizzettel – ein Tabellenkalkulationsdokument mit einem eigenen Blatt je Klasse. So sieht das dann aus:

Die Klasse ist nicht vollständig wiedergegeben, die Reihenfolge der Einträge ist geändert, ich kann gerne so tun, als wären das Zufallsdaten, und vielleicht sind sie das auch.

Mebis bietet zwar an, Aktivitäten als abgeschlossen zu markieren, aber das war mir zu mühsam, ich bin da ganz old school. Und ja, natürlich lässt sich mit den Aktivitäten in Mebis genau verfolgen, wer was gemacht hat, und ob pünktlich, und wie gut. Das kann zu zu viel Überwachung führen, und manche Kollegen nutzen das mehr und anders als ich. Auf Twitter wird schon wieder gemosert, dass das diese Art der Kontrolle nicht zeitgemäß ist (ein Schlagwort, das noch auf der Suche nach seiner Bedeutung ist) und viel mehr Freiheit und Selbstständigkeit der Schüler und Schülerinnen und blablabla.

Mache ich zu viel oder zu wenig?

Ich sehe zwei Obergrenzen für das, was ich tun sollte:

  1. Nicht mehr arbeiten, als ich kann.
    Insbesondere nicht mehr arbeiten als während der regulären Schulzeit. Ich bin mir sicher, dass viele Lehrkräfte jetzt sehr viel mehr Zeit und Arbeit in die Schule stecken als bisher. Gerade wer in Teilzeit ist, sollte sich da nicht selbst ausbeuten. Und wer krank ist oder sich um andere kümmern muss, dann geht das auch vor.
  2. Nicht mehr verlangen, als Schüler und Schülerinnen und Eltern erledigen können.

Diese Obergrenzen halte ich für wichtig. Ich sehe außerdem zwei Untergrenzen für das, was ich tun sollte:

  1. Mindestens so viel, wie ich muss. Ich muss in die Schule gehen und arbeiten, von zu Hause muss ich erst einmal gar nichts machen, was private Infrastruktur voraussetzt.
  2. Mindestens so viel, wie sich gehört… eine schwammige Untergrenze. Um es mit Kleists Marquise von O. zu sagen: “Durch diese schöne Anstrengung mit sich selbst bekannt gemacht, hob sie sich plötzlich, wie an ihrer eigenen Hand, aus der ganzen Tiefe, in welche das Schicksal sie herabgestürzt hatte, empor.” Die Lehrer und Lehrerinnen, die in den letzten Monaten wenig Klassen hatten, um die sie sich kümmen mussten, die haben die Zeit hoffentlich genutzt, sich zum Beispiel in Moodle richtig fit zu machen. Aber, wie gesagt: Ehrensache.

Großer Respekt für die vielen Lehrkräfte, die viel Zeit in Mebis stecken, selbst wenn am Anfang erst einmal wenig herauskommt. Es wird nach und nach immer mehr.

Zeit für Konsolidierung?

Zu diesem Zeitpunkt haben wir hier in Bayern seit siebeneinhalb Wochen keine keine Schule, zwei Wochen davon waren Osterferien. Seit eineinhalb Wochen wird die 12. und letzte Jahrgangsstufe unterrichtet (an anderen Schularten andere Jahrgänge), kommende Woche soll die 11. Jahrgangsstufe wieder Fuß fassen. Danach, aber so weit denke ich nicht, irgendwann mal 5. und 6., Pfingstferien, dann die anderen, ein bisschen. Regulären Unterricht kann ich mich nicht vorstellen.

Viele der letzten Wochen wurde mit Unterricht zu Hause verbracht. “Homeschooling” wird das oft genannt, aber das bedeutet etwas anderes, wie ich ja auch kein “Homeoffice” mache – dazu bräuchte es Geräte, die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden und eine arbeitsmedizinisch überprüfte Arbeitsplatzgestaltung, mindestens. Man redet nicht darüber, was Lehrer und Lehrerinnen zu Hause eigentlich tun müssen, und auch nicht darüber, was Schüler und Schülerinnen eigentlich müssen – die Schule unterbreitet, irgendwie, ein Lernangebot, und das Kultusministerium freut sich, wenn es angenommen wird.

Nicht alle freuen sich auf den kommenden Präsenzunterricht, den ich selber mehr als eine Art “Schule spielen” sehe und der Ressourcen aus anderen Bereichen abzieht:

Maximilian Buddenbohm (Hamburg) hat Sohn II befragt, wie er sich die Schule in Zukunft wünschen würde, ganz ohne Corona:

Eine Expertenmeinung
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Meine Zusammenfassung: Ein bisschen Präsenzzeit in der Schule, in kleinen Gruppen, um nachfragen zu können und vor allem Freunde zu treffen, und das eigentliche Arbeiten zu Hause erledigen – freie Zeiteinteilung, schöner Arbeitsplatz, Ruhe. (Für die mit Arbeitsplatz und Ruhe, jedenfalls.) Auch hier keine Sehnsucht nach der alten Schule.

Im Moment läuft also gemischter Unterricht zu Hause, mit gemischtem Erfolg und zu zu gemischter Zufriedenheit. Die Kollegen steigen langsam in Mebis/Moodle um, vom “Forum” als anfänglichem Mittel zum Stellen und Einsammeln von Aufgaben hin zur Aktivtät “Aufgabe”. Das ist für Schülerinnern und Schüler einen Tick aufwendiger, erleichtert aber die Arbeit beim Verwalten und Korrigieren sehr, und auch die Gefahr von verloren gehenden Nachrichten ist geringer. Aber die Schüler und Schülerinnen gewinnen auch etwas mehr Sicherheit, und die Ansprüche steigen. “Bitte nicht als .docx.” “Bitte nicht so viele Nachrichten.” “Wir möchten ein Erklärvideo zu…” “Können Sie das nicht so machen wie Frau…?”

Eine schöne und schwierige Sache, aus verschiedenen Gründen. Sagen wir: Ich wünsche mir als Lehrkraft dringend, auf Probleme angesprochen zu werden; um die Lösungen möchte ich mich dann selber kümmern. Bei unverlangt eingesandten Lösungsvorschlägen sind Lehrkräfte empfindlich.

Viele Eltern wünschen sich wohl übersichtlichere Kurse. Jedenfalls hat auch das Mebis-Team eine neue Präsentation oder Anleitung veröffentlicht mit dem Schwerpunkt: Wie kriegen die Schüler und Schülerinnen mit, dass es etwas Neues zu tun gibt und was sie tun sollen? Hier der Link:

Lernplattform – Auf neue Inhalte hinweisen
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Ich denke jedenfalls, dass man nach einer Phase des ersten Arbeitsn mit Mebis daran gehen sollte, besser mit Mebis zu arbeiten. Und das heißt auch, da kann ich die Eltern verstehen, einheitlicher. Aber der Föderalismus ist stark in Bayern und tief in einem Kollegium verwurzelt. Mal sehen, ob da etwas geht.

Es gibt unter Brechts sehr geschätzten Geschichten vom Herrn Keuner eine, die “Zwei Fahrer” heißt. Da geht es um zwei Autofahrer, den einen, der geschickt fährt, sich an die Regeln hält, und “vorsichtig und kühn” den besten Weg zwischen den anderen Verkegrsteilnehmern findet. Der andere fährt dagegen gedanklich mit den anderen Wagen um sich herum mit, ohne den schnellsten Weg für sich zu wählen, “mit einem ständigen Vergnügen an dem Vorwärtskommen aller Wägen und der Fußgänger dazu.”

Solche unterschiedlichen Fahrer gibt es auch in einem Kollegium. Einige verkriechen sich vielleicht ganz, weil sie überfordert sind – das verstehe ich. Viele lernen dazu, manche langsamer, manche schneller – völlig okay. Andere machen ihr eigenes Ding, vielleicht auch erfolgreich, aber sie positionieren sich dabei stets so, dass sie gar nicht in die Lage kommen, von anderen um Hilfe gebeten zu werden. Da wird mein Hals deutlich dicker.

Und mein Sabbatjahr ist genehmigt! Das Schuljahr 2022/23 wird ohne mich stattfinden. Ich bin schon sehr gespannt. Nein, keine Pläne; bisschen Urlaub mit Frau Rau, ansonsten Lesezeichen und Festplatte. sortieren.

Synology-NAS in der Schule

Ich habe ja selber ein kleines NAS zu Hause (Blogeintrag). Aber so etwas gibt es auch in groß, etwa für eine ganze Schule. Das ist dann ein relativ leistungsfähiger Rechner mit großer Festplatte und geeigneter Software darauf, auf den gleichzeitig viele Benutzer über verschiedene Internetprotokolle – insbesondere https, also mit einem Browser – zugreifen können. Man könnte auch Cloud dazu sagen, es ist zumindest ein Wölkchen. Zuerst könnte das weite Teile sonstiger schulischer Infrastruktur ergänzen, später vielleicht sogar ersetzen.

DiskStation Manager DSM: Das zentrale Browser-Desktop

Im Browser sieht das für den angemeldeten Benutzer aus wie ein Desktop, den man aus verschiedenen Betriebssystemen kennt – Icons, die man verteilen kann, ein Menü, Fenster, die auf- und zugehen, darunter ein Datei-Explorer (heißt hier: File Station), der einem zeigt, was es für Verzeichnisse und Dateien gibt. In der Systemsteuerung kann man natürlich festlegen, welche Benutzer und Benutzergruppen Zugang auf welche Verzeichniss haben sollen.

Module und Apps dafür

Es gibt eine Auswahl an Programmen, die auf dem Server installiert werden können, und die jeweils den Benutzern verschiedene Dienste anbieten. Für viele der Anwendungen gibt es separate Apps für Windows, zum Beispiel, so dass man etwa für den Chat nicht im Browserfenster arbeiten muss, oder es gibt eigene Smartphone-Apps dafür.

Hier stelle ich einige der Module der Synology-Cloud vor.

File Station

Das ist das Äquivalent zum Windows-Explorer oder Finder. Braucht man grundsätzlich. Es gibt eine eigene Smartphone-App dafür. Sinnvollerweise ist das so eingestellt, dass man nur die Verzeichnisse sieht, für die man zumindest Leseberechtigung hat. Als App ist das gar nicht so wichtig.

Drive & Office

Zusammen ist das quasi so etwas wie Google Drive: Man kann Dokumente erstellen und im Browser bearbeiten (Tabellenkalkulation, Text, Präsentation). Die App ist nur mäßig hilfreich, sie bietet einen für User übersichtlicheren Zugang als die File-App und ist auf das eigene Drive-Unterverzeichnis beschränkt, in dem die Drive-Dokumente gespeichert sind. Man kann die Dokumente in der App betrachten, zum Bearbeiten muss man aber in einen Browser. Das Wichtige an diesem Modul ist die Möglichkeit, alleine oder öffentlich oder für bestimmte Nutzer oder Gruppen freigegeben an diesen Dokumenten zu arbeiten.

Einsatz in der Schule: Offensichtlich die Arbeit an und Präsentation von Dokumenten in Klassen und unter Schülern und Schülerinnen und Lehrkräften. Außerdem einfache Uploadmöglichkeit vom Handy – einfach an Drive schicken, und schon ist die Datei hochgeladen.

Wenn man ein Dokument übrigens öffentlich freigibt und einen Gast kommentieren lässt, dann macht ein Chatbot eine Konversation mit einem auf und informiert darüber.

Chat

Das ist so eine Art Mini-WhatsApp. Auch dafür gibt es eine App sowie einen Desktop-Client, aber man das Modul natürlich auch im Browser nutzen. Die App ist am praktischsten. Es gibt Konversationen, das sind Chats zwischen einer kleinen Zahl von Personen, und Kanäle, für die Kommunikation innerhalber größeren Gruppen. Nach der Installation gibt es zwei vom System erzeugte Kanäle, “Allgemein” und “Zufällig” (vielleicht schlecht übersetzt für “Random” im Sinn von “Beliebiges”).

Konversationen und Kanäle können privat sein, dann kann man ihnen nur per Einladung beitreten, einzelne User oder Gruppen. Allerdings kann das dann jeder in der Konversation oder dem Kanal, es gibt keine ausgezeichneten Administratoren mit mehr Rechten. Auch löschen kann jedes Mitglied den Kanal – ausgenommen die beiden Systemkanäle. Zu klären: Kann man weitere Sytemkanäle anlegen? Alle Gespräche können verschlüsselt werden, so dass nicht einmal die Admins sie lesen können; für die Schule ist das aber nicht sinnvoll, da das ohnehin nur zu schulischen Zwecken verwendet werden darf.

Interessante Optionen: Automatische Löschung von Chats nach einer bestimmten Zeitspanne. Chatbots und Makros. Was fehlt: Bestimmte Kanäle nur bestimmten Gruppen zugänglich machen.

Einsatz in der Schule: Mal schauen. Man muss Vertrauen in Schüler und Schülerinnen haben und kann einzelne bei Missbrauch vom Benutzen ausschließen. Auf Klassenfahrten und Wandertagen kann man so Kontakt halten. Auf Wunsch und bei Bedarf kann man für einzelne Kurse oder Klassen vielleicht einen Chat anlegen? Oder Kommunikation unter Lehrkräften? Ich nutze ja WhatsApp so gut wie nicht, aber solange meine Kollegen und Kolleginnen nicht bei Twitter sind, könnte ich mich mit dem Chat anfreunden.

Video Station

Man legt dazu Videodateien ab, standardmäßig im nicht öffentlich zugänglichen Ordner “video”, mit beliebigen Unterordner. Als Admin legt man dann in der Video Station sogenannte “Bibliotheken” an. Je Bibliothek gibt man exakt 1 Ordner samt aller Unterverzeichnisse frei – man wird also entweder eine Bibliothek “Lehrfilme” anlegen, die auf einen Ordner mit Englisch‑, Deutsch‑, Informatikverzeichnissen darin verweist, oder man wird je 1 Bibliothek für Deutsch, Englisch, Informatik anlegen, jeweils auf 1 Verzeichnis verweisend. Kombinieren der Methoden geht nicht. Diese Bibliotheken kann ich auf einzelne Usern oder Usergruppen begrenzen.

Wenn die Bibliothek erst einmal da ist, kann man sie nach den Festplatten-Ordnern sortiert durchsuchen und jeder Nutzer kann sich Wiedergabelisten anlegen. Als Admin kann ich eine Wiedergabelisten öffentlich freigeben, das sehen die anderen User zwar nicht, aber wenn man den Link dazu verteilt, kann jeder das anschauen, auch ohne Systemanmeldung.

Verschlagwortung gibt es keine, also auch keine Tags für Jahr oder Genre und so weiter.

Einsatz in der Schule: Vieles von dem, was man nicht bei Youtube findet oder nicht dort hochladen und Klassen zur Verfügung stellen möchte, kann man hier auf den eigenen Server stellen. Ob das so viel sein wird? Wenn man Bibliotheken nur eingeschränkten Gruppen zugänglich machen möchte, wie es bei urheberrechtlich geschütztem Material manchmal nötig ist, muss man für jede Gruppe 1 Bibliothek und damit 1 separates Verzeichnis mit Dateien darin anlegen. Trotzdem eine schöne Möglichkeit, mit der App schnell aus einem Sortiment an Filmen auswählen zu können – und von dort aus auch an andere Quellen zu schicken.

Audio Station

Das funktioniert ein bisschen anders als die Video Station. Es gibt wieder ein Verzeichnis (am besten nicht öffentlich zugänglich) mit Audiodateien darin, in beliebigen Unterverzeichnissen. Sämtliche Dateien darin werden automatisch indiziert und über die Station zur Verfügung gestellt, es gibt also keine Bibliotheken. Die Dateien sind durchsuchbar nach Interpret, Genre, Komponist, Album und auch nach dem tatsächlichen Verzeichnis, in dem sie sich befinden.

Man kann auch Radiosender hören, auch benutzerdefinierte – etwa das irische RTÉ Radio 1 (Streamadresse: http://av.rasset.ie/av/live/radio/radio1.m3u). Leider kann jeder User diese benutzerdefinierten Sender ändern oder löschen.

Alle User können für sich selber Wiedergabelisten erstellen, alle User können Wiedergabelisten für andere sichtbar machen, die sie dann benutzen, aber nicht verändern können.

Einsatz in der Schule: Die Lehrkräfte bzw. Admins laden Dateien in eine sinnvolle Verzeichnisstruktur hoch und sorgen dafür, dass die ordentlich verschlagwortet sind. Dazu autorisierte User – Lehrer und Lehrerinnen – können außerdem für alle einsehbare Wiedergabelisten erstellen. Beschränkungen auf bestimmte Gruppen sind nicht möglich. Lehrkräfte können zusätzliche Radiosender hinzufügen, damit die Schüler und Schülerinnen sie nicht selber anlegen müssen – die können zwar alle anderen löschen, aber wenn man sie in eine Gruppen-Wiedergabeliste packt, bleiben sie dort erhalten (lassen sich aber nicht mehr editieren).

LDAP

Von diesem Modul kriegt man als User nicht viel mit. Aber es ermöglicht – für die Systembetreuung – die Synchronisierung mit bestehenden Benutzerkonten und ‑gruppen, sprich: Die Anmeldung etwa am bisherigen Schulsystem.

Note

Ermöglichst Notizen und To-do-Listen. App dazu. Weiß noch nicht, was ich damit anfangen würde, es ist halt eine Notizapp neben weiteren.

GitLab

Dieses Modul habe ich noch nicht in Aktion gesehen, klingt aber vielversprechend – letztlich eine Github-Alternative, mit Git und Wiki und Issue-Tracking. Datenschutzrechtlich saubere Lösung für den Informatikunterricht. Ist leider schwieriger zu installieren als reguläre Module; es läuft bei uns noch nicht.

Weitere Module

Unter anderem: Medienserver, iTunes Server, VPN-Server, Discourse, Kalender, Mailserver.

Ausblick

Wie wird so eine Cloud damit klarkommen, wenn eine ganze Schule daran hängt? Eine Schule im Nachbarlandkreis hat’s vorgemacht, ich weiß von einer weiteren in der Schweiz, die das nutzt. Man braucht vermutlich eine ordentliche Internetanbindung der Schule.

Datenschutzrechtlich ist das eine saubere Lösung, da der Server in der Schule selber steht und dem Datenschutzbeauftragten dessen Sicherheit leichter erklärt werden kann.

Erster kleiner Schultag nach den Schulschließungen

Am Sonntag Yoga gemacht, und das ich! Also, ungewöhnlich eigentlich wegen der Bewegung, mit Buddhismus habe ich mich ja tatsächlich ein bisschen beschäftigt, udn weiß aus dieser Ecke ein bisschen was darüber. Aber ich hatte die zwei Nächte davor unruhig geschlafen, und am Freitag tagsüber war ich sehr erschöpft. Die letzten Wochen haben mich dann doch mehr angestrengt, als ich dachte.

(Das mit dem Yoga fing schon schwer an. Auf den Boden auf die Matte setzen, eigentlich in irgendeiner Position, Hauptsache bequem. Au, au, au, irgendwas zwickt immer.)

Danach habe ich wie schon am Samstag allen Schülern und Schülerinnen hinterhertelefoniert, die sich nicht pünktlich gemeldet hatten, egal ob mit der Wochenaufgabe oder einer kurzen Notiz, dass es aus welchen Gründen auch immer eben keine gibt. Aber melden müssen sie sich, und daran sollen sie sich gewöhnen.

Montagmorgen dann eine Runde gelaufen, danach Videosprechstunde mit der 7. Klasse, in der ich Klassleitung bin. Es waren nur ein paar da, bisschen geplaudert; es war nicht das erste solche Gespräch und gab nicht viel zu bereden. Danach fast zum ersten Mal seit sechs Wochen in die Schule gefahren. Insgesamt wieder putzmunter, keine Spur mehr der Schwäche vom Wochenende.

In Bayern müssen in dieser Woche nur die Abschlussklassen in die Schule, bei uns sind das die Kurse der 12. Jahrgangsstufe. Dabei sollen besondere Sicherheitsregeln beachtet werden. Das kann ungeschickt laufen, wenn das in diesem Twitter-Thread stimmt:

Bei uns lief das deutlich besser ab; eine Arbeitsgruppe hat sich gekümmert. Es gibt einen geänderten Stundenplan mit geänderten Räumen, mehrere separate Eingänge für die verschiedenen Kurs, abgesperrte Wege, und für alle eine Toilettenkarte: Die legt man auf einen der beiden vorbereiteten Teller vor jeder Toilette, sofern einer frei ist; ansonsten muss man warten. Beim gehen nimmt jeder die eigene Karte wieder mit. (Semaphoren, schon wieder?)

Es gab Masken für alle Lehrkräfte in den Fächern, manche in dunklem Himmelblau, andere in chirurgischem Grün. Eine Kollegin war mit ihrem Grün unzufrieden, so dass ich die Gelegenheit zum Tausch ergriff, weil dieses Grün doch viel cooler ist.

Es gibt keine Pausen im Pausenhof, stattdessen gehen die Schüler und Schülerinnen direkt von Klassenzimmer zu Klassenzimmer; Lehrkräfte stehen als Ordner in den Gängen. Auch in den Klassenzimmern ist ständig eine Lehrkraft und achtet auf Abstand; die Pausen werden im Klassenzimmer verbracht, Wurstbrot und alles.

Und doch… selbst mit Einzeltischen sind 16–17 Leute in einem Zimmer schon recht voll. Alle waren gut gelaunt und disziplinert, Masken hatten alle – für die Gänge, nicht fürs Klassenzimmer.

Ich habe seit sechs Wochen zum ersten Mal wieder Leute gehört, die durcheinander reden! Bei Videokonferenzen geht das ja schlechter, als man es gewöhnt ist, und gewöhnt es sich so vielleicht ein bisschen ab; jedenfalls geht es mir so.

Die Stimmung war gut, die Schüler und Schülerinnen wirkten entspannt. Wir haben Haarschnitte verglichen, Formalitäten geklärt, weiteres Vorgehen besprochen: Ich habe allen dringend empfohlen, zur zweiten Sitzung diese Woche nicht zu kommen. Weil, wozu? Unterricht werde ich nicht machen, vielleicht Fragen klären, aber alles andere kann für mein Fach (Deutsch) von zu Hause laufen. Ja, die letzte Lektüre kommt zu kurz, wir machen fast gar nichts damit; auch kein Problem.

(Mal sehen, wie das in der nächsten Zeit mit der 11. Klasse in Informatik wird. Da fehlt noch eine Klausurnote, aber mit dem Stoff sind wir durch, die letzten Reste haben wir in den letzten Wochen gemacht. Ab jetzt ist nur noch Programmierprojekt in Kleingruppen, und in der Softwareentwicklung werden ohnehin viele digitale Werkzeuge zur Zusammenarbeit eingesetzt. Da ist Arbeiten von zu Hause aus auch aus fachlicher Sicht sinnvoller als Präsenzunterricht.)

Ein bisschen viel, ist es nicht

Mir geht es wirklich sehr, sehr gut. Ich war immer schon privilegiert: bildungsbürgerlicher Hintergrund, zwar weder Abitur noch gar Studium in der Familie, eher Hauptschulabschluss als Realschule, aber liebevolle und kluge und sehr weltoffene Eltern, die mir sehr viel von der Welt zeigten und mir ermöglichten, sehr viel von der Welt selbst zu entdecken. Außerdem hatte ich es von Temperament und Neigung her leicht in der Schule, im Studium, im Beruf, und hatte obendrein stets viel Glück.

Auch jetzt bin ich privilegiert, aus so vielen Gründen. Auch jetzt geht es mir gut. Darf ich trotzdem etwas jammern? Das war zumindest meine Motivation zu diesem Blogeintrag, inzwischen fürchte ich, es läuft eher auf Herumangebern heraus als Jammern, aber soll sein, soll sein.

Im Vergleich zu Leute, die wirklich etwas zu tun haben, etwa der beeindruckenden Frau Novemberregen, verbringe ich den Tag voller Muße. Aber für einen mittelalten bayerischen Beamten ist das viel, was heute alles los war:

  • Videogespräch mit Uni (mit Zoom, weil ich mit Jitsi schon genug Erfahrung habe; das einfarbige T‑Shirt und Greenscreen genutzt, um die anderen zu verwirren)
  • Baked Beans nach einem Rezept von Yotam Ottolenghi aufgesetzt
  • Videogespräch mit meiner Unterstufen-Klasse, nur mal so zum Ausprobieren (etwa die Hälfte dabei, ein paar leider technische Schwierigkeiten; ging allen gut, haben genug zu tun)
  • Baked Beans zu Ende gemacht, Brot aufgetaut, gegessen
  • Fahrrad vom Reparieren geholt
  • Blumen gegossen
  • Spülmaschine ausgeräumt
  • Mail: den Klassenelternsprecherinnen Feedback auf Klassenfeedback gegeben (zu forsch gewesen?)
  • Elternbeirat Feedback gegeben, aber nur kurz und vorläufig
  • Elterntelefonat
  • ganz kurz mit einem Journalisten korrespondiert und elefoniert (Ciffi)
  • die wöchentliche Kartoffelkiste geholt
  • Eltern angerufen, deren Kind laut Kollegin Probleme mit Mebis hat, gefragt, ob ich deren Account übernehmen kann, um das aus Schülerinnensicht zu sehen, ging dann auch, erledigt, zurückgemailt
  • Homepage aktualisiert
  • Videogespräch: Uni
  • Versucht, Kollegen zu erreichen, wegen Sache; mache mir Sorgen, werde es morgen noch einmal versuchen
  • überlegt, einem überforderten Kollegen eine Klasse abzunehmen; hätte da schöne Idee, was ich spontan in den kommenden drei Wochen ohne allzu viel Aufwand Schönes machen könnte
  • Videogespräch: Kollegin
  • Sporadisch Twitter gelesen, nach und nach Feedreader abgearbeitet; Guardian, Independent und Slat gelesen
  • E‑Mails empfangen: um die 100, versendet nur um die 15. Nicht gezählt die Nachrichten bei Mebis, da habe ich keinen Überblick. 15 Nachrichten im schulinternen Portal abgesetzt, wie viel gekriegt, weiß ich nicht, weil ich die nach Erledigung immer gleich lösche.

Tag davor ähnlich, nur ohne mitzählen. (Vier Videokonferenzen, das weiß ich noch.) Das klingt jetzt gar nicht nach so viel, aber irgendwie war’s das schon. Vielleicht habe ich etwas vergessen?

An sich stelle ich mir meinen Workflow so vor, jedenfalls so lange es jedenfalls keinen Video-Präsenzunterricht gibt: Am Wochenende erstelle ich Aufgaben für die Woche, die ich am Sonntagabend online stelle. Im Lauf der Woche korrigiere ich die Arbeiten der Vorwoche und halte Online-Sprechstunden.

Aber da kommt halt immer etwas dazwischen, und nächste Woche soll ich wieder die Q12 in Deutsch unterrichten. Mache ich ja auch, obwohl es die nicht nötig haben: In Deutsch werden Kompetenzen gelehrt, nämlich der Umgang mit unbekannten Texten auf Basis eines breiten Wissens – ob da ein Text mehr oder weniger gelesen wurde, eine Epoche intensiver oder weniger intensiv behandelt wurde, ist für die Abiturprüfungen nicht wichtig. Anders ist das bei Mathematik, wo es wohl kaum Übertragungen gibt und bis kurz vor dem Abitur neuer Stoff prüfungsrelevant ist – das ist eben kein komptenzorientiertes Fach, und deswegen haben die das ja auch erfunden mit der Kompetenzorientierung und uns anderen aufgehalts.

Apropos Hals: Mich geärgert über Kollegen und Kolleginnen, die wahrscheinlich souverän ihr eigenes Ding machen, aber nicht sichtbar in Erscheinung treten und auch andere Kanäle als die gemeinsam genutzten verwenden. Ist schon recht so, aber die fallen halt schon mal als potentiell Helfende für andere aus, so dass vielleicht einen Tick mehr Anrufe bei mir landen als nötig. Aber wer weiß, die tun sicher anderswo Gutes.

Nachtrag: Ich möchte den Begriff der “Herdenintelligenz” einführen, falls es den noch nicht gibt, und der etwas ganz anderes bezeichnet als Schwarmintelligenz. Nämlich: Wenn in einer Gruppe ein Werkzeug weit genug verbreitet ist, dann tun sich alle damit leichter.

Osterferien 2020, zweite Woche

In der ersten Woche hatte ich die üblichen Ferienarbeiten: Eine Klausur zu Ende korrigieren (zugegeben, Uni, nicht Schule), einen Test korrigieren (12. Klasse). Aber keine Aufsätze zu korrigieren und keine anderen Prüfungen. So muss das als Nicht-Sprachen-Lehrer immer sein.

Aber ich habe natürlich sonst viel für die Schule vorbereitet, Videokonferenzen mit Kollegen ausprobiert und Sachen besprochen. Das hier ist aber die Videokonferenz zum sehr traditionellen Osterfrühstück von Frau Rau in vier Wohnungen mit elf Beteiligten und einem Besucher draußen im Garten, durch geschlossene Tür hereinwinkend. – Rote Bete mit Meerrettich als Beilage zu Wurst und Schinken, hier sehr wichtig.

Außerdem noch eine Videokonferenz mit Freunden, zu denen als Überraschung auch ein alter Freund aus den USA stieß und von dort berichtete.

Irgendwann habe ich auch Ensaladilla gemacht, also ensaladilla rusa – russischer Salat. Das gibt es in wohl jeder spanischen Bar als ración. Kartoffeln und Mayonnaise (selbst gemacht), dazu Karotten, Steckrübe, als gewürfelt und separat gekocht, mit Thunfisch und Erbsen für die Farbe. Sicherheitshalber noch etwas mehr Mayonnaise (aus dem Glas). Dekoriert mit Dosenspargel und Streifen gebratener, eingelegter Paprika. Ist sehr lecker.

Das Bein vom Zicklein, vor drei Wochen eingefroren, zubereitet mit restlichem Kombinatsgemüse und dem Steckrübenrest. Zweieinhalb Stunden bei 140 Grad, hätte noch etwas länger drin bleiben können, vielleicht.

Beim Einkaufen das hier gesehen und an ein Konzept aus der Informatik gedacht:

Das Konzept heißt “Semaphor”. Den braucht man, wenn verschiedene Programme (“Prozesse”) gleichzeitig ablaufen oder quasi-gleichzeitig, also abwechselnd mal beim einen eine Code-Zeile, dann beim anderen, und so weiter. Man weiß nie, wann wer dran ist und sollte stets damit rechnen, dass das im schlimmsten möglichen Moment geschieht. Das kann eigentlich immer sein, wenn beide auf einen gemeinsamen gemerkten Wert zugreifen, etwa einen Kontostand: Wenn der eine Prozess etwas einzahlt oder abhebt, und der andere das quasi-gleichzeitig macht, können die sich so in die Quere kommen, dass der Kontostand am Ende falsch ist.

Die Lösung: Es darf immer nur ein Prozess gleichzeitig ans Konto, oder wenn es statt eines Kontos ein Aufzug für bis zu 4 Personen ist: es dürfen immer nur maximal 4 gleichzeitig in den Aufzug. Wie ein Semaphor genau funktioniert, ist hier nicht wichtig, aber man kann sich das so vorstellen, dass vor dem Konto 1 gelbes Steinchen liegt, oder vor dem Aufzug 4 grüne Steinchen liegen. Wer’s benutzen will, nimmt sich ein Steinchen und legt es nach der Benutzung wieder zurück, wenn kein Steinchen da ist, muss man warten. Mit so etwas arbeitet man in der 12. Klasse in Informatik. Und so funktioniert das im Supermarkt auch mit den Einkaufswagen. (Kann man auch mit Toilettenschlüssel oder mit Spielecken-Zugang im Kindergarten, oder dem Muschelhorn in Herr der Fliegen erklären.)

Kartoffel-Apfel-Kuchen, irisch oder walisisch: Den habe ich aus einer Art Küchengeschichte Großbritanniens, über die ich noch einmal schreiben muss (Dorothy Hartley, Food in England, 1954). So ganz ohne Backzeit und ohne Temperatur und mit nicht vielen Details, eins von früher. Ein Teig mit nicht viel Butter drin, stattdessen zermanschte Kartoffeln und ein Viertel so viel Mehl, wird halbiert, ausgerollt, mit Apfelstückchen belegt und mit der zweiten Teigscheibe bedeckt.

Kein Salz, kaum Zucker im Rezept, ich hielt mich daran, nahm lediglich eine Pie-Form, von der nirgendwo die Rede war. Ich ließ den Kuchen/Pie bei 180°C für 55–60 Minuten im Ofen.

Und danach laut Rezept oben ein Stück ausgeschnitten werden, dann Zucker und dünne Scheiben Butter hinein, wieder zugemacht und noch eine Minute in den Offen. Ich habe das mal halbherzig versucht und zumindest an einer Hälfte des Pies so operiert. Gegessen wurde dann auch nicht unmittelbar danach, wie angegeben, sondern zehn Minuten später.

Fazit: Ich mag Apfelkuchenfüllung, beim nächsten Mal etwas Salz in den Teig, das ganze noch 5 Minuten länger im Ofen lassen. Der Teig selber gut, passt zu den Äpfeln, gibt ihnen aber auch nicht viel – beim nächsten Mal den gleichen Teig mit herzhafter Füllung?

Und hier bin ich im Lokalteil der Süddeutschen Zeitung, im Rahmen einer Reihe darüber, wie Leute arbeiten während der COVID-19-Einschränkungen.

Neil Gaiman, Coraline, als begehbarer Text

Coraline als Buch

Ich habe vor, uh, sechzehn Jahren schon mal einen Blogeintrag dazu verfasst, und aktuell ist das die Englischlektüre in meiner 9. Klasse. (Damals eher 8.) Inzwischen gibt es auch eine Verfilmung, und ich glaube, ich lese das Buch tatsächlich zum ersten Mal mit einer Klasse. Es kommt gut an, auch mir gefällt es weiterhin gut.

Die Handlung: Coraline lebt mit ihren Eltern in einer Hälfte eines älteren Hauses; es gibt eine verschlossene Tür im Wohnzimmer, hinter der aber nur Mauer ist – das Haus ist vor Zeiten mal in zwei Teile getrennt worden. Coraline verschlägt es durch diese Türe in eine andere Wohnung, die fast genau so aussieht wie ihre eigene. Am Anfang sind nur Details anders, später kommen mehr Unterschiede hinzu, und vor allem lebt dort ihre andere Mutter mit ihrem anderen Vater, und im Dach und Keller leben andere Nachbarn. Die andere Mutter – die eigentliche Erschafferin dieser anderen Welt – hat gruselige angenähte Knöpfe statt Augen und will Coraline bei sich behalten, entführt und versteckt dazu Coralines Eltern. Coraline muss die Eltern und drei Geister vor der anderen Mutter retten und zurück in ihre eigene Welt; hilfreich dabei ist nur eine manchmal sprechende Katze, die eigene Wege zwischen den Welten kennt. Das ganze unbrutal, aber schon schaurig und mit etwas makabrem Humor.

Coraline als Spiel

Beim Wiederlesen in den Osterferien kam mir die Idee, daraus mit den Schülern und Schülerinnen ein Textadventure zu machen, interactive fiction, lange Geschichte, schon oft darüber geschrieben, aber in den letzten Jahren weniger, Zork und so. So ein Spiel lebt von der Sprache, von knappen, aber anschaulichen Beschreibungen, und die könnte die Klasse aus dem Buch übernehmen.

Außerdem eignet sich die Handlung des Buchs besonders gut für ein traditionelles Textadventure/Interactive fiction. Es gibt viele moderne Spiele, die andere Wege einschlagen, aber klassische Merkmale sind diese:

  • spielt in relativ überschaubarer Welt
  • dennoch spielt Exploration eine große Rolle
  • es gibt eine Tür mit Schlüssel als klares Hindernis (an den Schlüssel gelangt Coraline erst durch eine Kombination Küchenstuhl plus Besen, typische Aufgabe), daneben einen verschließbaren Spiegel als Gefängnis
  • es gibt relativ wenig Personen, und vor allem wenig Interaktionen und überhaupt wenig Interaktionsmöglichkeiten zwischen ihnen (zwischen Coraline und den Nachbarn und auch den Eltern findet wenig Kommunikation statt; die Erwachsenen hören Coraline nie richtig zu)
  • nur eine Hauptperson, keine Perspektivenwechsel
  • es gibt eine klare Suchaufgabe: finde drei magische Murmeln und das geheime Gefängnis der Eltern

Der Aufbau der Spielwelt (nerdig, gerne überspringen)

Erste Idee: Ich lege die Räume spiegelverkehrt an – so wie in der Karte oben. Sie unterscheiden sich vor allem in der gespiegelten Anordnung und natürlich in ihrer Beschreibung und der der Objekte darin. Die Gegenstände werden allerdings nicht gedoppelt, dachte ich mir, sondern alle Gegenstände haben die normale Beschreibung und eine andere Beschreibung. Wenn Coraline/die Spielerin durch die magische hölzerne Türe geht, wird bei allen Gegenständen Folgendes durchgeführt:

  • die normale Beschreibung und die andere Beschreibung werden – sofern die andere Beschreibung nicht leer ist – vertauscht, so dass ab jetzt die Gegenstände beim Betrachten anders beschrieben werden,
  • jeder Gegenstand, der nicht zu einem anderen Gegenstand gehört (also auf etwas oder in etwas liegt oder von jemandem getragen wird), der sich also unmittelbar in einem Raum befindet, tauscht den Raum mit dem zugeordneten Spiegelraum des aktuellen Raums – Ausnahme die Spielerin selber, und Türen.

Dazu musste ich erst die bijektive symmetrische Relation “ist Spiegelraum von” anlegen; Inform 7 macht das Arbeiten mit Relationen leicht. Natürlich könnte jeder Raum auch ein Raum-Attribut als Spiegelraum erhalten, aber das wäre doppelt so viel Arbeit, weil da die Symmetrie nicht von vornherein gegeben wäre.

Zweite Idee: Warum das nicht auch mit den Räumen machen? Dann gibt es keine Spiegelräume mehr, und ich brauche leider meine schöne Relation nicht mehr, dafür gibt es nur halb so viele Räume – und eine Variable (global oder als Attribut) entscheidet darüber, ob die normale Beschreibung von Gegenständen und Orten angezeigt wird oder die andere. Dann ist die andere Welt aber nicht mehr spiegelsymmetrisch angelegt zur realen – aber ist das im Buch nicht auch so? Eigentlich trifft es das Buch so besser, auch wenn die Situation mit der anderen Welt einen zuerst an eine Spiegelwelt denken lässt.

Also sieht die Welt dann doch so aus:

Ich hadere noch etwas damit. Beim Spielen kann man ja nicht erkennen, ob man sich in einem anderen Raum befindet, der dem eigentlichen nur sehr ähnelt, oder man im gleichen Raum ist, der nur anders beschrieben ist – und doch fühlt es sich anders an, da ich ja weiß, dass es nur eine Welt gibt. Die fehlende Spiegelverkehrtheit trägt außerdem zu meiner Desorientierung bei, aber das ist vielleicht auch gut.

Aufgabe der Schüler und Schülerinnen (ab hier wieder interessant)

Die Programmierarbeit mache ich, viel ist es nicht, schließlich erwarte ich nicht, dass ein besonders interessantes Spiel als Spiel daraus wird, sondern nur eine literarische Spielerei, eine Motivation zur Auseinandersetzung mit dem Text. Ein begehbarer Text sozusagen.

Aufgabe der Schüler und Schülerinnen: Beschreibungen aller Objekte und Räume anfertigen, teilweise in doppelter Ausführung, und sich dabei großzügig an der Buchvorlage bedienen. Die Beschreibungen dort sind sehr anschaulich und dabei kurz, gut für so ein Spiel geeignet. Davor muss die Klasse natürlich erst erst einmal sammeln, welche Gegenstände und Personen es überhaupt geben sollte im Spiel. (Mindestens: Telefon, Spiegel, Küchenstuhl, Besen, Schlüssel, 3 Murmeln, Schneekugel, Talisman, Brunnen, Bretter, Spielzeugbox, Nachbar oben, Nachbarn unten, Katze, andere Mutter, anderer Vater, diverse Möbel. Optional Hausschuhe, Gummistiefel, Morgenmantel.)

Einsammeln kann ich das zum Beispiel über die Datenbank-Aktivität bei Mebis, vereinfacht so:

Wenn die Schüler und Schülerinnen darüber hinaus Ideen für die Handlung oder Ergänzungen haben sollten, um so besser. Solche Spiele leben nicht nur von den Rätseln, sondern vor allem von den vielen Dingen, die es nebenbei zu entdecken gibt, und von den angemessenen Reaktionen auf diverse Versuche der Spieler. Selbst wenn “jump” und “break the mirror” und “eat the cat” zu nichts führen und den Zustand der Welt nicht beeinflussen, so freut man sich doch darüber, dass die Autoren und Autorinnen so ein Verhalten vorausgesehen haben und mit passendem Text darauf reagieren.

Inform-Beispielcode (nerdig)

Ich mache dann solchen Code aus den Beschreibungen, wobei Teile des Textes direkt aus Gaimans Buch kommen:

Coraline's Room is a room.

The description is "This is your room, your own, comfortable room. It may be a little bit boring and it may be a little too small for your age. A window lets you see a little bit of the world outside. Your bed is against one wall, a wardrobe is opposite it. The door leads north to the rest of the flat."


The other description is "This looks like your own room, but then it looks different, too. The walls are painted a very cheerful green and pink. A window lets you see a little bit of the world outside. Your bed is against one wall, a wardrobe is opposite it. The door leads north to the rest of the flat."

The window is scenery in Coraline's room.
The window can be either open or closed. It is closed.


The description is "You see trees, fields, and beyond them, on the horizon, distant purple hills. The window is [if open]open[otherwise]closed[end if]."
The other description is "You see trees, fields, and beyond them, on the horizon, distant grey hills. The trees look as if they were drawn in crayon by a little child. The window is [if open]open[otherwise]closed[end if]."

Instead of opening the window:
  if the window is open, say "It's already open.";
  otherwise:
    say "You open the window a little bit.";
    now the window is open.
Instead of closing the window:
  if the window is closed, say "It's already closed.";
  otherwise:
    say "You close the window.";
    now the window is closed.

So viele Umstände muss man sich aber gar nicht machen. Das Fenster kann man öffnen und schließen, aber das ist reine Deko zum Ausprobieren. Die Standardbeschreibung würde schon reichen.

Demoversion

Im Spiel sieht das dann so aus:

https://herr-rau.de/coraline

Demoversion, noch keine Beiträge aus der Klasse, nur Coralines Zimmer als Startraum ist halbwegs ausgearbeitet. Karte wie oben. Ausprobieren, jeweils nacheinander: n / w / take key / e / e / unlock door with key / open door / x door / close door / open door / x door / e / e.

Strukturierung

Während der Aufbau linearer Geschichten häufig durch eine Spannungskurve mit drei oder fünf Akten bestimmt wird, ist das bei solchen Spielen gerne mal bestimmt durch Erweiterung des verfügbaren Raums. Eine Phase ist dann vorbei, wenn man sich an der zugänglichen Umgebung vielleicht schon satt gesehen und nun endlich herausgefunden hat, wie man an einem Hindernis vorbei kommt, das einem neue Räume erschließt – an deren Ende irgendwo wieder das nächste Hindernis wartet:

  • zuerst ist man auf die eigene Wohnung und die Umgebung begrenzt und muss diese erkunden (eventuell muss man erst die Gummistiefel für draußen finden, um dort, sagen wir, sich mit der Katze anzufreunden?)
  • dann erhält man (via Schlüssel) Zugang zur anderen Wohnung, kommt aber aus dieser nicht mehr zurück und muss diese erkunden
  • dann erhält man von der anderen Mutter (Schlüssel) Zugang zur Nachbarwohnung, wo man die letzte verlorene Murmel findet
  • dann erhält man wieder Zugang zur eigenen Welt

Informatikaufgaben

Informatikaufgaben fallen auch ab, wie schön, dass ich in der 9. Klasse auch Datenbanken habe.

Überführe folgendes Klassendiagramm in ein relationales Modell, lege für jede Relation eine Tabelle an und fülle sie mit drei sinnvollen Datensätzen:

Dass es die Unterklasse Container gibt, habe ich mal weggelassen – Vererbung kommt erst im Jahr darauf.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Klasse Lust hat mitzumachen, und dass sie sich nicht zu viel erwarten: Ein gutes Spiel zu schreiben, erfordert mindestens so viel Aufwand wie eine gute Geschichte zu schreiben, und beides lernt man in der Schule nicht. Aber eine lustige Fingerübung, das reicht ihnen vielleicht auch.

Torrijas vom Torrijero

  • Dunstabzugshaube einschalten,
  • 1 überbaguettegroßes Weißbrot vom Vortag (←Planung!) in fingerdicke Scheiben schneiden,
  • 6 Eier trennen, die Eiweiße steif schlagen, dann die verquirlten Eigelbe unterheben,
  • 0,8 Liter Mich + 4 Päckchen Vanillinzucker + 250g Zucker so gut mischen, wie eben geht, etwas erwärmen vielleicht, dann löst sicher Zucker schon auf,
  • in Streifen abgelöste Schalen von 1 Zitrone und 1 Orange dazu,
  • jeweils 4 Brotscheiben in Milch tauchen, bis sie noch nicht auseinanderfallen,
  • in die Eimasse tauchen und
  • in reichlich Öl (aber nicht notwendigerweise schwimmend) von beiden Seiten braten,
  • in eine Form schichten und jede Schicht mit Zucker und Zimt bestreuen,
  • am Ende 1 Flasche trockenen Weißwein darüber gießen, vielleicht auch etwas mehr, wenn da ist (statt Wein, heißt es, kann man beim Servieren auch verdünnten Honig nehmen),
  • beim Servieren immer erst die untere Lage nehmen, weil die sich voll Wein gesogen hat

Und es gibt natürlich viele andere Rezepte dafür, aber so ist das Rezept nun einmal auf mich gekommen. Weil dabei ein bisschen Ei und viel zuckersüße Milch übrig geblieben ist, habe ich beides zusammengemischt und drei Esslöffel Milchreis dazu gegeben. Bei 150°C in den Ofen, zwei Stunden, je nachdem, wie breiig man das möchte. (Das ist dann so eine Mischung aus Reisauflauf und rice pudding.) Alternativ kann man natürlich mit etwas weniger Milch und Zucker anfangen.

Torrijero: Ich glaube nicht, dass das Wort so existiert. Ein Torero macht was mit Stieren, ein Churrero oder eine Churrera verkauft Churros, und wer Torrijas backt, ist dann halt Torrijero oder Torrijera.