Europatag

Morgen ist Europatag (Lehrer-Online). Da sollen bundesweit alle Schulen etwas zu Europa machen.

Kultusminister Schneider freut sich über die sich bereits abzeichnende zahlreiche Teilnahme bayerischer Schulen (KuMi-Pressemitteilung)

Gern geschehen. Nicht dass wir eine Wahl gehabt hätten.

Ich schau mit meiner Klasse im Computerraum einen Artikel und den Stat@las an. (“Ein interaktiver statistischer Atlas der europäischen Regionen”.) So rechte Lust will sich noch keine einstellen, dazu ist die Aktion zu sehr von außen bestimmt. Klar hätte ich mehr machen können, mich einbringen und so. Aber alles geht nun mal nicht. Dabei bin ich eigentlich schon für solche Tage. Bloß Stellwände produzieren will ich keine mehr.

(Ich denke, ich bin nur unzufrieden, weil wieder die Lehrer alles organisiern und nicht die Schüler. Irgendwann muss das mal anders werden.)

Bildungsserver der Bundesländer

Beim Lehrerfreund gesehen, dass es sogar tatsächlich schon ein paar Bundesländer gibt, deren Kultusministerien halbwegs moderne Webseiten haben, so mit RSS-Feed. Bayern natürlich nicht, da gibt’s nur eine E‑Mail-Liste für Eltern und eine für Lehrer; die Mails kriege ich auch, aber sie sind selten und vor allem nicht sehr übersichtlich.
Beim Kultusministerium Bayern könnte man doch so einfach die “Aktuellen Meldungen” als Feed anbieten. Wo sie doch aktuell sein sollen.

(Ob es im Kollegium noch jemanden gibt, der weiß, was ein RSS-Feed ist?)

Nachtrag 2013: Inzwischen gibt es einen Feed.

Alles Gute zur Freiheit 2007: Ab heute gemeinfrei!

Drei Wochen zu spät, aber trotzdem herzlichen Glückwunsch: Mit diesem Jahr sind gemeinfrei geworden (also in der public domain) unter anderem:

  • Karl Kraus (daher auch die Fackel online)
  • Robert E. Howard (Conan! Kull! Bran Mak Morn!)
  • G. K. Chesterton (Club of Queer Trades, Man who was Thursday, “The coloured lands”, muss ich mal einscannen)
  • Rudyard Kipling (ich habe ein Herz für ihn)

(Wie ich gesehen habe, feiern andere Leute rechtzeitig und vollständiger diese Jubeljahre: Zum Beispiel Wissensallmende, Archivalia.)

Interessante Erfahrung beim Zehnfinger-System

Ich übe brav weiter mit meinem Tipp-Trainer, wie neulich erwähnt, und lerne das Zehnfingersystem und blind zu schreiben. Die Übungen steigern sich im Schwierigkeitsgrad und vielleicht sollte man erst die nächste Übung angehen, wenn man die vorigen fehlerfrei beherrscht. Aber wer macht denn das wirklich so?

Also gibt es doch immer wieder Fehler und ich stelle an mir fest, dass ich gerne Ausreden dafür suche. “Der zählt nicht, weil… ich habe mich nur vertippt/wollte eigentlich einen anderen Buchstaben schreiben/war gedanklich schon beim folgenden Buchstaben.” Eigentlich kann ich es nämlich immer und habe eigentlich auch die richtige Taste zum richtigen Zeitpunkt drücken wollen.

Und das schöne an einem Tipptrainer ist, dass man sich eingestehen muss, dass all diese Ausreden nichts weiter sind als Ausreden. Ein Vertipper ist ein Vertipper, da helfen keine Erklärungen. Für mich eine interessante Erfahrung, obwohl ich sonst nicht besonders extern attribuiere. Eigentlich.

Zwischen Hoffen und Bangen

Eltern und Schüler sollen sich über Medien informieren – Kultusministerium empfiehlt Regierungen und Ministerbeauftragten, anhand von Wetterlage und Verkehrssituation zu entscheiden, ob morgen Unterricht stattfindet

MÜNCHEN. Das Bayerische Kultusministerium bittet die Eltern, sich am heutigen Abend und in den frühen Morgenstunden des morgigen 19. Januar über die Medien zu informieren, ob der Unterricht morgen stattfindet oder wegen Sturmschäden bzw. Orkanböen ausfällt.

(KuMi)

Alle ganz fest die Daumen drücken.

Update: Freitag schulfrei.
Wir erinnern uns an das Schneefrei letzten März.

Letzter Nachtrag: Leider gab es diesmal auch Tote. Dann lieber doch Schule.

Nathan-Themen (und warum und wo ist Normung notwendig?)

Gestern Schulaufgabe geschrieben, literarische Erörterung zu Nathan der Weise. Da gibt es wohl nur begrenzt viele Themen, bei teachsam.de sind Dutzende davon zusammengetragen – zu Nathan, Saladin und zu Al-Hafi.

Einige davon habe ich auch schon in Schulaufgaben verwendet.

Und auch schon welche bei Kollegen gesehen.

Wie alt manche dieser Themen im Web und auf den Klausuren wirklich sind (“Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass Lessings Drama “Nathan der Weise” 1945 auf vielen deutschen Bühnen als erstes Stück gespielt wurde?”), weiß ich durch meinen kleinen Quell unerschöpflicher Weisheit für den Deutschlehrer:

eroerterung.jpg
Von der Erörterung zum Reifeprüfungsaufsatz. 3000 Aufsatzthemen.
(Dietrich Wolf und Dorothea Klotz, 1966)

Manche Themen in diesem Buch riechen tatsächlich ein bisschen alt, aber die Vielfalt der Themen und Aufsatzformen sehe ich heute nicht mehr: Erörterung (einfache Fragen, Alternativfragen, Wertungsfragen), Erlebnisbild (schildernd, ab Klasse 10, gibt’s leider nicht mehr), Plauderei/Glosse/Essay, Begriffserläuterung, Besinnungsaufsatz, Literarische Themen. Wobei das nicht heißt, dass von dieser Vielfalt vor vierzig Jahren auch wirklich Gebrauch gemacht wurde.

Erörterungsfragen aus der Mittelstufe, alle von einer willkürlichen Seite aus dem Buch:

Warum und wo ist Normung notwendig? Erörtere diese Frage mit Beispielen.
Vorteile der Ölöfen
Welche Erfindung aus neuerer Zeit hältst du für besonders wichtig? Begründe deine Entscheidung!
In welchen Männern und Frauen unserer Zeit siehst du Vorbilder? Begründe deine Wahl!
Welchen Einfluss haben Lob und Tadel auf dich?
Was ich vom Leben der Jugendlichen in Mitteldeutschland weiß
Wozu muss der Bürger Steuern zahlen?
Warum braucht der Mensch Festtage? Wie soll er sie feiern?

Schüler im Lehrerzimmer?!

Guten Abend Herr Rau,

leider ist ihr Lehrerzimmer etwas veraltet. Die Tür steht weit offen.
Durch ein Exploit wird ein verschlüsseltes Passwort und der dazugehörige Benutzername sichtbar.
Es ist kinderleicht solch ein verschlüsseltes Passwort zu knacken.

Bitte besuchen sie doch die Wordpress Homepage, um das Lehrerzimmer wieder nur für Lehrer zugänglich zu machen.
Ich will mich nicht als Hacker darstellen, sagen wir, ich will Sie vor größeren Schäden bewahren.

Ich habe keinen Proxy verwendet und es wurden keinerlei Daten verändert, manipuliert oder gelöscht!
Bitte ändern Sie schnellstmöglich die Passwörter der Benutzer und schließen Sie die Wordpresslücke!

Mit freundlichen Grüßen

Mehr im Web

Seit einiger Zeit habe ich meine Bookmarks nicht mehr lokal gespeichert, sondern bei del.icio.us. Das hat den Vorteil, dass ich von jedem Browser aus auf meine Bookmarks zugreifen kann, also auch von der Schule oder vom Laptop. (Weil ich fremden Servern nie ganz traue, importiere ich die Lesezeichen regelmäßig mittels Foxylicious, so dass ich sie auch lokal gespeichert habe.) Das ist außerdem übersichtlicher so, ich finde meine gemerkten Seiten schneller und zuverlässiger.

Weitere Vorteile:

Meine gesamte Blogroll, die ich in diesem Blog eingebaut habe, wird auch so erzeugt und auf der Seite dargestellt. (Irgendwann muss ich dazu noch ein Cache einrichten.) Gepflegt werden die Daten bei del.icio.us.

Für ein Schüler-Wiki und meinen Englisch-LK habe ich Linklisten in eine Wikiseite eingebaut, die Listen holen ihren Inhalt ebenfalls von del.icio.us: Blogs für den LK, Podcasts für den LK. Wenn ich bei den gespeicherten Bookmarks Veränderungen vornehme, überträgt sich das automatisch auf die Wiki-Seiten. Ich muss alle meine Links nur einmal zentral verwalten. Inzwischen komme ich mir schon redundant arbeitend vor, wenn ich irgendwo eine Linkliste schreibe, statt die entsprechenden tags von delicious einzubauen.

Ein Nachteil oder Vorteil, wie man’s nimmt: Wie bei allen Nutzern ist auch bei mir ein Teil meiner Lesezeichen bei delicious privat. Die kann man nur mit Kennwort einsehen oder gar ändern. Aber alle Links, die ich in meine Blogroll oder sonstwo einbaue, sind öffentlich. Jedermann kann, ganz ohne Passwort, zu delicious gehen und dort schauen, welche Bookmarks der Herr Rau da hat und mit welchen tags er sie versehen hat. Der Vorteil: Ich kann zum Beispiel schauen, was alle Benutzer von delicious unter dem Stichwort “Schule” zusammengetragen haben. Und sehe verwandte tags.

Rechts unten an der Seite dieses Blogs habe ich ein neues Spielzeug zum Ausprobieren eingebaut. Das zeigt an, wie oft jede Seite, auf der es erscheint, bei del.icio.us eingetragen und mit welchen tags es versehen wurde. (Meistens sind meine Seiten nicht ge-bookmarked, wieso auch, bis auf die Startseite des Blogs. Immerhin 26 mal, einmal davon bin ich.) Außerdem sieht man, mit welchen tags die delicious-user die Seite versehen haben. Zur Zeit – aber das kann sich ändern – sind das “lehrerblogs”, “blog‑u”, “lehrer”, “schule”, “unterricht”. Das heißt, Information zu teilen.
(Natürlich könnte jemand mich auch mit dem Tag “Pornokram” versehen, und echte pornographische Seiten auch damit versehen. Dann würde rechts unten “Pornokram” stehen, und wenn man darauf klickte, käme man zu pornographischen Seiten. Ups. Tagging spam hieße das wohl.… kommt sicher auch noch. Social software bringt auch Probleme; mal sehen, ob was bei den Nutzungsbedingungen von del.icio.us dazu steht.)

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Gestern habe ich meine Rechner von Outlook Express auf Thunderbird als E‑Mail-Programm umgestellt. Und meine POP3-Postfächer soweit möglich auf IMAP. Das heißt, dass meine Mail jetzt grundsätzlich auf dem Server liegen bleibt; wenn sie erledigt ist, wird sie lokal gespeichert. Aber diese Erledigung kann schon mal ein Jahr dauern. Zur Zeit ist die jüngste unerledigte Mail vom letzten Mai, aber es war auch schon mal schlimmer.
Das hat den Vorteil, dass ich jetzt genauso gut auf meinen Laptop vor dem Fernseher an meine unerledigte E‑Mail komme. Und von der Schule, ohne dabei auf einen webbasierten Service zurückgreifen zu müssen. (Die mag ich nicht. Aber das wird sich vielleicht auch noch ändern.)

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Wie sich meine Datenspeicherung verändert, wenn ich von verschiedenen Rechnern aus arbeite:

Erster Schritt: Gemeinsam genutzte externe Festplatte, über USB an einem Rechner hängend.
Zweiter Schritt: Gemeinsam genutzte externe Festplatte, über Ethernet am Router hängend. Dann muss der Rechner gar nicht angeschaltet sein.
Nächster Schritt: Dateien gleich ins Web stellen (Netvibes, Box.net, zoho online office).

Frankreich im Commonwealth? Nee, oder?

Spiegel online berichtet über eine BBC-Information zu kürzlich bekannt gewordenen Plänen der französischen Regierung 1957, mit Großbritannien eine Union einzugehen, oder notfalls auch einfach dem Commonwealth beizutreten. Die Engländer wollten aber nicht, und dann kam auch die EWG dazwischen.

Heute, Montag 15. Januar, 8.00–8.30pm (Ortszeit, also bei uns eine Stunde später, denke ich) auf BBC RADIO 4 kommt die Sendung dazu, die wohl Auslöser der Pressemitteilung war:

The investigative series Document returns to BBC Radio 4 with evidence of a French request to merge the nations of Britain and France in the mid-Fifties. The idea, which was first proposed by French Prime Minister Guy Mollet in September 1956, was rejected by Britain’s then Prime Minister, Anthony Eden.
At the time, the Suez crisis was escalating, the French economy was in a mess and Britain was seen as a social and economic role model in Paris. Previously secret Cabinet papers reveal that, two weeks later, Mollet made another request, this time to join the British Commonwealth. Again, this was rejected by Eden and, just a year later, France signed the Treaty of Rome with Germany and the other founding nations of the Common Market. (source)

Na, da wollen wir dann aber mal reinhören!

(BBC4-Seite der Reihe, mit Links und Vorschlägen, wie man online zuhören kann. Ich selber werde mit iRon zuhören oder einem anderen der vielen Programme, mit denen man im Internet Radio hören kann.)

Nachtrag: Ähnliches online bei der Welt.

Nachtrag: Kurzer Audio-Beitrag dazu (nur ein paar Minuten) bei National Public Radio.