Evaluation: Was machen die denn da?

Wenn das Evaluationsteam kommt und die Schule evaluiert – nicht dass ich mir nennenswerte Änderungen davon erwarte -, dann sind dessen Instrumente unter anderem Fragebögen für Lehrer, Schüler und Eltern.

Beim ISB kann man sich die Fragebögen herunterladen und anschauen, wenn man wissen will, was die Gruppen gefragt werden. Ich drucke die Seiten aus und hänge sie im Lehrerzimmer aus, ist ja vielleicht doch ganz interessant.

Noch reizvoller ist aber das unter “Analyse des Schulportfolios” zu findende Datenblatt. Das ist quasi der Fragebogen für die Schulleitung, mit dem sie Angaben über die Schule macht. Die wollen die Anzahl der Computer in Klassenzimmern wissen und ob es ein “Intranet” gibt. Zum Ankreuzen: ja oder nein. Was auch immer sie sich unter “Intranet” vorstellen mögen. Vernetzte Rechner? Eine passwortgeschützte Internetseite?

Das liebste Kapitel heißt “Prozessqualitäten Schule” und enthält unter anderem Folgendes:

3.2.0 Schulleitung und Schulmanagement
– Geschäftsverteilung der Schulleitung
– Aufgabenverteilung/Zuständigkeiten der Lehrkräfte
Bitte Kopie beilegen

3.2.3 Schulentwicklung und Schulprofil
– Leitbild bzw. Schulprogramm
Falls vorhanden, bitte Kopie beilegen!

Finde ich gut, ich halte viel von Transparenz bei Prozessen.

New York, New York

Endlich ist die CD gekommen und endlich weiß ich, wie ich das hier unterbringen kann. Also:

Zumindest im alten Cornelsen-Buch für die 8. Klasse gab es einen Anhang mit Liedern, die zum Inhalt der Units passen. Unit 2: “New York, New York”, gesungen von Frank Sinatra. “Start spreadin’ the news…” und so weiter. Die 8. Klasse habe ich damals mindestens dreimal gemacht, und immer viel zu New York, weil das ein schönes Thema ist.

Aber dieses Lied habe ich nie verwendet. Sondern ein anderes “New York, New York”, nämlich das von Leonard Bernstein aus seinem Musical “On the Town”. Text von Betty Comden und Adolph Green, die beide viele schöne Texte und Drehbücher geschrieben haben, vor allem “Singing in the Rain”. (Green habe ich das erste mal in “My Favorite Year” gesehen, mit Peter O’Toole in der Hauptrolle. Auch schön.) Außerdem wurde im Cornelsen-Buch Irving Berlin als berühtmer New Yorker vorgestellt, da muss man doch irgend etwas zu Musicals machen.

Jedenfalls beginnt die Filmversion von “On the Town” damit, dass Gene Kelly, Frank Sinatra und Jules Munshin als Matrosen ihren einen Tag Landgang in New York beginnen mit den Zeilen:

New York, New York, a helluva town.
The Bronx is up, but the Battery’s down.
The people ride in a hole in the groun’.
New York, New York, it’s a helluva town!

Und dann erzählen sie von ihren Plänen für diesen Tag, und sie treiben sich diesen Tag lang in New York herum, um am Ende des Films, wieder um sechs Uhr in der Früh, wieder zurück aufs Schiff zu müssen. Fragen zum Text: Was bedeutet “hole in the ground”, was planen die Matrosen, was würdet ihr machen, wenn ihr nur einen Tag Zeit hättet?

Aus gegebenem Anlass habe ich gestern mit Frau Rau die Filmfassung von 1949 angeschaut. Und ich muss sagen, der Film hat sich nicht gut gehalten. Nett. Aber gar kein Vergleich zum weit besseren, ungleich weniger bekannten “It’s Always Fair Weather” (“Vorwiegend Heiter”). Dort geht es um drei Soldaten, die sich nach dem Krieg ewige Freundschaft schwören, dann aus den Augen verlieren und nach zehn Jahren aufeinander treffen. Sie haben sich verändert und sich erst mal nichts zu sagen. Dazu Gene Kelly in seiner Rollschuhnummer und Cyd Charisse tanzt sagenhaft im Boxring. Ein etwas melancholisches Musical, wenn auch mit schönem Ausgang. Die Art von Melancholie, die schon aus dem letzten Lied von “On the Town” spricht –

– oder eben nicht, denn dieses Lied aus dem Musical “On the Town” fehlt im Film, wie überhaupt nur ein kleiner Teil der Bernstein-Nummern übernommen wurden. Das quirlige “I can cook, too”, wie geschaffen für Bette Midler, fehlt ebenso wie das überdrehte “Carried Away”. Alles Nummern, die sich auch sehr nach Bernstein anhören. Und eben das schönste Lied: “Some Other Time”, das am Schluss des Originalmusicals steht.

HILDY:
Didn’t get half my wishes,
Never have seen you dry the dishes.
Oh, well, we’ll catch up
Some other time.
Can’t satisfy my craving,
Never have watched you while you’re shaving.
Oh, well, we’ll catch up
Some other time.

OZZIE:
Haven’t had time to wake up,
Seeing you there without your make-up.
Oh, well, we’ll catch up
Some other time.

Gesungen von den drei Matrosen und den drei Frauen, die sie an diesem Tag kennen gelernt haben. Und dann gehen die Matrosen wieder aufs Schiff, zurück in den Zweiten Weltkrieg.

– Ich kenne das Lied von einer Inszenierung der Theatergruppe des Anglistentheaters der Uni Augsburg. “A Little Older” von John Binnie. Die schönste Erinnerung aus dem Stück: An einer besonders sentimentalen Stelle fing die Discokugel an der Decke an sich zu drehen und warf viele kleine Lichtpunkte in die Halle: “Oh look! it’s beginning to snow.” Das war schön.

Und seit damals bin ich diesem Lied hinterhergerannt. Im Filmsoundtrack ist es nicht drin. Später habe ich konzertante Aufnahmen von “On the Town” gefunden, eine von 1992 und eine von 1995. Beide schön, aber am schönsten ist zumindest bei diesem Lied doch die Aufnahme von 1959: Es gab keine Aufnahmen vom Broadway 1944, als das Stück Premiere hatte, aber 1959 wurde ein Großteil der Hauptdarsteller von damals noch einmal für eine Plattenaufnahme versammelt. Bernstein selber übernimmt eine Minirolle, Betty Comden und Adolph Green spielen eines der drei Paare.

Und diese Aufnahme habe ich vor ein paar Tagen endlich gekriegt. Daher dieser Eintrag.

on_the_town_small.jpg

Dann also Hamlet

Wo ich schon den Roman ausgesucht habe, wollte ich meinen Schülern im LK wenigstens die Entscheidung überlassen, welches Shakespeare-Stück sie lesen wollen. Der Hauptgrund ist vermutlich doch der, dass mir die Entscheidung selber schwer fällt. Mit vielen Stücken kann man Schönes machen.

  • Romeo & Juliet: Übersichtlicher Aufbau, viel spannende Handlung, sprachlich schön. Sehr witzig. Viele kennen das Stück schon. Das ist ein Vorteil oder ein Nachteil. Man kann Shakespeare in Love dazu anschauen und die sehr gelungene Baz-Luhrmann-Verfilmung. (Der hat übrigens auch Strictly Ballroom gemacht.)
  • Macbeth: Liest der Parallelkurs. Läuft gerade in München. Ist schön kurz. Die Hexen sind ikonisch. Die Handlung ist nicht ganz so übersichtlich, die Sprache interessiert mich bis auf einige tolle Szenen nur mäßig. Gibt interessante Verfilmungen. Eine tolle Parodie von I’m Sorry I’ll Read That Again, dazu Thurbers “The Macbeth Murder Mystery”. Ein eher humorloses Stück, geht’s mir weg mit dem Torwächter.
  • Midsummer Night’s Dream: Lustig. Bei allem Durcheinander doch sehr übersichtlich. Hat der halbe Kurs schon mal mit mir im Theater gesehen, davor haben wir ein paar Stunden dazu gemacht. Aber untypischer Aufbau. Tolle Charaktere, aber nur mäßig tolle Dialoge. Ich könnte wieder mit meinem Puppenthetar hausieren gehen. Verfilmt mit Michelle Pfeiffer und Kevin Kline, Rupert Everett und Calista Flockhart. Die Neil-Gaiman-Version davon im Sandman.
  • Twelfth Night: Aus historischen Gründen eines meiner Lieblingsstücke. Ich glaube aber, dass Schüler das nicht so lustig finden wie ich. Much Ado ginge. Den Anfang von Henry V mache ich so oder so. The Tempest mag ich auch seit der 11. Klasse, da habe ich eine BBC-Fassung rauf und runter gesehen, auf Deutsch allerdings. Richard III würde Frau Rau freuen und gäbe mir einen Grund, mich mit dem Stück zu beschäftigen; uich kann mich nicht mehr an viel erinnern. Und und und.

Die Schüler machten selber Vorschläge und stimmten ab und entschieden sich für:

  • Hamlet

Und zwar ziemlich eindeutig.

Ich nehme an, sie trauen sich was zu und wollen, wenn schon Shakespeare, dann gleich voll einsteigen. Das Stück ist lang, es passiert eigentlich nicht viel (das ist ja der Punkt), trotzdem ist es voller schöner Stellen. Witzig. Ein Spiel im Spiel; es gibt Verfilmungen; eine schöne Radiofassung habe ich auch. Von Will Eisner gibt es den Hamlet-Monolog schön interpretierend illustriert. (In Comics & Sequential Art.) Ich muss mir mal wieder die Verfilmung von Rosencrantz & Güldenstern sind tot anschauen, wie gut sie sich gehalten hat. Damals im Kino hat sie mir sehr gefallen.

Dann also Hamlet.

Aufgeräumt nach den Ferien

Festplatte: Eine neue, große besorgt; die alten dienen als Backup. Verzeichnisse neu sortiert.

Blogroll: Ein paar Adressen erneuert, einige Blogs als inaktiv markiert, einige gelöscht. Seit ich meinen Feedreader benutze, pflege ich meine Blogroll nicht mehr so sehr.

Musikkassetten: Zwei Dutzend davon digitalisiert und dann weggeworfen. (Keine Musik, nur englische Hörspiele.) So höre ich sie eher mal an.

Lesezeichen: Meine Lesezeichen bei del.icio.us ausgemistet und auf unter 2000 gedrückt. Die Lesezeichen, die ich als “toll, will ich bald mal machen” markiert habe, auf unter 100 gebracht.

Schüleraufsätze: Sortiert und verpackt.

Fehlt nur noch der Christbaum.

Freue mich schon auf die Schule morgen.

Neues Schülerblog

Also, zumindest neu für mich; bin über einen Kommentar darauf gestoßen. www.schul-kritik.de ist ein Gemeinschaftsblog von Schülern verschiedener Gymnasien in Deutschland. Der Schwerpunkt liegt auf Kritik:

Die Autoren dieses Blogs sind Schüler an verschiedenen Gymnasien in Deutschland und sind nicht ganz zufrieden mit dem Schulsystem. Deshalb haben sie sich entschieden, eben diesen Blog zu gründen.

Mein erster Impuls ist zwar immer, mir auch Selbstkritik zu wünschen, aber zum einen ist das ja nicht ausgeschlossen und zum anderen gibt es ja auch so erst einmal genug zu kritisieren. Es freut mich jedenfalls sehr, dass Schüler in ihrer Rolle als Schüler das öffentliche Gespräch über Schule suchen.

Nachtrag November 2008: Hat sich leider erledigt. Schon seit einigen Monaten veröffentlichen dort nur noch Gegner der Schule und Schulpflicht. Keine Schüler. Mag ja auch seine Berechtigung haben. Aber als Schülerblog betrachte ich das Projekt als beendet.

Seepferdchen für den Computer

Sehr schön gemacht: die Computermaus bei computermaus.ch. In sechs verschiedenen Stufen kann man sich einen Pass schicken lassen oder selber ausdrucken (pdf), bei dem Erwachsene durch Unterschrift bestätigen müssen, dass die Teilaufgaben erfolgreich gelöst wurden.

Zu jeder Maus (Lernbereich) gehören sechs Aufgabenblätter. Jedes Aufgabenblatt steht für eine bestimmte Kompetenz („Ich kann …“). Diese sechs Aufgabenblätter zu einer Maus werden von den Kindern gelöst. Ihr müsst jeweils die gelösten Aufgaben anschauen und – wenn sie richtig gelöst wurden – den Computermaus-Pass an der entsprechenden Stelle unterschreiben. Wenn das Kind alle sechs Aufgabenblätter richtig gelöst und somit die Kompetenzen zu einem Lernbereich erreicht hat, sollt ihr mir den Computermaus-Pass per Post zusenden. […] Nach Einsenden des Computermaus-Passes erhalten die Kinder ein Diplom und ein Überraschungsgeschenk.

(über bodensee edublog)

Ist für die Altersgruppe 4–12 Jahre gedacht, aber einige der Aufgaben täten auch manchen Kollegiaten gut. Ich mag ja gerne solche Pässe und Listen, für die man einen Aufkleber oder einen Stempel kriegt.

Wermutstropfen: “Um Computermaus.ch optimal nutzen zu können, sollte auf einem Computer mit MS Office gearbeitet werden.” (Und Windows sollte es auch sein, wegen Paint. Bei anderen Betriebssystemen muss vielleicht jemand helfen.) Ja, ich weiß, viele spannende Funktionen sind zwischen OO und MS nicht kompatibel, und MS ist weiter verbreitet, und es ist lästig, auf diese Funktionen zu verzichten oder zwei verschiedene Versionen anzubieten – aber trotzdem: Grrr.

Umfragesoftware für die Schule

Neulich ging es um Evaluation durch Fragebögen. Ich habe mich daraufhin umgeschaut, was es an Fragebogen-Software gibt. Die Übersicht ist nicht gründlich und nicht umfassend, aber genug für mich. Links zu allen Seiten stehen ganz unten.

Grafstat: Sieht professionell und gepflegt aus, ist sehr mächtig. Keine freie Software, aber für öffentliche Bildungseinrichtungen kostenlos. Die Ergebnisse werden übersichtlich dargestellt. Das Programm muss auf dem Rechner oder im Netzwerk installiert werden (was je nach Schulnetzwerk und Systembetreuer ein Nachteil ist), man kann die damit entworfene HTML-Version des Fragebogens aber auch ins Internet stellen. Allerdings ist die Serversoftware, die dann die übers Web eingegebenen Daten auswertet, nicht in der Lizenz enthalten. Allerdings gibt es acht Server, auf denen diese Software installiert ist, die man als Anwender mit benutzen darf. Allerdings jeweils nur nach Anmeldung und Freischaltung. Ein Vorteil des Programms: Die Dateien mit den Fragebögen können leicht kopiert und weitergegeben werden. Fazit: Fürs Web ist mir das Vorgehen zu umständlich; wenn der Systembetreuer eine Netzwerksinstallation ermöglicht und die Schüler im Netz arbeiten, ist das Programm eine gute Lösung.

LimeSurvey: Open Source. In PHP geschrieben und für den Einsatz auf dem Webserver gedacht. Sieht genau nach dem aus, was ich brauche. Nachteil: Das Programm verlangt mindestens MySQL Version 4.1, und auf den Servern, die mir zur Verfügung stehen, läuft nur MySQL 4.0.24 – LimeSurvey läuft bei mir leider nicht. Sehr schade.

Online-Angebote: Davon gibt es einige, aber ich bin zu sehr Bastler und Control-Freak. Ich habe mich nicht ernsthaft danach umgeschaut; ich hätte eben doch lieber alles auf dem eigenen Server.

OpenSurveyPilot: Open Source, ebenfalls in PHP, läuft fehlerfrei. Damit lassen sich sehr differenzierte Fragebögen entwerfen, mit Sprüngen zu verschiedenen Fragegruppen je nach Antwort. Differenzierte Benutzerverwaltung. Die Ergebnisse kriegt mein Server nur als Tabelle hin (natürlich auch mit CSV-Exportauch), für die Diagrammfunktion fehlt ein PHP-Modul. Das Hauptproblem: Ich habe nicht herausgefunden, wie ich einen Fragebogen kopieren kann – um ihn etwa an andere Nutzer von OpenSurveyPilot zu verteilen, oder um gleichzeitig den gleichen (aber eben nicht denselben) Fragebogen benutzen zu können, nur eben von verschiedenen Schulklassen. Laut Forum ist das ein oft gewünschtes, aber noch nicht implementiertes Feature. Das ist ein Ausschlusskriterium für mich, auch wenn man natürlich nach jeder Klasse die Daten löschen und denselben Fragebogen benutzen kann.

phpESP: Ebenfalls PHP und SQL, läuft fehlerfrei auf dem Server. Das Programm sieht ein bisschen sehr schlicht aus, aber letztlich wird es das sein, das ich in Zukunft verwenden werde. Ich kann Fragebögen fürs WWW erstellen, kann sie freigeben (als eigene HTML-Seite oder innerhalb anderer Seiten), von Schülern ausfüllen lassen und wieder schließen. Ich kann beliebig viele Kopien eines einmal erzeugten Fragebogens erstellen, die weitere Schulklassen bearbeiten können. Das Weitergeben eines Fragebogens an andere Installationen von phpESP ist leider nicht vorgesehen. Es gibt eine Benutzerverwaltung und Gruppenadministratoren. Die Auswertung gibt es nur als Tabelle mit Prozentangaben, Tortendiagramme gibt es keine.

Ein großes Problem bleibt allerdings: Am liebsten würde ich Kollegen die Möglichkeit geben, ebenfalls einen solchen automatisch ausgewerteten Fragebogen zu verwenden. Technisch machbar ist das ab sofort, jedenfalls mit einer einfachen Kopie des von mir verwendeten Fragebogens. Als Admin habe ich aber immer die Möglichkeit, alle Daten anzuschauen, notfalls über die Datenbank. Das dürfte Leute vielleicht abschrecken.

Warum muss ich mir eigentlich über so etwas Gedanken machen und nicht das Kultusministerium?

Nachtrag: Inzwischen mache ich das alles über GoogleDocs.

Links zum Thema:


Winterfotos vom neuen Jahr

winter2007-1.jpg

winter2007-2.jpg

Es hat eine Weile gedauert, bis alle drei Eichhörnchen still genug hielten, um auf einem Bild fotographiert zu werden. Eines bin ich ja gewohnt, zwei sieht man häufig vor meinem Fenster, zu dritt waren sie heute das erste Mal.