Nicht mal Stimmvieh, sondern nur Vieh

Am Gymnasium fällt laut Statistik eine bestimmte Zahl an Stunden unvertreten aus. Zu viel, sagt das Kultusministerium. Zur Zeit (Pressemitteilung) werden an Gymnasium und Realschule jeweils 7,6% der regulären Stunden nicht gehalten. Aus Realschulen werden 6,4% der Stunden als zwar nicht regulär unterrichtet, aber doch vertreten gemeldet, aber aus Gymnasien nur 4,7%, so dass die gemeldete Zahl der echt ausfallenden Stunden am Gymnasium 2,9%, an der Realschule 1,2% beträgt.

Diese Zahlen stammen vom Januar 2012, im Vorjahr betrug die monierte Zahl bei Gymnasien 3,9%, ebenfalls mehr als an der Realschule.

Der Grund für eine nicht regulär gehaltene Stunde, also zu vertretende oder ausfallende Stunde: Abwesenheit der Lehrkraft durch Erkrankung, Fortbildung, Exkursion mit einer Schülergruppe oder Prüfungstätigkeit. (60 Schüler, die Englisch als 3. Abiturfach wählen => 60 mündliche Einzelprüfungen mit jeweils zwei anwesenden Lehrkräften. Doppelter Abiturjahrgang: doppelte Zahl an Abiturprüfungen und ‑aufsichten. Verpflichtende mündliche Schulaufgaben in mindestens zwei Jahrgangstufen je Fremdsprache: jeweils mündliche Partnerpüfung mit zwei anwesenden Lehkräften. Lauter Neuerungen der letzten Jahre.)

Jedenfalls wird die Anzahl an ausfallenden Stunden der Landresregierung vorgeworfen, die demnach Handlungsfähigkeit demonstrieren muss. Ich weiß nicht genau, wer sich da beschwert, die Eltern meiner Schule nicht, aber sicher die Opposition (“Bayerns Kultusministerium: Zahlreiche Maßnahmen gegen Unterrichtsausfall eingeleitet – SPD-Kritik überzogen”) und vermutlich die LEV. (Die kann ich nicht mehr ernst nehmen seit der Forderung: “Notendurchschnitte der Note 3,0 und schlechter sind in allen Jahrgangsstufen und bei allen klassenbezogenen Leistungserhebungen nicht mehr statthaft.”) Also lautet die Parole, dass die Gymnasien bis zum nächsten Jahr niedrigere Zahlen rückmelden, denn: “Wahrnehmbarer Unterrichtsausfall beschädigt auch das Ansehen von Schule in der Öffentlichkeit sehr spürbar.”

Dazu hat das Kultusministerium einige Vorschläge unterbreitet. Sie sind zum Teil nicht neu und einige können auf der StMUK-Webseite eingesehen werden. Ich fasse ein paar davon zusammen:

  • Kursfahrten parallel legen, Studenten als Betreuung mitnehmen, damit nicht so viele Lehrer mitmüssen.
  • Gäste zu Vorträgen in die Schule einladen, da man für eine große Zuhörerschar weniger Aufsichten braucht und die freiwerdenden Lehrer dann anderswo einspringen könnnen.
  • Bei parallelen Prüfungen zweier Klassen kann man die Schüler in einen einzigen Raum stecken und nur einen der Lehrer als Aufsicht nehmen, der andere kann dann in einer anderen Klasse vertreten.
  • Weniger Lehrer auf Fortbildungen schicken und stattdessen die Fortgebildeten als Multiplikatoren an der Schule einsetzen – außerhalb des Unterrichts.
  • Bewusst Hohlstunden in den Stundenplan der Lehrer einbauen, damit die viel Zeit in der Schule verbringen und für Vertretungen zur Verfügung stehen. Das kann auch nur Leuten einfallen, die ein Büro haben. Schulen stellen ihren Lehrern leider immer noch keinen ausreichenden Arbeitsplatz zur Verfügung. Der staatlichen Realschule Schwabmünchen ist es nicht zu peinlich, diese Idee als tollen Vorschlag zu beklatschen. (Siehe Vorschlagkatalog.) In diese Ecke gehört auch die Idee, dass Lehrer den ganzen Vormittag in der Schule verbringen sollen, auch wenn sie nicht unterrichten. Solange ich keine ausreichenden Arbeitsbedingungen an einer Schule habe, ist das Herumhängen dort Zeit, die mir zum Arbeiten fehlt. Zugegeben: Kontakt zu Kollegen ist wichtig, und ich mag die Lehrer nicht, die gleich nach dem Unterricht nach Hause verschwinden. Aber arbeiten kann man in Schulen nicht. Wenn das anders wäre, fände ich die Idee einer Anwesenheitspflicht sogar gut.
  • Unterrichte in einem Fach und einer Jahrgangsstufe parallel legen, damit bei einem ausfallenden Lehrer der andere gleich beide Klassen unterrichten kann “bei Vorhandensein genügend großer Räume”. Böte sich bei Religion an, sage ich mal, da macht man aus fünf Klassen ohnehin immer sechs parallele Unterrichtsgruppen.
  • Anordnung von Mehrarbeit. “Hierzu liegen keine Erfahrungsberichte der Projektschulen vor, da die Anordnung von Mehrarbeit schon seit jeher ein probates und vielfach angewandtes Mittel zur Vermeidung von Unterrichtsausfall darstellt.”
  • Pensionierte oder beurlaubte oder Lehrer in Elternzeit einsetzen.
  • “In vielen Klassen [implizit: höherer Jahrgangsstufen] kann – falls trotz Ausschöpfung aller Möglichkeiten keine Lehrkraft als Vertretung zur Verfügung steht – auf diese Weise dennoch pädagogisch wertvolle Beschäftigung stattfinden, die zur Reifebildung der Schüler beiträgt und deren eigenverantwortliches Handeln fördert. Über dieses Vorhaben muss die Schulleitung die Eltern im Vorfeld aufklären.”
    Gemeint ist: auch Unterrichtsstunden ohne Lehrer können als nicht ausgefallener Unterricht im Sinne der Statistik zählen. Wenn die Schüler trotzdem arbeiten. Das funktioniert auch, ich habe schon Referatsstunden ohne Lehrer und nach Notenschluss gehalten, und Informatikstunden via Moodle zu Hause.
    Möglichkeiten für solche Stunden sind: Man bereitet einen Satz Arbeitsaufträge vor, fachbezogen oder fächerübergreifend, die die Schüler erledigen. In der Bibliothek oder in der Mensa. Oder man bereitet Aufträge in einem Moodlekurs vor, die die Schüler bearbeiten. Im Computerraum oder, ähm, gleich zu Hause. Letztlich müsste man sich ein System von (unbetreuter) Freiarbeit ausdenken, am Gymnasium eher mit Monats- oder Halbjahresarbeitsplan statt wie in der Grundschule mit Wochenplan. Da dürfte es dann keine Rolle spielen, ob der Lehrer anwesend ist oder nicht, oder ob man das zu Hause macht oder nicht. Wenn demnächst zwei Stunden in meiner Informatik-Q11 ausfallen, dann sollen die Schüler zu Hause bleiben, Arbeiten im Moodlekurs erledigen und die Schulleitung meldet das dann bitte als nicht ausgefallene Stunde.

Alle diese Tipps als pdf-Datei.

Übrigens: Man soll zwar mehr vertreten, aber wenn möglich nicht am Nachmittag. “Vermeidbare Härten umgehen” soll man da, weil bei Nachmittagsstunden die “Bedeutung von für den schulischen Erfolg […] eventuell abwägend zu erweiterten Freizeitmöglichkeiten” gesehen werden muss. (KMS von Ministerialdirigent Walter Gremm. Lesenswert auch die Anlagen dazu.) Ich übersetze das so: wenn man Nachmittagsstunden vertritt, werden Schüler und Eltern protestieren, also soll man die Prozentzahlen anderweitig senken.
Positiv ist allerdings die Aufforderung, alle Regelungen in Absprache mit Eltern und Schülern zu treffen.
Ein Nachteil ist wiederum, dass das alles für Missstimmung zwischen den Kollegen sorgt. Es gibt da nämlich die, sagen wir, Vertretungsstundengeber und Vertretungsstundennehmer.

Ein Vorschlag von mir noch:

  • Intensivierungsstunden streichen. Die Intensivierungsstunden sollten ja mal das Kernstück des G8 sein. Inzwischen sind sie etwas heruntergekommen, und wie viele davon die Schule anbietet, liegt im Ermessen der Schule: Entweder großes Angebot und dafür größere reguläre Klassen, oder kleines Angebot und dafür kleinere reguläre Klassen. Wenn man jetzt wenig Intensivierungsstunden anbietet, können auch weniger davon ausfallen und die Statistik trüben.

Ich sehe eine gute Möglichkeit, mit diesen Vorschlägen des Kultusministeriums und dem Wunsch nach anderen Zahlen umzugehen. Die Schulleiter fassen sich ein Herz (im umgangssprachlichen Amerikanisch gibt es die schöne Redewendung grow a pair), ergreifen die Maßnahmen, die sinnvoll erscheinen, und melden – mit so viel Kreativität wie nötig – die gewünschten Zahlen zurück.

Spielraum für die Schulleitung beim Melden besteht zum Beispiel darin: Theaterbesuch am Abend mit einer Deutschklasse? Kann man als zusätzlich gehaltene Stunde/sinnvolle Alternative zu einer ausgefallenen Stunde melden. Ein Lehrer hat nur vier Stunden Unterricht an einem Tag, verbringt aber sechs Stunden mit einer Klasse auf Exkursion? Wunderbar, das sind dann zwei zusätzlich gehaltene Stunden, die man gegenrechnen kann, wenn irgendwann etwas ausfällt. Weihnachtsmarkt an der Schule am Abend, mit Klassen, die dort gebasteltes Material verkaufen? Unterrichtsgang in die Bibliopthek, wie von Kommentator Manu vorgeschlagen? Sportturnier am Nachmittag? Verbucht man alles als Vertretung einer ausgefallenen Stunde. Fünf Tage Berlinexkursion vor- und nachmittags? Ist entweder überflüssig (dann streichen), oder unterrichtswertig (dann für die Statistik als Alternative zu ausgefallener Stunde werten). So kriegt man die den Realschulen vergleichbaren Zahlen, die das Kultusministerium haben will. Und, ehrlich gesagt, das ist sogar sinnvoll.

Wie viele Lehrer meiner Generation habe ich die letzten fünf Jahre eine Stunde mehr pro Woche geleistet (verpflichtendes Arbeitszeitkonto), die in den nächsten Jahren nach und nach zurückgegeben werden soll. So wie es in manchen Betrieben Kurzarbeit gibt, um weniger entlassen zu müssen, war das eine Art Langarbeit, um weniger einstellen zu müssen. Kaum ist dieses Anhäufen von Mehrarbeit vorbei, kaum durfte man Ende des letzten Schuljahres die meisten befristeten Verträge von Aushilfskräften nicht mehr verlängern, da kommen die Statistiken über ausfallende Stunden, und was schlägt das StMUK als Maßnahme vor? Verpflichtende Mehrarbeit. Ich dachte, das hätte ich jetzt fünf Jahre lang gemacht. (Was von der Mehrarbeit bezahlt wird und was nicht: siehe älteren Blogeintrag.)

Sinnvoller wäre es vielleicht, sich mit Ursachen und Folgen des Unterrichtsausfalls zu beschäftigen statt bloß mit den Zahlen. Wie dramatisch sind die Folgen für die Schüler wirklich? Sinken deren tatsächliche oder gemessene Leistungen deshalb?
Bei den Ursachen dominiert die Erkrankung der Lehrkraft (4,5% aller Stunden), weniger wichtig sind Abwesenheit durch Fortbildungen (1,1%), Fahrten und Exkursionen (0,9%), Teilnahme an dienstlichen Veranstaltungen (0,8%), sonstige Ursachen (0,6%). Könnte man nicht überlegen, ob man Schule so gestaltet, dass weniger Lehrer krank werden?

Im Prinzip halte ich es sogar für sinnvoll, dass sich Eltern darauf verlassen können, dass Schüler von Stunde 1–6 in der Schule sind, wenn das so in deren Lehrplan steht. (Dann kommt das Kind auch nicht unerwartet früher nach Hause oder muss plötzlich mal später weg, auch wenn das Zehntklässlern schwerer zu vermitteln ist.)
Dass die Nachmittagsstunden ausgenommen sein sollen, halte ich allerdings für ein Eingeständnis, dass die, so wie sie von der Schulordnung vorgesehen sind, nicht funktionieren. (Da ist es dann okay, wenn das Kind unerwartet früher nach Hause kommt.)
So oder so fehlen den Schulen die Ressourcen sinnvoll Stunden zu vertreten. Und zuletzt ist ohnehin nicht die Zahl der ausfallenden Stunden ein Problem, sondern was in der Schule überhaupt gelernt wird.

Ich fühle mich als Lehrer übrigens von Schülern, Eltern und der Öffentlichkeit ernst genommen und geschätzt. Beim Kultusministerium spüre ich diese Wertschätzung nicht, sondern sehe mich als ausführendes Werkzeug betrachtet. Diese Vorschläge von der StMUK-Webseite richten sich auch explizit nicht an Lehrer, sondern an Schulleitungen. Der gemeine Lehrer ist niemand, mit dem das Kultusministerium kommuniziert. Zum Schuljahresende hängt immer ein Blatt am schwarzen Brett, dass irgendwer ganz besonders stolz auf uns ist. Alles andere erfahren wir aus der Tageszeitung.

Wäre das anders überhaupt möglich? Schließlich kann die Behörde ja nicht jeden Mitarbeiter hätscheln und pflegen. Informiert wird über die Schulleitung, und es gibt ja auch noch den Hauptpersonalrat. Aber so richtig informiert und vertreten fühle ich mich nicht.

Nachtrag: Jetzt ist wenigstens klar (67. Sitzung des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes), dass wenn erstmal vier Stunden Mehrarbeit in einem Monat da sind, sie innerhalb von drei Monaten vergütet oder gegengerechnet werden müssen. Und nicht zwölf, wie ursprünglich vorgesehen.

57 Antworten auf „Nicht mal Stimmvieh, sondern nur Vieh“

  1. Kommentar eigentlich überflüssig, da alles gesagt. Kleine Anmerkung: Ein sehr guter Freund (“freie Wirtschaft”, Leitungsposition) hat mal gesagt: “Wenn ich so sehe, wie dein Arbeitgeber mit euch umspringt, könnte ich den Eindruck bekommen, er mag euch nicht”.

  2. Oh. Danke für die doch recht sachliche Zusammenfassung (die Überschrift reißt es dann wieder ‘raus :) ).
    Viele der Spar-Ideen laufen schlicht auf ein höheres Schüler-Lehrer-Verhältnis (mathematisch) hinaus. Dadurch wird sich das Schüler-Lehrer-Verhältnis (persönlich) verringern -> mehr Probleme -> Ruf nach mehr Disziplin & Schimpfen auf ‘die Lehrer, die ihren Laden nicht im Griff haben’. Na vielen Dank auch.

  3. Die Überschrift ist fast alles, was vom ursprünglich geplanten und angefangenen rant der ersten Version übrig geblieben ist. Aufregen kann ich halt nicht so gut.

  4. In NRW sind die Halbjahreszeugnisse eine Zäsur für das Schuljahr (in anderen Bundesländern gibt es wohl nur mehr oder wenige formlose Leistungsübersichten, auch für die SI). Jedenfalls hatte sich eingebürgert, dass am Tag der Zeugnisausgabe nach der dritten Unterrichtsstunde Schluss ist.
    Unsere Landesregierung – das Licht der Weisheit möge ihren Weg erhellen – sah nun die Möglichkeit, den Unterrichtsausfall zu reduzieren, indem per Erlass Unterricht nach Plan angeordnet wurde. Soweit, so gut.
    Nach einigem Gemurre, auch auf Seiten der Eltern, hat Frau Löhrmann diesen Erlass rückgängig gemacht, Begründung:
    “Zu dieser Erlassänderung sind relevante Hinweise und Anregungen bei mir eingegangen, die plausibel darlegen, dass die mit der Änderung beabsichtigte Reduzierung des Unterrichtsausfalls nur quantitativ, nicht jedoch qualitativ erreicht werden kann.”

    Man könnte hier Lernfähigkeit unterstellen, fragt sich aber, ob das Schulministerium nicht selber hätte darauf kommen können.

  5. Da muss die Realschule aber mal dazwischen grätschen (also ich ;) ). Klingt ja grad so, als würde wir uns das schön rechnen. Tatsache ist eher, dass alle Maßnahmen, die irgendwann aufs Gymnasium prallen, bei uns schon da sind – eingeführt wurden diese wahrscheinlich eh an den Mittel- und Grundschulen.
    Dies betrifft die eine Stunde Mehrarbeit – meine feiere ich schon seit geraumer Zeit ab. Stundenpläne werden so gemacht, dass es eine “integrierte Lehrerreserve” gibt. Vertretung bis in die 6. Stunde hinein. Unterricht an Randtagen (vor den Ferien) bis zur 6.,(während gegenüber das Gym nach der 4. aus hat übrigens).
    Nebenbei noch: es gibt hier einen Schlüssel, der für jede Schule aufrechnet, wieviele Referendare kommen MÜSSEN. Unabhängig, ob man sie benötigt. So fängt man die Reffi-Schwemme auf und hat jede Menge Stunden für die Vertretung. Mehr eingestellt wird natürlich nicht.
    Daneben noch “Modus 21” (http://de.wikipedia.org/wiki/MODUS21), mit stellenweise guten Ideen, bei den meisten Inhalten aber eher der Gedanke: “Holt mehr aus der Schule raus, ohne mehr zu investieren.”

    Ansonsten könnte man noch auf die Widersprüche hinweisen. Z.B. ist doch ein neues KMS herausgekommen für die Schülerfahrten – da steht, ich habs am Freitag nur überflogen, nichts davon drin, dass man mit weniger Lehrern auf Klassenfahrt fahren soll.

    Manchmal habe ich übrigens den Eindruck, dass die Realschule gern “klatscht”, um die “drohende” Zusammenlegung mit der Mittelschule zur “IrgendwasdazwischenSchule” zu vertreiben. Ich glaube, aus derselben Ecke kommt die “Stundenausfallerkritik”.

  6. Zumindest am Gymnasium von Herrn Rau wird am kommenden Freitag bis zur 6. Stunde unterrichtet. Auch Tagen vor den Ferien mit Ausnahme des letzten Schultages ist Unterricht bis zur 6. Stunde. An unserer Schule gibt es außerdem seit Längerem die Einrichtung einer Präsenzstunde, die aber nur als Vertretung (und damit als Mehrarbeit) gilt, wenn man sie nicht im Lehrer- sondern im Klassenzimmer verbracht hat. Und auch sechste Stunden werden bei uns gar nicht so selten vertreten. Wenn also die Bedingungen ähnlich sind wie an der Realschule, müsste doch eigentlich etwas Ähnliches herauskommen. Tut es aber nicht, auch wenn die Realschulen noch soviel erklären. Also muss da etwas anders sein.

  7. Vielen Dank, Herr Rau, wie immer umfassend reflektiert, das alles! Auch ich bin selbstredend für die Vermeidung von Unterrichtsausfällen und für Maßnahmen, die nötig sind. Auch hätte ich tatsächlich nichts gegen eine Anwesenheitspflicht an der Schule, wenn man dort vernünftig arbeiten könnte. Sprich: Wir bräuchten dann mehr verfügbare Computerplätze (mit funktionsfähigem Internetzugang!) und außerdem eine anständig bestückte Lehrerbibliothek mit Fachliteratur, die sich ja fast nur, wenn überhaupt, an Seminarschulen findet. Dann wäre ich sogar froh, Arbieten am Dienstort und nicht zuhause erledigen zu müssen. Solange aber die Umstände so sind, wie sie sind – bei uns heißt das: ein bis zur Unerträglichkeit vollgestopftes Lehrerzimmer (85+ KollegInnen inkl. Referendare, von denen kaum jemand einen eigenen Platz hat) -, weigere ich mich, so einen Vorschlag überhaupt anzuerkennen. Aber in der Tat: Das Kam kommuniziert nicht mit den Lehrkräften, es ordnet höchstens an bzw. legt fest und schließt dies mit der Spaenle-Formel ab: “Ende der Durchsage!” Das heißt so viel wie: “Ich dulde keinen Widerspruch.” Oder um Merkels geprägtes Unwort zu verwenden: “Dies ist alternativlos.“Ein echter Politiker halt, ganz im Sinne des Staates. Positiv allerdings, wenn Schulleitungen im Sinne ihres Kollegiums entscheiden und hoffentlich besser wissen, was als umsetzbar angesehen werden kann. Ich nehme mal zugunsten unserer Einrichtung an, dass die Schulleitung bei uns auch das Richtige tut bzw. lässt.

  8. “Notendurchschnitte der Note 3,0 und schlechter sind in allen Jahrgangsstufen und bei allen klassenbezogenen Leistungserhebungen nicht mehr statthaft.”

    Da bleibt man doch etwas sprachlos zurück. Ich finde, man sollte auch unbedingt per Dekret abschaffen, dass der übermäßige Genuss von Schokolade zu Übergewicht führt. Da treten doch nur veraltete Techniken der Evolution unangenehm in Erscheinung, die in einer modernen Welt fehl am Platz sind.

    (zu den Ausfallsstunden: ich finde es – ehrlich gesagt – sehr schülerfreundlich, wenn Nachmittagsstunden ab der 8. Stunde nicht mehr vertreten werden. Aber Herr Spänle befürchtet sicherlich, dass der Ausfall solcher Stunden dazu führt, dass wertvolles Wissen nicht mehr so reibungslos in die Schülerhirne findet wie im regulären Unterricht ab 14:50. [imagine rant HERE]

  9. Du sprichst mir aus dem Herzen! Als Teilzeitlehrkraft, die seit 12 Jahren einen Englandaustausch begleitet und schon 3mal in der Ferien (!) mit bis zu hundert Schülern nach England gereist ist und so zusammen mit anderen motivierten Kollegen haufenweise Zusatzstunden geleistet hat, komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass im Fremdwörterlexikon des Kumis “Engagement” mit “hirnrissige Blödheit” übersetzt sein muss. In München will man gar nicht wissen, was Lehrer leisten, denn es bringt doch viel mehr Wählerstimmen, wenn man´s den “faulen Säcken” so richtig zeigt.

  10. Die Vorschläge für die Schulleitungen sind excellent! Einen Teil davon praktizieren wir schon. Der Rest ist eine schöne Anregung für mehr Kreativität.

  11. Man könnte auch einfach mehr Lehrkräfte einstellen, anstatt zahlreiche Stunden mit zahlreichen Referendaren abzudecken (die alle mehr als die regulär vorgesehene Stundenzahl unterrichten!). Zum Beispiel die 1er-Absolventen in Kombinationen mit D, die nun alle nichts Festes bekommen… Der ständige Lehrerwechsel ist bestimmt auch der Unterrichtsqualität sehr zuträglich. Aber Bayern will ja schuldenfrei werden. Jeder hat eben so seine Prioritäten.

  12. Dass die Referendare schamlos als billige Kräfte missbraucht werden: keine Frage, und dass der permanente Lehrerwechsel der letzten Jahre schadet: ebenso. Andererseits ist Schuldenfreiheit ja mal nicht schlecht, man müsste nur über die Prioritäten reden. (Und so sehr ich mir mehr Geld für die Bildung wünsche, mir fehlt das volkswirtschaftliche Wissen, wie man das Geld am geschicktesten einsetzt.)

    Mehr Lehrkräfte wären aus vielen Gründen eine gute Idee. Das allein würde das Problem der ausfallenden Stunden aber nicht lösen, wenn es denn überhaupt ein Problem ist (was ich nämlich nicht glaube). Es sei denn, man argumentiert, dass bei kleineren Klassen weniger Stress herrscht und die Krankheitsquote der Lehrer sinkt.

    Die offensichtliche Lösung kostet Geld: Lehrern Präsenzstunden zu verordnen, ohne dass die einfach ein Zuschlag auf auf das aktuelle Stundendeputat sind, sondern eine Alternative dazu. (Damit würde man zugeben, dass nicht nur der Unterricht Arbeit macht. Ehrlich gesagt, der macht mir am wenigsten Arbeit.) Oder: Lehrer von anderen, administrativen Aufgaben freihalten, damit sie mehr Energie in die Lehre stecken können. (Bessere Ausstattung und besseres Backoffice.)

    Bei Tagen vor Ferien bin ich ohnehin für so viel Normalität wie möglich, also Unterricht bis zur 6. Stunde. (Der Gottesdienst in den ersten beiden Stunden zählt als nicht reguläre, aber vertretene Stunde, nehme ich an?)

  13. Kann ich nur unterstreichen: Der reguläre Unterricht verursacht am allerwenigsten Stress, es ist der verwaltungstechnische Kram und all das, was sich vor allem außerhalb des Unterrichts abspielt. Wenn dann noch Präsenzpflicht u.a. dazukommen soll, und zwar ohne Anrechnung, nenne ich sowas Ausbeutung. Und das, obwohl Hunderte von Junglehrern darauf warten, eine feste Planstelle zu bekommen und endlich arbeiten zu dürfen. Bei alldem frage ich mich: Was kommt als Nächstes? Wie lange soll es noch so weitergehen, bis sogar der selbstverliebte Herr Minister S. erkennt, dass irgendwann das Maß voll sein muss und er mit seiner Bande vielleicht auf die falschen Pferde gesetzt hat? Mir wird manchmal ganz Angst und Bange, wenn ich mir die Zukunft so ausmale, aber das sollte man vielleicht besser lassen.

  14. @Beelzebub: Ich glaube, man kann die verschiedenen Schularten nicht vergleichen – nicht einmal zwei verschiedene Schulen derselben Schulart.
    Stundenplan und Vertretungsplan hängen so eng mit den vorhandenen Räumen, den Beschäftigungsverhältnis (und wer hier einfach nur von Teilzeit und Vollzeit redet, sollte mal genauer hinschauen, welche Anstellungsverhältnisse mit wievielen Stunden an einer Schule existieren können), dem Wahlverhalten der Schüler (von Jahr zu Jahr) was Sprachen oder Wahlpflichtfächer angeht, den Übertrittszahlen, ja ich will sogar sagen, dem jeweiligen Klima und Wetter des Jahres (Krankheiten!), dem Altersschnitt des Kollegiums usw. zusammen, dass es mit einer Gesamtstatistik nicht getan ist.

    Jeder klar denkende Kollege wird bei den oben zitierten Zahlen mit den Schultern zucken und sich seinem Tagesgeschäft zuwenden, weil sie ebensowenig aussagen, wie die Schnitte der Jahrgangsstufenteste.

    Ich bin übrigens für 4 Stunden am Freitag – aber das wäre ja auch wieder den Kollegen gegenüber unfair, bei denen dann die 5. und 6. ausfallen würden.

    Und Gottesdienst, gnihihihi: Das hängt, wie gesagt, vom Vertretungsplan ab – ich gehe davon aus, dass die Zahlen, die weitergeschickt werden, aus dem entsprechenden Programm kommen. Und wenn da Gottesdienst steht, dann fallen den entsprechenden Kollegen Stunden aus – ergo: Minusstunden.

  15. @tommdidomm Ob man sie vergleichen kann oder nicht (ich stimme dir nur halbwegs zu), sie werden es aber im konkreten Zusammenhang, von Eltern, Kultusministerium…
    Und das kommt gerade furchtbar gelegen, weil ja das hochverzinste Arbeitszeitkonto abgebaut werden muss…

  16. In der Anlage des KMS wird vorgeschlagen, Klassenfahrten teilweise in die Ferien zu legen.
    In einem anderen KMS (vom 5.2.2010) steht “Schülerfahrten dürfen grundsätzlich nicht in den Ferien stattfinden.”
    Damit schlägt das KuMi etwas vor, was es vor gerade einmal 2 Jahren selbst verboten hat!

    Was mich von den Münchnern auch gerade ärgert:
    Es ist eine einseitige, ungerechte Erbsenzählerei auch den Schülern gegenüber: Wenn bspw. die Theatergruppe am Wochenende stundenlang probt, dann taucht das nirgendwo als Plus auf. Wird die Theaterlehrerin allerdings einmal krank, dann werden gleich popelige 90 Minuten vom Unterrichtsplan der Schüler als Minus erfasst und nach München gemeldet…
    Die meisten Schüler erfüllen mit Wahlkursen, abendlichen Vorstellungen, P‑Seminaren usw. weit mehr als ihr “Plan-Soll”! Warum wird das alles nicht auch statistisch erfasst?

    Und zu “tommdidomm”:
    Ich weiß zu wenig von Realschulen, um beurteilen zu können, ob man die Unterrichtsausfälle wirklich miteinander vergleichen kann. Wie viel stundenplanmäßigen Nachmittagsunterricht gibt es an Realschulen? Wie viele Schul‑, Klassen- und Studienfahrten gibt es? Wie viel verschiedenene Austauschprogramme laufen an einer Schule? Gibt es eine vom Umfang her dem Abitur vergleichbare Abschlussprüfung, durch die anderer Unterricht ausfällt? Was ist mit unserem doppelten Abiturjahrgang (nicht nur doppelte Abiprüfungen, sondern auch doppelte Studienfahrten …). Müssen Abschlussprüfungen von privaten Schulen mitgemacht werden? Muss an der Uni mitgeprüft werden?
    Bei uns gibt es so viele Gründe, warum Unterricht ausfallen kann, ohne dass dafür ein Lehrer krank sein muss…

  17. Deine Fragen, so unterstelle ich dir (gutartig), zeugen von einer gewissen gymnasialen Überheblichkeit.

    —-und hier lösche ich meine Realschulentgegnungen auf alle deine Fragen, weil ich es ein wenig leid bin—nur eins:

    Ähm, verzeih mir, aber die Frage “Muss an der Uni mitgeprüft werden?” –

    Wo glaubst du denn, bekommen Realschulschullehrer ihr Staatsexamen her? Aus dem Kaffeeautomat der Mensa?

    Glaub mir, auch wir an den Realschulen haben alles, was du da aufzählst inklusive G8, bei uns hieß das damals R6. Das geht vorbei, keine Angst.

    Und wie gesagt: man kann es nicht vergleichen. Und ich will es eigentlich auch nicht, weil wir dadurch nicht nur Vieher werden, sondern man kann meinen, es sei so gewollt, auch gegenseitig uns noch an die Metzgerbank führen.

  18. “…zeugen von einer gewissen gymnasialen Überheblichkeit…”
    Nö, eben nicht. Sondern – wie gesagt – von purer Unwissenheit.
    “…und hier lösche ich meine Realschulentgegnungen auf alle deine Fragen, weil ich es ein wenig leid bin…”
    Schade. Manche Sachen (z.B. Menge an Nachmittagsunterricht) hätten mich schon interessiert.
    “Glaub mir, auch wir an den Realschulen haben alles, was du da aufzählst inklusive G8, bei uns hieß das damals R6.”
    Versteh´ ich nicht: G8 bedeutet Schulzeitverkürzung, während R6 doch in der Summe eine Realschulzeitverlängerung war, oder nicht? (Hat euch R6 nicht 2 Jahre mehr Realschulzeit eingebracht? Hat R6 auch verstärkt Nachmittagsunterricht mit sich gebracht? Wenn ja, warum?)
    “…auch gegenseitig uns noch an die Metzgerbank führen.”
    Ja, das sollten wir tatsächlich vermeiden. Nur haben wir halt gerade das Problem, dass ihr uns momentan dauernd als das leuchtende Vorbild unter die Nase gerieben werdet und ich gerne wüsste, welche Faktoren die Zahlen der Statistiken beeinflussen…

  19. “In der Anlage des KMS wird vorgeschlagen, Klassenfahrten teilweise in die Ferien zu legen.
    In einem anderen KMS (vom 5.2.2010) steht “Schülerfahrten dürfen grundsätzlich nicht in den Ferien stattfinden.”
    Damit schlägt das KuMi etwas vor, was es vor gerade einmal 2 Jahren selbst verboten hat!”

    -> Klassischer Fall von blindem Aktionismus, ausgelöst von der Panik, man könne von irgendjemandem (Eltern? Wirtschaft?) böse eins auf den Deckel bekommen.

  20. “Grundsätzlich nicht” bedeutet juristisch: außer in Ausnahmen. Wenn etwas grundsätzlich nicht erlaubt ist, heißt das also, dass es definitiv erlaubt ist – in Ausnahmefällen. Und das KuMi meint halt, wir sollen jetzt mal ein Jahr lang Ausnahmefälle fahren.

    Ich denke, es herrscht eine gewisse Menge Unwissenheit und demnach Misstrauen, was jeweils andere Schularten betrifft. (Deshalb begrüße ich Blogs, die mir einen Einblick in Grund- oder Realschule bieten.) Nicht stundenplankonformen Unterricht gibt es an Realschulen in derselben Menge wie am Gymnasium – Fortbildungen, Prüfungen, Exkursionen, Krankheit, Schwangerschaft, Elternzeit. Vermutlich auch in ähnlichem Verhältnis, obwohl dazu keine Zahlen veröffentlicht wurden.

    An Realschulen wird aber mehr vertreten. Und da schauen wir natürlich neugierig auf die Realschulen, wie die das schaffen. Macht ihr so viel mehr Mehrarbeit? Meldet ihr so viel mehr Mehrarbeit? Setzt ihr die Vorschläge des Ministeriums um, etwa Unterricht zweier Klassen durch eine Lehrkraft parallel?

  21. Also, nach dem ich mir den Geifer abgewischt habe…:)…stellen wir uns mal janz dumm.

    Erstmal – woher ich mein Wissen habe: Meine Frau arbeitet am Gymnasium und wir haben vom Studium bis Examen und die Jahre m Job alles parallel durchlitten / durchlebt. Also jedenfalls seit mehr als 12 Jahren. Wir reichen uns, da die Schulen an einem Ort liegen, seit einiger Zeit die Schüler zu, sowohl in die eine wie in die andere Richtung.

    Erste Erkenntnis, auch wenn es manche nicht glauben wollen: Der Unterschied zwischen Gymnasium und Realschule existiert oftmals nur ab der zehnten Klasse. Heißt: Wenn ich eine 8. Klasse drüben unterrichten würde, würde es keiner merken – ebensowenig andersrum. Wir machen nahezu dieselben Themen, was meine Fächer betrifft. Entsprechend betrifft das die Organisation von Unterricht. Der Unterschied liegt oftmals in den Büchern, die einen sprachlich höheren Ansprch stellen – aber auch hier lache ich mir oft was weg, wenn ich sehe, wie einfach es sich manche Verlage machen. Als die R6 eingeführt wurde, habe ich Proebexemplare von “neuen” Deutschbüchern in die Hand bekommen, da waren grad mal der Buchdeckel ausgetauscht und die Kapital anders benannt, aber im Kern waren stellenweise die Kapitel 1:1 die gymnasialen Bücher.
    Die Bücher tauschen wir hier auch manchmal – Geschichte und Deutsch.

    Zweite Erkenntnis daher: die Realschule ist näher am Gymnasium als an der Mittelschule, was das Unterrichten angeht und den Stoff. Ich habe vor einem Jahr für ein Seminar an der Uni mal Schulbücher der drei Schularten verglichen und letztlich festgestellt, dass überall derselbe Stoff durchgenommen wird, das sich hier allein das Vermittlungsniveau ändert. Logisch.

    Ok, zu den Fragen oben – das hängt ganz stark von der jeweiligen Schule ab – es gibt Realschulen mit 400 Schülern und mit 1400. Entsprechend sind die Personaldecken manchmal dicker, manchmal eben nicht. Entsprechend ist das Angebot, was man hat. Manche Schulen haben einen Austausch, manche zwei, andere keinen. Fahrten finden in fast jeder Stufe statt.

    Nachmittagsunterricht gibt es nicht in dem Maße wie am Gym, also festgelegten. Das hängt aber z.B. oft von anderen Dingen ab. Als Beispiel: wir hatten lange Zeit nur eine Einfachturnhalle, sind aber eine Schule, die 24 Klassen hat. Bei nicht koedukativen Unterricht in Sport mit Doppelstunden bekommt man da ein Problem mit dem Stundenplan, d.h. manche Klassen hatten bis 17 Uhr Unterricht bei zwei Stunden Mittagspause.
    Daneben gibt es nachmittags Unterricht, wenn der Stundenplan durch bestimmte Umstände Verwerfungen bekommt – das würde jetzt aber zu weit führen.
    Ansonsten planen die meisten Realschulen Unterricht von 8 bis 13 Uhr.
    Andere Nachmittagstermine gibts aber schon, was Förderunterricht angeht und so.

    Der Hinweis auf R6 war natürlich doof. Wir hatten halt auch ein paar Jahre lang Schüler/Klassen, die nach unterschiedlichen Lehrplänen unterrichtet werden mussten. Aber nicht zwei Abschlussjahrgänge. Allerdings: das habt ihr ja auch nur in einem Jahr…oder?

    Zu dem, was Herr Rau sich fragt:

    Ich habe, und das basiert nur auf dem, was meine Frau sagt und dem was Herr Rau sagt, das Gefühl, dass Mehrarbeitsabrechnungen am Gym nicht verbreitet sind. Ich kenne das aber seit…grübel…2001, d.h. seit diesem Jahr rechne ich ab und es gibt immer was zu rechnen. Bei meiner ersten Abrechnung – das erwähnte ich schon mal – habe ich mehr als dreißig Überstunden Mehrarbeit zwischen Mitte September und Ende Januar gehabt. Und das waren “nur” Vetretungsstunden. Bei angeordneter Mehrarbeit, bzw. wenn ich halt freiwlliig Kollegen vertreten habe, kamen ähnliche Zahlen heraus.

    Unterricht in zwei Klassen heißt bei uns “Mitführen”. Ist sehr unbeliebt, geht manchmal nicht anders, heißt aber: keine Mehrarbeit…denn man ist ja nur eine Stunde beschäftigt…;)…ja. Gibt es aber am Gym drüben auch. Ist aber in keinerlei Hinsicht sinnvoll.

    Was man aber an Realschulen, etwa nicht an Gymnasien?, vor ein paar Jahren mal gemacht hat, war, dass man viele Extra-Angebote gestrichen hat. Zusammen mit der Erhöhung der Arbeitszeit usw. gingen einige Schulen dazu über, z.B. einige Fahrten zu streichen. Manche Schulen sind da auf Null gegangen.

    Und in vielerlei Hinsicht halte ich so etwas auch für den richtigen Weg:

    a) Diese Sondergeschichten: Fahrten, Wettbewerbe, Austäusche, Schulfeste, Abendveranstaltungen usw. könnte man auf ein Maß zusammenschrumpfen, dass die Arbeitsbelastung insgesamt abnimmt und eben auch der Stundenausfall.

    b) Man kann innerhalb der Schule versuchen sich über Konzepte zu verständigen. Besonders ein Fahrtenkonzept hilft hier viel: Man einigt sich im Kollegium auf Fahrten und Termine im Jahr.

    Und Herr Rau, wenn du möchtest, können wir uns im privaten Raum in Ottobrunn kurz darüber unterhalten. Wenn wir unter uns sind.

    Ansonsten empfehle ich, nicht zu viel auf Zahlen zu geben und vor allem nicht auf Vorbilder, die einem von jemanden unter die Nase gerieben werden. Am Gym meiner Frau geschieht dies nicht…

  22. Klasse Artikel, Herr Rau!

    Was mich an der Sache so aufregt, ist die Tatsache, dass die Seminarschulen darunter noch mehr leiden, als andere Schulen, an denen es noch etwas geregelter zugeht.
    Neben den ganzen Dingen, die hier schon genannt wurden, gibt es an den Seminarschulen nämlich nochmals zusätzliche Gründe, warum Unterricht ausfällt, der jetzt vertreten werden muss.

    Beispiel:
    Im Gymnasium xy gibt es ein hauseigenes Seminar mit 35 Referendaren. Sind die Referendare im Zweigschuleinsatz, fehlen Seminarlehrer und Schulleiter an 35 Tagen im Schuljahr. Der Unterricht der Seminarlehrer ist an diesem Tag Unterricht, der durch das restliche Kollegium vertreten werden muss.
    Kommen die 35 Referendare im letzten Ausbildungsabschnitt, erteilen sie ca. 100 Stunden eigenverantwortlichen Unterricht. Erneut fallen 35 Lehrproben an, die von der Kommission (4 Leute) nachbesprochen werden müssen. Selbst wenn man die Besprechungen in den Nachmittag legt, heißt das nicht, dass nichts ausfällt, denn Nachmittagsunterricht ist hier die Regel. Also fällt wieder Unterricht an, der vertreten werden muss.
    Sind die Referendare mit ihren Prüfungen fertig, müssen sie sich Jobs suchen, da kaum noch jemand übernommen wird. An diesen Tagen fällt ihr eigenverantwortlicher Unterricht entweder aus, oder er muss wieder vertreten werden.
    Am Ende des Halbjahres, in dem ein hauseigenes Seminar fertig wird, bekommt die Schule dann ca. 10 Zweigschulreferendare zugewiesen, um den eigenverantwortlichen Unterricht so lange fortzuführen, bis das nächste Seminar aus dem Zweigschuleinsatz zurückkehrt. Die Zweigschulreferendare haben Seminartage, an denen ihr Unterricht ausfällt, bzw. wieder durch das restliche Kollegium vertreten werden muss.

    Trotzdem erhalten die Seminarschulen keinerlei höhere Stellenzuweisungen. Das restliche Kollegium wird sowieso schon deshalb stark belastet, weil Referendare als Klassenleiter nicht in Frage kommen, keine Aufsichten halten dürfen, für Vertretungen nicht eingesetzt werden sollten, betreut werden müssen (manche sogar so stark, dass allein die Betreuung schon einem Halbtagsjob nahekommt), man die Schulaufgaben usw. nachkorrigieren muss usw, usw. Und dies alles neben dem normalen Vollzeitjob und den damit verbundenen eigenen Verpflichtungen. Jetzt darf man als normaler Lehrer an einer Seminarschule auch noch mehr vertreten.
    Ich kann irgendwann nicht mehr.

  23. Äh, ich hab grad noch mal mit meiner Frau gesprochen, um einige Unterschiede festzustellen. Also hätte ich viel kürzer labern können da oben ;). War mal wieder auf Mission.

    Aber kurz:

    Ja, bei uns wird jede Stunde vertreten. Dass eine Stunde ersatzlos ausfällt, gibt es quasi nicht. Das einzige, was ausfiel, war höchstens mal die 6. Stunde, auch wenn sie vorgezogen werdnen konnte. Aber z.B. Stunde 1 und 2 fällt nie aus.

    Wenn Kollegen kurzfristig ausfallen und man keine Aushilfe bekommt, kann ein Kollege einspringenn und eine Zeit lang mehr unterrichten – kommt ab und an vor.

    Und ja, offensichtlich war das bisher am Gym meiner Frau auch anders. Daran habe ich grad gar nicht gedacht, weil ich irgendwie unser Modell als das Normale erachtet habe, bzw. es als speziellen Fall jenes Gyms betrachtet habe – dass z.B. 1. und 2. ausfällt.

    Mein Vorschreiber hat einen interessanten Beitrag geleistet. Interessant, weil nämlich im Realschulbereich in letzter Zeit zwei Neuerungen gekommen sind. Ich denke, man kann darauf warten, dass es am Gym auch soweit kommt:

    a) Seminar- und EInsatzschule läuft jeweils ein Jahr, d.h. erst das Jahr Seminar, dann ein Jahr Einsatz. Immer auf das volle Jahr bezogen. So hat man natürlich kaum Lücken.

    b) Es sind nicht mehr die Chefs und Seminarlehrer der Seminarschule, die Lehrproben abnehmen, sondern es wird die Combo der nächstgelegenen Seminarschule genommen, also nächst zur Einsatzschule. Dadurch verteilt sich das wohl etwas.

    Und ja, offensichtlich wird auch das Gym meiner Frau grad besonders unter die Lupe genommen.

    Toll, endlich mal Vorbild sein. Hatte ich lange nicht mehr…ähm.

  24. Wäre auch kein Grund für Geifer gewesen, tommdidomm, ich habe nochmal nachgelesen, die letzten Kommentare waren durchaus nicht unfreundlich. Um Unterschiede im Lehrplan oder Niveau zwischen Realschule und Gymnasium ging es diesmal auch gar nicht. Das will ich mir auch – falls überhaupt – für später mal aufheben.

    Mehrarbeitsabrechnungen sind am Gymnasium tatsächlich nicht verbreitet, was sich jetzt sicher ändern wird. Lieber wäre uns natürlich keine Mehrarbeit statt einer Abrechnung, aber wenn schon, dann soll es wenigstens kosten. (Übel auch, dass Teilzeitkräfte nicht so einfach ihre Teilzeit aufstocken dürfen, sondern zu schlechter bezahlter Mehrarbeit verdonnert werden.)

    Fahrten streichen: sehe ich auch so, zumal mir eh zu viel gefahren wird. Ich hätte gerne mehr Alltag. Aber wir fahren wohl gar nicht so viel, wie ich denke. Und ja, ich freue mich schon auf einen Austausch – nicht nur darüber – in Ottobrunn.

    Ich fürchte allerdings, dass insgesamt die versammelten Schulleiter am Gymnasium doch sehr viel auf die Zahlen geben werden, dezidiert mit Blick auf die Realschulen. Wenn das an der Schule deiner Frau nicht so ist: toll. An mir soll’s nicht liegen, ich wäre vorher nie auf die Idee gekommen, meine Schule mit irgendeiner anderen zu vergleichen.

  25. ja, sorry noch mal. habe manche empfindliche stelle…daher so.

    aber wurst, wir haben offensichtlich zu viel zeit…dauenrd im internet hängen und so ;)

  26. Normaler Lehrer an Seminarschule: danke für die Perspektive, das habe ich gar nicht im Blick.

    Tommdidomm (ich muss jedesmal nachschauen, wo da ein t und wo ein d hinkommt, fast so schlim wie Dedekdiv): Danke für die vielen Informationen! Und bloggende Lehrer sind ja ohnehin immer Vorbild.

  27. Noch eine Erweiterung der Perspektive:

    An einer Realschule fallen im Normalfall durch einen spontan erkrankten Kollegen maximal 6 Stunden aus, da es (wie Tommdidomm schrieb) kaum Nachmittagsunterricht gibt. Bei uns am Gym ist es nicht unüblich, dass man auch Unterrichtstage mit 8–10 Stunden hat. Wird man da mal krank, ist natürlich der Unterrichtsausfall gleich deutlich höher.

    Sehr gelacht haben wir bei uns übrigens über die KuMi-Empfehlung, Konferenzen auf Nachmittage mit wenig Nachmittagsunterricht zu legen. Das ist bei uns nur der Freitag, aber selbst dann fällt Nachmittagsunterricht aus, wenngleich auch nicht ganz so viel wie an anderen Wochentagen.

  28. Zu tommdidomm:
    Ich habe überhaupt nichts über Qualität und Inhalt gesagt (schon gar nichts schlechtes).
    Mir geht es doch nur um Organisatorisches, um Zahlenmaterial also.

    Beispiel Austausch: Wir haben halt nicht ein oder zwei, sondern vier oder fünf Austauschprogramme laufen (sprachliches Profil). Jedes Mal fehlen Lehrer und müssen vertreten werden! Die Austauschprogramme sind aber von den Eltern gewollt! (Also sollen sie sich auch nicht beschweren, wenn Unterricht ausfällt! Oder selber organisieren und mitfahren J)
    Beispiel Nachmittagsunterricht: Genau da liegt meiner Meinung nach der Hase im Pfeffer! Ist doch logisch, dass mit jeder Lehrerkonferenz, Klassenkonferenz, Fortbildung (selbst wenn diese nur nachmittags ist) usw. bei uns viel mehr Unterricht ausfällt und gleichzeitig als „ersatzlos ausgefallen“ nach München gemeldet werden muss. Und das wird uns jetzt von den Politikern als „Faulheit“ vorgehalten!
    Beispiel Abschlussprüfungen: Natürlich haben wir nicht jedes Jahr nur 2 Abiture. Letztes Jahr hatte meine Schule speziell nämlich drei (wegen Steiner-Abi). War ein tolles Jahr! Wir sind also froh, dieses und nächstes Jahr bloß 2 zu haben J. (Und wir träumen schon vom übernächsten Jahr, wenn wir auch endlich nur ein Abi haben werden… )
    Beispiel Mehrarbeitsabrechnung: Ich kenne in meinem Kollegium niemanden, der schon jemals Mehrarbeit abgerechnet hätte – ist also wirklich nicht sonderlich verbreitet. Ich hoffe sehr, dass sich das jetzt ändert!

    Zum „Mitführen“ (Unterricht in zwei Klassen): In zwei verschiedenen Räumen? Das ist doch aufsichtstechnisch gar nicht erlaubt?

    Zum „Extra-Angebot“: Genau das macht aber meiner Meinung nach das vielbeschworene Schulleben aus! Sollen wir wieder zur reinen Paukschule zurück? Sind sich die Eltern mit ihren Beschwerden über Unterrichtsausfall überhaupt darüber bewusst, was sie da heraufbeschwören?

    Apropos „Vorbild unter die Nase reiben“: Das hat nichts mit der einzelnen Schule zu tun, also auch nicht mit der Schule deiner Frau, sondern es ist eine direkte Anweisung aus München, dass wir auf die 2% Ausfall der anderen Schularten runtersollen. Wir werden also nicht nur mit Realschulen, sondern sogar mit Grundschulen (und deren mobilen Reserven) verglichen und ein einen Topf geworfen!

  29. Danke Nina für die Ausführungen zu Seminarschulen. Geht uns genau so. Aber Gymnasium A und Gymnasium B werden ja alle über einen Kamm geschert!

  30. zu tommdidomm:
    “Und ja, offensichtlich wird auch das Gym meiner Frau grad besonders unter die Lupe genommen.”
    Ich glaube, dieses Spielchen spielen sie gerade mit jedem Gymnasium… Wir sind auch gerade angeblich das Gymnasium mit den meisten Unterrichtsausfällen, obwohl 1. und 2. Stunde nicht ausfallen, sondern vertreten werden.

  31. >Zum “Mitführen” (Unterricht in zwei Klassen): In zwei verschiedenen Räumen? Das ist doch aufsichtstechnisch gar nicht erlaubt?

    Das dürfte schon erlaubt sein. Ich lasse meine Schüler öfter allein, oder sich in Gruppen im Schulhaus verteilen. Rechtlich müssen sie nur das Gefühl haben, beaufsichtigt zu sein, und da kann im Prinzip reichen, den Lehrer in erreichbarer Nähe zu haben. Ich habe da keine Angst, aber auch eher brave Schüler. (Klar: wenn etwas passiert, steht man erst einmal unter Verdacht.)
    Ich sehe das auch für uns als ein Modell zum Ausprobieren. Es muss halt einen Arbeitsuaftrag geben – oder die Shcüler müssen selbstständiges Arbeiten an Portfolio/Monatsarbeit gewöhnt sein. Problem dabei nur: wie stellt man sicher, dass die ihr Material dabei/zur Verfügung haben?

  32. Zu der Mehrarbeitsabrechnung:

    Die Kultur, Mehrarbeitsstunden abzurechnen, ist an den Gymnasien deshalb so wenig verbreitet, weil es früher (und leider nach diesem Schuljahr auch bald wieder) so ist, dass man die Mehrarbeit nur jahresweise abrechnen kann. Da bei uns aber fast jeder Lehrer irgendwie mit einem Abiturkurs “drinhängt”, entstehen jedem angebliche Ausfallstunden, die den Mehrarbeitsstunden gegengerechnet werden:
    Weil das Abitur im Mai stattfindet, finden im Juni und Juli die Kurse der Jahrgangsstufe 12 nicht statt. Hat man einen 12er Kurs vierstündig, sind das 32 Stunden (8 Wochen a 4 Stunden), die man ja gar nicht halten muss und die den Mehrarbeitsstunden (aus November und Februar, z.B.) gegengerechnet werden, sodass man meist von den Abrechnungen nichts hat. Dass man sich zuvor im Abitur dumm und dusslig korrigiert hat, Wochenenden mit Extralernterminen angeboten hat zur Abivorbereitung usw., das interessiert keinen. Dafür darf man auch seine Mehrarbeit nicht abrechnen.

    Solange man noch abrechnen kann, sollte man das auch tun. Momentan ist es wohl noch vierteljahresweise. Habe ich dann Mehrarbeit geleistet und einer von den Kollegen kommt auf die Idee, eine meiner Klassen mit auf einen Unterrichtsgang o.ä. zu nehmen, werde ich das mir dadurch entgehende Geld (wird ja mit meiner Mehrarbeit verrechnet), weil mir ja eine Stunde ausfällt, vom Kollegen einfordern. ;-)

  33. Herr Rau:
    “Übel auch, dass Teilzeitkräfte nicht so einfach ihre Teilzeit aufstocken dürfen, sondern zu schlechter bezahlter Mehrarbeit verdonnert werden.”
    Das stimmt so nicht ganz:
    Wenn Teilzeitkräfte ihre Mehrarbeit abrechnen, dann erhalten bis zum vollen Stundendeputat hin eine höhre Mehrarbeitsvergütung (und zwar so viel als wenn sie tatsächlich ein höheres Stundendeputat hätten). Erst wenn sie so viel Mehrarbeit leisten, dass sie über die volle UPZ hinaus unterrichten, bekommen sie gleich wenig wie die Vollzeitkräfte.
    Deshalb kann sich Mehrarbeit für Teilzeitkräfte durchaus lohnen…

  34. >“Und ja, offensichtlich wird auch das Gym meiner Frau grad besonders unter die Lupe genommen.”
    Ich glaube, dieses Spielchen spielen sie gerade mit jedem Gymnasium… Wir sind auch gerade angeblich das Gymnasium mit den meisten Unterrichtsausfällen

    Äh, Moment mal… sind wir an der gleichen Schule?
    So wurde das bei uns auch kommuniziert.…

  35. Ja, wie gesagt, ich hatte da was rausgehört, was wohl nicht drin steckte.

    Wobei, glaube ich, auch geschaut werden muss, mit welchen Zahlen man da hantiert. Ich bin ja auch nicht der Mathechecker, aber wenn bei uns ein Vollzeitlehrer ausfällt mit 6 Stunden am Tag, dann ist das, so wie ich ausgeführt habe, 0% Unterrichtsausfall, weil alles vertreten wird.

    Und ja, das Zusatzangebot macht die Schule aus – aber wir haben z.B. einfach nicht gneug Lehrer, um hier ein Angebot zusammenzustellen, was über das Normale hinausgeht. Bei 48 Lehrern, von denen gefühltermaßen nur 40% Vollzeit arbeiten, ist das etwas schwierig.

    Heute z.B., Speaking-Test der 8. Klassen, auf zwei Tage angelegt. 4 Kollegen zum Prüfen abgemeldet, Vier Kollegen krank bzw. für Schulaufgaben 10. Klasse abgeordnet, 2 auf Fortbildung, drei Kollegen mit freien Tagen. Das macht schon mehr ein Fünftel der Belegschaft. Dann kommen drei Kollegen zu spät, weil sie im Stau hingen. Da geht dann schon einfach nichts mehr.

    Also letztlich sind wir uns einfach einig – daher finde ich den entsprechenden Absatz von Herrn Rau auch so passend – dass uns unsre eigenen Leute in den Rücken fallen und meinen, wir wären faul oder sonstwas.

  36. Nina:
    “Äh, Moment mal… sind wir an der gleichen Schule?”
    Nö, ich glaube nicht, wir haben nämlich “nur” 23 Referendare. Also müsste bei uns doch schon mal weniger Unterricht ausfallen also bei euch :-)))

  37. Die Mehrarbeitsregelungen sind intransparent. Ich glaube immerhin, Nina, dass erst ab der Verabschiedung der Abiturienten die nicht mehr zu haltenden Stundenals Freizeitausgleich zählen – immerhin auch noch der ganze Juli.

    Das mit der Teilzeit wusste ich noch nicht, Manu, danke. Aber für die Pension wäre Teilzeitaufstockung natürlich besser als Mehrarbeit.

  38. tommdidomm:
    “wenn bei uns ein Vollzeitlehrer ausfällt mit 6 Stunden am Tag, dann ist das, so wie ich ausgeführt habe, 0% Unterrichtsausfall, weil alles vertreten wird.”
    Genau das geht bei uns nicht. Denn bei 6 Stunden sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Nachmittagsstunden dabei. Und wer soll die vertreten? In der 9. oder 10. Stunde sind keine Lehrer mehr im Schulhaus, die eine Vertretungsstunde übernehmen könnten, sondern nur noch Lehrer, die selber Unterricht haben.

  39. tommdidomm:
    “dass uns unsre eigenen Leute in den Rücken fallen und meinen, wir wären faul oder sonstwas.”
    Wen meinst du mit “eigene Leute”? Die vom Kultusministerium???

  40. Herr Rau:
    “Ich glaube immerhin, Nina, dass erst ab der Verabschiedung der Abiturienten die nicht mehr zu haltenden Stundenals Freizeitausgleich zählen”
    Ja, das stimmt ganz sicher so.

    “Aber für die Pension wäre Teilzeitaufstockung natürlich besser als Mehrarbeit.”
    Das ist natürlich richtig.

  41. @Manu: Als Schulleitungsmitglied sage ich, dass ich vormittags sicher Leute finde, die nachmittags vertreten können ;). Oder ich plane Präsenzen ein.

    Und ja, äh, das Kultusministerium halte ich noch für die “eignen Leute”. Schließlich entscheiden Sie ja für uns ;).

    Dass nun der Kultusminister nicht unbedingt zum beliebtesten Job in der Staatskanzlei gehört – dafür kann ich nix.

  42. tommdidomm:
    “Als Schulleitungsmitglied sage ich, dass ich vormittags sicher Leute finde, die nachmittags vertreten können ;). Oder ich plane Präsenzen ein.”
    Schlag das mal deiner Frau vor! :-))
    (Oder ist die auch in der Schulleitung und hat ihr eigenes Büro?)

  43. Spätestens seit der Kinderlandverschickung im Referendariat sind das da am Retterplatz für mich nicht mehr die “eigenen Leute”. Seitdem ich meine zu erwartenden Dienstanweisungen zuerst auf dem Weg über die Presse an mich gehen, statt auf dem Dienstweg, um gelegentlich kurz darauf “präzisiert” zu werden, sind das da am Retterplatz eigentlich gar keine “Leute”, sondern bestenfalls Handlanger Dritter, die ihrerseits Vollzug zu melden haben. Machen wir uns nichts vor: Bildungspolitik und Personalpolitik macht nicht das Kultusministerium.

  44. @manu
    Ui, das ist ja Luxus. Unterricht bis 16.20 ist hier der Normalzustand, v.a. aus Raumnot. Ich habe jetzt das 3. Jahr 3x pro Woche, immer auch freitags, bis 16.20.
    Und ganz klar: wenn ich an diesen Tagen gegen 9.00 beginne hab ich Freistunden, in denen ich vertreten kann/muss – bin ja eh da und verfügbar …

  45. murmel:
    Ich glaube, du hast meinen Kommentar nicht verstanden:
    Ich habe nicht geschrieben, dass bei uns da kein Unterricht mehr stattfindet (habe selber 3x von der 1./2.–9./10. Stunde; also so viel mal zum “Luxus”…), sondern nur, dass da keine Freistunden mehr sind – also keine Lehrer mehr für Vertretungsstunden zur Verfügung stehen. Denn entweder habe ich in der 10. Std. Unterricht, dann kann ich keine Vertretung halten, oder ich habe nach der 9. Std. Schluss, dann gehe ich nach Hause.

  46. Manu:
    Oder du hast in der 10. Stunde Unterricht, aber in der 8. und 9. Stunde Freistunden. Dann kannst du natürlich in diesen Stunden auch vertreten, wenn in einer anderen Klasse die Lehrkraft krank ist. Wie am Vormittag eben. Freistunden habe ich seit Jahren auch am Nachmittag, so ärgerlich das sein mag.

  47. Noch zu ergänzen: die Oberstufe im Gymnasium wird von der Statistik nicht berücksichtigt. Es macht also keinen Sinn, dort Stunden zu vertreten, da die den Zahlen gar nicht helfen. (Mit der Oberstufe wegfahrende Kollegen schlagen natürlich zu Buche, wenn sie dann in anderen Klassen fehlen.I

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