Mebis-Spontanfortbildungen (Klassenkurse für Mebis)

Im Moment gibt es ein gestiegenes Interesse an Mebis, der Online-Schulplattform des bayerischen Kultusministerium, die allen Schulen zur Verfügung gestellt wird. Nicht ihr einziger, aber doch der wichtigste Bestandteil ist die Lernplattform, ein angepasstes Moodle. Und die wird plötzlich interessant, für den Fall, dass Schulen im Zusammenhang mit dem Corina-Virus geschlossen werden müssten.

Vorschlag 1

Eine Möglichkeit für den Notfall ist, dass jeder Lehrer und jede Lehrerin für jede Klasse einen eigenen Mebiskurs einrichtet. So habe ich das ja auch gehaltn bisher: Pro Klasse ein Kurs, am Ende des Jahres die Klasse rausgeworfen und den Kurs im neuen Jahr wiederverwendet – so wird der jedes Jahr (aber langsam, sehr langsam) besser oder entspricht zumindest immer mehr meinen Vorstellungen.

Andererseits, wenn das alle schulweit machen: Dann ist plötzlich ein Sechstklässler in zehn oder zwölf Kursen drin und soll sich noch auskennen, und die Schule hat vierhundert oder mehr Kurse. Und noch sind nicht alle Lehrer und Lehrerinnen soweit, dass sie einen einen eigenen Kurs stemmen können. Langfristig halte ich das für machbar, aber nur dann, wenn eine gewisse technische Disziplin dafür sorgen würde, dass die Kursteilnehmer und ‑teilnehmerinnen einen Überblick über ihre Aktivitäten und Aufgaben behalten könnten, ohne jeweils in alle Kurse hineinzuschauen, also in einem zentralen Dashboard. Grundsätzlich denkbar, aber so weit sind wir noch nicht.

Vorschlag 2

Also könnte man für jedes Fach einen zentralen Kurs einrichten: Dann haben die Lehrkräfte weniger Kurse, die Schüler allerdings gleichbleibend viele. Zumindest könnten die Lehrkräfte eines Faches leichter Material tauschen und wiederverwenden. Urheberrechtlich wäre das ein bisschen schwieriger, weil man ja nur der eigenen Klasse geschütztes Material austeilen darf und nicht etwa einer ganzen Jahrgangsstufe oder mehr. Aber auch da gibt es Lösungen, indem man die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des einen Kurs in unterschiedliche Gruppen einteilt und diesen unterschiedliches Material sichtbar macht.

Vorschlag 3

Eine letzte Lösung, eine Notlösung, aber eine praktische, ist die, je Klasse einen Kurs anzulegen – und in diesem Kurs tummeln sich dann alle Lehrer und Lehrerinnen der Klasse, und jedes Fach kriegt einen eigenen Abschnitt. Das sieht dann so aus:

Vergnügt effizientes Arbeiten

Ich habe dazu den ersten Start-Abschnitt mit einem Forum, einem Einleitungstext und einem schönen Bild versehen. (Das Auge denkt ja mit.) Und jedes Fach hat schon mal zum Einstieg ein Forum, einen Chat, ein Verzeichnis und zwei Überschriften gekriegt, so als Grundlage. Den Abschnitt habe ich dann kopiert und umbenannt, fertig mein Demokurs. Und den Demokurs habe ich dann fünfundzwanzig oder dreißig mal kopiert beziehungsweise neue Kurse angelegt und alles Material aus dem Demokurs dorthin importiert. Das Kopieren der Kurse ging alles während der S‑Bahn-Fahrt von Fürstenfeldbruck nach München – wenn man es gewohnt ist, ist das Arbeiten mit Mebis schneller als sein Ruf.

Zu Hause habe ich dann pro Kurs noch eine Team-Teaching-Selbsteinschreibung angelegt, so dass sich die Kollegen mit dem geheimen Zauberwort selber in den Kurs eintragen können und dort gleich Lehrerrolle innehaben. Das geht ratzfatz, wenn man die Seiten parallel in Tabs aufmacht, und jeden einzelnen Mausklick in den Tabs nacheinander ausführt, also fließbandhaft. (Dazu muss man halt schnell mit der Tastatur zwischen Tabs umschalten können.) Parallel hat die Kollegin von zu Hause aus Klasseneinschreibungen angelegt und damit die Schüler und Schülerinnen in die Kurse geholt, und am Handy ging das schneller als vom Schulrechner aus.

Ehrlich gesagt, ich glaube, das geht schneller so, als wenn jeder einen eigenen Kurs anlegt. Außerdem kann man einander helfen, wenn man sich einen Kurs teilt. Und der große Vorteil für mich: Ich sehe ein bisschen, was die Kollegen und Kolleginnen so treiben in unserem Kurs. Das heißt: Noch wird da gar nicht viel getrieben, ist ja nur für den Notfall. Wer einen eigenen Kurs hat, kann den natürlich weiter betreiben. Einige nutzen Mebis ja bereits mehr oder weniger intensiv.

Kurzanleitung und Ausblick

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Video von Tobias Frischholz, Beratungsrektor mBdB für Dachau und Fürstenfeldbruck und Leiter des Medienzentrums Dachau.

Anleitungen für Mebis gibt es gerade viele, das ist eine davon.

Ja, Mebis – weil Moodle – ist umständlich, immer noch, auch wenn es schon viel besser geworden ist. Als ich zwei Kollegen erklärte, wie die Aktivität “Forum” funktioniert, wird aber auch ein bisschen klar, woher das kommt: für die eine war sonnenklar, dass sie die E‑Mail-Einstellungen auf die eine Art haben möchte, der andere wollte das genaue Gegenteil. Das Resultat: Ein Knopf zum Einstellen, beziehungsweise: ganz viele Knöpfe dann halt.

Nachtrag: Ich denke, das Wichtigste ist ein funktionierender Kommunikationskanal, egal ob das Mebis ist oder OneNote. Den Rest kriegt man hin – natürlich nicht mit zeitgemäßer Bildung, wie meine kleinen Freunde auf Twitter sie sich wünschen, sondern mit Methoden und Weltbild des späten 20. Jahrhunderts, aber auch das reicht erst einmal aus. Musterkurse dafür zentral vom Mebis-Team erstellt.

Nachtrag: Vorschlag 4

Ich könnte auch, und so werde ich das vielleicht in Zukunft halten, genau einen Kurs pro Fach einrichten. Dann habe ich nur drei Kurse zu verwalten; in jedem Kurs gibt es verschiedene Gruppen (nämlich die in diesem Jahr unterrichteten Klassen). Es wird so zwar etwas enger im Kurs, ich kann mich nicht so breit machen in den Abschnitten wie ich das in Oberstufenkursen meist mache, aber dafür ist alles an einem Ort. Das macht die mehrfache Verwendung von Material leichter, und neugierige Schüler und Schülerinnen können schon mal bei den anderen Jahren hineinschauen. Ein virtuelles Klassenzimmer, in dem mein Material ausliegt.

Lester Dent, Corona und Mebis, Nerdtum

ITEM! Ich habe meinem jüngeren Ich ein Geschenk gemacht, oder umgekehrt. Vor bestimmt fünfzehn Jahren habe ich bei einem bekannten Online-Antiquariat eine Suchanzeige aufgegeben. Vor kurzem führte sie zum ersten Mal zu einem Fund und einer E‑Mail, und ich bestellte das Buch. Ich bin nicht mehr ganz sicher, warum ich es haben wollte. Es ist Lester Dent, Lady So Silent – unter ähnlichen Titeln gibt es vier oder fünf Bücher dieses Autors, aber es musste aus irgendeinem Grund dieses sein, und es ist auch wirklich verdammt schwer zu kriegen. – Lester Dent schrieb unter dem Hausnamen “Kenneth Robeson” fast alle Hefte der Doc-Savage-Reihe (Blogeintrag), ich habe auch eine Biographie gelesen und anderes Material dazu, in einer früheren Phase. (In meiner Studienzeit hatte ich eine orange Plastikbox für Karteikärtchen im A7-Format, noch von Dirks Star-Wars-Club geerbt, in der ich Bücher notierte, derer ich habhaft werden wollte. Das war ja damals nicht so einfach, im letzten Jahrtausend, aber inzwischen habe ich auch die obskureren davon nach und nach gekriegt.)

ITEM! Noch nichts zum Corona-Virus, aber die ersten Schulen im Landkreis haben zwei Tage zugemacht. Keine Hamsterkäufe da, wo ich einkaufe, aber ich war die letzten Tage auch nicht mehr groß einkaufen; sonst mache ich das täglich. Kollegen und Kolleginnen beginnen aber langsam zu fragen, wie das denn wäre mit der bayerischen Online-Plattform Mebis, und ob man damit Unterricht von zuhause aus bestreiten könnte. Das fände ich spannend! Zu Schulschließungen wie derzeit in Italien mag ich nichts sagen; ich kann nicht beurteilen, ob das bei der Ausbreitung des Virus viel bewirkt und wie die Eltern damit klarkämen. Aber für den Unterricht fände ich das toll! Die Q12 bis zum Abitur kann man ja noch unterrichten, die anderen bleiben zu Hause. Die Kollegen und Kolleginnen sind zumindest die ersten Tage in der Schule (oh, ich weiß genau, wer da rumnöhlen würde) um sich zu organisieren und einen Crashkurs in Mebis zu kriegen, der vielleicht einen Tick ernster genommen werden würde als sonst. Nur die Basics: minimale Kommunikation, Dateien hochladen und zur Verfügung stellen, Antworten/Aufgaben von Schülern und Schülerinnen einsammeln. Das würde funktionieren und Spaß machen. Aber gut, zu viel Stress für Eltern, wahrscheinlich. Das ist natürlich Welten entfernt vom selbstbestimmten, kollaborierenden digitalen Arbeiten, wie es sich manche auf Twitter wünschen, aber es wäre mal ein Anfang. (Und ich halte viel davon ohnehin für Altherrenmittagsblütenträume.)

ITEM! Apropos Twitter. Da brechen gerade kleine Scharmützel aus. Die einen, habe ich das Gefühl, bezeichnen Office365 an Schulen als alternativlos, den wirklich einzigen Weg zu einer brauchbaren Bildung in der Zukunft, ohne das Deutschland in der Gosse landet (Das mit der Gosse stammt von mir, das alternativlos nicht. ) Die anderen verdammen es furchtbar, was ich auch wieder für übertrieben halte: ein bisschen verdammen, das halte ich für angebracht. Philippe Wampfler, an dem ich sonst besonders schätze, dass man mit ihn noch diskutieren kann, hat dabei ein Fass aufgemacht: Er bezeichnet Kritiker als Nerds, setzt Nerds dann mit Experten gleich, bevor er die Geschichte vom Nerd-Narrativ erzählt – wobei er betont, dass die Bezeichnung Nerds völlig neutral gemeint ist und gar nicht anders als neutral verstanden werden kann. “Experten-Narrativ” alliteriert nicht so schön. Schade: Eine kurze Zeit genossen Nerds Respekt, scheint mir, jetzt verkommt das wieder zum Schimpfwort. Ein Zeichen für diese Entwicklung war vielleicht Michael Goves “People are sick of experts.”

ITEM! An der Schule läuft gerade alles gut. Muss an einigen Ecken pädagogisch wirken, tut auch mal gut.

ITEM! Einen No-prize für die Leute, die wissen, was das mit dem ITEM! auf sich hat.

Nachtrag: Habe ja schon 2010 mal eine Stunde Fernunterricht mit Moodle gemacht, Informatik, weil die Schüler und Schülerinnen darum gebeten und so ein wenig mehr Vormittag zur Verfügung hatten.