Malen mit Zahlen in der Unterstufe

Nach dem Malen neulich brachte mich Michael Brenner auf die Idee, mal so richtig Malen nach Zahlen zu machen. In der Faschingswoche hatte ich meiner 6. Klasse keine Aufgaben aufgegeben, auch die Videokonferenz war freiwillig, dennoch waren die meisten da und wollten malen. Ich hatte kurz vorher ein gemeinsames Tabellendokument vorbereitet, in dem mit “bedingter Formatierung” Zellen abhängig von ihrem Inhalt eine bestimmte Formatierung bekamen – sprich: einen farbigen Hintergrund. Es gab nur 16 Farben zur Auswahl. Die Bereiche außerhalb des Malfelds wurden geschützt, so dass sie nicht verändert werden konnten, und damit auch nicht die Breite oder Höhe der …

Romantische Bilder (Zusammenfassung von Twitter)

Deutsch, 11. Klasse, wir beginnen mit der Romantik. Als erstes geht es darum, den Begriff Romantik von der nicht-fachsprachlichen Bedeutung zu unterscheiden – romantisch, das sind auch Gebirge und Eismeer. Der Heiratsantrag mit roten Herzen ist es sogar überhaupt nicht, sondern geradezu philisterhaft: Der erste, der fand ein Liebchen,Die Schwieger kauft’ Hof und Haus;Der wiegte gar bald ein Bübchen,Und sah aus heimlichem StübchenBehaglich ins Feld hinaus. (Joseph von Eichendorff, “Die zwei Gesellen” – der andere hat ein vielleicht romantischeres, aber kein besseres Schicksal.) Dazu zeigte ich eine Sammlung von Varianten auf Caspar David Friedrichs “Der Wanderer über dem Nebelmeer”: Hausaufgabe …

Distichen in der Q11

Das Distichon ist eine Versform, die aus einem Hexameter und einem Pentameter besteht. Ein Hexameter besteht im Deutschen aus sechs Daktylen, wobei die ersten vier davon auch um eine unbetonte Silbe verkürzt sein können, sie können also durch Trochäen ersetzt werden. Ein Pentameter ist ebenfalls sechshebig, dem Namen zu trotz, er besteht aus zwei Daktylen, dann einem arg verkürzten Daktylus, nämlich einer einzigen betonten Silbe, gefolgt von drei Daktylen. Goethe hat in den römischen Elegien Distichen geschrieben, hier ein Auszug: Ich befolge den Rat, durchblättre die Werke der AltenMit geschäftiger Hand täglich mit neuem Genuss.Aber die Nächte hindurch hält Amor …

Fachsitzungen, literarische Detektivarbeit, Online-Vorlesen

Mittwoch: Fachsitzungen Am Mittwoch ist Buß und Bettag, ein Feiertag, der gestrichen wurde, aber schulfrei bleibt, so dass die Lehrer und Lehrerinnen den irgendwie reinarbeiten müssen. Ich dachte, das hätten wir für dieses Jahr schon zu Genüge getan, aber sei’s drum, schon okay. Jedenfalls hatte ich drei Fachsitzungen am Vormittag, jeweils per Videokonferenz. Unerwartet zwei Phänomen: Man ist gezwungen, einander ausreden zu lassen und kann einander schlechter ins Wort fallen, weil Konferenzsoftware damit nicht gut umgehen kann. Der parallele öffentliche Chat eröffnet ganz neue Diskussionsformen. Kurz Fragen klären, nachhaken, kommentieren – und das alles am Protokoll vorbei, vermute ich. Oder …

Arbeitsauftrag Aufbau Internet, Klasse 7, jetzt ohne Magnete

In Informatik zeige ich immer noch den Mausfilm, der bei den Schülern und Schülerinnen inzwischen historisches Interesse weckt. (“Gibt es so etwas heute noch?” “Warum sind die Monitore so groß?”) Zur Folgestunde habe ich mir vor ein oder zwei Jahren diese Grafik gemacht, anhand derer ich Inhalte wiederhole oder sichere. Die wird an die Tafel projiziert, und dazu gibt es große beschriftete Kärtchen, und eine Schülerin oder mehrere kommen vor und heften die Kärtchen mit einem Magneten an die Tafel. Semi-enaktiv kann man das nennen. Seit Anfang dieses Schuljahrs halte ich es aber so, dass die Schüler und Schülerinnen im …

Verschnaufpause

Am Dienstag Big-Blue-Button-Fortbildung angeboten, sozusagen – aber was heißt schon Fortbildung? Zu einer BBB-Konferenz eingeladen und in der BBB vorgestellt – sich bei unserer BBB-Installationen einen Account geben lassen und einfach mal hingehen, das ist ja eigentlich schon alles. Danach einfach mal alle Knöpfe drücken. (Und festgestellt, dass IOS mit Safari große Schwierigkeiten hat und macht.) Danach Green Shakshuka nach diesem Rezept gemacht, auf Kommentatorin Annes Vorschlag hin: War gut, aber mir fiel auf, dass das dann eigentlich auch nur Spinat mit Ei drauf ist, obwohl green shakshuka viel cooler klingt. Am Mittwoch Klassenelternabend, nicht online, aber etwas reduziert: Sehr …

Gulasch, Räuber, kommunikativer Sexismus

Abendessen war Wildschweingulasch, um die Heizperiode einzuleiten: Dazu Böhmische Knödel, fast so gut wie in meiner Kindheit. Ich habe allerdings weniger Rollmuster innen in Erinnerung. Das Rote ist Moosbeerenmarmelade, gesammelt, gemacht und geschenkt bekommen vom lieben Kollegen. Als Nachtisch gab es doch noch Sommerliches: Zum ersten Mal Wassermelone aus dem Kartoffelkombinat, unserer Anbaugenossenschaft. War sehr süß, sehr lecker. In der Schule in der 10. Klasse Die Räuber gemacht. Eigentlich ist ja gerade Lyrik, aber da habe ich Übungsaufsätze gekriegt, und Drama kommt bei vielen besser an – ich finde das Stück auch sehr zugänglich. Erste Szene, Besetzungsfragen: der alte Moor …

KI: Fast alles, was ich darüber weiß (Teil 4: Das Eleusis-Experiment)

Bevor ich zum letzten Teil komme, der an Teil 3 anschließt, hier ein kleiner Exkurs. Kann man getrost überspringen, ich habe mich aber darin verloren. Das Kartenspiel Eleusis Wenn ich schon eine KI zur Verfügung hatte, dann wollte ich sie auch mit etwas testen, das zumindest so aussieht, als würde es Intelligenz erfordern: Mir fiel das Spiel Eleusis ein (alter Blogeintrag). Gespielt wird mit mindestens zwei Sätzen herkömmlicher Spielkarten: Herz, Karo, Kreuz, Pik; Ass bis König. Die Kurzfassung: Eine Spielerin überlegt sich eine geheime Ablageregel, die anderen Spielerinnen müssen durch Versuch und Irrtum auf die Regel kommen – genauer gesagt, …

KI: Fast alles, was ich darüber weiß (Teil 3: Neuronale Netze)

Letztes Mal ging es um Neuronen und einfache Perzeptrone. Die Weiterentwicklung davon heißt künstliches neuronales Netz. Das heißt so, weil es aus nachgebauten Neuronen bestehen und an echte biologische neuronale Netze angelehnt ist, sie aber keinesfalls tatsächlich nachbaut. Wie ein neuronales Netz aufgebaut ist (der langweilige Teil) Hier ist ein einfaches neuronales Netz, das aus fünf Neuronen besteht: Es gibt links drei Eingangswerte. Das heißt, es gehen drei Zahlen in unser System hinein. Es könnten auch mehr oder weniger sein. Manchmal liest man auch “Eingangsneuronen”, obwohl diese Neuronen dann eigentlich nichts tun, außer einen Wert weiterzuleiten. Wenn man so zählte, …

KI: Fast alles, was ich darüber weiß (Teil 2: Neuronen)

Im ersten Teil ging es um allgemeine Gedanken, diesmal will ich etwas konkreter werde. Der Ausgangspunkt war der: Ein Computersystem soll lernen, Muster zu erkennen, also für uns eine Reihe von Datensätzen zu kategorisieren. Das können eine Menge als Farbwerte interpretierbare Zahlen sein, die das System als Ziffer erkennen soll: Das kann ein Punkt in einem zweidimensionalen Koordinatensystem sein, bei dem das System entscheiden soll, ob der Punkt “links oben” sein soll. Hier ist eine Darstellung von ein paar hundert solcher Punkte: Genau genommen geht es nicht um Punkte, sondern um zwei Werte, x und y, von denen der erste …