Informatikstudium ab der 11. Klasse

Die TU München bietet für Schüler ab der 11. Klasse an, nachmittags an Informatikvorlesungen und begleitenden Übungen teilzunehmen. Im Programm sind zur Zeit: Einführung in die Informatik, Technische Informatik, Softwaretechnik, Diskrete Strukturen, Datenbanken, Datenstrukturen und Algorithmen. Das ganze kostet die Schüler nichts, sie müssen sich allerdings mit diversen Unterlagen bewerben. Die durch die Vorlesungen und Übungen erworbenen Credits (die Schüler schreiben bei den regulären Prüfungen mit) werden von der TU München aufs Bachelor-Studium angerechnet. Ich werde meinen Schülern zumindest davon erzählen; man lernt sicher viel dabei, auch wenn man danach vielleicht doch etwas anders studiert.

Schönes über Powerpoint

Kein Mensch kann gleichzeitig lesen und zuhören. Sehr schön Zusammengefasstes zu Powerpoint gibt es bei chrisp’s virtual comments, das werde ich gleich so für die 6. Klasse verwenden. Dort ist Präsentationssoftware nämlich Stoff im Informatikunterricht, und die Schüler müssen zu einem Biologiethema eine Präsentation erstellen. Ich versuche zwar ohnehin schon, den Einsatz von bunten Schriften und einfliegendem Gedöns zu dämmen (und muss mich da manchmal gegen Kollegen durchsetzen), aber so nachvollziehbar formuliert wie dort habe ich das noch nicht gelesen.

Computerspiele objektorientiert

In der 6. Klasse lernen Schüler anhand von Vektorgraphik-Programmen, was Klassen und Objekte sind. Das ist noch anschaulich. Später und in der 7. Klasse sollen die Schüler dann auch bei der Textverarbeitung und im Internet objektorientiert arbeiten und Zeichen, Absätze, Textfelder, E‑Mails und Hyperlinks als Objekte begreifen. Das halte ich für nicht mehr so anschaulich. Wieviel bringt es, die Klasse Hyperlink mit den Attributen “Verweisziel” und “Verweistext” zu verdeutlichen? Die Punktschreibweise zu üben mit MeineMail.Empfänger=bla@blubb.de und MeineMail.Absenden(Empfänger)? Ich glaube nicht, dass die Schüler diese abstrakteren Objekte wirklich als Objekt verstehen. Allerdings soll man natürlich den Umgang mit Internet und E‑Mails …

Urheberrechtsfrage im Informatikunterricht

Urheberrechtsfrage und Antwort im Informatikunterricht, Hintergrund ist ein Wiki-Projekt in der 7. Klasse mit einer selbsterschaffenen Fantasy-Welt: “Herr Rau, ich habe da eine Frage, ob das erlaubt ist. Es gibt da eine Firma, die macht so kleine Plastikfiguren, die man selber anmalen kann. Darf ich die fotographieren und online stellen?” “Du kannst ruhig ‘Games Workshop’ sagen.” Und ja, ein Besuch auf deren Seite hat uns gezeigt, dass die uns das tatsächlich erlauben. Sonst wär’s natürlich nicht gegangen. Schüler einer anderen Klasse mit anderem Projekt haben Fotoarchive mit CC-Lizenz gefunden. (In dem Fantasy-Projekt sind die Bilder ja meist selbst gezeichnet und …

Textadventures im Informatikunterricht

Informatik, Klassen und Objekte. Zwischendurch ein bisschen Luft, um etwas auszuprobieren, auch weil ich die Klasse nicht nur in Informatik, sondern dazu in Englisch habe. Also haben die Schüler Objekte für ein Textadventure erstellt. So ein Objekt sieht zum Beispiel so aus: schoolbag1: openable  sdesc = “green schoolbag”  ldesc = “It’s a green schoolbag with a black car on it. It is           wonderful.”  noun = ’schoolbag’  adjective = ‘green’  location = bathroom ; Ich habe den Schülern die Klassen openable, readable, item und fixeditem zur Verfügung gestellt. Das Attribut ldesc gibt eine längere Beschreibung des Objektes, die man erhält, wenn …

Die Klasse MONSTER

In der 6. Klasse sollen die Schüler lernen, was Klassen und Objekte sind. Man fängt da mit Vektorgraphik-Objekten an: Ein gegebenes Rechteck hat folgende Attribute mit folgenden Attributwerten: Randfarbe = schwarz, Füllfarbe = rot, Breite = 6 cm, Länge = 4 cm, Randstärke = 2 mm und so weiter. Dann kommt man zur Klasse RECHTECK: Eine Klasse ist quasi der Bauplan, das Muster, die platonische Idee hinter den Objekten. So erkläre ich das natürlich nicht. Aber zum Beispiel mit Quartettkarten: Zur Klasse Autoquartettkarte gehören bestimmte Attribute, die Attributwerte sind bei den einzelnen Objekten, die zu der Klasse gehören, natürlich verschieden. …

Textaufgaben Informatik 10. Klasse

Ich glaube, das wird mir in Zukunft noch viel mehr Spaß machen: Herr Rau, ich habe da eine Bitte. Wir wollen unsere Lehrer und Schüler nicht mehr mit den alten Karteikarten erfassen, sondern mit einem Computerprogramm. Und da schaue ich sie an: Sie kennen sich doch mit Computern aus. Also, wir haben ja viele Schüler. Für den Anfang reicht es, wenn wir ihren Namen und ihre Konfession erfassen. Ach ja, das Eintrittsjahr ist noch wichtig und die Nummer in der Klasse. Beides zusammen reicht uns, die Schüler eindeutig zu bestimmen. Das ist ein bisschen umständlich so, aber unser Programm muss …

Geheimnisvolle Ruinenstadt mit Robot Karol

Robot Karol ist ein weit verbreitetes Programm für den Anfangsunterricht Informatik. (Herunterladen und Informationen.) Man bewegt darin einen Roboter, der nur die Anweisungen Linksdrehen, Rechtsdrehen, Vorwärtsschritt, Hinlegen und Aufheben (jeweils eines Steines bzw. einer Marke) versteht. Man kann kann aus diesen elementaren Anweisungen aber neue Anweisungen zusammenstellen und diesen Namen geben: zum Beispiel Umdrehen (=zweimal Linksdrehen), Sidestep (=Linksdrehen, Schritt, Rechtsdrehen), Zurück (=Umdrehen, Schritt, Umdrehen). Steuern kann man den Roboter durch Wiederholungsschleifen mit fester Anzahl oder Abbruchbbedingung und Wenn-dann-sonst-Bedingungen. Es gibt keine Variablen (aus didaktischen Gründen) und damit auch keine For-Next-Schleife, obwohl die die Schüler schon vermisst haben. Rekursion ist möglich. …

Informatik und Information

Ein zentraler Begriff der Informatik ist die Information. Der steht auch am Anfang des Lehrplans, ist in der 6. Klasse aber nicht leicht zu vermitteln. Die Kurzfassung: Information kann nicht direkt weitergegeben werden. Sie muss in geeigneter Form repräsentiert werden. Aus dieser Repräsentation kann der Empfänger dann mehr oder weniger die ursprüngliche Information rekonstruieren. Ist Information auf solch eine Art repräsentiert, dass sie automatisch verarbeitet werden kann, dann ist das Informatik. Beispiel: Man vergleiche eine Seite aus einem Buch mit dem Text dieser Seite in einer Textdatei. Was kann ein Mensch mit beiden Repräsentationen anfangen? (Vorlesen, leise lesen.) Was kann …

Informatikunterricht

Ich will ja keinesfalls propagieren, dass Schüler immer recht haben. Oder immer etwas Interessantes sagen, wenn sie einen am Ärmel zupfen. Aber manchmal sollte man doch richtig zuhören. Gestern im Informatikunterricht kurz vor Unterrichtsbeginn, ich war schon im Klassenzimmer, hatte eine Schülerin eine Frage zu den Diagrammen im Buch, die sie zu Hause gelesen hatte. Wir hatten sie an der Tafel in der Stunde zuvor besprochen. Um solche Diagramme ging es: (Genauer, es ging darum, wie oft was wiederholt wird, je nachdem, ob die Anweisung innerhalb oder außerhalb der Schleife steht.) Gleichzeitig wieselten andere Kinder um mich herum. Ich vertröstete …