Gedanken beim Wiederlesen von Umberto Eco, Das Foucaultsche Pendel

Es kommen Erinnerungen auf: Ich habe das Buch zum ersten Mal 1990 gelesen, bald nach Erscheinen, begeistert vom Name der Rose, auch wenn ich für den einige Anlaufe gebraucht hatte. Es geht im Foucaultschen Pendel um Geheimnisse und Rätsel, zumindest oberflächlich, und schon in der Mitte der zweiten Textseite hatte ich damals Nachschlagewerke und Atlanten vor mir ausgebreitet und geheime Verbindungen zwischen den vielen mir fremden Orten und Begriffen herausgefunden, die vielleicht existiert haben mögen, vielleicht nicht – ein Web zum Nachschlagen sollte erst in einigen Jahren da sein. Mein Freund M. las das Buch parallel zu mir und etwa … Continue reading „Gedanken beim Wiederlesen von Umberto Eco, Das Foucaultsche Pendel“

Digitale Strategie der KMK (Dezember 2016)

Bildung ist Ländersache, der Bund darf da auch gar nicht mithelfen; Ausnahmen von diesem „Kooperationsverbot“ gibt es nur ganz wenige, insbesondere darf – und das ist ja gerade im Geschehen – der Bund Geldmittel zum Ausbau der Infrastruktur zur Verfügung stellen. Damit nun nicht alle Länder ohne Rücksicht auf die anderen machen, was sie wollen, gibt es die Kultusministerkonferenz: Dort sprechen sich die Länder ab und beschließen gemeinsame Vorgaben – wie viele Unterrichtsstunden Schüler bis zum Abitur hinter sich gebracht haben müssen; gemeionsame Bildungsstandards (zumindest in einigen Fächern); was im Abitur in den einzelnen Fächer drankommen muss (EPA – einheitliche … Continue reading „Digitale Strategie der KMK (Dezember 2016)“

Agiles Weihnachtskochen

Betrachter vor Wand mit Aufgabenzetteln

Von Agilem Kochen hatte ich schon gehört, bei der Weihnachtsfeier an der Uni probierten wir das auch einmal aus. Und das kommt so: Informatiker beschäftigen sich auch mit Softwareentwicklung, und mit verschiedenen Vorgehensweisen bei der Softwareentwicklung. Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, dass es meist ins Chaos führt und Projekte nicht abgeschlossen werden, wenn man einfach mal so drauflos macht und dann schaut, was am Ende herauskommt. Es gibt also mehrere Modelle, nach denen man vorgehen kann: das Wasserfallmodell (Blogeintrag) gilt als alt und unflexibel und uncool, erfreut sich aber wohl immer noch einiger Beliebtheit. Es gibt das erweiterte Wasserfallmodell, das … Continue reading „Agiles Weihnachtskochen“

Wie das Heimnetz bei mir zu Hause aussieht (ein Überblick für Einsteiger)

Router mit angeschlossenen Geräten über Kabel, WLAN und VPN

1. Ein ganz einfaches Heimnetz Wie so viele habe ich einen Router zu Hause. Der Router ist mit dem Internet verbunden, und mein Rechner ist mit dem Router verbunden und kommt durch diesen auch ins Internet. Das kann man sich so vorstellen – links ist mein Rechner, rechts das Internet: Wenn ich von meinem Rechner aus eine Webseite aufrufen will, dann nutze ich einen Client (ein Programm, das dafür gedacht ist, zum Beispiel Mozilla Firefox) und gebe den Namen oder die Adresse eines anderen Rechners sein, auf dem ein Server-Programm läuft, das auf Anfragen Webseiten an den Client ausliefert. Nach … Continue reading „Wie das Heimnetz bei mir zu Hause aussieht (ein Überblick für Einsteiger)“

Türen und Tastaturlayouts

Tür mit Tastaturlayout als Dekoration, Querformat

In unserem Schulgebäude sind die Türen der Fachräume – Physik, Kunst, Informatik und so weiter – mit zumindest auf den ersten Blick passenden Dekorationen verziert. Noch lieber wären mir Schilder mit Straßennamen für die einzelnen Gänge, aber man nimmt, was man kriegt. (Selbst auf der Dult, dem Christkindlesmarkt, dem Oktoberfest haben die Wege Namen, warum dann nicht im Schulgebäude?) Einer der Computerräume sieht dabei so aus: Nun hätte man sich vielleicht noch etwas anderes vorstellen können als eine Tastatur, die metonymisch für Informatik steht, aber sei’s drum. Vielmehr geht es um die Frage,w as das denn eigentlich für ein komisches … Continue reading „Türen und Tastaturlayouts“

Drunt in der greana Au: Klasse, Objekte, Objektreferenzen

Klassendiagramm zum Lied

Dieses Jahr beginne ich meine zehnten Klassen wieder ganz anders, und zwar zum einem mit meinem GeisterGo-Projekt, zum anderen setze ich den Schwerpunkt gleich auf Objektreferenzen statt auf primitive Attributtypen. Wenn man mit diesen primitiven Typen (ganze Zahl, Kommazahl, Wahrheitswert) anfängt, sind die Schüler später total überrascht, dass ein Attribut oder allgemein eine Variable allgemein auch einen Objekttyp haben kann; wenn man gleich mit Objekttypen anfängt, geht das vielleicht leichter. Schauen wir mal. Zum Üben bringe ich bald meine Ukulele mit, und wir singen zusammen „Drunt in der greana Au“ (Wikipedia): (Alle:) Drunt in da greana Au steht a Birnbam, … Continue reading „Drunt in der greana Au: Klasse, Objekte, Objektreferenzen“

Pokémon GO für Sesselsitzer: Die Desktop-Variante

Screenshot von Geisterlupe mit Desktop-Hintergrund

Beim Herumbasteln für den letzten Blogeintrag bin ich auch auf diese Variante gekommen (für den leisen Ton bitte ich um Entschuldigung):   Kurzfassung: Man kann mit einer Art Lupe den Bildschirm absuchen, und wenn man dieser Lupe (dem Geister-Registrierungs-Gerät) zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, sieht man dort – über dem herkömmlichen Desktop beziehungsweise den Programmen darauf – eine eingeblendete kleine Gestalt, mit der man interagieren kann. Da könnte man eine Art Wack-A-Mole daraus machen, wo es also vor allem darum geht, die Gestalten schnell zu finden und draufzuklicken. Sie könnnten sich dabei auch über den Desktop bewegen. Oder … Continue reading „Pokémon GO für Sesselsitzer: Die Desktop-Variante“

Das Geister-Registrierungs-Gerät: Ein Pokémon-Go-Simulator

Oberfläche des Pokémon-Simulators GeRGeMon

Wie hoffentlich die Hälfte aller Informatiklehrer mache ich mir gerade Gedanken, wie ich das allgemeine Interesse an Pokémon Go für die Schule nutzbar mache. (Level 14 übrigens, und wenn ich ein neueres Gerät hätte, auf dem das Programm anständig liefe, wäre ich schon weiter.) Ingo Bartling hat sich schon überlegt, was man daran alles zeigen könnte, und dann nochmal hier mehr davon. Mit Schülern in der 10. Klasse könnte man mit einfachen Fragen zur Kommunikation anfangen: Was will die App denn eigentlich vom Server wissen? Zum Beispiel, wo die nächsten Pokémon sind. Allerdings kann der Server das nur beantworten, wenn … Continue reading „Das Geister-Registrierungs-Gerät: Ein Pokémon-Go-Simulator“

Pflichtfach Informatik

(Älterer Eintrag, einst verworfen, jetzt doch veröffentlicht, auch weil Maik übers Pflichtfach gebloggt hat.) Die Aufregung um ein neu eingeführtes Zentralabitur in einzelnen Bundesländern, die man gelegentlich bei Twitter mitkriegt, ist für mich aus Bayern nicht leicht nachvollziehbar. Wir habe das seit Jahrzehnten; die Gewohnheit erzeugt Akzeptanz. Dabei habe ich zum Beispiel am diesjährigen Informatik-Abitur schon auch etwas auszusetzen. Da gab es eine Aufgaben zu einer „Datenbankabfrage (z.B. in SQL)“ und eine zum Implementierung einer solchen in einer objektorientierten Sprache, letztlich Java. Im Lehrplan der 11./12. Jahrgangsstufe tauchen weder Datenbanken noch SQL auf. SQL ist Stoff der 9. Klasse, in … Continue reading „Pflichtfach Informatik“

Probestudium Informatik, 2016

Vor die Osterferien hat der Herrgott das Probestudium gesetzt. Jedenfalls für mich, einige Kollegen, und einen Haufen Schüler. Zum sechsten Mal inzwischen, und zum letzten Mal mit mir, können Schülerinnen und Schüler in ein Studium der Informatik an der LMU hineinschnuppern. Es gibt drei Vorlesungen und jeweils einen mehrtägigen Workshop, insgesamt dauert das vier Tage. Vorlesungen gibt’s zu Bioinformatik, Mustererkennung im Genom: Warum ein einfacher Baum manchmal nicht ausreicht, sondern immer ausgefeiltere Datenstrukturen her müssen, um Information so zu repräsentieren, dass sie schnell bearbeitet werden kann. Anders als in der theroetischen Informatik geht es meist um lineare, manchmal quadratische Laufzeit, … Continue reading „Probestudium Informatik, 2016“