Wintergrämlichkeit

Zur Zeit gibt’s leider kaum Einträge. In den Tagen vor der letzten Schulwoche vor den Weihnachtsferien habe ich noch die letzten Schulaufgaben geschrieben, damit ich über die Feiertage was zu tun habe. Manchmal schaffe ich es inzwischen tatsächlich, mir die Ferien, die Herbstferien etwa, frei zu halten. (Dabei verbringe ich natürlich auch einen Teil dieser Zeit damit, mich mit der Schule zu beschäftigen. Irgendwas gibt’s immer.) Und jetzt, wo der Druck der letzten Schulaufgaben weg ist, hänge ich etwas durch. Dazu das graue Wetter – aber das ist sicher eine Ausflucht: Mit besser Laune könnte ich auch dem Wetter mehr … Continue reading „Wintergrämlichkeit“

Loben

Der Informatik-Professor, heißt es unter der Hand, sei sehr zufrieden mit uns. Selbst so als unbestätigte Behauptung ist das wichtiger für mich, als ich dachte. Lob spielt doch eine große Rolle. Ich lobe sicher zu selten in meinem Unterricht. (Wobei sich die Schüler vielleicht tatsächlich nicht ganz so lobenswert verhalten wie unsere Informatikgruppe.) Allerdings wird man als Lehrer auch wenig gelobt. Von den Schülern alle drei Jahre, von den Eltern einmal, von den Kollegen zweimal im Jahr, von der Schulleitung gar nicht (von Jahresanfangs- und -endfloskeln abgesehen.) Dabei geht es beim Loben gar nicht mal um eine Hackordnung.

Funktioniert das auch bei Männern?

Gestern Abend in der Fernsehwerbung: Damenbinden, mit denen man sich noch frisch fühlt, auch wenn man die halbe Nacht unterwegs war. Das will ich auch haben. (Nebenbei: Die Musterfrau, die die halbe Nacht unterwegs war, kommt nach Hause, als es bereits hell ist. Was hat sie also in der anderen Hälfte der Nacht gemacht?)

Öffentlicher Nahverkehr

„Sie fragen sich bestimmt, was da drin ist.“ Er saß mir im Zug gegenüber, 17 Jahre oder 18. Neben sich hatte er einen flachen roten Pappkarton, bedruckt. Ich war übernächtigt und auf dem Weg nach Hause und in ein Buch vertieft. Zumindest las ich darin. Bei der ruckelnden Fahrt rutschte der Karton rutschte im Sitz gegenüber immer wieder herum. Der junge Mann (sauberes Erscheinungsbild, Brille, rasiert) entschuldigte sich. Ich murmle irgendwas, nicht unfreundlich aber auch nicht kontaktwillig und verkrieche mich in mein Buch. In Romanen heißt es dann immer „Er war seinem Blick gefolgt“ oder „Er hatte seinen Blick bemerkt“. … Continue reading „Öffentlicher Nahverkehr“

That’ll teach them

Hausaufgabe vergessen? Eine Runde um den Sportplatz. Im Unterricht wiederholt nicht aufgepasst? Zehn Bahnen im eiskalten Pool, vor dem Frühstück, zum Aufwachen. Ein Deo benutzt? Eine Stunde Gedichte abschreiben. „That’ll teach them“ ist eine Doku-Soap extra für Schüler und Lehrer. Im Jahr 2003 gingen 30 sechzehnjährige Schüler und Schülerinnen noch einmal einen Monat lang freiwillig in die Schule, um für die englische Mittlere Reife zu lernen. Genauer gesagt, es waren die „O-Levels“, die es schon lange nicht mehr gibt, und der Unterricht verlief nach dem Vorbild eines englischen Internats aus den 50er Jahren. Das galt für Lehrstoff, Lehrmethode, Ausstattung und … Continue reading „That’ll teach them“

Es geht auch ohne Baumhaus (Jugendjahre)

Gestern Abend kam im Fernsehen ein Werbespot für irgendwas. Im Hintergrund lief eine Melodie, ein kurzes Instrumentalstück. „Patrizia“, sagte ich baff. Ah, Patrizia. „Du-dum. Du-dum-du-du-du-du-dum. Zauberhafte reizende Patrizia. – Lang hatte ich nicht mehr an dich gedacht.“ In der sechsten Klasse hatte ein Mitschüler, dessen Eltern auf dem Gelände einer örtlichen Textilfabrik wohnten, Zugang zu einem Zimmer im Dachboden des Hauses. Man musste zuerst durch einen großen Dachboden, nur leicht vollgestellt, aber staubig. Dann öffnete man eine Tür und war in einem Raum: Unserem Clubraum. Zweieinhalb auf vier Meter, höchstens. In der sechsten Klasse war es noch gar kein richtiger … Continue reading „Es geht auch ohne Baumhaus (Jugendjahre)“

Schüler treffen

Letzte Silvesterparty, eingeladen bei Bekannten von Frau Rau. Ich läute, die Tür geht auf, eine überraschte Stimme quietscht schulisch-tonlos „Guten Tag Herr Rau“. Ich ganz cool „Hallo Sabine“. Das war das erste Mal, dass ich auf einer privaten Party zusammen mit einer ehemaligen Schülerin als Gast war. (Noch bin ich nicht in dem Alter, wo ich ehemalige Schüler als Kollegen habe. Das gibt’s ja auch häufig.)

Die gruseligsten Halloween-Kostüme

http://www.thestranger.com/current/special.html Das hier ist noch das harmloseste, andere grenzen fast schon ans Geschmacklose. Trotzdem anschauen.