Adventures In Babysitting

Lustiger Film! Beim Kopieren der VHS-Kassetten auf DVD habe ich ihn wiederentdeckt: Nacht der Abenteuer (Adventures In Babysitting). Chris Parker (gespielt von der jungen Elizabeth Shue) ist ein siebzehnjähriges Mädchen, das sich auf einen Ausgehabend mit ihrem Freund vorbereitet. Der sagt jedoch wegen der kranken Schwester ab, was Chris‘ Nachbarn, die Andersons, freut: Da kann sie dann ja doch babysitten, und zwar das kleine Mädchen Sara, und nebenbei auch den größeren, etwa fünfzehnjährigen Bruder Brad (der wohl zu jung zum Aufpassen ist). KeithBrad himmelt Chris an. Sara mag Marvel-Superhelden, allen voran den mächtigen Thor, und läuft den ganzen Film über … Continue reading „Adventures In Babysitting“

William Powell und Myrna Loy

Bei waiterrant hat vor einiger Zeit ein Gast einen Sidecar bestellt und danach ein anderer Gast einen Old Fashioned. „What’s up with the old timer drinks tonight? Next thing you know William Powell and Myrna Loy are gonna sashay through the front door.“ Ah, fond memories! Vielleicht gehöre ich zur vorletzten Generation, denen das noch etwas sagt. William Powell und Myrna Loy spielten Nick & Nora Charles, Detektivehepaar in einer Reihe von Filmen, angefangen mit The Thin Man (1934). Nick Charles ist ein Privatdetektiv, der seinen Beruf aufgibt, als er die reiche (und zauberhafte) Nora heiratet. Nur dass er das … Continue reading „William Powell und Myrna Loy“

Good Night, and Good Luck

Gestern war ich im Kino, Good Night, and Good Luck von George Clooney. Hat mir der Film gefallen? Ja. Wird es ein Lieblingsfilm von mir werden? Wohl nicht. Ich brauche mehr Archetypen. Mehr Pathos. Würde ich mir andere Filme dieser Art anschauen? Ja, unbedingt. Der Film ist durchweg schwarzweiß. Er beginn auf einer Gala-Versammlung der Radio-Television News Directors Association 1958, mit der Keynote Speech des Fernsehjournalisten Edward R. Murrow. Die Gäste sind reich geschmückt, haben Doppelkinn und Falten und sehen sehr zufrieden aus. Murrows Rede ist auch heute noch lesenswert: Keine Abrechnung mit dem Fernsehen seiner Zeit, sondern eine Mahnung. … Continue reading „Good Night, and Good Luck“

Gernstls Reisen

Jetzt habe ich ihn auch gesehen und muss ihn weiter empfehlen: Wenn ihr den irgendwo zu sehen kriegt… Gernstls Reisen ist ein Zusammenschnitt aus zwanzig Jahren Dokumentarfilm. Einiges davon kann man glücklicherweise regelmäßig im bayerischen Regionalfernsehen sehen. Franz X. Gernstl, Hans Peter Fischer („Der heißt Fischer. Auch mit Vornamen.“) und Stefan Ravasz („Steffen“) fahren mit einem Kleinbus von Süd nach Nord durch Deutschland, oder von Ost nach West, oder quer durch die Alpen oder in Bayern herum. Dabei stoßen sie auf wunderbare Geschichten, kuriose und alltägliche Menschen. Sie fangen an der Bushaltestelle mit ihnen zu reden an, gehen in die … Continue reading „Gernstls Reisen“

Mad Hot Ballroom

Seit gestern auch in Deutschland: Mad Hot Ballroom. Für New Yorker Schüler (fünfte Klasse, also zehn, elf Jahre alt) gibt es einen jährlichen Tanzwettbewerb: Standard- und lateinamerikanische Tänze, und zwar vor allem Foxtrott, Tango, Merengue und Rumba. Dieser Dokumentarfilm (englisch, deutsche Untertitel) begleitet die Gruppen aus drei Schulen von den ersten Schritten bis zum Viertel- und Halbfinale und in die Endausscheidung. Der Film ist wunderbar. Der Großteil des Films gehört den Schülern, die sich ganz unbefangen vor der Kamera unterhalten: Über Schule, Eltern, Zukunftspläne, Drogendealer, Freunde, Mädchen und Jungs. Sie sind in der Schule, draußen beim Spielen, daheim, auf der … Continue reading „Mad Hot Ballroom“

Die Fantastischen Vier

Es geht um hier um den Film Fantastic Four, nicht um die Musikgruppe. Der Filmtitel ist auch in der deutschen Fassung englisch geblieben, vielleicht um dieser Verwechslung vorzubeugen, vielleicht aus rechtlichen Bedenken. Dabei gab es die Fantastischen Vier schon lange vor den Fantastischen Vier: In den USA seit 1961 bei Marvel Comics, in Deutschland seit 1966 bei BSV und ab 1974 bei Williams. (Und danach und bis heute bei Condor und weiteren Verlagen, aber das ist eine andere Geschichte.) Hit-Comics (bei BSV): Williams-Verlag: Und hier das Original: Hit-Comics 20 (BSV) Williams-FV 51 FF 55 (Deswegen sammle ich ja auch so … Continue reading „Die Fantastischen Vier“

The Jazz Singer II

In meinem letzten Eintrag habe ich meine Vorkenntnisse zu The Jazz Singer dargelegt, den Arte letzte Woche in einer 1998 restaurierten Fassung gezeigt hat. Wie geschrieben, war ich nicht wirklich vorbereitet auf das, was kommen sollte. Überraschung 1: Der Film, oft gepriesen als erster Tonfilm, ist das nur zum Teil. Nur die Musiknummern und ein paar Zeilen gesprochener Text um sie herum hat synchronisierten Ton, der Rest ist Stummfilm, komplett mit Texttafeln. Aber es gibt etliche Musiknummern: In dem Film geht es um Gesang, er ist gedreht nach einem Theaterstück mit Gesang; der Hauptdarsteller war berühmt als Sänger. Ich glaube, … Continue reading „The Jazz Singer II“

The Jazz Singer I (Hintergrund)

Vor einer Woche kam The Jazz Singer auf Arte, spät nachts. Ich bin stolz auf meine Familie, denn selbst meine Mutter hat diesen Film unabhängig von mir aufgenommen. Es folgt eine längere Geschichte. Ich bin aufgewachsen mit amerikanischen Film-Musicals der 30er bis 50er Jahre. (Than which, there are few things better, believe you me.) Die frühen, schwarz-weißen Fred-Astaire-Filme; die nächste Generation mit Gene Kelly; die wunderbaren Filme nach Fred Astaires Comeback: The Band Wagon, Easter Parade. Eines der berühmtesten dieser Musicals, und eines der letzen reinen Filmmusicals ohne Broadway-Vorlage, ist Singin‘ in the Rain (deutsch: Du sollst mein Glücksstern sein). … Continue reading „The Jazz Singer I (Hintergrund)“

The Whistler

1. Die Filme 2. Erste Folgen 3. Radio 4. Das Handy 5. Vergleichendes Kapitel 1: Die Filme Ich bin der Whistler. Niemand kennt mein Gesicht. Ich weiß viele Dinge, denn ich wandere durch die Nacht. Ich weiß viele seltsame Geschichten. Ich weiß die tiefsten Geheimnisse von Männern und Fraue, die das Dunkle gesucht haben. Ja, ich kenne ihre unbeschreiblichen Ängste, von denen sie nicht zu sprechen wagen. Dazu eine Silhouette unter einer Straßenlaterne oder ein Schatten an einer Hauswand: Ein Mann im Mantel mit Hut. Und dann pfeift er eine ungewöhnliche Erkennungsmelodie und erzählt eine Geschichte – eine seltsame Geschichte … Continue reading „The Whistler“