Ende des ersten Corona-Wochenendes

Es ist Sonntag, der 15.03.2020, gegen sieben Uhr abends. Gestern war Samstag, ich weiß nicht mehr, was ich da gemacht habe. Vielleicht das gleiche wie heute, aber abends gab es ausnahmsweise nichts Gekochtes, sondern frisches selbst gebackenes Brot von Frau Rau und Käse. Einkaufen war ich wohl, lese ich im Nachbarblog, wird schon stimmen. Heute stand ich früh auf, um zur Not Frau Rau beim Wahlhelfen zur Seite stehen zu können. Wenn da nämlich nicht alle Eingeteilten kommen, muss man Ersatz beschaffen, notfalls jemanden von der Straße verpflichten, und ich hatte mich freiwillig für Notfälle bereit gehalten. Ich wurde dann …

Letzter Schultag vor Corona-Unterrichtsausfall

Das wird jetzt so eine Art Tagebucheintrag, für die Zukunft. Heute war der letzte Schultag, bevor für drei Wochen (und anschließend zwei Wochen Osterferien) die Schulen in Bayern geschlossen werden. Der Grund ist der Versuch, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Die Entscheidung zeichnete sich schon gestern ab, und ich bereitete einen Text für die Homepage und mich seelisch darauf vor – für 9 Uhr war eine Mitteilung des bayerischen Ministerpräsidenten Söder angesetzt. Unterrichtstag Aber zuerst machte ich Unterricht. Deutsch, 8. Klasse, Tschick, erste Reaktionen auf die Lektüre einholen – das Buch hat ihnen gefallen, manche fanden den Anfang auf …

Tschick und Mebis und die Kunst, nicht zu lehren

Eigentlich wollte ich in der 9. Klasse mit der Besprechung von Tschick von Wolfgang Herrndorf beginnen, und zwar mit dem Aufbau des Romans. Aber die Schüler und Schülerinnen sollten dann doch lieber etwas über Mebis lernen. Also: Mebis am Beamer in Erinnerung gerufen (wie viel schneller alles Lernen geschieht, wenn man lernen will), WLAN herausgeholt und mit dem Handy ein bisschen in einen Kurs hineinschnuppern lassen. Dann in der zweiten Hälfte der Doppelstunde in den Computerraum. In Tschick liest Tschick seine Deutsch-Interpretation zu Brechts Keuner-Geschichte “Das Wiedersehen” vor – das ist die mit dem Schlüsselsatz: “ ‘Oh!’ sagte Herr K. und …

Mebis-Spontanfortbildungen (Klassenkurse für Mebis)

Im Moment gibt es ein gestiegenes Interesse an Mebis, der Online-Schulplattform des bayerischen Kultusministerium, die allen Schulen zur Verfügung gestellt wird. Nicht ihr einziger, aber doch der wichtigste Bestandteil ist die Lernplattform, ein angepasstes Moodle. Und die wird plötzlich interessant, für den Fall, dass Schulen im Zusammenhang mit dem Corina-Virus geschlossen werden müssten. Vorschlag 1 Eine Möglichkeit für den Notfall ist, dass jeder Lehrer und jede Lehrerin für jede Klasse einen eigenen Mebiskurs einrichtet. So habe ich das ja auch gehaltn bisher: Pro Klasse ein Kurs, am Ende des Jahres die Klasse rausgeworfen und den Kurs im neuen Jahr wiederverwendet …

Lester Dent, Corona und Mebis, Nerdtum

ITEM! Ich habe meinem jüngeren Ich ein Geschenk gemacht, oder umgekehrt. Vor bestimmt fünfzehn Jahren habe ich bei einem bekannten Online-Antiquariat eine Suchanzeige aufgegeben. Vor kurzem führte sie zum ersten Mal zu einem Fund und einer E‑Mail, und ich bestellte das Buch. Ich bin nicht mehr ganz sicher, warum ich es haben wollte. Es ist Lester Dent, Lady So Silent – unter ähnlichen Titeln gibt es vier oder fünf Bücher dieses Autors, aber es musste aus irgendeinem Grund dieses sein, und es ist auch wirklich verdammt schwer zu kriegen. – Lester Dent schrieb unter dem Hausnamen “Kenneth Robeson” fast alle …

Vorweihnachtswoche: Wichteln, Audio in Englisch 7, Restklassenbeschäftigung

Weihnachtswichteln Am Freitag kein Unterricht, dafür zwei Stunden Gottesdienst (freiwillig), zwei Stunden Klassleiterstunde (weihnachtlich zu verbringen) und zwei Stunden frei. Ich sag ja immer, Schule muss mehr sein als Unterricht, aber ich sage das ironisch. Dennoch hat meine 7. Klasse die Weihnachtsstunde anständig hinter sich gebracht. Ein paar hatten Musikinstrumente dabei – Ukulele, Violine, Querflöte, Gitarre – und spielten ein bisschen vor; eine Schülerin hatte ein Gedicht mitgebracht; wir sangen Lieder. Die Hauptattraktion war aber wieder das Wichteln. Weniger Kosmetik als letztes Jahr. Trotz Um- und Rückbau wegen Sitzkreis hatten wir am Schluss nichts mehr zu tun und standen wartend …

Lebenszeichen: Klassenelternabend und Info-Fortbildung

Seit einer Woche bin ich erkältet, aber jetzt schon wieder über den Berg. Am Dienstag waren die Praktikanten für dieses Semester zum ersten Mal an der Schule – das ist das studienbegleitende Praktikum in einem Fach, hier Informatik; ein Semester lang einen Tag pro Schulwoche an der Schule bei einer Praktikumslehrkraft (das bin ich). Letztes Jahr war das im zweiten Halbjahr, vom Lehrplan her nicht so geschickt, weil da noch mehr ausfällt und viel Projektarbeit ansteht – und die ist eben nicht Alltag, und den sollte man kennenlernen. (Die beiden Praktikanten für dieses Jahr kenne ich schon von der Uni.) …

Klimastreik-Umwelttag

Am letzten Freitag war weltweit zu Klimademonstrationen aufgerufen, auch für Schüler und Schülerinnen – Schulstreik heißt das, und der bayerische Kultusminister meinte dazu: Das Ziel medialer Aufmerksamkeit hätten die Schüler mit ihren Protesten schon längst erreicht, sagte [Kultusminister] Piazolo […] Antenne Bayern. “Insofern sehe ich überhaupt keine Notwendigkeit, nun während der Unterrichtszeit für Fridays for Future zu demonstrieren.” Nun ja. Hätte er halt mal einen Tag schulfrei gegeben, beim letzten Papstbesuch hier gab’s das ja auch. Man müsste mal schauen, wie viele Schüler und Schülerinnen damals beim Papst waren und wie viele diesmal beim Demonstrieren. (Hier einer meiner Neffen, durch …

Schuljahresende 2019 und Malteserfalken

“Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne” – ja, aber manchem Ende auch. Heute war Schuljahresende, das dienstlich und privat mehr gefeiert wird als Ferienanfang, glaube ich. In den ersten sechs oder sieben Jahren meines Lehrerseins brauchte ich immer ein paar Tage, um mich an die Ferien zu gewöhnen. Ich glaube, dieses Jahr habe ich einfach schon in der vorletzten Woche angefangen, mich in die Ferien zu verabschieden, also gedanklich und emotional. Die letzten zehn Tage und mehr findet ja eh nur eine Art Schule spielen statt. Wandertag, die sogenannten Projekttage, Konferenzen mit effizienzorientierten (quasi automatisierten) Abstimmungen. Da wird nicht viel …