Alltag: Schulinformatik, Praktikum, Hasenöhrchen

In meiner Unterstufenklasse tragen einige Schülerinnen seit ein paar Wochen Hasenöhrchen. Hat man das jetzt? Es gefällt mir jedenfalls, weil es für ein gewisse Absurdität steht und dennoch ernsthaftes Arbeiten nicht behindert. Am Dienstag waren wieder die Praktikanten bei mir. Viel gibt es gerade nicht zu tun; diese Woche steht ganz unter dem Zeichen des Bibers: Meine Klassen nahmen nach und nach am so genannten jährlichen Informatik-Wettbewerb Teil. In einer 6. Klasse hatte ich eine Vertretungsstunde, da stellten sich die Praktikanten vorne hin und beantworteten Fragen der Schüler (und, weniger, Schülerinnen) zu Studium allgemein und Informatik speziell. Ein Drittel der … Continue reading „Alltag: Schulinformatik, Praktikum, Hasenöhrchen“

Gute Lehrer und gute Kollegen

Mein Job ist unterrichten. Dafür werde ich bezahlt. So neulich anlässlich eines anderen Themas ein Lehrer im Diskussionsforum als es um Arbeitszeit ging. Vermutlich war das gar nicht so gemeint; wenn man nachfragt bei den kurzschreibenden Pädagogen im Web, dann war’s ja doch nie so gemeint. Jedenfalls kennt zumindest die Lehrerdienstordnung für Bayern in §9b, „Außerunterrichtliche Dienstpflichten“ weitere Tätigkeiten, darunter: die Erledigung von Verwaltungsgeschäften, die Teilnahme an dienstlichen Besprechungen, die Mitwirkung an der Aus- und Fortbildung der staatlichen Lehrkräfte und an staatlichen Prüfungen, die Weiterentwicklung und Sicherung der fachlichen und pädagogischen Qualität der Schule, die Planung, Durchführung und Evaluation von … Continue reading „Gute Lehrer und gute Kollegen“

Tschick im Kino; Text Adventures in der Schule

Tschick lese ich ja schon lange gerne als Schullektüre, gestern war ich im Kino und habe mir mit Frau Rau und vielen anderen. Der Film hat mir gut gefallen, die beiden Hauptdarsteller ganz toll. Vermisst habe ich Richard Clayderman, und da bin ich nicht der einzige – ja, die beiden finden die Clayerman-Kassette im Auto und hören sie an, und ja, vielleicht wäre es zu viel gewesen: Die Idee, dass die beiden als einzige Musik auf ihrer Fahrt diesen ihnen völlig fremden und meiner Generation so vertrauten Clayderman haben, ist so genial, dass ich gerne gewusst hätte, wie es wirkt, … Continue reading „Tschick im Kino; Text Adventures in der Schule“

Erster Schultag 2016

Die Konferenz heute war gnädig, kürzer als gestern. Davor Klassleitergeschäfte getätigt. Ein Kollege meinte, dafür sei ja viel zu viel Zeit angesetzt gewesen. Stellt sich danach aber heraus, dass er nicht alles getan hat, was er hätte tun sollen. Meine Klassen dieses Jahr: Sehr vielversprechend. Fast nur Informatik, aber meine Schule bietet auch ein Informatik-Praktikum für Lehramtsstudenten an. Überraschend unterrichte ich auch in der Oberstufe Informatik: Zum ersten Mal haben so viele das Fach gewählt, dass wir zwei Kurse anbieten. (Einen Kurs hatten wir seit Einführung des Fach in jedem Jahr.) Nachdem wir drei voll qualifizierte Informatiklehrer an der Schule … Continue reading „Erster Schultag 2016“

Donnerstag: Verabschiedungen

Collage verschiedener Schulprojekte

Gestern Morgen verabschiedete sich ein lieber Gast, dem wir spontan eine Übernachtungsmöglichkeit in München anbieten konnten, und der uns sehr willkommen war. (Zufällig kam heraus, dass er auch Stalky gelesen hatte. Es gibt mehr von uns, als man denkt!) Danach an die Uni geradelt, um meine eigene Verabschiedung zu betreiben: Ich war jetzt fünf Jahre an der Uni in Teilabordnung (also von der Schule an die Uni ausgeliehen, für das Äquivalent von acht Unterrichtsstunden), länger lässt einen das Kultuministerium nicht weg. Um ein going native zu vermeiden? Damit man an der Schule mit den Eindrücken aus der anderen Welt recht … Continue reading „Donnerstag: Verabschiedungen“

Pokémon Go

Pokemon-Go-Screenshot Schulgelände

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich hier etwas zu diesem Thema schreiben würde. Aber aus gegebenem Anlass kopiere ich ein paar Zeilen, die ich heute für die Schulhomepage geschrieben habe: Pokémon: Das ist eine Reihe von Computerspielen, und Fernsehserien, und Sammelkartenspielen, die es seit Mitte der 1990er Jahre gibt. Die zentrale Idee der Spiele: Man fängt sich als Spieler ein wildes Pokémon und hegt und pflegt und trainiert es dann, um es gegen andere Pokémons in Duelle zu schicken. Je erfahrener ein solches Pokémon – eine Art modernes Fabelwesen – wird, desto erfolgreicher ist es in den Duellen. Dieser … Continue reading „Pokémon Go“

Die letzten drei Wochen

Zwei Wochen Kolloquium, eine Woche mündliche Prüfungen. Vielleicht später darüber, es ist jedesmal anstrengend und geht an die Seele. Gestern abend war ein bunter Abend an meiner Schule, der eigentlich mal eine Lange Nacht hätte werden sollen, dann aber verschoben werden musste und jetzt eine Nummer kleiner stattfand. Immerhin: Es gab ein gutres Dutzend Veranstaltung in bis zu vier Slots hintereinander, meine eigene Präsentation – über die Geschichte von Marvel- und DC-Superheldencomics – habe ich dreimal gehalten. Viel war nicht los, im Publikum ein Gutteil anderer Lehrer. Bei Friedrich Torberg hätte man von einem Café, bei dem die Belegschaft Geschäftigkeit … Continue reading „Die letzten drei Wochen“

Weitere Abiturbeobachtungen: Kunst

Kunst-Abitur Material

Vor drei Jahren hatte ich meine erste Aufsicht im Fach Musik, letzte Woche war ich zum ersten Mal bei Kunst dabei. Das war sogar noch spannender. Im Kunst-Abitur können die Schülerinnen und Schüler zwischen drei Themen wählen, die alle einen praktischen und einen theoretischen Teil haben, jeweils unterschiedlich gewichtet. Für den praktischen Teil bringen die Schüler selber mit: Bleistifte Bunt- und Filzstifte Fineliner Tusche und Federn Deckfarben und Pinsel Schere, Cutter verschiedene Klebemittel (Flüssigkleber, Klebestift, Tesafilm) Lineal Die Liste des Materials, das von der Schule bereitzuhalten ist, ist deutlich länger. Für dieses Jahr zum Beispiel: schnitzfähige Seife eine Tube Zahnpasta … Continue reading „Weitere Abiturbeobachtungen: Kunst“

Gedanken bei der Aufsicht zum Deutsch-Abitur Bayern 2016

Heute begann das Deutsch-Abitur in Bayern, ich weiß nicht mein wievieltes. Bei den ersten war ich noch nervös, aber seit etlichen Jahren ist das Routine geworden. Unterricht, der ist immer noch aufregend, und eigene Klausuren auch ein bisschen, aber das Abitur sieht mich äußerst gelassen – auch weil ich weiß, dass die Schülerinnen und Schülern gut vorbereitet sein müssten. Die Prüfung ist jetzt nicht mehr meine Aufgabe. Klar korrigiere ich noch und mache vor allem Aufsicht. Abituraufsicht: Das habe ich heute zwei Stunden lang im Klassenzimmer gemacht, ganz ohne Fremdbeschäftigung. Im Eck hing ein Poster mit den zwölf olympischen Göttern. … Continue reading „Gedanken bei der Aufsicht zum Deutsch-Abitur Bayern 2016“

In fremden Klassen wildern

Ich habe zur Zeit und recht kurzfristig eine zusätzliche Klasse übernommen, weil ich jemanden eine Weile vertrete, wie das halt so gelegentlich vorkommt. Läuft ganz gut. Aber zum ersten Mal habe ich meinen Unterricht in einer neuen Klasse nicht begonnen mit gegenseitigem Kennenlernen oder Sitzplanerstellen, gefolgt von einer leichten Textarbeit oder Grundwissenswiederholung, sondern knallhart mit Begrüßung, Ankündigung des Plans für die nächsten Wochen, und sofort Schulaufgabenvorbereitung. (Schulaufgabe: Größere schriftliche angekündigte Arbeit.) Den Plan für die nächsten Wochen habe ich hoffentlich subtil understated dramatisiert. Also, wir müssen uns jetzt schon anstrengen, das zu schaffen, aber wir schaffen das schon. Ernste Lage, … Continue reading „In fremden Klassen wildern“