Konsequenzen

Gestern war Sommerfest. Die Lehrer-Schüler-Band hat gespielt, noch besser als sonst (also richtig, richtig, richtig gut), davor die Big Band und liebenswerte Zehntklassrocker. Auch sehr schön. Eine Mutter hat mich darauf angesprochen, dass ihr Sohn seit Jahren begeisterter Rollenspieler ist, und jetzt auch mit Live-Rollenspielen anfangen will. All das, seit ich bei einer Art Schullandheimaufenthalt ein paar Jungs, die damals in der 7. Klasse waren, erklärt hatte, wie Rollenspiele funktionieren. Wie immer hatte ich wohl kurz Rollen zugewiesen: „Okay, du bist ein tapferer Ritter, du ein geschickte Waldelf, du ein unerfahrener Zauberer“. Und sie dann eine Viertelstunde lang in ein … Continue reading „Konsequenzen“

Poesiealbum

Seit Wochen liegt wieder eines bei mir. Siebte Klasse. Man ist als Lehrer schon stolz, wenn man das erste kriegt. Und danach wohl auch noch. Trotzdem liegen die Bücher immer lange zu Hause herum. Dabei habe ich doch einen Spruch, den ich immer verwende, genommen aus dem Poesiealbum meiner Frau. Deshalb lege ich hier eine Sammlung meiner Poesiealbum-Sprüche an. Meine ersten Einträge bekamen noch einen selbstgebastelten Aufklappschwan oder -schmetterling (nach Entwürfen von Masahiro Chatani), inzwischen schaffe ich das nicht mehr.

Abiturfeier 2004

Das übliche Programm: Reden von Schulleitung, Landkreis, Elternbeirat, Kollegstufenbetreuung, Kollegiaten. Sehr gut die Rede von Eva: Das Motto „GlABIatoren“ hat sie weitergesponnen und dabei auch deutlich Kritik an den Schülern geübt. Sonst war von Kritik wenig zu spüren – keine Selbstkritik, keine an den Lehrern, keine an der Institution Schule, auch kein nennenswerter Rück- oder Ausblick. Einzelne Lehrer bekamen allerdings ihren Unterricht um die Ohren geschlagen, gerechtfertigt oder nicht. Ich träume ja mal von einer Abiturfeier ohne Motto. Was wir nicht schon alles hatten: Boxkampf, Oscar-Verleihung, Wettrennen. Wie wär’s mal mit einer Abi-Feier, die nur Abi-Feier ist? Verabschiedungen an englischen … Continue reading „Abiturfeier 2004“

Wandertag 2004

Idyllisch, nicht wahr? Baseball fand ich immer sehr schön: Es zählt als Sport, aber muss man trotzdem nicht rennen.

Abistreich 2004

Video anschauen oder herunterladen (177 KB) – sind aber nur ein paar Sekunden Diesmal haben sich alle angestrengt, wie man sieht. Nachdem die Abi-Streiche der letzten Jahre grottenschlecht waren, war dieser gelungen. Beigetragen hat dazu vor allem, dass die Schüler auf eine Bühne verzichtet haben. Stattdessen saßen die zuschauenden Schüler in einem großen, nicht ganz geschlossenen Oval und bildeten eine Arena. Gegenüber der offenen Seite saßen die Lehrer – wie üblich durften sie ihr Reich nicht verlassen, sondern mussten sich erst durch sportliche und andere Leistungen die Freiheit verdienen. Aber diesmal war das Gefängnis eben nicht ganz zu, und nicht … Continue reading „Abistreich 2004“

Durchaus noch ansprechend

Meine Bemerkungen als Deutschlehrer sind mir manchmal geradezu peinlich. Manchmal sind die Formulierungen so schwammig, dass jede Note dazu zu passen scheint. Wie kommt es zu Entgleisungen wie „“Durchaus noch ansprechend“? „Ansprechend“ heißt: irgendwie positiv. Das Wort „gut“ muss man vermeiden, da man damit ja bereits eine Note nahelegt. „Noch ansprechend“: Man lässt sich schließlich nicht über den Tisch ziehen. Nur nicht zu großzügig sein, das Lob rollt fast von der Zunge, wird aber von den Zähnen noch festgehalten und erst mal ein bisschen durchgeschüttelt. Danach darf man wieder etwas großzügiger sein. „Durchaus“, das ist wohlwollend, großzügig, geradezu königlich aus … Continue reading „Durchaus noch ansprechend“

Colloquium

Wenig Einträge diese Woche: Zum ersten Mal prüfe ich selber im Colloquium. Das kostet Nerven. Es ist weniger der Aspekt, ob man den Schülern auch genug beigebracht hat. Darüber macht man sich natürlich auch ein wenig Sorgen, obwohl ich selbstbewusst genug bin, mir zu sagen, dass ich den Schülern genügend angeboten habe. „You can lead a horse to water, but you cannot make it think drink.“ So sagt es ein englisches Sprichwort. Nein, Sorgen macht eher: Sind die Referatsthemen sinnvoll gestellt? Verstehen die Schüler das Thema? Sind die eigenen Fragen zu detailliert, zu kleinschrittig, oder zu umständlich formuliert, als dass … Continue reading „Colloquium“

Spannend wie ein Krimi: Die Lehrerkonferenz

Oder eigentlich überhaupt nicht spannend wie ein Krimi. Spannend wie ein Fußballspiel: Es geht nicht um die Aufdeckung des Geheimnisses am Schluss, es geht nicht um die Abenteuer eines Helden, sondern es ist ein Hin und Her von verschiedenen Themen, Strömungen, Ideen, Vorschlägen, Stimmungen. Vielleicht auch nicht spannend wie ein Fußballspiel: Dafür wechseln die Mannschaften und Parteien und Koalitionen zu rasch. Kleine Höhepunkte die Abstimmungen: Farbe bekennen. Und vor allem: Dinge entscheiden, die für die Zukunft der Schule und aller Schüler an ihr wichtig sind. Die Lehrer nehmen das sehr ernst. Allerdings entscheidet man unter Druck: dem der Zeit und … Continue reading „Spannend wie ein Krimi: Die Lehrerkonferenz“

Den Dom bitte etwas nach rechts

Das Dienstmannwesen in Florenz muss blühen. Leute in schmucken Uniformen mit blauen Käppis stehen an jeder Straßenecke und warten auf deutsche Schülergruppen, ihnen Kultur hinterher zu tragen. 2003 lassen sich meine Schüler „auf eine Stadtführung ein, die uns […] auch die blutrünstige Medusa näherbrachte.“ Kurz darauf: „Eine kurze Führung durch die Synagoge von Firenze brachte uns das Judentum ein Stückchen näher.“ 2004 – vermutlich wurde schon wieder gestreikt in Italien – packen die Schüler selbst mit an: „[Durch Referate] brachten wir uns gegenseitig Kulturstätten wie den berühmten Dom oder die Uffizien näher.“ Kann man denn in Florenz nichts anderes machen … Continue reading „Den Dom bitte etwas nach rechts“