George Macdonald Fraser, Flashman

„Humanity never ceases to amaze me.“ (Harry Flashman, Flash for Freedom)

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FLASHMAN, Harry Paget, Brigadier-General, VC, KCB, KCIE; Chevalier, Légion d’Honneur; US Medal of Honour; San Serafino Order of Purity and Truth, 4th Class. b. 1822, s. H. Flashman, Esq., Ashby and Hon. Alicia Paget; Educ. Rugby School. m. Elspeth Rennie Morrison, d. Lord Paisley; one s. one d. Served Afghanistan, 1841-2 (medals, thanks of Parliament); Crimea (staff); Indian Mutiny (Lucknow, etc., VC); China, Taiping Rebellion. Served US Army (major, Union forces 1862); colonel (staff) Army of the Confederacy, 1863. Travelled extensively in military and civilian capacities; A.D.C. Emperor Maximilian of Mexico; milit. adviser, HM Queen Ranavalona of Madagascar; chief of staff to Rajan of Sarawak; dep. marshal, US. Chmn, Flashman and Bottomley Ltd; dir. British Opium Trading Co., governor, Rugby School; hon. pres. Mission for Reclamation of Reduced Females. Publications: Dawns and Departures of a Soldier’s Life; Twixt Cossack and Cannon; The Case Against Army Reform. Clubs: White’s, United Service, Blackjack (Batavia). Recreations: Oriental studies, angling. Address: Gandamack Lodge, Ashby, Leics.

Harry Flashman begann als Nebenfigur des englischen Internatsromans Tom Brown’s Schooldays (1857) von Thomas Hughes. Dort macht er als bully seinen jüngeren Mitschülern das Leben zur Hölle: Er traktiert und piesackt sie, bis er endlich von der Schule fliegt.
Ende der 1960er Jahre tauchten, glaubt man dem Vorwort des ersten Flashman-Romans, auf einem Speicher die Memoiren des gefeierten viktorianischen Militärhelden Sir Harry Flashman auf, geadelt und mit Orden behängt – siehe dern oben abgedruckten Eintrag im Who’s Who. Tatsächlich ist dieser Flashman der gleiche wie in Tom Brown’s Schooldays, und die Romane von George Macdonald Fraser schildern als fiktive Memoiren seine schillernde Karriere.

PLUS:
– Er kann reiten,
– er kann Fremdsprachen,
– er kann’s mit Frauen.

MINUS:
– Er ist ein Feigling,
– ein Lügner,
– ein Betrüger,
– ein Angeber;
– er ist gewissenlos,
– nachtragend.
– ein Lüstling,
– selbstsüchtig,
– verschwenderisch,
– arrogant.

Flashman ist immer noch der gleiche bully, Feigling und Weiberheld. Schieres Pech lässt ihn immer wieder in die berühmtesten Schlachten des 19. Jahrunderts geraten, und als Soldat im britischen Empire kommt man damals schon herum:
Afghanistan (der katastrophale Rückzug aus Kabul, wo Dr Brydon als einziger Überlebender von 4500 Soldaten und 12000 weiteren Männern und Frauen Jalalabad erreichte), der große Aufstand in Indien; die Charge of the Light Brigade im Krim-Krieg (von Tennyson verewigt), der Opiumkrieg in China (wo Hong Kong für hundert Jahre an das Vereinigte Königreich geriet); er ist auf Borneo und Madagaskar, aber auch bei dem Angriff auf Harper’s Ferry, einem Auslöser des amerikanischen Bürgerkriegs, und bei der Schlacht am Little Big Horn.
Er trifft John Brown (der von „John Brown’s body“), Abraham Lincoln, Bismarck, Lola Montez, Mitglieder der englischen Königsfamile und indische Vizekönige; Helden des Empire rauf und runter.
Schieres Glück (und Verrat, Intrige und Feigheit) sorgt dafür, dass er all das auch überlebt, oft als einziger, und ganz und gar zu Unrecht als Held gefeiert wird.
Das ganze ist erzählt mit vielen historischen, vor allem militärhistorischen Details, versehen mit Anhängen und Bibliographien und augenzwinkernden Fußnoten, die auf Diskrepanzen zu oder Gemeinsamkeiten mit anderen Berichten hinweisen. So richtig Spaß macht das Spiel mit fiktiven Gestalten und echter Geschichte ja nur dann, wenn man möglichst eng an der aufgezeichenten Geschichte bleibt und die Erlebnisse der Hauptperson möglichst geschickt einflicht. Dieses Spielen unterscheidet für mich die Flashman-Romane auch sehr von anderen historischen Romanen: Fraser bleibt so nahe dran an der Geschichte wie möglich, ohne dass seine Geschichten deswegen das Vergnügen der schnöden Glaubwürdigkeit opfern. Immer wieder verweist er auf Gemälde, auf denen Flashman im Hintergrund zu sehen ist; allein wegen Fraser bin ich in die National Portrait Gallery in London, um mir einige Bilder anzuschauen, von denen ich gelesen hatte. (Etwa James Brooke, den Rajah von Sarawak.)

Vielleicht wird Harry im Laufe seines Lebens ja wirklich immer menschlicher; gar so garstig wie in seinem ersten Buch ist er später nicht mehr. Vielleicht bin ich nur abgestumpft und habe mich an ihn gewöhnt. Irgendwie hängt er doch an seiner Frau, einen Rest Ehrgefühl besitzt er, und Mitgefühl und Verständnis für seine Umwelt zeigt er eher noch mehr als seine viktorianischen Zeitgenossen – als ich alle Bücher gelesen hatte, schien er, der Anti-Held schlechthin, sich die Bezeichnung „Held“ doch irgendwie verdient zu haben – und sei es auch ein egoistischer und feiger Held.

Flashman (1969)
Royal Flash (1970)
Flash for Freedom! (1972)
Flashman at the Charge (1973)
Flashman in the Great Game (1975)
Flashman’s Lady (1977)
Flashman and the Redskins (1982)
Flashman and the Dragon (1985)
Flashman and the Mountain of Light (1990)
Flashman and the Angel of the Lord (1994)
Flashman and the Tiger (2000)
Nachtrag: Flashman on the March (2005)

„For a moment I stood rooted, hornily agog before all that magnificent meat, and then, as any gentleman would have done, I seized one in either hand, nearly crying.“ (Flashman and the Dragon)

Gefundenes Gedicht

In den Münchner S-Bahnen gibt es Reklametafeln, und die sind oft nicht vermietet und werden deshalb von der Deutschen Bahn mit einem erbauendem Spruch versehen – gerne nennen sich diese Sprüche „Chinesische Weisheit“ oder „Arabisches Sprichwort“, und immer sind sie grottenschlecht. Tausendmal besser die Sprüche in den Muskote-Filterpapierchen.

In Wagen 189 der S4 um 07.10 Uhr am 12.12.2001 sah ich dann folgenden Spruch, durch üble Schmierei verwandelt:

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Nun soll man ja bekanntlich nichts in S-Bahn-Wagen schmieren. Im Deutschunterricht geht das aber, also zeigte ich Schülern der elften Klasse den geänderten S-Bahn-Spruch, und gab ihnen Gedichte von Gottfried Benn, Else Lasker-Schüler, Hans Arnfried Astel und Rainer Maria Rilke zum Basteln. (Tatsächlich stammte die Idee von mir, die Stunde selbst unterrichtete, sehr gut sogar, eine Praktikantin, die auch die Gedichte ausgewählt hatte).

Kriterien für die Beurteilung der Neufassung waren: Wie interessant der neue Text war, wie interessant die Beziehung zwischen altem und neuem Text war, und mit wie wenig Aufwand eine möglichst große Veränderung entstanden war.
Die Texte entstanden in Gruppenarbeit, die anderen Schüler mussten die neuen Texte interpretieren, danach konnten die Autoren zu den Interpretationen Stellung nehmen.

Heraus kam dabei so etwas:

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Am spannendsten waren dabei die Interpretationen der Schüler und die Reaktionen der Autoren.

Owed to the Spelling Checker

Man kann ja mal die Schüler drüber gehen lassen, vielleicht bringt’s was für die Grammatik:

Candidate for a Pullet Surprise

I have a spelling checker,
It came with my PC.
It plane lee marks four my revue
Miss steaks aye can knot sea.

Eye ran this poem threw it,
Your sure reel glad two no.
Its vary polished in it’s weigh.
My checker tolled me sew.

A checker is a bless sing,
It freeze yew lodes of thyme.
It helps me right awl stiles two reed,
And aides me when eye rime.

Each frays come posed up on my screen
Eye trussed too bee a joule.
The checker pours o’er every word
To cheque sum spelling rule.

Bee fore a veiling checker’s
Hour spelling mite decline,
And if we’re lacks oar have a laps,
We wood bee maid too wine.

Butt now bee cause my spelling
Is checked with such grate flare,
Their are know fault’s with in my cite,
Of nun eye am a wear.

Now spelling does knot phase me,
It does knot bring a tier.
My pay purrs awl due glad den
With wrapped word’s fare as hear.

To rite with care is quite a feet
Of witch won should bee proud,
And wee mussed dew the best wee can,
Sew flaw’s are knot aloud.

Sow ewe can sea why aye dew prays
Such soft wear four pea seas,
And why eye brake in two averse
Buy righting want too pleas.

Jerrold H. Zar
The Graduate School
Northern Illinois University
DeKalb, IL 60115-2864

Title suggested by Pamela Brown.
Based on opening lines suggested by Mark Eckman.
By the author’s count, 127 of the 225 words of the poem are incorrect
(although all words are correctly spelled).

Published in the Journal of Irreprodicble Results, January/February 1994, page 13.
Reprinted („by popular demand“) in the Journal of Irreproducible Results, Vol. 45, No. 5/6, 2000, page 20.
Journal of Irreproducible Results, PO Box 234, Chicago Heights IL 60411, USA
Web site: www.jir.com

Die bibliographischen Angaben stammen von http://ourworld.compuserve.com/homepages/pete_hall_uk/spelcheq.htm – der Text ist, teilweise ohne Quellenangabe, weit im WWW verbreitet.

Longshot Comics

Shane Simmons ist ein kanadischer Autor von Drehbüchern und Comics und solchen Sachen. Unter anderem gibt es von ihm die Longshot Comics.
Die sehen so aus:

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Und die heißen Longshot, weil das Geschehen aus solch weiter Entfernung aufgezeichnet ist, dass die Personen gerade mal als Punkte erscheinen:

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Der erste Band, „The Long and Unlearned Life of Roland Gethers“, umfasst 89 Jahre britischer Geschichte. Er beginnt mit der Geburt von Roland Gethers in Cardiff, Wales; es gibt sechs Hauptpersonen, Dutzende von Nebencharakteren, Hunderte von Kleinauftritten – ein Werk aus 3840 kleinen Kästchen mit einem halben Zoll Seitenlänge. Aber auch in diesem reduzierten Format lässt sich eine Geschichte erzählen – und nur in in diesem reduzierten Format eine Geschichte von solchen epischen Ausmaßen.
Der Folgeband nimmt die Familiensaga mit dem Enkel von Roland Gethers wieder auf.
Durch das Format verzichtet der Autor auf viele Elemente des Comic-zeichensystems: Das sind nicht nur die Zeichnungen selber, das sind vor allem auch Rahmenart, Rahmengröße, Rahmenanordnung. Die werden ja oft benutzt, um das Vergehen oder Nichtvergehen von Zeit anzuzeigen. Die Beschränkung auf den regelnmäßigen Takt – Quadrat um Quadrat um Quadrat – rückt die übriggebliebenen Mittel in den Vordergrund, also etwa den Text, das Fehlen von Text, die Wiederholung von Bildern. Das Fehlen von konkreten Zeichnungen rückt das ganze manchmal in die Nähe eines Hörspiels: Manche Witze (darunter nicht ganz jugendfreie) funktionieren nur, weil man nicht genau sieht, was geschieht.

Im Maro Verlag gibt’s das Werk übrigens auf Deutsch. Da wurden zu meiner Schulzeit noch unsere Fanzines gedruckt.

Who’s on First

– Ein Klassiker des englischsprachigen Klamauks ist der Sketch „Who’s on First“. Mit Abstand am berühmtesten ist die Fassung von Abbott und Costello, obwohl der Text tatsächlich eine noch ältere Vaudeville-Nummer ist.
Ich hatte ihn mal Schülern im Englisch-Grundkurs auf CD vorgespielt, danach konnten sie den Text mitlesen. Ein Wochenende später hatten zwei Schüler die Nummer zu Hause aufgenommen – ohne Hilfe oder Hinweise von mir. (Ich hätte schon noch welche geben wollen: Vielleicht ist es aber gut, dass der Lehrer mal keine Finger drin hat.) So faul sind sie also gar nicht.

Abbott: Well Costello, I’m going to New York with you. The Yankee’s manager gave me a job as coach for as long as you’re on the team.
Costello: Look Abbott, if you’re the coach, you must know all the players.
Abbott: I certainly do.
Costello: Well you know I’ve never met the guys. So you’ll have to tell me their names, and then I’ll know who’s playing on the team.
Abbott: Oh, I’ll tell you their names, but you know it seems to me they give these ball players now-a-days very peculiar names.
Costello: You mean funny names?
Abbott: Strange names, pet names…like Dizzy Dean…
Costello: His brother Daffy
Abbott: Daffy Dean…
Costello: And their French cousin.
Abbott: French?
Costello: Goofé
Abbott: Goofé Dean. Well, let’s see, we have on the bags, Who’s on first, What’s on second, I Don’t Know is on third…
Costello: That’s what I want to find out.
Abbott: I say Who’s on first, What’s on second, I Don’t Know’s on third.
Costello: Are you the manager?
Abbott: Yes.
Costello: You gonna be the coach too?
Abbott: Yes.
Costello: And you don’t know the fellows‘ names.
Abbott: Well I should.
Costello: Well then who’s on first?
Abbott: Yes.
Costello: I mean the fellow’s name.
Abbott: Who.
Costello: The guy on first.
Abbott: Who.
Costello: The first baseman.
Abbott: Who.
Costello: The guy playing…
Abbott: Who is on first!
Costello: I’m asking you who’s on first.
Abbott: That’s the man’s name.
Costello: That’s whose name?
Abbott: Yes.
Costello: Well go ahead and tell me.
Abbott: That’s it.
Costello: That’s who?
Abbott: Yes.

PAUSE

Costello: Look, you gotta first baseman?
Abbott: Certainly.
Costello: Who’s playing first?
Abbott: That’s right.
Costello: When you pay off the first baseman every month, who gets the money?
Abbott: Every dollar of it.
Costello: All I’m trying to find out is the fellow’s name on first base.
Abbott: Who.
Costello: The guy that gets…
Abbott: That’s it.
Costello: Who gets the money…
Abbott: He does, every dollar of it. Sometimes his wife comes down and collects it.
Costello: Whose wife?
Abbott: Yes.

PAUSE

Abbott: What’s wrong with that?
Costello: All I wanna know is when you sign up the first baseman, how does he sign his name?
Abbott: Who.
Costello: The guy.
Abbott: Who.
Costello: How does he sign…
Abbott: That’s how he signs it.
Costello: Who?
Abbott: Yes.

PAUSE

Costello: All I’m trying to find out is what’s the guys name on first base.

Abbott: No. What is on second base.
Costello: I’m not asking you who’s on second.
Abbott: Who’s on first.
Costello: One base at a time!
Abbott: Well, don’t change the players around.
Costello: I’m not changing nobody!
Abbott: Take it easy, buddy.
Costello: I’m only asking you, who’s the guy on first base?
Abbott: That’s right.
Costello: Ok.
Abbott: Alright.

PAUSE

Costello: What’s the guy’s name on first base?
Abbott: No. What is on second.
Costello: I’m not asking you who’s on second.
Abbott: Who’s on first.
Costello: I don’t know.
Abbott: He’s on third, we’re not talking about him.
Costello: Now how did I get on third base?
Abbott: Why you mentioned his name.
Costello: If I mentioned the third baseman’s name, who did I say is playing third?
Abbott: No. Who’s playing first.
Costello: What’s on base?
Abbott: What’s on second.
Costello: I don’t know.
Abbott: He’s on third.
Costello: There I go, back on third again!

PAUSE

Costello: Would you just stay on third base and don’t go off it.
Abbott: Alright, what do you want to know?
Costello: Now who’s playing third base?
Abbott: Why do you insist on putting Who on third base?
Costello: What am I putting on third.
Abbott: No. What is on second.
Costello: You don’t want who on second?
Abbott: Who is on first.
Costello: I don’t know.ogether: Third base!

PAUSE

Costello: Look, you gotta outfield?
Abbott: Sure.
Costello: The left fielder’s name?
Abbott: Why.
Costello: I just thought I’d ask you.
Abbott: Well, I just thought I’d tell ya.
Costello: Then tell me who’s playing left field.
Abbott: Who’s playing first.
Costello: I’m not…stay out of the infield!!! I want to know what’s the guy’s name in left field?
Abbott: No, What is on second.
Costello: I’m not asking you who’s on second.
Abbott: Who’s on first!
Costello: I don’t know. ogether: Third base!

PAUSE

Costello: The left fielder’s name?
Abbott: Why.
Costello: Because!
Abbott: Oh, he’s center field.

PAUSE

Costello: Look, You gotta pitcher on this team?
Abbott: Sure.
Costello: The pitcher’s name?
Abbott: Tomorrow.
Costello: You don’t want to tell me today?
Abbott: I’m telling you now.
Costello: Then go ahead.
Abbott: Tomorrow!
Costello: What time?
Abbott: What time what?
Costello: What time tomorrow are you gonna tell me who’s pitching?
Abbott: Now listen. Who is not pitching.
Costello: I’ll break your arm if you say who’s on first!!! I want to know what’s the pitcher’s name?
Abbott: What’s on second.
Costello: I don’t know.ogether: Third base!

PAUSE

Costello: Gotta a catcher?
Abbott: Certainly.
Costello: The catcher’s name?

Abbott: Today.
Costello: Today, and tomorrow’s pitching.
Abbott: Now you’ve got it.
Costello: All we got is a couple of days on the team.

PAUSE

Costello: You know I’m a catcher too.
Abbott: So they tell me.
Costello: I get behind the plate to do some fancy catching, Tomorrow’s pitching on my team and a heavy hitter gets up. Now the heavy hitter bunts the ball. When he bunts the ball, me, being a good catcher, I’m gonna throw the guy out at first. So I pick up the ball and throw it to who?
Abbott: Now that’s the first thing you’ve said right.
Costello: I don’t even know what I’m talking about!

PAUSE

Abbott: That’s all you have to do.
Costello: Is to throw the ball to first base.
Abbott: Yes!
Costello: Now who’s got it?
Abbott: Naturally.

PAUSE

Costello: Look, if I throw the ball to first base, somebody’s gotta get it. Now who has it?
Abbott: Naturally.
Costello: Who?
Abbott: Naturally.
Costello: Naturally?
Abbott: Naturally.
Costello: So I pick up the ball and I throw it to Naturally.
Abbott: No you don’t you throw the ball to Who.
Costello: Naturally.
Abbott: That’s different.
Costello: That’s what I said.
Abbott: You’re not saying it…
Costello: I throw the ball to Naturally.
Abbott: You throw it to Who.
Costello: Naturally.
Abbott: That’s it.
Costello: That’s what I said!
Abbott: You ask me.
Costello: I throw the ball to who?
Abbott: Naturally.
Costello: Now you ask me.
Abbott: You throw the ball to Who?
Costello: Naturally.
Abbott: That’s it.
Costello: Same as you! Same as YOU!!! I throw the ball to who. Whoever it is drops the ball and the guy runs to second. Who picks up the ball and throws it to What. What throws it to I Don’t Know. I Don’t Know throws it back to Tomorrow, Triple play. Another guy gets up and hits a long fly ball to Because. Why? I don’t know! He’s on third and I don’t give a darn!
Abbott: What?
Costello: I said I don’t give a darn!
Abbott: Oh, that’s our shortstop.

THE END

Was man nicht sagen kann

Es gibt Dinge, die man unmöglich laut sagen, sondern nur schreiben kann.
Ich meine nicht: „Grmblhx“, das geht zur Not. Immerhin versucht die Schreibung hier, einer bestimmten Aussage nahe zu kommen.

Nein, es geht um die Worte, mit denen ein etwas Deutsch sprechender Russe in dem englischsprachigen Buch, das ich gerade lese, eine Deutsche begrüßt: „Guten abend.“
Das kann man schreiben, aber nicht sagen. (Wegen der falschen Kleinschreibung.)

Das ist zwar nur ein Beispiel für die vielen, vielen falschen deutschen Äußerungen in englischsprachigen Roman, es hat mich aber auf ein grundsätzlicheres Problem gebracht. (Nebenbei: Gibt’s da keine Deutsch sprechenden Lektoren? Kennt da niemand einen Muttersprachler, den man wegen der paar Sätze fragen könnte?)

Bewusst eingesetzt ist ein ähnlicher Effekt in Compton Mackenzie, The Rival Monster (The Highland Omnibus p. 587). Dort wird der englische Dichter Spenser, ein Shakespeare-Zeitgenosse, in einem Gespräch erwähnt und von einer anderen Person als „Spencer“ in deren wörtlicher Rede aufgenommen: Ausgesprochen wird beides gleich, aber die in der wörtlichen Rede verwendete Schreibung zeigt, dass der Sprecher den Dichter nicht kennt. Diese Information wird durch Schreibung vermittelt, durch Lautsprache geht das in diesem Fall und mit diesen Worten nicht.

Das englischsprachige Buch von oben ist übrigens aus dem Russischen übersetzt. Wie sagt man eigentlich auf Russisch „Guten Abend“ auf Deutsch?

Poesiealbum

Seit Wochen liegt wieder eines bei mir. Siebte Klasse. Man ist als Lehrer schon stolz, wenn man das erste kriegt. Und danach wohl auch noch. Trotzdem liegen die Bücher immer lange zu Hause herum.
Dabei habe ich doch einen Spruch, den ich immer verwende, genommen aus dem Poesiealbum meiner Frau.

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Deshalb lege ich hier eine Sammlung meiner Poesiealbum-Sprüche an.
Meine ersten Einträge bekamen noch einen selbstgebastelten Aufklappschwan oder -schmetterling (nach Entwürfen von Masahiro Chatani), inzwischen schaffe ich das nicht mehr.

Zoobesuche zum Wandertag

Ich gehe sehr gerne in den Münchner Zoo. Es gibt ein paar Tiere, bei denen ich jedes Mal vorbeischaue, aber ich entdecke auch immer wieder neue Tiere.
Der Zoo ist auch ein nicht besonders originelles Ziel für den Wandertag, aber doch ein häufiges. Die Münchener Tierparkschule bietet Unterrichtsgänge und Projekttage und Betreuung von Facharbeiten – ich habe das Angebot aber noch nie angenommen.

Dafür habe ich Fotos gemacht, ausgedruckt, ausgeschnitten und laminiert, mit Arbeitsaufträgen auf der Rückseite.

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Hier die Aufgaben: Vor allem geht es darum, die Tiere zu identifizieren. Einige Gruppen meiner 6. Klasse hatten alle Aufgaben gelöst. Da die Textseite auf die Rückseite gedruckt wird, stehen die Aufgaben, die zu den Bilder links gehören, auf der rechten Seite. Wer kann’s beantworten?

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Abiturfeier 2004

Das übliche Programm: Reden von Schulleitung, Landkreis, Elternbeirat, Kollegstufenbetreuung, Kollegiaten. Sehr gut die Rede von Eva: Das Motto „GlABIatoren“ hat sie weitergesponnen und dabei auch deutlich Kritik an den Schülern geübt. Sonst war von Kritik wenig zu spüren – keine Selbstkritik, keine an den Lehrern, keine an der Institution Schule, auch kein nennenswerter Rück- oder Ausblick. Einzelne Lehrer bekamen allerdings ihren Unterricht um die Ohren geschlagen, gerechtfertigt oder nicht.

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Ich träume ja mal von einer Abiturfeier ohne Motto. Was wir nicht schon alles hatten: Boxkampf, Oscar-Verleihung, Wettrennen. Wie wär’s mal mit einer Abi-Feier, die nur Abi-Feier ist? Verabschiedungen an englischen und amerikanischen Schulen kommen auch ohne Motto aus; der Grimme-Preis wird auch nicht unter wechselnden Wortspielereien verliehen; der Opernball ist auch keine Faschingsparty. Die Verabschiedung von Abiturienten braucht sich nicht andere Veranstaltungen zum Vorbild zu nehmen; sie ist feierlicher Anlass genug um ganz sie selber sein zu können. Sicher sorgt ein Motto für Kohäsion; ein Hauptteil der Feier, die Verabschiedung der Leistungskurslehrer, kommt ohnehin ohne dieses verbindende Element aus.

Viel Mühe haben sich die Schüler bei diesen Verabschiedungen gegeben. Es gab die Didi-Dingsbums-Show, mit Videoaufnahmen der als Kinder verkleideten Schüler, die Begriffe aus Wirtschaft und Recht erklären: Abstraktionsprinzip, Cashflow, Zivilprozess. Der Physiklehrer musste die inneren Organe des Menschen in das Modell einsetzen; die Biolehrerin Lämpchen zum Glühen bringen. Mein Höhepunkt: Der kochfreudige Chemielehrer trat, assistiert von einer Schülerin, im Kochduell gegen zwei Schüler an. Team O2 und Team H2 waren jeweils noch durch eine Fußfessel an den Partner gebunden, wie das bei Molekülen nun mal so ist.

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Dazwischen gab es Auftritte der Band Blue Maze, die aus Kollegiaten besteht; Kubi und Herr Diederichs gaben noch einmal die Blues Brothers; Teile von Chor und Big Band traten auf. Das war sehr schön.
Wenn es jetzt noch einmal einen richtigen Abi-Ball geben würde, so wie damals in meiner Referendariatsschule: Mit Tanzfläche und Kabarett. Das war noch schöner. Da war die Verabschiedung allerdings zweigeteilt: Vormittags die Reden und die Zeugnisübergabe, abends das Feiern.

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Jeder Schüler erhielt danach wie immer sein Zeugnis unter den Klängen eines selbst gewählten Musikstücks. Das gefällt mir – bis auf die Schüler, die auf Kosten des schon seit fünf Stunden ausharrenden Publikums betont langsam gehen, um ja mehr Zeit für den Auftritt zu haben als die Mitschüler. (Technischer Fachausdruck: Rampensau.)
Natürlich gab es unter den Musikstücken wie immer den Star-Wars-Marsch, einmal „What a wonderful world“ (wegen „Don’t know much about history“), einmal das bekannte Pink-Floyd-Stück. Ja, ja, wissen wir schon. Ansonsten gerade zweimal Beethoven, zweimal lateinamerikanische Rhythmen, sonst fast nur schlagzeuggeprägter Rock. Mich hat diese Einförmigkeit etwas enttäuscht – aber das Stück, das ich damals gewählt hätte, wäre sicher noch viel grauslicher gewesen.

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