Roddy Doyle: The Giggler Treatment

giggler.jpgDie Prämisse: Es gibt kleine Wesen, nicht unsichtbar, aber doch sehr gut im Tarnen und Verschwinden, die den Erwachsenen immer dann Streiche spielen, wenn diese ihre Kinder ungerecht behandelt haben.
Mr Mack war garstig zu seinen Söhnen, und deshalb haben die Giggler unter Mitarbeit des Hundes der Familie ein schönes Hundehäufchen dort platziert, wo der Vater auf dem Weg in die Arbeit garantiert hintreten wird. Schon ist der arme Mann nur noch wenige Schritte davon entfernt.
Da stellt sich die Kränkung als rasch bereutes Missverständnis und gar nicht so schlimm heraus. Wird es den Gigglern gelingen, den Mann vor dem ihm zugedachten Schicksal zu bewahren?

Das Buch ist sehr einfach geschrieben und bietet eine Möglichkeit, unbearbeitete Originallektüre zu lesen – und das wohl schon ab der 7. Klasse 6. Klasse. Meine Achtklässler fanden das Buch sehr leicht zu lesen und waren reif genug, den Inhalt nicht zu kindisch zu finden. Erzähltechnisch ist das Buch interessant durch selbstreflektierende und bizarre* Kapitelüberschriften und das Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit. Mr Macks Fuß nähert sich von Kapitel zu Kapitel immer nur um ein paar Zentimeter: Das erzeugt Spannung.

Zu haben z.B. bei Amazon.

(Roddy Doyle ist der Autor der Barrytown-Trilogie: The Commitments, The Snapper, The Van)

I read this book a few weeks ago and I like it. The nice little figures are very nice when they’re playing tricks on the parents. The story of this book takes only a few seconds. It’s easy to read, because there are not many words in it which are very difficult . It’s also easy to understand the story.
(Edigna, 8. Klasse)

* Zum Beispiel:

  • „A very short chapter to let you know how many inches Mister Mack’s foot was away from the poo“ (Der Inhalt des Kapitels: „Two.“)
  • „Chapter Sixteen (This chapter, by the way, is the great, great, great, great, great, great, great, great, great, great, great, great,great, great grandson of Chapter One)“
  • „Chapter Two Million and Seven“
  • „The chapter after the last one“
  • „This chapter is named after Elvis Presley because he lives under the shed in our back garden“

Erotische Anfänge von Erörterungen

Donnerstagabend. Das Ehepaar schmust leidenschaftlich auf der Aufziehcouch, er streicht ihr durchs Haar, sie schließt die Augen und genießt die Liebkosungen seiner Hände, die ihr nun über den Rücken fahren. Er küsst ihren Hals und murmelt etwas. Sie versteht es akustisch nicht. Aber das stört auch nicht weiter: Sie kann sich schon ungefähr denken, was er geflüstert hat, irgendetwas Liebevolles.

Das war eine Einleitung aus meinem Leistungskurs zu dem (im Unterricht ein bisschen vorbereiteten) Thema:

Das Medium ist die Botschaft (Titel eines medientheoretischen Buches von Marshall McLuhan). Stimmen Sie dem Satz zu?

Da liest man doch gerne weiter.

Krazy Kat (& Ignatz)

Krazy Kat liebt Ignatz, die Maus. Ignatz liebt Krazy Kat nicht. Daraus macht man griechische Tragödien.

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Ignatz‘ Lebensinhalt ist es, mit einem Ziegelstein nach Krazy zu werfen. Mit einem richtigen, kantigen Ziegelstein. Krazy sieht jeden Ziegelstein als neuen Liebesbeweis von Ignatz.
Es wird immer griechischer.
(„Switt hot“ heißt „Sweetheart“. Krazy spricht in eigenwilliger Rechtschreibung.)

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Die dritte Kraft ist Officer Pupp. Er sorgt für Recht und Ordnung in Coconino County und steckt Ignatz oft nach, gelegentlich auch vor einem Ziegelstein („love letters in ancient brick“) ins Gefängnis.

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Diese Zusammenhänge überwältigen Krazy. Hier fasst er das fast dramentheoretisch zusammen. (Übersetzt: „It commenced so simple – and finished so intricate.“)

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Krazy Kat lief als Zeitungs-Comic-Strip von 1910 bis 1944; er ist wohl das berühmteste und am meisten geachtete Comic seiner Art. Deshalb habe ich auch Zeit in ihn investiert und einen ganzen Sammelband gelesen: Erst danach, mit der Erinnerung daran, war ich nämlich begeistert. Ein acquired taste also; man muss sich daran gewöhnen. Deshalb fürchte ich, dass auch keiner, der Ignatz und Krazy noch nicht kennt, soviel Vergnügen aus diesen Bildern ziehen wird wie ich.

Um Krazy und Ignatz und Officer (auch: Offissa) Pupp herum gibt es viele eigenwillige Randfiguren: Zum Beispiel Joe Stork („purveyor of progeny to prince and proletariat“), Don Kiyoti, Mock Duck. Drumherum sind Coconino County in Arizona und das Monument Valley, die Hintegründe sind voller Kakteen und Mesas, wechselnd von Bild zu Bild. (Auch wenn der Ort der Handlung nicht wechselt.)
Ich mag die Zeichnungen, die Charaktere (und damit die Handlung, den Fatalismus, den Humor) und vor allem die eigenwillige Sprache.

„Ignatz Mouse, possessor of obscure wealth… Don Kiyoti, Castilian nobleman of a most soapy nature… Sancho Pansy, his amanuensis…“

„The ocean is so innikwilly distribitted. Take Denva, Kollorado, and Tulsa, Okrahoma, they ain’t got no ocean a tall while Sem Francisco, Kellafornia, and Bostin, Messachoosit, has got more ocean than they can possibly use.“
(Krazy Kat, nicht James Joyce)

„You can’t make this day too dark for me, for the nonce I have no need of light, for the moment give me night.“

Eine Mischung aus Dialekt und Shakespeare und Melodrama.

Kaufen oder anschauen kann man das bei Amazon.


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Filk

Nach der amerikanischen Volksballade „The Ballad of Jesse James“:

Sauron had some rings, they were very useful things,
And he only wanted One to keep.
But Isildur took the One just to have a little fun.
Sauron’s finger was inside it–what a creep!

CHORUS: Now, Sauron had no friend to help him at the end,
Not even an Orc or a slave. (Orc! Orc!)
It was dirty Frodo Baggins that fixed his little wagon
And laid poor Sauron in his grave.

„Filk music“ hat wohl irgend etwas mit „folk music“ zu tun. Entstanden ist das, sagen wir mal, auf Fantasy- und Science-Fiction-Conventions: Es handelt sich dabei um Lieder, deren Text sich mit dem Fantasy- oder Science-Fiction-Thema des Cons beschäftigt.
Das kann zweierlei heißen: Es gibt einmal Lieder, in denen es um Cons und Fandom geht: Die Anreise, die Verpflegung, die Szene – etwa Come to the SF Con frei nach „Cabaret“, oder Bouncing Potatoes nach „Waltzing Mathilda“. Das ist aber oft nur mäßig interessant. Vor allem geht es nämlich um Lieder, die sich mit den Inhalten der Comics oder Science-Fiction-Serien beschäftigen: Traditionals und aktuelle Hits werden umgetextet. Etwa so:

(Ein Con sieht etwa so aus – das erinnert doch sehr an den Abi-Streich dieses Jahr – alles schon mal gemacht, vor fünfzehn Jahren:)

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Manche Filk-Musiker werden dann auch professionelle Künstler. Die Band „Ookla the Mok“ kommt aus der Filk-Szene und hat schon einige CDs verbrochen.

Meine zwei Lieblingslieder sind einmal Super Powers, in dem es um verschiedene Möglichkeiten geht, Superkräfte zu erlangen. Man kann es sich (neben weiteren Liedern) als mp3 hier herunterladen.

Außerdem gibt es da noch das köstliche Stop talking about comic books or I’ll kill you. Um dieses Lied wirklich genießen zu können, muss man wohl den Blick in den Augen seiner Liebsten kennen, der einem sagt: Es reicht.

„I’m gonna rearrange your face if you continue to debate whether Logan’s claws could pierce Steve Roger’s shield.“

Filk-Songbooks:
Swarthmore Warders of Imaginative Literature
The Virtual Filksing

Pat Novak – trocken, oder sehr trocken

Ein Meilenstein der amerikanischen Radio- und später Fernsehgeschichte ist die Serie Dragnet: Realistische Polizeigeschichten mit dem Schwerpunkt auf alltäglicher Polizeiroutine. Das Konzept war so erfolgreich, dass es mit der deutschen Serie Stahlnetz kopiert wurde. Was Stahlnetz aber nicht hatte, war der Kopf hinter und Hauptdarsteller von Dragnet: Jack Webb. Sein trockenes „Just the facts, Ma’m“ ist oft kopiert worden (etwa in einer von Bruce Willis gesprochenen Zeile in Die Hard 2, „Just the fax, Ma’m“).

Vor Dragnet gab es 1949 eine andere Serie von und mit Jack Webb: Pat Novak, For Hire.
Und das war noch viel, viel trockener – hier Beispiele aus einigen Radio-Episoden:

  • She was kind of pretty, except you could see someone had used her badly, like a dictionary in a stupid family.
  • You start with trouble and it never stops. It’s like offering to buy aspirin for a two-headed boy.
  • Things were getting tight. I guess you could say that for a lot of wedding rings.

Find ich wunderschön. Chandlers Vergleiche und Metapher (hier ein paar Beispiele) sind manchmal an der Grenze zum unfreiwilligen Humor; diese hier haben sie überschritten.

Nachtrag: Beim Internet Archive kann man Episoden von Pat Novak herunterladen und anhören.

S-Bahn-Fahren

Mein ehemaliger Schulleiter machte sich gelegentlich Sorgen um meine Gesundheit wegen der vielen Bazillen in der S-Bahn – vielleicht wollte er aber nur, dass ich näher an die Schule ziehe. Aber in der S-Bahn gibt es so vieles zu lernen.

Im Gespräch mit einer mitfahrenden Gynäkologin erfuhr ich, dass sie vor allem eines an den Herr-der-Ringe-Filmen nicht mochte: Die Enya-artige Dudelmusik, immer wenn irgendwelche Elben auftauchten oder es ganz besonders mystisch wurde. Die Musik ginge ihr nämlich schon bei den Geburten auf die Nerven – anscheinend hören manche Mütter, wenn auch nicht die meisten, Musik im Kreißsaal bei der Geburt. Und zwar ganz besonders gerne Enya.

Der Gynäkologin waren die Mütter mit Rockmusik lieber. Das gibt’s nämlich wohl auch. Es kommt aber vor, dass die Hebamme sich zum Lautstärkeregler schleicht und ihn ein bisschen herunter dreht. Worauf der Vater ebenso heimlich zurückschleicht und die Musik wieder lauter stellt. Wie in der Schule.

Während der Europameisterschaft hätten alle natürlich Fußball gehört.

Und da soll ich mit dem Auto fahren?

Christmas cake

Schon mal an Weihnachten denken!

Es reicht, wenn man Ende November oder auch noch Anfang Dezember damit beginnt; der Kuchen muss also nicht im Jahr vorher gebacken werden. Wer will, kann aber auch schon den Juli oder August dazu nutzen.

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Alles selbst gemacht, auch die Marzipandecke. Das Rezept gibt’s auf Anfrage.

George Macdonald Fraser, Flashman

„Humanity never ceases to amaze me.“ (Harry Flashman, Flash for Freedom)

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FLASHMAN, Harry Paget, Brigadier-General, VC, KCB, KCIE; Chevalier, Légion d’Honneur; US Medal of Honour; San Serafino Order of Purity and Truth, 4th Class. b. 1822, s. H. Flashman, Esq., Ashby and Hon. Alicia Paget; Educ. Rugby School. m. Elspeth Rennie Morrison, d. Lord Paisley; one s. one d. Served Afghanistan, 1841-2 (medals, thanks of Parliament); Crimea (staff); Indian Mutiny (Lucknow, etc., VC); China, Taiping Rebellion. Served US Army (major, Union forces 1862); colonel (staff) Army of the Confederacy, 1863. Travelled extensively in military and civilian capacities; A.D.C. Emperor Maximilian of Mexico; milit. adviser, HM Queen Ranavalona of Madagascar; chief of staff to Rajan of Sarawak; dep. marshal, US. Chmn, Flashman and Bottomley Ltd; dir. British Opium Trading Co., governor, Rugby School; hon. pres. Mission for Reclamation of Reduced Females. Publications: Dawns and Departures of a Soldier’s Life; Twixt Cossack and Cannon; The Case Against Army Reform. Clubs: White’s, United Service, Blackjack (Batavia). Recreations: Oriental studies, angling. Address: Gandamack Lodge, Ashby, Leics.

Harry Flashman begann als Nebenfigur des englischen Internatsromans Tom Brown’s Schooldays (1857) von Thomas Hughes. Dort macht er als bully seinen jüngeren Mitschülern das Leben zur Hölle: Er traktiert und piesackt sie, bis er endlich von der Schule fliegt.
Ende der 1960er Jahre tauchten, glaubt man dem Vorwort des ersten Flashman-Romans, auf einem Speicher die Memoiren des gefeierten viktorianischen Militärhelden Sir Harry Flashman auf, geadelt und mit Orden behängt – siehe dern oben abgedruckten Eintrag im Who’s Who. Tatsächlich ist dieser Flashman der gleiche wie in Tom Brown’s Schooldays, und die Romane von George Macdonald Fraser schildern als fiktive Memoiren seine schillernde Karriere.

PLUS:
– Er kann reiten,
– er kann Fremdsprachen,
– er kann’s mit Frauen.

MINUS:
– Er ist ein Feigling,
– ein Lügner,
– ein Betrüger,
– ein Angeber;
– er ist gewissenlos,
– nachtragend.
– ein Lüstling,
– selbstsüchtig,
– verschwenderisch,
– arrogant.

Flashman ist immer noch der gleiche bully, Feigling und Weiberheld. Schieres Pech lässt ihn immer wieder in die berühmtesten Schlachten des 19. Jahrunderts geraten, und als Soldat im britischen Empire kommt man damals schon herum:
Afghanistan (der katastrophale Rückzug aus Kabul, wo Dr Brydon als einziger Überlebender von 4500 Soldaten und 12000 weiteren Männern und Frauen Jalalabad erreichte), der große Aufstand in Indien; die Charge of the Light Brigade im Krim-Krieg (von Tennyson verewigt), der Opiumkrieg in China (wo Hong Kong für hundert Jahre an das Vereinigte Königreich geriet); er ist auf Borneo und Madagaskar, aber auch bei dem Angriff auf Harper’s Ferry, einem Auslöser des amerikanischen Bürgerkriegs, und bei der Schlacht am Little Big Horn.
Er trifft John Brown (der von „John Brown’s body“), Abraham Lincoln, Bismarck, Lola Montez, Mitglieder der englischen Königsfamile und indische Vizekönige; Helden des Empire rauf und runter.
Schieres Glück (und Verrat, Intrige und Feigheit) sorgt dafür, dass er all das auch überlebt, oft als einziger, und ganz und gar zu Unrecht als Held gefeiert wird.
Das ganze ist erzählt mit vielen historischen, vor allem militärhistorischen Details, versehen mit Anhängen und Bibliographien und augenzwinkernden Fußnoten, die auf Diskrepanzen zu oder Gemeinsamkeiten mit anderen Berichten hinweisen. So richtig Spaß macht das Spiel mit fiktiven Gestalten und echter Geschichte ja nur dann, wenn man möglichst eng an der aufgezeichenten Geschichte bleibt und die Erlebnisse der Hauptperson möglichst geschickt einflicht. Dieses Spielen unterscheidet für mich die Flashman-Romane auch sehr von anderen historischen Romanen: Fraser bleibt so nahe dran an der Geschichte wie möglich, ohne dass seine Geschichten deswegen das Vergnügen der schnöden Glaubwürdigkeit opfern. Immer wieder verweist er auf Gemälde, auf denen Flashman im Hintergrund zu sehen ist; allein wegen Fraser bin ich in die National Portrait Gallery in London, um mir einige Bilder anzuschauen, von denen ich gelesen hatte. (Etwa James Brooke, den Rajah von Sarawak.)

Vielleicht wird Harry im Laufe seines Lebens ja wirklich immer menschlicher; gar so garstig wie in seinem ersten Buch ist er später nicht mehr. Vielleicht bin ich nur abgestumpft und habe mich an ihn gewöhnt. Irgendwie hängt er doch an seiner Frau, einen Rest Ehrgefühl besitzt er, und Mitgefühl und Verständnis für seine Umwelt zeigt er eher noch mehr als seine viktorianischen Zeitgenossen – als ich alle Bücher gelesen hatte, schien er, der Anti-Held schlechthin, sich die Bezeichnung „Held“ doch irgendwie verdient zu haben – und sei es auch ein egoistischer und feiger Held.

Flashman (1969)
Royal Flash (1970)
Flash for Freedom! (1972)
Flashman at the Charge (1973)
Flashman in the Great Game (1975)
Flashman’s Lady (1977)
Flashman and the Redskins (1982)
Flashman and the Dragon (1985)
Flashman and the Mountain of Light (1990)
Flashman and the Angel of the Lord (1994)
Flashman and the Tiger (2000)
Nachtrag: Flashman on the March (2005)

„For a moment I stood rooted, hornily agog before all that magnificent meat, and then, as any gentleman would have done, I seized one in either hand, nearly crying.“ (Flashman and the Dragon)

Gefundenes Gedicht

In den Münchner S-Bahnen gibt es Reklametafeln, und die sind oft nicht vermietet und werden deshalb von der Deutschen Bahn mit einem erbauendem Spruch versehen – gerne nennen sich diese Sprüche „Chinesische Weisheit“ oder „Arabisches Sprichwort“, und immer sind sie grottenschlecht. Tausendmal besser die Sprüche in den Muskote-Filterpapierchen.

In Wagen 189 der S4 um 07.10 Uhr am 12.12.2001 sah ich dann folgenden Spruch, durch üble Schmierei verwandelt:

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Nun soll man ja bekanntlich nichts in S-Bahn-Wagen schmieren. Im Deutschunterricht geht das aber, also zeigte ich Schülern der elften Klasse den geänderten S-Bahn-Spruch, und gab ihnen Gedichte von Gottfried Benn, Else Lasker-Schüler, Hans Arnfried Astel und Rainer Maria Rilke zum Basteln. (Tatsächlich stammte die Idee von mir, die Stunde selbst unterrichtete, sehr gut sogar, eine Praktikantin, die auch die Gedichte ausgewählt hatte).

Kriterien für die Beurteilung der Neufassung waren: Wie interessant der neue Text war, wie interessant die Beziehung zwischen altem und neuem Text war, und mit wie wenig Aufwand eine möglichst große Veränderung entstanden war.
Die Texte entstanden in Gruppenarbeit, die anderen Schüler mussten die neuen Texte interpretieren, danach konnten die Autoren zu den Interpretationen Stellung nehmen.

Heraus kam dabei so etwas:

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Am spannendsten waren dabei die Interpretationen der Schüler und die Reaktionen der Autoren.

Owed to the Spelling Checker

Man kann ja mal die Schüler drüber gehen lassen, vielleicht bringt’s was für die Grammatik:

Candidate for a Pullet Surprise

I have a spelling checker,
It came with my PC.
It plane lee marks four my revue
Miss steaks aye can knot sea.

Eye ran this poem threw it,
Your sure reel glad two no.
Its vary polished in it’s weigh.
My checker tolled me sew.

A checker is a bless sing,
It freeze yew lodes of thyme.
It helps me right awl stiles two reed,
And aides me when eye rime.

Each frays come posed up on my screen
Eye trussed too bee a joule.
The checker pours o’er every word
To cheque sum spelling rule.

Bee fore a veiling checker’s
Hour spelling mite decline,
And if we’re lacks oar have a laps,
We wood bee maid too wine.

Butt now bee cause my spelling
Is checked with such grate flare,
Their are know fault’s with in my cite,
Of nun eye am a wear.

Now spelling does knot phase me,
It does knot bring a tier.
My pay purrs awl due glad den
With wrapped word’s fare as hear.

To rite with care is quite a feet
Of witch won should bee proud,
And wee mussed dew the best wee can,
Sew flaw’s are knot aloud.

Sow ewe can sea why aye dew prays
Such soft wear four pea seas,
And why eye brake in two averse
Buy righting want too pleas.

Jerrold H. Zar
The Graduate School
Northern Illinois University
DeKalb, IL 60115-2864

Title suggested by Pamela Brown.
Based on opening lines suggested by Mark Eckman.
By the author’s count, 127 of the 225 words of the poem are incorrect
(although all words are correctly spelled).

Published in the Journal of Irreprodicble Results, January/February 1994, page 13.
Reprinted („by popular demand“) in the Journal of Irreproducible Results, Vol. 45, No. 5/6, 2000, page 20.
Journal of Irreproducible Results, PO Box 234, Chicago Heights IL 60411, USA
Web site: www.jir.com

Die bibliographischen Angaben stammen von http://ourworld.compuserve.com/homepages/pete_hall_uk/spelcheq.htm – der Text ist, teilweise ohne Quellenangabe, weit im WWW verbreitet.