Das Internet ist nicht mehr böse

Thomas Knüwer von Indiskretion Ehrensache schreibt anlässlich der Verleihung der Goldenen Blogger, dass sich die Wahrnehmung von Blogs geändert hat: Die Presse beschmäht sie nicht, sondern interessiert sich dafür. Selber fällt mir auf, dass in der Tagesschau regelmäßig von Twitter die Rede ist, mehr noch als von Facebook. (Gut, das liegt an Trump.) Und vor ein paar Tagen war ich auf einer Fortbildung, wo ich mich ins Jahr 2005 zurückversetzt wähnte: Das Internet war plötzlich kein Ort des Bösen mehr, sondern auch ein Ort der Verwirklichung, der Kommunikation und Zusammenarbeit. Das war ja bereits die Sicht der Minderheit, die 2005 … Continue reading „Das Internet ist nicht mehr böse“

Meinst, sagst was bleds, triffst

Vor ein paar Monaten habe ich mal auf einen Tweet geantwortet mit einem anderen Tweet, thematisch passend, aber darum geht es nicht: Und dazu ist Schule ja da: Schöne Erinnerungen zu schaffen! Der Tweet ist auch geliked worden, nicht oft, aber doch ein paar Mal. Ich weiß nicht, ob allen klar war, dass ich das ironisch gemeint habe. Ich weiß auch nicht, ob ich wollte, dass meine Ironie erkannt wird. Jedenfalls glaube ich nicht, dass es die Aufgabe der Schule sein sollte, dafür zu sorgen, dass Schülerinnen und Schüler schöne Erinnerungen haben. Ich glaube, dass Kinder und Jugendliche möglichst viele … Continue reading „Meinst, sagst was bleds, triffst“

Abitur 2017: Neue Termine

Das Abitur in Bayern: Es wird zentral gestellt, aber an den Schulen vom jeweiligen Fachlehrer korrigiert; eine zweite Lehrerin an der Schule ist Zweitprüferin der Klausuren; die beiden einigen sich auf eine Note. (Können sie sich nicht einigen, wird ein dritter Prüfer herangezogen.) Es gibt in drei Fächern schriftliche Klausuren, im Anschluss daran mündliche Prüfungen in zwei Fächern. Die erste der schriftlichen Prüfungen war traditionell Deutsch, vielleicht aus historischen Gründen, vielleicht weil die Korrektur dieser Aufgaben am längsten dauert. Inzwischen ist die Reihenfolge aber offen, und das liegt daran, dass immer wieder Teile der Aufgaben bundeslandübergreifend gestellt werden. Und damit … Continue reading „Abitur 2017: Neue Termine“

Digitale Strategie der KMK (Dezember 2016)

Bildung ist Ländersache, der Bund darf da auch gar nicht mithelfen; Ausnahmen von diesem „Kooperationsverbot“ gibt es nur ganz wenige, insbesondere darf – und das ist ja gerade im Geschehen – der Bund Geldmittel zum Ausbau der Infrastruktur zur Verfügung stellen. Damit nun nicht alle Länder ohne Rücksicht auf die anderen machen, was sie wollen, gibt es die Kultusministerkonferenz: Dort sprechen sich die Länder ab und beschließen gemeinsame Vorgaben – wie viele Unterrichtsstunden Schüler bis zum Abitur hinter sich gebracht haben müssen; gemeionsame Bildungsstandards (zumindest in einigen Fächern); was im Abitur in den einzelnen Fächer drankommen muss (EPA – einheitliche … Continue reading „Digitale Strategie der KMK (Dezember 2016)“

Quick! Somebody’s wrong on the internet! Again!

Sehr viel kommentiert ist der Beitrag „Das Informatik-Schulbuch meiner Töchter: Werft es weg – oder schafft den Informatik-Unterricht ab, denn so kann man auch gut darauf verzichten!“ von Sandra Schön, und die Meinung der meisten Kommentare deckt sich nicht mit meiner. Da dort aber niemand meine verhaltenen Einwände zum Anlass einer Diskussion nimmt, möchte ich ich mich hier auslassen. Also: Der Titel ist hoffentlich hyperbolisch, weil natürlich grundfalsch. Die Alternative „Informatikbuch wegwerfen“ oder „Informatikunterricht abschaffen“ ist vielleicht aus Sicht des Steuerzahlers sinnvoll (wenn ein Buch nicht genug genutzt wird, sollte man nichts dafür ausgeben), oder für jemanden, der Onlinekurse verkaufen … Continue reading „Quick! Somebody’s wrong on the internet! Again!“

Quick! Somebody’s wrong on the internet!

@Herr_Rau Was genau findest Du unsäglich (müsste ihn nochmal lesen, hab aber gerade keine Zeit) — Andreas Kalt (@retemirabile) 2. April 2015 („Unsäglich“ war etwas zu streng. Da habe ich mich im Überschwang hinreißen lassen.) Ich kann auf Twitter nicht diskutieren. Wenn jemand einen Artikel weiterreicht, erwarte ich keine große Begründung, warum der lesenswert ist; wenn ich den Artikel unsäglich finde, will ich das nicht in 140 Zeichen begründen müssen. Da kann man nichts anderes tun als sich anschreien: „Ich hab recht!“, „Nein, ich!“ oder, häufiger, sich die gemeinsame Meinung bestätigen lassen. Vor gut zwei Wochen schrieb Lisa Becker in … Continue reading „Quick! Somebody’s wrong on the internet!“

Wie viel Wochen hat ein Schuljahr, die Fortsetzung

Hier hatte ich mal zusammengerechnet, wie viele Wochen ein Schuljahr tatsächlich lang ist. In diesem Schuljahr habe ich gezählt, wie viele Stunde Unterricht ich tatsächlich halte, also wie viel ausfällt aus schulinternen Gründen, durch Feiertage, durch Fortbildungen oder Krankheit. Der Lehrplan für das bayerische Gymnasium ist ausgelegt für 28 Schulwochen. Die übrige Zeit ist für Projekte und Wiederholung vorgesehen: Bei den Fachlehrplänen wurde von 28 Wochen (bei Jahrgangsstufe 12 nur von 21 Wochen) Unterricht für die verbindlichen Lernziele und Lerninhalte ausgegangen. Der bei 52 Jahreswochen, abzüglich der Ferienwochen, verbleibende Gestaltungsraum erlaubt nicht nur das für nachhaltiges Lernen und für Leistungserhebungen … Continue reading „Wie viel Wochen hat ein Schuljahr, die Fortsetzung“

Fortbildung zur erweiterten Schulleitung

Letzte Woche war ich auf einer Fortbildung des Hauptpersonalrats zur erweiterten Schulleitung. Über die Fortbildung darf ich nichts erzählen, eigentlich nicht mal, dass ich überhaupt dort war, denn über alles, was ich im Rahmen meiner dienstlichen Tätigkeit erfahre, muss ich Stillschweigen bewahren. Ich darf nicht mal sagen, dass der Veranstaltungsort gut geeignet war (nur wenige Fußminuten vom Nürnberger Bahnhof entfernt) und die Verpflegung auch sehr gut war (im Haus; dazwischen Kaffee und Kuchenstücke). Also beschränke ich mich in diesem Blogeintrag auf Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Zum Hauptpersonalrat: Die Beschäftigten des Ministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (und … Continue reading „Fortbildung zur erweiterten Schulleitung“

KW 45

Aus der Schule nicht viel Neues. Aber Spaß macht es schon – ich habe drei Klassen in der Q11 dieses Jahr, Informatik und Deutsch. Am Elternsprechabend werden nicht viele Eltern bei mir auftauchen, vermute ich mal. Leider hatte ich dann keine Zeit, am Freitag eine Ex (in Bayern: unangekündigte schriftliche Prüfung) für Informatik vorzubereiten. Ich hatte in der Stunde zuvor nämlich den Eindruck, dass die Schüler den Stoff, ein sehr zentrales Kapitel, gut verstanden hatten. Das bildet man sich als Lehrer aber schnell ein, deswegen lohnt sich gerade dann eine Überprüfung. Aber, wie gesagt, keine Zeit. Auch an der Uni … Continue reading „KW 45“

Schulentwicklungsprogramm und Erziehungspartnerschaft

Mit der letzten Änderung des BayEUG vom Sommer 2013 muss jede Schule so etwas haben. Nämlich einmal das hier: Art. 2, Abs. 4, Satz 4: In einem Schulentwicklungsprogramm bündelt die Schule die kurz- und mittelfristigen Entwicklungsziele und Maßnahmen der Schulgemeinschaft unter Berücksichtigung der Zielvereinbarungen gemäß Art. 111 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Art. 113c Abs. 4 [=externe Evaluation]; dieses überprüft sie regelmäßig und aktualisiert es, soweit erforderlich. Und zweitens das: Art. 74. Abs. 1, Satz 2: In einem schulspezifischen Konzept zur Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Erziehungsberechtigten erarbeitet die Schule die Ausgestaltung der Zusammenarbeit; hierbei kann von den Regelungen … Continue reading „Schulentwicklungsprogramm und Erziehungspartnerschaft“